Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Antisemitisch, antiarabisch, homophob, sexistisch

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

31.03.2008. In der FAZ sagt Ai Weiwei zu den chinesischen Problemen mit Tibet: Mit freien Medien wäre das nicht passiert. In Spiegel Online fragt Henryk Broder: Ist die Wahrheit rechtspopulistisch? Die FR fragt: Ist der Retrosoul von Winehouse & Co. Obama-Musik? In der taz rät eine "Stützlehrerin" für hoffnungslose Fälle an deutschen Schulen: Schimpfen Sie ruhig, aber siezen Sie sie.

FR, 31.03.2008

Die Guardian-Kommentatorin Polly Toynbee hält wenig vom Anliegen katholischer Minister, in bestimmten Fragen - zum Beispiel zur Forschung mit Embryonen - ihr religiöses Gewissen über ihre parlamentarischen Verpflichtungen setzen: "Man stelle sich die Zukunft vor, wenn im Parlament zahlreiche islamische Abgeordnete und Minister sitzen werden, welchen Aufschrei es zur Folge hätte, würde irgendein saudi-arabischer Geistlicher diesen Abgeordneten sagen, wie sie abzustimmen haben. Die katholischen Minister beschwören nichts Gutes herauf, wenn sie darauf bestehen, dass ihre religiöse Gewissenstreue Priorität vor anderen ethischen Grundsätzen habe." (Der in der Übersetzung etwas gekürzte Originalartikel steht hier)

Amy Winehouse hat es vorgemacht, nun ist Soul in Großbritannien plötzlich wieder ganz groß, stellt Tobi Müller fest: "Ein bisschen seltsam ist es trotzdem, wenn nun britische Frauen eine Musik spielen, die zurück geht vor Funk und vor HipHop. Vor den Sound der Revolte und der Radikalisierung, vor die Beats der fabulösen Gettos. Es ist - damals wie heute - eine Musik, die von Integration erzählt. Damals, bevor Ende der Sechziger fast alles schief ging, als Traum. Heute als Pragmatismus der Gebildeten. Als Barack-Obama-Musik."

Weiteres: Harry Nutt glaubt, dass Klaus-Dieter Lehmann ein würdiger Nachfolger von Jutta Limbach an der Spitze des Goethe-Instituts wird. In der Times mager huldigt Judith von Sternburg dem Stau.

Besprochen werden David Böschs Version der "Antigone" und Henning Bocks Inszenierung von Jan Neumanns "Schmelzpunkt", beide am Essener Grillo-Theater, und Leos Janaceks "Ausflüge des Herrn Broucek" in einer Genfer Inszenierung von Yannis Kokkos.

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Spiegel Online, 31.03.2008

Ist Geert Wilders ein "Rechtspopulist", und was ist mit dieser Vokabel gemeint?, fragt Henryk Broder: "Das Label 'Rechtspopulist' hat heute die gleiche diffamierende Qualität wie 'Kommunist' in den fünfziger und sechziger Jahren, 'Faschist' in den Siebzigern und Achtzigern oder 'Klimaleugner' heute. Es erspart jede inhaltliche Auseinandersetzung und macht allein seinen Träger für die Folgen seiner Handlungen verantwortlich." Siehe auch unseren Link des Tages zum Wilders-Video.

Stichwörter: Geert Wilders

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TAZ, 31.03.2008

Gabriele Goettle besucht eine Stützlehrerin, die Schulabbrecher aller Coleur zu einem Abschluss bringt. "Sie sind antisemitisch, antiarabisch, homophob, sexistisch. Ihr Nichtwissen ist unendlich! Das ist das, was mich immer so frappiert. Also wann war der Zweite Weltkrieg? Nichts. Wenn man's erklärt, das nächste Mal haben sie es wieder vergessen. Oder sie fragen, wann war der Zweite Weltkrieg? Ich bleibe ganz ruhig. Nie lachen. Niemand darf lachen in so einer Situation, da wäre ich ja ein ganz schlechter Lehrer. Ich erkläre es ihnen. Wobei ich die Jugendlichen nicht duze. Es lässt sich, nebenbei bemerkt, auch besser schimpfen, wenn man 'Sie' sagt."

In der zweiten taz meint Langstreckenläufer Dieter Baumann im Gespräch mit Peter Unfried, dass nicht die Athleten, sondern das IOC in Sachen Tibet gefragt sind.

Und Tom.

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Stichwörter: Gabriele Goettle, Taz

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NZZ, 31.03.2008

Andrea Köhler analysiert Barack Obamas Rede, in der er sich von den Äußerungen seines Gemeindepriester Rev. Jeremiah Wright distanziert - und versucht eine historische Einordnung: "Es ist eine Rede, die den Zuhörern Komplexität zumutet oder besser: zu verstehen zutraut. Dem 'New York Times'-Kolumnisten Bob Herbert kam jene kalte Aprilnacht im Jahr 1968 in den Sinn, als Bobby Kennedy in Indianapolis einer überwiegend schwarzen Menge die Ermordung von Martin Luther King mitteilte. Mit diesem Vergleich ist auch jene Furcht angesprochen, die Obama zum bestbewachten Präsidentschaftskandidaten der Geschichte macht. Es gibt eine Menge Schwarzer, die Obama nicht unterstützen, weil sie fürchten, dass er umgebracht wird."

Weitere Artikel: Auf einer ganzen Seite schildert Christian Jaekl Geschichte und Gegenwart des kanadischen Multikulturalismus und lässt dabei ausführlich dessen Kritiker zu Wort kommen. Andreas Breitenstein berichtet von den Rauriser Literaturtagen. Ulrich M. Schmid informiert über Vorbereitungen zum 200. Geburtstag Nikolai Gogols in Russland und der Ukraine, die beide den Dichter für sich reklamieren. Georg-Friedrich Kühn kommentiert das Aus für den Linden-Oper-Intendanten Peter Mussbach.

Besprochen werden Michael Sturmingers Züricher Inszenierung der "Fledermaus" (bei der Marianne Zelger-Vogt "Flügel und Krallen vermisst) und Sebastian Nüblings Züricher "Macbeth" (Barbara Villiger Heilig sieht die Inszenierung, die das Stück ins Börsenmilieu verlegt, "stark im Minus").

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Berliner Zeitung, 31.03.2008

Rainer Braun weist darauf hin, dass ARD und ZDF gerade ganz schön mit einer glaubwürdigen Linie in ihrer Olympia-Berichterstattung zu kämpfen haben. Als ersten Tiefpunkt hat er Wolf-Dieter Poschmanns gefälliges Interview mit IOC-Vize Thomas Bach erlebt: "Poschmanns peinliches Interview und die täglichen Nachrichten aus China in Tagesschau und heute offenbarten auch die Probleme, in dem der öffentlich-rechtliche Sport-Journalismus zwischen ökonomischem und (sport)politischem Druck steckt. Einerseits stecken im Olympia-Engagement rund 80 Millionen Euro an Gebührengeldern, mit denen sorgfältig umgegangen werden muss. Andererseits geht es für ARD und ZDF auch um Distanz zu Politik und Sportverbänden - um journalistische Glaubwürdigkeit."

Stichwörter: ARD, Rainer Braun, China, Euro, ZDF

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FAZ, 31.03.2008

In Paris hat Christoph Marthaler Alban Bergs "Wozzek" inszeniert, Sylvain Cambreling dirigierte - und Julia Spinola war tief ergriffen: "Der große Orchesterepilog vor der Schlussszene kann wohl niemanden je kaltlassen: Nach Wozzecks Tod öffnen sich hier gleichsam alle Schleusen, und die Musik schwingt sich noch einmal zu einem letzten gewaltigen Espressivo auf, bevor die Oper in einem Ausdruck trostloser Unendlichkeit ausklingt. An diesem Abend in der Pariser Opera Bastille aber schnürt sich bei dieser Szene schier die Kehle zusammen, und das Stück lässt einen so schockiert und betäubt und abgrundtief trauernd zurück, als habe man das in ihm dargestellte Elend zum allerersten Mal auf der Bühne erlebt."

Weitere Artikel: Der Mönch P. Beda Müller vom ordo sancti benedicti, Jahrgang 1914, erläutert die Vorteile des Zölibats und zitiert Paulus: "Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt." Joseph Hanimann befasst sich mit Geschichte (ruhmreich), Gegenwart (textilmarkenreich) und Zukunft (ungewiss) der Champs-Elysees. Beim Blick in deutsche Zeitschriften liest Ingeborg Harms von 1968 in Deutschland und dem Prager Frühling in der Tschechoslowakei. In der Glosse beschreibt hd. das nicht sehr komische Leipziger Opern-"Tohuwabohu". Wolfgang Sandner porträtiert Dieter Glawischnig, den jetzt in den Ruhestand tretenden langjährigen Leiter der NDR Bigband.

Besprochen werden Sebastian Nüblings Züricher "Macbeth", die Ausstellung "Architektur im Kreis der Künste" in München, eine Madelon-Vriesendorp-Ausstellung in der Berliner Galerie Aedes, Hagen Kellers Film "Meer is nich" und Bücher, darunter William Gibsons Roman "Quellcode" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Für die Sonntags-FAZ hat Mark Siemons den chinesischen Konzeptkünstler Ai Weiwei interviewt, der glaubt, dass China nicht dieses Problem mit Tibet hätte, wenn es eine freie Diskussion gestatten würde: "Ich frage mich oft, warum können wir nicht eine Gesellschaft mit besseren Medien ohne Zensur haben? Was wollen wir eigentlich verbergen? Was ist an der Wahrheit so gefährlich? Natürlich, wenn die meisten Menschen nur begrenzte Information haben, ist es einfacher, sie zu manipulieren. Information ist Macht. Aber bevor man entscheidet, wer hat recht, wer hat unrecht, sollte man zuerst alle Fakten kennen. Das ist immer notwendig. Wir hatten das vorher nie, und es ist Zeit, dass wir es haben."

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Welt, 31.03.2008

Manuel Brug kommentiert die Rückkehr Peter Konwitschnys an die Leipziger Oper, wo er als Chefregisseur wirken wird, und das neueste Intendantenkarussell an der Berliner Staatsoper. Hella Boschmann porträtiert den Architekten Jean Nouvel, der den Pritzker-Preis erhält. Marisa Buovolo schreibt eine kleine Kulturgeschichte des Stöckelschuhs im Hollywoodfilm. Besprochen werden Hans Neuenfels' "Tannhäuser"-Inszenierung in Essen und eine Ausstellung über die Spätgotik in Straßburg.

Die piece de resistance ist in der heutigen Welt das doppelseitige Interview, das Chefredakteur Thomas Schmid mit George W. Bush führte. Kritikern, die den Irak nicht für demokratiefähig halten, sagt er: "Es ist die höchste Form elitärer Gesinnung, wenn einer sagt: Ich selbst kann zwar frei sein - die da aber vermutlich nicht."

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SZ, 31.03.2008

Der Politologe Philip Manow exerziert an Nicolas Sarkozy seine These durch, dass die Demokratie keineswegs "entpersonalisiert" ist, wie es noch Habermas angenommen hat, sondern der Körper der Herrschenden nach wie vor ungemein wichtig ist. "Die Leib-Wächter, die seine ständigen Begleiter während des Präsidentschaftswahlkampfs waren, hatten vor allem die Aufgabe, ihn so abzuschirmen, dass Fotografen keine Bilder von seinen Schuhen mit den erhöhten Absätzen machen konnten. Sie schützen nicht den leiblichen Körper Sarkozys vor physischen Übergriffen, sondern seinen politischen Körper vor der medialen Verletzung seines öffentlichen Bildes."

Kapitalismuskritisches Theater in Deutschland? Das ist selbstgefällig, unterkomplex, ohne einen Funken Analyse - meistens jedenfalls, findet Peter Laudenbach und stellt einige Ausnahmen vor: "Wie es anders geht, führen Theatermacher wie Rene Pollesch vor, der schon mal die Abendgage der Schauspieler auf ihre Kostüme schreibt - schließlich sind sie auch nur Dienstleister. Polleschs Theater braucht keinen Täter-Opfer-Kitsch, auch weil es weiß, dass die Kunst keine exterritoriale Zone jenseits des Marktes ist. Gerade indem Pollesch immer auch das Theater selbst und die Aporien der Repräsentation thematisiert, bekommt er erstaunlicherweise etwas vom modernen Kapitalismus zu fassen".

Weitere Artikel: Wolfgang Schreiber erfährt im Gespräch mit dem neuen Chefregisseur am Leipziger Opernhaus Peter Konwitschny, dass es zwei Inszenierungen pro Saison geben wird. Niklas Hofmann berichtet in seinen "Nachrichten aus dem Netz" von einer Debatte zwischen Salon- und Slate-Redakteuren über die Frage, ob das Internet eher der Verbreitung von Wahrheit oder von Lügen förderlich ist. Fritz Göttler meldet, dass der Film "La Misma Luna" der Regisseurin Patricia Riggen bei den Latinos in den USA zum überraschenden Erfolg wird. Annette Roeder fällt auf, dass viele Kinderbuchautoren Architekten sind. Im Medienteil bricht Christopher Keil eine Lanze für den vielgescholtenen Thomas Gottschalk, dessen Mainstream gut zu Deutschland passe. Christian Korttmann war online nicht ganz so nett.

Besprochen wird die "unpathetisch" gehaltene Schau mit den Zeichnungen von Matthias Grünewald im Berliner Kupferstichkabinett, der "Tannhäuser" in der frühen Dresdener Fassung mit Hans Neuenfels als Regisseur und Stefan Soltesz als Dirigent im Essener Aaltotheater, Sebastian Nüblings Version von Shakespeares "Macbeth" als Börsendrama am Schauspielhaus Zürich, DVD-Veröffentlichungen wie "Borderline" mit Hilda Doolittle aus dem Jahr 1930 und Bücher, darunter Jan Wagners Gedichtband "Achtzehn Pasteten" und die "Gesammelten Werke" des Schriftstellers Clemens Eich (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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