Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Das Buch ist eine Website, die man bindet

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

28.02.2009. In der Welt geißelt Markus Lüpertz diese Halbseidenheit von Fotografie, und der Philosoph Volker Gerhardt will die Krise nicht als Chance sehen. Die NZZ fürchtet mit Michael Schindhelm um die zahllosen Kulturprojekte in Dubai. In der FAZ erklärt Marcel Reich-Ranicki, warum die Achtzigjährigen heute so populär sind.

Die Welt, 28.02.2009

Im Gespräch mit Tilman Urbach erklärt Malerfürst Markus Lüpertz, warum die jungen Künstler nicht mehr das Ruinöse von Kunst verstehen, die Leipziger Schule nichts taugt und er mit Fotografie wenig anfangen kann: "Fotografie wird viel mehr Unterhaltung, viel mehr Kabarett, viel mehr Zirkus. Es geht in Richtung dieser - und das sage ich mit allem Respekt - Halbseidenheit von Fotografie. Sie wird ein großes Unterhaltungspotenzial erfüllen müssen, aber das sind alles Dinge, die die Fotografie von der Kunst wegtransportieren. Im Gegensatz zur Malerei hat die Fotografie keine Oberfläche, sie hat nur Inhalte. Sie hat Stimmungen, sie hat Spannungen, sie hat Verblüffungen. Das sind durchaus ehrenwerte Kriterien. Die Fotografie füllt inzwischen gigantische Formate. Aber das ist das, was sie letztendlich ruinieren wird: Sie hat verheerende technische Möglichkeiten."


Weiteres: Holger Kreitling berichtet von der Tübinger Lesung, auf der Tilman Jens offenbar sogar einige "Pietkong" für sich und sein Buch über seinen Vater Walter Jens gewinnen konnen. Sven Felix Kellerhoff sucht nach Lösungen im Streit um die Hans-Sachs-Sammlung des Berliner DHM. Kellerhoff empfiehlt auch Ralf Georg Reuths seiner Meinung nach sehr schlüssiges Buch über "Hitlers Judenhass". Spannend, dramatisch, aber ein wenig unhistorisch fand Thomas Kielinger die BBC-Produktion über den Sturz von Margaret Thatcher. Rainer Haubrich schreibt zum Achtzigsten des amerikanischen Architekten Frank Gehry.

In der Literarischen Welt schreibt der Philosoph Volker Gerhardt eine Kritik der Krise. Gar nichts hält er vom Gerede der Krise als Chance, man könne froh sein, heil aus ihr heraus zu kommen, und er hofft auf die Renaissance des Politischen: "Die brauchen wir in der Tat, wenn die Politik auch in den Zeiten der Globalisierung eine Sache der Bürger bleiben soll. Das Engagement der Bürger muss aus freier Einsicht und notfalls ohne Lohn erfolgen. Wenn aber der Staat Milliarden für die Wirtschaft bereitstellt, um das politische System zu retten, kann er auch ein paar Millionen mehr aufwenden, um das Interesse an politischen Aufgaben zu fördern. Die Krise zeigt das Missverhältnis zwischen der Bedeutung der Politik und der Beachtung, die der Bürger ihr schenkt."

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Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2009

Die Emirate müssen ihre groß annoncierten Kulturprojekte arg reduzieren, berichtet Jan-Aslak Stannies, der einen Kenner getroffen hat: Michael Schindhelm, der als Direktor der Opernstiftung Berliner Sparzwängen entflohen war und nun als Dubaier Kulturfunktionär mit der neuen Armut der Ölscheichs konfrontiert ist: "Rund 50 Bauten sollten bis 2015 die Gegend rund um den Meeresarm zur kulturellen Perle Dubais machen. Das steht jetzt in Frage. 'Alle kulturellen Infrastrukturprojekte, die sich noch nicht in einem unumkehrbaren Entwicklungsstadium befinden, sind auf Eis gelegt, ausnahmslos', so fasst Michael Schindhelm den derzeitigen Stand zusammen. Das Opernhaus, das Middle Eastern Art Museum, das Prophet-Mohammed-Museum, der zusammen mit Rem Koolhaas entwickelte Kulturpavillon - alles soll später realisiert werden als geplant."


Weitere Artikel: Hubertus Adam besucht die vom heute gerade achtzig gewordenen Frank O. Gehry entworfene Lewis Library der Princeton University. Franz Haas greift die Geschichte um die Rufmordkampagne gegen den Triestiner Autor Veit Heinichen auf (merh dazu hier).

Besprochen wird die Ausstellung "Interieur/Exterieur" im Kunstmuseum Wolfsburg.

Die Samstagsbeilage Literatur und Kunst konzentriert sich heute auf neue Bücher. Unter anderem geht's um Julie Kavanaghs Nurejew-Biografie und den neuen Roman von Salman Rushdie. Außerdem stellt der Romanist Hans-Jörg Neuschäfer das Werk der katalanischen Autorin Esther Tusquets vor.


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Frankfurter Rundschau, 28.02.2009

Christian Thomas gratuliert Frank Gehry zum 80. Geburtstag. "Gehrys Baukunst, bei aller Umtriebigkeit des Gehry-Business, huldigt dem Provisorium. Seine Räume, darunter Raumwunder, sind angelegt als Promenaden, ist doch der Weg das Ziel. Frank Gehry tut alles, um nicht zu einem Klassiker zu werden. Das fällt ihm nicht schwer, da er ein Romantiker ist, der das Unbedingte in der Idee des Vorläufigen und im Vergehen sucht."


Des Weiteren: Katrin Hillgruber erinnert an den 20. Todestag des Schweizer Schriftstellers Hermann Burger. Judith von Sternburg berichtet über die friedliche Tübinger Lesung aus Tilman Jens' von der Kritik verrissenem Buch "Demenz". Rita Neubauer informiert über zwei neue Opfer der amerikanischen Zeitungskrise: die Rocky Mountain News machen dicht und der San Francisco Chronicle strauchelt. Marcia Pally schreibt über das Ritual der alle vier Jahre stattfindenden Rekrutierung von Gerichts-Geschworenen und dass sie nicht schlau genug war, dieser zu entkommen. Und in Times mager lobt Hans-Jürgen Linke die gelungene Erklärung einer Saab-Rettungsinitiative dafür, was eigentlich Geld sei: "eine Tankfüllung oder zwei".

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Die Tageszeitung, 28.02.2009

Auf den Tagesthemenseiten fragt die taz ungefähr 20 Jahre nach dem Mauerfall: Wie viel Osten steckt in dir? Neben Kurzantworten, unter anderem von Jürgen Kuttner ("193,8 Kilometer weniger als in Durs Grünbein zum Beispiel, dafür 2 Jahre, 3 Monate und 8 Tage mehr als in Andre Meier.") erzählen drei Schauspieler aus drei Generationen, die die DDR vor der Wende verlassen haben. So erklärt der 60-jährige Thomas Thieme ("Effi Briest"): "Seit drei Jahren lebe ich wieder in meiner Heimatstadt Weimar, 150 Meter von meinem Geburtshaus entfernt. Auch wenn es doof klingt: Das musste einfach sein, das ist genetisch. Die Leute dort sind zwar immer noch die, vor denen ich in den Westen geflüchtet bin, aber ich bin ein anderer. Ich muss denen auch nicht mehr wie früher beweisen, was ich für 'ne tolle Nummer bin."


Im Kulturteil geißelt Philipp Gessler die "frömmlerisch-schleimige" Erklärung des geistlichen Holocaust-Leugners Richard Williamson. "Spagat-Akrobatik im Hause Suhrkamp" erlebte Dirk Knipphals anlässlich zweier sehr unterschiedlicher Veranstaltungen in Berlin: der "andächtigen" Vorstellung der neuen Nelly-Sachs-Ausgabe sowie der "prekär legeren" ersten Lesung von Tobias Rapps Techno-Buch. Martin Zeyn porträtiert Alan Moore, dessen Graphic Novel "Watchmen" jetzt ins Kino kommt. Dietmar Kammerer kommentiert das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, wonach es der deutschen Filmförderung an Abgabengerechtigkeit fehlt. Gemeldet wird, dass die Frankfurter Kritikerjury Rawi Hages Beiruter Bürgerkriegsroman "Als ob es kein Morgen gäbe" für die Weltempfänger-Bestenliste kürte. Besprochen wird die Ausstellung "Bildwelten - Afrika, Ozeanien und die Moderne" in der Baseler Fondation Beyeler, die beweise, dass afrikanische und ozeanische Werke zum Welterbe der Kunst gehören.

In tazzwei berichtet Philipp Maußhardt über die Tilman Jens' Tübinger Lesung aus seinem Buch "Demenz". Daniel Zinser gratuliert Frank Gehry zum Achtzigsten. Und auf der Meinungsseite beklagt Hilal Sezgin die dramatische Lage freier Journalisten: "Ich glaube nicht, dass sich dieses Problem - die Sicherung von Existenzen und damit auch von publizistischer Qualität - durch die Hartnäckigkeit einzelner Freiberufler allein lösen lässt. Wir brauchen verbindliche, quasigewerkschaftliche Verhandlungen und Preislisten, die den Abwärtstaumel der Honorare stoppen. Wir brauchen Solidarität von den Kollegen aus dem Innern der Redaktionen." Na, das wär ja mal eine Innovation!

Hier Tom.

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Weitere Medien, 28.02.2009

Thomas Steinfeld von der SZ (hier) und die Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel (hier) verteidigten jüngst die "tiefe" Zeitung gegen das "schnelle" (aber flache) Internet. Wer so argumentiert, meint Perlentaucher Thierry Chervel in einem Artikel für den Vorwärts, "verhält sich wie ein Autofahrer, der den linken Rückspiegel fixiert, während er von rechts längst überholt wurde... Mag sein, dass Meckels und Steinfelds Artikel nicht online frei zugänglich sind: Dann muss man eben 3,21 Euro (mehr als für die Zeitung selbst) be­rappen, wenn man an ihrer Meinung interessiert ist, aber die Datei steht doch im Netz, passwortbewehrt oder nicht. Sämtliche Medieninhalte sind heute digital und somit in den allermeisten Fällen Online-Inhalte: Print ist ein Online-Inhalt, den man auf Zeitungspapier ausdruckt. Fernsehen ist eine Datei, die man sendet. Das Buch ist eine Website, die man bindet."

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Aus den Blogs, 28.02.2009

Robin Meyer-Lucht zitiert in Carta einen wunderbaren Vergleich von Tim Renner, der auf den Journalismus dieselben Probleme zukommen sieht wie auf die Musikindustrie: "Mit der Digitalisierung verhält es sich wie mit dem Wasser: sie sucht sich ihren Weg. Auch wenn man versucht, die Nutzung zu verhindern oder zu erschweren. Egal, ob mit preislichen oder rechtlichen Instrumenten, man wird den Fortschritt in der Kommunikation und Distribution durch Digitalisierung nicht stoppen können."

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Süddeutsche Zeitung, 28.02.2009

Die amerikanische Journalistin Tracy Clark-Flory beschreibt, wie die amerikanische Gesellschaft und Justiz von den neuen Jugendkulturen und ihren Medien überfordert werden. Das betrifft vor allem das problematische Verhältnis amerikanischer Pubertierender zur Sexualität, was sich etwa im Phänomen "Sexting" niederschlägt, bei dem Kinder pornografische Bilder per SMS verschicken. "Allerdings gibt es einen großen Unterschied, ob man in Schmierereien an der Wand einer Jungentoilette damit angibt, was für eine heiße Nummer man mit der Anführerin der Cheerleadermannschaft geschoben hat, oder ob man seinen Kumpels fotografische Beweise schickt. Die digitalen Verlockungen bergen stets die Gefahr der Erniedrigung und Erpressung, wenn die Fotos in die falschen Hände geraten. Und man sollte das nicht beschönigen - das tun sie oft."


Weiteres: Thomas W. Gaehtgens würdigt den Kunsthistoriker Willibald Sauerländer, der 85 wird. Franziska Augstein resümiert eine Berliner Tagung der Birthler-Behörde "Die Deutsche Frage in der SBZ und DDR". Gerhard Persche stellt Ben van Berkels gelungenes neues Haus für Musik und Musiktheater Mumuth in Graz vor. Helmut Schödel gratuliert Erika Pluhar zum 70. Gerhard Matzig informiert über die Eröffnung der neuen "Kirche der Stille" in Hamburg-Altona, in der man mit der Zeit gehen will und dafür eine "Feng-Shui-Expertin unter einem achteckigen Leuchter Matten energieflussmäßig" gruppieren ließ.

Besprochen werden Stefan Kaegis Projekt über die von Abschaffung bedrohten Muezzine Kairos "Radio Muezzin" im Berliner HAU, Falk Richters neues Stück "Jeunesse Blessee" in Brüssel, eine Ausstellung von Fotografien von Andreas Feininger im Berliner Bauhaus-Archiv, Patrick Tatopoulos? Film "Underworld - Aufstand der Lykaner", neue CDs, unter anderem von Lloyd Cole, und Bücher, darunter eine Neuauflage von Hermann Burgers Roman "Schilten" anlässlich seines 20. Todestages (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2009

Hubert Spiegel war dabei, als Tilman Jens sein umstrittenes Buch über seinen demenzkranken Vater Walter Jens in ihrer Heimatstadt Tübingen vorstellte und berichtet über einer erstaunlich freundliche Aufnahme. Für den Artikel hat er auch einige prominente Achtzigjährige über die Popularität so vieler wackerer Greise in unserer heutigen Öffentlichkeit befragt, und findet eine ehrliche Antwort: Marcel Reich-Ranicki "verweist auf die 'relative Schwäche der nächsten Generation, darin liegt wohl der Hauptgrund für die enorme Rolle der Achtzigjährigen heute'".


Weitere Artikel: Gina Thomas glossiert die Meldung, dass die Briten die zunehmende Fettleibigkeit ihrer Schüler mit Tanzunterricht bekämpfen wollen. Jordan Mejias liest die ersten Kritiken zu Jonathan Littells nun ins Englische übersetzten "Wohlgesinnten" in den USA und verweist unter anderem auf einen kräftigen Verriss durch Michiko Kakutani in der New York Times und eine Hymne des ehemaligen Simon & Schuster-Chefs Michael Korda in The Daily Beast. Werner Jacob besucht das von den Architekten Caroline Bos (mehr hier) und Ben van Berkel (hier) konzipierte neue "Haus für Musik und Musiktheater" in Graz. Der 14-jährige Schüler Jakob Dettmar legt einen Aufsatz über das Medienverhalten seiner Generation vor. Für die letzte Seite sieht Edo Reents auf einen Schrottplatz zu, wie die für die Abwrackprämie geopferten Automobile geschreddert werden. Für Jürgen Dollases Gastrokolumne hat die FAZ ein Essen bei Kevin Fehling in Travemünde spendiert.

Besprochen werden eine Ausstellung über das Triptychon in der Moderne in Stuttgart, die Annie-Leibovitz-Ausstellung in Berlin und Ereignisse des Eclat-Festivals in Stuttgart.

Auf der Schallplatten- und Phonoseite geht's um CDs mit klassischer Musik für Kinder und um eine CD-Box mit dem Werk des Bluesgitarristen Peter Green.

In Bilder und Zeiten besingt Dietmar Dath die jahrzehntelange, sich in Briefen und Gedichten artikulierende Dichterfreundschaft zwischen Elisabeth Bishop und Robert Lowell. Hans-Peter Riese begeht eine monumentale Skulptur Richard Serras, die jetzt in den Pariser Tuilerien aufgestellt wurde. Auf der Literaturseite werden neue Romane von Julio Zeh, Nicolas Dickner und Jakob Arjounie besprochen. Auf der letzten Seite unterhält sich Thomas David mit Per Olov Enquist.

In der Frankfurter Anthologie stellt Silke Scheuermann ein Gedicht von Elisabeth Borchers vor - "Zeit, Zeit -

Ich muss endlicvh begreifen
dass ich Zeit habe
Zeit für den Vogel auf dr Brüstung (...)"

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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