Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 09.09.2010, 09.04 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

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Heute in den Feuilletons

Es ist unschön

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

06.08.2008. In der Welt kritisiert der Sporthistoriker Wolfram Pyta die Willfährigkeit, mit der sich das IOC der Symbolpolitik Chinas fügte. Die taz entlarvt Olympia als die Spiele der kapitalistischen Internationale. In der SZ muss Katajun Amirpur feststellen, dass Ahmadinedschad gemeint hat, was er nie sagte. Die Times informiert über Franz Kafkas pornografische Sammlung.

Die Welt, 06.08.2008

Der Sporthistoriker Wolfram Pyta kritisiert im Gespräch mit Sven Felix Kellerhoff die Willfährigkeit, mit der sich das IOC in den Dienst der chinesischen Symbolpolitik hat nehmen lassen: "Allein der Umstand, dass die chinesische Seite aus einem schlichten Fackellauf transkontinentale Propaganda gemacht hat und selbst den Mount Everest nicht verschonte, hat mit der olympischen Grundidee nichts mehr zu tun. Es muss bedenklich stimmen, dass das IOC die Hoheit über den Fackellauf praktisch aus der Hand gegeben hat."


Weitere Artikel: Im Aufmacher berichtet Berthold Seewald über die Proteste des Forschers Günter Johannes Henz gegen eine angeblich stark fehlerhafte Ausgabe der Briefe Leopold Rankes, die von der Bayrischen Akademie der Wissenschaften verantwortet wird - eine Kommission wurde eingesetzt. Ulli Kulke erkennt im "Schlauen Buch" der Entenhausener Pfadfinder Tick, Trick und Track einen Vorläufer zum Blackberry. Michael Pilz kommentiert die Ergebnisse einer Studie, die nachwies, dass sich die Nutzer Musik lieber illegal als kostenlos, aber legal herunterladen. Der Kurator und Publizist Klaus Honnef sieht Andy Warhol, der heute achtzig geworden wäre, als Gründervater des modernen Kunstbetriebs. Hendrik Werner schreibt zum 125. Geburtstag des Lyrikers Joachim Ringelnatz. Peter Claus wirft einen Blick auf das kommende Filmfestival von Locarno. Peter Zander interviewt Rupert Everett, der in seinem neuesten Film als Camilla Parker-Bowles auftritt.

Besporchen wird eine CD, auf der chinesische Popstars deutsch und deutsche chinesisch singen.

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Weitere Medien, 06.08.2008

Bild zum ArtikelEs sind Anzeichen aufgetaucht, dass es sich bei Franz Kafka um ein menschliches Wesen handelte, nicht um einen Heiligen, meint der Kafka-Biograf James Hawes laut einem Bericht von Dalya Alberge in der Times. Hawes ist der erste Forscher, der in seinem kommenden Buch Bildmaterial aus Kafkas Pornosammlung veröffentlicht. Hawes sagt dazu: "Das sind keine neckischen Postkarten vom Strand. Das ist richtiger Porno, ganz einfach. Einiges davon ist recht finster, mit Fellatio durch Tiere und lesbischen Szenen. Es ist unschön." Leider gibt's keine Bilder - die kommen erst mit Hawes' Buch "Excavating Kafka", das noch im August erscheint.


Auch im Guardian hat sich Hawes schon geäußert: "Es scheint, dass die Kafka-Industrie solche Dinge über ihr Idol nicht verbreiten will - das heißt, dass die akademischen Torhüter Sie, den Leser, daran hindern wollen, davon zu hören." Die Pornos wurden Kafka von Franz Blei geliefert, der seit 1908 auch Kafka-Texte in seinen Zeitschriften publizierte. Wir haben allerdings Hinweise gefunden, dass Kafkas pornografische Vorlieben schon Eingang in die akademische Theorieproduktion gefunden haben.

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Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2008

Claudia Schwartz bereitet auf das heute Abend beginnende Filmfest von Locarno vor, den Mangel an Stars kann sie verkraften: "Entdeckungen zeichnen sich bekanntlich dadurch aus, dass man sie erst machen muss." Gerald Hosp sammelt russische Stimmen zum Tod Alexander Solschenizyns. Der frühere Moskau-Korrespondent Reinhard Meier liefert eigene Anmerkungen nach.


Besprochen werden eine Ausstellung zum olympischen Peking im Musee Olympique in Lausanne, die Auftritte beim Davos-Festival "Young Artists in Concert", Hans-Albrecht Kochs Streifzug durch die Geschichte der Universität und Kinderbücher (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 06.08.2008

Christian Schlüter stellt eine neue Studie der amerikanischen Rand Corporation vor, die nach der Untersuchung von weltweit 648 Terrorgruppen zu dem Schluss kommt, dass die USA al Qaida nur besiegen können, wenn sie ihren Krieg gegen den Terror beenden. In Times mager berichtet Hans-Jürgen Linke zudem über das offenbar recht blutige medizinische Handbuch "War Surgery in Afghanistan and Iraq".


Auf der Medienseite berichtet Katrin Hildebrand, dass dem digitalen Radio in Deutschland in einem zweiten Anlauf zum Erfolg verholfen werden soll.

Besprochen werden die Ausstellung "Skulpturen der Maler" in der Sammlung Frieder Burda in Baden-Baden, ein Band mit Fotografien von Cy Twombly und der fünfte Band von Virginia Woolfs Tagebüchern.

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Die Tageszeitung, 06.08.2008

Ronald Düker weist daraufhin, dass die angeblich so missbrauchte Idee von Olympia selbst auf Totalität zielt. "Ist Olympia 2008 im Würgegriff eines totalitären Regimes? Irgendetwas stimmt da nicht. Mag sein, dass es heute mehr ums Geld als um den Neuen Menschen geht und die synästhetischen Effekte der schönen Künste ins totale Marketing übersetzt worden sind - ansonsten ist Olympia ganz genau das, wovon Pierre de Coubertin geträumt hat: ein weltumspannendes Gesamtkunstwerk. Die Olympischen Spiele sind die Spiele der kapitalistischen Internationale. Und die ist in Peking genauso zu Hause wie überall sonst, wo es genügend Stadien und Kunden gibt."


Auf den vorderen Seiten erinnert Annette Spohn daran, dass der "Pate des Pop" Andy Warhol heute 80 Jahre alt geworden wäre. Besprochen werden George Hickenloopers Biopic "Factory Girl" über Edie Sedgwick, die Muse von Andy Warhol, und Katharina Wagners Inszenierung der "Meistersinger" in ihrem zweiten Bayreuther Jahr.

Und hier Tom.

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Süddeutsche Zeitung, 06.08.2008

Im März hatte Katajun Amirpur in der SZ behauptet, dass Mahmud Ahmadinedschad niemals gesagt habe, Israel müsse von der Landkarte radiert werden. "Die Vernichtungsphantasien, die Iran unterstellt werden, gehen auf einen einzigen Satz zurück: 'Israel must be wiped off the map.' ... Das Problem ist nur - er hat diesen Satz nie gesagt. Ahmadinedschad hat die Worte für 'map' und 'wipe off' nie benutzt. Die persische Originalversion von Ahmadinedschads Äußerungen über Israel ist weit weniger martialisch als die Übersetzung, die verschiedene Agenturen verbreitet haben und die wiederum auf der englischen Übersetzung des persischen Originals beruht." Heute muss Amirpur in der SZ feststellen, dass es die Islamische Republik selbst war, die die wipe-off-the-map-Übersetzung in Umlauf brachte und nach wie vor benutzt, weil sich der Westen so schön darüber aufgeregt hat.


Saul Newman erzählt von seinem Großvater, dem Rabbi Louis I. Newman, genannt "Battlin' Louie", weil er sich so vehement für den Boykott der Olympischen Spiele 1936 einsetzte, und kommt zu dem Schluss: "Würde mein Großvater heute noch leben, würde er vielleicht zum kompletten Boykott der Spiele aufrufen, so, wie er es 1936 tat. Das Argument, Sport dürfe nicht mit Politik vermischt werden, würde er vermutlich energisch zurückweisen. Schließlich ist es die Regierung in Peking, die beides miteinander vermischt, indem sie von den Nationen der Welt verlangt, sie wie ein freiheitsliebendes Regime zu behandeln, obwohl ihr politischer Kurs ganz andere Werte verrät."

Weitere Artikel: Alex Rühle beklagt den Trend zu 30 Kilo schweren Monsterbildbänden. Thomas Steinfeld war bei einem Salzburger Gespräch zwischen Hans Belting und Orhan Pamuk über die Zentralperspektive. Georg Dietz freut sich auf das baldige Erscheinen der deutschen Ausgabe von Warhols Buch "Popism". Andrian Kreye meldet erleichtert, dass Warhols Zeitschrift Interview wieder von dessen Freunden geleitet wird.

Besprochen werden Alfred Brendels Abschiedskonzert in Salzburg, einige CDs, die Uraufführung von Anne Teresa De Keersmaekers neuem Tanzstück "Zeitung" im Theatre de la Ville, George Hickenloopers Film über das "Factory Girl" Edie Sedgwick und Bücher, darunter Harry Sidebottoms "Der Krieg in der antiken Welt" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2008

Im Aufmacher kommentiert Christian Geyer die Vorgänge um Wolfgang Clement. In der Leitglosse skizziert Helmut Mayer den Streit um ein wieder aufgetauchtes Max-Weber-Manuskript - der Antiquar Heribert Tenschert will es verkaufen, die Bayerische Akademie der Wissenschaften behauptet, es sei ihr vor Jahrzehnten entwendet worden. Ernst-Wilhelm Händler schreibt über einen Satz von Franz Kafka. Arnold Bartetzky berichtet, dass das heute als Heilanstalt dienende, im 16. Jahrhundert erbaute Gut Gamig bei Dresden renoviert wird. Auf einer Seite wird ein Kapitel über Tayyip Erdogan aus einem kommenden Türkei-Buch des FAZ-Korrespondenten in Istanbul, Rainer Hermann, abgedruckt,


Auf einer Seite wird Andy Warhols gedacht - Verena Lueken schreibt zu seinem achtzigsten Geburtstag, den er heute gefeiert hätte, und bespricht zugleich einen Film über seine Muse Edie Sedgwick, der gerade in die Kinos kommt. Außerdem werden einige wichtige Werke Warhols aus deutschen Museen vorgestellt.

Auf der DVD-Seite werden Filme des Hongkong-Genre-Meisters Johnnie To vorgestellt. Außerdem geht's um eine "Dirty-Harry"-Edition und um Filme von Budd Boetticher. Auf der letzten Seite kommt Viktor Jerofejew (nach seinem gestrigen Artikel in der Welt) nochmal auf Alexander Solschenizyn zurück und preist ein weiteres Mal den "Archipel Gulag" als sein wichtigstes Werk. Jürg Altwegg schildert Reaktionen auf Solschenizyns Tod in Frankreich, wo der Autor eine besondere Bedeutung hatte (und zitiert auch eine kleine Hommage Andre Glucksmanns im Figaro). Und Hans-Peter Riese charakterisiert Iwan Denissowitsch: "Das Anrührende und zugleich Aufrüttelnde an dieser berühmtesten Figur im Werk von Alexander Solschenizyn ist seine Normalität, seine Anpassungsfähigkeit, sein Überlebenswille und seine Menschlichkeit."

Besprochen werden die große Caillebotte-Schau (und -Entdeckung) in Bremen (Andreas Kilb rühmt die "rasiermesserscharfen Perspektiven und stürzenden Vordergrundlinien" des Malers), ein Auftritt Laurie Andersons beim Lincoln Center Festival in New York und Krenek-Opern in Bregenz.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Große Wette auf die Offenheit der Systeme

09.09.2010. Sie wolle die Zeitungen, die die Mohammed-Karikaturen seinerzeit (und übrigens auch heute) nicht druckten, ja nicht kritisieren, sagte Angela Merkel bei der Preisverleihung für Kurt Westergaard. Aber äh, naja: "Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut." Die Welt bringt ihre Rede. Die SZ ist irgendwie gegen den Preis. Die FAZ hat ein Interview mit Westergaard. Die Solidarität mit ihm war okay, sagt er: "Die einzige Ausnahme ist leider meine eigene Klasse." Mehr lesen

Eine besondere dialektische Geltung

08.09.2010. Heute bekommt Kurt Westergaard in Deutschland einen Preis für Pressefreiheit - in Anwesenheit Angela Merkels. Die FAZ bewundert sie für einen Mut, den diese Zeitung  seinerzeit nicht hatte. Die meisten anderen Zeitungen schweigen beredt. Auf Carta erklärt der Qualitätsforscher Kurt Imhof, warum er die Qualität solcher Qualitätsmedien schützen will. Böse ist dagegen das Internet, findet Jonathan Franzen in der FAZ. In der taz erklärt Tom Segev, warum die Österreicher dankbar dafür sein sollten, dass Simon Wiesenthal mit dem Mossad gearbeitet hat. Mehr lesen

Bürgerlich gehobene Kindergärten

07.09.2010. In der FAZ bestätigen die Wissenschaftler Detlef Rost und Heiner Rindermann: Thilo Sarrazin hat uns richtig verstanden. In der FR kritisiert Götz Aly Sarrazin, aber auch seine Gegner. Auch die Blogs diskutieren über Sarrazin und untersuchen Statistiken von Freunden und Feinden. In der taz bespricht Micha Brumlik die Memoiren von Claude Lanzmann, die auch in anderen Zeitungen gleich am Erscheinungstag präsentiert werden.  Mehr lesen

Starke selbstbetrügerische Züge

06.09.2010. Die NZZ führt eine Identitätsdebatte um arabische Altstädte. Die FAZ hat durch die Memoiren von Tony Blair "fesselnde Einblick in das innerste Innere seiner Premierministerschaft" bekommen. Die Sarrazin-Debatte ist ingesamt nach wie vor zum Weglaufen: Sarrazin repräsentiert die Angst der Mittelschicht vor den Integrationserfolgen der Türken, meint die taz. Sarrazin wird mundtot gemacht wie einst Martin Walser von Ignatz Bubis, meint Klaus von Dohnanyi in der SZ. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Das Verschwinden der Fische

04.09.2010. Die NZZ liefert eine wohltuend nüchterne Besprechung von Thilo Sarrazins Buch und erinnert daran, dass auch Sozialdemokraten einst eugenisches Gedankengut pflegten. Sarrazin droht, gegen eine Entlassung zu klagen, meldet die Welt, die außerdem Claude Lanzmanns nordkoreanische Liebesgeschichte erzählt. In der taz stellt der Theatermann Schorsch Kamerun klar: Er möchte nicht gesponsort, sondern lieber nur subventioniert werden. In der Berliner Zeitung beklagt der Tourneeveranstalter Berthold Seliger das neue Biedermeier in der subventionierten Kultur. In der FR erfahren wir vom Hirnforscher Christian E. Elger: Der Mensch ist gut. Die SZ erzählt die Geschichte der Moschee von München, die ihr erst von einem Amerikaner aufgedeckt werden musste. Die FAZ bringt Auszüge aus Fritz J. Raddatz' Tagebüchern. Mehr lesen

Warum wird gerade die eingeladen?

03.09.2010. Die taz porträtiert den chinesischen Literaturwissenschaftler Yu Jie, der gerade ein Buch über den "größten Schauspieler" Chinas veröffentlicht hat: Premierminister Wen Jiabao. Es gibt auch Unterlassungsrassismus, hält der Philosophieprofessor Markus Tiedemann den Verfechtern multikultureller Toleranz entgegen. Die NZZ liest Necla Keleks Heft über den Freiheitsbegriff des Islam. Slate findet unerwartete Leser-Communities in Zeitungen aus dem 18. Jahrhundert. In der SZ beklagt die Theaterregisseurin Anna Bergmann Deutschlands durchkonventionalisierte Stadttheaterlandschaft. Mehr lesen

Ein feiner Herr

02.09.2010. In der Welt fragen Monika Maron und Necla Kelek, wann wir über die interessanten Seiten in Thilo Sarrazins Buch diskutieren. In der taz erklärt der Politikwissenschaftler Markus Linden, warum Sarrazin gut für die Demokratie ist. Die NZZ betrachtet leicht amüsiert den roten Kopf des "sittlichen" Deutschlands. In der SZ erkennt der Philosophieprofessor Christian Illies, dass es beim Streit um "Stuttgart21" um das gesellschaftliche Selbstverständnis der Stuttgarter Bürger geht. In der FAZ erklärt die Intelligenzforscherin Elisabeth Stern, wie gesellschaftliche Verdummung zustande kommt. Die Zeit blickt in deutsche Redaktionsstuben und sieht nur urdeutsche Mittelschicht. Mehr lesen

Freier Platz in den Synapsen

01.09.2010. In der FAZ sieht Ali Sethi, wie pakistanische Kampfjets gerettet werden, während pakistanische Bauern ertrinken. Die taz berichtet blutige Einzelheiten über den Drogenkrieg in Mexiko. Der Tagesspiegel geht ganz in Thilo Sarrazin auf. In der FR erzählt Karl Schlögel, wie er mit den Toten spricht. Mehr lesen

Die Richtung ist eindeutig

31.08.2010. Thilo Sarrazin auf allen Kanälen. Es ist zwar peinlich, aber es gibt auch einen demokratischen Rassismus, muss die SZ feststellen. Die FAZ erzählt, wie Sarrazin den flachen Haken eines Reporters aus Holland parierte, der ihn mit Geert Wilders verglich. Und was hat es mit den Genen der Juden auf sich?, fragt die Welt. Außerdem: Youtube wird zahlbar, meldet Gawker, zumindest teilweise. Micha Brumlik graut in der taz vor Juden, die der Hamas stolz die Hand drücken. Reuters meldet: Putin will 2012 wieder russischer Präsident werden und findet, dass Demokraten, die demonstrieren, verprügelt gehören. Mehr lesen

Auf dieser Position bleibe ich

30.08.2010. Thilo Sarrazin beherrscht die Debatte. Für Necla Kelek in der FAZ liefert er eine korrekte Beschreibung der deutschen Zustände. In der Welt erklärt er selbst, warum seine Intervention als sozialdemokratisch zu verstehen sei. Außerdem: Die FR ist begeistert von der Architekturbiennale in Venedig, wo Rem Kohlhaas laut SZ die Exzesse des Denkmalschutzes bekämpft. Im Economist warnt Jay Rosen die Zeitungen: Drucken bringt Geld, hat aber keine Zukunft. Mehr lesen

Mit strengem Imperatorenblick

28.08.2010. Die NZZ beschreibt einen Streit zwischen dem Übersetzer Laszlo Kornitzer und dem toten Autor Istvan Örkeny. Die Welt schrumpft unter den kühlen Augen Marianne Brüns auf Hamstergröße zusammen. In der taz sieht Barbara Vinken eine unheilige Allianz aus Reaktionären, Feministinnen und Grünen am Werk, Frauen zurück an den Herd zu scheuchen. Die SZ lernt von Bangkok, wie man tote Plätze neu belebt. Mehr lesen

Ein Hahn auf dem Nacken festgebunden

27.08.2010. Wolf Biermann erzählt in der Welt, wie Manes Sperber ihm einen Zahn zog. In der FAZ schreibt Jan Faktor über das Konzentrationslager Christianstadt, wo seine Mutter und Großmutter Zwangsarbeit für die Nazis leisteten. In der SZ kritisiert Herfried Münkler die Rolle von Wikileaks bei den jüngsten Enthüllungen über Afghanistan. Techcrunch amüsiert sich über die Anwälte von Facebook, die das Wort Face als Markenzeichen schützen wollen. Mehr lesen

Wir brauchen keine Achsen mehr

26.08.2010. In der Jungle World spricht Agnes Heller über die Kontinuität des Antisemitismus in Ungarn. Im Freitag unterhalten sich vier Architekten über Sinn und Unsinn des Stadtschloss-Wiederaufbaus in Berlin. Die FAZ wirft Thilo Sarrazin Rassi... äh, Biologismus vor. In der Zeit sagt Sarrazin: "Ich bin kein Rassist" und stellt dann Thesen über Fertilität und Durchschnittsintelligenz auf. Außerdem feiern wir die Renaissance des Lindy Hop. Mehr lesen

Die kleinen Pfützen

25.08.2010. Das Handelsblatt hat von der Wikipedia gelernt: Es gibt im Leben auch Altruismus. Die FR ist nicht zufrieden mit der neuen Dauerausstellung der "Topografie des Terrors". In der taz macht Dani Levy folgende Alternative auf: Entweder es ist lustig, oder es kostet mich den Kopf. Die New York Times meldet: Die Agentur Wylie wird keine eigenen Ebooks produzieren - Randomhouse hat gewonnen. Carta legt offfen, wie die Stadt Duisburg im Interesse der Transparenz auf Kommunikation verzichtet. Mehr lesen

Noch immer herrscht Ausnahmezustand

24.08.2010. Die NZZ würdigt die Anerkennung des dritten Geschlechts in Indien und Pakistan. In La regle du jeu schreibt Isabelle Adjani an Sakineh Ashtiani, die gesteinigt werden soll. Die Welt schickt eine Reportage aus Thailand, wo der Krieg der Roten und der Gelben nur oberflächlich befriedet ist. Die SZ beschreibt den Kampf des türkischen Pianisten Fazil Say gegen den Arabesk-Pop seines Landes. Die FAZ erstirbt mit Mahlers Neunter unter Abbado. Mehr lesen

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