Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Die Endfalle
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
31.12.2008. In der FR warnt Rolf Hochhuth: Wir sollen Russland nicht einfach auf Weisung der Amerikaner ein Drittel seines Territoriums (auch Ukraine genannt) wegnehmen! In der SZ schildert Stefan Weidner die Erfolge der Hamas vor der Bombardierung durch Israel. In der FAZ nehmen David Grossman und Fania Oz-Salzberger Stellung zum Gaza-Krieg. Die Zeit sondiert Poes poetologische Poesitionen. Und wir wünschen allen Perlentaucher-Lesern einen guten Rutsch!
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Aus den Blogs, 31.12.2008
(Aktualisierung vom 2. Januar: Auf der Suche nach Informationen zum gemeinsamen Auftritt des französischen Komikers Dieudonne und des Holocaust-Leugners Robert Faurisson haben wir hier am 31. Januar, ohne es zu bemerken, auf eine rechtsextreme Seite namens "The Civic platform" verlinkt, die den Westen als genetisch überlegen ansieht und meint, dass "Rasse Kultur prägt", ein Gedankengut, das der Perlentaucher selbstverständlich verabscheut. Der Auftritt Dieudonnes, der in den auf Youtube kursierenden Videos akustisch kaum zu verstehen ist, wurde hier resümiert, inhaltlich offensichtlich korrekt, aber nicht ohne rechtsextreme Schlagseite wie uns bei einer zweiten, weniger oberflächlichen Lektüre auffällt. Wir entfernen diesen Link, weil er der Seite einen "Google Juice" verschafft, den wir ihr nicht wünschen. Und entschuldigen uns für das aus dem mogendlichen Stress zu erklärende Versehen.)
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Frankfurter Rundschau, 31.12.2008
Der Dramatiker Rolf Hochhuth hat sich einige geostrategische Gedanken über die Nato-Osterweiterung gemacht und ist sich mit Helmut Schmidt ganz einig, dass man einer Großmacht - gemeint ist Russland - nicht einfach ein Drittel "ihres europäischen Territoriums" abwirbt - gemeint ist die Ukraine. "Dass Amerikaner ohne Not die Russen lebensgefährlicher herausfordern, als die je seit Hitler bedroht wurden; dass der US-Rüstungsindustrie die Gewissheit bleibt, dieser ihr Wiederaufstieg werde ihr selber keine einzige Fensterscheibe demolieren - ist nur eine Seite der Medaille. Die andere: Kontinental-Europäer können dem nur zustimmen, soweit sie so verrückt geworden sind, einem selbstmörderischen Todestrieb zu folgen - völlig bewusstlos, denn mindestens in Deutschland wird ja nicht einmal gesprochen über die Endfalle, in die wir jetzt auf Weisung Washingtons hineintappen!" Außerdem seien die Ukrainer doch "seit aberhundert Jahren Russen".
Weiteres: Vilnius wird zusammen mit Linz europäische Kulturhauptstadt 2009, doch wie Hannes Gamillschegg berichtet, scheint Litauens drohender Staatsbankrott ein wenig die große Feier zu verderben: Bis zur Hälfte der Gelder sollen gestrichen werden. In Times mager gratuliert Sylvia Staude zum Neunzigsten J.D. Salinger, der Gerüchten zufolge auch 40 Jahre nach seiner letzten Verlffentlichung noch jeden Tag an seiner Schreibmaschine sitzt und schreibt. Ulrich Rüdenauer schreibt zum Tod des Trompeter Freddie Hubbard.
Besprochen werden Jon Avnets Krimi "Kurzer Prozess - Righteous Kill" und Kenneth Bis Martial-Arts-Drama "Die Reise des chinesischen Trommlers.
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Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2008
Andrea Köhler weiht uns - inspiriert von Bernard Madoff - in die Kunst der Hochstapelei ein, zu deren wichtigsten Regeln etwa gehört, dass jeder Schwindler mehr Leute ruiniert als sein Vorgänger: "Was uns am Hochstapler so fasziniert, ist freilich nicht allein seine Fähigkeit, andere Menschen zu täuschen, sondern vielmehr die Blauäugigkeit seiner Opfer. Der Hochstapler gibt uns das unheimliche Gefühl, dass wir dümmer sind, als wir ahnen. Sind wir nicht irgendwie alle Schuldner eines gigantischen Ponzi-Schemas?"
Außerdem gibt die Redaktion einen zweiseitigen Rückblick auf die kulturellen Highlights des Jahres. Besprochen werden die beiden Gerhard-Richter-Ausstellungen im Kölner Museum Ludwig und im Museum Morsbroich in Leverkusen.
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Die Welt, 31.12.2008
Wieland Freund schreibt zum 90. des amerikanischen Schriftstellers J.D. Salinger. Besprochen werden eine Wikinger-Ausstellung in Speyer, Jon Avnets Film "Kurzer Prozess" mit Robert de Niro (Wer den Film sehen will, sollte diese Besprechung nicht lesen, denn gleich im ersten Satz wird der Mörder verraten! Alle anderen lesen hier), eine Filmbiografie Francoise Sagans (mehr hier) und ein Dokumentarfilm über Christoph Schlingensief, "Die Piloten".
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Die Tageszeitung, 31.12.2008
Anhand drei ausgewählter Exempel - "Obama gewählt, Kapitalismus hin, Haider tot" - bilanziert Robert Misik unter der Überschrift "Ende der Voodoo-Ökonomie" das vergangene Jahr und kommt zu der trockenen Erkenntnis: "Es ist eine stetige narzisstische Kränkung für das vernünftige Subjekt, dass der Eigensinn eines Systems bedeutendere Implikationen für die Weltläufe hat als das bewusste Handeln der Individuen. Aber so ist es, kühl betrachtet."
Außerdem: Die Israelis sollten verhandeln, nicht zurückschießen, glaubt Ulrich Gutmair. Besprochen wird Diane Kurys Film "Bonjour Sagan" über die französische Bestsellerautorin Francoise Sagan.
Und Tom.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2008
Die Redaktion hat den im Jahr 1981 geborenen Schriftsteller Jörg Albrecht gebeten, im Anschluss an Stefan Zweigs (Jg. 1881) "Die Welt von gestern" seine Überlegungen über die Zukunft zu notieren. Der Text heißt "The world of morgen" und auf Zweig nimmt er konsequenterweise gar nicht Bezug. Auf das Netz schon: "Erkennen, dass das, was im Web passiert, nur zeigt, wie Identität funktioniert, immer, und dass für die Menschen der vergangenen Jahrhunderte diese Möglichkeit im Dunkeln blieb, weitgehend... Mark Terkessidis sagt: Eine Gruppe, die sich nicht mehr über eine gemeinsame Vergangenheit, sondern über eine gemeinsame Zukunft definiert. Von meiner Vergangenheit brauche ich nichts, nur, was sowieso gespeichert ist."
In einem Pro und Contra plädiert der israelische Schriftsteller David Grossman für die einseitige Einstellung der gegenwärtigen Kriegshandlungen im Nahen Osten: "Dieses eine Mal sollten wir versuchen, gegen unsere eingeübten Reflexe zu handeln. Gegen die tödliche Logik militärischer Stärke und die Dynamik der Eskalation." Die Historikerin Fania Oz-Salzberger sieht dagegen keinen Grund zur Zurückhaltung: "Zum Schaden ihres eigenen Volkes sind die Hamasführer Haled Mash'al und Ismail Hanieh nicht bereit, Frieden oder Kompromisse einzugehen. Wie ihr Freund, der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, wollen sie Israel tot. So einfach ist die Sache."
Weitere Artikel: Ute Thiel freut sich, dass wenigstens Herculaneum jetzt einen Mäzen gefunden hat, der, anders als in Pompeji, den rasanten Verfall der ausgegrabenen Stadt verhindert. In der Glosse kommentiert jbm. die Auskunft Claudio Abbados, er werde an die Mailänder Scala zurückkehren, wenn man neunzigtausend Bäume für ihn pflanze. Paul Ingendaay gratuliert dem Autor J.D. Salinger zum Neunzigsten. Wolfgang Sandner schreibt zum Tod des Jazztrompeters Freddie Hubbard. Michael Alten hat einen Nachruf auf die Hollywood-Schauspielerin Ann Savage verfasst: "Savage hatte eine eigene Seite bei MySpace, in der sie ihre Interessen neben der Schauspielerei folgendermaßen zusammenfasste: 'Flying, guns, diamonds. Men, movies, mountains.' Das ist gleichzeitig der Stoff, aus dem ihre Filme gemacht sind."
Besprochen werden nur Bücher, darunter Niccolo Amanitis Roman "Wie es Gott gefällt" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Die Zeit, 31.12.2008
Auf bisher ungeklärtem Wege ist die Zeit vor allen anderen Medien an die Information gelangt, dass Edgar Allen Poe am 19. Januar seinen 200. Geburtstag feiern würde. Die Feuilleton-Redaktion hat sich in der Weihnachtswoche mächtig ins Zeug gelegt, um eine aktuelle Poe-Spezialnummer zusammenzustellen. Den Aufmacher schreibt Peter Kümmel. Auch Ulrich Greiner versucht, "Poe zu fassen". Evelyn Finger liest noch einmal Poes poetologische Schriften. Katja Nicodemus unterhält sich mit Roger Corman über seine Poe-Verfilmungen. Der Autor Sherko Fatah schreibt eine Liebeserklärung an Edgar Allen Poes Roman "Der Bericht des Arthur Gordon Pym". Jens Jessen erinnert an die Verdienste Baudelaires um Poe. Pia Frankenberg besucht Poes letzte Bleibe in der Bronx.
Im Aufmacher des Literaturteils unterhält sich Susanne Mayer mit der schwedischen Autorin Kerstin Ekman. Und Elisabeth von Thadden bereitet uns innerlich auf Jubiläen des Jahres 2009 vor, die sich im nächsten Jahr gewiss wieder in Zeit-Dossiers auswirken werden.
Im politischen Teil schreibt Josef Joffe den Nachruf auf Samuel Huntington. Im Wirtschaftsteil berichtet Götz Hamann über Bernd Kundruns "Abschied auf Raten" von Gruner und Jahr. Die Wissen-Seiten sagen anlassgemäß "Danke, Darwin".
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Süddeutsche Zeitung, 31.12.2008
Der Islamwissenschaftler Stefan Weidner hat einige Zeit vor den jüngsten Ereignissen den Gaza-Streifen besucht und schildert den Alltag in diesem tragischen Zipfel Land: "Die Machtübernahme der Hamas bedeutete vor allem einen Austausch der Führungseliten, eine Neuverteilung der Posten und Pöstchen. Die neuen Leute sind hoch motiviert und in der Regel gut ausgebildet; die organisatorischen Fähigkeiten der Hamas scheinen beträchtlich. Nach der Machtübernahme ist im Gaza-Streifen trotz des heftigen Widerstandes der Fatah-Anhänger und der weitgehenden Blockade kein Chaos ausgebrochen. Die Mafia-ähnliche Position einiger Familienclans, mit denen sich die Fatah stets arrangiert hatte, konnte die Hamas brechen, und als die aus Westjordanland bezahlten Lehrer von der Fatah aus zum Streik aufgerufen wurden, gelang es mithilfe von Studenten der jetzt zerbombten Islamischen Universität, den Unterricht an den meisten Schulen aufrechtzuerhalten. Dennoch scheint die Hamas nicht sehr beliebt."
Weitere Artikel: Auf der Aufmacherseite versucht die Feuilletonredaktion in kurzen Schnipseln "Ideen, die uns bleiben" aus diesem Jahr auszusieben. Dazu zählen seltsamerweise "alte Experten", wie sie bei Maischberger unken dürfen, aber auch Stimmverfremdungstechniken in der neuesten Popmusik und das E-Book und nicht viel mehr. Karl Bruckmaier schreibt zum Tod des Jazztrompeters Freddie Hubbard.
Auf der Filmseite memorieren Filmkritiker der SZ ihre "Magic Moments" des Jahres 2008. Besprochen wird Diany Kurys' Biopic über Francoise Sagan (mehr hier). Auf der Literaturseite werden "vier Bestseller 2009, denen man es nicht zugetraut hätte" versprochen, seltsamerweise handelt es sich dabei aber um Bestseller des Jahres 2008: "Feuchtgebiete", "Warum unsere Kinder Tyrannen werden" von Michael Winterhoff, Uwe Tellkamps "Turm" und Richard David Prechts "Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?" Ijoma Mangold denkt über die Magie der großen Zahl nach. Thomas Steinfeld erzählt eine "kleine Geschichte der meistverkauften Bücher". Und Ijoma Mangold unterhält sich mit dem Verleger der "Feuchtgebiete", Marcel Hartges von Dumont.
Auf Seite 2 resümiert Thorsten Schmitz Reaktionen israelischer Schriftsteller auf den jüngsten Gaza-Krieg. Auf der Medienseite erklärt Marc Felix Serrao, warum David Mongomery mit seinem Mecom-Konzern, zu dem die Berliner Zeitung und die teilabgewickelte Netzeitung gehören, in Kontinentaleruopa auf die Nase gefallen ist.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Grenzen spielen eine ambivalente Rolle
25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen
Belebung der Leiber
24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen
Pragmatische Theorie der Tücke
23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus. In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Gelegentlich auch finster und bizarr
22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen
Figur der Jederzeitlichkeit
21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen. Mehr lesen
Auch bei geringsten dynamischen Graden
19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen
Das Theater, es lebt, es lebt
18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen
Sie rezensieren, loben und verbreiten auch
16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen
Viel mit der Hand abgeschrieben
15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen
Von bürgerlichen Medien empfohlen
14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen
Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt
12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen
Auch das Spiel folgt Regeln
11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen
Man versucht, die Revolution herauszuhalten
10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen
Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf
09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen








