Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Wie ein Flokatiteppich

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

10.03.2008. Die NZZ fragt, warum ausgerechnet die abrisswütige Stadt Frankfurt nun Attrappen kriegszerstörter Gebäude neu errichten will. Die FR berichtet über die polnische Auseinandersetzung mit den antisemitischen Säuberungen im Jahr 1968. Die FAZ beschreitet den von Norman Foster entworfenen Flughafen Peking, mit dem China untermauern will, dass es in der Moderne angekommen sei.

Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2008

Hubertus Adam kommentiert Pläne der abrisswütigen Stadt Frankfurt, historische Gebäude, die im Krieg zerstört wurden, nun als Attrappe wieder aufzubauen: "Angesichts der Rekonstruktionsmanie, die in Deutschland derzeit ständig neue Kopien zerstörter Gebäude gebiert, während originale Bausubstanz abgerissen wird, bleiben zentrale Fragen unbeantwortet: etwa die, wie eine Rekonstruktion möglich sein soll, wenn detaillierte Bauaufnahmen fehlen."

Felix Philipp Ingold stellt die von Irina Prochorowa herausgegebene Zeitschrift Novoje literaturnoje obozrenie (Neue literarische Rundschau) vor, die Anschluss an die Postmoderne und anderes westliches Denken sucht und sich bei politisch unliebsamen Themen vorsichtig verhalten muss, aber dennoch als ein Refugiom der kritischen Intelligenz zu sehen sei: "Dass ihr erfolgreiches Medienunternehmen bisher von behördlichen Übergriffen unbehelligt geblieben ist, hat wohl einzig mit seiner überaus geringen Präsenz im öffentlichen Raum zu tun."

Weitere Artikel: In einer ganzseitigen Reportage beschreibt Jonathan Fischer unter der Überschrift "Die Weißen ziehen ein, die Schwarzen ziehen aus" die Gentrification des New Yorker Stadtteils Harlem. Klaus Bartels erklärt in einem "Stichwort 'Plagiat'" wie aus der ursprünglichen Bedeutung des Worts Plagium, Menschenraub, in einem Epigramm Martials die übertragene Bedeutung des Ideenklaus wurde. Alfred Zimmerlin weist auf Konzerte der Osterausgabe des Lucerne Festivals hin.

Besprochen wird ein Dokumentarfilm über die Jugendbuchautorin Federica de Cesco.

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Frankfurter Rundschau, 10.03.2008

Der März 1968 steht in Polen nicht nur für Studentenproteste, sondern auch für den Beginn der antijüdischen Hetze des Staatsapparats, erzählt Andreas Mix. Zwanzigtausend Juden verließen in der Folge das Land, die damals aufgerissenen Gräben sind immer noch nicht wieder verschüttet. "Staatspräsident Aleksander Kwasniewski, dessen politische Karriere in der kommunistischen Partei der späten Volksrepublik begann, entschuldigte sich 1998 offiziell bei den Ausgebürgerten. Sein Nachfolger Lech Kaczynski, der die Unruhen von 1968 als Jurastudent in Warschau erlebte, ehrte jetzt vierzig der damaligen Demonstranten mit dem Orden für die Wiedergeburt Polens. Henryk Szlajfer und Adam Michnik gehörten nicht dazu. Als Herausgeber der Tageszeitung Gazeta Wyborcza ist Michnik einer der schärfsten Kritiker von Kaczynski. Führende Intellektuelle fordern außerdem, den 1968 Verjagten die polnische Staatsbürgerschaft symbolisch zurückzugeben. Doch der Präsident zögert."

In der Times mager erschrickt Christian Schlüter über die Rückkehr der Gesinnungsethik in die Politik, die ihm bei der Diskussion um den Wortbruch der hessischen SPD deutlich wurde. Besprochen werden die Uraufführung von Peter Eötvös' Oper "Lady Sarashina" zum Auftakt des Festivals "Japon 2008" in Lyon, Adam Greens Album "Sixes & Sevens" und Marcel Beyers Roman "Kaltenburg" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Hannoversche Allgemeine Zeitung, 10.03.2008

Der Übersetzer Helmut Frielinghaus erzählt, wie es zuging, wenn Heinrich Maria Ledig-Rowohlt sich mit "seiner Frau Jane, dem Leiter der Übersetzungsabteilung und dessen Assistentin, dem Übersetzer, wenn der dabei sein sollte, oder einem weiteren Lektor" tagelang zurückzog, um die Übersetzung eines Buchs zu besprechen. "Die Teamarbeit ging so vonstatten: die Assistentin, lange Jahre Liselotte Hohlwein, verlas langsam, mit wohlklingender Stimme und starkem hessischen Akzent, Satz für Satz den vom Übersetzer abgelieferten Text. Alle starrten ins Original und meldeten sich, wenn sie einen Übersetzungsfehler entdeckten oder eine Änderung, eine stilistische oder syntaktische Verbesserung vorschlagen wollten. Was relativ häufig geschah. Lady Jane, wie wir unter uns Ledigs Frau nannten, knüpfe dabei, die Finger mit langen Fingernägeln bewehrt, an einem Teppich, unterbrach aber ihre Arbeit, wenn sie, die Engländerin, merkte, dass wir alle auf dem Holzweg waren. Es war immer derselbe Teppich, all die 15 Jahre, die ich an diesen Treffen teilgenommen habe."

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Die Tageszeitung, 10.03.2008

Dorothea Marcus begleitet das Theater Osnabrück auf einem Gastspiel in Bulgarien. Dort wird Theater vor allem als entspannende Unterhaltung verstanden. Für eine kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart fehlt dem jungen Theater das Geld - und die Leute. "Seit Bulgarien in der EU ist, legen Stiftungen wie 'Pro Helvetia' oder die amerikanische 'Open Society' keine Förderprogramme mehr auf, sagt die Journalistin Ludmila Dimova in Sofia. Das sei ein schwerer Einschnitt für den künstlerischen Nachwuchs. Zudem leide die Künstlerszene seit der Wende am Wegzug von annähernd zwei Millionen Bulgaren, etwa 20 Prozent der Bevölkerung. Die Hälfte pendele zwischen Ost und West, 'der Rest ist einfach verschwunden'."

Weitere Artikel: Fanziska Oliver erzählt von ihrem Spanisch-Kurs im langweiligen Montevideo. Die Politikwissenschaftlerin Dagmar Herzog glaubt nicht, dass die religiöse Rechte in den USA am Ende ist. Noch ist nicht so ganz klar, seit wann Sabine Christiansen Markenbotschafterin von Mercedes ist, wie Steffen Grimberg im Medienteil feststellt.

Getestet und für angenehm kaputt empfunden wird das neue Album "Midnight Boom" der Londoner Zweimannband The Kills.

Und Tom.

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Die Welt, 10.03.2008

Vor hundert Jahren brachte Ernst Rowohlt sein erstes Buch heraus und wurde Heinrich Maria Ledig-Rowohlt geboren - Uwe Wittstock erzählt die Geschichte der Verlegerfamilie, die lange Zeit das "Kraftzentrum des literarischen Lebens" in Deutschland war. Hendrik Werner durchstöbert die Wikipedia-Parodien wie uncyclopedia.org, falsipedia.com oder stupipedia.org. Uwe Schmitt gönnt dem evangelikalen Bush-Berater Timothy Goeglein, beim Plagiieren aufgeflogen zu sein: "Soviel Aufgeblasenheit gehört bestraft." Sascha Krüger unterhält sich mit Joe Jackson über sein neues Album "Rain" und Berlin als neue Wahlheimat. Und Rolf Schneider erinnert an den Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland vor siebzig Jahren: "Alles Bemühen, den österreichischen Totalitarismus nach 1934 kleinzureden, bleibt Augenwischerei. Äußerstenfalls lässt sich sagen, mit einer Wendung von Karl Kraus, der dortige Faschismus sei gemildert gewesen durch Schlamperei."

Besprochen werden das ARD-Dokudrama "Grenzenlose Liebe" und auf der DVD-Seite eine Olli-Dittrich-Werkschau und Vincente Minellis Melodramen.

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nachtkritik, 10.03.2008

Michael Eberth, zuletzt früherer Chefdramaturg am Hamburger Schauspielhaus, beschreibt, wie er gelernt hat, das Theater von Yasmina Reza zu lieben, als er nämlich erkannte, dass man "Fragen nach Verblendung und Wahrheit" nicht nur ideologisch diskutieren kann, sondern auch "existenziell" und dass ihr Theater nicht gefallsüchtig ist: "Dass Gefallsucht und Verblendung die Ursachen für die Verirrungen waren, die uns in die Arme unsres 'schlimmsten Feindes' getrieben und diesen dazu veranlasst hatten, sich von unsren Irrtümern hin- und mitreißen zu lassen, stand am Ende meiner Theaterzeit außer Zweifel. Ich konnte mir darum keine pointiertere Gebärde des Abschieds vorstellen als die Aufführung eines Stücks, das der Egomanie und Gefallsucht des Theatervolks die von Reinheit und Beherrschung geprägte Leidenschaft gegenüberstellt, die der Musiker anstrebt."

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2008

Den neuen Terminal 3 des Flughafens von Peking hat Mark Siemons besucht. Norman Foster hat ihn entworfen und seine nicht prunkende Eleganz (Bild) scheint für Siemons ganz deutlich zu sagen: Das "Neureichen-Stadium ist also jetzt vorbei. Wer an diesem Flughafen ankommt, soll sich wie in einem Land fühlen, das sich seiner selbst und seiner Modernität gewiss ist und sich daher ein gewisses Understatement erlauben kann."

Weitere Artikel: Uwe Walter hat einen Berliner Vortrag des Islamwissenschaftlers Aziz Al-Azmeh besucht, bei dem dieser über die Zusammenhänge zwischen Islam, Spätantike und frühem Christentum sprach. In der Glosse informiert Lorenz Jäger darüber, mit welchem Aufwand der Weltfrauentag in Kamerun gefeiert wird. Marcus Jauer liefert Berlin-Impressionen aus der exotischen Perspektive von Hartz-IV-Empfängern. Den Gesetzentwurf zur Patientenverfügung kommentiert Oliver Tolmein. Oliver Jungen porträtiert den hauptamtlichen Thrillerautor und neuerdings nebenamtlichen Schriftstellervater Robert Littell. Martin Wittmann hat sich mit Halldor Gudmundsson getroffen, dem Halldor-Laxness-Biografen, der für den Frankfurter Buchmessenauftritt Islands im Jahr 2011 verantwortlich ist. Auf der Medienseite stellt Christoph Gunkel Al-Aksa-TV vor, den Haussender der Hamas, der mit Vorliebe Hass schürt.

Besprochen werden die diesjährige New Yorker Whitney-Biennale (Jordan Mejias konstatiert: "Ausstellungen, Vorstellungen, Zurschaustellungen, alles geht ineinander über"), Peter Sellars' Uraufführung von Kaija Saariahos Oper "Adriana Mater", Thomas Langhoffs Inszenierung von George Taboris "Goldberg-Variationen" am Berliner Ensemble (eine "Bauchlandung", findet Irene Bazinger), Elias Perrigs Baseler Inszenierung von Dennis Kellys Stück "Liebe und Geld", Mahamet-Saleh Harouns Film "Daratt" und Bücher, darunter Karl Ove Knausgards Bauernroman "Alles hat seine Zeit" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Berliner Zeitung, 10.03.2008

Brigitte Helbling berichet, dass nun auch deutsche Publikumsverlage immer häugier "Graphic Novels" in ihr Programm aufnehmen: "Der deutsche Literaturmarkt folgt damit einem Trend, der in Frankreich und den USA schon länger besteht. In den USA hat der angesehene Grafiker Chip Kidd für Pantheon Books - eine Abteilung des Random House Verlags, der seinerseits zu Bertelsmann gehört - in den vergangenen Jahren ein anspruchsvolles und erfolgreiches Comic-Roman-Programm zusammengestellt, und in Frankreich drängen sich so viele Buchverlage auf den Comic-Markt, dass es den Comic-Verlagen inzwischen schwer fällt, ihre Bücher neben den Comic-Ausgaben der Buchverlage in den wichtigen Buchhandelsketten unterzubringen."

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Süddeutsche Zeitung, 10.03.2008

Die Paparazzi waren glatt elegante Ironiker verglichen mit dem Publikum, das Prominente heute mit der Handykamera abschießt, glaubt Jörg Häntzschel im Aufmacher. Zum Deutschlandstart von "Om Shanti Om" (mehr hier) untersucht Alex Rühle den Mythos des Bollywood Stars Shah Rukh Khan, King Khan genannt oder einfach SRK, der sich selbst als "einfacher Angestellter des Shah-Rukh-Khan-Mythos" bezeichnet (der sich auch schon auf Deutschland ausgebreitet hat). Sogar die sonst Kaczynski-freundliche Tageszeitung Rzeczpospolita kritisiert den polnischen Präsidenten dafür, dass er Adam Michnik nicht zu den Feierlichkeiten für die Studentenunruhen von März 1968 eringeladen hat, wie Thomas Urban informiert. Als fruchtbar erlebte Florian Kessler die Diskussion um den Kölner Moscheenbau zwischen dem Architekten Paul Böhm, Seyran Ates, Sherko Fatah, Navid Kermani und Günter Wallraff auf der lit.cologne (mehr dazu hier). Lothar Müller resümiert im Literaturteil eine Tagung über den Europäer August Wilhelm Schlegel in der Sächsischen Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.

Auf der Medienseite berichtet Marc Felix Serrao aus Brighton, wo die BBC wie jedes Jahr Hof hält und ihre neuen Produktionen in die ganze Welt verkauft, nach den USA vor allem an deutsche Sender. Nur online klagt Claudia Tieschky über einen sehr braven "Nachtstudio"-Moderator Volker Panzer, der sich Peter Handke bei dem vergangene Nacht ausgestrahlten Fernsehinterview "gleich von Anfang an zu Füßen legte wie ein Flokatiteppich".

Besprochen werden die Schau über den Renaissance-Maler Sebastiano del Piombo im Palazzo Venezia in Rom, Luca Ronconis Inszenierung von Puccinis "Il Trittico" unter musikalischer Leitung von Riccardo Chailly an der Mailänder Scala, neue DVD-Erscheinungen rund um Bob Dylan (D.A. Pennebakers "Don"t Look Back" mit Bonus-Film "65 Revisited" ist zu erwähnen), die Ausstellung "Lichtflecke - Frau sein im Holocaust" im Dresdner Residenzschloss und Bücher, darunter Jan Philipp Reemtsmas Studie über "Vertrauen und Gewalt", Feridun Zaimoglus Roman "Liebesbrand" und bisher nur online Jürgen Todenhöfers Buch über Freiheitskämpfer im Irak "Was tötest Du, Zaid?" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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