Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 11.38 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Wetlands

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

09.06.2008. In der Times plädiert Bob Dylan für Barack Obama. Und durch die New York Times dringt Charlotte Roches "cri de coeur" bis in die Vereinigten Staaten. Die FR findet den von der Türkei finanzierten Frankfurter Lehrstuhl für islamische Religion höchst problematisch. Die FAZ outet den SS-Verschweigefall Ost: Erwin Strittmatter. Die SZ hat herausgefunden: Pop zitiert heute unironisch. Die taz forscht in Hongkong nach dem Schicksal des Cantopop.

Die Tageszeitung, 09.06.2008

Susanne Messmer fährt nach Hongkong, um sich nach dem Schicksal des Cantopop zu erkundigen, von dem es heißt, dass er vom noch klebrigeren chinesischen Festlandschlager verdrängt wird. Messmer findet den Patienten mutiert, aber recht lebendig vor. "Neben den leicht schrullig charmanten 22 Cats, die an ihren Gitarren x-beinig wirken, bestechen vor allem die Pixel Toys, eine Art fernöstliche Stereo Total nach einem Weichspülgang. Die Sängerin rockt, der Gitarrist trägt eine coole Sonnenbrille und macht ein wenig Lärm, im Hintergrund knurrt verwegen etwas Elektronik und dennoch löst sich am Ende alles in sentimentalen Melodien auf. Man ist versucht, zu sagen: Egal ob Indie oder nicht und trotz aller Bedrohung, die vielleicht zwischenzeitlich von China ausgehen mag: Cantopop lebt und heißt jetzt Cutiepop."


Weiteres: H.- C. Zimmermann sorgt sich um das Festival "Theaterformen", das Braunschweig und Hannover kulturell wiederbelebt, jetzt aber nach zwei Jahren den Weggang des Direktors nach Tallinn verkraften muss. Nicht die Baukosten, sondern der Unterhalt der Kunsthalle könnte in Berlin für Ärger sorgen, prophezeit Nina Apin. Brigitte Werneburg erinnert Berlin daran, dass die vielgelobten "Orte des Erinnerns" von Renata Stih und Frieder Schnock renovierungsbedürftig sind.

Auf der Meinungsseite ärgert sich Steffen Grimberg über die Zeitungsverlage und die öffentlich-rechtlichen Sender und ihr Gehacke ums Internet. "Kühne Entwürfe oder gar Visionen haben beide Seiten nicht zu bieten. Und solange sie nicht einmal selber wissen, was sie genau mit dem neuen Medium wollen und wie sie mit ihm Geld verdienen können, versuchen sie erst mal ersatzweise, den anderen das Recht streitig zu machen, ebenfalls in den Zug einzusteigen. Den Blick über den Tellerrand versagen sich beide Seiten. Dabei reicht ein Abstecher nach Großbritannien, wo für die nicht eben kleine BBC der gesamte Onlinebereich seit Jahren wie selbstverständlich dazugehört - als dritte Säule neben dem klassischen Fernsehen und dem Hörfunk."

Schließlich Tom.

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Die Welt, 09.06.2008

Hanns-Georg Rodek und Günter Agde erzählen die Geschichte der Bibliothek aus Schloss Neuhardenberg, die zum Teil von den Sowjets nach dem Krieg geraubt wurde und zur Zeit in Russland ausgestellt ist - ein mögliches Zeichen für eine Wende im komplizierten Beutekunststreit. Die Autoren erinnern zugleich an Carl Hans Graf von Hardenberg, den einzigen Mitverschwörer des 20. Juli, der das Kriegsende überlebte. Katharina Dockhorn schildert die Probleme vieler freier Schauspieler, die wegen zu kurzer Engagements nicht einmal Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, obwohl sie durchaus in die Systeme einzahlen. Wieland Freund unterhält sich mit dem Illusionisten Paul Kieve, der ein Buch über die Geschichte der Zauberei geschrieben hat. Manuel Brug freut sich über das Comeback des Tenors Rolando Villazon nach Burnout und Stimmverlust - er sang in London den Don Carlo mit Bravour!


Besprochen werden eine neue CD Cassandra Wilsons und eine Olafur-Eliasson-Retro in New York.

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Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2008

Naomi Bubis konstatiert angesichts neuer Korruptionsvorwürfe gegen den israelischen Regierungschef Ehud Olmert: "Misswirtschaft und Korruption durchdringen die israelische Politik auf allen Ebenen bis hinauf in die Führung des Staates. Was ist los mit der israelischen Politik? Selten war die Kluft größer zwischen dem Volk und seinen exekutiven und parlamentarischen Vertretern."


Gegen "ein wochenlang verschandeltes Stadtbild und gereizte Stadtbewohner" glossiert angesichts der EM ein erboster Uwe Justus Wenzel: "'Public Viewing' bedeutet übrigens im Englischen nicht ganz dasselbe wie im modischen Pseudoenglischen; unter anderem wird damit die öffentliche Aufbahrung eines Verstorbenen bezeichnet. Sprachbewusste Zeitgenossen haben darum ein passendes deutsches Wort gesucht und gefunden, das den Aspekt der Gemeinschaftsstiftung gebührend berücksichtigt: 'Rudelgucken'."

Weiteres: Paul Widmer, Botschafter und Ständiger Vertreter der Schweiz beim Europarat in Straßburg, stellt drei Thesen zur "kosmopolitischen Offenheit" der Schweiz auf. Christoph Egger schreibt zum Tod des italienischen Filmregisseurs Dino Risi.

Besprechungen: Hans-Joachim Müller stellt die Ausstellung "Robert Delaunay - Hommage a Bleriot" im Kunstmuseum Basel vor, die ihm nichts Geringeres als einen "Hymnus auf Kenntnis und Können" zeigte. Kein Wunsch offen blieb Peter Hagmann beim Besuch der Richard Strauss-Oper "Capriccio" in der Wiener Staatsoper. Und Barbara von Reibnitz bespricht den unlängst erschienenen Band 12 der Zeitschrift Rechtsgeschichte.

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Frankfurter Rundschau, 09.06.2008

Arno Widmann hat eine offenbar sehr interessante Veranstaltung des Frankfurter Lehrstuhls für Islamische Religion besucht, die ihn aber mit etlichen unbeantworteten Fragen zur aufgeklärten Ankaraer Schule oder zum Verhältnis von Staat und Islam zurückließ: "Soll der Staat wirklich der Glaubensbringer sein? Und welcher Staat? Sollen türkische staatliche Institutionen wirklich zuständig sein für die Glaubenserziehung der deutschen Staatsbürger? Mit welchem Argument aber will der säkulare Staat Muslimen, Buddhisten, Konfuzianern, Hindus, Sikhs verweigern, was er Katholiken und Protestanten zugesteht? Allein im Raum Frankfurt leben derzeit - so sagt Wikipedia - 150 zarathustrische Familien. Wenn die Geld genug haben - werden sie sich auch einen Lehrstuhl an der Frankfurter Universität kaufen können für ihre Kinder? Der von der Türkei finanzierte Frankfurter Lehrstuhl für islamische Religion schafft mehr Probleme als er zu lösen scheint."


Thomas Winkler hat das Comeback-Album von Donna Summer nicht ohne Genuss gehört: "Ihre Produzenten, die sonst für Rihanna, Shakira oder Lily Allen den aktuellen Soundstandard abzirkeln, haben knallige Beats, die auch auf einem Tanzboden von heute bestehen können, aktuelle Sound-Gimmicks und vorsichtige Ausflüge ins Lateinamerikanische so geschickt verschmolzen, dass ähnliche Reanimierungsversuche von Konkurrentinnen wie Cher im Vergleich geradezu peinsam wirken."

Weiteres: Elke Buhr berichtet von einer schillernd besetzten, aber doch wieder recht harmlosen Diskussion zu 1968 in der Berliner Akademie der Künste. Daniel Kothenschulte schreibt zum Tod des italienischen Regisseurs Dino Risi. In Times Mager sinniert Hans-Jürgen Linke über Public Viewing und Handy Screening. Besprochen werden eine Retrospektive auf Fernand Leger in der Fondation Beyeler und ein etwas überinszenierter "Macbeth" in Bochum ("Aber Lisa Nielebock ist eine Regisseurin mit Zukunft", versichert Stefan Keim).

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Weitere Medien, 09.06.2008

Alan Jackson hat für die Londoner Times Bob Dylan zu einem seiner raren Interviews getroffen. Er äußert sich auch politisch: "'Well, you know right now America is in a state of upheaval,' he says. 'Poverty is demoralising. You can't expect people to have the virtue of purity when they are poor. But we've got this guy out there now who is redefining the nature of politics from the ground up... Barack Obama. He's redefining what a politician is, so we'll have to see how things play out. Am I hopeful? Yes, I'm hopeful that things might change."


Aus der New York Times erfahren wir, wie "Feuchtgebiete" auf englisch heißen werden: "Wetlands". Nicholas Kulish schreibt über die feministischen Auseiandersetzungen im heutigen Deutschland und porträtiert nebenbei Charlotte  Roche: "Germans have been accused, on occasion, of overanalyzing. Sometimes a funny, dirty book is just a funny, dirty book, but not this one, according to its author. Ms. Roche, 30, has long identified herself as a feminist and, in a vein first explored in 1960s-era American feminism, describes the book as a cri de coeur against the oppression of a waxed, shaved, douched and otherwise sanitized women's world."

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Süddeutsche Zeitung, 09.06.2008

Gibt's was Neues in der Popmusik? Man zitiert jetzt nur noch unironisch. Aber sonst versucht niemand, originell zu sein, beruhigt Dirk Peitz und fragt: "Wäre es schlimm, wenn es dabei bliebe, wenn nichts originär Neues mehr und nichts von echter Bedeutung käme? Bevor man sich in Theorien verliert, sollte man versuchen, das Gefühl der Freiheit selbst zu erleben."


Gustav Seibt reist durch Ostdeutschland und begutachtet das Ergebnis von Entchristianisierung und Entbürgerlichung - "Arbeitnehmer, die sich das Recht auf Pause nicht nehmen lassen mögen, oder Aufseher, die das Publikum gerne schurigeln und zum Dienstschluss hinauswerfen, kurz: die Überlebenden des sozialistischen Experiments."

Weitere Artikel: Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) in Rom ist wegen Sanierung geschlossen; dagegen protestierten "über 400 Archäologen aus aller Welt", die ihre Forschung gefährdet sehen, berichtet Henning Klüver. Die Denkmalpfleger sollen zu Dienstleistern zurechtgestutzt werden, berichtet Ira Mazzoni empört von der Jahrestagung der Denkmalpfleger in München. Tobias Lehmkuhl durchlitt eine Diskussion an der Berliner Akademie der Künste über 1968. Petra Steinberger denkt über eine Welt ohne Öl nach. Miriam Hauck und Christian Kortmann schicken Nachrichten aus dem Netz.

Besprochen werden zwei DVDs - ein Film über den Dirigenten Karel Ancerl und der "Rosenkavalier" als Stummfilm, Armin Petras' Inszenierung von Dorota Maslowskas Stück "Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen" am Wiener Schauspielhaus, Andre Schäfers Film "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" und Bücher, darunter Thea Dorns Roman "Mädchenmörder" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2008

Am Sonntag deckte Werner Liersch in der FAS die "weißen Stellen in der Militärbiographie und die verschwiegene Einsatzgeschichte des Polizei-Gebirgsjäger-Regiments 18" von Erwin Strittmatter auf: "Es ist nicht bekannt, dass Strittmatter in ein Verbrechen der schrecklichen Polizisten verstrickt war, die Daniel Goldhagen 'Handlanger des Völkermords' nannte. Aber er besaß Kenntnisse dieses Krieges von einem ungewöhnlichen Radius. Der Platz in der Truppe kumulierte mit dem Hintergrundwissen eines Bataillonsschreibers, Kriegstagebuchführers und Mitarbeiters der Film- und Bildstelle der 'OrPo'."


Heute kommentiert Oliver Jungen: "Dass junge Menschen durch die jetzige Enthüllung davon abgehalten werden, Strittmatters realsozialistische Romane zu lesen, wäre wohl nur die wunschgetreue Überblendung der Tatsache, dass Strittmatters literarisches Schicksal längst besiegelt ist."

Weitere Artikel: In der Glosse hält Gina Thomas die Ansicht des neuen Londoner Bürgermeisters Boris Johnson, dass man jugendlichen Messerstechern am besten Latein beibringt, auf dass sie weniger Messerstechen, für durch Statistik begründbar. Franziska Seng war dabei, als in Neuhardenberg über Für und Wider der Aufnahme eines "Staatsziels Kultur" ins Grundgesetz debattiert wurde. Beim Blick in osteuropäische Zeitschriften stößt Joseph Croitoru auf durchaus unterschiedliche Ansichten zum politischen Bewusstsein der polnischen Jugend. Andreas Rossmann porträtiert den Mircea Cartarescu-Übersetzer Gerhardt Csejka, der für seine Leistung jetzt den Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW erhielt. Melanie Mühl protokolliert, was der Satiriker und "Partei"-Vorsitzende Martin Sonneborn von seiner Berlin-Umwanderung auf den Spuren der Mauer zu berichten hat. Einen Text über die Bombardierung Dresdens aus dem Nachlass von Kurt Vonnegut hat Lorenz Jäger gelesen. Das Gesamtwerk von Italiens erfolgreichstem Bestsellerautor Joseph Ratzinger wird, meldet Dirk Schümer, in einer dreizehnbändigen Gesamtausgabe ediert, deren erster Band noch in diesem Jahr erscheint. Andreas Kilb schreibt zum Tod des italienischen Komödienregisseurs Dino Risi. Auf der Medienseite erklärt Matthias Rüb, dass der New York Times in einem von Rupert Murdoch runderneuerten Wall Street Journal ein gefährlicher Konkurrent erwächst.

Besprochen werden Lisa Nielebocks Bochumer "Macbeth"-Inszenierung, eine Aufführung von Verdis "Don Carlos" an Covent Garden, die Ausstellung "Das Porträt der Renaissance" im Prado, eine Kölner Ausstellung mit Fotografien der Freunde Man Ray und L. Fritz Gruber, eine Ausstellung zum Aufschwung deutscher Architektur-Exporte in Frankfurt und Bücher, darunter die Neuübersetzung von Italo Svevos Debütroman "Ein Leben" und Norbert Bolz' Respekterweis eines Atheisten "Das Wissen der Religion" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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