Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Die Lage kann sich verbessern

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

22.06.2009. Die New York Times schildert, wie Twitter in den letzten Tagen die Medien auf Trab hielt. Und in der britischen Times schildert Blogger Andrew Sullivan sein durch Twitter vermitteltes Gefühl der Verbundenheit mit den Aufständischen von Teheran. Der Freitag erhebt Vorwürfe gegen den serbischen Dienst der Deutschen Welle, der mit Milosevic-Medien kooperiert haben soll. FAZ, Welt und SZ sind beeindruckt vom Akropolismuseum in Athen.

Weitere Medien, 22.06.2009

Twitter diente in den letzten Tagen der Demokratiebewegung im Iran sowohl zur Infornation als auch zur Desinformation, schreibt Noam Cohen in der New York Times. Aber auf alle Fälle hielt es die Medien auf Trab: "Just as Twitter can rally protesters against governments, its broadcast ability can rally them quickly and efficiently against news outlets. One such spontaneous protest was given the tag #CNNfail, using Internet slang to call out CNN last weekend for failing to have comprehensive coverage of the Iranian protests. This was quickly converted to an e-mail writing campaign. CNN was forced to defend its coverage in print and online."


Der serbische Dienst der Deutschen Welle gerät wegen Kooperation mit ehemaligen Milosevic-Medien ins Gerede, berichtet Sabine Pamperrien im Freitag: "Im Oktober 2007 hatte der deutsche Auslandssender eine Kooperation mit dem serbischen Sender Radio S begonnen. Vertragspartner wurde damit Zoran Andjelkovic, ehemals rechte Hand von Slobodan Milosevic und unter anderem zu Zeiten der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen dessen Statthalter im Kosovo. Andjelkovic ist Präsidiumsmitglied der Sozialistischen Partei Serbiens (SPS), der einstigen  Milosevic-Partei. Und Radio S gilt in Serbien als deren Parteisender."

Immer noch ganz überwältigt über das "Live-Tweeting the Revolution" in seinem Blog The Daily Dish schreibt Urblogger Andrew Sullivan in der britischen Times: "As I did so, it was impossible not to feel connected to the people on the streets, especially the younger generation, with their blogs and tweets and Facebook messages - all instantly familiar to westerners in a way that would have been unthinkable a decade or so ago. This new medium ripped the veil off 'the other' and we began to see them as ourselves."

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Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2009

Doris Ruhe porträtiert Algeriens populärsten Comiczeichner Menouar Merabtene, genannt Slim: "Die Zeichnungen, die Mitte der neunziger Jahre im Exil entstanden sind, bieten keinen Anlass mehr zum Lachen. Das Messer oder die Bombe in der Hand bärtiger Gestalten, aber auch vermummte Polizisten mit Maschinengewehr verweisen auf die Gewalt, die sich in dieser Zeit in Algerien auch und vor allem gegen kritische Journalisten und Intellektuelle richtete. Eine scharfe Polemik trifft das herrschende Regime, wenn Slim einen in Übergröße dargestellten hochdekorierten Offizier zeigt, der angesichts von Demonstranten, die Schilder mit der Aufschrift 'Demokratie' und 'Pluralismus' schwenken, eine mit einem Aufziehmechanismus versehene, deutlich als Islamisten gekennzeichnete Puppe aufzieht, die auf seinem Schoß sitzt. "


Die neue Eremitage-Dependance in Amsterdam sieht Christian Schlösser als weiteren Schritt in Privatisierung der Kulturpolitik und der "Sezession der Erfolgreichen", bei der "private Rendite-Interessen von der Dignität des öffentlichen Gutes Museum profitieren, aber keinen Beitrag zur zivilgesellschaftlichen Integration mehr leisten".

Besprochen werden Peter Steins Inszenierung  von Kleists "Zerbrochnem Krug" in Zürich, ein Mendelssohn-Konzert mit Dirigent Roger Norrington und dem Tonhalle-Orchester ebenda und zwei Ausstellungen in Ascona und Locarno, die sich dem genius loci widmen.

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Die Welt, 22.06.2009

Im Interview mit Michael Loest erklärt Iggy Pop, warum er jetzt New-Orleans-Jazz macht: "Es traf sich gut, dass ich das Buch 'Die Möglichkeit einer Insel' von Houellebecq entdeckte, als ich gerade eine Aversion gegen Gitarre spielende Idioten entwickelte, die ewig die gleichen beknackten Akkorde raus hauen. New Orleans-Jazz ist weitaus radikaler als das Gitarrenschrammeln der meisten Jungrebellen, glauben Sie mir."


Berthold Seewald feiert das neue Akropolis-Museum als "kulturpolitisches Jahrhundertereignis": "Ästhetischer Schauder und künstlerische Klasse können das Faszinosum nur zum Teil erklären. Das Übrige machen der Ort und seine Geschichte. Weil es eine Allegorie auf die Demokratie sein sollte, vermochte der große Staatsmann Perikles einst seine Landsleute dazu zu bewegen, Tausende von Talenten zu bewilligen, um den Tempel in nur neun Jahren, von 447 bis 438, zu errichten. Der Schmuck war 432 vollendet. Vor allem der Fries an der Cella verkündete die Programmatik: Nicht Götter oder mythische Heroen werden dargestellt, sondern die Bürger der Stadt."

Weitere Artikel: Michael Pilz erzählt, warum der mit der Plattenindustrie im Clinch liegende HipHop-Produzent Danger Mouse nur noch hübsch verpackte Rohlinge verkauft: Die Musik müssen sich seine Fans selbst downloaden. Peter Dittmar besichtigt das in Amsterdam neu eröffnete Hermitage Museum, das sich offenbar der Huldigung der Zarenherrlichkeit verschrieben hat.

Besprochen werden Calixto Bieitos Inszenierung des "Don Karlos" für die Schillertage in Mannheim, Vladimir Malakhovs Shelley-Ballett in Berlin und Guy Delisles Comic über das Leben unter Birmas Militärdiktatur.

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Frankfurter Rundschau, 22.06.2009

Christian Bröcking besuchte das jährliche New Yorker Festival der amerikanischen  Jazzjournalisten-Vereinigung (JJA), wo auch die wichtigen Alpert Awards vergeben werden und es nach Einstellung der Zeitschrift JazzTimes eher traurig zuging. "Renommierte Journalisten wie Bill Milkowski verbinden ihre kurzen Preisreden nun mit flehentlichen Bitten um Jobangebote, und selbst der Musikproduzent Bruce Lundvall witzelt, dass er sich wohl schon bald bei den Musikern, die er einst für das von ihm geleitete Label Blue Note unter Vertrag nahm, als Roadie bewerben könne. Fakt ist, dass der Mainstream-Jazz von der Krise erfasst wurde und man hier zu ahnen scheint, dass die herkömmlichen Strukturen nicht mehr tragen werden."


Weitere Artikel: Der Autor und Schauspieler Jürgen Klauß bringt eine persönliche Hommage auf Jürgen Gosch dar, der heute auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt wird. Petra Kohse besuchte eine Konferenz der Grünen zum Thema Heimat.

Besprochen werden "Don Karlos" in der Regie Calixto Bieitos in Mannheim und Joseph O'Neills Roman "Niederland" (mehr hier).

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Die Tageszeitung, 22.06.2009

Für Bahman Nirumand hat das iranische Regime nach der Rede des Ayatollah Khamenei jegliche Legitimation verloren: "Die Führung der Islamischen Republik, die ursprünglich aus einer Revolution hervorgegangen ist und die sich auf den Glauben beruft, ist an den Punkt gekommen, wo sie sich nur noch auf Waffen und Gewalt stützen kann."


Auf den Kulturseiten porträtiert Elisabeth Raether die Politikerin Rachida Dati, "die von Nicolas Sarkozy zuerst gefördert und dann gefeuert wurde". Und Ulrich Gutmair berichtet von einer Konferenz der Grünen über Heimat.

Besprochen werden das vierte Album der französischen Band Phoenix und eine Ausstellung über Jürgen Habermas in Frankfurtund das von Rene Pollesch verantwortete Spektaktel "Cinecitta Aperta" bei den Ruhrfeststpielen Recklinghausen

Auf der Tagesthemenseite interviewen Sabine am Orde und Ulrich Schulte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zur Islamkonferenz, die am Donnerstagzum letzten Mal tagt.

Und Tom.

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nachtkritik, 22.06.2009

Die Bundeskulturstiftung hat entschieden, Christoph Schlingensiefs Traum von einem Opernhaus in Afrika in die Wirklichkeit zu helfen. Sie stellt dafür Förderungsmittel bereit. Esther Slevogt fiel auf einmal ihr Großonkel wieder ein, der einst Goethe zitierend im afrikanischen Urwald gesehen wurde: "Der Onkel, der ein gebildeter Mann war und die deutsche Klassik auswendig konnte, vertrieb sich, und wie er glaubte, auch die Zeit derer, die ihn trugen, damit, dass er oben auf seiner Sänfte Goethes 'Faust' oder anderes einschlägiges deutsches Bildungsgut rezitierte und den Eingeborenen kund und zu wissen gab."

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Aus den Blogs, 22.06.2009

A propos Urheberrecht. Die Freischreiber zitieren aus einem Brief der Schwäbischen Zeitung an einen freien Autor, der den von der Zeitung gewünschten Total-Buy-Out-Vertrag noch nicht unterschrieben hat:


"Sehr geehrter Herr (?),

wie Sie wissen, will die 'Schwäbische Zeitung' die Zusammenarbeit mit ihren freien Mitarbeitern vertraglich regeln. Deshalb haben wir Ihnen vor einiger Zeit einen entsprechenden Vertrag zugeschickt.

Leider haben wir bis heute von Ihnen keine Antwort bekommen, bzw. der unterschriebene Vertrag ist nicht bei uns eingegangen. Deshalb noch einmal die Bitte, eine Version des beiliegenden Vertrags unterschrieben an uns zurückzusenden.

Die Honorarabteilung ist angewiesen, kein Honorar mehr an Mitarbeiter ohne Vertrag zu überweisen.

Mit freundlichen Grüßen
Schwäbische Zeitung"

Den aktuellsten Überblick über die Lage im Iran bietet zur Zeit die Huffington Post. Aus dem Teaser: "Nokia, Siemens Provided Regime's Censoring Technology... Video Of Mousavi At Rally: 'We Are Ready To Sacrifice Ourselves'... Protesters Trying To Organize General Strike... Neda's Memorial Service Canceled On Orders Of Authorities... Newsweek Reporter Arrested."

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2009

Andreas Kilb durfte nach Athen reisen, um vor Ort das mit fünf Jahren Verspätung eröffnete Akropolis-Museum (Website) zu bestaunen. Er erkennt allerdings zunächst einen glasklaren Gegenwartsbezug: "Eigentlich hätten die griechischen Politiker, die am Samstagabend in Athen das neue Akropolis-Museum eröffneten, kein Wort mehr über den Anspruch Griechenlands auf die Londoner Elgin Marbles verlieren müssen. Denn der Bau ist ein einziges großes Restitutionsbegehren aus Stahl, Glas und Beton. Sein Baukörper, der die Gebäude der Stadt um fünf Meter überragt, verschafft dem Gegenstand des Rückgabestreits zwischen Griechen und Briten den spektakulärsten Auftritt, den man sich für ein einzelnes Kunstwerk überhaupt vorstellen kann."


Weitere Artikel: In der Glosse staunt Mark Siemons über den liebhaberinnenreichen und nicht erst nach seiner Inhaftierung wegen Korruption den Künsten sehr produktiv zugewandten chinesischen Ex-Parteisekretär Zhang Erjiang. Edo Reents war dabei, als in Frankfurt Louis Begley per Dreisatz von der Affäre Dreyfus nach Guantanamo gelangte. Im "Glossar der Krise" erklärt uns der Autor Ulf Erdmann Ziegler die "Schrumpfung". Hingewiesen wird auf eine Video-Erklärung der "Vereinigung iranischer Dokumentarfilmer", die das Staatsfernsehen zu wahrheitsgemäßer Berichterstattung auffordern (hier, keine Untertitel). Bewundernswert findet Wiebke Hüster die Arbeit des Leipziger Ballettdirektor Paul Chalmer - vielmehr des Ex-Direktors, denn der Kommissarische Intendant der Leizpiger Oper (Alexander von Maravic, im Text ungenannt), über den Hüster hörbar wutschnaubt, hat ihm gekündigt. In den Club geburtstagsgrußwürdiger Männer werden heute aufgenommen: der Wissenschaftsmanager Peter Gruss (60), der Medientheoretiker Michael Giesecke (60), der spanische Autor Rafael Chirbes (60), der Aktionskünstler HA Schult (70) und der Kinderbuch-Illustrator Eric Carle (80). Michael Althen gratuliert aber auch der Schauspielerin Meryl Streep zum Sechzigsten.

Besprochen werden Calixto Bieitos Schiller-Verfremdung "Don Schlappschwanzos, Infantilist von Spanien" (so Gerhard Stadelmaier) in Mannheim, die Uraufführung von Anne Habermehls Stück "Daddy" im Münchner Marstall und Bücher, darunter Mircea Cartarescus Erzählungsband "Nostalgia" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 22.06.2009

David Motadel, Doktorand an der Universität Cambridge, erzählt im Aufmacher von der Rolle der "Straße" im Iran und ihrer Mobilisierung durch politische Kräfte seit hundert Jahren. "Das Establishment in Iran weiß eben um die Gefahr des Massenprotests. Häufig war er ausschlaggebend für den Wandel im Land. Er war die bedeutendste Waffe gegen ausländische Wirtschaftsmonopole, führte zur ersten Verfassung und war entscheidend bei der Abschaffung der Monarchie, die der Führungselite des Landes noch allzu gegenwärtig ist."


Weitere Artikel: Gottfried Knapp ist tief beeindruckt von dem neuen Akropolismuseum in Athen: "Selten hat Griechenland in der Neuzeit überzeugender geleuchtet als am Abend dieser Museumseröffnung." In den "Nachrichten aus dem Netz" empfiehlt Helmut Mauro Freunden der klassischen Musik die Seite backtrack.com, auf der man viele Konzertmitschnitte und anderes findet. Tobias Kniebe unterhält sich mit Steven Spielberg über neue Technologien des Filmemachens und seine in 3D gedrehte Tim-und-Struppi-Verfilmung. Lino Wirag hat sich auf der Hmepage des ORF die Porträts der mehr oder weniger Jungautoren angesehen, die in den nächsten Tagen um den Bachmannpreis wettlesen werden. Und Johannes Willms fürchtet wegen eines geplanten Baus für ein Altenheim um die Ermitage-Parklandschaft von Montmorency, in der Jean-Jacques Rousseau immerhin sechs Jahre zubrachte.

Besprochen werden ein Album der schwergewichtigen Sängerin Beth Ditto, einer Entdeckung des Prodizenten Rick Rubin, auf deren breiten Schultern nun die Zukunft der Musindustrie lastet, Anne Habermehls neues Stück "Daddy" in der Regie Alexander Nerlichs im Marstall-Theaters des Bayerischen Staatsschauspiels in München und einige DVDs mit klassischer Musik.

Auf Seite 2 kommet Ex-Außenminister Joschka Fischer nach längeren Erwägungen über die Krise im Iran zu schwerwiegenden Erkenntnissen: "Die Lage kann sich verbessern, aber durchaus (und wahrscheinlicher sogar) auch verschlechtern."

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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