Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Meine Fehler kann ich selber machen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

05.03.2008. In der FR erzählt Umberto Eco, dass er das Buch bereits gegen eine Festplatte getauscht hat. In der Welt erklärt Paul Kuhn, wie er vom Jazz zur Wahrheit kam - oder war's umgekehrt? Die Berliner Zeitung polemisiert gegen Tilman Jens' gestrigen FAZ-Artikel über seinen an Alzheimer erkrankten Vater Walter Jens. Die NZZ meldet, dass Finnland wegen der Entlassungen bei Nokia im Jahr 2011 nicht Gastland der Frankfurter Buchmesse sein darf. Die SZ berichtet über Neubewertungen des Pariser Mais 1968.

Welt, 05.03.2008

Im Interview mit Josef Engels erklärt der Entertainer Paul Kuhn, der gerade achtzig wird, wie er über den Jazz zur Wahrheit kam - oder war es umgekehrt? "Die Initialzündung war im Krieg, 1943, als die Glenn-Miller-Band in England war. Die hat im Radio extra für Deutsche gespielt, mit Nachrichten auf Deutsch, die erklärten, wie die Front in Russland wirklich verläuft. Es gab die Wahrheit und zwischendurch immer Jazz."

Weitere Artikel: Als Aufmacher bringt die Welt einen Vorabdruck aus Raoul Schrotts schon jetzt so diskutierten Buch über Homer. Nathalie Portman und Scarlett Johansson machen im Interview mit Peter Zander PR für ihren neuen Film. Anlässlich der Gründung einer deutschen Produzentenallianz (Website) weist Hanns-Georg Rodek darauf hin, dass "die Aufteilung von Interneteinnahmen in Deutschland ebenso dringlich einer Regelung bedarf wie in Hollywood". Uwe Wittstock stellt eine gewisse Tendenz des neueren deutschen Romans zum Politischen fest, empfiehlt aber am dringlichsten einen Roman des Schweizers Lukas Bärfuss, der vor dem Hintergrund des Genozids von Ruanda spielt. Hendrik Werner berichtet über die Internetstrategie der Bibliothek von Harvard. Uta Baier liest eine kleine Studie des Bibliothekars Veit Probst über den Fund  einer handschriftlichen Anmerkung in einem Wiegendruck, die beweist, dass Mona Lisa la Gioconda war. (Nachtrag vom 6. März: Ein Leser weist uns darauf hin, dass die Studie online zu lesen ist.)  Manuel Brug begutachtete neuere Produktionen an der Oper von Barcelona. Und Kai-Hinrich Renner schreibt über die Internetstrategie des ZDF, das angeblich mit zehn deutschen Zeitungsverlagen, darunter der SZ und der WAZ, über eine Kooperation verhandelt.

Besprochen wird Doris Dörries' Film "Kirschblüten - Hanami".

nach oben

FR, 05.03.2008

Anlässlich eines Essays aus seinem neuen Buch "Im Krebsgang voran. Heiße Kriege und medialer Populismus", in dem er sich darüber Gedanken macht, wie eine Welt ohne Computer aussähe, spricht Umberto Eco im Interview über Nutzen und Grenzen des Internets und bekennt, technischen Schnickschnack durchaus zu mögen. Außer dem iPod: "Weil ich es prinzipiell dumm finde, Musik beim Spazierengehen zu hören. Ich höre Musik lieber bei mir zu Hause, lege auch mal eine Konzert-DVD ein. Ich spiele auch mal Blockflöte. Auch wenn ich keinen iPod besitze, habe ich sonst allerlei technisches Zeug in meinem Haus herumstehen. (...) Ich mag technischen Schnickschnack, es macht mir großen Spaß, neue IT-Produkte zu kaufen und auszuprobieren. Kürzlich habe ich mir eine externe Festplatte mit 250 Gigabytes Speicherkapazität gekauft. Unglaublich. Ich habe gleich den kompletten Inhalt der italienischen National-Bibliothek draufgepackt - große Werke der Welt-Literatur. Wenn ich verreise, stecke ich das Ding einfach in meinen Koffer und packe es in meinem Hotelzimmer in Hongkong wieder aus. Und da habe ich dann immer die komplette Edition von Shakespeares Werken, die Bibel oder des Koran vor mir."

Im Feuilleton möchte Christian Schlüter das umstrittene Kinderbuch "Wo bitte geht's zu Gott? fragt das kleine Ferkel" des Vorsitzenden der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon nicht als jugendgefährdend indiziert sehen: das Buch sei weder antisemitisch noch militant atheistisch. Sabine Heymann berichtet über die Dreharbeiten zur Verfilmung der Lebensgeschichte von John Rabe, dem "guten Deutschen" von Nanking, die unter der Regie von Florian Gallenberger mit Ulrich Tukur in der Titelrolle gerade in Shanghai stattfinden. Anke Dürr porträtiert den Regisseur Nuran David Calis, der am Schauspiel Hannover Schillers "Kabale und Liebe" und Wedekinds "Frühlings Erwachen" inszenierte. Und in Times mager wundert sich Arno Widmann über Tilman Jens? gestrigen Versuch in der FAZ, die Demenz seines Vaters Walter Jens mit Scham über dessen NS-Zeit zu erklären.

Besprochen werden eine Ausstellung des britischen Künstlers David Thorpe im Museum Kurhaus Kleve, eine Ausstellung über Formen des Tagebuchs als Teil der Erinnerungskultur im Frankfurter Museum für Kommunikation, eine Inszenierung von Bert Strebes Stück "Rabenkind" am Freien Schauspiel Ensemble Frankfurt und Bücher, darunter der Roman "Liebesbrand" von Feridun Zaimoglu und Bill Bufords Reportage "Hitze" über die "Abenteuer eines Amateurs als Küchensklave, Sous-Chef, Pastamacher und Metzgerlehrling" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

TAZ, 05.03.2008

In tazzwei erklärt die Historikerin Ute Frevert im Interview anlässlich des amerikanischen Wahlkampfs um die Präsidentschaftskandidatur, welche Rolle Gefühle in der Politik spielen. "Es geht um dieses Moment des überspringenden Funkens, der sich dann auch konkret in Wahlentscheidungen ausdrückt. Da spielen Parteimaschinerien jedoch kaum eine Rolle. Dieses Moment zu erzeugen bleibt die Hauptaufgabe der Kandidaten und ihrer Spin-Doktoren, die Tag für Tag beobachten, ob die Ansprache funktioniert. Schaffen wir es, zu begeistern und die Begeisterung auf Dauer zu stellen?"

Auf den Kulturseiten informiert Dorothea Hahn über einen geplanten Boykott der diesjährigen Pariser Buchmesse durch zahlreiche arabische Staaten; Anlass ist Ehrengast Israel. Uh-Young Kim stellt Barack Obamas TV-Lieblingsserie "The Wire" vor, die mit der fünften und letzten Staffel jetzt zu Ende geht.

Besprochen wird ein Bildband der Schweizer Fotografin Linda Herzog, die zweieinhalb Jahre in der Türkei unterwegs war.

Und hier Tom.

Anzeige

Twitterfeed der Verlage

Stichwörter: Türkei

nach oben

Berliner Zeitung, 05.03.2008

Gar nicht gefallen hat Harald Jähner der gestrige FAZ-Artikel Tilman Jens', der die Alzheimererkrankung seines Vaters Walter Jens in Verbindung brachte mit der Verdrängung der Nazizeit (mehr hier): "Mit Tilman Jens zieht der Sensationalismus und Voyeurismus des Fernsehens in das Krankenzimmer seines Vaters ein. Der Sohn des ehemaligen Präsidenten der Akademie der Künste setzt mit Leidenschaft Autoritäten auf die Armesünderbank."

Ellen Wesemüller berichtet über die Wiederereröffnung der Ausstellung der Gruppe Surrend in der Galerie Nord in Moabit, die nach Drohungen von Muslimen wegen eines satirischen Plakats geschlossen worden war.

Stichwörter: Sohn

nach oben

Tagesspiegel, 05.03.2008

Auch Rüdiger Schaper kommentiert Tilman Jens' gestrigen FAZ-Artikel: "Demenz als morbus teutonicus? Allein, Demenz macht keinen Unterschied nach Abstammung, Moral, den Taten eines Menschen."

nach oben

NZZ, 05.03.2008

Finnland wird nicht Gastland der Frankfurter Buchmesse 2011, meldet A. Kl.. Nach der Schließung des Nokia Werks in Bochum habe der Direktor der Buchmesse die Finnen wissen lassen, "Island werde 2011 als Ehrengast zum Zuge kommen. Gemäß einem Leitartikel der Zeitung Hufvudstadsbladet in Helsinki sagte er 'klipp und klar', die Schließung des Bochumer Werks habe Finnlands Situation als wenig günstig erscheinen lassen." (Werden auch die deutschen Verlage boykottiert nach den Entlassungen bei Siemens und BMW?)

Weitere Artikel: "Historisch flach" fand Joachim Güntner den Fernsehfilm "Die Gustloff". In Frankreich gibt es Proteste gegen die Einfrierung des Kulturbudgets, meldet Marc Zitzmann.

Besprochen werden die Ausstellung "Schätze aus dem Nationalen Palastmuseum, Taiwan" im Kunsthistorischen Museum in Wien, eine Werkschau mit elf Kurzstücken am Theater Bern, die Uraufführung von Christopher Wheeldons Choreografie "Electric Counterpoint" beim Royal Ballet in London, Kai Burkhardts Adolf-Grimme-Biografie sowie Kinder- und Jugendbücher (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

FAZ, 05.03.2008

Mehr Wirklichkeit und Gegenwart in der Literatur forderte kürzlich Richard Kämmerlings. Für den Schriftsteller Norbert Niemann ist es nicht die Aufgabe eines Autors, den "wie auch immer gearteten Nebel" über der Gegenwart zu lichten. "In Gegenwartsromanen ist ausnahmsweise tatsächlich der Weg das Ziel. Sie behandeln Nebel und Gegenwart wie Synonyme, sie sprechen von einem ungreifbaren Gegenüber, als wäre es eine Geliebte, die auf ungewisse Zeit verreist ist und die sie nun aus dem Gedächtnis zu zeichnen versuchen." (Zur Forderung nach mehr Welthaltigkeit im deutschen Roman schrieb auch Ulf Erdmann Ziegler.)

Weitere Artikel: Patrick Bahners kommentiert die Sachverständigenanhörung zur Verschiebung des Stichtags für den Import embryonaler Stammzellen ("Wanderdüne"!) im Bundestag. Jürgen Kesting erinnert in seinem Nachruf auf den Tenor Giuseppe Di Stefano an einen merkenswerten Spruch des Sängers: "Geben Sie mir keine Ratschläge, meine Fehler kann ich selber machen." Abgedruckt ist ein Gedicht von Peter Rühmkorf, "Gesang vom verfehlten Verlangen", aus dem demnächst erscheinenden Band "Paradiesvogelschiß". In der Leitglosse befasst sich Gina Thomas mit der Freigabe von Geheimdienstakten des britischen Staatsarchivs des Orakels Louis de Wohl. Wolfgang Sandner ärgert sich über die nichtssagende Feier zum Hundertzwanzigsten des ehemaligen Neuen Deutschen Theaters - heute Staatsoper - in Prag, die ihm ein Symptom für das "gängige" Opernprogramm in Prag überhaupt zu sein scheint.

Auf der letzten Seite macht Andreas Rossmann einen leicht erschlagenen Eindruck nach dem energischen Auftritt von Beppe Grillo bei der lit.Cologne (Grillos gepfefferte Kommentare kann man in seinem Blog auf Italienisch, Englisch und Japanisch lesen, staun!) Anlässlich der Feier um die Enthüllung des Giordano-Bruno-Denkmals in Berlin kann Thomas Thiel es absolut nicht fassen, dass die Giordano-Bruno-Stiftung und ihr Vorsitzender Michael Schmidt-Salomon "jede Form der Metaphysik und Religiosität erbittert befehden". Auf der DVD-Seite empfiehlt Andreas Platthaus Julian Temples Dokumentation über Joe Strummer, "The Future Is Unwritten". Außerdem geht's um Filme von Rosa von Praunheim, Todd Haynes' "Poison", eine Platinausgabe von Disneys "101 Dalmatiner" und Griffin Dunnes "Fierce People".

Besprochen werden Justin Chadwicks Kostümfilm "Die Schwester der Königin" ("ein filmisches Turnier zwischen Natalie Portman und Scarlett Johansson, ein zweistündiges Duell zwischen Blond und Brünett", schreibt Andreas Kilb, dem das zu schmecken schien), Thomas Grubes Dokumentarfilm "Trip to Asia" mit den Berliner Philharmonikern, Stefan Bachmanns Inszenierung der "Maria Stuart" am Düsseldorfer Schauspielhaus ("Nur Schlag, nicht Schlagabtausch", urteilt Andreas Rossmann), eine Ausstellung zur Hamburger Sammlerin und Stifterin Therese Halle in der Kunsthalle Hamburg.

nach oben

SZ, 05.03.2008

Johannes Willms berichtet über eine umfassende Neubeurteilung des Mai 1968, die nach vierzig Jahren nun in Frankreich in Gang kommt. Die gängige Deutung der Ereignisse als ein rein kulturelles Phänomen ist laut einer Studie der amerikanischen Komparatistin Kristin Ross ("Mai 68 et ses vies ulterieurs", Editions Complexe, 2005) unhaltbar. Sie dokumentiere vorbildlich, "dass in den Mai-Unruhen von 1968 ein Gemisch aus politischen, gesellschaftlichen und sozialen Geltungsansprüchen zur Explosion kam, das sich seit dem Ende des Algerienkriegs 1962 zusammengebraut hatte und das durch die von General de Gaulle ausgeübte Quasi-Diktatur verdichtet wurde. In dieser Sicht schrumpft der spektakuläre Konflikt zwischen Studenten und Polizei im Quartier Latin zwar nicht zu einem Randereignis, aber erhält seine wahre Dimension, insofern er lediglich als ein Aspekt der viel größeren, ganz Frankreich erfassenden und vor allem Arbeiter wie Bauern mobilisierenden Empörung aufgefasst wird."

Weitere Artikel: Der stellvertretende Internetchef der SZ Bernd Graff (der anscheinend immer dann für die Printausgabe herangezogen wird, wenn es gegen das zu "ungefilterter Hetze" neigende Internet geht), empört sich über die Website Valleywag, eine Art Sun im Internet, die äußerst boshaften Klatsch über die Affären von Internetgurus wie Wikipedia-Gründer Jimmy Wales verbreitet. Philip Grassmann informiert über die Wiedereröffnung der Berliner Ausstellung der dänischen Künstlergruppe surrend in der Berliner Galerie Nord, die wegen eines Plakats, das die Kaaba in Mekka mit der Auschrift "Dummer Stein" zeigt, nun unter Wachschutz steht. Alexander Menden weiß zu berichten, dass der britische Geheimdienst im Kampf gegen Hitler auf Führer-Horoskope setzte. Niklas Hofmann berichtet über einen peinlichen Fall von Abschreiben durch einen früheren Bush-Strategen. Stefan Kodehoff informiert über den bevorstehenden Verkauf des Van-Gogh-Bildes "Enfant a l?Orange", einem Hauptwerk der Villa Flora in Winterthur.

Besprochen werden Paul Haggis' Irak-Kriegfilm "Im Tal von Elah", eine Ausstellung der Wiener Albertina, die erstmals seit 1936 mit Max Ernsts Collage-Werk "Woche der Güte" ein Hauptwerk des Surrealismus zeigt, ein Konzert des jungen Ebene-Quartetts im Münchner Herkulessaal, Tilmann Köhlers Inszenierung von Goethes "Faust I" am Weimarer Nationaltheater, die filmischen Porträts der niederländischen Künstlerin Manon de Boer im Frankfurter Kunstverein, und Bücher, darunter Alexander Demandts kleine Kulturgeschichte der Deutschen und Der Erzählungsband "Die Nacht, die Lichter" von Clemens Meyer. (siehe hierzu unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

nach oben

Drucken | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons