Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Hausgemachte Schande

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

21.11.2008. In der taz wittert Adam Krzeminski niedere Motive hinter der Berichterstattung über Milan Kunderas möglichen Verrat an Miroslav Dvorecek. Der Freitag sieht das ganz anders. Die Welt zitiert Hayek gegen Marx. Die NZZ spricht futuristically mit den Rapperinnen von Yo Majesty. Die SZ kommentiert das Urteil des BGH zur Frage, ob man Kraftwerk sampeln darf.

Die Tageszeitung, 21.11.2008

Adam Krzeminski wittert auf der Meinungsseite niedere Motive hinter der Berichterstattung über Milan Kunderas möglichen Verrat an einem jungen Kurier des amerikanischen Geheimdienstes im Jahr 1950 (mehr hier): "Nun mag man sagen, wer sich in die Öffentlichkeit begibt, der kann auch von ihr hingerichtet, verhöhnt oder schmählich ignoriert werden. Doch Das heutige Wühlen in den Biografien berühmter Autoren gleicht mehr einem Wettlauf von Spürhunden. (...) Das 20. Jahrhundert war eine Epoche totalitärer Ideologien und Staaten, die Einzelbiografien bis tief ins Private geprägt haben. Die Verstrickung war so engmaschig, dass nur sehr wenige eine unbefleckte Weste davontragen konnten. So hat jedes Land, das mit einem totalitären Regime - gleich ob einem faschistischen oder stalinistischen - in Berührung kam, seine eigene 'hausgemachte Schande'." (Und mit seiner persönlichen Verantwortung muss man sich darum gar nicht auseinandersetzen?)


Das Feuilleton der taz hat Joanna Itzek eine Reise nach Israel spendiert, um die Solitour des Pirmasenser Rappers Massiv durch Palästina zu verfolgen. Aus einem Gespräch mit einem Studenten erfährt sie, dass diese Tour auch dem Sprachprogramm des Goethe-Instituts zugutekam: "Der Student ist mit einem Pulk von Freunden vor allem wegen Massiv gekommen und besucht seit zwei Wochen einen Deutschkurs, um die Texte seines Lieblingsrappers eines Tages doch noch zu verstehen."

Weitere Artikel: Dieter Pohl schreibt zum Tod des Holocausthistorikers Wolfgang Scheffler. Besprochen wird eine CD von David Byrne und Brian Eno.

Und Tom.

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Der Freitag, 21.11.2008

Richard Szklorz erinnert daran, dass Miroslav Dvoracek nach dem Verrat von 1950 immerhin die Todesstrafe drohte (die dann zu 14 Jahrn Zwangsarbeit in der Uranmine abgemildert wurde) und schließt mit Blick auf Milan Kundera: "Nun, eingeholt von der Vergangenheit, der Enge seiner böhmischen Heimat und gedrängt vom geschärften Langzeitgedächtnis des beinah Achtzigjährigen wird er uns, gleichgültig, was er 1950 tat oder nicht tat, vielleicht doch noch einmal alles erklären müssen."

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Die Welt, 21.11.2008

In der Welt wendet sich Jacques Schuster gegen die neomarxologischen Bocksgesänge Frank Schirrmachers und anderer Feuilletonkollegen und zitiert aus Friedrich Hayeks "Der Weg zur Knechtschaft": "Die wirtschaftliche Freiheit, die die Vorbedingung für jede andere Freiheit ist, kann nicht die Befreiung von wirtschaftlicher Sorge sein, die die Sozialisten uns versprechen und die man nur dadurch erreichen kann, dass man gleichzeitig dem Individuum die Notwendigkeit und die Möglichkeit der freien Wahl abnimmt. Es muss vielmehr die Freiheit unserer Wirtschaftsbetätigung sein, die uns zwar das Recht der Wahl gibt, aber uns notwendigerweise das Risiko und die Verantwortung für dieses Recht aufbürdet."


Im Feuilleton sagt Friedrich Pohl seine deutliche Meinung zu den neu erstandenen Guns'n Roses: "Schon die Live-Konzerte der vergangenen Jahre bewiesen, dass Guns N' Roses eine erbärmliche Karikatur ihrer selbst sind, eine schlechte Coverband mit einem geistig verfetteten Frontmann."

Weitere Artikel: Tilman Krause meldet, dass Marcel Reich-Ranicki einen weiteren Streit vom Zaune brach, diesmal mit Suhrkamp-Verlegerin Unseld-Berkewicz, die nicht einfach aus einem Buchvertrag aussteigen wollte. Manuel Brug kommentiert das neueste Intendantenkarussell in Essen. Peter Beddies erklärt, warum "Harry Potter 6", obwohl längst fertig, nicht zu Weihnachten in die Kinos kommt, es hat mit Spätfolgen des Autorenstreiks in Hollywood zu tun. Manuel Brug erzählt vom traurigen Niedergang des einst gefeierten Opernmäzens Alberto Vilar, der mit elektronischer Fußfessel unterwegs ist, weil ihm vorgeworfen wird, 20 Millionen Dollar veruntreut zu haben. Brug porträtiert auch den jungen Stardirigenten Yannick Nezet-Seguin, der heute in Berlin debütiert. Gemeldet wird, dass der BGH die Klage der Gruppe Kraftwerk gegen das Sampling eines zweitaktigen Musikfragments vorerst abwies.

Besprochen werden: die Ausstellung "Strahlungen - Atom, und Literatur" in Marbach und die Ausstellung "Paradiese der Südsee - Mythos und Wirklichkeit" in Hildesheim.

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Frankfurter Rundschau, 21.11.2008

Auf der Medienseite berichtet Thomas Magenheim über die Sparpläne der SZ, die in den "Ohren des Personals dramatisch bis bedrohlich" klingen. "Bei einer Betriebsversammlung in dieser Woche wollte die Belegschaft erfahren, was Sache ist. "500 Leute waren da, so viele wie im Höhepunkt der Medienkrise 2002 nicht", erzählt ein Beteiligter. Details habe SV-Geschäftsführer Karl Ulrich aber hartnäckig verweigert. Klar sei nur, dass auf Geheiß der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH), die den Münchner Verlag Ende 2007 übernommen hat, gespart werden muss. Die dazu kursierenden Zahlen habe Ulrich als übertriebene Spekulation bezeichnet, aber mit der Wahrheit nicht herausrücken wollen, sagt ein an der Versammlung Beteiligter."


Im Feuilleton berichtet Harry Nutt über eine Tagung im Berliner Liebermann-Haus zur Feier der Wiedergründung des deutschen PEN vor sechzig Jahren. Als der heutige PEN-Präsident Johano Strasser in seinem Vortrag gegen die theoretische Postmoderne zu Felde zog, erntete er heftigen Widerspruch erst von Sibylle Lewitscharoff und dann auch von anderen Autoren: "Was als Podiumsdiskussion unter dem Titel 'Die Politik des Textes' als Verständigungsdiskurs angelegt war, wurde plötzlich zu einer vehementen Zurückweisung der versammelten Autoren, ihr Schreiben durch ein überkommenes Politikverständnis vereinnahmt zu sehen. Der in Ost-Berlin aufgewachsene Sherko Fatah verwies darauf, dass politisches Engagement nicht zuletzt auch die Begabung der Zurückhaltung bedürfe. Die Tatsache, dass die Generation der mittleren und jungen Autoren keine politischen Klassensprecher hervorgebracht hat, darauf beharrten Lewitscharoff, Peltzer, Fatah ebenso wie Moderator Burkhard Spinnen, sage nichts über das politische Selbstverständnis der Autoren aus."

Weiteres: In Times Mager fordert Peter Michalzik, die Wirtschaftskrise als Chance zu begreifen. Besprochen werden das neue Album von Guns N'Roses, Konzerte beim Drumsummit in Bonn, eine Ausstellung früher Niederländer im Frankfurter Städel, eine Ausstellung mit Zeugnissen der freundschaftlichen Beziehung zwischen Brentano und Schinkel in der Alten Nationalgalerie in Berlin und ein Konzert der Sängerin Annette Dasch mit Mozart, Haydn, Weber in Berlin.

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Aus den Blogs, 21.11.2008

Marcel Reich-Ranicki ist in einen anderen Aggregatzustand übergegangen, meint Burkhard Müller-Ullrich auf der Achse des Guten anlässlich seines allerneuesten Streits mit Ulla Unseld-Berkewicz: "In verschärfender Anlehnung an Stefan Raab entwickelt sich Reich zu einem ganz neuartigen publizistischen Format unter dem Titel 'RR total'; so überkommt uns jede Nachricht, IHN betreffend, auf jegliche Weise: als Fernsehsondersendung oder als Zeitungsartikel, als Agenturmeldung, als Interview, als Werbespot, vielleicht bald auch als Oper oder als Parfüm."

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Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2008

Als Speerspitze einer neuen Musikbewegung stellt Jonathan Fischer das lesbische Rapperinnen-Duo Yo Majesty aus Florida vor: "Wenn Jewl B auf der Bühne ihr übergroßes T-Shirt lupft, dann hat das nichts mit der erotischen Anmache zu tun, wie sie Idealmaß-geklonte Bikini-Schönheiten in tausendundeinem Rap-Video zelebrieren. 'Ich habe Orangenhaut, bin fett und außer Form', erklärt die Rapperin trotzig. 'Aber Gott hat mich eben genau so geschaffen - und ich kann damit leben. Was ich meinen Zuschauern sagen will: Du musst nicht glamourös aussehen, um andere zu inspirieren.' - Eine gewagte Botschaft in dem vom Körperkult beherrschten schwarzen Pop."


Weitere Artikel: Jeannette Villachica porträtiert die irische Schriftstellerin Anne Enright, deren gerade auf deutsch veröffentlichter Roman "Das Familientreffen" (Leseprobe) letztes Jahr mit dem Booker-Preis ausgezeichnet wurde. Urs Schoettli berichtet über eine Debatte in Japan, die von einem offenbar geschichtsrevisionistischen Essay des Generals Toshio Tamogami über die Beurteilung von Japans Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg ausgelöst wurde. Holl. stellt das vor wenigen Tagen eröffneten Kunstmuseum von Herzog & de Meuron in Santa Cruz de Tenerife vor.

Besprochen werden Julian Jarrolds Verfilmung von "Brideshead Revisited" und die neue CD von Marianne Faithfull.

Auf der Medienseite berichtet zit. über die Entwicklung des Figaro nach dessen Übernahme durch den Flugzeughersteller Serge Dassault 2004. Heribert Seifert stellt ein amerikanisches Buch über die Redefreiheit vor: Anthony Lewis' "Freedom for the Thought That We Hate. A Biography of the First Amendment".

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2008

Jordan Mejias zählt Veränderungen auf, die die Rezession erfahrungsgemäß so mit sich bringt und hält fest: "Warum rezessionsgeplagte Menschen gesünder sind und länger leben? Weil sie weniger rauchen, weniger trinken, weniger Berufsstress sowie die daraus sich ergebenden Herzanfälle und mehr Zeit zum häuslichen Kochen haben. Aber nur weil sie gesünder sind, empfinden sie sich offenbar nicht als glücklicher. Es gibt mehr Suizide."


Weitere Artikel: Christian Geyer erzählt die Geschichte eines Arztes, der bei einem Komakranken die Beatmung abstellte und nach einer Selbstanzeige seinen Job verlor und sieht sie als ein Beispiel für eine zwar absurde,aber nicht zu vermeidende Verrechtlichung des Sterbens. Cord Riechelmann geht anlässlich des Bremer Verbots von Tierversuchen mit Menschenaffen mit großer Gründlichkeit der Frage nach der biologischen und historischen Differenz von Menschen und Affen nach. Im Interview mit Irene Bazinger spricht Katharina Thalbach vor allem über Ost- und West-Fragen. Oliver Jungen gräbt wg. Flick teils lang vergangene Grabraubgeschichten aus. In der Glosse berichtet Gina Thomas von der Bestürzung, die der Abschied des ehemaligen politischen Korrespondenten John Sargeant aus einer Fernsehtanzsendung in Großbritannien auslöst. Andreas Rossmann annonciert einen Erweiterungsbau fürs Duisburger Museum. Jordan Mejias berichtet, dass der Ex-US-Großsponsor Alberto Vilar eine Gefängnisstrafe zu gewärtigen hat. Alfred Gottwaldt schreibt zum Tod des Historikers Wolfgang Schefflers.

Besprochen werden ein chinesische Theaterversion von Fassbinders "Die Liebe ist kälter als der Tod", das in London aufgeführte Warschauer-Ghetto-Musical "Imagine This", ein Kanye-West-Konzert in Oberhausen, Christian Schwochows Film "Novemberkind" und Bücher, darunter Kinky Friedmans neuer Krimi "Der Gefangene der Vandam Street" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 21.11.2008

Gesampelt wurde in der Kunst schon immer, gibt Jens-Christian Rabe in einem Artikel über den Urheberrechts-Streitfall Kraftwerk gegen Pelham zu. Genau dieses Sampeln ist laut BGH in bestimmten Fällen verboten. "Die verbreitete Sorge allerdings, die Rechtsprechung mache Stück für Stück die 'Kulturentwicklung' im Pop unmöglich, dürfte dennoch unbegründet sein. Erstens ist es niemandem benommen, für die Verwendung von Samples um Erlaubnis zu fragen; dies ist nicht nur im Mainstream, der nach wie vor vielfach mit Versatzstücken aus fremdem Material arbeitet, sogar längst selbstverständlich. Und zweitens wurde dort, wo der Pop immer wieder neu erfunden wird, wo immer weiter gepuzzelt wird, noch nie Rücksicht auf Urheberrechte genommen."


Weitere Artikel: Gerhard Matzig informiert, dass das neue Gebäude des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag voraussichtlich nach einem Entwurf des Architekten Christoph Ingenhoven, der die Arbeit für despotische Systeme kategorisch verweigert, errichtet werden wird. Vom in München stattfindenden "Internationalen Filmschulfest" berichtet Gansera - und zeigt sich nicht von den Dokumentar-, aber von den Spielfilmen, die bisher liefen, eher enttäuscht. Jörg Häntzschel meldet, dass der kalifornische Milliardär Eli Broad in Beverly Hills ein eigenes Museum für zeitgenössische Kunst eröffnen will. Sehr aufregen muss sich Tobias Lehmkuhl über eine Broschüre der Bundeszentrale für politische Bildung, die sich als Überblick über "Kunst und Gesellschaft von A bis Z" ausgibt: "Jeder Eintrag bei Wikipedia ist weniger fehlerhaft." Gunnar Herrmann freut sich, dass das Thorvaldsen Museum das Briefarchiv des Bildhauers Bertel Thorvaldsen ins Internet zu stellen begonnen hat - und zwar, das verrät Herrmann den Lesern freilich nicht, hier. In der Serie zu Kaisers 80. Geburtstag wird heute eine Sartre-Rezension nachgedruckt. Ganz kurz - im Netz ein bisschen ausführlicher - gemeldet wird noch, dass Marcel Reich-Ranicki mit Suhrkamp, genauer gesagt mit Ulla Berkewicz, beleidigt ist und deshalb mit einer Reihe über große Autoren zu Hoffmann und Campe wechselt. Auf der Medienseite spricht Christopher Keil mit dem Gruner-und-Jahr-Zeitschriftenvorstand Bernd Buchholz über die einschneidenden Sparmaßnahmen des Verlags.

Besprochen werden eine Zürcher Aufführung von Bohuslav Martinus Oper "The Greek Passion", die Ausstellung "Goldener Drache - Weißer Adler" im Residenzschloss zu Dresden, die Marbacher "Strahlungen"-Ausstellung und Bücher, darunter der bisher nur in englischer Sprache erschienene Debütroman "All in My Mind" des Ex-Blair-Beraters Alastair Campbell.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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