Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

>Kultur ist, wenn... <

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

25.09.2008. Der taz wird lau beim "Baader-Meinhof-Komplex": Ist halt German cinema. In der Welt erklärt der Drehbuchautor der "Operation Walküre", wie es kam, dass Tom Cruise den Stauffenberg spielte. Im Observer sieht Tom Wolfe doch noch Chancen für den Kapitalismus. Die Berliner Zeitung berichtet über einen unter anderem von Imre Kertesz unterzeichneten Offenen Brief, der die Deutsche Welle zur Überprüfung ihrer China-Berichterstattung auffordert.

Berliner Zeitung, 25.09.2008

Sabine Pamperrien berichtet über einen unter anderem von Mario Vargas-Llosa und Imre Kertesz unterzeichneten Offenen Brief, der die Deutsche Welle zur Überprüfung ihrer China-Berichterstattung auffordert - die wegen der extrem regimefreundlichen Haltung einer inzwischen beurlaubten Redakteurin ins Gerede kam: "In dem Brief der Autoren werden die Propaganda-Methoden totalitärer Regime hervor gehoben. Diktatorische Länder wie China wüssten, dass ihre Medien für die eigenen Bürger nicht glaubwürdig sind. Deshalb würden wichtige Informationen via Ausland verbreitet."

nach oben

Weitere Medien, 25.09.2008

Ist der Bankenkrach der schrille Anfang vom Ende des Kapitalismus? Oder wenigstens das Ende von 40 Millionen Dollar teuren Appartments in New York? "Ich bezweifle das", erklärt der Schriftsteller Tom Wolfe ("Fegefeuer der Eitelkeiten") im Observer. "Ich habe nicht das Gefühl, dass es damit vorbei ist. Ich lese über dieses Gefühl, aber ich treffe niemanden, der dieses Gefühl hat. Ich habe nicht mit Angestellten von Investment Banken gesprochen. Übrigens gibt es nichts zweitklassigeres als Investmentbanken. Jeder schlaue und ehrgeizige junge Mann - vergessen Sie die jungen Frauen, sie spielen hier keine Rolle - will in Hedge Fonds machen. Ich wäre überrascht, wenn das Implodieren der Hedge Fonds sie schlauer machen würde. Welcher aufgeweckte Kerl will eine Führungsposition in einer Firma wie Lehman Brothers, wo man übel gelaunten Angestellten und Direktoren die Hand halten, immer nett sein und die richtigen Kleider tragen muss? Das ist was für wirklich zweitklassige Leute... Nur der Bodensatz arbeitet in diesen Firmen."

nach oben

Frankfurter Rundschau, 25.09.2008

Ein Besuch in einem Frauengefängnis hat die kanadische Schriftstellerin Nancy Huston angeregt, über "fiktionale Realität" nachzudenken. Romane seien so wichtig fürs Menschsein, weil sie einfach die besseren Lügen bieten: "Da Terrorismus nicht mehr und nicht weniger ist als das Ergebnis schlimmer Fiktionen, sollten unsere Regierungen, statt Waffen zu produzieren, in den Ländern, in denen er sich eingenistet hat, die Übersetzung, Veröffentlichung und den Vertrieb der Meisterwerke der Weltliteratur begünstigen, unterstützen und fördern. Nichts könnte nützlicher oder wichtiger sein. Je mehr die Menschen sich für realistisch halten, je mehr sie dazu neigen, Romane als überflüssiges, dummes Zeug, als Luxus oder Zeitverschwendung abzutun, desto empfänglicher sind sie für den Urtext - d.h. für Unbeherrschtheit, Gewalt und Kriminalität, für die Unterdrückung von Angehörigen oder von Frauen, von solchen, die sie für schwach halten, oder eines ganzen Volkes."


Weitere Artikel: Nikolaus Merck porträtiert den Schauspieler Roland Kukulies, der bald im "Zauberberg" am Maxim Gorki Theater mitspielt. Christian Thomas war bei einer Debatte im Deutschen Architekturmuseum über den Moscheenbau in Geschichte und Gegenwart.

Besprochen werden die Ausstellung "German Angst" im Neuen Berliner Kunstverein ("etwas lächerliche Kollektivneurose und bestens begründetes Unbehagen"), der israelische Film "Lemon Tree" von Eran Riklis, die neue Pixar Produktion "Wall.E" von Andrew Stanton und Uwe Tellkamps DDR-Roman "Der Turm".

nach oben

Der Tagesspiegel, 25.09.2008

Las Vegas, nicht die Wall Street symbolisiert für Rüdiger Schaper den amerikanischen Kapitalismus. Ein verrücktes System, das zusammenbrechen musste. Aber die deutsche "Angstlust", die jetzt wieder Urstände feiert, ist ihm auch nicht sympathisch. "Im Übrigen scheint diese Angst ebenso volatil zu sein wie die Faktoren, die sie auslösen. Erinnert sich noch jemand an den Skandal um die Berliner Bankgesellschaft, ging es da nicht auch um Immobilien und Kredite? Wer weiß noch, wie viele Millionen und Milliarden Euro in den Sand gesetzt wurden? War die Hauptstadt nicht praktisch pleite? Und zahlt Berlin nicht nach wie vor Zinsen, ohne dass noch groß darüber gesprochen würde? Wurden die Verantwortlichen ausreichend zur Rechenschaft gezogen und bestraft?"

nach oben

Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2008

Sieglinde Geisel ärgert sich, dass die Renaissance biologisch definierter Geschlechterbilder der Gleichberechtigung schadet. Beispiel der Spiegel, der in seiner neuen Ausgabe nicht davor zurückschrecke, "auf dem Titelbild John Grays alte Geschichte von den Marsmännchen und den Venusmädchen wieder aufleben zu lassen. Man begegnet im Heft den bekannten Argumenten (Männergehirne arbeiten in Systemen, Frauengehirne mit Empathie usw.). Nur gehört jetzt noch ein Bekenntnis dazu: Früher habe sie auch geglaubt, dass man nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht werde, beteuert eine Wissenschafterin, aber heute..."


Eine Seite für die RAF: Claudia Schwartz hält Uli Edels "Baader-Meinhof-Komplex" für einen "politisch erstaunlich belanglosen Film" und Joachim Güntner stellt passend zum Thema drei neue RAF-Bücher vor. Außerdem besprochen werden eine Ausstellung im Pariser Musee d'art et d'histoire du Judaisme, die herrenlose Gemälde zeigt, Karl-Heinz Otts Roman "Ob wir wollen oder nicht" sowie zwei neue Krimis aus Italien (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Die Tageszeitung, 25.09.2008

"Eine Dokumentation, die einen auf Spielfilm macht", weil alles "irgendwie kalt" bleibt, urteilt Jan Feddersen in tazzwei über Uli Edels "Baader Meinhof Komplex". "It's German cinema, möchte man es abtun, alles soll wahnsinnig relevant aussehen. Aber: Weshalb gibt es kein Kino, das diesen Furor der Siebziger mit Wut und Hass zeigt - und zwar mit Einladung zur Identifikation? Man muss nur mal einem gewöhnlichen Straßengespräch zu den Themen Hartz IV, Armut, Hast, Angst & Einsamkeit zuhören: Das sind doch alles gewöhnliche Deutsche, die so zivil leben wie andere auch, aber am liebsten dreieinhalb Mal am Tag auch alles in die Luft sprengen möchten. Das Baader-Meinhof-Ensslin-Mahler-Epos tut deren Tun als exotisch, bizarr ab."


Auf den Kulturseiten resümiert Ingeborg Szöllösi das 12. Philosophicum in Lech am Arlberg, eine Tagung zum Thema "Geld - Was die Welt im Innersten zusammenhält?", für die sie sich angesichts der Finanzkrise "keinen überzeugenderen Termin hätte aussuchen können". Daniel Schreiber berichtet über den Medienhype, der in den USA um die republikanische Vize-Kandidatin Sarah Palin entbrannt ist. Christian Semler informiert über Pläne, den von der franquistischen Soldateska gemeinsam mit drei weiteren Opfern ermordeten und verscharrten Dramatiker, Poeten und bekennenden Schwulen Federico Garcia Lorca zu exhumieren. Auf den Tagesthemenseite berichtet Frieder Reininghaus, dass sich der unter ominösen Umständen geschasste Intendant der Essener Philharmonie Michael Kaufmann wehren will.

Besprochen werden der Dokumentarfilm "Kinder. Wie die Zeit vergeht" von Thomas Heise, der dritte seiner Familiensaga aus Halle-Neustadt, der neue Animationsfilm aus dem Pixar-Studio "Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf", die DVD von Leo McCareys Melodram "Make Way For Tomorrow" von 1937 und eine Installation von Tilo Schulz mit dem Namen "Stage Diver" in der Wiener Secession.

Und Tom.

nach oben

Die Welt, 25.09.2008

Im Gespräch mit Hanns-Georg Rodek erklärt Christopher McQuarrie, Drehbuchautor der "Operation Walküre", wie es dazu kam, dass Tom Cruise den Stauffenberg spielt: "Ich hatte mir 'Operation Walküre' immer als kleinen Film vorgestellt, den ich selbst inszeniere, für wenig Geld irgendwo in Osteuropa... Dann gingen wir eines Tages in eine Projektbesprechung zu United Artists, bei der auch Cruise dabei war, aber vor allem als Besitzer des Studios. Sie zog sich hin, über zwei Tage, und irgendwie kam 'Walküre' ins Spiel. Eine Stauffenberg-Biografie mit seinem Porträt auf dem Titel lag auf dem Tisch."


Weitere Artikel: Im Interview mit Hildegard Stausberg kritisiert Henryk M. Broder das Verbot der Demo von rechtsextremen Islamgegnern am Wochenende in Köln als "Kapitulation des Rechtsstaats" und erklärt zugleich, warum ihm so am Unterschied zwischen Kultur und Zivilisation liegt: "Kultur ist, wenn ich Ihnen den Kopf abhacke und daraus eine Blumenvase mache, Zivilisation hingegen ist, wenn ich dafür ins Gefängnis gehe." Matthias Heine kommentiert den Plan der britischen Regierung, kostenlose Theaterkarten an Jugendliche auszugeben. Michael Pilz liest die Autobiografie des Popstars Bushido. Johannes Wetzel hat in Paris ein Stück von Jacques Attali über die Rolle der Versicherungen im Dritten Reich gesehen. Jacques Naoum liest die Gedichte Osama bin Ladens, die als Buch herauskommen sollen und den Autor somit in eine Traditionslinie mit Dichtern wie Mao, Saddam Hussein oder Karadzic stellen.

Auf der Kinoseite interviewt Rüdiger Sturm den Geräuschemacher Ben Burtt, der für die Lautäußerungen des niedlichen Roboters in "Wall-E" verantwortlich zeichnet. Besprochen wird hier auch der Film "Day Night Day Night".

Auf der Forumsseite legt Georg M. Oswald eine kleine Satire zu den bayerischen Landtagswahlen vor. Auf der Magazinseite startet Ulli Kulke eine Serie zum fünfzigsten Geburtstag der Nasa und interviewt den jetzigen Nasa-Chef Michael D. Griffin.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2008

Andreas Kilb stellt fest, dass das geplante Einheitsdenkmal vor dem Humboldt-Forum mehr als nur Finanzprobleme hat. Den Zustand Bayerns vor der möglichen Wahlrevolution am Sonntag schildert Hannes Hintermeier. In der Glosse meint Edo Reents, dass die Einigung zwischen Verlagen und Übersetzern an "vereinsmeierischer Prinzipienreiterei" gescheitert ist. "Denkbar unangemessen" findet Andreas Rossmann den Rauswurf Michael Kaufmanns als Intendant der Philharmonie Essen wegen mehrfacher massiver Etatüberschreitung. Jürg Altwegg liest in französischen Zeitschriften Aufsätze zur Geschichte des Judenhasses. Dirk Schümer porträtiert Luca Francescon, den neuen Leiter der Musikbiennale in Venedig. Kerstin Holm hat sich die Ilya-Kabakov-Mammutschau in Moskau angesehen. Auf der Forschung-und-Lehre-Seite beklagt Julia Voss den "Untergang der Wissenschaftsgeschichte in Deutschland". Auf der Kinoseite beschreibt Dietmar Kammerer den Kampf des Filmarchivars Rick Prelinger gegen das bisher gültige Urheberrecht. Paul Ingendaay berichtet vom Filmfestival in San Sebastian.


Besprochen werden ein Konzert der Charlatans in Köln, die Ausstellung "Himmlisch - Herrlich - Höfisch" (Website), die die Sammlung des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz rekonstruiert, die Ausstellungen "Ruiner - Fascination of Fantasi" und "Ruin - Vision" in den dänischen Städten Koldinghus und Vejle, Andrew Stantons Pixar-Trickfilm "Wall-E", und Bücher, darunter Hans-Ulrich Möhrings Romanessay "Vom Schweigen meines Übersetzers" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 25.09.2008

Klassische Musik wird immer häufiger und mit großem Erfolg im Kino, im Internet oder auf öffentlichen Plätzen wie dem Bonner Marktplatz gespielt, stellt Mounia Meiborg fest. "Im angelsächsischen Raum ist man noch einen Schritt weiter als hierzulande. Am Londoner Royal Opera House sind seit dieser Spielzeit Live-Übertragung von Premieren nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Die New Yorker Metropolitan Opera sendet per Satellitenradio rund um die Uhr epochale Aufnahmen aus den Vierzigern und aktuelle Produktionen. Und eine einzige im Kino übertragene Aufführung der Met erreicht mehr Zuschauer als dieselbe Inszenierung in der gesamten Spielzeit. Damit ist die Oper endgültig auf der Leinwand und im Bereich des Populären angekommen. Das ist gut so. Die Marktforschung der Met besagt, dass es für fünfzig Prozent der Kinogänger das erste Opernerlebnis war. Und dass das Publikum wieder kommt - ins Kino oder gleich ins Opernhaus."


Weitere Artikel: Andreas Zielcke findet die "Rettungstotalvollmacht" (Paragraf 8), mit der US-Finanzminister Henry Paulson sich ausstatten lassen will, undemokratisch (mehr dazu in Jason Linkins Blog in der Huffington Post). Der französische Rapper Hame, den Nicolas Sarkozy wegen Verleumdung der französischen Polizei hatte gerichtlich verfolgen lassen, wurde freigesprochen, meldet Johannes Wilms. Rainer Gansera resümiert das 56. Filmfestival in San Sebastian. Frank Arnold erfährt beim Filmfestival Oldenburg, was der "Woodstock"-Regisseur Michael Wadleigh in den letzten Jahrzehnten so gemacht hat. Catrin Lorch schreibt über die 7. Biennale in Shanghai.

Besprochen werden der Film "Der Baader Meinhof Komplex", der neue Pixar-Trickfilm "Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf", eine Aufführung von Händels "Ariodante" im Theater an der Wien und Bücher, darunter Alexander von Schönburgs "Alles, was Sie schon immer über Könige wissen wollten, aber nie zu fragen wagten" und Henryk M. Broders Buch "Kritik der reinen Toleranz" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Die Zeit, 25.09.2008

Jens Jessen, Evelyn Finger und Thomas Assheuer verkünden das Ende des Kapitalismus amerikanischer Prägung. Diedrich Diederichsen schreibt eine kleine Geschichte der Wall Street im Film und der Literatur. Katja Nicodemus versucht im Gespräch, die Coen-Brüder auf eine konkrete These zu ihren Filmen festzunageln. Gert Kähler beschreibt das finanzielle Debakel der Elbharmonie. Hanno Rauterberg schreibt zum 500. Geburtstag des Architekten Andrea Palladio, Claus Spahn zum Tod des Komponisten Mauricio Kagels.


Besprochen werden eine CD mit Strawinsky-Symphonien, eingespielt von den Berliner Philharmonikern, die phantastische Aufführung von Stockhausens "Gruppen" beim Berliner Musikfest, Christoph Schlingensiefs "Kirche der Angst" und der Film "Wall-E".

Für den Literaturteil trifft Adam Soboczynski den amerikanischen Schriftsteller Donald Windham. Im Wirtschaftsteil analysieren Heike Buchter und Mark Schieritz Chancen und Risiken des amerikanischen Bailout-Plans. Und Frank Sieren erklärt, wie die amerikanische Finanzkrise China als neue Geldmacht etabliert.

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons