Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Maximale Partitur-Rendite
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
25.11.2008. Bei der taz ist nicht alles Goldt, was Essig und Gurk ist. Die FR bringt David Grossmans Dankesrede zum Erhalt des Geschwister-Scholl-Preises. Im Rahmen der FAZ-Berichterstattung über die Finanzkrise kommt es zur vierten apokalyptischen Vision Frank Schirrmachers. Die SZ haut unterdes mit jungen Dirigentenstars auf die Pauke.
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Frankfurter Rundschau, 25.11.2008
Die FR druckt David Grossmans Dankesrede zum Erhalt der Geschwister-Scholl-Preises ab. Darin spricht der israelische Schriftsteller von dem tiefen Gefühl der Kränkung, das die Shoah noch immer bei ihm auslöse, aber auch davon, wie er sich durch das Schreiben Freiräume gegen die Willkür erkämpft: "Nicht, dass ich wirklich verstanden hätte, wie ein Mensch sich selbst so auslöschen kann, dass er Bestandteil einer Vernichtungsmaschine wird. Nicht, dass die militärische Besatzung enden würde, wenn ich ihre Untaten nur möglichst genau beschriebe. Doch meine innere Einstellung zu dem Unabänderlichen änderte sich dann. In dem Moment, wo ich zu schreiben begann, stand ich jedweder Willkür nicht mehr dort gegenüber, wo ich vor dem Schreiben verharrt war. In Situationen, die mir wie ewig, absolut und monolithisch vorgekommen waren, taten sich mir neue Nuancen auf. Ich erschuf mir eine gewisse Bewegungsfreiheit. Gegenüber dem Unabänderlichen, was mich vorher mit Angst und Verzweiflung gelähmt hatte, wurde ich frei. Ich war kein Opfer mehr."
Weiteres: In Times mager stellt Harry Nutt fest, dass das "Herz der Berliner Symbolpolitik" seine "Schlagfrequenz" erhöht. Christian Thomas preist den Reprint der Stadtplan-Sammlung "Städte der Welt".
Besprochen werden die Turner-Prize-Schau in der Londoner Tate Britain, eine Ausstellung der Amerikanerin Frances Stark im Frankfurter Portikus, Hans Neuenfels' Inszenierung der "Traviata" an der Komischen Oper Berlin und das Wiesbadener Festival Just Music.
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Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2008
Gabriela M. Keller begutachtet die politischen Plakate auf den Straßen Beiruts und bemerkt vor allem eine Professionalisierung der Hisbollah-Propaganda. Jürg Huber hat beim Luzerner Pianofestival unter anderem Alfred Brendel gehört. Joachim Güntner meldet einen Intendantenwechsel bei der Essener Philharmonie: Für Michael Kaufmann, dem zu Unrecht Misswirtschaft vorgeworfen worden war, kommt Johannes Bultmann.
Besprochen werden Hans Neuenfels' "denkbar unitalienische" Inszenierung von Verdis "Traviata" in der Komischen Oper Berlin, Vincenzo Consolos laut Franz Haas "großartiger" Roman "Palermo", Iwan Bunins Reisebilder "Der Sonnentempel" und Andre Brinks Roman "Die andere Seite der Stille" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau der Woche).
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Die Tageszeitung, 25.11.2008
Ekkehard Knörer staunte bei der Verleihung des Kleist-Preises an Max Goldt (mit Laudatio von Daniel Kehlmann) nicht schlecht, "was so alles zusammenpassen soll in unserer schönen Berliner Republik. Zum Beispiel knattermimischer Kleist-Vortrag und versierte Lesebühnen-Eleganz; das unter Peymann restlos verspießerte Berliner Ensemble und die immerwachen Antispießer von der Titanic; Scherz, Satire und tiefere Bedeutung; Superlativ und Understatement; nicht zuletzt: Essig und Gurk."
Weitere Artikel: Simone Kaempf porträtiert den libanesisch-kanadischen Theaterautor und -regisseur Wajdi Mouawad, dessen Stück "Der Sonne und dem Tod kann man nicht ins Auge sehen" heute Abend an der Berliner Schaubühne läuft. Christian Broecking stellt die interessantesten Jazz-CDs des Jahres 2008 vor. Alexander Haas besuchte ein politisches Theaterfestival in Köln. Andreas Fanizadeh erkundet die Ambitionen der neuen Wiener Buchmesse. Auf der Medienseite fragt der über die Entlassungspläne bei der SZ und ihren schwäbischen Mutterkonzern berichtende Steffen Grimberg: "Warum agiert die SWMH so ungelenk? Aus Taktik oder Dämlichkeit?" Im Inlandteil wird gemeldet, dass die Finanzkrise Fördertöpfe von Stiftungen auch in Detuschland austrocknet - mit fatalen Folgen für die Kulturfinanzierung.
Schließlich Tom.
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Aus den Blogs, 25.11.2008
"Sam Zell ist ein bekanntes Arschloch, aber irgendwie liebenswert (wenn man nicht für ihn arbeitet), denn er spricht immer Tacheles", steht bei Gawker, wo aus einen Gespräch zwischen der Chefredakteurin Joanne Lipman von Portfolio (einem bedrohten, aber brillanten Titel des Conde Nast Verlags) und dem Zeitungstycoon Sam Zell zitiert wird. Der Besitzer der Tribune-Gruppe schildert die Lage so: "Tja, die Zeitungsindustrie und die Werbung sind von einer Klippe gefallen. Und das ist nicht erst im September oder Oktober passiert. Sie sind im Januar von der Klippe gefallen. Als wir auf die hstorischen Zahlen blickten, sahen wir einen Schwund von 3 Prozent. Als ich den Konzern kaufte, lag der Schwund bei 6 Prozent. Und als ich mir das letzte Mal die Zahlen anguckte, musste ich feststellen, dass 19 Prozent mehr sind als 6 Prozent."
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Die Welt, 25.11.2008
Matthias Heine schlägt angesichts der übergroßen Zahlen, mit denen wir in der Finanzkrise konfrontiert werden, den Übergang auf den von der Donald-Duck-Übersetzerin Erika Fuchs geprägten Begriff der "Fantastilliarde" vor. Hanns-Georg Rodek stellt in der Leitglosse die neue Kinojahreskarte vor, von der sich die großen Kinoketten einen erhöhten Kinobesuch vor allem des jüngeren Publikums erhoffen. Sascha Krüger unterhält sich mit dem inzwischen 78-jährigen Saxofonisten Sonny Rollins, der gerade auf Tournee ist. Hildegard Strausberg erzählt, wie die Polen Krzysztof Penderecki zum 75. gratulieren. Michael Stürmer nimmt angesichts neuer Donaubrückenpläne in Regensburg geschichtlich gewachsene Stadtansichten an und für sich in Schutz. Wieland Freund berichtet, dass immer mehr Verlage mit animierten Buchtrailern im Internet werben. Und Peter Dittmar stellt neue Theorien zur Waldseemüllerkarte vor, auf der zum ersten Mal das Wort "Amerika" verzeichnet ist.
Besprochen werden Hans Neuenfels' "Traviata"-Inszenierung an der Komischen Oper Berlin, die Manuel Brug enttäuscht hat, und ein Buch des Kabarettisten Vince Ebert.
Auf der Berlin-Seite wird gemeldet, dass die allerletzten Überreste des Palastes der Republik bis Freitag abgerissen sein werden. Im Essay auf der Forumsseite behauptet Hans Rühle, einst Leiter des Planungsstabes im Bundesverteidigungsministers, unter Bezug auf die IAEA, dass der Iran spätestens im nächsten Jahr in der Lage sei, eine Atombombe zu bauen.
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Süddeutsche Zeitung, 25.11.2008
Jörg Königsdorf hat in Berlin den Dirigenten Yannick Nezet-Seguin mit dem Deutschen Symphonie-Orchester gehört. Nezet-Seguin gehört zur neuen Dirigentengeneration. "Sie sind gerade mal 30 Jahre alt und schon so gut, dass alle älteren Kollegen um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen. ... Mit Ideologien haben Taktstock-Champions wie beispielsweise der Norweger Eivind Gullberg Jensen, der Ossete Tugan Sokhiev oder auch der Venezolaner Gustavo Dudamel (um nur drei der bekanntesten Vertreter zu nennen) nichts am Hut. Denn ihr Weg zu Beethoven, Tschaikowsky und Puccini geht über die Oberfläche der Musik, über den schönsten, sattesten, oft auch lautesten Klang, und ihre Interpretationen künden nicht von Weltschmerz und Kunstgrüblertum, sondern von strahlender Selbstgewissheit der Musik - und ihrer Dirigenten, die dabei die sozusagen maximale Partitur-Rendite erzielen."
Weitere Artikel: Der Fotojournalist Guy Tillim spricht im Interview über seine Jugend im Südafrika der Apartheid und die Afrika-Klischeefalle. Henning Klüver berichtet über ein kunsthistorisches Projekt in Florenz, das europäische Plätze erforscht. Andrian Kreye singt einen Abgesang auf General Motors, das er - in einem vielleicht etwas sehr bemühten Vergleich - für "Amerikas Äquivalent zur allgegenwärtigen KPdSU" erklärt. Dubai geht's auch nicht gut, berichtet Gerhard Matzig, 50 Milliarden Dollar Schulden und leer stehende Prestigebauten. Ab 2009 ist die Stelle des Hofpoeten am englischen Hof frei, meldet Alexander Menden, das Salär beträgt 5000 Pfund - ob monatlich oder jährlich, sagt er nicht. Jens-Christian Rabe stellt die neue Zeitschrift für Kulturphilosophie vor (hieß früher Dialektik), die einen "bemerkenswerten" Aufsatz des Bremer Ideengeschichtlers Sarhan Dhouib "Zur Kritik der Kultur in der arabisch-islamischen Philosophie" enthält.
Besprochen werden John le Carres Roman "Marionetten", Bryan Bertinos Horrorfilm "The Strangers", eine Aufführung von Ödön von Horvaths "Kasimir und Karoline" am schwedischen Nationaltheater, Hans Neuenfels' Inszenierung der "Traviata" an der Komischen Oper Berlin und Bücher, darunter Nik Cohns Buch über "Triksta. Leben, Tod und Rap in New Orleans" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2008
Frank Schirrmacher hat fleißig Blogs und Leitartikel der New York Times - namentlich von Paul Krugman und Thomas L. Friedman - gelesen und das kommt dabei raus: "Abgesehen von Kriegserwartungsepochen, wird man in der jüngeren Geschichte kaum ein Jahr finden, das ähnlich apokalpytisch aufgeladen wurde wie das Jahr '2009'. So sehr jedenfalls, dass ein Apologet der Globalisierung im November 2008 den jungen Leuten empfiehlt, nicht mehr essen zu gehen. Dass keine Zeit mehr sei, gehört als rhetorische Formel in das Inventar dämonolgischer Angstphantasien. Verbunden mit den messianologischen Erwartungen an Obama und den täglichen Katastrophenmeldungen aus der Wirtschaft, entsteht hier, im späten Herbst des Jahres 2008, ein giftiges Gebräu, dass das Jahr 2009 unterhöhlt, ehe es überhaupt begonnen hat."
Weitere Artikel: Christian Geyer denkt über die möglichen Folgen der von Google und Microsoft propagierten elektronischen Krankenakte nach. In der Glosse windet sich Andreas Kilb unterallerlei Elitismusverdachtsabwehrgesten zur Behauptung, dass die darstellerischen Qualitäten der Schauspieler der Historienserie "Die Deutschen" doch stark an die des "Gonsenheimer Geschichtsvereins" erinnern. Martin Otto hat eine Jenenser Tagung zum interessanten Thema "Wege ins Ministeramt" verfolgt. Friederike Reents war auf einer Tagung zu Heinrich von Kleist und danach bei der Verleihung des Kleist-Preises an Max Goldt. Wenig Erfolg, jedenfalls sehr viel weniger als erwartet, hat - wie Jürg Altwegg berichtet - der unterm Titel "Volksfeinde" in Frankreich mit viel Bohei veröffentlichte Briefwechsel zwischen Houellebecq & Levy. Altwegg porträtiert auch die Politikerin und Holocaust-Überlebende Simone Veil, die jetzt in die Academie Francaise (leider keine englische Website-Version) aufgenommen wurde. Paul Ingendaay schildert, wie die spanische Diskussion um die Exhumierung von Franco-Opfern zum Parteienstreit geraten ist. Auf der Medienseite fragt Michael Hanfeld interessiert und kurz bei Jürgen Doetz nach, dem Präsidenten des Privatsenderverbands VPRT, was es mit dem Scheitern der BBC-Pläne zur Eröffnung von 65 Online-Portalen wohl auf sich hat und ob Ähnliches auch in Deutschland zu erhoffen sei. Außerdem stellt Hanfeld auch die jetzt vorgelegten Pläne zur Reform des Ausslandssenders Deutsche Welle vor.
Besprochen werden Hans Neuenfels' Berliner "Traviata"-Inszenierung (Jan Brachmann bezeigt großen "Respekt" vor ihrem "puritanischen Grimm"), ein Konzert mit Randy Crawford und Joe Sample in Frankfurt, das neue Guns'n'Roses-Album "Chinese Democracy", die Hamburger Manierismus-Ausstellung "Sturz in die Welt" und Werner von Koppenfels' komparatistische Studie "Der Andere Blick oder Das Vermächtnis des Menippos" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen
Die Augenbrauen des Holofernes
25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen
Vergegenwärtigungskunst
24.01.2012. In der französischen Huffington Post attackiert Caroline Fourest den tunesischen Präsidenten Moncef Marzouki. Wer sich für Freiheit im Netz einsetzt, arbeitet in Wahrheit dem Kapital in die Hände, findet der Tagesspiegel. Die Welt begibt sich auf die Suche nach der Kairoer Kunstszene, findet sie aber nicht so recht. Die SZ staunt über Hans Holbeins Schutzmantelmadonna in Schwäbisch Hall. De FAZ bringt eine kleine Hommage auf den Künstler Denis Limonow, der durch eine tollkühne Aktion zwei weißrussische Jugendliche vor der Hinrichtung bewahren will. Mehr lesen
Gewaltige Portion Besserwisserei
23.01.2012. Wahre Hymnen auf Deutschland singt Horace Engdahl aus der Jury des Literaturnobelpreises im Tagesspiegel. Die Welt kann mit Friedrich dem Großen ehrlich gesagt nicht so viel anfangen. Die taz porträtiert die große chinesische Autorin Eileen Chang und die NZZ den Schriftsteller und Psychiater Ion Vianu. Und auch hier noch eine Hymne auf Deutschland, genauer: Berlin - von dem Schweizer Autor Alain Claude Sulzer. Mehr lesen
Boshafte Bonsai-Prosa
21.01.2012. In der Welt fragt Georg M. Oswald: Nutzen die Wutbürger der Demokratie? In der SZ erklärt Georges-Arthur Goldschmidt, warum das Deutsche eine Untertanensprache ist. Gibt es überhaupt noch echte Kunst, fragt die FAZ nach der neuesten Fälschung. Großbritannien versinkt im Retrotrend, meldet die NZZ. Mehr lesen
Nachhaltig ist das neue Gottgefällig
20.01.2012. Wir sind alle schuld. An allem. Klagt die Welt mit Blick auf die gerade grassierenden ökologischen, diätetischen oder demografischen Diskurse. Der Freitag will Ingo Schulze nicht auf die Zielgerade folgen. Die NZZ berichtet über einen Dresdner Architekturstreit. Die taz präsentiert zum siebzigsten Jahrestag der Wannsee-Konferenz Dokumente und Interpretationen. Die FAZ vertritt widerstreitende Standpunkte zum amerikanischen Zensurgesetz SOPA. Mehr lesen
Jetzt ist Früher heute
19.01.2012. Vor siebzig Jahren fand die Wannseekonferenz statt. Die Welt interviewt dazu den Historiker Michael Wildt. Die Jüdische Allgemeine hält fest, dass der Holocaust nicht erst dort beschlossen wurde. Wir bringen zwei Videos zum amerikanischen Zensurgesetz SOPA. Unter anderem erklärt Clay Shirky, warum dieses Gesetz eine Katastrophe ist. Mehr lesen
Changierende Farbenpracht
18.01.2012. Aktualisiert am 19. Januar. Schlechte Zeiten für Englisch-Hausaufgaben: Die amerikanische Wikipedia ist zu. Auch andere Adressen protestieren. Die taz sinniert über die Dialektik des Antimodischen in Berlin. Da lobt sich die Welt den Sozialtrotz des Songs "Ich will nicht nach Berlin". Die SZ nimmt es Helmut Dietl nicht übel, dass er einen Film über Berlin macht: Im Interview redet er sowieso lieber über München. In der FR erzählt Alexander Sokurow, wie Wladimir Putin seinen "Faust"-Film finanzierte. Die FAZ staunt über Clint Eastwoods Biopic "J. Edgar". Mehr lesen








