Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ein Arbeitsloser mit dem Namen Park Dae Seung

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

30.01.2009. Gegen einen Artikel von Richard J. Evans attestiert Karl-Heinz Bohrer in der SZ den Hitler-Attentätern eine "Höhe des sittlichen, charakterlichen und kulturellen Formats", die heutigen Politikern abgehe. Die FR bringt eine bisher unveröffentlichte Erzählung Mark Twains, in der dieser ein Gesetz über das Funktionieren von Öffentlichkeit formuliert. Die Welt beschreibt die wachsende Macht privater Opernagenturen. Die NZZ weiß, wer Minerva ist.

Die Welt, 30.01.2009

Manuel Brug schildert recht konkret die wachsende Macht privater Opernagenturen, die die staatlich subventionierten Häuser mit Komplett-Paketen samt Dirigenten und Sänger-Ensemble beliefern. Einfallstor sind dabei oft die Regisseure: "Die, die gut im Geschäft sind, könnten ihre im gesunden Fall maximal drei Neuinszenierungen pro Spielzeit eigentlich selbst aushandeln. Aber da ihnen die Vertragsverhandlungen immer lästiger und komplizierter werden (vor allem bei internationalen Koproduktionen), delegieren die Inszenatoren, die sich meistenteils längst als den Komponisten ebenbürtige Originalgenies sehen, das inzwischen gern an die in diesem Feld neuen Agenten. Und die werden natürlich nicht müde, gern Pakete zu schnüren, die dann wiederum die Sänger und Dirigenten aus hauseigenem Bestand mitvermitteln. Die Theater schlucken das offensichtlich. Als an der Deutschen Oper Berlin der nach noch nicht einmal zwei Spielzeiten glücklos ausgeschiedene Generalmusikdirektor Renato Palumbo herrschte, kamen auffällig viele Sänger aus der eher kleinen, aber zufällig auch ihn vertretenden italienischen Agentur Punto Opera."


Weiteres: Uta Baier berichtet, dass Wilhelm Leibls Gemälde "Baunermädchen ohne Hut" an die Erben seines einstigen Eigentümers, des Gubener Hutfabrikanten Alexander Lewin, zurückgegeben werden muss. Dankwart Guratzsch vermeldet, dass Edithas Grabmal in Magdeburg nicht wie angenommen leer ist, sondern tatsächlich einen Leichnam birgt. Sven Felix Kellerhoff bringt uns auf den neuesten Stand im Streit um den Nachdruck von NS-Blättern als "Zeitungszeugen". Holger Kreitling interviewt den Comic-Autor und neuerdings auch Regisseur Frank Miller, dessen Verfilmung von "The Spirit" nun ins Kino kommt. Ernst Cramer erinnert an den Religionsphilosophen Hans-Joachim Schoeps, der vor hundert Jahren geboren wurde. Ingolf Kern verabschiedet die Schauspielerin Christine Schorn, die nach vierzig Jahren die Bühne verlässt.

nach oben

Frankfurter Rundschau, 30.01.2009

Die FR veröffentlicht eine bisher unbekannte Erzählung Mark Twains. Darin formuliert er ein Gesetz über das Funktionieren von Öffentlichkeit: "Wird der Öffentlichkeit eine völlig neue und noch unerprobte politische Idee vorgelegt, sind die Leute zunächst ängstlich, verunsichert und zaghaft und werden anfänglich schweigen und sich nicht festlegen. Nur eine kleine Minderheit wird sich die Zeit nehmen und die neue Ansicht eingehend prüfen, um sich selbst eine Meinung zu bilden; die meisten werden abwarten, um zu sehen, wofür sich die Mehrheit entscheidet. Als sich vor einem dreiviertel Jahrhundert im Norden (der USA, d. Red.) die Bewegung gegen die Sklaverei formierte, fand sie dort zunächst kaum Zuspruch. Weder Presse noch Kirche, ja fast niemand interessierte sich dafür. Man schwieg, weil man Angst hatte, sich zu äußern und als Folge davon ausgestoßen zu werden, und nicht etwa, weil man die Sklaverei billigte." Die Erzählung wird demnächst in dem neuen amerikanischen Verlag Harper Studio veröffentlicht, dem Rüdiger Wischenbart seinen neuen Virtualienmarkt widmet.


Weitere Artikel: Sebastian Moll berichtet über die Hoffnungen der amerikanischen Kulturszene auf Obama. Besprochen werden eine neue CD der 17 Hippies (Hörproben) und Tschaikowskys "Pique Dame", inszeniert von Thilo Reinhardt an der Komischen Oper Berlin.

nach oben

Neue Zürcher Zeitung, 30.01.2009

In einem "Schauplatz Korea" erzählt Hoo Nam Seelmann, dass die koreanische Regierung ein probates Mittel gegen die Krise gefunden hat, die vom geheimnisumwitterten Blogger Minerva vorausgesagt worden war: "Als seine regierungskritischen und pessimistischen Blogs im Internet immer mehr Leser fanden, befürchtete die Regierung die Untergrabung des ohnehin schwindenden Vertrauens in die eigene Wirtschaftspolitik und kündigte an, ihn ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen. Sie wusste nicht mehr, wie sie sich gegen die subversive Kraft der Worte aus der virtuellen Welt wehren sollte, denen die Bürger mehr Glauben schenkten als den eigenen Verlautbarungen. Am 10. Januar wurde Minerva enttarnt, verhaftet und sein Geheimnis gelüftet." Und übrigens: "Minerva ist ein 31-jähriger Arbeitsloser mit dem Namen Park Dae Seung, der nur einen zweijährigen College-Besuch vorweisen kann."


Weitere Artikel: Patricia Grzonka nimmt das neue Porsche-Museum in Stuttgart in Augenschein. Joachim Güntner kommt auf das Verbot eines Reprints mit Nazizeitungen in Bayern zurück.

Besprochen werden die Ausstellung "Byzantium 330 bis 1453" in der Royal Academy of Arts in London, neue Alben und Installationen des japanischen Elektro-Künstlers Ryoji Ikeda und eine Biografie über Kurt Cobain.

nach oben

Der Freitag, 30.01.2009

Dirk F. Liesemer unterhält sich mit dem Autor Ilija Trojanow, der in seinem jüngsten Buch "Kampfabsage" zusammen mit seinem Mitautor Ranjit Hoskote für eine Mischung der Kulturen plädiert: "Wir stellen die hybriden kulturellen Energien dar, die uns alle und unsere Welt prägen. Was etwa als typisch europäisch gilt, speist sich aus sehr unterschiedlichen Quellen. Einige davon liegen im früheren muslimischen al-Andalus auf der iberischen Halbinsel, andere im arabisierten normannischen Königreich Sizilien."

nach oben

Jungle World, 30.01.2009

Scharf attackiert Klaus Bittermann die linke Solidarität mit der Hamas: "Der Hamas werden als nationaler Befreiungsbewegung Sympathien entgegengebracht, ohne zu erwähnen, dass sie mit Gewalt über den Alltag herrscht und dass, wer ihr in die Quere kommt, schnell in einer Folterzelle enden kann, und auch ohne ein Wort über die Ideologie der Hamas zu verlieren, die 'Die Protokolle der Weisen von Zion' für eine Aufklärungsschrift hält. Dass die Hamas ein religiös-fundamentalistischer Heimatvertriebenenverband ist, der die glei­che Blut-und-Boden-Ideologie wie die Nazis und eine widerwärtige Heldenverehrung betreibt - 'Palästina wird frei sein. Unser Blut wird seinen Boden tränken' -, scheint die Linke nicht zu stören... Mit den Opferbildern als Aufmacher das Leid der Zivilbevölkerung zu missbrauchen, um Propaganda gegen Israel zu treiben, damit erreicht man keine Aufklärung, sondern schürt nur den Hass auf Israel und die Juden."


Florian Eisheuer weiß zu berichten, dass zur antizionistischen Allianz aus islamistischen und linken Gruppen nun auch Verbande der türkischen Community gestoßen sind.

nach oben

Die Tageszeitung, 30.01.2009

Im Interview spricht John Sinclair, Manager der revolutionären Rockband MC 5 und Gründer der White Panther Party in Detroit über schwarze Musik und den drogenbewehrten Kampf gegen das Spießertum in den sechziger und siebziger Jahren. Der Behauptung, heute gehe es ja nur noch um die Pflicht auf Spaß und nicht mehr um Disziplin, widerspricht er entschieden: "Glaubt ihr das wirklich? Die Disziplin besteht darin, sich die neuesten Produkte zu kaufen, egal wie viel sie kosten und wie schrecklich sie auch sein mögen. Wenn du dir das alles leisten willst, besorgst du dir besser einen Job! Sonst wird das nichts mit den Piercings und 1000 Dollar teuren Jeans."


Weiteres: Tania Martini resümiert eine Veranstaltung der Akademie der Künste in Berlin, auf der Publizisten - darunter Franziska Augstein, Mathias Greffrath und Markus Ederer - über ein Ende der Globalisierung und Möglichkeiten für ein neues solidarisches Handeln diskutierten. Daniel Bax hangelt sich an der Achse des Afropop entlang und bespricht neue Alben von Chiwoniso, Amadou & Mariam und Oumou Sangare.

Auf der Meinungsseite beklagt Iris Hefets, dass deutsche Medien angeblich nur die israelfreundliche Haltung zum Nahostkonflikt des deutschen Zentralrats der Juden reproduzieren und anderen Stimmen zu wenig Raum geben. In tazzwei berichtet Philipp Gessler, wie Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats, auf die den Holocaust leugnenden katholischen Würdenträger reagiert: mit einem Abbruch des Dialogs mit den Katholiken. Nina Ernst schreibt eine kleine Kulturgeschichte des Tempos.

Hier Tom.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2009

Jürg Altwegg berichtet auf der ersten Feuilletonseite vom scharfen Protest rechtsintellektueller Katholiken wie Rene Girard gegen die Aufhebung der Ex-Kommunikation der unter Antisemitismus-Verdacht stehenden Pius-Brüder und insbesondere des Holocaust-Leugners Richard Williamson: "Nicht alle Religionen sind gleich, sagt Girard. Der Relativismus, der im Zentrum des Achtundsechziger-Denkens steht, ist auch das Kernproblem der zeitgenössischen Philosophie: Nicht alle Werte, Ideen, Meinungen sind gleich und gleichwertig. Gerade deswegen hat Girard den 'Aufruf gegen den Negationismus in der Kirche' unterschrieben. Man muss ihn durchaus als Petition des Protests gegen den Papst lesen. Formuliert haben ihn seine verlässlichsten Verbündeten in der Welt der Intellektuellen."


Weitere Artikel: Joachim Müller-Jung unterhält sich mit der dänischen Klima- und Energieministerin Connie Hedegard über die Klimafrage in Zeiten der Finanzkrise. Regina Mönch schildert die ihrer Meinung nach verheerende Integrationspolitik in Berlin, die etwa dazu führt, dass ein den fundamentalistischen Muslimbrüdern nahestehender Imam wie Ferid Heider auch noch öffentliche Fördergelder erhält. Hubert Spiegel denkt über mögliche Folgen der Finanzkrise für den deutschen Kulturbetrieb nach - der bisher verdächtig stillschweigt zum Thema. In der Glosse weiß Edo Reents mit Thomas Mann auf alle Fragen des Wirtschafts-Krisen-Gipfels in Davos eine Antwort. Mark Siemons erklärt, dass mit den Todesurteilen gegen die Hauptangeklagten der Milchpulver-Skandal in China noch keineswegs zu den Akten gelegt ist. Jürg Altwegg widmet dem französischen Verlag Gallimard zum hundertsten Geburtstag ein kleines Porträt. Marcel Reich-Ranicki gratuliert der Münchner Buchhändlerin Rachel Salamander zum Sechzigsten.

Besprochen werden eine Baden-Badener Inszenierung von Richard Strauss' "Rosenkavalier" mit Christian Thielemann am Dirigentenpult und Renee Fleming und Sophie Koch, die Ausstellung "Art of Two Germanys" in Los Angeles, Meisterwerke von Franz von Stuck in der Münchner Villa Stuck, Mohammad Farokhmaneshs Dokumentarfilm "Reich des Bösen - Fünf Leben im Iran" und Bücher, darunter Christa Bürgers Monografie zu "Goethes Eros" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 30.01.2009

In einer Polemik gegen einen SZ-Magazin-Artikel des Historikers Richard J. Evans fordert der konservative Literaturwissenschaftler Karl Heinz Bohrer, den Vorbildcharakter der moralischen Haltung Graf Stauffenbergs und des aristokratischen Widerstands zu würdigen - und nicht umstandslos gegen ihre politisch nicht korrekte Weltanschauung aufzurechnen: "So wie Georges, Jüngers und Benns präfaschistische Phantasien zugleich bedeutende Symbole der Moderne enthielten und also nicht einfach dem Verdikt des politischen Moralismus anheimfallen, so repräsentierten Stauffenberg und seine Freunde - in anderer Weise als der Kreis um die ebenso 'idealistischen' Geschwister Scholl - eine Höhe des sittlichen, charakterlichen und kulturellen Formats, von dem heutige Politiker und andere Mitglieder der Funktionselite nur träumen können."


Weitere Artikel: Holger Liebs weiß, dass die Google-Earth-Version des Prado im 19. Jahrhundert im Kunst-Diagnostiker Giovanni Morelli einen Vorläufer hatte. Vom Düsseldorfer Tanz-Festival "Temps d'Image" berichtet Melanie Suchy. Volker Breidecker erklärt, worum es bei einem Gerichtstermin um einen Romy-Schneider-Roman geht. Abgedruckt wird ein offener Brief (hier online nachzulesen, hier als pdf) von Dieter Borchmeyer, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, in dem er sich - im Namen der Akademie - gegen die Pläne eines Marstall-Erweiterungsbaus ausspricht. Heribert Prantl schreibt zum Tod des Juristen Werner Flume, der im Alter von 100 Jahren gestorben ist. Auf der Medienseite stellt Thomas Schuler Forschungsergebnisse zur Nazi-Vergangenheit des Verlegers Georg von Holtzbrinck vor.

Besprochen werden ein Münchner Konzert des Star-Pianisten Jewgenij Kissin (Joachim Kaiser war teils bezaubert), eine "Fliegender Holländer"-Inszenierung in Basel (Jörg Königsdorf sieht in Regisseur Philipp Stölzl "einen der wichtigsten Musiktheaterregisseure seiner Generation"), das Debütalbum der gehypten Schotten Glasvegas (Diedrich Diederichsen kennt Vorgeschichten), und Bücher, darunter Ludger Honnefelders Essay-Band "Woher kommen wir?" und - in, so ist zu erfahren, Friedrich Anis letzter Krimi-Kolumne - Neuausgaben von Leo Malets Nestor-Burma-Romanen (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Im heutigen SZ-Magazin unterhält sich Lars Reichardt mit Philip Roth.

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons