Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Federleichte Kosmologie

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

06.01.2009. Rhythmisch organisiert, beginnen die Wörter zu sprechen: Alle Zeitungen trauern um Inger Christensen. Die FAZ liest mit Begeisterung die Garcia-Marquez-Biografie des britischen Autors Gerald Martin. Im Perlentaucher schreibt Kenan Malik: 20 Jahre danach hat die Linke die Fatwa längst verinnerlicht.

Frankfurter Rundschau, 06.01.2009

Ina Hartwig schreibt in ihrem Nachruf auf die dänische Dichterin Inger Christensen: "Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin hat Mathematik, Chemie und Medizin studiert, und sie erfuhr dabei offenbar starken Impuls für ihre Dichtung. Es heißt, die Transformationsgrammatik Noam Chomskys habe ihre Sprachkonzeption - einer genetisch bedingten, universellen Hervorbringung - geprägt. Die Natur jedenfalls verstand sie als poetische Kraft, gleichberechtigt neben dem 'Alphabet', das sie umformte und das man durchaus als Chiffre ihres Dichtens verstehen darf. Ihr Verhältnis zur Welt ist nicht politisch 'engagiert', nicht 'hinweisend', sondern verträumt, rätselhaft, sphärisch - und nicht zu vergessen: witzig. Inger Christensens federleichte Kosmologie wirkt so naturwissenschaftlich wie beseelt, so fiktiv wie wirklich, so somnambul wie klar: Eine phantastische, durch enorme Musikalität auffallende Sprachbegnadung trägt dieses Werk, zu dem auch zwei Romane zählen." (Hier kann man einige ihrer Gedichte lesen und hören)


Der Bundesgerichtshof hat kurz vor Weihnachten die Inhaftierung von Onesphore Rwabukombe verfügt, ehemaliger Bürgermeister im nordruandischen Muvumba und der Teilnahme an den Massakern der Hutu-Milizen an Tutsi verdächtigt. Hans Christoph Buch nimmt das zum Anlass, die Hofierung des Tutsi-Regimes durch die Bundesregierung zu kritisieren. Seiner Ansicht nach ist deren "Entwicklungsdiktatur" in Ruanda kein Erfolg, "denn vom derzeitigen Wirtschaftsboom in Ruanda profitieren nur die Tutsi-Elite und die Nomenklatura des Regimes, während die Hutu-Mehrheit in Armut vegetiert, eingeschüchtert, rechtlos und willkürlichen Repressalien ausgesetzt".

Weitere Artikel: Claudia Pinl erzählt, wie die Namen von deutschen Autobahnraststätten, in den Sechzigern auf Anweisung von CDU-Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm umbenannt, die Erinnerung an die Kalte Heimat wach halten. In Times Mager zieht Stylvia Staude den Hut vor einer alten Dame.

Besprochen werden ein Konzert des belgischen Bl!ndman-Ensembles im Frankfurter Mousonturm und Erasmus Schöfers Roman "Die Kinder des Sisyfos" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Perlentaucher, 06.01.2009

20 Jahre Fatwa gegen Rushdie: Der britische Autor Kenan Malik setzt sich kritisch mit der westlichen Linken auseinander, die immer mehr zu einem vorauseilenden "Respekt" neigt, wie der Fall von Sherry Jones' Roman "Das Juwel von Medina" zeigt, der von Random House Amerika ohne den geringsten muslimischen Protest aus dem Programm genommen wurde: "Die nie gelernte Lektion aus der Rushdie-Affäre ist, dass sich die Linke ihre eigenen Ungeheuer geschaffen hat. Die linke Angst davor, andere zu beleidigen, hat eine Kultur der schnell Beleidigten entstehen lassen." Schlimmer noch: Was man als religiöse Aufwallung unter Multikulti-Vorbehalt stellte, war nichts als eine politische Machenschaft: "Die Fatwa war der iranische Versuch, die Initiative wieder an sich zu reißen, in einer Zeit, als der Iran nach seinem Rückzug aus dem Krieg mit dem Irak sein Gesicht verloren hatte und als politische Reformer in Teheran wieder Gewicht gewannen."

nach oben

Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2009

Als "große Sprachmusik, die rational seriell und organisch zugleich erklingt" beschreibt Beatrice von Matt die Lyrik der großen Dichterin Inger Christensen, die nun doch gestorben ist, ohne den Nobelpreis zu bekommen: "Inger Christensen war versessen auf Wörter jedweder Herkunft. Sie alle hätten teil am 'Gedicht der Welt'. So hat sie es in einem Essay formuliert. Das Entscheidende dabei: Man muss den Wörtern zuhören, ihrem Rhythmus und ihrer Musik, dann erst wird ihre Bedeutung freigesetzt. Rhythmisch organisiert, beginnen die Wörter zu sprechen."


Besprochen werden die Ausstellung "Art is Arp" im Musee d'Art moderne et contemporain in Straßburg, Terry Eagletons Improvisationen "Der Sinn des Lebens", die türkische Lyrik-Anthologie "Kultgedichte", Stefan Weidners Islam-Buch "Manual für den Kampf der Kulturen" und ein Interviewband mit Dario Fo "Die Welt, wie ich sie sehe" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

nach oben

Der Tagesspiegel, 06.01.2009

Zwischen den Jahren ist auch US-Krimilegende Donald Westlake alias Richard Stark gestorben. In einem letzten Gespräch mit Dennis Scheck erklärt er den Unterschied zwischen amerikanischen und französischen Autoren: "Wenn ein amerikanischer Autor über einen Bankräuber schreibt, dann braucht der Dieb immer das erbeutete Geld, um einem kleinen Mädchen im Rollstuhl die lang ersehnte Operation bezahlen zu können. Ein französischer Autor schreibt über einen Bankräuber, weil er Banken ausraubt, Punkt. Deshalb habe ich es als Kompliment aufgefasst, dass ich wie ein Franzose schreibe."

nach oben

Die Welt, 06.01.2009

Zwei gestandene Professoren verabschieden die Ära Gutenberg. Wolf Lepenies hält im Aufmacher allerdings daran fest, dass das physische Buch einige echte Vorteile gegenüber gesichtslosen und austauschbaren Datenträgern bietet. Michael Stürmer gibt zu bedenken, dass das virtuelle Universum sowohl unsere Kräfte zum Guten wie zum Bösen verstärkt. Hannes Stein schlägt in der Leitglosse vor, den Verzicht auf  alle Nazi-Vergleiche in die Reihe der guten Vorsätze für das Jahr 2009 aufzunehmen. Hanns-Georg Rodek porträtiert den Komponisten Max Richter, der für seine Musik in "Waltz with Bashir" den Europäischen Filmpreis bekam. Dorothe von Törne schreibt den Nachruf auf Inger Christensen.


Besprochen werden eine Ausstellung über Künstlerpaare in Köln, ein Auftritt des Mariinsky-Balletts in Baden-Baden und eine kostbare Edition von Texten der Stoa.

nach oben

Die Tageszeitung, 06.01.2009

Anne Peter stellt den Nachwuchsdramatiker des Jahres, den Österreicher Ewald Palmetshofer vor: "Man hat es hier nicht nur mit dem sprachlich wohl eigensinnigsten Jungdramatiker zu tun, sondern eben auch mit einem eminent politischen Kopf, der sich nicht mit der Faulheit der Welt abfindet."


Weiteres: Robert Misik erklärt, warum mit den Finanzen auch die mathematischen Berechnungsmethoden in die Krise geraten sind. Gemeldet wird der Tod der dänischen Dichterin Inger Christensen, die nun doch nicht mehr den Nobelpreis bekommen hat. Ralf Leonhard reicht den Nachruf auf Gert Jonke nach. Besprochen werden Steven Lee Beebers Buch "Die Heebie-Jeebies im CBGB", das den jüdischen Wurzeln des Punks nachgeht, sowie Neuerscheinungen zur freieren Arbeitsgestaltung.

Und noch Tom.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2009

Paul Ingendaay hat in englischer Sprache die große Biografie des Schriftstellers Gabriel Garcia Marquez gelesen, die die Bedeutung des Autors seiner Ansicht nach eindrucksvoll vor Augen führt: "Dass sie von Gerald Martin stammt, einem Experten für lateinamerikanische Literatur, hat nicht nur den Vorteil britischer Nüchternheit, sondern holt den schreibenden Weltstar auf den Boden der soziokulturellen Tatsachen zurück. Das macht ihn aber nicht kleiner, im Gegenteil. Martin argumentiert völlig überzeugend, dass Garcia Marquez die alles beherrschende Figur nach dem Verschwinden der großen Modernisten ist. Drohte sich die literarische Debatte der Nachkriegszeit zwischen Engagement und Elfenbeinturm zu verzetteln, rissen die Bücher des magischen Realismus entschlossen die Fenster auf und zeigten den etwas ausgemergelten Schriftstellern Europas und Nordamerikas, dass man beides haben konnte."


Harald Hartung schreibt den Nachruf auf die große dänische Lyrikerin Inge Christensen: "Eine wachsende Schar von Lesern hat 'alphabet' als Offenbarung empfunden: als ein Stück auflodernden Lebens und Explosion zugleich. Als ein Stück Natur und als ausgepichteste Kunst. Woher diese Wirkung? 'alphabet' bringt Mathematik und Linguistik, Sprache und Biologie zusammen. Zum einen die Folge des Alphabets, zum anderen die Fibonacci-Folge, nach der sich jedes folgende Glied aus der Summe der vorangehenden errechnet. Christensen verbindet beide Prinzipien ingeniös... Das Gedicht ist nicht bloß ein Baum, der Blätter treibt, es wuchert auch wie der Krebs, es explodiert wie das Weltall, ehe es wieder zu nichts wird."

Weitere Artikel: Hoch fliegen Christian Geyers Gedanken zum Thema Althaus-Skiunfall, über die "Steuerbarkeit von Gesellschaft, über die Planbarkeit von Sozialsystemen, über die Berechenbarkeit von Organisationen", nur zum Beispiel. Marcus Jauer hat das Leipziger Stasi-Akten-Archiv aufgesucht, wo er dann aber keine Spuren seiner Vergangenheit fand. Jürg Altwegg erstattet Bericht über die Antisemitismus-Shows des französischen Komikers Dieudonne, der jetzt auch noch dem "notorischen Auschwitz-Lügner" Robert Faurisson eine Medaille verlieh. In der Glosse muss Dirk Schümer konstatieren, dass in Italien im Fernsehen und beim Festival von San Remo (fast) alles beim Alten bleibt, wie seit Jahrzehnten. Axel Michaels berichtet, dass die neue maoistische Regierung Nepals gegen alle Tradition zwei nepalesische Tempelpriester eigenhändig berufen hat. Til Huber porträtiert die mit sieben Fatwas belegte Schriftstellerin Taslima Nasrin, der jetzt in Paris Obdach und Schutz gewährt wird.

Außerdem: Der neue, nicht ganz alltägliche Comic "Archetyp" von Ralf König beginnt heute mit dem einen oder anderen Strich.

Besprochen werden Nicolas Briegers Wiener Inszenierung von Thomas Bernhards "Der Schein trügt", die Ausstellung "Künstlerpaare" im Kölner Wallraf-Richartz-Museum, John Greaves' "Verlaine"-Album, und Bücher, darunter der nunmehr erschienene fünfte Band von Stephane Heuets Proust-Comic und Reiner Schürmanns Erzählung "Ursprünge" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 06.01.2009

Die Bayern dürfen nochmal ausschlafen: Dreikönigstag!

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons