Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkt

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

03.04.2009. Die NZZ ist nicht zufrieden mit einer Studie über den DuMont-Verlag in der Nazizeit. Peter Glaser erklärte auf der re:publica, in was für einer digitalen Welt er leben will. In der taz verweist Bahman Nirumand auf eine noch offene Rechnung des Irans aus dem Jahr 642. In der FR sucht Cees Nooteboom den Schatten. Die Welt feiert die Unzernuschelbarkeit alter Dylan-Songs. Und die Freischreiber präsentieren einen Vertrag, in dem die FAZ ihren Urhebern ein Nutzungsrecht gewährt.

Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2009

Auf der Medienseite kritisiert Thomas Schuler die Aufarbeitung der NS-Zeit des Kölner Zeitungverlags DuMont durch den Firmenhistoriker Manfred Pohl, der nicht genügend auf die Vorwürfe eingegangen sei, die Familie habe sich im Zuge von Arisierungen bereichert: "Das Buch über DuMont ist eine Auftragsarbeit. DuMont wünschte eine differenzierte Darstellung, die Pohl nun liefert. Differenziert im Sinne, die Grundstücksgeschäfte 'nicht überbewertet' zu sehen. Die Vorwürfe und die Auseinandersetzung von 2006 sind erwähnt, aber nicht eingehend beschrieben. Der Leser kann also leider nicht nachvollziehen, wie sie konkret lauteten und was sich davon bestätigt hat oder widerlegt wird. Der Konflikt, der zur Studie führte, ist nicht Teil davon und nicht aufgearbeitet."


Nicolas Sarkozys Einwanderungspolitik ist in Frankreich ins Visier der Kritik geraten ist, berichtet Marc Zitzmann im Feuilleton. Unter anderem durch den Film "Welcome" von Philippe Lioret, in dem ein junger irakischer Kurde auf seiner Flucht durch Europa im französischen Calais festsitzt. "Eine Fiktion? Mitnichten: die traurige Wahrheit, so jüngst ein Mitgründer einer in Calais ansässigen Hilfsorganisation gegenüber 'Le Monde'. Tränengas und Knüppelschläge seien in der Region das tägliche Los der Migranten, schwangere Frauen und Kinder inbegriffen. 'Was wir hier seit sechs Jahren erleben, ist unvorstellbar. Polizeiautos, die mit Vollgas auf einen zurasen oder mit offenen Türen den Rückwärtsgang einlegen. Wir leben in einer anderen Welt, über die die Medien nur sehr selten berichten.'"

Weiteres: Roman Hollenstein berichtet vom Hundertjahrjubiläum der "Weißen Stadt" Tel Aviv, deren Häuser ihn vom Flugzeug aus an Zuckerwürfel erinnern. Joachim Güntner empört sich, dass das mittlerweile veraltete Modell des Sony-Readers PRS-505 heute in den Schweizer Handel kommt. Die Niederländer seien da doch klüger, indem sie geduldig auf die verbesserte Version warten. Javier Marias lobte in seiner Dankesrede zum Premio Iberoamericano Jose Donoso die Arbeit des Übersetzers als literarische Übung, berichtet Brigitte Kramer. Daniel Ender singt ein Hohelied auf die Orgel.

Besprochen werden Philipp Eglis Tanzstück "Silence.Now!" in St. Gallen (das sich Lilo Weber am liebsten ohne Pause angesehen hätte, so sehr hat sie die "Magie" des Stücks verzaubert) sowie eine CD-Box mit den kompletten Sinfonien von Ralph Vaughan Williams.

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Aus den Blogs, 03.04.2009

Neue Volte im Kampf um das Hürlimann-Zitat, für das die FAZ dem Perlentaucher eine Rechnung von 590 Euro gestellt hat (die nun aber nicht mehr eingetrieben werden soll). Gestern hat uns Thomas Hürlimann geschrieben: Er hatte vergessen, dass er der FAZ im Jahr 2004 die Rechte an Texten, die er für die FAZ schreibt, an diese abtritt. Die Freischreiber haben heute einen Vertrag, wie ihn die FAZ freien Autoren vorlegt, als pdf online gestellt. Wenn Hürlimann diesen Vertrag unterschrieben hat (2004 gab's vielleicht noch andere), dann hätte er die FAZ fragen müssen, bevor er seinen Artikel an den Tages-Anzeiger weiterverkauft! Der Autor räumt dem Verlag "ausschließliche zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkte" Rechte an seinen Beiträgen ein. Die FAZ darf Dritten Nutzungsrechte an dem Beitrag des freien Autors "gewähren", sie darf die Texte vermieten und sie beansprucht ein "Bearbeitungsrecht, das heißt, das Recht zur Übersetzung Ihrer Texte oder einzelner Teile davon sowie zur sonstigen sinnwahrenden Bearbeitung, insbesondere Kürzung (bspw. in abstracts)". Mit der Zahlung des Zeilengeldes ist das alles abgegolten. Falls der Autor seinen Text selbst gern weiterverkaufen möchte, versichert ihm die FAZ: "die dafür notwendigen Nutzungsrechte werden wir Ihnen gerne einräumen, soweit dies die Verwertung der vorstehend eingeräumten exklusiven Nutzungsrechte nicht unbillig behindert".


"In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?" fragte Peter Glaser auf der re:publica und hält auch in der neuen Welt an alten Begriffen fest: "Ich wünsche mir, in einer digitalen Gesellschaft zu leben, in der das Projekt der Aufklärung mit aller Kraft fortgeführt wird. Aufklärung ist die Quelle, aus der das frische Wissen kommt. Information wird die Welt retten, so lautete die Vision der neunziger Jahre, das Wissen der Menschheit liege vor uns im Zugriff. Wo stehen wir heute? Noch sind nicht ganz so viele Menschen wie im Mittelalter wieder davon überzeugt, dass sich die Sonne um die Erde dreht, aber es wird daran gearbeitet. Die Globalisierung der Dummheit macht erstaunliche Fortschritte."

(Via Blogpiloten) Ziemlich unzufrieden mit der re:publica als ganzes ist f!xmbr: "Wir erleben eine Weltwirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes - die Folgen sind noch lange nicht abzusehen. Diese Krise ist auch Folge einer medialen Unfähigkeit, kritisch die Mächtigen, die Elite zu hinterfragen, zu recherchieren, Alternativen aufzuzeigen. Die Medien selbst erleben gerade ihren nuklearen Winter - zurecht. Und was passiert? In Berlin werden auf der re:publica Häkelkurse angeboten. Da philosophiert man über Todsünden beim Webdesign, lässt sich von IBM in Werbeveranstaltungen berieseln und freut sich darüber, das man endlich mit Twitter im Mainstream angekommen ist. Unglaublich."

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Die Tageszeitung, 03.04.2009

Auf der Meinungsseite analysiert Bahman Nirumand, wie in der arabischen Welt, die bisher von der Exklusion des Iran profitierte, nach Obamas Umschwenken die Angst vor einem noch mächtigeren Iran wächst. "Die gelegentlich auch offen ausbrechende Gegnerschaft zwischen dem Iran und den arabischen Staaten geht weit in die Geschichte zurück. 642 eroberte das Heer der Araber den Iran und zwang die Bevölkerung zum Übertritt zum Islam. Der Feldzug hinterließ bei den Iranern, die sich als eine große Kulturnation den Arabern weit überlegen fühlten, tiefe Wunden, die bis heute eine Rolle spielen. Nicht zuletzt deswegen herrscht in vielen arabischen Gesellschaften Misstrauen, ein mächtiger Iran könnte in die Versuchung kommen, die noch offene Rechnung von damals zu begleichen."


Im Kulturteil porträtiert Rene Martens den Londoner Plattenladen "Honest Jons", der seit 1974 Reggae, Salsa, Pop aus Afrika und aktuelle Tanzmusik im Angebot hat und dessen dazugehöriges Label sich um die Wiederveröffentlichung vergessener Platten verdient macht. Jan Kage stellt den Berliner Rapper Amewu und sein Debütalbum "Entwicklungshilfe" vor.

Besprochen wird der Bildband "Portraits from Above - Hong Kongs Informal Rooftop Communities" des Fotografen Stefan Canham und der Architektin Rufina Wu und in tazzwei Arno Luiks Interviewband "Wer zum Teufel sind Sie nun?" und Nils Minkmars Essayband "Mit dem Kopf durch die Welt" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

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Frankfurter Rundschau, 03.04.2009

Der Schriftsteller Cees Nooteboom bekennt, nie ernsthaft über Schatten nachgedacht zu haben. Mit der Ausstellung "La Sombra" hat sich das geändert: "So wird die Ausstellung insgesamt zu einer Art Spiel mit Aufgaben: Suche den Schatten, erkläre, warum er da ist oder nicht da ist, weshalb er bei den Modernen - mit Ausnahme von Andy Warhol, Ed Ruscha und Susan Rothenberg - anscheinend viel seltener auftritt. Die Antwort lässt sich vielleicht bei Tanizaki Junichiro finden, der eine glänzende Studie über den Schatten geschrieben hat ('Lob des Schattens'). Für ihn ist die Abwesenheit von Schatten in der abendländischen Kunst einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Ost und West. Seine Argumentation mag etwas merkwürdig anmuten, wenn man sich gerade stundenlang unverkennbar westliche Schatten angesehen hat, doch er behauptet, der mächtigste Verbündete der Schönheit im Westen sei immer das Licht gewesen, während es im Osten gerade darum gegangen sei, 'das Rätsel des Schattens einzufangen'."


Weiteres: Judith von Sternburg sorgt sich in Times mager ums Gipfel-Bankett. Besprochen werden Neil Youngs neues Album "Fork in the Road" (von dem Thomas Winkler besonders das Titel-Video empfiehlt, das man wegen des Gema-Einspruchs bei Youtube aber nicht mehr sehen kann / Nachtrag: kann man doch, auf der Homepage von Neil Young, hier), Bob Dylans Konzert in Berlin, eine Ausstellung zu Vladimir Ossipoff im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt und Rawi Hages Roman "Als ob es kein Morgen gäbe" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Welt, 03.04.2009

Bob Dylan ist auf seiner immerwährenden Tournee mal wieder in Berlin vorbeigekommen. Er spielte neue Lieder, aber auch alte, berichtet ein merklich bewegter Sebastian Zabel: "Auch 'Like A Rolling Stone', Dylans Opus Magnum in lässig entschleunigter und zerkauter Version, trieb die Besucher aus den Sesseln, denn die jedem in der Halle bekannten Verse erwiesen sich einmal mehr als unzernuschelbar, der Song siegt über jede Interpretation. How does it feel 2009? Forever gültig." Michael Pilz erinnert in einem zweiten Artikel an den Einfluss Dylans in der DDR.


Weitere Artikel: Gernot Facius stellt ein vom Zentralkomitee der Katholiken erarbeitetes Papier "Nein zur Judenmission - Ja zum Dialog zwischen Juden und Christen" vor, das von katholischen und jüdischen Würdenträgern unterzeichnet wurde und sich gegen die aktuelle Position des Papstes zu den Juden wendet. Manuel Brug hat den Regisseur Stefan Herheim getroffen, der an der Berliner Staatsoper den "Lohengrin" inszenieren soll, aber offensichtlich an einer von Daniel Barenboim zu verantwortenden "künstlerischen Visions- und Führungslosigkeit" des Hauses verzweifelt. Michael Stürmer erinnert an die "Pax Americana", die am 3. Apil 1949 von Harry Truman ausgerufen wurde. Und Rüdiger Suchsland unterhält sich mit Werner Schroeter über seinen neuen Film "Diese Nacht".

Besprochen wird eine römische Ausstellung über den Kaiser Vespasian.

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Süddeutsche Zeitung, 03.04.2009

Angesichts der eher bedeutungslosen Proteste gegen die aktuelle G20- und Finanzkrisen-Politik fragt Andrian Kreye: "Warum läuft eine Protestbewegung, die ihre neuen Medien so beherrscht und deswegen so perfekt organisieren könnte, dermaßen ins Leere?" Und antwortet: "Was fehlt, ist klar. Eine Ideologie. Eine klar definierte Bewegung. Köpfe, Sprecher, Vordenker. Was stört, ebenfalls: die Ritualisierung des Protests in der Popkultur einer Gesellschaft, die aus der Rebellion eine Tugend und aus dem Rebellen einen vermarktbaren Mythos gemacht hat."


Weitere Artikel: Jens-Christian Rabe meint zum Youtube/Gema-Streit: "Manches spricht dafür, dass bei dieser Machtprobe YouTube/Google am längeren Hebel sitzen wird." Jens Bisky berichtet, dass auf dem Gelände des ehemaligen Berliner Flughafens Tempelhof nach jüngsten Plänen ein Neubau für die Berliner Landesbibliothek entstehen soll. Im Interview meint deren Leiterin Claudia Lux, es sei höchste Zeit: "Wir haben nicht einmal genügend Platz, um unsere Neuerwerbungen so aufzustellen, dass man diese benutzen kann." Wie schwierig es ist, in Peru ein Museum zum Gedenken an den Bürgerkrieg einzurichten, weiß Uschi Treffer. Fritz Göttler meldet, dass zum Entsetzen des Studios eine noch unfertige Version des neuen "Wolverine"-Films das Licht des Internet erblickt hat. Auf der Medienseite geht Hans Hoff recht grundsätzlich mit dem Grimme-Preis und seinen Jurys ins Gericht.

Besprochen werden eine Baseler Aufführung von Francis Poulencs Oper "Dialoge der Karmeliterinnen", die Ausstellung "Isa Genzken - Open, Sesame!" in der renovierten Londoner Whitechapel-Galerie, die Ausstellung "Democratic Design - Ikea" in der Münchner Pinakothek der Moderne, eine sehr erfolgreiche "Fledermaus" in Ulm, und Bücher, darunter Joseph O'Neills Roman "Niederland" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2009

Mark Siemons kennt Umfragen, die China als Weltrekordhalter in Zuversicht und Sendungsbewusstsein ausweisen: "92 Prozent sind davon überzeugt, dass ihr Einfluss auf die Welt günstig ist." Gina Thomas hat von Barack Obama und Ehefrau beim G20-Treffen offenbar den allerbesten Eindruck gewonnen. In der Glosse weiß Andreas Platthaus überdies, dass Obama der Königin jede Menge Musical-Musik auf einem iPod als Gastgeschenk mitgebracht hat - wie gut Obama den Geschmack der Königin damit traf, weiß er allerdings nicht. Eduard Beaucamp denkt in seiner Kunstkolumne über Für und Wider der Abstraktions-Moderne der deutschen Nachkriegskunst nach. Der Historiker Ernst Engelberg, der am Sonntag seinen 100. Geburtstag feiert, erinnert sich an seine Verhaftung und Inhaftierung im Berliner Columbia-Haus im Jahr 1934.


Besprochen werden die Berliner Aufführung von Werner Braunfels' Oper "Die Vögel" (Jan Brachmann ist überaus angetan von der "zivilen Moderne", die aus den Klängen der Oper spricht), die große "Calvinismus"-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum, die Ausstellung "Medium Religion" am ZKM in Karlsruhe, Jonathan Demmes Film "Rachels Hochzeit" und Bücher, darunter gleich zwei von Joseph von Westphalen (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Die Augenbrauen des Holofernes

25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen

Vergegenwärtigungskunst

24.01.2012. In der französischen Huffington Post attackiert Caroline Fourest den tunesischen Präsidenten Moncef Marzouki. Wer sich für Freiheit im Netz einsetzt, arbeitet in Wahrheit dem Kapital in die Hände, findet der Tagesspiegel.  Die Welt begibt sich auf die Suche nach der Kairoer Kunstszene, findet sie aber nicht so recht. Die SZ staunt über Hans Holbeins Schutzmantelmadonna in Schwäbisch Hall. De FAZ bringt eine kleine Hommage auf den Künstler Denis Limonow, der durch eine tollkühne Aktion zwei weißrussische Jugendliche vor der Hinrichtung bewahren will. Mehr lesen

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