Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Eine Frau muss wissen, wo ihr Platz ist

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

23.02.2009. In der FR geht Franzobel ganz allgemein das Lukullisch-Sexuell-Religiöse ab. Die NZZ hat sich schon mal den Kindler angeguckt, der im September erscheint. Im Tagesspiegel macht Jean Ziegler den Kapitalismus für den Hunger in der Welt verantwortlich. Die FAZ sucht nach der Meinungsfreiheit in Venezuela, findet sie aber nicht. Die Welt bewundert Händel im Kerzenschein. Gawker feiert die Gayest Oscars Ever.

Frankfurter Rundschau, 23.02.2009

Schriftsteller Franzobel vermisst das wahrhaft Orgiastische in unserer Welt, das Lukullisch-Sexuell-Religiöse: "So oder so, unsere Zeit ist ohne Zwänge und daher ohne Orgien, alles ist light und mager, kalorienarm. Heute ist es unvorstellbar, dass man völlert, bis nur noch ein Gänsekiel Abhilfe schafft, heute schlägt man sich nicht mehr die Bäuche mit Fasanen und Kapaunen voll, heute trinkt man Mineralwasser, lutscht Vitamintabletten und löffelt fettfreien Joghurt. Auch in der Oper wird nicht mehr gevöllert, in den Logen kaum noch kopuliert, jetzt steht man in der Pause an für ein Eiaufstrichbrötchen um acht Euro und ein Glas schlechten Sekt, was man nicht genießen kann, weil es bereits zum nächsten Akt läutet. Die einzigen Veranstaltungen, die sich Orgien nennen, finden in vorstädtischen Swingerklubs auf desinfizierten Matratzen und zwischen Möbeln aus Pressspanplatten statt, wo man sich gegenseitig die Körperöffnungen mit Sprühschlagsahne füllt."


Weiteres: In Times mager erklärt Christian Schlüter, warum Heidi Klum nicht Avantgarde, sondern Werbung ist. Von einem gespenstischen Erlebnis der Habsburger-Nostalgie in Frieder Brudas Museum in Baden-Baden berichtet ein fassungsloser Peter Iden. Auf der Medienseite singt Daniel Bouhs dem ZDF-Politmagazin Frontal 21 eine Hymne, morgen tritt es mit Hilke Petersen als neuer Moderatorin an.

Besprochen werden die Bundesrepublik-Revue "Schwarz Gold Rot" im Frankfurter Schauspiel und Martin Nimz' Stück "Ein Mond für die Beladenen" ebenfalls in Frankfurter Schauspiel.

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Der Tagesspiegel, 23.02.2009

Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler zeigt im Interview mit dem Finger auf die westlichen Staaten, den Kapitalismus, den Neoliberalismus etc. und macht sie für den Hunger in der Welt verantwortlich. "Jeden Tag sterben hunderttausend Menschen am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen. 963 Millionen Menschen sind permanent schwerstens unterernährt, alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter 10 Jahren. Laut Welternährungsorganisation aber könnte die derzeitige Landwirtschaft problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren, also das Doppelte der Menschheit. Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet. Wir brauchen einen neuen planetarischen Gesellschaftsvertrag."

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Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2009

Online gemeldet werden die Oscar-Gewinner.


Im September gibt es eine vollständig überarbeitete dritte Auflage von Kindlers Literaturlexikon, weiß Roman Bucheli. Ein Heer von 1600 Mitarbeitern war mit der Umarbeitung der Literaturenzyklopädie beschäftigt; deren Umfang wurde von zweiundzwanzig auf achtzehn Bände runtergebrochen: "Da wurde, man kann es sich denken, hart um den knappen Raum gefeilscht. So meinte etwa der für die indische Literatur zuständige Fachberater, dass sein Gebiet allein über zehntausend Seiten beanspruchen müsste. Er erhielt dann dreihundert Seiten und damit immerhin das Dreifache des Umfangs im alten 'Kindler'."

In einem weiteren Artikel resümiert der Politikwissenschaftler Hans Maier den Skandal um die Rehabilitierung des holocaustleugnenden Bischofs Williamson und stellt fest, dass man sich fast freuen müsste über die jüngsten Ereignisse - schließlich haben diese den Prozess der Wiederannäherung des Vatikans an die Pius-Bruderschaft angehalten.

Besprochen werden außerdem eine Ausstellung zu Kunst und Kultur der Gandhara-Zeit in der Kunsthalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, ein Konzert der Berliner Philharmoniker in Zürich und eine Inszenierung von Arthur Millers "Hexenjagd" am Theater Basel.

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Die Tageszeitung, 23.02.2009

Die russische Menschenrechtlerin Svetlana Gannuschkina weist auf einer Tagesthemenseite auf die schreckliche Lage der Frauen in Tschetschenien hin. Immer häufiger werden sie kaltblütig exekutiert, weil sie nicht dem tschetschenischen Verhaltenskodex gehorchen. Gannuschkina zitiert den Präsidenten Kadyrow: "'Eine Frau muss wissen, wo ihr Platz ist. Sie muss uns ihre Liebe schenken. Der Mann ist ihr Eigentümer. Wenn eine Frau bei uns über die Stränge schlägt, wird sie von den Verwandten getötet. So sind unsere Sitten. Dass ein Bruder seine Schwester, ein Mann seine Frau tötet, das kann vorkommen. Als Präsident darf ich es nicht tolerieren, dass sie töten. Dann sollen aber die Frauen auch bitte keine Shorts tragen', sagte er in einem Interview mit der Zeitung Komsomolskaja Prawda."


Weiteres: Thomas Wagner begibt sich auf kulturanthropologische Spurensuche nach dem Karnevalistischen bei Mesopotamiern, Römern und Zulus. In einer Kolumne aus Rio de Janeiro beschreibt Miriam Janke die Stadt so: "Zickig ist sie nicht, die Diva, eher eine unglücklich gealterte Dame, die jetzt einen Buckel bekommen hat." Simone Kaempf bespricht Oliver Bukowskis Stück "Kritische Masse" am Hamburger Schauspielhaus.

Und Tom.

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Weitere Medien, 23.02.2009

(Via Achse des Guten) Der Wiener Kurier berichtet über das Swat-Tal in Pakistan, das von den Taliban übernommen wurde: "Die politische Elite des Swat-Tals, einst Hochburg der Volkspartei von Staatspräsident Zardari, ist vertrieben, nachdem die Taliban unliebsame Männer hängten und einer alleinerziehenden Mutter laut Neue Zürcher Zeitung die Kehle durchschnitten, weil sie ihre Kinder als Lehrerin durchzubringen versuchte. Bis zu 500.000 der 1,5 Millionen Einwohner sollen geflüchtet sein. Lehrer und Schuldirektoren werden von den Taliban mit dem Tod bedroht, sollten sie den Unterricht wieder aufnehmen. 40.000 Schülerinnen privater Schulen erhalten keinen Unterricht mehr."

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Spiegel Online, 23.02.2009

Bei den Oscars ist eigentlich alles so gelaufen, wie es allseits prognostiziert wurde, nur dass Mickey Rourke nicht als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde. Großer Sieger ist, wie annonciert, Danny Boyles "Slumdog Millionnaire. "Insgesamt achtmal wurde das Werk des britischen Regisseurs ausgezeichnet", berichtet Spiegel Online. Als bester Schauspieler wurde Sean Penn für seine Rolle als schwuler Politiker in "Milk" ausgezeichnet, und Gawker präsentiert die "Top Ten Moments Of Gayest Oscars Ever".

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Die Welt, 23.02.2009

"Das Konzept ist radikal, die Wirkung bezaubernd", schreibt Wibke Gerling: In Karlsruhe wurde Händels Oper "Radamisto" in der Regie von Sigrid t'Hooft nach alten Skizzen ganz genauso aufgeführt wie zu Zeiten Händels, mit allen Kostümen - und vor allem in Kerzenschein: "Die Steifheit der bemalten Kulissen, die Maskenhaftigkeit der weiß gepuderten, stark mit rot und schwarz geschminkten Gesichter wird durch Hunderte von Kerzen und Öllämpchen in lebendiges, weiches Licht getaucht. Sie hauchen den Farben Leben und Bewegung ein. Die Beleuchtung ist dabei erstaunlich wandelbar: Dunkelgolden und gedämpft glüht die erste Szene, wo der böse armenische Tyrann herrscht, in Schwarz und Gold gekleidet; sonnenhell und luftig schimmert das Licht im nächsten Bild, wenn es zu den sympathischen, in Weiß und Rot gekleideten Thrakern geht. Spiegel und farbige Filter machen die feinen Effekte auch mit Kerzen möglich."


Weitere Artikel: Thomas Lindemann erzählt im Aufmacher, dass die Krise auch an der Videospielindustrie nicht vorübergeht. Uwe Wittstock verfolgte das Kasseler "Komik-Kolloquium" zur Frage "Hat Jesus je gelacht?" Dankwart Guratzsch berichtet, dass Pariser Urbanisten und Regionalpolitiker in ihrem Vorhaben, ein Groß-Paris zu schaffen, in dem die Banlieue eingemeindet ist, auch das Vorbild des Ruhrgebiets studieren. Besprochen werden neue DVDs, darunter eine Box mit sämtlichen 83 Folgen des "Beatclubs". 

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2009

Auf der Medienseite berichtet Josef Oehrlein, wie Hugo Chavez die venezolanische Presse im Würgegriff hält - sofern sie ihm nicht eh schon total ergeben ist: "Mit dem 'Gesetz über die soziale Verantwortung' hat die Regierung ein Druckmittel in der Hand, um missliebige Journalisten an die strafrechtliche Kandare zu nehmen. Das Gesetz ist besonders tückisch, weil es keine eindeutigen Definitionen der Delikte enthält, wegen deren Journalisten belangt werden können. In den 171 Fällen von Angriffen auf die Meinungsfreiheit in den Medien, die von der Zivilorganisation Espacio Publico (Öffentlicher Raum) im Jahr 2007 in Venezuela registriert wurden, sind bei 42 Vorgängen Journalisten mit juristischen Mitteln verfolgt worden. In dreißig Fällen kam es zu physischen Attacken und Überfällen auf Medienvertreter."


Swantje Karich stand fürs Feuilleton mit "Tausenden" vor dem Pariser Grand Palais Schlange, um die Kunstsammlung von Yves Saint Laurent und Pierre Berge zu sehen, bevor sie versteigert wird. "Taugt unser Helge als Krisenkaspar?" fragt Oliver Jungen in der Leitglosse. Paul Ingendaay erzählt von einer Schmiergeldaffäre in Spanien, die auch die Familie des einstigen Staatschefs Aznar nicht unberührt lässt, denn der Hauptverdächtige, Francisco Correa, war Gast bei der pompösen Hochzeit von Aznars Tochter Anita. Während die Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen in den USA sich weiterentwickeln, suchen die Bürgerrechtsorganisationen neue Aufgaben, berichtet Katja Gelinsky. Teresa Grenzmann berichtet über Feierlichkeiten und Veranstaltungen zu Ehren von Michael Ende in Garmisch-Partenkirchen.

Die montäglichen Geburtstagsartikel sind dem japanischen Modeschöpfer Kenzo Takada, dem Architekten Frank Gehry und der Sopranistin Emma Kirkby gewidmet. In der Sonntags-FAZ warf sich Frank Schirrmacher wortreich für den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender in die Bresche, dessen Vertrag CDU/CSU nicht verlängern wollen.

Besprochen werden die Aufführung von "Schwarz Gold Rot" am Schauspiel Frankfurt, eine Ausstellung der Arbeiten der Villa-Massimo-Stipendiaten im Berliner Martin-Gropius-Bau und Peter Fox' CD "Stadtaffe".

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Süddeutsche Zeitung, 23.02.2009

Im Aufmacher denkt Heribert Prantl über die Enteignung als ultima ratio der aktuellen Krisenpolitik nach. Petra Steinberger schreibt einen Abgesang auf das Auto an und für sich, kommt dann aber zu dem Schluss, dass "das Auto seit seiner Erfindung sämtliche Krisen überlebt hat. Die Menschen haben immer wieder entschieden, noch mehr mit dem Auto zu fahren, unabhängig davon, ob die Politik das unterstützte oder nicht." Andrian Kreye verfolgte die Verleihung der Echos. Georg Diez resümiert die Veranstaltungen des Hauses der Kulturen der Welt zum Epochenjahr 1989. Susan Vahbzadeh schreibt zum siebzigsten Geburtstag von Peter Fonda. Tim B. Müller hat eine Berliner Tagung über akademische Freiheit heute zugehört.


In den "Nachrichten aus dem Netz" verweist Niklas Hofmann auf einen Artikel Henry Blodgets in seinem Blog "Silicon Alley Insider" - Blodget fragt sich, ob die Juristin Christine Varney, die von Barack Obama als Leiterin der Anti-Trust-Abteilung im US-Justizministerium eingesetzt wurde, gegen die Monopole von Google vorgehen wird.

Besprochen werden ein szenischer Abend mit Werken von Bartok, Schönberg und Heiner Müller in Stuttgart, neue DVDs, eine Austellung über die persische Stadt Isfahan um 1600 in London, Biljana Srbljanovics Stück "Barbelo, von Hunden und Kindern" im Schauspiel Essen und Bücher, darunter Essays des Stanforder Anglisten Franco Moretti.

Auf der Medienseite kommt Hans Leyendecker in der Frage des von der CDU möglicherweise bald geschassten ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender zu ähnlichen Ergebnissen wie Frank Schirrmacher im Feuilleton-Aufmacher der Sonntags-FAZ: missliche Herrschaft der Parteien über die öffentlich-rechtlichen Anstalten.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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