Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 19.03.2010, 14.00 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ich verliere nur begrenzt

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

06.10.2008. Die NZZ will es nicht recht glauben: Michel Houellebecq und Bernard-Henri Levy sollen Verfemte sein? In der Welt erzählt ein anonymer Banker über die persönlichen Vorzüge seines Jobs. In der FR antwortet Necla Kelek auf Seyla Benhabib: Die Frage ist nicht, wo Frauen in der Türkei mit Kopftuch, sondern wo sie ohne hindürfen. Die SZ zeichnet italienische Debatten über Faschismus und Widerstand nach.

Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2008

Ziemlich gelangweilt legt Jürgen Ritte den Briefwechsel "Ennemis publics" zwischen Bernard-Henri Levy und Michel Houellebecq wieder aus den Händen, der doch eigentlich die literarische Sensation dieses Herbstes werden sollte: "Sie sind die Gebrandmarkten, die Aussätzigen, die 'maudits' unserer Tage. Das, so Houellebecq, verbinde sie, die doch sonst so vieles trenne, miteinander und beiläufig auch, so Levy, mit einem Charles Baudelaire. Der Dichter der 'Fleurs du mal' wird es dort, wo er jetzt sein mag, mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen. Levy und Houellebecq haben starke Verleger im Rücken, verkaufen ihre Bücher zehn- und hunderttausendfach in aller Welt, jede Zeitung steht ihnen offen, in jeder Fernsehsendung sind sie höchst willkommen. Verfemte?"


Weiteres: Klaus Bartels spürt der Herkunft der Bürokratie nach. Sieglinde Geisel resümiert das Berliner Literaturfestival. Urs Haffner erzählt die Geschichte der Missionarin Maria Bernarda, die als erste Schweizerin von Papst Benedikt XVI. heilig gesprochen wurde.

Besprochen werden Stefan Puchers "Perser"-Inszenierung in Zürich ("Ein Wurf. Stefan Pucher verzichtet auf jegliche Mätzchen. Er hält sich zurück und packt doch zu", meint Barbara Villiger Heilig) und eine Ausstellung zum Werk Isolde Ohlbaums im Literaturhaus München.

nach oben

Die Welt, 06.10.2008

Ein anonymer Banker sieht auf der Magazinseite einen der Gründe für die Krise in einer Art pervertierten Angestelltenmoral - man hat Verantwortung, trägt sie aber nicht: "Die Versuchung ist für uns Banker in so einem Spiel immer die gleiche: Wenn ich gewinne, kann ich dadurch schnell reich werden, wenn ich verliere, kostet mich das höchstens den Job. Dann kann ich mir immer noch überlegen, was ich als Nächstes mache. Die Münze wird geworfen. Kopf: Ich gewinne viel. Zahl: Ich verliere nur begrenzt. Die Gewinnanreize überbieten den möglichen Verlust also bei Weitem. Da bleibt für große moralische Gedanken kein Platz."


Im Feuilleton feiert Peter E. Müller Leonard Cohen und verweist auf folgende Konzerte in Deutschland. Johannes Wetzel liest den in Frankreich heiß erwarteten Briefwechsel zweier prominenter Hassfiguren - nämlich Michel Houellebecq und Bernard-Henri Levy. Sven Felix Kellerhoff rät den deutschen Historikern, sich einem internen Ranking durch den Wissenschaftsrat nicht zu entziehen. Berthold Seewald hat eine Historikerdebatte über das Militärhistorische Museum Dresden angehört, das durch einen Anbau Daniel Libeskinds neue Akzente setzt. Auf der DVD-Seite erinnert Gerhard Midding an Carole Lombard, die in diesen Tagen hundert Jahre alt geworden wäre.

Besprochen wird Lutz Hübners Stück "Geisterfahrer" in Hannover.

Auf der Forumsseite unterhalten sich Veteranen der Popliteratur, Benjamin von Stuckrad-Barre und Moritz Uslar, über ihre Vorliebe für Udo Lindenbergs Lyrics.

nach oben

Frankfurter Rundschau, 06.10.2008

Necla Kelek widerspricht vehement Seyla Benhabibs Beitrag von Freitag, in dem die an der Yale-Universität unterrichtende Politologin die Kopftuchdebatte in der Türkei als Beginn einer Pluralisierung der Gesellschaft darstellte. Demokratischer Fortschritt, warnt Kelek nun, sei in der Türkei ganz und gar nicht spürbar, im Gegenteil: "Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass sich die Türkei seit der AKP-Regierung zu einem Land entwickelt, in dem die islamische Lebensweise das alltägliche Leben zunehmend beherrscht. Es geht nicht mehr darum, ob ein Mädchen mit Kopftuch zur Uni kann, sondern darum, ob sie auf dem Land oder in der Stadt ohne Kopftuch auf die Straße kann, ohne belästigt oder beschimpft zu werden. ... Es gibt in der Türkei weder Freiheit von der Religion noch positive Religionsfreiheit - außer für die sunnitischen Muslime. Die Aleviten, die Christen, die Aramäer, Juden werden diskriminiert und in ihren Riten behindert und bedroht."


Weitere Artikel: In einer Times Mager sinniert Arno Widmann über ehrbare Filmdiven und deren Wirkung auf das männliche Gemüt. Der 47. deutsche Historikertag in Dresden war dem Thema Ungleichheiten gewidmet, bot aber teilweise nur begrenzt globalgeschichtliche Perspektiven, schreibt Andreas Eckert.

Besprochen werden Stefan Puchers politisch hochaktuelle Inszenierung von Aischylos Tragödie "Die Perser" im Schauspielhaus Zürich (eine "wirklich erregend spannende, bewegende Aufführung", schreibt Peter Iden), die Oper "Barbier von Sevilla" im Festspielhaus Baden-Baden, das neue Album der schottischen Band Travis, "Ode To J. Smith", und Sven Regeners Buch "Der kleine Bruder" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Die Tageszeitung, 06.10.2008

Ralph Bollmann bemerkte auf dem Deutschen Historikertag in Dresden vorsichtige Veränderungen: "Die Zeiten, in denen sich das Fach mit einer teils esoterischen Themensetzung selbst marginalisierte, gehen möglicherweise dem Ende zu - auch wenn die wortmächtigen Kombattanten, die der Generation der Wehlers und Mommsen nachfolgen könnten, nach wie vor nicht erkennbar sind."


Weiteres: Brigitte Werneburg konnte auf der Shanghai Biennale und der Korea International Art Fair keinerlei Krisenzeichen erkennen, aber auch nur noch bescheidene Erfolge. Besprochen wird das neue Album der New Yorker Band TV On The Radio "Dear Science".

Und Tom.

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 06.10.2008

Spike Lees neuer Film "Das Wunder von Sant' Anna" über ein Massaker der 16. SS-Panzergrenadier-Division "Reichsführer SS" an Hunderten von Frauen, Kindern und Greisen in einem italienischen Dorf, hat in Italien eine Debatte über den Faschismus ausgelöst, berichtet Henning Klüver. Lange Zeit hätte sich die Mehrheit der Italiener nach dem Krieg im Widerstand wiedererkennen wollen. "Doch in den letzten Jahren wurde eine neue Sichtweise salonfähig. Die Soldaten der faschistischen RSI, so wurde argumentiert, hätten zwar objektiv die falschen Werte vertreten, aber nach der Kapitulation am 8. September 1943 doch subjektiv die Ehre des Vaterlands retten wollen. Besonders die post-faschistische Partei Alleanza Nazionale vertrat diese Sichtweise, nachdem sie durch eine Koalition mit Silvio Berlusconi in den neunziger Jahren 'regierungsfähig' geworden war. Gleichzeitig richtete sich der Blick vieler Konservativer auf die Schattenseiten des Widerstands."


(Vielleicht löst der Film auch bei uns eine Debatte aus, denn einige der 2005 von einem italienischen Gericht zu lebenslangen Haftstrafen verurteilten SS-Männer, so Klüver, leben heute noch auf freiem Fuß in Deutschland.)

Weitere Artikel: Johan Schloemann berichtet vom Deutschen Historikertag in Dresden, wo es um so konkrete Dinge wie "Ungleichheit" und "Klasse" ging. Das Bode-Museum darf seinen schönsten jungen Mann behalten: Baccio Bandinellis bislang nur ausgeliehener Jüngling wurde von den Staatlichen Museen angekauft, freut sich Alexandra Mangel. Nachrichten aus dem Netz schickt Franziska Schwarz. Der Regisseur David Lynch wird anlässlich einer Ausstellung seiner Fotos über die Gemeinsamkeiten von Fotografie und Film interviewt. Christian Jostmann ist unzufrieden mit dem Auftritt der Ökonomen Joseph Stiglitz, Robert Mundell und Eric Maskin beim Dritten Wiener Nobelpreisträgerseminar. Julian Nida-Rümelin und David Linden schreiben in der Reihe "Was weiß die Wissenschaft vom Ich?" Joseph Hanimann gibt seine Eindrücke von Jonathan Littells Reportage aus Georgien wieder, die am Samstag in Le Monde veröffentlicht worden war.

Andrian Kreye wäre beinahe schlecht geworden am Samstagabend mit Thomas Gottschalk und Carla Bruni bei "Wetten, dass...?", wie er auf der Medienseite zu erkennen gibt: "Ach, man solle die Politiker nicht immer so gängeln, hauchte sie da mit ihrer Kleinmädchenstimme, die arbeiteten doch Tag und Nacht für unser aller Wohl und seien ja nur Diener ihres Volkes. Dem Volk, dem sie sich selbst ja immer noch sehr verbunden und nah fühle. Gegen solch geballten Schwachsinn direkt aus dem Elyseepalast wirkt das Sturmgeschütz des amerikanischen Antiintellektualismus Sarah Palin wie große Philosophie. Ansonsten schleppte sich die Show wie gehabt durch drei endlose Stunden voller Herrenwitze und Kalauer. Warum hat man sich damals eigentlich so über Gottschalks Hartz-IV-Witzeleien aufgeregt? Für seine frauenfeindlichen und latent xenophoben Bemerkungen wäre er in jedem zivilisierten Lande längst Gegenstand heftiger Debatten."

Besprochen werden die Uraufführung von Hans Werner Henzes "Elogium Musicum" in Leipzig, die Ausstellung "Pjöngjang, Pjöngjang" im Kreuzberger Künstlerhaus Bethanien über eine Reise von Jenny Rosemeyer, Urenkelin von Otto Grotewohl, und der Künstlerin Eva-Maria Wilde nach Nordkorea, wo sie sich ein Bild vom Einfluss der DDR-Architekten machen wollten, Lars-Ole Walburgs Inszenierung von Felicia Zellers "Kaspar Häuser Meer" im Werkraum der Münchner Kammerspiele, einige DVDs und Bücher, darunter Andrzej Stasiuks "Fado" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2008

Der konservative Philosoph Robert Spaemann nennt eine Reihe von Gründen, warum die Atomkraft nach menschlichem Ermessen keine Energieoption sein kann. Der erste der Gründe ist schon sehr grundsätzlich: "Da ist erstens die Vorstellung eines garantierten zivilisatorischen, technisch-wissenschaftlichen Fortschritts oder wenigstens der Erhaltung des heutigen zivilisatorischen Niveaus für die Dauer der Strahlung des Atommülls, also für die nächsten 10000 Jahre. Man muss das voraussetzen, wenn man durch Lagerung des Atommülls No-go-Areas schaffen will, deren Respektierung auch noch nach Jahrtausenden erwartet werden kann, weil das diesbezügliche Know-how noch existiert und weil unsere Warnschilder noch existieren, noch gelesen und noch verstanden werden. Nichts berechtigt zu dieser Erwartung. Sie ist eher eine unwahrscheinliche Annahme."


Weitere Artikel: Kerstin Holm macht in der Glosse an ein paar Beispielen deutlich, was es heißt, dass Russland inzwischen in Sachen Filz und Korruption mit Staaten wie "Bangladesch, Kenia und Syrien" mithalten kann. Die Historikerin Ute Daniel bedauert, dass Hans-Ulrich Wehler in seiner Erfolgsgeschichte der Modernisierung für die Abweichler und Leistungsverweigerer nur Verachtung übrig hat. Mechthild Küpper stellt eine Umfrage vor, die zu den Ergebnissen der Friedrich-Ebert-Stiftung, die Demokratieferne in Deutschland betreffend, in beträchtlichem Widerspruch steht. Jochen Stöckmann hat eine Tagung zu den Gründungsjahren der Bundesrepublik besucht, die in Oldenburg stattfand. Bei einem Nürnberger Symposion zur Mathematik bei Albrecht Dürer war Ernst Horst. Jürgen Kaube porträtiert den Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe, der zum neuen Präsidenten des Deutschen Historikerverbands gewählt wurde.

Besprochen werden die Uraufführung von Hans-Werner Henzes "Elogium Musicum", Herbie Hancocks Eröffnungskonzert zum Heidelberger "enjoy jazz"-Festival, die Giovanni-Bellini-Ausstellung in Rom, eine Züricher Inszenierung der "Perser" von Stefan Pucher und Bücher, darunter Leonard Cohens Gedichtband "Lob der Sehnsüchte" und Peter Springers Geschichte des "Voyeurismus in der Kunst" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Über interessante Revirements im FAZ-Feuilleton berichtet der Spiegel, laut turi2: Felicitas von Lovenberg löst Hubert Spiegel als Literaturchef ab. Spiegel wird Autor.

nach oben

Archiv: Heute in den Feuilletons

Zurück in die Münzfernsprecher-Epoche

19.03.2010. In der FR erkennt Verena Auffermann in der Diskussion um Helene Hegemann die Angst vor der digitalen Zukunft. In der Welt bestätigt dies eine Studie und nennt auch eine Zahl: über 70 Prozent der Deutschen sind nie in der digitalen Gesellschaft angekommen. In der taz ist Liao Yiwu froh, dass seine Bücher illegal kopiert werden, sonst könnte sie niemand lesen. Die SZ porträtiert den künftigen tschetschenischen Nobelpreisträger Kanta Ibragimow, der seinen jüngsten Roman nur dank eines geschmuggelten USB-Sticks veröffentlichen konnte. In der FAZ rauft sich Constanze Kurz die Haare: Sendezeiten im Internet? Wo leben unsere Landespolitiker? Mehr lesen

Arrondierte Männergruppen

18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen

Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach

17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten.  Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und  des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen

Ein Mann wie Winnetou

16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz  von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert

15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen

Ich war verstört

13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas.  Mehr lesen

Zeitung lebt

12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen

Damals war die Zukunft heute

11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen

Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen

10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter,  meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In  taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen

Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel

09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen

Schwirren und fliegen und sausen

08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen

Denken Sie an Klaviersaitendraht

06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen

Antipathie gegen Beton und Stahl

05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen

Ein Fingernagel in ihrer Suppe

04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen.  Mehr lesen

Ein Trost am Rand meines Grabes

03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang  für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons