Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Okay, du kannst fliegen. Na und?

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

26.11.2008. Die NZZ meldet: So langsam trauen sich die Norweger wieder, Knut Hamsun zu verehren. Die Welt meint: Die Berliner Schlossattrappe ist die verdiente Strafe für das Versagen der Moderne in der Architektur. Und dann ist noch die Frage, was hinten reinkommt, meint der Tagesspiegel. In der FR erklärt die Opernsängerin Natalie Dessay, warum sie die tiefen Töne so viel schöner findet als die hohen. Die FAZ staunt über die Intelligenz des Oktopus. Außerdem: Gorbatschow rätselhaft verschwunden.

Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2008

Aldo Keel berichtet, dass die Norweger zum bevorstehenden 150. Geburtstag Knut Hamsuns ihre Scheu verlieren, den großen, aber leider nationalsozialistischen Schriftsteller zu verehren. Nächstes Jahr soll endlich der lang geplante Hamsun-Turm des New Yorker Architekten Steven Holl in Hamaroy, 200 Kilometer nördlich des Polarkreises, eingeweiht werden, wo Hamsun "als armer Leute Kind" aufwuchs. "Alte ideologische Positionen gegenüber Hamsun verlieren mittlerweile an Bedeutung. Noch im August forderte ein rechtsgerichteter Regionalpolitiker den Stopp des Turmbaus, den er als Geldverschwendung in einer schwer zugänglichen Gegend versteht, während in Oslo linke Lokalpolitiker für einen Hamsun-Platz kämpfen. Nach den Vorstellungen des Sozialdemokraten Helge Winsvold soll die Piazza, die bei der Oper entsteht, wenn das neue Munch-Museum und andere Kulturbauten errichtet sind, den Namen Hamsuns tragen. 'Gewiss war Hamsun ein Halunke', erklärte der Genosse der Zeitung Aftenposten. 'Aber wir wünschen seinen Namen wegen des Werks.'"


Georges Waser berichtet, wie die Krise den Briten die Stimmung verdirbt: In Schaufenster hängt schon der Weltkriegsslogan "Keep calm and carry on" und in die Pubs bringen sich die Leute ihren Alkohol selbst mit.

Besprochen werden ein Marthaler-Abend in Paris, Augenzeugenberichte zum "Novemberpogrom 1938", Dan Diners Essay "Aufklärungen", Asli Erdogans Debütroman "Der wundersame Mandarin" und Roberto Cotroneos Roman "Diese Liebe" und Dorothea Grünzweig Gedichte "Die Auflösung" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Frankfurter Rundschau, 26.11.2008

Naomi Klein versteht überhaupt nicht, warum Barack Obama und seine Leute dem sanften Übergang das Wort reden, ein paar ordentliche Verwerfungen wären ihr lieber: "Je mehr Einzelheiten bekannt werden, desto deutlicher wird, dass Washingtons Abwicklung des Börsen-Rettungspakets nicht nur inkompetent, sondern nahezu kriminell ist. Ende September, auf dem Höhepunkt der Panik, drückte das Finanzministerium im Alleingang eine radikale Änderung der Besteuerung für Bankenfusionen durch - eine Änderung, auf die die Branche seit langem erpicht gewesen war. Lassen wir mal beiseite, dass sie die Regierung um 140 Milliarden Dollar Steuereinnahmen bringt - was den Gesetzgebern auch erst hinterher auffiel. Der Washington Post zufolge sind sich außerdem mehr als ein Dutzend Steueranwälte einig, dass das Finanzministerium nicht einmal die Befugnis hatte, die Änderung zu verabschieden."


Norman Lebrecht porträtiert die Opernsängerin Natalie Dessay, die ihm gegenüber erklärt, dass sie in Zukunft auf die hohen Töne verzichten wird, um mehr aus den tieferen herauszuholen: "'Die hohen Töne scheinen dem Publikum zu gefallen - ich habe nie verstanden, warum. Das ist wie fliegen können. Okay, du kannst fliegen. Na und?"

In einer Times mager weiß Judith von Sternburg zu berichten, dass britische Banken ihre großen Weihnachtsparties nur noch inkognito steigen lassen. Hans-Jürgen Linke gratuliert dem Jazzensemble des HR zum Fünfzigsten. Rolf-Bernhard Essig liest den ersten Band der historisch-kritischen Ausgabe von Goethes Briefen.

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Die Welt, 26.11.2008

Gerwin Zohlen kann die Proteste bekannter Architekten gegen die Errichtung einer Schlossreplik in Berlin gar nicht nachvollziehen: "Wenn die Architektur nach dem Scheitern ihrer Moderne an der Bevölkerung wieder ihre ureigenen Mittel und Instrumente rekonstruieren, also wieder besser, gestaltreicher, greifbarer und augengefälliger bauen würde, würde sich die Frage nach der Rekonstruktion des Berliner Schlosses kaum erst stellen."


Weitere Artikel: Hendrik Werner begibt sich mit Langenscheidt auf die Suche nach dem "Jugendwort des Jahres". Peter Dittmar untersucht die höchst unterschiedlichen Tarife internationaler Museen und fragt nach dem angemessenen Eintrittspreis. Wolf Lepenies schreibt über die Wiederbelebung der Idee der "Latinität" in Frankreich, die etwa hinter der gescheiterten Mittelmeerunion stand und dem in Frankreich genetischen antiamerikanischem Reflex gehorchte. Natascha Freundel gratuliert Israels Nationaltheater Habima in Tel Aviv zum Neunzigsten. Hendrik Werner meldet, dass die Bremer Kunsthalle wegen Bauarbeiten bis auf weiteres geschlossen ist.

Besprochen wird eine CD der Newcomer-Band The Killers.

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Aus den Blogs, 26.11.2008

Alan Posener antwortet in der Achse des Guten auf Frank Schirrmachers Apokalypso in der gestrigen FAZ: "Nun verkündet Schirrmacher, was so wenig originell wie verantwortungslos ist, das Ende der kapitalistischen Welt, wie wir sie kennen. (Man schaudert bei dem Gedanken daran, was er 1929ff. verkündet hätte.) Dabei verfällt er in einen merkwürdigen Relativismus: 'Reden wir, fast zwanzig Jahre nach Mauerfall (sic: Propheten brauchen keine Artikel) so wie einst Günter Mittag und das Politbüro und kaufen zur Beruhigung der Massen noch ein paar billige DVD-Rekorder ein?' Nö. Völlig andere Situation. Aber Schirrmacher meint, Obama sei 'ein Gorbatschow des Westens', könnte aber zu spät kommen. Tja, dann fällt die Mauer, und alle hauen ab nach China oder was? " (Online sind die Bezüge auf Gorbatschow leider gekürzt - siehe unten).



Via Netzpolitik. Wenigstens die SPD Marburg ist noch fähig zur Selbstironie:

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Die Tageszeitung, 26.11.2008

Auf den Tagesthemenseiten erklärt Klaus Raab, warum den Zeitungsverlagen - die derzeit durch brutale Ausdünnung von Redaktionen und Zusammenlegung oder Einstellung von Titeln drastisch sparen - die Bankenkrise als Begründung ihrer in Wirklichkeit lang geplanten Maßnahmen wie gerufen kommt, weil sie "die öffentliche Akzeptanz für harte Maßnahmen" stützt: "Wirtschaftskrise als Wetterbericht. Als gäbe es keine handelnden Personen, sondern nur Naturkatastrophen. So verkauft man Einsparungen als Schicksalsentscheidung. Die Medienbranche droht in den Sog der Wirtschaftskrise gezogen zu werden, und jeden Tag gibt es eine neue Meldung, die den Sog bestätigt. Der Sturm ist schuld. Die raue See. Was für eine Chance."


"Aufrüttelnd" findet Dietrich Kuhlbrodt im Kulturteil Ken Loachs Film "Its a Free World", in dem eine Arbeitslose zur Unternehmerin wird und Opfer- und Täterrolle tüchtig durcheinandergewirbelt werden. "Loach hat es sich mit seinen Filmen bisher leicht gemacht. Er wählte die klare Perspektive auf Arbeiter, Arbeitslose, Immigranten und Opfer der Privatisierung. Wir konnten das, was zu sehen und analysieren war, abnicken und uns empören... In 'It's a Free World' ist es vorbei mit der Bequemlichkeit."

Weiteres: Jürgen Gottschlich schildert, warum Kemalisten durch das Dokudrama "Mustafa" über die privaten Seiten des ersten türkischen Präsidenten Kemal Atatürk dessen Erbe bedroht sehen und die Emotionen hochkochen (hier und hier Ausschnitte). Ursula Wöll berichtet über die Ausstellung der Preisträger des Annual Photography Award in der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main, die zwischen postsozialistischem Slapstick und sozialdokumentarischem Anspruch oszilliere.

Besprochen wird schließlich ein Buch von John McWhorter, der untersuchte, wie die afroamerikanische Mittelklasse über Hiphop denkt: "All About the Beat. Why Hip-Hop can't save Black America" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Und hier Tom.

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Der Tagesspiegel, 26.11.2008

Die Schlossattrappe wird errichtet, aber was rein soll, ist nach wie vor unklar, meint Rüdiger Schaper, den allenfalls Klaus-Dieter Lehmanns Idee eines "Hauses der Weltkulturen" überzeugen würde: "Es war ein Durchbruch. Aber nicht etwa für weltläufige Visionen des 21. Jahrhunderts, sondern wieder nur für den historischen Schwindel. Seitdem hört man von den Humboldt-Freunden nicht mehr viel. Lehmanns Nachfolger Hermann Parzinger schreibt, so ist zu hören, an einem Konzept. Und die Jury, die am Freitag einen Gewinner des Architekturwettbewerbs zu küren hat, zerbricht sich die Köpfe, ob und wie Humboldt und Hohenzollernschloss zusammenpassen. Keine Angela Merkel, kein Bernd Neumann und auch kein Klaus Wowereit hat sich je für ein großes Haus der Weltkulturen - und was wäre das Humboldt-Forum sonst - nachhaltig engagiert."

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Süddeutsche Zeitung, 26.11.2008

Deutschland und Frankreich blicken so gebannt nach Amerika, dass sie sich nicht mal mehr für Peter Sloterdijks Provokationen interessieren, seufzt Joseph Hanimann. Am 15. September hat Damien Hirst mit dem Verkauf seiner Jahresproduktion bei Sotheby's 111 Millionen Pfund eingefahren, jetzt hat er 17 Mitarbeiter entlassen, um auf die Krise vorbereitet zu sein - Holger Liebs scheint von dem Mann irgendwie die Nase voll zu haben. Burkhard Müller sieht die Ironie am Ende. Im nächstem Jahr wird das Trappistenkloster Maria Wald bei Euskirchen die alte Messe einführen, meldet Alexander Kissler. Gottfried Knapp schreibt zum Fünfhundertsten von Andrea Palladio. Wolfgang Schreiber berichtet von Versuchen einer in Deutschland ansässigen Internationalen Giuseppe-Verdi-Stiftung, das italienische Verdi-Institut zu retten, für das sich die Italiener selbst nicht mehr zu interessieren scheinen. Klaus Dermutz freut sich über Enrico Lübbes anspruchsvollen Saisonstart am Theater Chemnitz.  Florian Kessler berichtet über die üppig ausgestattete Wiener Buchmesse. Jonathan Fischer gratuliert Tina Turner zum Siebzigsten. Abgedruckt ist Daniel Kehlmanns Laudatio auf den frisch gekürten Kleistpreisträger Max Goldt.


Besprochen werden Ken Loachs Film "It's a Free World" und Heinz Strunks Roman "Die Zunge Europas" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2008

Aktualisierung vom 27. November: Wie nur? Durch die Hintertür hat sich Gorbatschow wieder in die Geschichte eingeschlichen. Mehr dazu hier und hier auf der Achse des Guten. Der folgende Absatz repräsentiert also den gestrigen Stand:


Manchmal ist Print doch besser als online: Gestern lasen wir in Frank Schirrmachers vierter apokalyptischer Vision über Barack Obama als "Gorbatschow des Westens": "Und was ist, wenn er pünktlich ist, gleichsam ein Gorbatschow des Westens, aber den Erwartungen, die jetzt fast mythisch aufgebaut werden, nicht gerecht wird? " Online fehlen alle Anspielungen auf Gorbatschow. Wieder einmal hat das Netz der Geschichte alle Tiefe genommen.

Julia Voss stellt anlässlich der Diskussionen um das Bremer Menschenaffen-Tierversuchsverbot fest: Der Versuchsleiter versucht - und das Versuchstier denkt längst schon zurück. "Das spektakulärste Beispiel lieferte zuletzt der Oktopus: Wegen seiner dicken Nervenfasern ist er ein klassischer Modellorganismus der Neurobiologen; doch was man sich als vermeintlich einfachen Organismus ins Labor holte, entpuppte sich als intelligentes Lebewesen. Der Oktopus verblüffte die Wissenschaft mit der Fähigkeit, zu beobachten, wie Futter in Marmeladengläsern deponiert wurde. Er sah zu, griff das Glas, schraubte es auf und aß die Garnele."

Weitere Artikel: In der Glosse erkennt Patrick Bahners im Verhalten des fahnenflüchtigen Wolfgang Clement die "Rücksichtslosigkeit eines Typs, den man eher aus der Kriminalpsychologie kennt". Siebenundsiebzig musste der katalanische Autor Juan Goytisolo werden, berichtet Walter Haubrich, bevor er nun erstmals - immerhin mit dem Spanischen Nationalpreis für Literatur - eine Auszeichnung seines Heimatlandes erhält. Den bedenklich heruntergewirtschafteten Zustand der Denkmalmeile - der "National Mall" - in Washington schildert und beklagt Katja Gelinsky. Regina Mönch verteidigt in einem für den Uneingeweihten nicht in jeder Wendung nachvollziehbaren Artikel den umstrittenen Münsteraner Islam-Theologen Muhammad Sven Kalisch - und zwar vor allem gegen orthodoxe Islamverbände, die ihm gerne die Lehrerlaubnis entzogen sähen. Wie und warum in Paris das Centre Pompidou und der Palais de Tokyo an- und ineinander geraten, weiß Angelika Heinick. Oliver Jungen gratuliert dem Historiker Peter Blickle zum Siebzigsten. Gina Thomas schreibt zum Tod des Dirigenten Richard Hickox. Auf der DVD-Seite werden unter anderem Editionen mit Filmen von Djibril Diop Mambety und Georges Franju und Alexander Sokurows "Dialoge mit Solschenizyn" empfohlen.

Besprochen werden ein Berliner Konzert mit dem neuen Star-Dirigenten Yannick Nezet-Seguin, ein Konzert der Foals in Köln, die Ausstellung "Rene Magritte 1948. La Periode vache" in der Frankfurter Schirn, die Ausstellung "Archilab Europe 2008" in Orleans, das Computerspiel "Motorstorm: Pacific Rift" und Bücher, darunter Brock Clarkes Roman "Leitfaden zum Abfackeln von Schriftstellerresidenzen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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