Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Stimme im verfremdeten Prozess

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

15.08.2008. In der FR lobt Ulrich Beck die Religion: Befreit sie uns doch aus nationalen Containern. In der NZZ lobt Sadiq Al Azm den Kommerz: Befreit er uns doch aus religiösen Containern. In Georgien geht's um Europa, meinen Andre Glucksmann und Bernard-Henri Levy in Liberation, aber Europa liegt im Koma. Der Welt graut jetzt schon vor dem Buchmessenland China im Jahr 2009. Und vor der Eröffnung der Berlinale 2009.

Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2008

Der syrische Philosoph Sadik Jalal al-Azm proklamiert für den muslimischen Glauben einen dritten Weg zwischen Radikalismus und Staatsislam: "Letztlich gibt es einen kommerziellen Islam der Mittelklasse, der sich vor allem in den Bourgeoisien muslimischer Länder findet. Er ist durch eine ganze Anzahl von Institutionen vertreten, etwa Handels-, Industrie- und Gewerbekammern oder die Zweige des islamischen Bankgeschäfts. Da diese Mittelklasse in den betreffenden Ländern das Rückgrat der Zivilgesellschaft darstellt, dürfte dieser Islam generell zum Islam der muslimischen Zivilgesellschaft werden. Es ist ein moderates, konservatives Islamverständnis, das den Gang der Geschäfte nicht stört. Es schreckt vor linken Weltverbesserern ebenso zurück wie vor radikalislamischen Eiferern."


Weiteres: Peter Hagmann berichtet von der Eröffnung des Lucerne Festivals. Georges Waser freut sich über Frank Gehrys Serpentine Gallery Pavillon, weil nun auch England zum Gehry-Land gehört. Jonathan Fischer porträtiert den ehemaligen Vorstadt-Sprayer, Modedesigner und Pop-Star Marc Ecko. Besprochen werden eine Ausstellung über Renaissance-Porträtkunst im Museo del Prado in Madrid und die CD-Compilation "Sweet Soul Music".

Auf der Medienseite denkt Horst Pöttker, Professor für Journalistik an der Universität Dortmund, darüber nach, bis zu welchem Grad folgende journalistische Regeln notwendig und ab wann sie kontraproduktiv sind: Trennung von redaktionellem Teil und Werbung, Trennung von Dokumentation und Fiktion, Trennung von Nachricht und Kommentar. Set. stellt das Internet-Projekt Wuala vor, das ab Donnerstag einen Online-Speicherdienst anbietet, der die Festplatten der Kunden als Datenspeicher nutzt.

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Weitere Medien, 15.08.2008

In Georgien geht's um Europa, das sich klar gegen Russland positionieren muss, meinen Andre Glucksmann und Bernard-Henri Levy in einem gemeinsamen Artikel für Liberation: "Der Generalstab im Kreml hat nie an die Existenz einer 'Europäischen Union' geglaubt. Er behauptet, dass unter den schönen Reden aus Brüssel die jahrhundertealten Rivalitäten und nationalen Identitäten lauern, die er gnadenlos manipulieren und zu gegenseitiger Lähmung führen kann. Europa, das einst gegen den Eisernen Vorhang gebaut wurde, gegen die Faschismen von einst und jetzt, gegen seine eigenen Kolonialkriege, Europa, das den Mauerfall und die Samtene Revolution gefeiert hat, befindet sich am Rande des Komas. 1945-2008..."


Die Jungle World hat jetzt ihr Dossier über über den UN-Menschenrechtsrat aus der letzten Woche online gestellt. Alex Feuerherdt schreibt über die Nachfolgekonferenz zu Durban (gegen die sich im Perlentaucher auch Pascal Bruckner wandte und nun eine Petition kursiert) und trägt einige Details zur Zusammensetzung des Gremiums zusammen: "Den Vorsitz des Vorbereitungskomitees hat bezeichnenderweise Li­byen inne - ein Land, dessen Regierung die Men­schenrechte fortwährend eklatant verletzt und ihren 'Gaddafi-Preis', die höchste staatliche Auszeichnung, auch schon mal einem notorischen Antisemiten und verurteilten Holocaustleugner wie dem Franzosen Roger Garaudy verleiht. Einer der stellvertretenden Vorsitzenden ist darüber hinaus der ständige Vertreter des Iran bei der Uno, Alireza Moaiyeri, ein Repräsentant des Teheraner Mullah-Regimes." Außerdem interviewt Ivo Bozic, den UN-Kritiker Hillel Neuer von der Organisation UN-Watch.

Der Guardian greift die schnell wieder abgeflaute deutsche Erregung um Kafkas angebliche Pornos auf und zitiert unter anderem den Kafka-Biografen Reiner Stach. "Reiner Stach, a Kafka biographer, said the furore surrounding the book was an 'unbelievable marketing ploy'. No one had ever said Kafka was pure and chaste, but the 'pornographic' pictures were 'playful representations, some styled like caricatures'." In Spiegel Online hat  Anjana Shrivastava dem Autor James Hawes, auf den der Hype zurückgeht, gar Antisemitismus vorgeworfen.

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Frankfurter Rundschau, 15.08.2008

In einem sehr persönlichen Artikel feiert Peter Iden die Autorin Joan Didion und ihren Monolog "Das Jahr magischen Denkens" über den Tod ihres Ehemanns, und er feiert Vanessa Redgrave, die den Text in einer Bühnenversion in Salzburg vortrug: "Die Leistung der Schauspielerin sucht ihresgleichen. Vanessa Redgrave, hochgewachsen, das Haar streng nach hinten gebunden (später wird sie es einmal öffnen), graue Hosen, helles Oberteil, nimmt sich den Text mit Entschiedenheit und Energie. Keine Spur von lastendem Pathos, kein Versinken in aufgesetzten Jammer... Der Auftritt der Redgrave ist für viele Schauspieler ein Lehrstück über ihre Kunst. Zu erleben ist, welche Genauigkeit, welche Konzentration der Einlassung auf einen Text sie verlangt, wieviel Reflexion und Mut, sich extremsten Erfahrungen zu stellen, wieviel an Einsicht in das Leben; und in den Schmerz, den es immer einschließt."


Ein sehr langes Gespräch hat Arno Widmann mit dem Soziologen Ulrich Beck über die Thesen seines neuen Buchs "Der eigene Gott" geführt. Beck betont die positiven Seiten der Religion: "Tief in der Religion vergraben liegt offenbar ein Gesellschaftsbegriff, der für uns, die wir nicht mehr allein in nationalen Containern denken wollen, sehr wichtig werden könnte."

Weitere Artikel: In einer Times Mager kommentiert Christian Schlüter die Aufnahme des Bundesverbands der Computerspiele-Entwickler in den Deutschen Kulturrat.

Besprochen werden ein Konzert des Hilliard-Ensemble im Kloster Eberbach, das Album "Puerto Rican Nights" von Boom Pam, die Ausstellung "50 Jahre Verlust und Rückgabe" in der Bildergalerie von Sanssouci und Martin Lohmanns Buch "Etikettenschwindel Familienpolitik" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Berliner Zeitung, 15.08.2008

Wolfgang Fuhrmann berichtet von einer juristischen Offensive Katharina Wagners und ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier. Die FAZ und 3sat hatten das Bayreuth-Konzept der beiden auf ihren Internetseiten veröffentlicht, mussten es aber wieder entfernen. "Eva Wagner-Pasquiers Anwalt Peter Raue und der Anwalt der Bayreuther Festspiele, Stefan Müller, hatten Einstweilige Verfügungen erwirkt. Zudem, hört man, seien die Musikredakteurin der FAZ, Julia Spinola, und der Redaktionsleiter von 3sat Kulturzeit, Armin Conrad, am vergangenen Wochenende von Anwaltsseite angerufen worden. Dabei soll es auch um persönliche Forderungen gegen die Redakteure auf Schadenersatz in sechsstelliger Höhe gegangen sein, weil Urheberrechte und 'Dienstgeheimnisse' verletzt worden seien. Die Redakteure wollen sich offiziell dazu nicht äußern." Nike Wagner, deren Konzept ebenfalls veröffentlicht wurde, hat dagegen nichts unternommen.

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Die Welt, 15.08.2008

Uwe Wittstock will nach den Pekinger Zensurerfahrungen nicht unbedingt die Entscheidung der Buchmesse in Frage stellen, China 2009 zum Gastland zu machen, aber etwas bedenklich wird ihm schon: "Die Messe lässt sich bei ihren Entscheidungen vom Außenministerium beraten, trifft sie aber allein. Nachdem sie getroffen sind, bleiben ihr jedoch kaum Einflussmöglichkeiten, falls das eingeladene Land Absprachen und Verträge anders interpretiert als die Messe. Den Eklat einer Ausladung des Gastlandes wird sie kaum riskieren."


Weitere Artikel: Tilman Krause fragt, ob das "Sophistications-Niveau" des in der Zeit veröffentlichten Fragments aus Nabokovs nachgelassenen Roman "Laura" an frühere Werke heranreicht, scheint aber mit den Darstellungen von "Weibes Wonne und Wert" wenig anfangen zu können. Hanns-Georg Rodek bekennt in der Leitglosse sein Mitgefühl für Berlinale-Leiter Kosslick: Der Fox-Verleih hat den Starttermin des "Stauffenberg-Films von Couragebambi Tom Cruise genau auf den ersten Tag der Berlinale gelegt, so dass er gewissermaßen automatisch zum Eröffnungsfilm wird, und nun kommt die Meldung, dass er in den USA auch noch Wochen vorher startet, so dass der Berlinale die Exklusivität genommen ist. Gerhard Midding gratuliert dem Regisseur Nicolas Roeg zum Achtzigsten. Uta Baier erinnert sich an den Tag, vor fünfzig Jahren als die Sowjetunion eine Million Beutekunstwerke an die DDR zurückgab, während weitere Millionen Werke und Bücher bis heute in Russland zurückblieben. Und Hendrik Werner staunt über die New York Times, die nach 48 Jahren eine falsche Besetzungsangabe in einer Musical-Rezension korrigierte.

Besprochen werden Aufführungen des Rossini-Festivals in Pesaro.

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Die Tageszeitung, 15.08.2008

Sebastian Reier porträtiert die norwegische Avantgarde-Musikerin Maja Ratkje: "Zwischen zeitgenössischer Klassik, Brecht, Deathmetal und Weill, dem interaktiven Abenteuer der Improvisation und der Geräuschmusik fliegt ihr Instrument umher: Die menschliche Stimme. Mal ertönt sie als Gesang, dann wieder als Geräusch oder Stimme im verfremdeten Prozess. Selbst wenn es nur noch piept und surrt - in ihrer Stimme lebt immer Poesie."


Besprochen werden das Album "Chemical Chords" von Stereolab und Roland Barthes' Vorlesungen "Die Vorbereitung des Romans" (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Auf der Meinungsseite denkt der Politologe Claus Leggewie darüber nach, wie links oder rechts Umweltschutz ist und was es bedeutet, dass sich nun auch die amerikanischen Evangelikalen den Kampf gegen den Klimawandel auf die Fahnen geschrieben haben. Auf der Medienseite stellt Katrin Weber-Klever zum Auftakt der Bundesliga das Grundrecht auf die samstägliche Sportschau in Frage.

Und hier Tom
(Kann in der taz bitte mal jemand die Verlinkung von der digitaz auf Tom korrigieren!! Sie funktioniert schon seit Tagen nicht!!!)

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Der Tagesspiegel, 15.08.2008

Kann man heute noch an Pop glauben, fragt Christian Schröder. Antwort von Diedrich Diederichsen: "Dass Pop ein Gegenentwurf zum Ganzen sein könnte, daran kann man schon seit ungefähr 20 Jahren nicht mehr glauben. Aber die umgekehrte Diagnose, dass es sich bei Pop um ein ganz besonders perfides Mittel der Unterwerfung handeln müsse, ist genauso falsch. Viele Elemente der kulturellen Ordnung Pop haben sich weitgehend durchgesetzt. Zum Beispiel die Grundsatzfrage, die immer an Werke der Pop-Musik gestellt wird: Was ist das eigentlich für ein Typ, der das gerade spielt, wie sieht der aus, was will der? Diese Frage wird inzwischen an alle Kulturereignisse gestellt."

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2008

Eine traurige, eine wütende und eine alle Schuld sehr eindeutig bei Russland verortende Einschätzung des Krieges bietet der in Tiflis lebende georgische Autor Alexander Darchiashvili: "Russland hasst das demokratische und blühende Georgien, weil es einen gefährlichen Präzedenzfall für den ganzen postsowjetischen Raum geschaffen hat. Russland braucht ein schwaches, uneiniges und zerstückeltes Georgien. Die russischen Machthaber hassen unseren Präsidenten Saakaschwili, denn sie halten ihn - zu Recht - für den Urheber und Antreiber aller positiven Veränderungen, die im Land in den letzten Jahren stattgefunden haben, für seine westliche Orientierung, für sein Bestreben, der Nato beizutreten, für die Integration in die Euro-Strukturen."


Wenig verspricht sich Michael Maar von Vladimir Nabokovs letztem Manuskript, das nun doch nicht dem Feuer, sondern der Öffentlichkeit übergeben wird: "Es sind 138 Karteikarten ohne jede Organisation. Nabokov ist immer für eine Überraschung gut, aber in seinem Spätwerk nehmen die Schwächen zu. Er wäre ein Wunder, wenn sich die Kurve noch kurz vor seiner Agonie gedreht hätte."

Weitere Artikel: Max Nyffeler hat sich mit den Komponisten Pierre Boulez und George Benjamin - beide in diesem Jahr Composer-in-Residence beim Lucerne Festival - über ihren Lehrer Olivier Messiaen unterhalten. Dieter Bartetzko lässt hundertzwanzig Jahre Geschichte des Frankfurter Hauptbahnhofs Revue passieren. In der Glosse schildert Hubert Spiegel, wie es kommt, dass Frau von Stein in Weimar demnächst wahrscheinlich Besuch von Salvador Dali bekommt. Catherine Grim stellt uns den Schwarzen Kiefernprachtkäfer vor (so prächtig ist er auf den ersten Blick aber nicht). Uwe Walter gratuliert dem Altphilologen Carl Joachim Classen zum Achtzigsten. Auf der Medienseite meldet Dirk Schümer italienische Freude über das wachsende Ansehen Silvio Berlusconis bei ausländischen Medien.

Besprochen werden die Eröffnung des Lucerne Festivals mit einem Konzert unter Leitung von Claudio Abbado, ein Berliner Sigur-Ros-Konzert, Otmar Schmiderers Dokumentarfilm "Back to Africa" und Bücher, darunter Hanns Zischlers und Sara Danius' Essay "Nase für Neuigkeiten. Vermischte Nachrichten von James Joyce" und ein Band mit postum versammelten Texten Niklas Luhmanns "Die Moral der Gesellschaft" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 15.08.2008

Keine Süddeutsche heute. Die Bayern feiern Mariä Himmelfahrt. "Vom Bayrischen Wald bis Oberbayern, von Österreich bis Südtirol, überall wird am 15. August der große Frauentag zu Ehren der Aufnahme Marias in den Himmel begangen. Wohl selten mischen sich Tradition und Frömmigkeit, Volksglaube und zeitnahe Religiösität, verbunden mit der Notwendigkeit Werterhaltendes zu bewahren, so sehr wie an diesem Feiertag. Wer will ihn da abschaffen?", fragt eine besorgte Seele im Internet. Dieselben Leute, die Buß- und Bettag als Feiertag abgeschafft haben?

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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