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Heute in den Feuilletons
Kollektiv zusammengezuckt
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
25.03.2009. In der FAZ beklagt der Schweizer Autor Thomas Hürlimann den schlechten Oberförsterstil des Peer Steinbrück. Die SZ hat bei Ulrich Wickert recherchiert: Es gibt kein Problem mit dem chinesischen Dienst der Deutschen Welle. Im Perlentaucher wird der "Heidelberger Appell" auseinandergenommen: Open Access ist nicht Teil des Problems mit dem Internet, sondern Teil der Lösung.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2009
Der Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann erklärt den deutschen Waldbewohnern, warum die markigen Worte Peer Steinbrücks zum Bankgeheimnis im Schweizer Bergland nicht gut ankommen:
1.4.09: Das Zitat wurde aus Kostengründen entfernt.
1.4.09, etwas später und mit freundlicher Genehmigung des Urhebers: "Nur an der Urne hat unser Staat etwas Hehres, sonst darf es weder Throne noch Altäre noch Hochsitze geben, und wenn es einem von uns gelingt, sein Steuerschnäppchen zu verbergen, halten wir ihn nicht für einen Sünder. In solchen Kategorien denken nur Sie. Denn Ihnen ist der Wald, der Sie in der großen Ebene beschirmen soll, immer noch heilig. Die Sehnsucht nach dem 'quantitativ totalen Staat' (Carl Schmitt) hat sich in Deutschland erhalten. Bürger und Parteien geben ihre partikulären Interessen an das große Ganze ab, um dann als Hartz-IV-Bezieher oder als subventioniertes Großunternehmen ihre Untertanenfrömmigkeit ausleben zu können. Natürlich muss ein solcher Staat stark sein, gesund wie ein gut gehegter Forst, und machtbewusst, kenntlich in Worten und Taten, lieben Sie den Oberförster und seine Gesellen. Wir nicht. Ganz und gar nicht. Deshalb sind wir kollektiv zusammengezuckt, als uns Ihr Herr Müntefering mit den 'Soldaten' und ein gewisser Herr Steinbrück mit der 'Kavallerie' und der 'Peitsche' gedroht hat. Das halten wir für schlechten Oberförsterstil. Mit Mundgeruch. Widerlich."
Weitere Artikel: In der Glosse mokiert sich der Gesine-Schwan-Fan Christian Geyer über Horst Köhlers Berliner Rede. Gina Thomas informiert über den Ärger, den der britische Dramatiker Richard Bean mit seinem satirisch gemeinten, von manchem als rassistisch verstandenen Stück "England People Very Nice" hat. Wie China in der Krise seiner Kulturindustrie unter die Arme greift, weiß Mark Siemons. Regina Mönch erinnert sich in einer kurzen Anekdote an ihren Überwacher bei einem DDR-Besuch nach 29 Jahren Abwesenheit. Auf der Medienseite fürchtet der Journalistik-Professor Michael Haller, dass die Zeitschriftenverlage, die den Streit ums Pressegrosso angezettelt haben, die publizistische Vielfalt gefährden.
Besprochen werden gleich zwei "Tristan und Isolde"-Aufführungen, eine in Wiesbaden, eine in Köln (und beide entsetzen sie Christian Wildhagen ob ihrer Mittelmäßigkeit), Inszenierungen von Tschechows "Kirschgarten" und Horvaths "Kasimir und Karoline" in Paris, der Omnibusfilm "Deutschland 09" (Michael Althen will sich dem Berlinale-Chor der Verächter nicht anschließen) und Bücher, darunter Adrienne Thomas' wiederentdeckter Tagebuchroman "Die Katrin wird Soldat" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 25.03.2009
Wenn schon Hürlimann in der FAZ, dann weisen wir wenigstens noch nachträglich auf einen Artikel des Schweizer Schriftstellers Alex Capus am Samstag im politischen Teil der SZ hin. Er schrieb zum Bankgeheimnis: "... gewiss ist gerade die Schweiz gut beraten, wenn sie sich aller Anspielungen auf die Zeit des Nationalsozialismus enthält; sonst müsste sie es sich auch gefallen lassen, dass in der Debatte ums Bankgeheimnis wieder einmal die Rolle der Schweiz und der Schweizer Banken im Zweiten Weltkrieg thematisiert würde. Und eines muss jeder aufrichtige Schweizer zugeben: dass Steinbrück in der Sache recht hat. Selbstverständlich weiß jeder Schweizer, dass das Bankgeheimnis in seiner bisherigen Form den Steuerbetrügern dient - nicht nur, aber auch. Jeder weiß, dass es nicht recht ist, wenn reiche Leute ihre Steuern nicht bezahlen, und unausgesprochen ist allen klar, dass die schweizerische Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug eine Schlaumeierei war."
Aus der SZ von heute: Ulrich Wickert hat als Gutachter im Auftrag der Deutschen Welle die Vorwürfe gegen den chinesischen Dienst des Senders untersucht und herausgefunden: Das ganze war die Ente zweier freier Journalisten (ihhh!), denen eine interessierte Öffentlichkeit aufgesessen sei, berichtet hochzufrieden Hans Leyendecker auf der Medienseite und zitiert den Ex-Anchorman: "Es zeigt sich hier, wie in Zeiten einer gesteigerten Gefühlslage (Olympische Spiele, Fackellauf, Tibetunruhen) es ehrenwerten, meinungsstarken Personen, einigen Dissidenten, Vereinsträgern, Journalisten gelingt, vorschnelle Verurteilungen in den Medien zu platzieren und damit Politiker, die gern in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, zu unbedachten Äußerungen und Vorverurteilungen zu verführen."
Weitere Artikel: Bei Gelegenheit der Bonuszahlungen für die Manager maroder und verstaatlichter Konzerne notiert Andrian Kreye im Aufmacher des Feuilletons eine Renaissance des Volkszorns in den USA. Jörg Häntzschel berichtet über Spekulationen, dass der Hedgefondsmanager und Sammler Steve Cohen das Auktionshaus Sotheby's übernimmt. Hans-Peter Kunisch schickt eine Reportage aus dem jetzt von der Krise besonders hart getroffenen Irland. Henning Klüver berichtet über den neuesten Stand in dem römischen Prozess gegen die ehemalige Kuratorin des Getty-Museums Marion True und den Antikenhändler Robert Hecht. Und Katharina Buess guckt sich auf Youtube holprige Privatmitschnitte aktueller Popkonzerte an.
Besprochen werden Barry Levinsons Filmsatire "Inside Hollywood" (zum Artikel gehört ein Hotelzimmerinterview mit Darsteller Robert de Niro und Produzent Art Linson), ein Konzert der Mezzosopranistin Elina Garanca in München, Yael Ronens Stück "Dritte Generation" an der Berliner Schaubühne, Pavel Haas' Oper "Der Scharlatan" in Gera, die Ausstellung "Visit Pictopia" im Berliner Haus der Kulturen und Bücher, darunter Rawi Hages Roman "Als ob es kein Morgen gäbe" über den Libanonkrieg 1982 (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Perlentaucher, 25.03.2009
Der Literaturprofessor Roland Reuß hat in den letzten Wochen häufiger gegen "Open Access" polemisiert und einen von vielen Prominenten unterzeichneten "Heidelberger Appell" lanciert. Matthias Spielkamp erklärt im Perlentaucher, warum Open Access eine Alternative zu kommerziellen Fachzeitschriften ist, die von den Bibliotheken exorbitante Abogebühren fordern: Und "um in Zeitschriften solcher Verlage zu veröffentlichen, müssen Wissenschaftler in vielen Fällen den Verlagen die exklusiven Nutzungsrechte an ihren Artikeln abtreten. Das bedeutet, dass sie ihre eigenen Beiträge anschließend nicht mehr an anderer Stelle veröffentlichen dürfen, weder auf der eigenen Website noch der ihrer Universität. Ein Honorar erhalten sie dafür nicht; im Gegenteil, die Peer Review, also die Begutachtung der Forschungsergebnisse, übernehmen Wissenschaftler ebenfalls ehrenamtlich, also in den meisten Fällen auf Kosten ihrer Arbeitgeber. Also auf Kosten der Steuerzahler, wenn sie an öffentlich geförderten Institutionen arbeiten, wie etwa Universitäten. Der Steuerzahler zahlt, der Konzern schreibt Gewinne: Wer enteignet hier wen?"
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Aus den Blogs, 25.03.2009
Alan Posener macht sich in der Achse des Guten Gedanken über Götz Alys abschließenden Artikel zu 68 im Perlentaucher: "Die 68er-Bewegung war vermutlich keine romantische Revolte in einem unmittelbaren Sinne. Denn der von den Romantikern betriebene Ästhetizismus stand dem Wunsch nach möglichst direkter politischer Aktion diametral entgegen. Die blaue Blume, jenes wohl am häufigsten für die Romantik genannte Symbol, sollte nicht zitiert, sondern eingefärbt und damit - wie eines der damaligen Modewörter lautete - 'umfunktioniert' werden. Nicht ohne Grund lautete daher eine der eher gruseligen Parolen: 'Schlagt die Germanistik tot, färbt die blaue Blume rot!' Für einen bloßen Träumer wollte niemand gehalten werden. Es sollte gerade nicht darum gehen, auf irgendeinem Traumpfad der Welt zu entfliehen, sondern eher umgekehrt dem Geträumten zur Wirklichkeit zu verhelfen."
Richard Metzger, zur Zeit Gastblogger bei BoingBoing, hat bei Youtube ein wunderbares Video über Faust ausgegraben, einer Krautrockband aus den 70ern, die in GB verehrt und in Deutschland verlacht wurde.
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Frankfurter Rundschau, 25.03.2009
Oliver Herwig hat das Architekten-Manifest "Vernunft für die Welt" gelesen, das am Freitag dem Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee überreicht werden soll, damit er die Rahmenbedingungen für einen "Öko-Schutzschirm für Städte" schafft. Stephan Hilpold stellt das Programm von Martin Heller, Intendant der Kulturhauptstadt Linz vor. Auf der Medienseite berichtet Ninette Krüger über die 42. Mainzer Tage der Fernsehkritik, auf der sich offenbar alle bestätigt haben, wie wichtig und unverzichtbar sie sind.
Besprochen werden Mark Ravenhills Stück "Over there" an der Berliner Schaubühne, ein Konzert des dänischen Elektro-Trios WhoMadeWho im Wiesbadener Schlachthof und Robert Castels Buch über die Aufstände in den Pariser Banlieues, "Negative Diskriminierung" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Berliner Zeitung, 25.03.2009
Bei der Berliner Zeitung ist wieder alles in Ordnung, das Blatt fest in lockerer Verlegerhand. Ralf Mielke und Björn Wirth berichten, wie Alfred Neven DuMont gestern seine Aufwartung machte: "Konstantin Neven DuMont, Sohn des Verlegers und ebenfalls Vorstandsmitglied, erklärte es zur Notwendigkeit, die journalistische Qualität der Zeitungen weiter zu stärken. 'Wir wollen künftig noch mehr Journalisten für große recherchierte Geschichten einsetzen', sagte er. 'Die Zeitungen brauchen mehr exklusive Inhalte.' Die Redaktionen der einzelnen DuMont-Blätter könnten dabei kooperieren, einzelne Texte in allen Titeln zugleich erscheinen. 'Wir haben die Chance, uns qualitativ abzusetzen', sagte er und kündigte Investitionen in den Online-Bereich an. Alfred Neven DuMont ergänzte: 'Wir brauchen starke Redaktionen und starke Chefredakteure, alles andere ist sinnlos. Wenn man diktiert, ist es kein Journalismus.'"
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Neue Zürcher Zeitung, 25.03.2009
Sichtlich beeindruckt zeigt sich Marcus Stäbler vom "Vinterfest", einem klassischen Musikfestival im schwedischen Mora am Orsa-See. Er lobt nicht nur das unkonventionelle Programm und die "ausgesprochen familiäre Atmosphäre", sondern auch das Publikum: "Mit welcher Disziplin die Konzertgänger beim Vinterfest den anspruchsvollen Programmen lauschen und auch ungewohnte Klänge förmlich aufsaugen, ist beeindruckend; eine geringere Hustenfrequenz als hier dürfte sich in Mitteleuropa kaum finden lassen, erst recht nicht in dieser Jahreszeit."
Brigitte Kramer berichtet über den irren Erfolg, den "2666", der letzte Roman des verstorbenen chilenischen Schriftstellers Roberto Bolano, in der englischsprachigen Welt hat (hier die Kritiken in The Nation, dem Economist, der NYRB, NYT, Slate, Newsweek, Prospect, Time Magazine, Village Voice.)
Besprochen werden die Ausstellung "Van Dyck & Britain" in der Londoner Tate, Mark Ravenhills neues Stück "Over There" an der Schaubühne Berlin und Bücher, nämlich Thomas Stangls Wien-Roman "Was kommt", Franziska Augsteins Biografie über Jorge Semprun und zwei Anthologien zur orientalischen Lyrik (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 25.03.2009
Annabelle Hirsch unterhält sich mit dem belgischen Kurator Chris Dercon, der eine Martin Margiela-Retro ins Münchner Haus der Kunst gebracht hat. Er will Mode-Ausstellungen, die sich mit "Mode als Handarbeit auseinandersetzen, aber auch mit Phänomenen der Widersprüchlichkeit wie Mode und Vergänglichkeit, Mode nicht nur innerhalb des Designs, sondern auch Mode in Verbindung mit anderen Bereichen. Es gibt wirklich sehr viele Aspekte, an denen man arbeiten kann, deshalb denke ich, man muss Mode wahnsinnig ernst nehmen, als Handarbeit und als eine Form von Biopolitik, aber auch als eine Form der permanenten Revolution des Selbst."
Besprochen werden Ereignisse des Grazer Diagonale-Festivals und ein Biopic über den Rapper Notorious B.I.G. (mehr hier).
Und Tom.
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Die Welt, 25.03.2009
Wolf Lepenies erinnert an die Rolle, die deutsche Emigranten bei der Modernisierung der Türkei spielten. In Deutschland sei es heute genau umgekehrt: "In Deutschland ist die Modernitätsverweigerung junger Türken, die sich mit der Rückwendung zum islamistischen Fundamentalismus nicht vollständig deckt, zu einem drängenden gesellschaftlichen Problem geworden. Diese jungen Türken entstammen zum größten Teil Familien aus den ländlichen Gebieten der Türkei, die sich den Modernitätsbestrebungen Atatürks lange widersetzten und es zum Teil heute noch tun. Ihre Weigerung, sich der deutschen Mehrheitsgesellschaft einzupassen, ist Folge einer misslungenen Integrationspolitik, für die Fremde und Einheimische verantwortlich sind. Dass diese Abwehr der Moderne durch türkische Migranten in Deutschland geschieht, wirkt wie eine Ironie der Geschichte."
Weiteres: Sven Felix Kellerhoff erzählt die Geschichte des Berliner Alexanderplatzes, den seit heute ein weiteres Einkaufszentrum "von atemberaubender Schlichtheit" ziert. Holger Kreitling stellt den Autor Volker Kutscher vor, dessen Krimis am Alex der dreißiger Jahren angesiedelt sind. Besprochen werden der Omnibus-Film "Deutschland 09", die beiden Ausstellungen zu Maria Lassnig in Wien und Köln, eine Opernaufführung von Peter Eötvös in Chemnitz, Frankfurt und München und das ARD-Drama "Kinder des Sturms".
Auf der Magazin-Seite berichtet Elisalex Henckel von Vorwürfen gegen Wiens früheren Bürgermeister Helmut Zilk, für den tschechoslowakischen Geheimdienst StB gearbeitet zu haben.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





