Bücherschau der Woche
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- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
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- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
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- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
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- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Antisemitisch, antiarabisch, homophob, sexistisch
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
31.03.2008. In der FAZ sagt Ai Weiwei zu den chinesischen Problemen mit Tibet: Mit freien Medien wäre das nicht passiert. In Spiegel Online fragt Henryk Broder: Ist die Wahrheit rechtspopulistisch? Die FR fragt: Ist der Retrosoul von Winehouse & Co. Obama-Musik? In der taz rät eine "Stützlehrerin" für hoffnungslose Fälle an deutschen Schulen: Schimpfen Sie ruhig, aber siezen Sie sie.
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Frankfurter Rundschau, 31.03.2008
Die Guardian-Kommentatorin Polly Toynbee hält wenig vom Anliegen katholischer Minister, in bestimmten Fragen - zum Beispiel zur Forschung mit Embryonen - ihr religiöses Gewissen über ihre parlamentarischen Verpflichtungen setzen: "Man stelle sich die Zukunft vor, wenn im Parlament zahlreiche islamische Abgeordnete und Minister sitzen werden, welchen Aufschrei es zur Folge hätte, würde irgendein saudi-arabischer Geistlicher diesen Abgeordneten sagen, wie sie abzustimmen haben. Die katholischen Minister beschwören nichts Gutes herauf, wenn sie darauf bestehen, dass ihre religiöse Gewissenstreue Priorität vor anderen ethischen Grundsätzen habe." (Der in der Übersetzung etwas gekürzte Originalartikel steht hier)
Amy Winehouse hat es vorgemacht, nun ist Soul in Großbritannien plötzlich wieder ganz groß, stellt Tobi Müller fest: "Ein bisschen seltsam ist es trotzdem, wenn nun britische Frauen eine Musik spielen, die zurück geht vor Funk und vor HipHop. Vor den Sound der Revolte und der Radikalisierung, vor die Beats der fabulösen Gettos. Es ist - damals wie heute - eine Musik, die von Integration erzählt. Damals, bevor Ende der Sechziger fast alles schief ging, als Traum. Heute als Pragmatismus der Gebildeten. Als Barack-Obama-Musik."
Weiteres: Harry Nutt glaubt, dass Klaus-Dieter Lehmann ein würdiger Nachfolger von Jutta Limbach an der Spitze des Goethe-Instituts wird. In der Times mager huldigt Judith von Sternburg dem Stau.
Besprochen werden David Böschs Version der "Antigone" und Henning Bocks Inszenierung von Jan Neumanns "Schmelzpunkt", beide am Essener Grillo-Theater, und Leos Janaceks "Ausflüge des Herrn Broucek" in einer Genfer Inszenierung von Yannis Kokkos.
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Spiegel Online, 31.03.2008
Ist Geert Wilders ein "Rechtspopulist", und was ist mit dieser Vokabel gemeint?, fragt Henryk Broder: "Das Label 'Rechtspopulist' hat heute die gleiche diffamierende Qualität wie 'Kommunist' in den fünfziger und sechziger Jahren, 'Faschist' in den Siebzigern und Achtzigern oder 'Klimaleugner' heute. Es erspart jede inhaltliche Auseinandersetzung und macht allein seinen Träger für die Folgen seiner Handlungen verantwortlich." Siehe auch unseren Link des Tages zum Wilders-Video.
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Die Tageszeitung, 31.03.2008
Gabriele Goettle besucht eine Stützlehrerin, die Schulabbrecher aller Coleur zu einem Abschluss bringt. "Sie sind antisemitisch, antiarabisch, homophob, sexistisch. Ihr Nichtwissen ist unendlich! Das ist das, was mich immer so frappiert. Also wann war der Zweite Weltkrieg? Nichts. Wenn man's erklärt, das nächste Mal haben sie es wieder vergessen. Oder sie fragen, wann war der Zweite Weltkrieg? Ich bleibe ganz ruhig. Nie lachen. Niemand darf lachen in so einer Situation, da wäre ich ja ein ganz schlechter Lehrer. Ich erkläre es ihnen. Wobei ich die Jugendlichen nicht duze. Es lässt sich, nebenbei bemerkt, auch besser schimpfen, wenn man 'Sie' sagt."
In der zweiten taz meint Langstreckenläufer Dieter Baumann im Gespräch mit Peter Unfried, dass nicht die Athleten, sondern das IOC in Sachen Tibet gefragt sind.
Und Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2008
Andrea Köhler analysiert Barack Obamas Rede, in der er sich von den Äußerungen seines Gemeindepriester Rev. Jeremiah Wright distanziert - und versucht eine historische Einordnung: "Es ist eine Rede, die den Zuhörern Komplexität zumutet oder besser: zu verstehen zutraut. Dem 'New York Times'-Kolumnisten Bob Herbert kam jene kalte Aprilnacht im Jahr 1968 in den Sinn, als Bobby Kennedy in Indianapolis einer überwiegend schwarzen Menge die Ermordung von Martin Luther King mitteilte. Mit diesem Vergleich ist auch jene Furcht angesprochen, die Obama zum bestbewachten Präsidentschaftskandidaten der Geschichte macht. Es gibt eine Menge Schwarzer, die Obama nicht unterstützen, weil sie fürchten, dass er umgebracht wird."
Weitere Artikel: Auf einer ganzen Seite schildert Christian Jaekl Geschichte und Gegenwart des kanadischen Multikulturalismus und lässt dabei ausführlich dessen Kritiker zu Wort kommen. Andreas Breitenstein berichtet von den Rauriser Literaturtagen. Ulrich M. Schmid informiert über Vorbereitungen zum 200. Geburtstag Nikolai Gogols in Russland und der Ukraine, die beide den Dichter für sich reklamieren. Georg-Friedrich Kühn kommentiert das Aus für den Linden-Oper-Intendanten Peter Mussbach.
Besprochen werden Michael Sturmingers Züricher Inszenierung der "Fledermaus" (bei der Marianne Zelger-Vogt "Flügel und Krallen vermisst) und Sebastian Nüblings Züricher "Macbeth" (Barbara Villiger Heilig sieht die Inszenierung, die das Stück ins Börsenmilieu verlegt, "stark im Minus").
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Berliner Zeitung, 31.03.2008
Rainer Braun weist darauf hin, dass ARD und ZDF gerade ganz schön mit einer glaubwürdigen Linie in ihrer Olympia-Berichterstattung zu kämpfen haben. Als ersten Tiefpunkt hat er Wolf-Dieter Poschmanns gefälliges Interview mit IOC-Vize Thomas Bach erlebt: "Poschmanns peinliches Interview und die täglichen Nachrichten aus China in Tagesschau und heute offenbarten auch die Probleme, in dem der öffentlich-rechtliche Sport-Journalismus zwischen ökonomischem und (sport)politischem Druck steckt. Einerseits stecken im Olympia-Engagement rund 80 Millionen Euro an Gebührengeldern, mit denen sorgfältig umgegangen werden muss. Andererseits geht es für ARD und ZDF auch um Distanz zu Politik und Sportverbänden - um journalistische Glaubwürdigkeit."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2008
In Paris hat Christoph Marthaler Alban Bergs "Wozzek" inszeniert, Sylvain Cambreling dirigierte - und Julia Spinola war tief ergriffen: "Der große Orchesterepilog vor der Schlussszene kann wohl niemanden je kaltlassen: Nach Wozzecks Tod öffnen sich hier gleichsam alle Schleusen, und die Musik schwingt sich noch einmal zu einem letzten gewaltigen Espressivo auf, bevor die Oper in einem Ausdruck trostloser Unendlichkeit ausklingt. An diesem Abend in der Pariser Opera Bastille aber schnürt sich bei dieser Szene schier die Kehle zusammen, und das Stück lässt einen so schockiert und betäubt und abgrundtief trauernd zurück, als habe man das in ihm dargestellte Elend zum allerersten Mal auf der Bühne erlebt."
Weitere Artikel: Der Mönch P. Beda Müller vom ordo sancti benedicti, Jahrgang 1914, erläutert die Vorteile des Zölibats und zitiert Paulus: "Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt." Joseph Hanimann befasst sich mit Geschichte (ruhmreich), Gegenwart (textilmarkenreich) und Zukunft (ungewiss) der Champs-Elysees. Beim Blick in deutsche Zeitschriften liest Ingeborg Harms von 1968 in Deutschland und dem Prager Frühling in der Tschechoslowakei. In der Glosse beschreibt hd. das nicht sehr komische Leipziger Opern-"Tohuwabohu". Wolfgang Sandner porträtiert Dieter Glawischnig, den jetzt in den Ruhestand tretenden langjährigen Leiter der NDR Bigband.
Besprochen werden Sebastian Nüblings Züricher "Macbeth", die Ausstellung "Architektur im Kreis der Künste" in München, eine Madelon-Vriesendorp-Ausstellung in der Berliner Galerie Aedes, Hagen Kellers Film "Meer is nich" und Bücher, darunter William Gibsons Roman "Quellcode" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Für die Sonntags-FAZ hat Mark Siemons den chinesischen Konzeptkünstler Ai Weiwei interviewt, der glaubt, dass China nicht dieses Problem mit Tibet hätte, wenn es eine freie Diskussion gestatten würde: "Ich frage mich oft, warum können wir nicht eine Gesellschaft mit besseren Medien ohne Zensur haben? Was wollen wir eigentlich verbergen? Was ist an der Wahrheit so gefährlich? Natürlich, wenn die meisten Menschen nur begrenzte Information haben, ist es einfacher, sie zu manipulieren. Information ist Macht. Aber bevor man entscheidet, wer hat recht, wer hat unrecht, sollte man zuerst alle Fakten kennen. Das ist immer notwendig. Wir hatten das vorher nie, und es ist Zeit, dass wir es haben."
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Die Welt, 31.03.2008
Manuel Brug kommentiert die Rückkehr Peter Konwitschnys an die Leipziger Oper, wo er als Chefregisseur wirken wird, und das neueste Intendantenkarussell an der Berliner Staatsoper. Hella Boschmann porträtiert den Architekten Jean Nouvel, der den Pritzker-Preis erhält. Marisa Buovolo schreibt eine kleine Kulturgeschichte des Stöckelschuhs im Hollywoodfilm. Besprochen werden Hans Neuenfels' "Tannhäuser"-Inszenierung in Essen und eine Ausstellung über die Spätgotik in Straßburg.
Die piece de resistance ist in der heutigen Welt das doppelseitige Interview, das Chefredakteur Thomas Schmid mit George W. Bush führte. Kritikern, die den Irak nicht für demokratiefähig halten, sagt er: "Es ist die höchste Form elitärer Gesinnung, wenn einer sagt: Ich selbst kann zwar frei sein - die da aber vermutlich nicht."
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Süddeutsche Zeitung, 31.03.2008
Der Politologe Philip Manow exerziert an Nicolas Sarkozy seine These durch, dass die Demokratie keineswegs "entpersonalisiert" ist, wie es noch Habermas angenommen hat, sondern der Körper der Herrschenden nach wie vor ungemein wichtig ist. "Die Leib-Wächter, die seine ständigen Begleiter während des Präsidentschaftswahlkampfs waren, hatten vor allem die Aufgabe, ihn so abzuschirmen, dass Fotografen keine Bilder von seinen Schuhen mit den erhöhten Absätzen machen konnten. Sie schützen nicht den leiblichen Körper Sarkozys vor physischen Übergriffen, sondern seinen politischen Körper vor der medialen Verletzung seines öffentlichen Bildes."
Kapitalismuskritisches Theater in Deutschland? Das ist selbstgefällig, unterkomplex, ohne einen Funken Analyse - meistens jedenfalls, findet Peter Laudenbach und stellt einige Ausnahmen vor: "Wie es anders geht, führen Theatermacher wie Rene Pollesch vor, der schon mal die Abendgage der Schauspieler auf ihre Kostüme schreibt - schließlich sind sie auch nur Dienstleister. Polleschs Theater braucht keinen Täter-Opfer-Kitsch, auch weil es weiß, dass die Kunst keine exterritoriale Zone jenseits des Marktes ist. Gerade indem Pollesch immer auch das Theater selbst und die Aporien der Repräsentation thematisiert, bekommt er erstaunlicherweise etwas vom modernen Kapitalismus zu fassen".
Weitere Artikel: Wolfgang Schreiber erfährt im Gespräch mit dem neuen Chefregisseur am Leipziger Opernhaus Peter Konwitschny, dass es zwei Inszenierungen pro Saison geben wird. Niklas Hofmann berichtet in seinen "Nachrichten aus dem Netz" von einer Debatte zwischen Salon- und Slate-Redakteuren über die Frage, ob das Internet eher der Verbreitung von Wahrheit oder von Lügen förderlich ist. Fritz Göttler meldet, dass der Film "La Misma Luna" der Regisseurin Patricia Riggen bei den Latinos in den USA zum überraschenden Erfolg wird. Annette Roeder fällt auf, dass viele Kinderbuchautoren Architekten sind. Im Medienteil bricht Christopher Keil eine Lanze für den vielgescholtenen Thomas Gottschalk, dessen Mainstream gut zu Deutschland passe. Christian Korttmann war online nicht ganz so nett.
Besprochen wird die "unpathetisch" gehaltene Schau mit den Zeichnungen von Matthias Grünewald im Berliner Kupferstichkabinett, der "Tannhäuser" in der frühen Dresdener Fassung mit Hans Neuenfels als Regisseur und Stefan Soltesz als Dirigent im Essener Aaltotheater, Sebastian Nüblings Version von Shakespeares "Macbeth" als Börsendrama am Schauspielhaus Zürich, DVD-Veröffentlichungen wie "Borderline" mit Hilda Doolittle aus dem Jahr 1930 und Bücher, darunter Jan Wagners Gedichtband "Achtzehn Pasteten" und die "Gesammelten Werke" des Schriftstellers Clemens Eich (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes
22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen
In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb
21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
2013123456789101112201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen
Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung
06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen
Die Empörung ist eine europäische Sünde
04.05.2013. In der Welt spricht Kevin Powers über seinen Roman "Die Sonne war der ganze Himmel". Daily Mail stellt kleidsame Wollkappen für Schildkröten vor. Die taz trauert um die einst so angesagte Clubszene von Berlin. Für die FAZ legt die Psychoanalytikerin Julia Kristeva ganz Europa auf die Couch. Und alle gedenken Søren Kierkegaards. Mehr lesen
Steile Hierarchien, Massenproduktion, Akkordarbeit
03.05.2013. In Foreign Policy rät Arch Puddington zum heutigen Tag der Pressefreiheit von der Reise in die zehn schlimmsten Länder für Journalisten ab. Die NZZ stellt die Designerin Inga Sempé vor. Mit Longform.org verlinken wir auf die "2013 National Magazine Awards Winners" mit Texten aus dem Atlantic und Texas Monthly. In der NYRB schreibt Ian Buruma über David Bowie. Die FAZ liest den Briefwechsel zwischen Grass und Brandt und empfiehlt Telekom-Kunden die Exhumierung ihrer Akustikkoppler. Die SZ besucht eine Ausstellung über die Geburt der neusten Technik aus dem Geist des Hippietums. Mehr lesen








