Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Humorfrei und stahlgrau

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

23.03.2009. Viel Wagner, viel Krebs, viel Zeige deine Wunde, viel bitter Erfahrenes: Christoph Schlingensiefs "Mea Culpa"-Abend hat die Kritik aufgewühlt, oder naja, zumindest beeindruckt. Immateriblog polemisiert gegen die taz-Attacke auf "Open Access". Im Perlentaucher antwortet Götz Aly auf die Kritiker seines 68er-Buchs. Gawker schimpft auf die amerikanischen Zeitungen, die von Google ein besseres Ranking in den Suchergebnissen wollen.

Perlentaucher, 23.03.2009

Kaum ein Buch hat im letzten Jahr solche Empörung ausgelöst wie Götz Alys Begräbnisschrift auf die 68er-Bewegung "Unser Kampf". Im Perlentaucher antwortet Aly seinen Kritikern: "In Grüppchen untergehakt rückten die Kampfgefährtinnen und Kampfgefährten zu meinen etwa 40 Lesungen an. Humorfrei und stahlgrau nahmen sie Platz und legten los: 'Renegat! Konvertit! Geschäftemacher! Nein, lesen werden wir das Machwerk nicht!' Hocherregte schleuderten mir die Anwürfe 'Verräter' und 'Denunziant' an den Kopf und beteuerten zugleich den 'ausschließlich aufklärerischen Charakter unserer Bewegung' und ihre eigene Unschuld."

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Frankfurter Rundschau, 23.03.2009

Eine karthatische Erfahrung scheint Peter Michalzik mit Christoph Schlingensiefs "Mea Culpa" in Wien erlebt zu haben: "Schlingensief stellt sein Innerstes so deutlich aus, dass es wie eine Passionsfrucht inmitten der meist finsteren Bühne schwebt, tropfend vom roten Saft des bitter Erfahrenen, zu praller Reife gebracht von der dunklen Sonne des Durchlebten. Entweder leiden wir an diesem Abend mit, oder wir erleben nichts. Schlingensief macht es uns nicht schwer. Denn alles und jedes, was unsere Welt um den Krebs und die Todeserfahrung herum gebaut hat, alles was sie tut, um die mysteriöse Krankheit und den Tod zu bewältigen und zu verdrängen, wird von Schlingensief zunächst durch den Kakao gezogen, einschließlich seiner selbst und seiner Aufführung. So befreit er uns, um uns mit ins dunkle Nichts zu nehmen."


Auf der Medienseite berichtet Daniel Bouhs über eine von Attac-Aktivisten lancierte Fälschung der Zeit, die mehr Demokratie fordert - die Macher des Originals zeigten sich beeindruckt von der "Qualität" des Plagiats. Ebenfalls persifliert wurde der Online-Auftritt der Zeit.

Besprochen werden Armin Petras letzte Inszenierung "Opening Night" am Schauspiel Frankfurt, Simone Blattners Othello-Inszenierung ebenfalls am Frankfurter Schauspiel, Peter Eötvös' Oper "Angels in America" an der Oper Frankfurt und eine Neuübersetzung von Herman Melvilles "Billy Budd" und anderen Erzählungen (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Welt, 23.03.2009

Ulrich Weinzierl hat sich in Wien Christoph Schlingensiefs ReadyMadeOper "Mea Culpa" angesehen und schreibt gerührt, aber auch beeindruckt: Joseph Beuys "ist wohl der ästhetische Pate des Abends. Denn der entspricht bis ins Detail den Anforderungen der von Beuys propagierten 'sozialen Skulptur' - eine multimediale Assemblage aus tönenden, bewegten, dreidimensionalen Bildern in einer vollgerümpelten rotierenden Kulissenstadt. Der bedenkenlos plündernde Gesamtkunstwerker Schlingensief inszeniert nicht Bühnenfiguren, sondern uns, die Zuschauer und deren Gefühle."


Der britische Dramatiker Mark Ravenhill erklärt im Interview, warum die Hauptfiguren seines neuen Stücks "Drüben" Franz und Karl heißen: "Ich wollte ihnen etwas mythische Tiefe geben. Zwei deutsche Brüder mussten einfach so heißen."

Außerdem: Hannes Stein schickt einen Brief aus Brooklyn. Besprochen werden ein Buch zum Schul-Amoklauf in Littleton ("Ich bin voller Hass - und das liebe ich"), eine Ausstellung des britischen Fotografen Paul Graham im Essener Museum Folkswang (laut Christiane Hoffmans der "exakte Gegenpol" zu gefeierten deutschen Fotografen wie Gursky, Ruff und Struth), das Theaterstück "Dritte Generation" an der Berliner Schaubühne (für Reinhard Wengierek eine Art Anleitung zu einer radikalen Gruppentherapie für Israelis und Palästinenser), Simone Veils Erinnerungen "Dennoch Leben" und einige DVDs.

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Neue Zürcher Zeitung, 23.03.2009

Georges Waser seufzt über den britischen Adel, dem ein wenig die Noblesse abhanden zu kommen scheint: "Wann immer einer in der britischen Presse seither negative Schlagzeilen machte: Fast unweigerlich war er ein Lord oder ein Sir. Angefangen mit Lord Black, dem früheren Eigentümer des Daily Telegraph, der wegen Betrugs in einem amerikanischen Gefängnis sitzt. Auch von Sir Victor Blank, dem Vorsitzenden der Lloyds Banking Group, und von Sir Fred Goodwin hat auf der Insel längst jeder gehört. Sir Fred, der laut Medien gegenwärtig 'meistgehasste Mann in Großbritannien', ruinierte die Royal Bank of Scotland und belohnte sich dafür mit einer Millionen-Pension. Was freilich ihn - im Volksmund zu 'Fred the Shred' geworden - sowie Sir Victor und Lord Black von (dem falschen Lord) Teksnes unterscheidet, ist die Legitimität des Titels."


Viel Wagner und einiges an Optimismus hat Paul Jandl in Schlingensiefs Readymade-Oper "Mea culpa" am Burgtheater gesehen und verzeiht dem Künstler sein doch eher uneinheitliches Stückwerk: "Alles und nichts lässt sich gegen Schlingensiefs dadaistisches Theater der Selbstentäußerung sagen. Es ist rührend pathetisch und anstrengend komisch zugleich. Zwischen Gurnemanz und Firlefanz setzt der Regisseur seine Bilder auf die Bühne."

Weiteres: Der norwegische Architekt und Bühnenbildner Serge von Arx singt ein Hohelied auf die Architektur Norwegens, die abseits der internationalen Szene versucht, eine Einheit mit der Natur zu bilden. Franz Haas berichtet vom Finanzskandal um Giuliano Soria, dem Patron des wichtigsten italienischen Literaturpreises Premio Grinzane Cavour.

Besprochen werden eine Retrospektive des amerikanischen Künstlers Mike Kelley in der Münchner Sammlung Goetz, eine Ausstellung zur zeitgenössischen Architektur Finnlands im Kunsthaus MeranoArte, die Uraufführung des Stücks "Mondscheiner" des Schweizers Andri Beyeler in Basel und neue DVDs.

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Aus den Blogs, 23.03.2009

Gawker kommentiert ein Geheimtreffen von amerikanischen Zeitungshierarchen mit Google, wo man sich über schlechtes Ranking in den Suchergebnissen beschwerte: "If the mass media are going to be so obvious in their self-serving flackery, people just might get the idea they're more interested in self preservation than in their supposed civic contribution: standing up for the little guy. Imagine that."


Carta kommentiert ein Urteil des Oberlandesgerichtes Stuttgart (OLG) gegen die Website Hartplatzhelden, das es Eltern ihrer kickenden Sprosse verwehrt, diese zu filmen und die Videos ins Netz zu stellen: "Bei einem Amateurvideo vom Fußballplatz handelt es sich um eine 'Nachahmung', nicht um ein eigenständiges Werk. Damit wird ganz normalen Bürgern das Recht abgesprochen, mit einer ganz normalen Videokamera auf einem ganz normalen Fußballplatz ganz normale Bilder zu drehen und zu veröffentlichen."

Der Urheberrechts- und Open Access-Experte Matthias Spielkamp findet in seinem Immateriblog einen taz-Artikel des Autors Rudolf Walther gegen Open Access (und das Internet an und für sich) wohl nicht ganz zutreffend: "wirklich zum Kochen bringt mich Walthers Gegeifere über die ach so bescheuerte Utopie von der 'Wisdom of the crowds', vom 'Wissen der vielen'. Hätte er sie sich zunutze gemacht, nur einen Bruchteil der zahlreichen, ausgezeichneten Argumente, Analsyen, Artikel gelesen, die kostenlos und frei zugänglich im Netz stehen, statt auf zwei (ich muss es so sagen:) Spinner zu vertrauen, die einen Zeitschriftenartikel veröffentlicht haben, dann hätte er wohl nicht diesen unsäglichen Stuss geschrieben."

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Die Tageszeitung, 23.03.2009

Irgendwie umarmt fühlte sich Eva Behrendt von Christoph Schlingensiefs "Mea Culpa": "Getreu dem Beuys-Motto 'Zeige deine Wunde' spricht Schlingensief auch an diesem Abend seine persönlichen Themen an, wenn auch meistens durch andere Figuren. Mira Partecke verzweifelt hysterisch als Kundry daran, dass sie immer missverstanden wird, sich aber nicht ändern kann, und erschießt sich. Fritzi Haberlandt beschwert sich über den manisch Verrisse sammelnden Freund."


Weiteres: Elisabeth Raether besichtigt eine Ausstellung des Modemachers Martin Margiela im Münchner Haus der Kunst: "Margiela vernäht die Schnittkanten nicht, er lässt den Stoff ausfransen, er zerknittert, zerreißt, zerlöchert, verkokelt ihn." Christian Semler berichtet von einer Potsdamer Konferenz, auf der Historikern und Medienwissenschaftler über die heutige Zeitgeschichtsschreibung diskutierten.

Auf der Meinungsseite beschäftigt sich Eberhard Seidel mit der Studie zum Rechtsradikalismus, nach der dreimal so viele Jugendliche wie bisher angenommen rechtsradikal organisiert sein sollen. Die Tagesthemenseite diskutiert zehn Jahre nach Beginn des Kosovo-Krieges noch einmal Für und Wider.

Und Tom.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2009

In der FAS ärgert sich der Schriftsteller Maxim Biller mächtig über das neue deutsche Duckmäusertum, das 1989 aus der DDR importiert worden sei: "Der Einzelne, der in Deutschland nie besonders viel zählte, aber in der coolen BRD noch am meisten, was die zu jenem einmaligen deutschen Staat in der langen Geschichte der deutschen Staaten machte, zählt fast nichts mehr. ... Und wer mir das nicht glaubt, soll einfach mal wieder aufmerksamer ins Zeugnis seines Kindes schauen. Dort steht in der Rubrik Betragen, was dort lange nicht mehr stand: Ob sein Kind gut oder schlecht in der Gemeinschaft funktioniert, ob es sich anständig anpasst, ob sein Verhalten gut für den Rest der Truppe ist, und nicht, ob es klug oder witzig oder eine Nervensäge oder was auch immer ist. 'Du glaubst wohl, du bist was Besseres!' Dieses protestantische, preußische, sozialistische Unterdrückungsmotto ist das neue, alte Leitmotiv der ganzdeutschen Pädagogen geworden. Wo kommt es her? Wieso haben 'wir' Westdeutschen es vor '89 nie gehört? Und was für Erwachsene werden aus Kindern gemacht, die sich das ständig anhören müssen? Solche, denen man sagen kann, was sie tun sollen - und sie tun es."


Aus dem heutigen Feuilleton: Christian Geyer kann das Plädoyer der Eltern von Winnenden, die mediale Berichterstattung über vergleichbare Fälle in Zukunft entschieden zu drosseln, nur unterstützen. In der Glosse spottet Dirk Schümer über Silvio Berlusconi, der die italienische Nation gerade ungefragt wissen ließ, dass ihn sein Job und die Politik im Grunde ankotzen. Die lit.cologne war ein Riesenerfolg, meldet ein begeisterter Oliver Jungen. Gina Thomas berichtet von einem Dokumentenfund, der Einblick in Charles Darwins Finanzverhältnisse während seiner Studienzeit erlaubt. Beate Tröger porträtiert die Leonce-und-Lena-Preis-Trägerin Ulrike Almut Sandig. Aktuelles zum Kölner Archiveinsturz ist von Andreas Rossmann zu erfahren - so referiert er einen Protestbrief gegen allgemeine Kölner Schlamperei, als deren Folge die unterzeichnenden Künstlerinnen und Künstler das Unglück betrachten. Zum Geburtstag gratuliert wird dem unsichtbaren Schriftsteller Patrick Süskind (60), dem emeritierten Politiker Jens Reich (70), dem Schauspieler Mario Girotti alias Terence Hill (70), dem Karikaturisten Edward Sorel (80) und dem Historiker Gerhard A. Ritter (80).

Auf der Medienseite stößt sich Thomas Thiel in seinem Kurzkommentar zur von Attac gefälschten Zeit vor allem an Giovanni di Lorenzos Erklärung, warum ausgerechnet seine Zeitung zum "Opfer" der Aktion wurde - die da nämlich lautet: "Schließlich gibt es keine größere überregionale Qualitätszeitung."

Besprochen werden die Frankfurter Aufführung von Peter Eötvös' Oper "Angels in America" nach dem Stück von Tony Kushner ("fabelhaft dicht", befindet Gerhard R. Koch), Christoph Schlingensiefs ReadyMadeOper "Mea Culpa" in Wien ("Schlingensief und seinen Jüngern tut das gut, also kann es nicht völlig schlecht sein", erklärt Martin Lhotzky), Armin Petras' Frankfurter Theaterversion von John Cassavetes' Film "Opening Night", die Ausstellung "Wunschbilder. Sehnsucht und Wirklichkeit, Malerei des 18. Jahrhunderts" in der Dresdener Gemäldegalerie, die Ausstellung "Amerikanische Künstler aus dem Russischen Reich" in St. Petersburg und Bücher, darunter Kurt Drawerts Roman "Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 23.03.2009

Recht beeindruckt zeigt sich Christine Dössel von Schlingensiefs Abend "Mea Culpa" am Burgtheater, in dem er mit viel Wagner-Musik seine Krebserkrankung künstlerisch bewältigt: "Es ist ein grundehrlicher, zutiefst existenzieller Abend, und weil man das bis in die letzte Faser spürt, berührt er einen sehr. Wer jetzt wieder ächzt, hier sei ein unbotmäßiger Narzisst am Werk, der sein Leben ausschlachtet und zur Kunst stilisiert, sperrt sich gegen die Teilhabe, die Schlingensief uns gewährt."


Weitere Artikel: Für die Nachrichten aus dem Netz sichtet Klaus Raab bedeutende Dokumente der Hiphop-Geschichte auf dem schwedischen Archiv visarkiv.se. Gerhard Matzig liest schon mal das deutsche Architektenmanifest "Vernunft für die Welt", welches sich mit Blick auf das Klima für ein umweltschonendes Bauen einsetzt - es wird am Freitag an Bundesminister Wolfgang Tiefensee übergeben. Der emeritierte Pädagoge Freerk Huisken erklärt das Schulmassaker von Winnenden als Folge eines "Kult des Selbstbewusstseins".

Auf der Literaturseite wird die Dankesrede Orhan Pamuks für den Erhalt der Ehrendoktorwürde in Rouen abgedruckt - in der er natürlich über Flaubert spricht.

Besprochen werden Peter Eötvös' Oper "Angels in America" in Frankfurt, das Stück "Lass mich dein Leben leben" des jungen Berliner Autors Jörg Albrecht an den Münchner Kammerspielen, neue DVDs, die Ausstellung "Urlaub und Freizeit in der DDR" in Eisenhüttenstadt und Guy Ritchies Film "RocknRolla".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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