Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Sieh an, ein waidwundes sterbendes Rehkitz

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

20.03.2009. Die NZZ wundert sich über den Umgang der deutschen Presse mit dem Thema Rechtsextremismus. In der FR erklärt der Romancier Alfred Neven-Dumont, warum er nebenbei noch Zeitungen macht. Und Niall Ferguson sagt die Reihenfolge der aus der Krise folgenden Revolten an. Die taz räumt mit Mythen des Internets auf: Open Access in der Wissenschaft sei teurer als die Zeitschriften der Konzerne. Die FAZ räumt mit Sasha Waltz auf: Kitsch-Verdacht. In der Welt fordert Grand Master Flash mehr Respekt vor alten Werten.

Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2009

Geradezu unseriös findet Heribert Seifert auf der Medienseite die Berichterstattung deutscher Qualitätszeitungen und Regionalblätter über den Forschungsbericht "Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt" (pdf). Die Kernaussage der Studie, dass die Jugendgewalt entgegen der öffentlichen Wahrnehmung weiter zurückgeht, sei völlig ignoriert worden, statt dessen habe man die angebliche Ausländerfeindlichkeit unter deutschen Jugendlichen hochgespielt, ohne die Zahlen nachzurecherchieren. "Ebenso erweist sich der angeblich große Zulauf zu gefährlichen Jugendbünden als alarmistische Windbeutelei, wenn man bedenkt, dass die 4,9 Prozent der männlichen Jugendlichen, die sich hier versammeln sollen, sich laut einer Selbstauskunft dort verorten. Wie verlässlich ist das? Und warum ist hier plötzlich von 'rechten Gruppen' die Rede, wo es doch um Rechtsextremismus gehen sollte? Die Zahlen können nicht stimmen, wie die Berliner taz feststellte. Nach Pfeiffers Angaben müssten insgesamt 34.000 15-Jährige rechtsextrem organisiert sein, während doch der Verfassungsschutz die Gesamtzahl der organisierten Extremisten aller Altersklassen nur mit 31.000 angibt."


Usahma Darrah berichtet, wie das arabische Fernsehen einem jungen Publikum den modernen Islam näherbringen möchte - mit muslimischen "TV-Scheichs" wie Ahmad ash-Shukairi: "Als gutaussehender, sportlicher 35-Jähriger verbindet Shukairi anscheinend mühelos religiöse Glaubwürdigkeit mit weltlich-ausgelassenem Humor. Der Absolvent einer Wirtschaftsschule in den USA nennt den Islam manchmal 'ein exzellentes Produkt, das eine bessere Verpackung braucht'."

Fürs Feuilleton hat Andrea Köhler in New York den Schriftsteller Michael Greenberg getroffen, der in seinem Buch "Der Tag, an dem meine Tochter verrückt wurde" von deren psychischer Erkrankung erzählt: "Sally, die nächtelang Shakespeares Sonette mit Kommentaren versieht und ihre Tagebücher mit bizarr schönen Hieroglyphen füllt, versteht die unterirdische Verbindung zwischen ihren beiden poetisch geprägten Wahrnehmungsschärfen genau. 'Ich glaubte allen Ernstes, dass meine Visionen dich zermalmen würden', sagt Sally, nachdem sie aus dem Wellental des Wahns wieder aufgetaucht ist. 'Ich bin von Sallys Wahnsinn im doppelten Sinne des Wortes betäubt: berauscht und vergiftet', schrieb der Vater seinerzeit ins Notizbuch."

Weiteres: Anlässlich von Pedro Almodovars neuem Film "Los abrazos rotos" freut sich Brigitte Kramer über die Wiederentdeckung der männlichen Seele. Martin Schäfer ist auf der Suche nach dem wahren Blues. Susanne Ostwald schreibt zum Tod der Schauspielerin Natasha Richardson, die den Verletzungen eines Skiunfalls erlag. Roman Bucheli liefert den Nachruf auf die österreichische Autorin Gertrud Fussenegger.

Besprochen werden eine Ausstellung über portugiesische Architektur in der Berliner Galerie Aedes und eine Aufführung von Bachs Matthäus-Passion in Zürich.

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Frankfurter Rundschau, 20.03.2009

Alfred Neven-Dumont, Verleger der FR und neuerdings auch der Berliner Zeitung, hat einen Roman geschrieben: "Reise zu Lena". Heute erscheint in der FR das Haupt- und Staats-Interview, das sich aber (schon dank des Interviewers Arno Widmann) recht kurzweilig liest. Eine "schreckliche Altersneugier" treibe ihn, sagt Neven-Dumont, und spricht dann auch mehr über die Zeitungen als über den Roman: "Ich möchte ein neues Leben, nicht nur das alte führen. Da ist eine neue Zeitung oder gar ein paar neue Zeitungen genau das Richtige. Ich bin ja ein leidenschaftlicher Zeitungsmann und sehe natürlich den Niedergang der Zeitung und glaube, dass man sich gerade deswegen jetzt um notleidende Kinder kümmern muss. Mein Sohn meinte völlig zu Recht: Ob man zwei, drei oder vier Zeitungen hat - das Problem bleibt dasselbe. Gut, sagten wir: Dann kaufen wir das eben noch dazu."


Krise? Hat noch nicht mal angefangen, meint der Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson: "Wirtschaftliche Instabilität, ethnische Konflikte und zerfallende Großreiche - eine in der Geopolitik absolut tödliche Kombination. Alle drei Bedingungen sind inzwischen erfüllt. Das Zeitalter des Aufruhrs hat begonnen. Meine Achse des Aufruhrs:
1. Demokratische Republik Kongo
2. Simbabwe
3. Somalia
4. Israel (Gaza)
5. Irak
6. Iran
7. Afghanistan
8. Thailand
9. Ukraine"

Weitere Artikel: Harry Nutt schreibt zum Tod von Gertrud Fussenegger. Besprochen werden Bücher, darunter Olga Tokarczuks neuer Roman "Unrast" (Leseprobe).

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Die Tageszeitung, 20.03.2009

Für Rudolf Walter ist "Open access" nichts als Betrug. Das habe der Philologe Uwe Jochum nachgerechnet: "Im Jahr 2005 kostete es die Universität Yale noch 4.648 Dollar, ihren Forschern einen einzigen Artikel aus einer digital erscheinenden hochspezialisierten biomedizinischen Zeitschrift zugänglich zu machen. Ein Jahr später verlangten die Quasi-Monopolisten 31.625 Dollar pro Artikel." (Das stimmt nicht ganz, in Roland Reuß' Artikel, auf den sich Walter bezieht, heißt es: "So hatte Yale im Jahre 2005 4.648 Dollar investieren müssen, um interessierten Hochschulangehörigen die Publikation ihrer Arbeiten in Biomed Central zu finanzieren. Im Jahre 2006 waren es dann schon 31.625 Dollar und 2007, dem Jahr des Abbruchs, bis Juni 29.635 Dollar, mit weiteren 34.965 Dollar an erwarteten Kosten bis Jahresende, zusammen also 64.600 Dollar für 2007.")


Weiteres: Im Interview erzählt die iranische Künstlerin Simin Keramati, deren Arbeiten gerade im Rahmen des Iranfestivals in Karlsruhe gezeigt werden, vom "ewigen Kampf" in einem Land, das von Zensur und Männern dominiert wird. Besprochen werden CDs von DJ Koze, Omar S und DJ/Rupture & Andy Moor.

Und Tom.

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Die Welt, 20.03.2009

Kunst war immer schon "vor allem eins: Broterwerb", lernt Uta Baier in der großen Niederländer-Ausstellung "Der Meister von Flemalle und Rogier van der Weyden" in der Berliner Gemäldegalerie: "Wenn schnell viel Geld für Brot verdient werden musste, wurden Bilder einfach aus vorhandenen Figuren nach einem bereits erprobten Schema zusammengesetzt. Manchmal funktionierte das, manchmal nicht. So fasst Johannes der am Kreuz zusammenbrechenden Maria auf einem Kreuzigungs-Triptychon aus Bern (dem so genannten Abegg-Triptychon) aus der Werkstatt Rogier van der Weydens nicht helfend unter den Arm, sondern direkt an den Busen. Das passiert, wenn Figuren in einer Werkstatt kopiert und mehrmals verwendet werden."


Weitere Artikel: "Mehr Respekt vor alten Werten", fordert Grand Master Flash im Interview mit Sascha Krüger von der Jugend von heute, die sich nur noch für Frauen und dicke Autos interessiert, aber nicht mehr für die Straße und den DJ. Frank Weigand berichtet von Protesten gegen ein Stück der israelischen Autorin Yael Ronen an der Berliner Schaubühne: Isaak Behar, der Gemeindeälteste der Jüdischen Gemeinde Berlin, "ist erbost darüber, dass dabei die Shoa und die Vertreibung der Palästinenser auf der gleichen Ebene verhandelt werden". In der Randspalte meldet Gerhard Charles Rump vom Kunstmarkt, dass immer noch genug Geld zum Ausgeben da ist. Ulrich Weinzierl schreibt zum Tod der österreichischen NS-Autorin Gertrud Fussenegger.

Besprochen werden ein Programm des Niederländischen Nationalballetts, eine Geschichte des Verlags DuMont, der ZDF-Zweiteiler "Kampf um Germanien" und die arte-Produktion "Heute trage ich Rock" mit Isabelle Adjani.

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Weitere Medien, 20.03.2009

Der Islamologe Olivier Roy erklärt im Gespräch mit Le Monde die Herkunft und den Zweck der Begriffe "Islamophobie" und "Verleumdung von Religionen": "Die Muslime werden hier als eine neo-ethnische Gruppe definiert. Man sagt 'die Muslime', man sagt nicht mehr 'die Araber' oder 'die Türken'. Es ist eine Neukonstruktion: Man nimmt ein religiöses Untescheidungsmerkmal, den Islam, um eine Gruppe zu definieren, die in den Augen der Menschen als ethnisch anders gilt. Die Debatte über die Kritik an der Religion, die nach dem Karikaturenstreit aufgeflammt ist, ist keine Debatte über den Islam an sich. Sie ist in bezug auf die muslimischen Minderheiten in Europa aufgetaucht. Da Gotteslästerung kein aktueller Begriff mehr ist, ziehen sie sich auf Gesetze gegen den Rassismus zurück. Der Begriff der Islamophobie wurde in der europäischen Debatte geprägt, bevor er von politischen Führern der muslimischen Welt aufgegriffen wurde."

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Süddeutsche Zeitung, 20.03.2009

Afrikanische Erweckungskirchen mit ihrer Mischung aus Ekstase und rigider Moral finden auch unter schwarzen Europäern immer mehr Anhänger, berichtet Judith Raupp, die eine solche Gemeinde in München besucht hat - in Afrika sind diese Kirchen stärker als traditionelle Protestanten oder Katholiken: "Die Erweckungskirchen kommen in Afrika so gut an, weil sie eher an die afrikanische Kultur anknüpfen...  Zudem stärken die Erweckungsgemeinden das Selbstbewusstsein, weil nach deren Versprechen jeder Einzelne Wohlstand und Gesundheit erreichen kann, wenn er nur das Wort Gottes befolgt. Diese Betonung des Individuums ist besonders attraktiv für aufstrebende junge Afrikaner. Sie begreifen die herkömmliche Verpflichtung, dass jemand, der zu Geld gekommen ist, den ganzen Familienclan unterstützen muss, zunehmend als Fessel. Deshalb sind sie erleichtert, wenn jemand predigt, jeder könne sein Schicksal selbst in die Hand nehmen."


Weitere Artikel: Simon Frith, Professor für Popmusik an der Universität Edinburgh, ruft uns entgegen: "Hey-ho, es wird Frühling und hier kommen die Pet Shop Boys, lässig posieren sie für jede Musikzeitschrift, Neil und Chris, schick wie wir es gewohnt sind, vielleicht ein wenig onkelhaft inzwischen. Grau sind sie geworden und weltgewandt, und sie haben ein neues Album zu verkaufen." Hier was zum Hören. Michael Tschernek führt ein begleitendes kleines Interview mit dem Pet Shop Boy Neil Tennant. Andreas Zielcke erklärt, was es genau mit den Bonuszahlungen bei der maroden amerikanischen Versicherungsgesellschaft AIG auf sich hat. Kristina Maidt-Zinke schreibt zum Tod von Gertrud Fussenegger. Fritz Göttler schreibt zum Tod von Natasha Richardson.

Besprochen werden Sasha Waltz' Choreografie zur Einweihung des Neuen Museums in Berlin ("eine grandiose Weihehandlung, die das theatralische Moment der Chipperfieldschen Konzeption zum Vorschein bringt", schwärmt Dorion Weickmann), Paul Hindemiths Oper "Cardillac" in Dresden, eine Ausstellung mit Mode und Mode-Experimenten von Martin Margiela in München ("irgendetwas muss es sein, jenseits von schlechtem Wetter und gutem Essen, das in Belgiern den Sinn für das Surreale wachsen lässt", grübelt Georg Diez) und Bücher, darunter Niklas Holzbergs Studie "Horaz - Dichter und Werk".

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2009

Wiebke Hüster muss sich erst mal zur Ordnung rufen, bevor sie über Sasha Waltz' neue Choreografie schreibt: "Es ist die absichtsvolle Kunstlosigkeit, mit der sich ihre Tänzer auch hier im Neuen Museum in Berlin in die Ecke werfen und plötzlich die Zehen eines in die Luft erhobenen Fußes spreizen. Sieh an, ein waidwundes sterbendes Rehkitz, ein vom Sockel gefallenes antikes Statuettchen - ach nein, es ist ja abstraktes deutsches Tanztheater. Streichen wir also das Wort Kitsch durch, stellen wir uns vor, die Wörter Kunsthandwerk und Kitsch existierten in einem anderen Begriffssonnensystem als dem unseren."


Weitere Artikel: Giuliano Soria sitzt im Knast, berichtet Dirk Schümer: Der Präsident des renommierten italienischen Literaturpreises "Premio Grinzane Cavour" soll nicht nur Angestellte sexuell belästigt, sondern auch 900.000 Euro Subventionsgelder für sich abgezweigt haben. Peter Sloterdijk hat auf der Litcologne aus seinem neuen Buch "Du musst dein Leben ändern" vorgelesen, erzählt Andreas Rossmann atemlos in der Leitglosse. Tobias Rüther stellt Jay Ashers demnächst in Deutschland erscheinenden Bestseller "Tote Mädchen lügen nicht" vor. Es geht um den Selbstmord einer Schülerin. Angesichts von Winnenden meint Rüther allerdings: "Und deshalb beginnt in diesem Buch auch eine andere Geschichte, die jetzt weitererzählt werden muss, jenseits des Papiers, und die handelt von Jungs." Sarah Elsing resümiert eine etwas abstrakte Berliner Diskussion über Kunst und Natur. Jordan Mejias fasst die - zumeist positiven - amerikanischen Reaktionen auf die Kippenberger-Schau im Moma zusammen (New Yorker, New York Times, New York Magazine). München, die "Hauptstadt der Bewegung", baut ein NS-Dokumentationszentrum, berichtet Hannes Hintermeier. Walter Hinck schreibt zum Tod der Schriftstellerin Gertrud Fussenegger. Gina Thomas schreibt zum Tod der Schauspielerin Natasha Richardson.

Auf der Medienseite ist Robert von Lucius froh, melden zu können, dass das Landgericht Braunschweig die Überwachung dienstlicher und privater Telefonanschlüsse von Journalisten der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung für rechtswidrig hält. Das Internet-Fernsehen Joost kommt nach Deutschland, meldet ht.

Besprochen wird Luca de Fuscos Inszenierung von Goldonis "Impresario von Smirna" in Venedig.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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