Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Sanft summende Volksgemeinschaft

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

10.12.2008. In der SZ fragt der indische Historiker Dipesh Chakrabarty, ob sein Land überhaupt fähig ist zu einer professionellen Sicherheitspolitik. In der taz lässt sich Ilija Trojanow von einem Investmentbanker erzählen, was er zu Geld machte: "Kolossale Berge von Hühnerscheiße". Die FAZ fragt nach den Ursachen für die immer häufigeren Massenunruhen in China. Die Berliner Zeitung ist empört über Volker Schlöndorffs Äußerungen zum DDR-Filmerbe.

Süddeutsche Zeitung, 10.12.2008

Der Historiker Dipesh Chakrabarty (zur Zeit am Wissenschaftskolleg in Berlin) fragt sich, ob in Indien überhaupt eine professionelle Sicherheitspolitik möglich ist und illustriert seine Frage mit dem Versagen der Behörden in Bombay: "Die Ereignisse von Mumbai haben gezeigt, dass es eine funktionierende Küstenwache in indischen Gewässern nicht gab und das, obwohl die Regierung vor Angriffen vom Wasser aus gewarnt worden war. Als im Taj-Mahal-Hotel Feuer ausbrach, traf die Feuerwehr erst nach drei Stunden ein. Die Eingreiftruppe der Polizei musste von Neu-Delhi aus entsandt werden. Die Mobilisierung dauerte neun Stunden, weil viele der Spezialisten für den 'Schutz' von Politikern eingesetzt werden, die Schutz vor allem als Frage des Status begreifen."


Ilja Braun unterhält sich mit dem Urheberrechtsexperten Till Kreutzer über das Urheberrecht in Zeiten des E-Books. Er sieht keinen Sinn in der strafrechtlichen Verfolgung von privater Nutzer von Downloads: "Sie sehen sich nicht als Diebe, Verbrecher und Piraten, sondern als Musik-, Film- oder Literaturliebhaber." Und er zeigt, dass die Kulturindustrien durchaus unterschiedliche Wege haben zu reagieren. Die Musikindustrie ist gnadenlos. Dagegen: "Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die die Rechtsverfolgung für die Film- und Computerspiele-Industrie unternimmt, geht anders vor. Sie versucht gezielt, 'heavy users' aufzuspüren, wie etwa Release-Groups oder gewerblich agierende Raubkopierer. Privatnutzer werden hingegen eher in Ruhe gelassen. Entsprechend scheint hier der Imageverlust längst nicht so gravierend zu sein wie bei der Musikindustrie."

Weitere Artikel: Stephan Speicher war auf der Berliner Konferenz über "Feindbild Muslim - Feinbild Jude" und kann dem Vergleich zwischen Antisemitismus und "Islamophobie" (die er "Antiislamismus" nennt) einiges abgewinnen. Reinhard J. Brembeck erinnert an Oliver Messiaen, der in diesen Tagen hundert Jahre alt geworden wäre. Jörg Häntzschel schreibt über die schwierige Finanzierungspolitik der amerikanischen Universitäten in Zeiten der Finanzkrise.

Besprochen werden ein Remake des Science-Fiction-Klassikers "Der Tag, an dem die Erde stillstand", eine Ausstellung über Design in den Zeiten des Kalten Krieges in London, Mauro Bigonzettis Caravaggio-Choreografie mit Vladimir Malakhov an der Staatsoper Berlin (die auch Dorion Weickmann nur als "missraten" einstufen mag), die Pariser Ausstellungen zum Thema "Picasso et les maîtres" (mehr hier), Schillers "Don Carlos" in der Regie Anselm Webers in Essen und Bücher, darunter darunter Juri Andruchowytschs Interviewband "Geheimnis - Sieben Tage mit Egon Alt" (mehr hier).

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Die Tageszeitung, 10.12.2008

Auf der Meinungsseite protokolliert Ilija Trojanow die gegenwärtige Gemütsverfassung eines befreundeten Investmentbankers. Der nebenbei auch Abgründiges gesteht: "Ich weiß noch, wie ich im Jahre 2000 einen erfahrenen Kollegen bat, sie mir zu erklären, und er sagte wortwörtlich: 'Nun, wir machen Hühnerscheiße zu Hühnersandwich.? Kolossale Berge von Hühnerscheiße."


Dass er mit den Augen hören konnte, bescheinigt Cord Riechelmann auf den Kulturseiten dem Komponisten Olivier Messiaen in seiner Würdigung zu dessen 100. Geburtstag: "Man hat Messiaen deshalb oft als Synästheten bezeichnet, was, wenn nicht falsch, doch zumindest ungenau ist. Er dachte sich das Verhältnis von Tönen und Farben nicht als ein sichtbares. Messiaen wusste aus seinen Vogelstudien, dass die rhythmisch und melodisch versiertesten Sänger sich in der Regel durch ein sehr schlichtes Federkleid auszeichnen, während die bunt krähenden Hähne von Hühnern und Fasanen nur über ein sehr eingeschränktes Lautrepertoire verfügen. Aber natürlich konnte er trotzdem nicht verhindern, dass seine Farbgedanken in den Händen von Esoterikern und Hippies zum Kitsch verkamen."

Weiteres: Michael Berger erinnert an den 11. Dezember 1904, als in Deutschland erstmals offiziell die Bezeichnung "Konzentrationslager" verwendete wurde: Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow bezeichnete damit die Lager für aufständische Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika, die den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts überlebt hatten. Dirk Knipphals denkt anlässlich des neuen KiWi-Katalogs über literarische Fräuleinwunder, hinterlistige Synapsenschaltungen und den neuen drastischen Spitzen-Titel "Bitterfotzen" nach. In tazzwei berichtet Philipp Gessler über die Veranstaltung des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung "Feindbild Muslim - Feindbild Jude", bei der Experten Islamfeindlichkeit und Judenhass verglichen.

Besprochen wird Iain Softleys Verfilmung des ersten Teils von Cornelia Funkes Roman-Trilogie "Tintenherz".

Und Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 10.12.2008

Grönland strebt nach Unabhängigkeit. Der dänische Autor Jens Christian Gröndahl beschreibt, warum Elend und Unterdrückung der Inuit den Dänen so herzlich egal waren und sind. "Grönland wurde vergessen. Es war zu groß und zu wild, um in das Selbstverständnis einer sanft summenden Volksgemeinschaft aufgeklärter, emanzipierter Bauern- und Arbeiterkinder aufgenommen zu werden. Verantwortung für andere fühlen wir in unserem Liliput-Paradies nur, weil wir uns zum Verwechseln ähnlich sehen und jeder seinen Verpflichtungen nachkommt, aber leider ist Grönland heute auch wirtschaftlich ein Klotz am Bein. Nicht zuletzt durch die kostenintensiven Plagen, die wir der Inuit-Bevölkerung gebracht haben und die vom Alkoholismus über Arbeitslosigkeit bis zu kultureller Armut reichen. Im Grunde ist es nur noch eine Formsache, dass die riesige Kolonie im Norden den Schritt der völligen Unabhängigkeit tut, denn geistig hat der kleine Kolonialherr selber sie schon längst abgeschrieben."


Günter Seufert berichtet von der Verleihung des türkischen Staatspreises an den 71-jährigen Schriftsteller Yasar Kemal, der vor elf Jahren verkündet hatte: "Dem türkischen Staat verzeihe ich in diesem Leben nicht mehr!" Aber wie Seufert versichert, hat er die Feier genutzt, um den Oberen die Leviten zu lesen.

Besprochen werden die große Ausstellung zu Giovanni Bellini in den Scuderie del Quirinale in Rom, eine Aufführung von Richard Wagners "Götterdämmerung" in der Wiener Staatsoper und Bücher, darunter Xaver Bayers Prosa "Die durchsichtigen Hände", Enzo Traversos Geschichte des europäischen Bürgerkriegs "Im Bann der Gewalt" sowie eine Studie zur "Funktion der Menschenwürde im Verfassungsstaat" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Berliner Zeitung, 10.12.2008

Ein "Generalausfall gegen das DDR-Filmerbe"! Anke Wesphal zitiert empört aus einem Interview Volker Schlöndorffs mit der Märkischen Allgemeinen, in dem er über die Defa nur Negatives zu sagen wusste: "Babelsberg! Ich werde oft als Abwickler beschimpft. Dabei habe ich die Grundlagen für heutige Erfolge legen müssen. Den Namen 'Defa' habe ich abgeschafft, die Defa-Filme waren furchtbar. Die liefen damals in Paris, wo ich studierte, nur im Kino der kommunistischen Partei. Wir sind da reingegangen und haben gelacht." 

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Aus den Blogs, 10.12.2008

Bild zum ArtikelSo illustriert Paul Krugman, frischgebackener Nobelpreisträger, Wirtschaftswissenschaftler und Blogger der New York Times seine Abreise nach Stockholm. 

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Frankfurter Rundschau, 10.12.2008

Arno Widmann hat keinen Zweifel, dass die Menschenrechte auch die Grundlage der Verfassung muslimischer Länder sein können. Hans-Klaus Jungheinrich stellt zum 100. Geburtstag des Komponisten Olivier Messiaen einige neue Aufnahmen vor. In Times Mager schwört Judith von Sternburg auf die Liebe im Winter.


Besprochen werden Schillers Stück "Die Räuber" an der Berliner Schaubühne und ein Buch über die Spanische Grippe (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Welt, 10.12.2008

Johannes Wetzel hofft, dass der Literaturnobelpreis, der heute an Le Clezio verliehen wird, die französischen Kulturschaffenden aus ihrer Depression retten wird. Volker Tarnow gratuliert Messiaen und Carter zum Hundertsten. Kent Nagano schickt eine kleine persönliche Erinnerung an Messiaen


Besprochen werden Scott Derricksons Film "Der Tag, an dem die Erde stillstand" mit Keanu Reeves und John Cleese und eine "Götterdämmerung" in Wien.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2008

Mark Siemons fragt nach den Ursachen immer wieder und in letzter Zeit verstärkt auftretender Massenunruhen in China. Als Muster erkennt er eine Wut der Schwachen auf willkürliche Herrschaftsausübung, bisher aber nur auf lokaler Ebene: "Die chinesischen Unruhen sind also durchaus nicht schlichtweg mit Enttäuschung über einen gebrochenen Wohlstandspakt zu erklären. Sie richten sich mit ihren sehr konkreten Anlässen bisher auch nicht gegen die Kommunistische Partei als solche. Aber der elementare Zorn über Ungerechtigkeiten, der sich in ihnen artikuliert, rührt sehr unmittelbar und handfest vom Mangel an Gewaltenteilung her, der in China besteht."


Weitere Artikel: Joseph Hanimann berichtet von einer Konferenz in Avignon, auf der kontrovers über die Zukunft der Subventionskultur diskutiert wurde. Regina Mönch begrüßt das Internetforum der Islamkonferenz im Netz und fragt sich, was wohl draus wird. In der Glosse kommt Gerhard Stadelmaier atemberaubend umwegig dem Faszinosum Helmut Schmidt auf die Spur. Matthias Grünzig beschreibt den Neuen Bitterfelder Weg in Richtung Solarindustrie. Hannes Hintermeier erzählt die Geschichte des zur Versteigerung stehenden Diamanten mit Namen "Blauer Wittelsbacher". Kerstin Holm porträtiert den soeben von einem Goethe-Instituts-Aufenthalt aus Sibirien zurückgekehrten Dichter Hendrik Jackson. In einem etwas ungewöhnlich mitten ins Feuilleton platzierten Aufruf bittet die Historikerin Martina Kessel darum, ihr E-Mails mit Witzen aus der NS-Zeit zu schicken. Die DVD-Seite reitet durch den Wilden Westen und nimmt Filme von John Sturges, Budd Boetticher, Anthony Mann ins Visier.

Besprochen werden Mauro Bigonzettis "Caravaggio"-Ballett an der Berliner Staatsoper, eine Tübinger Aufführung von Bettina Erasmys Stück "Mein Bruder Tom", ein Gemeinschaftskonzert der Cityslang-Künstler Get Well Soon, Herman Düne und Port O'Brien in Köln, eine Christian-Schad-Retrospektive im Wiener Leopold-Museum, eine Berliner "Gisele-Freud"-Ausstellung im Ephraim-Palais, Iain Softleys - arg glatt geratene, findet Tilman Spreckelsen - Cornelia-Funke-Verfilmung "Tintenherz" und Bücher, darunter Marlen Stoessels Humorgeschichte "Lob des Lachens" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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