Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Our climb will be steep

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

05.11.2008. Yes, he could. Wir verlinken auf seine Rede. Das alte Europa beschäftigt sich indes noch mit der übrigen Aktualität. In der FR leiht sich Ulrich Beck einen Begriff von Josef Ackermann. Die Welt besucht Luhmanns Bielefeld. Die Kundera-Affäre ist den meisten Feuilletons trotz der kollektiven Nobelpreisträgersolidarisierung zumeist kein Wort wert. Nur der Tagesspiegel fordert die objektive Wahrheit. Und in Deutschlandradio hält Jiri Grusa das Polizeidokument für echt - und er glaubt Kundera doch.

Aus den Blogs, 05.11.2008

Bild zum Artikel"President Barack Obama" titelt Gawker und bringt dieses etwas surreale Foto, das für eine Tierschutzkampagne aufgenommen wurde und das wir hiermit zitieren.





Übrigens zu blöd, dass wir nicht Amerikaner sind: Gawker zitiert auch aus Obamas Ansprache in Chicago, und da wäre man doch gern "a part of it": "It's been a long time coming, but tonight, because of what we did on this date in this election at this defining moment, change has come to America... To McCain supporters, some of whom were loudly disappointed at their candidate's defeat tonight: 'I may not have won your vote tonight but i hear your voices. I need your help and I will be your president too.' To the nation more broadly: 'We rise or fall as one nation, as one people. Let's resist the temptation to fall back on the same partisan ship. There is new energy to harness... the road ahead will be long, our climb will be steep..... but I have never been more hopeful that we will get there. We, as a people, will get there.'"

Hier ein Ausschnitt aus der Rede:



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Der Tagesspiegel, 05.11.2008

"Verleumdungskampagne", "Gerücht" - Gregor Dotzauer findet die Wortwahl der elf Großschriftsteller in ihrer Erklärung zu Kundera "in zweierlei Hinsicht ungenau. Immerhin hat sich das 'Gerücht' in einer schriftlichen Meldung bei der Polizei materialisiert, die dazu führte, dass der als Westagent verhaftete Miroslav Dvoracek zu 14 Jahren Zwangsarbeit in einem Uranbergwerk verurteilt wurde. Man kann nur den Wert dieser Quelle in Zweifel ziehen. Und von 'Verleumdung' kann nur reden, wer über die legitime Unschuldsvermutung hinaus eindeutige Kenntnisse des Sachverhalts besitzt." Die aber hätten die Schriftsteller nicht. Und ach ja: "Es gibt, was den Vorgang selbst angeht, eine objektive Wahrheit." Schön, dass das mal jemand gesagt hat.

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Aus den Radios, 05.11.2008

Jiri Grusa, tschechischer Dichter, Dissident, nach 89 Diplomat und Politiker und heute Präsident der internationalen Schriftstellervereinigung PEN hat, war in Prag und hat sich das umstrittene Polizeidokument angesehen, das Milan Kundera belastet. Im Deutschland Radio Kultur erklärte er jetzt, er habe keinen Zweifel, "dass das Papier echt ist. Das kann man nicht leugnen. Nur ist es kein Papier von Milan Kundera, es ist keine Denunziation sondern eine Anunziation eines Polizisten. Und wenn Kundera sagt, ich war's nicht, dann muss ich auch Kundera sowas wirklich glauben." Von einer "Verleumdungskampagne" will er aber nicht sprechen. "Nein, das würde ich nicht sagen. Es ist ein Zusammentreffen unglücklicher Umstände, denn das Papier ist echt. Die zehn Jahre der Kommunistenpropaganda im Lande, die auch Kunderas Werk in dieser Zeit repräsentiert, die sind auch echt."

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Die Tageszeitung, 05.11.2008

Esther Slevogt beklagt in Antwort auf einen Artikel von Hubertus Knabe in der Berliner Zeitung eine ärgerliche Nebenfolge der "Anonyma"-Verfilmung: Darin werde die Nazipropaganda gegen den Schriftsteller Ilja Ehrenburg unkritisch nachgebetet, der angeblich zur Vergewaltigung deutscher Frauen aufgerufen haben soll. "Längst ist jedoch von Historikern belegt, dass es einen Aufruf Ehrenburgs zur Vergewaltigung deutscher Frauen nie gegeben hat." Der Ausspruch "Wenn du nicht im Laufe eines Tages wenigstens einen Deutschen getötet hast, so ist es für dich ein verlorener Tag gewesen", stamme allerdings wirklich von Ehrenburg. "Allerdings sollte man bei seiner Beurteilung auch den Kontext seiner Entstehung im Auge behalten: den Sommer 1942, als die Deutsche Wehrmacht weit auf Sowjet-Territorium vorgedrungen war, Städte und Dörfer dem Erdboden gleichgemacht hatte und ihren Vernichtungskrieg gegen die jüdische Bevölkerung und den 'slawischen Untermenschen' führte."


Udo Kittelmann, neuer Direktor der Berliner Nationalgalerien, erläutert in einem Gespräch seine Pläne und erklärt, weshalb er es nur bedingt sinnvoll fände, in der Aura der Alten Nationalgalerie mit aktueller Kunst zu intervenieren. Besprochen wird der neue Bond-Film "Ein Quantum Trost", über dessen Purismus die Kritikerin das Wesen Bonds beinahe verloren gehen sieht, andererseits jedoch das "fast sinnbildliche Ablegen des üblichen Bond-Ballasts" durchaus begrüßt.

In tazzwei ist außerdem ein Interview mit der amerikanisch-israelischen Sängerin und Schauspielerin Daliah Lavi zu lesen, worin sie über ihren Erfolg im Deutschland der Siebzigerjahre, den Holocaust, den Nahen Osten sowie McCain und Obama spricht.

Und hier Tom.

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Spiegel Online, 05.11.2008

Egal was sie sonst noch sind, in jedem Fall mutig findet Reinhard Mohr die vier SPD-Abweichler, die Ypsilanti stürzten: "Nur jenen Mitläufern, Gschaftlhubern und ewiggrauen Parteischranzen fehlt jede Phantasie, dass es irgendwann einmal einen sehr persönlichen Bruch geben kann, den man (fast) alleine vollziehen und durchstehen muss - um seiner selbst willen. Die populäre Verachtung der Abweichler ist ein Zerrspiegel der eigenen Willenlosigkeit; deren Stärke stellt die eigene Schwäche heraus, ihr Mut die Mutlosigkeit der Mehrheit, die es sich in der eigenen Propaganda gemütlich gemacht hat."

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Die Welt, 05.11.2008

Vor zehn Jahren starb Niklas Luhmann. Thomas Lindemann besucht die Lebens- und Wirkstätten des für seine Kälte und Schärfe verehrten Soziologen: "Bis heute umgibt Luhmann etwas Provinzielles. Die Sparkasse Bielefeld vergibt ihm zu Ehren einen Forschungspreis. Ein Gymnasium an seinem Wohnort Oerlinghausen benannte sich nach ihm - die Website ist seit Monaten kaputt. An seinem Geburtsort Lüneburg wird demnächst die erste Luhmann-Straße eingeweiht, in einem Neubaugebiet. Irgendwie passt das alles zu dem Verwaltungsjuristen, der im Stillen eine Wissenschaft revolutionierte. Ein freundlicher Bürokrat war der Erneuerer der modernen Soziologie."


Weitere Artikel: Berthold Seewald kritisiert die finanzielle Weichherzigkeit des Landes Baden-Württemberg gegenüber dem klammen Haus von Baden. Anlässlich einer aktuellen Affäre um die Milliardärin Susanne Klatten schreibt Hendrik Werner eine kleine Kulturgeschichte des Verführers. Peter Zander unterhält sich mit dem James-Bond-Darsteller Daniel Craig. Manuel Brug gratuliert dem Klassiklabel Virgin Classics zum Zwanzigsten. Brug stellt auch den neuen Intendanten des Konzerthauses Berlin, Sebastian Nordmann, vor. Und Sven Felix Kellerhoff empfiehlt eine heute im Ersten laufende Dokumentation über die "Reichskristallnacht".

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Neue Zürcher Zeitung, 05.11.2008

Der spanische Historiker und Schriftsteller Antonio Orejudo beschreibt, wie schwer sich Spanien noch immer mit dem Erbe des Franqusimus tut. Nun hat der Untersuchungsrichter Baltasar Garzon - der schon den Haftbefehl gegen Augusto Pinochet ausstellen ließ - Anklage gegen Francisco Franco und 34 weitere Personen wegen möglicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit erhoben und die Öffnung von 19 Massengräbern, darunter dem Federico Garcia Lorcas, angeordnet. Orejudo befürwortet dies: "Kein Land kann seine Geschichte auf der Fälschung seiner Vergangenheit aufbauen. Nicht weil dies unmoralisch ist, sondern weil es - wie unmoralisch auch immer - unmöglich ist. Früher oder später tritt die Vergangenheit ans Licht, und die Gemordeten ziehen ihre Mörder zur Rechenschaft. Auch ewige Schmach und anhaltende Schmähung sind keine Zukunftsgrundlage: Oder sollten jene, die einst den Rechtsstaat und die republikanische Ordnung verteidigten, als 'die Roten' in die Geschichte eingehen? Sie müssen ihre Würde wie auch ihr Hab und Gut wiedererlangen. Ihr Einsatz und ihre Courage verdienen Anerkennung. Die Nachfahren der in Massen verscharrten Opfer haben das Recht, die Öffnung der Gräber zu fordern."


Ursula Kähler berichtet vom Genfer Filmfestival Cinema Tous Ecrans. Besprochen werden die Ausstellung "Focus Orient" zu orientalischen Fotografie des 19. und 20. Jahrhunderts im Sharjah Art Museum in den Vereinigten Arabischen Emiraten, ein Ballettabend im Stadttheater Bern, Randolph C. Heads bisher nur auf Englisch erschienene Biografie des Graubündener Kriegshelden Georg Jenatschs "Jenatsch's Axe" und Kinderbücher (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 05.11.2008

Arno Widmann unterhält sich mit Ulrich Beck über die Finanzkrise. Der Soziologe holt sich terminologische Inspiration von unerwarteter Seite: "Die Praktiker, Ackermann zum Beispiel, sprechen von einem systemischen Risiko. Das lässt den Soziologen aufhorchen. Es geht in seinen Augen weniger um die in den letzten Wochen viel kommentierten, auch durchaus vorhandenen individual- und sozialpsychologischen Faktoren, also etwa die viel skandalierte Gier, sondern um die Tatsache, dass gerade die freigesetzte, entgrenzte, von nationalstaatlichen Vorschriften befreite Marktwirtschaft ihr eigenes System in eine Existenzkrise treibt."


Weitere Artikel: Die Globalisierungsgegnerin Naomi Klein kritisiert zum Abschluss seiner Ära noch einmal George W. Bush. Der Musikkritiker Norman Lebrecht berichtet, dass eine der berühmtesten Geigen der Welt, eine Guarneri del Gesu von 1741, zum Verkauf steht, weil ein in Not geratener Millionär sich sanieren muss, und erzählt andere Anekdoten über Musik und Finanzkrisen. Besprochen wird Ödön von Horvaths Stück "Kasimir und Karoline" am Hamburger Thalia Theater.

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Weitere Medien, 05.11.2008

Die New York Times jubelt auf ihrem Titel über den ersten schwarzen Präsidenten der USA und die "gefallenen Rassenschranken" und kommentiert: "Dies ist einer der Momente in der geschichte, in dem man innehalten muss und sich die grundlegenden Fakten vor Augen halten muss: "Ein Amerikaner mit dem Namen Barack Hussein Obama, Sohn einer weißen Frau und eines schwarzen Mannes, den er kaum kannte, aufgezogen von seinen Großeltern weit abseits der Macht und des Wohlstands, wurde zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde."

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Süddeutsche Zeitung, 05.11.2008

Für Franziska Augstein sind die drei SPD-Abweichlerinnen nichts als drei Wichtigtuerinnen - Herr Walter wird interessanterweise ausgeklammert. Bei den Frauen: Kein Schatten von ehrenhaftem Motiv, selbst der Mut zur Abweichung sei bestens abgefedert: "Dagmar Metzger bekannte sich zu ihrer erschütterten Begeisterung von sich selbst: 'Niemand weiß besser als ich, wieviel Mut hierzu gehört.' Wieso weiß das niemand besser als Dagmar Metzger? Und von welcher Art Mut redet sie eigentlich, da der ihre doch von der politisch einflussreichen Familie konservativer Sozialdemokraten, in die sie eingeheiratet hat, sehr - sagen wir - beflügelt wurde?" (Könnte einer geborenen Augstein natürlich nie passieren)


Weiteres: Elisabeth Kiderlen lauschte gebannt dem Vortrag über "Der Islam - Chancen und Probleme des Gesprächs mit dem Westen" des iranischen Ex-Präsidenten Mohammed Chatami in Freiburg. Gottfried Knapp betrachet das glanzvoll restaurierte Erdgeschoss der Schackgalerie in München. Franziska Brüning gratuliert dem Deutschen Historischen Institut in Paris zum Fünfzigsten. Der Posaunist Nils Landgren erklärt im Interview, was für ihn Jazz ist.

Besprochen werden der James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" (daneben versichert Roger Moore den Machern: "Bond war immer eine gute Investition"), Stephan Kimmigs Inszenierung von Horvaths Oktoberfest-Stück "Kasimir und Karoline" am Thalia Theater, ein Konzert von Paul Potts in der Kölner Lanxess-Arena, ein Münchner Beethovenkonzert mit dem Cellisten Pieter Wispelwey und Alexander Melnikow am Klavier, einige CDs,und Bücher, darunter Peter Longerichs Himmler-Biografie (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2008

Patrick Bahners hat eine Art demokratietheoretisches Gutachten verfasst, das zum Ergebnis kommt, dass das Handeln der drei beziehungsweise vier hessischen Abweichler total okay gewesen ist. In der Glosse kommentiert Rüdiger Soldt den nicht ganz billigen, dem Kulturerbe aber zugute kommenden Sonderfrieden zwischen dem Haus Baden und dem Land Baden-Württemberg. Auf den Spuren franzöischer "Verdrängungskünstler" und Liebhaber von "Verschwörungstheorien" charakterisiert Jürg Altwegg die Intellektuellen, die partout und unterschriftlich nicht an Milan Kunderas Denunziation und deshalb an eine "Verleumdungskampagne" glauben wollen. Auf der Suche nach dem realen Ursprung einer Auschwitz-Erwähnung in Walter Kempowskis Roman "Tadellöser und Wolff" haben die Germanisten Andreas Pfeifer und Sascha Feuchert im Nachlass des Autors nachgeforscht. Robert Kaltenbrunner macht sich Gedanken zur angeblichen "Renaissance der Innenstädte". Von der Rückkehr der spanischen Original-Nationalflagge nach Madrid berichtet Paul Ingendaay. Regina Mönch schildert, wie im Berliner Norden nach möglicher Raubkunst im Staatsbesitz gesucht wird. Frank-Rutger Hausmann entnimmt den Tagebüchern italienischer Diplomaten, dass diese bei Deutschlandbesuchen in den frühen vierziger Jahren sehr skeptisch im Land der befreundeten Achsenmacht unterwegs waren. Rüdiger Klein hat gesehen, wie im pfälzischen Eiswoog ein Saustall zum Museum umgebaut wurde. Den neuen Intendanten des Konzerthauses am Gendarmenmarkt Sebastian Nordmann porträtiert Frank Pergande. Jürg Altwegg gratuliert dem französischen Philosophen Bernard-Henri Levy zum Sechzigsten.


Besprochen werden die Ausstellung "Goldener Drache - Weißer Adler" im Dresdener Residenzschloss, der neue Bond-Film "Ein Quantum Trost" und Bücher, darunter die ersten zehn Bände des von Julius H. Schoeps herausgegebenen "Bibliothek der verbrannten Bücher"-Projekts (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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