Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Wie hieß die erste Katze?

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

25.02.2009. Im Tagesspiegel beklagt Sibylle Lewitscharoff die Verrottung Bulgariens. Die NZZ sucht ein Denkmal für Sousa Mendes. Die FR erzählt, dass nicht mal die Amerikaner deutschen Politikern den Wert der Pressefreiheit beibringen konnten. In der FAZ erklärt Roland Koch: ZDF-Chefredakteur Brender soll gehen, weil seine Zuschauerzahlen sinken. Die SZ stellt die Flüchtlingssuchmaschine der Brüder Mikkelsen vor.

Der Tagesspiegel, 25.02.2009

Bürgerliche Lebenskultur, Handwerk, Zivilgesellschaft - in Bulgarien gibt es nichts davon, nicht mal Reste, auf denen man nach dem Fall des Kommunismus hätte aufbauen können, erzählt Sibylle Lewitscharoff im Interview zu ihrem Roman "Apostoloff": "Bulgarien war ein Land fast ohne Kriegszerstörungen. Nach 1945 hat dann unter der betont stalinistischen Diktatur eine bis heute, unter rohkapitalistischen Vorzeichen anhaltende Verrottung begonnen, die fast alles vernichtet hat, was in Bulgarien an Schönheit einmal da war ... aber es geht nicht nur um die äußere Hässlichkeit. Die brutal und scheußlich hochgezogenen Zementbauten sind auch innen völlig verwahrlost, alles ist schimmlig, voller Pilzbehänge, stinkend, sanitär katastrophal. Normale Touristen oder EU-Beobachter sehen das kaum, ich habe es überall erlebt."

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Neue Zürcher Zeitung, 25.02.2009

In Portugal tut man sich schwer mit Erinnerungen an das faschistische Salazar-Regime, weiß Thomas Fischer. Noch immer gibt es keine Erinnerungsstätte für den Konsul Sousa Mendes, der während des Zweiten Weltkriegs in Schindler-Manier dreißigtausend Menschenleben rettete - Grund sind Geldmangel und Wissenslücken gleichermaßen: "Viele Leute dächten, die Flüchtlinge seien 'vom portugiesischen Staat, von Salazar gerettet worden'. In Portugal sorgt derweil der Umgang mit Erinnerungen an die Diktatur öfter für Wirbel. Einmal ist das fehlende, einmal das lockende Geld im Spiel. Im letzten November griff die Tageszeitung Publico das Thema groß auf. Andere Länder pflegten das Andenken. 'Und wir?', fragte die Zeitung in einem Beitrag mit einem großen Foto des Konzentrationslagers von Auschwitz."


Weiteres: Aldo Keel informiert, dass das am Rande des Staatsbankrotts krebsende Island trotz Finanzkrise das Reykjaviker Konzert- und Konferenzhaus fertigstellen will. Claudia Wenner ist angetan von Patrick Frenchs "brillanter, aber kaum schmeichelhafter" Biografie des Nobelpreisträgers V. S. Naipaul, die vom Biografierten selbst in Auftrag gegeben wurde. Jürgen Ritte weist auf das "Journal de deuil" hin, Roland Barthes' fragmentarische Erinnerungen an seine Mutter. "holl" meldet den Tod des mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten norwegischen Architekten Sverre Fehn.

Besprochen werden Gaetano Donizettis Oper "Lucrezia Borgia" im Münchner Nationaltheater, ein Mahler-Konzert in der Tonhalle Zürich und Bücher, darunter Kurt Martis stückhafte Autobiografie "Ein Topf voll Zeit 1928-1948" und eine neue Edition der Städte-Ikonografie Civitates Orbis Terrarum (mehr ab 14 Uhr in der Bücherschau des Tages).

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Die Welt, 25.02.2009

Die Trash-Revue "Pension F." des Wiener Aktionskünstlers Hubert Karmar zum Fall Amstetten mag grottenschlecht sein, meint Ulrich Weinzierl, aber sie ist ja nur ein Akt in einem Drama, in dem es eigentlich um den Journalismus geht: "Mangels Normalpublikums müssen die Journalisten fast einander wechselseitig interviewen. Alle sind sie gekommen - von Al Jazeera bis zur BBC, selbstverständlich auch Vertreter sämtlicher so genannten deutschsprachigen Qualitätszeitungen. (...) Das Feine oder auch Peinliche an dem sehr unklassischen Drama: Wir sind darin Akteure, eigentlich Getriebene - angetreten unter dem ehernen Gesetz der Aufmerksamkeitsmaximierung. Dieser Teil des Unternehmens, die Selbstentlarvung einer reflexionsunwilligen Branche, ist Kramar glänzend geglückt."


Weitere Artikel: Als schwer genießbar, aber Comeback des Jahres bezeichnet Peter Zander Mickey Rourke in seinem Film "The Wrestler" und konstatiert: "Vielleicht muss man nach diesem Film den Begriff Gammelfleisch noch einmal neu definieren." In der Randglosse nimmt Wolf Lepenies den neuen Dress-Code ins Visier, mit dem die Bank of England der Krise entgegentreten will. Michael Pilz schreibt zum Fünfzigsten des britischen Sängers Morrissey. Werner Becker, emeritierter Philosophieprofessor, erkennt als das Dilemma der Katholischen Kirche, dass sie keinen Liberalismus kennt. Hendrik Werner berichtet über den Fall des verleumdeten Veit Heinichen.

Besprochen werden eine Aufführung der "Lucrezia Borgia" mit Edita Gruberova und eine ARD-Satire zu Braunbär Bruno.

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Titel-Magazin, 25.02.2009

Wolfram Schütte kommentiert die Komödie um Daniel Kehlmanns "Ruhm" und die Klage des Rowohlt-Verlags gegen den Spiegel, der die Sperrfrist durchbrochen hatte, und da zählt nicht einmal, dass er eine PR-gerechte Hymne abgeliefert hatte: "Dieses terminierte Publikationsverbot gehört zu einem Marketing-Konzept, das die Kritik dressiert & instrumentalisiert - und wie das Startband beim Grand National in Großbritannien die nervösen Rennpferde & ihre Jockeys zurückhält. Ziel solcher terminierten Publikationserlaubnis ist die werbliche Synergie eines Massenstarts, der das Buch auf breitester Front in aller Munde und vor aller Rezensions-Leser-Augen versetzt und sich im besten Fall zu einer Bekanntheitslawine verdichtet, deren Kenntnisnahme keiner ausweichen kann."

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Die Tageszeitung, 25.02.2009

Katharina Granzin annonciert freudig die Neuübersetzung der Krimis des schwedischen Autorenpaares Maj Sjöwall und Per Wahlöö, deren "Romane über ein Verbrechen" immerhin ein wenig die Krimiwelt revolutionierten: "Das hier gemeinte Verbrechen ist 'das Verbrechen der Sozialdemokratie an der schwedischen Arbeiterklasse'. Die Strafe dagegen, das begreift ein Sjöwall/Wahlöö-Leser schnell, ist nicht Gegenstand der literarischen Analyse, da sie in einer korrupten, kapitalistischen Gesellschaft ohnehin meist die Falschen trifft. Sowohl Wahlöö als auch Sjöwall sind Mitglied der schwedischen KP. Wir schreiben die Sechzigerjahre. Die lesende Welt ist reif für den marxistischen Kriminalroman."


Weiteres: Julia Grosse blättert durch Katie Grands neue Stilbibel Love. Besprochen wird die Ausstellung "Medium Religion" im ZKM Karlsruhe.

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau, 25.02.2009

Anlässlich der Diskussion um den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender erzählt Christian Bommarius auf der Medienseite, dass die deutschen Politiker nach dem Krieg schon drei von vier Alliierten zur Verzweiflung brachten, weil sie keinen unabhängigen Rundfunk wollten. "Am hartnäckigsten leistete das Land Württemberg-Baden Widerstand gegen die Demokratisierung des Rundfunks. Zwischen Anfang 1946 und Ende 1949 lehnte die amerikanische Militärregierung vier Entwürfe eines Rundfunkgesetzes wegen demokratiewidriger Staatskontrolle ab. Ein Affront, den der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Ersing mit den Worten kommentierte: 'Wenn ihr Amerikaner nicht mehr hier seid, dann werfen wir das ganze Gesetz über den Haufen. Dann machen wir, was wir wollen.'" Und genau so kam es dann auch.


Im Feuilleton stellt Robert Kaltenbrunner einige Thesen zum Verhältnis von Architektur und Nachhaltigkeit auf. Peter Michalzik schickt ein Times Mager zu dem anonymen Briefeschreiber, der Veit Heinichen aufs Korn genommen hat.

Besprochen wird die Aufführung der "Pension Fritzl" in Wien (Stephan Hilpold fühlt sich an die "linken, moralinsauren Revuen" Johann Kresniks erinnert), Monika Gintersdorfers Stück "Betrügen" in der Hamburger Kampnagelfabrik (Gintersdorfer "riskiert alles, was das Theater, in Deutschland zumindest, sicher macht", schreibt Frauke Hartmann), eine Robert-Longo-Ausstellung im neuen Kunstfoyer der DZ Bank in Frankfurt, eine konzertante Aufführung von Bizets "Les Pecheurs de Perles" in der Alten Oper Frankfurt, eine Aufführung von Wagners "Der fliegende Holländer" am Staatstheater Kassel und die Tagebücher der in Auschwitz ermordeten Ruth Maier (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2009

Roland Koch, etwas in der Defensive, seit sich prominente Moderatoren des ZDF für den Verbleib von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender ausgesprochen haben, den er absägen möchte, gibt der FAZ ein Interview, in dem er die Absetzungserwägungen verteidigt: "Man muss diese Diskussion mit ein paar Fakten beginnen, und die sind sehr bitter. Heute hat seit 2002 26 Prozent seiner Zuschauer verloren. 2008 wurden wir erstmals von RTL aktuell überholt, liegen also hinter Tagesschau und der RTL-Sendung nur noch auf Platz 3. Das hätte sich vor fünf Jahren sicher kein Mitarbeiter des ZDF vorstellen können. Das Auslandsjournal hat heute 56 Prozent weniger Zuschauer, der Länderspiegel 16 Prozent. Das Heute Journal hat 10 Prozent weniger Zuschauer - im Gegensatz dazu haben die Tagesthemen, die ja keinen privilegierten Sendeplatz haben, ihre Zuschauerzahl halten können."


Die Gegenfrage stellt Interviewer Stefan Niggemeier in einem daneben gestellten Kommentar, wo Koch sie leider nicht beantworten kann: "Politiker fordern von den öffentlich-rechtlichen Sendern sonst - zu Recht! -, sich nicht dem Quotendruck zu unterwerfen, sondern auf Qualität zu setzen. Und nun glaubt Koch, dass es ein Beleg für den beklagenswerten Zustand des ZDF-Informationsprogramms wäre, wenn RTL aktuell mit seinem bunten, flachen Boulevard mehr Zuschauer anzöge als heute?"

Weitere Artikel: Offenbar hat die Wirtschaftskrise noch nicht jedes Vermögen ruiniert: Eine Meldung informiert uns, dass der erste Tag der 3-tägigen Versteigerung von Yves Saint Laurents und Pierre Berges Kunstsammlung satte 206 Millionen Euro eingefahren hat (die Chinesen haben bereits Protest eingelegt, weil gestohlene Kunstwerke mitversteigert worden seien, meldet Shanghai daily.) In der Leitglosse meldet Iho., dass er sich trotz aller Sympathie für Hubert Kramar in "Pension F." gelangweilt hat. Gestern protestierte der Anwalt Peter Raue im Tagesspiegel gegen das Restitutionsurteil des Berliner Landgerichts zur Sammlung Sachs, heute schließt sich Regina Mönch an und erklärt, warum das Urteil die "Washingtoner Erklärung" torpediert. Marcus Jauer ist unzufrieden mit Publikum und Ben Becker, der das, ähm, Abschlusskonzert seiner Bibeltournee in der Köln Arena gab. Günter Kowa berichtet über die Ausgrabung der vermuteten Gebeine der Ottonen-Königin Editha in Magdeburg und die nicht uninteressanten Querelen, die der Landesarchäologe Harald Meller ausgelöst hat, als er "den Fund stillschweigend ans Museum für Vorgeschichte nach Halle transportierten ließ und in Magdeburg bis kurz vor einer Pressekonferenz niemanden in Kenntnis setzte". Klaus Englert schickt eine Post aus Kopenhagen über die neueste Architektur dort.

Auf der Seite für Forschung und Lehre wägt Claus Leggewie die Vor- und Nachteile uni- und multilateraler Politik ab. Jürgen Kaube hält nichts von der geplanten Semesterzeitenreform. Milos Vec denkt anlässlich einer Dissertation und eines Aufsatzes über den Whistleblower nach. Auf der Medienseite hat Dirk Schümer seine Freude am Konkurrenzkampf zwischen Silvio Berlusconi und Rupert Murdoch, der durch Murdochs Übernahme des Satellitensenders Sky Italia ausgelöst wurde.

Besprochen werden Stephen Daldrys Schlink-Verfilmung "Der Vorleser" (den Film mag Andreas Kilb nicht, aber vor Kate Winslet zieht er den Hut) und eine Ausstellung des Fototagebuchs von Armin Stäbler aus dem Ersten Weltkrieg im Stadtarchiv von Leinfelden-Echterdingen.

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Süddeutsche Zeitung, 25.02.2009

Alex Rühle schreibt eine Reportage über die dänischen Brüder David und Chris Mikkelsen, die einmal versuchten, einem afghanischen Flüchtling bei der Suche nach seiner Familie zu helfen und feststellten, dass es in der Welt 32,9 Millionen Flüchtlinge in ähnlicher Situation gibt. Und nicht jeder kann sich dazu bekennen, denn viele leben als Illegale. Also entwickelten die Brüder "eine Suchmaschine, die es den Unsichtbaren ermöglicht, unsichtbar zu bleiben und doch einander Zeichen zu geben, dass man am Leben ist: Man trägt in der Maske von Refunite weder seinen Aufenthaltsort noch seinen Namen ein, sondern sagt nur, woher man kommt, wie alt man ist, ob männlich oder weiblich, und das wievielte Kind. Und man wird angehalten, Details anzugeben, um die nur die Familie weiß: Wie hieß die erste Katze?"


Weitere Artikel: Johannes Willms berichtet von der Versteigerung der Sammlung Yves Saint Laurent, bei der trotz der Krise Rekordergebnisse erzielt wurden. Joseph Jurt gratuliert dem Romanisten Johannes Hösle zum Achtzigsten. Der Philosoph Oswald Schwemmer argumentiert mit Darwin gegen den Determinismus neumodischer Hirnforscher, die uns als Marionette unserer Neuronen sehen.

Besprochen werden Darren Aronofskys Film "The Wrestler" mit Mickey Rourke ("Ein Teil von dieser Rolle ist Mickey Rourke - und manches ist doch Spiel; und selbst, wenn er ganz und gar sich selbst verkörperte, hat er für diesen Auftritt allen Respekt verdient", schreibt Susan Vahabzadeh), Donizettis "Lucrezia Borgia" mit Edita Gruberova an der Bayerischen Staatsoper, Hubsi Kramars Stück "Pension F.", eine Mediensatire über den Casus Josef Fritzl, die in der Wiener Yellow Press für Aufregung sorgte und durchaus die Zustimmung Helmut Schödels findet, und Bücher, darunter Juan Rulfos Roman "Pedro Paramo".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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