Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

In Spanien im Straßengraben

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

24.03.2009. In verschiedenen Zeitungen wird ein Aufruf annonciert, der gegen die Enteignung von Autoren und Verlegern durch Google und Open Access plädiert. Die SZ fragt, was Jammer-Wessis wie Maxim Biller noch mit diesem Achtziger-Jahre-Individualismus wollen. Die Welt wandelt über den Platz des Himmlischen Friedens und stellt fest, dass die chinesische Jugend nichts über die Geschehnisse vor 20 Jahren weiß. Der Tagesspiegel porträtiert die polnische "Geisterfahrer-Poetin" Dorota Maslowska.

Die Tageszeitung, 24.03.2009

Rudolf Walther, der neulich schon eine krude Polemik über das "Google Book Settlement" und "Open Access" in der taz publizierte, annonciert einen vom Kollegen Roland Reuß (dessen Artikel in der FR, hier, und in der FAZ auch Walther inspirierten) lancierten Aufruf gegen die "Enteignung" von Autoren und Verlegern, eben durch die Google Buchsuche und die Open Access-Bewegung, die ja eigentlich die Macht der kommerziellen wissenschaftlichen Zeitschriften brechen will: "Anders als gerne kolportiert, steht hinter diesem Appell nicht ein Verlegerkomplott und schlichte Lobbypolitik. Vielmehr rufen Kreative verschiedener Sparten dazu auf, die Freiheit von Wissenschaft, Literatur und Kunst als politische Grundrechte zu verteidigen."


Weitere Artikel: Simone Kaempf zieht eine Bilanz der Arbeit Ulrich Khuons am Thalia Theater in Hamburg. Oliver Ristau stellt Enki Bilals und Pierre Christins antitotalitären Comic "Der Schlaf der Vernunft" vor. Christian Werthschulte resümiert das Litcologne-Festival. Christian Broecking freut sich auf Sun Ra, der auf Deutschlandtour geht. Besprochen wird die Performance "La Didione" der New Yorker Wooster Group.

Auf der Medienseite empfiehlt Boris Rosenkranz eine heute auf Arte laufende Dokumentation über den Mord an Hrant Dink.

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Die Welt, 24.03.2009

Johnny Erling wandelt über den Platz des Himmlischen Friedens, fast 20 Jahre danach. In der Schlange vor dem Mao-Mausoleum trifft er auch den jungen Angestellten Liu Yang aus der Provinz Henan. "20 Jahre nach dem 4. Juni 1989 ist das Datum des Massakers zumindest für Jugendliche wie Liu Yang kein Begriff. Sie durften und haben in der Schule oder in den zensierten Medien nie erfahren, wie sich Chinas Armee nachts ihren Weg durch die Stadt zum Tiananmen-Platz freischoss, wie sie ihn umstellte und die dort seit Wochen kampierenden Studenten zwang, über den Südausgang abzuziehen. Dort wo Liu Yang sich gerade für seinen Mao-Besuch angestellt hatte. 523 Bürger und 45 Polizisten und Soldaten, die in dem Chaos oft aufeinander schossen, sollen bei dem nächtlichen Durchmarsch der Armee zum Platz getötet worden sein."


Weitere Artikel: Wieland Freund schreibt ein begeistertes Porträt über den diskreten, aber erfolgreichen Krimiautor Simon Beckett. Eckhard Fuhr fürchtet in der Leitglosse die Ankunft der Krise in der subventionierten Kultur. Lutz G. Wetzel blättert durch den "Zupfgeigenhansl", das so einflussreiche Liederbuch der Jugendbewegung, das vor hundert Jahren erstmals erschien. Besprochen werden Sasha Waltz' Choreografie für das Neue Museum in Berlin und Konzerte der Rockbands Selig (hier) und Mando Diao (hier).

Auf der Forumsseite findet sich ein geopolitisches Positionspapier eines gewissen Barack Obama.

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Frankfurter Rundschau, 24.03.2009

Die chinesische Stadt der Zukunft ist vertikal, weiß der Weimarer Stadtsoziologe Dieter Hassenpflug, der über die Urbanisierungswelle in der Volksrepublik schreibt: "Nicht selten kommt es vor, dass Dörfer aufgrund fortbestehender bäuerlicher Nutzungsrechte an Wohngrundstücken der Urbanisierungsflut standhalten und sich als Inseln im Ozean der Neubaugebiete wiederfinden. Diese 'villages' genannten Siedlungen zählen zu den am höchsten verdichteten Quartieren der Welt. Verursacht wird das Phänomen durch die Absicht, aus der Not des Verlustes der Felder eine Tugend zu machen: Anstatt Reis anzubauen, Fisch zu züchten und Schweine zu mästen, bieten die einstigen Bauern nunmehr preiswerten Wohnraum für Arbeitsmigranten an. Und da der Strom der Arbeit Suchenden bis in die jüngste Zeit nur eine Richtung kannte, nämlich vom Land in die Stadt, gingen die Geschäfte gut. So gut, dass Jahr für Jahr Stockwerke aufgetürmt wurden, bis zu zehn und mehr. Und da die alte Struktur der Parzellen und Wege fortbesteht, sind die internen Erschließungsstraßen meist kaum breiter als einen Meter. Ein Fiasko für die Sicherheit!"


Weitere Artikel: Peer Trilcke hat beim Leonce & Lena-Lyrikwettbewerb ein neues poetisches Selbstbewusstsein entdeckt - vor allem bei den jungen Dichterinnen. Harry Nutt schreibt zum Streit um geraubte Bilder des Malers George Grosz, die im New Yorker Museum of Modern Art und in der Bremer Kunsthalle hängen. Äußerst flau findet Ina Hartwig in Times Mager die Flaubert-Rede Orhan Pamuks, die der Autor an der Universität von Rouen hielt (hier die Rede bei der SZ).

Besprochen werden Dietrich Hilsdorf Inszenierung von Wagners "Tristan und Isolde" am Staatstheater Wiesbaden, Horvaths Stück "Kasimir und Karoline" in der Regie von Karin Neuhäuser am Schauspielhaus Düsseldorf, Christof Nels Inszenierung von Schönbergs "Moses und Aron" an der Düsseldorfer Rheinoper, Carola Moritz' Interpretaion von "Das kunstseidene Mädchen" in der Frankfurter Katakombe, Nicholson Bakers Buch "Menschenrauch" (der zweite Weltkrieg als "Freakshow", meint Michael Rutschky), Johanna Adorjans Roman "Eine exklusive Liebe" und Gustav Seibts Band "Goethe und Napoleon" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Neue Zürcher Zeitung, 24.03.2009

Paul Jandl porträtiert den serbischen Architekten Bogdan Bogdanovic, der über zwanzig Mahnmale gegen Krieg und Faschismus in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens gebaut hat und dem das Wiener Architekturzentrum nun eine Ausstellung widmet: "Bogdan Bogdanovic ist ein Unangepasster, der sich in Synkretismen stets wohler gefühlt hat als im Dogma. Der aus bürgerlich-frankophilem Elternhaus stammende Architekt war ein deistischer Trotzkist, und er ist ein jakobinischer Mystiker geblieben. In seiner Arbeit hat er sich den mathematischen Grundsätzen der Pythagoräer nicht minder verpflichtet gefühlt als den alten balkanischen Traditionen des Bauens. In die Kabbala und die jüdische Mystik hat sich der Architekt für seine erste große Arbeit eingelesen. Beim Belgrader Denkmal für die jüdischen Opfer des Faschismus hat er ans Ende einer Friedhofsallee ein aus groben Steinen gefügtes Tor gestellt. 'Antiperspektivisch' sollte diese Architektur des Übergangs sein. Ein Tor, das sich in seinen Fluchtlinien nicht schließt, sondern öffnet."


Peter Bürger besucht das sehr respektable Herzog-Anton-Ulrich-Museum in Braunschweig. Brigitte Kramer berichtet, dass der Schriftsteller Juan Goytisolo nur unter Protest den Premio Nacional de las Letras Espanolas annimmt.

Besprochen werden Thomas Bernhards grimmige Erinnerungen "Meine Preise", Nora Gomringers Lyrik-CD "Klimaforschung" und Silvio Huonders Roman "Dicht am Wasser" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Spiegel Online, 24.03.2009

Hubertus Knabe hat ein Buch über die PDS und ihre Ursprünge geschreiben. Für Spiegel online interviewt ihn Björn Hengst: "In der Linken steckt nach 19 Jahren deutscher Einheit viel mehr SED als den meisten Leuten bekannt ist. Mehr als die Hälfte der Parteimitglieder gehörte bereits der SED an, Ko-Parteichef Lothar Bisky ist schon zu Zeiten von Walter Ulbricht der Partei beigetreten, ebenso Fraktionschef Gregor Gysi. Insbesondere im Osten Deutschlands bilden alte Parteigänger der DDR-Diktaturpartei einen Großteil ihrer Mitgliedschaft."

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Aus den Blogs, 24.03.2009

Zumindest in den USA verschwindet der Wissenschaftsjournalismus aus den Zeitungen, berichtet Medienlese unter Berufung auf einen Artikel (hier als pdf) aus Nature: "Immer mehr Wissenschaftsressorts werden demnach geschlossen, die Wissenschaftsberichterstattung verlagert sich in die Blogosphäre, und Kritiker bezweifeln, dass die oft hochwissenschaftlichen Themen dort mit ausreichender Distanz und dem notwendigen kritischen Blick betrachtet werden."

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Der Tagesspiegel, 24.03.2009

Patrick Wildermann hat die polnische "Geisterfahrer-Poetin" Dorota Maslowska getroffen, deren Stück "Wir kommen gut klar mit uns" gerade an der Berliner Schaubühne zu sehen ist: "In Polen wird über alles, was sie sagt oder schreibt, mit heiligem Ernst debattiert. Als dort das zweite Drama der jetzt 25-Jährigen erschien, da hieß es, sie sei zum konservativen Lager übergelaufen. 'Zuvor wurde ich mit Obszönität und Drogen assoziiert', sagt Maslowska, 'jetzt ging es plötzlich um Gott und nationale Identität.' Klar, sie sei heute reifer als zu den Zeiten, als sie über Amphetamin schrieb - aber neokonservativ? Es wurde auch gestritten, ob sie mit dem Stück die Hörer von Radio Maryja in Schutz nehmen wolle, diesem erzkatholischen, antisemitischen Sender, der Jaroslaw Kaczynski zur Wahl verhalf. Dabei hatte Maslowska nur gesagt, wenn man in Polen für Toleranz gegenüber Schwulen und Schwarzen kämpfen wolle, dann müsse die Toleranz bei den eigenen Nachbarn beginnen, und die zählten vielleicht zu den drei Millionen überwiegend armen und alten Hörern des Senders."

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Süddeutsche Zeitung, 24.03.2009

Lothar Müller erklärt Maxim Biller, der in der FAZ am Sonntag über die Verbreitung des DDR-Duckmäusertums im wiedervereinten Deutschland klagte, zum Vertreter eines obsoleten Individualismus der achtziger Jahre ("Früh muss dieser Individualismus gealtert sein, dass er nun Klageweiber wie diesen Jammer-Wessi hervorbringt, der die Welt seiner Jugend verklärt, seine Westalgie pflegt und der Gegenwart grummelnd gram ist wie nur je ein spießiger Rentner in einem mittelmäßigen Sketch"). Nach Heribert Seifert in der NZZ (hier) und Felix Lee in der taz (hier) nimmt nun auch Marc Felix Serrao die in den Medien vielfach herumgereichte Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer zur angeblich rechtsextremen Gesinnung vieler Jugendlicher aufs Korn. Stephan Handel fürchtet, dass Funkfrequenzen für das schnelle Internet auf dem Land Mikrofonfrequenzen, etwa bei Rockkonzerten, stören könnten. Und Doris Kuhn schreibt über die Wiederentdeckung des Horrorfilmers William Castle durch die Cinematheken in Brüssel, Paris und München.


Besprochen werden die Ausstellung "Luxus und Dekadenz - Römisches Leben am Golf von Neapel", in der Archäologischen Staatssammlung in München, Yukio Mishimas "Madame de Sade" mit Judi Dench am Londoner Wyndham's Theatre, eine Ausstellung über architektonische Einflüsse aus Deutschland in Tel Aviv im Jüdischen Museum München, György Kurtags "Kafka-Fragmente" bei Berlins MaerzMusik, Sarah Kanes Stück "Gesäubert" in der Regie Andreas Wiedermanns am Bayerischen Staatsschauspiel und eine Borges-Ausstellung im Instituto Cervantes, Berlin.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2009

Paul Ingendaay berichtet, was passiert, wenn man Politikerworte allzu wörtlich nimmt: "Dreiundzwanzig Tage hat der Weg von ihren Heimatdörfern in Katalonien nach Madrid gedauert. Dann kamen sie an, Antonio Garcia und Jose Sanchez, und marschierten einfach hinein, um nach dem hohen Herrn zu fragen. Denn er, Jose Luis Rodriguez Zapatero, hat in diesen harten Krisenwochen einen Satz gesagt, an den sie sich jetzt klammern. Er werde niemanden in Spanien 'im Straßengraben lassen.' Niemanden. 'Und da sind wir also', sagt Garcia, einunddreißig Jahre alt, 'im Straßengraben, und warten schon seit zehn Tagen darauf, von ihm empfangen zu werden.'"


Weitere Artikel: Raphael Groß schildert, wie es dazu kam, dass der polnische Künstler und Schriftsteller Bruno Schulz, im vergeblichen Versuch, sein Leben zu retten, Märchenfresken in Nazi-Villen malte - diese sind jetzt im Holocaustmuseum Yad Vashem ausgestellt und beeindrucken Groß ganz außerordentlich. In amerikanischen Zeitschriften liest Jordan Mejias Essays, in denen entsetzt bzw. hoffnungsvoll ein heraufziehender US-Sozialismus an die Wand gemalt wird. Von Expertenstreit um das angeblich authentische neue Shakespeare-Gemälde weiß Gina Thomas zu berichten. So "kopflos wie verheerend" findet Arnold Bartetzky die abrissdominierte Stadtplanungspolitik von Chemnitz. Dietmar Dath stellt in der Darwin-Serie Charles Darwins Großvater vor. In der Glosse sinniert Jürg Altwegg über möglicherweise katastrophale Folgen französischen Schlafmangels. Hannes Hintermeier informiert über Autoren- und Verlegerproteste gegen Google Books und Open Access. Oliver Jungen schreibt knapp zum Tod des italienischen Autors Giuseppe Bonaviri.

Besprochen werden die Mülheimer Uraufführung von Ewald Palmetshofers neuem Stück "Helden", eine Lübecker Inszenierung von Othmar Schoecks Kleist-Oper "Penthesilea", neue Einspielungen von Schuberts letzten Liedern und Bücher, darunter Peter Handkes "Die Kuckucke von Velika Hoca" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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