Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 09.02.2010, 16.23 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Federleichte Kosmologie

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

06.01.2009. Rhythmisch organisiert, beginnen die Wörter zu sprechen: Alle Zeitungen trauern um Inger Christensen. Die FAZ liest mit Begeisterung die Garcia-Marquez-Biografie des britischen Autors Gerald Martin. Im Perlentaucher schreibt Kenan Malik: 20 Jahre danach hat die Linke die Fatwa längst verinnerlicht.

Frankfurter Rundschau, 06.01.2009

Ina Hartwig schreibt in ihrem Nachruf auf die dänische Dichterin Inger Christensen: "Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin hat Mathematik, Chemie und Medizin studiert, und sie erfuhr dabei offenbar starken Impuls für ihre Dichtung. Es heißt, die Transformationsgrammatik Noam Chomskys habe ihre Sprachkonzeption - einer genetisch bedingten, universellen Hervorbringung - geprägt. Die Natur jedenfalls verstand sie als poetische Kraft, gleichberechtigt neben dem 'Alphabet', das sie umformte und das man durchaus als Chiffre ihres Dichtens verstehen darf. Ihr Verhältnis zur Welt ist nicht politisch 'engagiert', nicht 'hinweisend', sondern verträumt, rätselhaft, sphärisch - und nicht zu vergessen: witzig. Inger Christensens federleichte Kosmologie wirkt so naturwissenschaftlich wie beseelt, so fiktiv wie wirklich, so somnambul wie klar: Eine phantastische, durch enorme Musikalität auffallende Sprachbegnadung trägt dieses Werk, zu dem auch zwei Romane zählen." (Hier kann man einige ihrer Gedichte lesen und hören)


Der Bundesgerichtshof hat kurz vor Weihnachten die Inhaftierung von Onesphore Rwabukombe verfügt, ehemaliger Bürgermeister im nordruandischen Muvumba und der Teilnahme an den Massakern der Hutu-Milizen an Tutsi verdächtigt. Hans Christoph Buch nimmt das zum Anlass, die Hofierung des Tutsi-Regimes durch die Bundesregierung zu kritisieren. Seiner Ansicht nach ist deren "Entwicklungsdiktatur" in Ruanda kein Erfolg, "denn vom derzeitigen Wirtschaftsboom in Ruanda profitieren nur die Tutsi-Elite und die Nomenklatura des Regimes, während die Hutu-Mehrheit in Armut vegetiert, eingeschüchtert, rechtlos und willkürlichen Repressalien ausgesetzt".

Weitere Artikel: Claudia Pinl erzählt, wie die Namen von deutschen Autobahnraststätten, in den Sechzigern auf Anweisung von CDU-Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm umbenannt, die Erinnerung an die Kalte Heimat wach halten. In Times Mager zieht Stylvia Staude den Hut vor einer alten Dame.

Besprochen werden ein Konzert des belgischen Bl!ndman-Ensembles im Frankfurter Mousonturm und Erasmus Schöfers Roman "Die Kinder des Sisyfos" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Perlentaucher, 06.01.2009

20 Jahre Fatwa gegen Rushdie: Der britische Autor Kenan Malik setzt sich kritisch mit der westlichen Linken auseinander, die immer mehr zu einem vorauseilenden "Respekt" neigt, wie der Fall von Sherry Jones' Roman "Das Juwel von Medina" zeigt, der von Random House Amerika ohne den geringsten muslimischen Protest aus dem Programm genommen wurde: "Die nie gelernte Lektion aus der Rushdie-Affäre ist, dass sich die Linke ihre eigenen Ungeheuer geschaffen hat. Die linke Angst davor, andere zu beleidigen, hat eine Kultur der schnell Beleidigten entstehen lassen." Schlimmer noch: Was man als religiöse Aufwallung unter Multikulti-Vorbehalt stellte, war nichts als eine politische Machenschaft: "Die Fatwa war der iranische Versuch, die Initiative wieder an sich zu reißen, in einer Zeit, als der Iran nach seinem Rückzug aus dem Krieg mit dem Irak sein Gesicht verloren hatte und als politische Reformer in Teheran wieder Gewicht gewannen."

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Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2009

Als "große Sprachmusik, die rational seriell und organisch zugleich erklingt" beschreibt Beatrice von Matt die Lyrik der großen Dichterin Inger Christensen, die nun doch gestorben ist, ohne den Nobelpreis zu bekommen: "Inger Christensen war versessen auf Wörter jedweder Herkunft. Sie alle hätten teil am 'Gedicht der Welt'. So hat sie es in einem Essay formuliert. Das Entscheidende dabei: Man muss den Wörtern zuhören, ihrem Rhythmus und ihrer Musik, dann erst wird ihre Bedeutung freigesetzt. Rhythmisch organisiert, beginnen die Wörter zu sprechen."


Besprochen werden die Ausstellung "Art is Arp" im Musee d'Art moderne et contemporain in Straßburg, Terry Eagletons Improvisationen "Der Sinn des Lebens", die türkische Lyrik-Anthologie "Kultgedichte", Stefan Weidners Islam-Buch "Manual für den Kampf der Kulturen" und ein Interviewband mit Dario Fo "Die Welt, wie ich sie sehe" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Der Tagesspiegel, 06.01.2009

Zwischen den Jahren ist auch US-Krimilegende Donald Westlake alias Richard Stark gestorben. In einem letzten Gespräch mit Dennis Scheck erklärt er den Unterschied zwischen amerikanischen und französischen Autoren: "Wenn ein amerikanischer Autor über einen Bankräuber schreibt, dann braucht der Dieb immer das erbeutete Geld, um einem kleinen Mädchen im Rollstuhl die lang ersehnte Operation bezahlen zu können. Ein französischer Autor schreibt über einen Bankräuber, weil er Banken ausraubt, Punkt. Deshalb habe ich es als Kompliment aufgefasst, dass ich wie ein Franzose schreibe."

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Die Welt, 06.01.2009

Zwei gestandene Professoren verabschieden die Ära Gutenberg. Wolf Lepenies hält im Aufmacher allerdings daran fest, dass das physische Buch einige echte Vorteile gegenüber gesichtslosen und austauschbaren Datenträgern bietet. Michael Stürmer gibt zu bedenken, dass das virtuelle Universum sowohl unsere Kräfte zum Guten wie zum Bösen verstärkt. Hannes Stein schlägt in der Leitglosse vor, den Verzicht auf  alle Nazi-Vergleiche in die Reihe der guten Vorsätze für das Jahr 2009 aufzunehmen. Hanns-Georg Rodek porträtiert den Komponisten Max Richter, der für seine Musik in "Waltz with Bashir" den Europäischen Filmpreis bekam. Dorothe von Törne schreibt den Nachruf auf Inger Christensen.


Besprochen werden eine Ausstellung über Künstlerpaare in Köln, ein Auftritt des Mariinsky-Balletts in Baden-Baden und eine kostbare Edition von Texten der Stoa.

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Die Tageszeitung, 06.01.2009

Anne Peter stellt den Nachwuchsdramatiker des Jahres, den Österreicher Ewald Palmetshofer vor: "Man hat es hier nicht nur mit dem sprachlich wohl eigensinnigsten Jungdramatiker zu tun, sondern eben auch mit einem eminent politischen Kopf, der sich nicht mit der Faulheit der Welt abfindet."


Weiteres: Robert Misik erklärt, warum mit den Finanzen auch die mathematischen Berechnungsmethoden in die Krise geraten sind. Gemeldet wird der Tod der dänischen Dichterin Inger Christensen, die nun doch nicht mehr den Nobelpreis bekommen hat. Ralf Leonhard reicht den Nachruf auf Gert Jonke nach. Besprochen werden Steven Lee Beebers Buch "Die Heebie-Jeebies im CBGB", das den jüdischen Wurzeln des Punks nachgeht, sowie Neuerscheinungen zur freieren Arbeitsgestaltung.

Und noch Tom.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2009

Paul Ingendaay hat in englischer Sprache die große Biografie des Schriftstellers Gabriel Garcia Marquez gelesen, die die Bedeutung des Autors seiner Ansicht nach eindrucksvoll vor Augen führt: "Dass sie von Gerald Martin stammt, einem Experten für lateinamerikanische Literatur, hat nicht nur den Vorteil britischer Nüchternheit, sondern holt den schreibenden Weltstar auf den Boden der soziokulturellen Tatsachen zurück. Das macht ihn aber nicht kleiner, im Gegenteil. Martin argumentiert völlig überzeugend, dass Garcia Marquez die alles beherrschende Figur nach dem Verschwinden der großen Modernisten ist. Drohte sich die literarische Debatte der Nachkriegszeit zwischen Engagement und Elfenbeinturm zu verzetteln, rissen die Bücher des magischen Realismus entschlossen die Fenster auf und zeigten den etwas ausgemergelten Schriftstellern Europas und Nordamerikas, dass man beides haben konnte."


Harald Hartung schreibt den Nachruf auf die große dänische Lyrikerin Inge Christensen: "Eine wachsende Schar von Lesern hat 'alphabet' als Offenbarung empfunden: als ein Stück auflodernden Lebens und Explosion zugleich. Als ein Stück Natur und als ausgepichteste Kunst. Woher diese Wirkung? 'alphabet' bringt Mathematik und Linguistik, Sprache und Biologie zusammen. Zum einen die Folge des Alphabets, zum anderen die Fibonacci-Folge, nach der sich jedes folgende Glied aus der Summe der vorangehenden errechnet. Christensen verbindet beide Prinzipien ingeniös... Das Gedicht ist nicht bloß ein Baum, der Blätter treibt, es wuchert auch wie der Krebs, es explodiert wie das Weltall, ehe es wieder zu nichts wird."

Weitere Artikel: Hoch fliegen Christian Geyers Gedanken zum Thema Althaus-Skiunfall, über die "Steuerbarkeit von Gesellschaft, über die Planbarkeit von Sozialsystemen, über die Berechenbarkeit von Organisationen", nur zum Beispiel. Marcus Jauer hat das Leipziger Stasi-Akten-Archiv aufgesucht, wo er dann aber keine Spuren seiner Vergangenheit fand. Jürg Altwegg erstattet Bericht über die Antisemitismus-Shows des französischen Komikers Dieudonne, der jetzt auch noch dem "notorischen Auschwitz-Lügner" Robert Faurisson eine Medaille verlieh. In der Glosse muss Dirk Schümer konstatieren, dass in Italien im Fernsehen und beim Festival von San Remo (fast) alles beim Alten bleibt, wie seit Jahrzehnten. Axel Michaels berichtet, dass die neue maoistische Regierung Nepals gegen alle Tradition zwei nepalesische Tempelpriester eigenhändig berufen hat. Til Huber porträtiert die mit sieben Fatwas belegte Schriftstellerin Taslima Nasrin, der jetzt in Paris Obdach und Schutz gewährt wird.

Außerdem: Der neue, nicht ganz alltägliche Comic "Archetyp" von Ralf König beginnt heute mit dem einen oder anderen Strich.

Besprochen werden Nicolas Briegers Wiener Inszenierung von Thomas Bernhards "Der Schein trügt", die Ausstellung "Künstlerpaare" im Kölner Wallraf-Richartz-Museum, John Greaves' "Verlaine"-Album, und Bücher, darunter der nunmehr erschienene fünfte Band von Stephane Heuets Proust-Comic und Reiner Schürmanns Erzählung "Ursprünge" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 06.01.2009

Die Bayern dürfen nochmal ausschlafen: Dreikönigstag!

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Notschrei eines blutjungen Originalgenies

09.02.2010. Das Wall Street Journal attackiert das "German Cultural Appeasement". Das Chinese Law Prof Blog bringt Liu Xiaobos Rede vor dem Gericht, das ihn zu elf Jahren verurteilte: eine Weigerung zu hassen. Die FR bejubelt das Comeback des Gil Scott-Heron. Die FAZ bringt: Hegemann - Hermeneutik und Kritik. Die NZZ bilanziert die Auswirkungen des Erdbebens auf die Kulturlandschaft Haitis.  Und die Welt fragt: Was machen Niall Ferguson und Ayaan Hirsi Ali denn da? Schmusen die? Mehr lesen

Härteste Türpolitik

08.02.2010. Das Blog Gefühlskonserve hat herausgefunden, dass Helene Hegemanns Roman "Axolotl" ein bisschen arg von dem Untergrundroman "Strobo" des Bloggers Airen inspiriert ist. Große Aufregung! Vielleicht lernen die aus dem Internet jetzt auch, was Urheberrecht ist, hofft die FAZ. In der FR beschreibt der italienische Staatsanwalt Roberto Scarpinato, wie Zersetzung des Staats und Aufstieg der Mafia zusammenhängen. Inszenierung des Wochenendes: Koltes' "Quai West" in der Regie von Andrea Breth in Wien. Mehr lesen

Verhängt die Fenster

06.02.2010. In der FAZ sieht Stephen Baker das menschliche Gehirn auf dem Rückzug. Die NZZ fragt, ob Apple das Internet in kleine herstellerabhängige Netze zerschlagen wird. Die Welt trifft die Deutschen in der Kälteregion des Daseins. Die taz erkennt mit Thea von Harbou auf die List der Geschichte. In der FR beklagt Ulrich Beck die McDonaldisierung der Universitäten. Der Tagesspiegel begibt sich auf die Spur des Clans, der Hatun Sürücü ermorden ließ. Und im Perlentaucher unterstützt Herta Müller die Forderung nach dem Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo. Mehr lesen

Pneumatische Prozesse

05.02.2010. Die Welt staunt über Pat Metheny, der sich mit großem Tüftleraufwand ein Orchestrion zusammenbauen ließ. In der NZZ denkt Thomas Hettche über das Soldatische, aber auch über den Pergamon-Altar nach. Die FR fordert ein Wahlrecht für Migranten. Die FAZ begleitet Österreich in seinem verzweifelten Ringen um Restsouveränität. Die SZ erklärt, wie man Regeln der Scharia übernimmt, ohne den Rechtsstaat zu verraten.  Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Wie Einbrecher in der Nacht

04.02.2010. Im Tagesspiegel erklärt der Pädophilie-Experte Klaus Beier, warum die katholische Kirche eine solche Anziehung auf Pädophile hat. Immer schon, wie die SZ vermerkt. Der Freitag bemüht sich um Differenzierung beim Islam: Dschihad heißt sich abmühen. Die taz wäre gegen die Burka, wenn es nicht islamfeindlich wäre, gegen die Burka zu sein. In der Zeit erklärt Werner Herzog, warum er keine andere Wahl hat als Filme zu machen. Die FAZ ermisst den realen Ernst der virtuellen Lage. Mehr lesen

So viel wie ein junges Nashorn

03.02.2010. Wie uralt ist diese Bundesrepublik!, ruft die Welt nach Ansehen einer DVD-Edition mit Kulturfilmen von Bernhard Grzimek. Ebenfalls in der Welt empfiehlt Zafer Sencoak in der aktuellen Islamdebatte einen Blick auf die Türkei. Die FR berichtet vom Fajr Film Festival in Teheran, das von den Juroren boykottiert wird. Auf den Seiten des amerikanischen PEN Clubs schlägt Kwame Anthony Appiah den Autor und Dissidenten Liu Xiaobo für den Friedensnobelpreis vor. Die chinesische Regierung warnt vor dieser Idee. Mehr lesen

Irgendwo in einer fernen Wolke

02.02.2010. Anders als die Kritikophoben gehen die Islamkritiker ein persönliches Risiko ein, meint die NZZ. Nichts ist wohlfeiler als Kritik am Islam, meint dagegen Stefan Weidner im Rheinischen Merkur.  Die FR fühlt sich von der Islamdebatte verstört. Spiegel Online berichtet über die geheimen Verhandlungen zum internationalen Copyright-Abkommen ACTA. In der FAZ sieht der New York Times-Redakteur John Markoff den Ipad auch als ein Statement gegen die sozialen Netze. Mehr lesen

Vermutlich wurde er ermordet, vermutlich in Tokio

01.02.2010. Die Washington Post enthüllt, wie viele CDs man verkaufen muss, um auf Platz 1 der amerikanischen Klassikcharts zu landen. Die Beliebigkeit der Literaturkritik ist nicht nur ökonomischem Druck geschuldet, findet die Jungle World. In der NZZ erzählt Angelika Overath von der Verfertigung eines Schulhausromans in Sankt Moritz. Die Zerstörung in Haiti bestürzt mehrere Feuilletons. Die SZ legt nach im Islam-Streit. Die Berliner Zeitung bekennt in der gleichen Sache ihre Ratlosigkeit. Mehr lesen

Circa anderthalb goddamns pro Seite

30.01.2010. In der Welt polemisiert Ulrike Ackermann gegen einen Staat, der uns aus lauter Liebe lauter Freiheiten nimmt.  Die NZZ erinnert an den brasilianischen Journalisten Euclides da Cunhas, dessen Buch "Krieg im Sertao" von 1902 die Schrecken des 20. Jahrhunderts ankündigte. In der FAZ verteidigt Sonja Margolina das Recht auf Islamkritik. Die FR bringt einen Essay Salman Rushdies über die siebte Tosünde - die Trägheit. In der SZ staunt Joachim Kaiser über Maurizio Pollini, der alles richtig macht. Außerdem wird in einigen Zeitungen noch J.D. Salinger gewürdigt. Mehr lesen

Und am Ende siegt immer diese Traurigkeit

29.01.2010. Im Hinblick auf den kommenden Tory-Sieg in Großbritannien informiert die NZZ schon mal über die angesagten Gummistiefelmarken zum Abschreiten der Landsitze. In der Berliner Zeitung wünscht sich Berlinale-Chef Dieter Kosslick Slow Filmfood. Für die FAZ ist jetzt ganz klar: Netz ändert Hirn. Carta fragt: Wer zahlt eigentlich Hotel und Jahrgangswein, wenn Vattenfall "Führende Medienmacher" zum Plausch einlädt? Die SZ bringt eine Sonderseite zu Ruhr 2010. Mehr lesen

Ein Fünkchen Leben, ein bisschen Idiotie

28.01.2010. Der Freitag polemisiert gegen den "postkolonialen Feminismus", der einen Abbau von Frauenrechten gutheißt, jedenfalls in anderen Kulturen. Das Ipad ist da: Gizmodo gibt Tipps für den Gebrauch. Im Tagesspiegel sieht die Juristin Sibylle Tönnies das Verbot der Burka in öffentlichen Gebäuden als Maßnahme in der Nachfolge des französischen Revolutionsterrors. Die Zeit geht in Dantes Hölle spielen. Mehr lesen

Nur Frankfurt kam mit keinem Wort vor

27.01.2010. Für die Welt ist Andrzej Stasiuk nach Belzec gefahren, wo es kaum noch Spuren des ehemaligen Todeslagers gibt. Im Guardian erklärt Chefredakteur Alan Rusbridger, warum er eine Paywall ablehnt: Seine Zeitung würde Millionen Leser verlieren. In der New Republic plädiert Lawrence Lessig gegen das Google Book Settlement. Alle waren beim Suhrkamp-Empfang in Prenzlauer Berg. Auch Martin Walser. Bei Spiegel Online erklärt Henryk Broder, dass er seine Karriere als Hassprediger aufgeben und jetzt Taliban werden will. Mehr lesen

Mit einem Martini und einem Orden

26.01.2010. Die FR bringt eine Diskussion über den Afghanistan-Einsatz. Die New York Times staunt über die Diskriminierung arbeitender Mütter in Deutschland. Netzpolitik und das 1 & 1-Blog diskutieren geplante Jugendschutzmaßnahmen, die es den Anbietern auferlegen, ausnahmslos jederzeit sämtliche Inhalte zu kontrollieren. Die Welt staunt über Brecht, der einen Kult für Kälte mit einer Abneigung gegen harte Butter in Einklang brachte. In der SZ spricht Jimmy Wales über die Erzeugung von Objektivität in der Wikipedia - dank der englischen Sprache. Die taz-Feministinnen zupfen weiter am Kopftuch. Stephan Grigat fordert in der Presse eine linke Kritik an der islamischen Menschenzurichtung. Mehr lesen

Menschenfreundliche Wortwundverbände

25.01.2010. In der Berliner Zeitung klagt Wolfgang Benz über den "Hass", der ihm entgegenschlug. Im Tagesspiegel erklärt Henryk Broder, warum er es als Kompliment begreift, wenn ihn deutsche Feuilletonisten als "Hassprediger" bezeichnen. Die SZ berichtet über eine Kontroverse um Yannick Haenels Roman "Jan Karski". Die FAZ bringt einen Lobgesang auf den Jungdramatiker Nis-Momme Stockmann.  Und die Welt stellt den Autor Markus Albers vor, der sich künftig selbst verlegt. Mehr lesen

Tempel des digitalen Zeitalters

23.01.2010. Die taz erklärt, warum Feminismus und Islamkritik sich vielleicht doch nicht ausschließen müssen. Die FR fordert nach Lektüre von Seyran Ates neuem Buch mehr Differenzierung bei der Betrachtung des Islam. Die NZZ feiert Conlon Nancarrows hochkomplexe Musik für mechanische Klaviere. In der Welt begrüßen Berliner Suhrkamp-Autoren ihren Verlag im neuen Domizil und geben Überlebenstipps für die Hauptstadt. In der SZ warnt Jaron Lanier vor dem maoistischen Google. In der FAZ erkennt Frank Schirrmacher in Google eine Akademie der Aufklärung. Mehr lesen

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