Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Meine Fehler kann ich selber machen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

05.03.2008. In der FR erzählt Umberto Eco, dass er das Buch bereits gegen eine Festplatte getauscht hat. In der Welt erklärt Paul Kuhn, wie er vom Jazz zur Wahrheit kam - oder war's umgekehrt? Die Berliner Zeitung polemisiert gegen Tilman Jens' gestrigen FAZ-Artikel über seinen an Alzheimer erkrankten Vater Walter Jens. Die NZZ meldet, dass Finnland wegen der Entlassungen bei Nokia im Jahr 2011 nicht Gastland der Frankfurter Buchmesse sein darf. Die SZ berichtet über Neubewertungen des Pariser Mais 1968.

Die Welt, 05.03.2008

Im Interview mit Josef Engels erklärt der Entertainer Paul Kuhn, der gerade achtzig wird, wie er über den Jazz zur Wahrheit kam - oder war es umgekehrt? "Die Initialzündung war im Krieg, 1943, als die Glenn-Miller-Band in England war. Die hat im Radio extra für Deutsche gespielt, mit Nachrichten auf Deutsch, die erklärten, wie die Front in Russland wirklich verläuft. Es gab die Wahrheit und zwischendurch immer Jazz."


Weitere Artikel: Als Aufmacher bringt die Welt einen Vorabdruck aus Raoul Schrotts schon jetzt so diskutierten Buch über Homer. Nathalie Portman und Scarlett Johansson machen im Interview mit Peter Zander PR für ihren neuen Film. Anlässlich der Gründung einer deutschen Produzentenallianz (Website) weist Hanns-Georg Rodek darauf hin, dass "die Aufteilung von Interneteinnahmen in Deutschland ebenso dringlich einer Regelung bedarf wie in Hollywood". Uwe Wittstock stellt eine gewisse Tendenz des neueren deutschen Romans zum Politischen fest, empfiehlt aber am dringlichsten einen Roman des Schweizers Lukas Bärfuss, der vor dem Hintergrund des Genozids von Ruanda spielt. Hendrik Werner berichtet über die Internetstrategie der Bibliothek von Harvard. Uta Baier liest eine kleine Studie des Bibliothekars Veit Probst über den Fund  einer handschriftlichen Anmerkung in einem Wiegendruck, die beweist, dass Mona Lisa la Gioconda war. (Nachtrag vom 6. März: Ein Leser weist uns darauf hin, dass die Studie online zu lesen ist.)  Manuel Brug begutachtete neuere Produktionen an der Oper von Barcelona. Und Kai-Hinrich Renner schreibt über die Internetstrategie des ZDF, das angeblich mit zehn deutschen Zeitungsverlagen, darunter der SZ und der WAZ, über eine Kooperation verhandelt.

Besprochen wird Doris Dörries' Film "Kirschblüten - Hanami".

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Frankfurter Rundschau, 05.03.2008

Anlässlich eines Essays aus seinem neuen Buch "Im Krebsgang voran. Heiße Kriege und medialer Populismus", in dem er sich darüber Gedanken macht, wie eine Welt ohne Computer aussähe, spricht Umberto Eco im Interview über Nutzen und Grenzen des Internets und bekennt, technischen Schnickschnack durchaus zu mögen. Außer dem iPod: "Weil ich es prinzipiell dumm finde, Musik beim Spazierengehen zu hören. Ich höre Musik lieber bei mir zu Hause, lege auch mal eine Konzert-DVD ein. Ich spiele auch mal Blockflöte. Auch wenn ich keinen iPod besitze, habe ich sonst allerlei technisches Zeug in meinem Haus herumstehen. (...) Ich mag technischen Schnickschnack, es macht mir großen Spaß, neue IT-Produkte zu kaufen und auszuprobieren. Kürzlich habe ich mir eine externe Festplatte mit 250 Gigabytes Speicherkapazität gekauft. Unglaublich. Ich habe gleich den kompletten Inhalt der italienischen National-Bibliothek draufgepackt - große Werke der Welt-Literatur. Wenn ich verreise, stecke ich das Ding einfach in meinen Koffer und packe es in meinem Hotelzimmer in Hongkong wieder aus. Und da habe ich dann immer die komplette Edition von Shakespeares Werken, die Bibel oder des Koran vor mir."


Im Feuilleton möchte Christian Schlüter das umstrittene Kinderbuch "Wo bitte geht's zu Gott? fragt das kleine Ferkel" des Vorsitzenden der Giordano-Bruno-Stiftung Michael Schmidt-Salomon nicht als jugendgefährdend indiziert sehen: das Buch sei weder antisemitisch noch militant atheistisch. Sabine Heymann berichtet über die Dreharbeiten zur Verfilmung der Lebensgeschichte von John Rabe, dem "guten Deutschen" von Nanking, die unter der Regie von Florian Gallenberger mit Ulrich Tukur in der Titelrolle gerade in Shanghai stattfinden. Anke Dürr porträtiert den Regisseur Nuran David Calis, der am Schauspiel Hannover Schillers "Kabale und Liebe" und Wedekinds "Frühlings Erwachen" inszenierte. Und in Times mager wundert sich Arno Widmann über Tilman Jens? gestrigen Versuch in der FAZ, die Demenz seines Vaters Walter Jens mit Scham über dessen NS-Zeit zu erklären.

Besprochen werden eine Ausstellung des britischen Künstlers David Thorpe im Museum Kurhaus Kleve, eine Ausstellung über Formen des Tagebuchs als Teil der Erinnerungskultur im Frankfurter Museum für Kommunikation, eine Inszenierung von Bert Strebes Stück "Rabenkind" am Freien Schauspiel Ensemble Frankfurt und Bücher, darunter der Roman "Liebesbrand" von Feridun Zaimoglu und Bill Bufords Reportage "Hitze" über die "Abenteuer eines Amateurs als Küchensklave, Sous-Chef, Pastamacher und Metzgerlehrling" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Tageszeitung, 05.03.2008

In tazzwei erklärt die Historikerin Ute Frevert im Interview anlässlich des amerikanischen Wahlkampfs um die Präsidentschaftskandidatur, welche Rolle Gefühle in der Politik spielen. "Es geht um dieses Moment des überspringenden Funkens, der sich dann auch konkret in Wahlentscheidungen ausdrückt. Da spielen Parteimaschinerien jedoch kaum eine Rolle. Dieses Moment zu erzeugen bleibt die Hauptaufgabe der Kandidaten und ihrer Spin-Doktoren, die Tag für Tag beobachten, ob die Ansprache funktioniert. Schaffen wir es, zu begeistern und die Begeisterung auf Dauer zu stellen?"


Auf den Kulturseiten informiert Dorothea Hahn über einen geplanten Boykott der diesjährigen Pariser Buchmesse durch zahlreiche arabische Staaten; Anlass ist Ehrengast Israel. Uh-Young Kim stellt Barack Obamas TV-Lieblingsserie "The Wire" vor, die mit der fünften und letzten Staffel jetzt zu Ende geht.

Besprochen wird ein Bildband der Schweizer Fotografin Linda Herzog, die zweieinhalb Jahre in der Türkei unterwegs war.

Und hier Tom.

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Berliner Zeitung, 05.03.2008

Gar nicht gefallen hat Harald Jähner der gestrige FAZ-Artikel Tilman Jens', der die Alzheimererkrankung seines Vaters Walter Jens in Verbindung brachte mit der Verdrängung der Nazizeit (mehr hier): "Mit Tilman Jens zieht der Sensationalismus und Voyeurismus des Fernsehens in das Krankenzimmer seines Vaters ein. Der Sohn des ehemaligen Präsidenten der Akademie der Künste setzt mit Leidenschaft Autoritäten auf die Armesünderbank."


Ellen Wesemüller berichtet über die Wiederereröffnung der Ausstellung der Gruppe Surrend in der Galerie Nord in Moabit, die nach Drohungen von Muslimen wegen eines satirischen Plakats geschlossen worden war.

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Der Tagesspiegel, 05.03.2008

Auch Rüdiger Schaper kommentiert Tilman Jens' gestrigen FAZ-Artikel: "Demenz als morbus teutonicus? Allein, Demenz macht keinen Unterschied nach Abstammung, Moral, den Taten eines Menschen."

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Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2008

Finnland wird nicht Gastland der Frankfurter Buchmesse 2011, meldet A. Kl.. Nach der Schließung des Nokia Werks in Bochum habe der Direktor der Buchmesse die Finnen wissen lassen, "Island werde 2011 als Ehrengast zum Zuge kommen. Gemäß einem Leitartikel der Zeitung Hufvudstadsbladet in Helsinki sagte er 'klipp und klar', die Schließung des Bochumer Werks habe Finnlands Situation als wenig günstig erscheinen lassen." (Werden auch die deutschen Verlage boykottiert nach den Entlassungen bei Siemens und BMW?)


Weitere Artikel: "Historisch flach" fand Joachim Güntner den Fernsehfilm "Die Gustloff". In Frankreich gibt es Proteste gegen die Einfrierung des Kulturbudgets, meldet Marc Zitzmann.

Besprochen werden die Ausstellung "Schätze aus dem Nationalen Palastmuseum, Taiwan" im Kunsthistorischen Museum in Wien, eine Werkschau mit elf Kurzstücken am Theater Bern, die Uraufführung von Christopher Wheeldons Choreografie "Electric Counterpoint" beim Royal Ballet in London, Kai Burkhardts Adolf-Grimme-Biografie sowie Kinder- und Jugendbücher (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2008

Mehr Wirklichkeit und Gegenwart in der Literatur forderte kürzlich Richard Kämmerlings. Für den Schriftsteller Norbert Niemann ist es nicht die Aufgabe eines Autors, den "wie auch immer gearteten Nebel" über der Gegenwart zu lichten. "In Gegenwartsromanen ist ausnahmsweise tatsächlich der Weg das Ziel. Sie behandeln Nebel und Gegenwart wie Synonyme, sie sprechen von einem ungreifbaren Gegenüber, als wäre es eine Geliebte, die auf ungewisse Zeit verreist ist und die sie nun aus dem Gedächtnis zu zeichnen versuchen." (Zur Forderung nach mehr Welthaltigkeit im deutschen Roman schrieb auch Ulf Erdmann Ziegler.)


Weitere Artikel: Patrick Bahners kommentiert die Sachverständigenanhörung zur Verschiebung des Stichtags für den Import embryonaler Stammzellen ("Wanderdüne"!) im Bundestag. Jürgen Kesting erinnert in seinem Nachruf auf den Tenor Giuseppe Di Stefano an einen merkenswerten Spruch des Sängers: "Geben Sie mir keine Ratschläge, meine Fehler kann ich selber machen." Abgedruckt ist ein Gedicht von Peter Rühmkorf, "Gesang vom verfehlten Verlangen", aus dem demnächst erscheinenden Band "Paradiesvogelschiß". In der Leitglosse befasst sich Gina Thomas mit der Freigabe von Geheimdienstakten des britischen Staatsarchivs des Orakels Louis de Wohl. Wolfgang Sandner ärgert sich über die nichtssagende Feier zum Hundertzwanzigsten des ehemaligen Neuen Deutschen Theaters - heute Staatsoper - in Prag, die ihm ein Symptom für das "gängige" Opernprogramm in Prag überhaupt zu sein scheint.

Auf der letzten Seite macht Andreas Rossmann einen leicht erschlagenen Eindruck nach dem energischen Auftritt von Beppe Grillo bei der lit.Cologne (Grillos gepfefferte Kommentare kann man in seinem Blog auf Italienisch, Englisch und Japanisch lesen, staun!) Anlässlich der Feier um die Enthüllung des Giordano-Bruno-Denkmals in Berlin kann Thomas Thiel es absolut nicht fassen, dass die Giordano-Bruno-Stiftung und ihr Vorsitzender Michael Schmidt-Salomon "jede Form der Metaphysik und Religiosität erbittert befehden". Auf der DVD-Seite empfiehlt Andreas Platthaus Julian Temples Dokumentation über Joe Strummer, "The Future Is Unwritten". Außerdem geht's um Filme von Rosa von Praunheim, Todd Haynes' "Poison", eine Platinausgabe von Disneys "101 Dalmatiner" und Griffin Dunnes "Fierce People".

Besprochen werden Justin Chadwicks Kostümfilm "Die Schwester der Königin" ("ein filmisches Turnier zwischen Natalie Portman und Scarlett Johansson, ein zweistündiges Duell zwischen Blond und Brünett", schreibt Andreas Kilb, dem das zu schmecken schien), Thomas Grubes Dokumentarfilm "Trip to Asia" mit den Berliner Philharmonikern, Stefan Bachmanns Inszenierung der "Maria Stuart" am Düsseldorfer Schauspielhaus ("Nur Schlag, nicht Schlagabtausch", urteilt Andreas Rossmann), eine Ausstellung zur Hamburger Sammlerin und Stifterin Therese Halle in der Kunsthalle Hamburg.

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Süddeutsche Zeitung, 05.03.2008

Johannes Willms berichtet über eine umfassende Neubeurteilung des Mai 1968, die nach vierzig Jahren nun in Frankreich in Gang kommt. Die gängige Deutung der Ereignisse als ein rein kulturelles Phänomen ist laut einer Studie der amerikanischen Komparatistin Kristin Ross ("Mai 68 et ses vies ulterieurs", Editions Complexe, 2005) unhaltbar. Sie dokumentiere vorbildlich, "dass in den Mai-Unruhen von 1968 ein Gemisch aus politischen, gesellschaftlichen und sozialen Geltungsansprüchen zur Explosion kam, das sich seit dem Ende des Algerienkriegs 1962 zusammengebraut hatte und das durch die von General de Gaulle ausgeübte Quasi-Diktatur verdichtet wurde. In dieser Sicht schrumpft der spektakuläre Konflikt zwischen Studenten und Polizei im Quartier Latin zwar nicht zu einem Randereignis, aber erhält seine wahre Dimension, insofern er lediglich als ein Aspekt der viel größeren, ganz Frankreich erfassenden und vor allem Arbeiter wie Bauern mobilisierenden Empörung aufgefasst wird."


Weitere Artikel: Der stellvertretende Internetchef der SZ Bernd Graff (der anscheinend immer dann für die Printausgabe herangezogen wird, wenn es gegen das zu "ungefilterter Hetze" neigende Internet geht), empört sich über die Website Valleywag, eine Art Sun im Internet, die äußerst boshaften Klatsch über die Affären von Internetgurus wie Wikipedia-Gründer Jimmy Wales verbreitet. Philip Grassmann informiert über die Wiedereröffnung der Berliner Ausstellung der dänischen Künstlergruppe surrend in der Berliner Galerie Nord, die wegen eines Plakats, das die Kaaba in Mekka mit der Auschrift "Dummer Stein" zeigt, nun unter Wachschutz steht. Alexander Menden weiß zu berichten, dass der britische Geheimdienst im Kampf gegen Hitler auf Führer-Horoskope setzte. Niklas Hofmann berichtet über einen peinlichen Fall von Abschreiben durch einen früheren Bush-Strategen. Stefan Kodehoff informiert über den bevorstehenden Verkauf des Van-Gogh-Bildes "Enfant a l?Orange", einem Hauptwerk der Villa Flora in Winterthur.

Besprochen werden Paul Haggis' Irak-Kriegfilm "Im Tal von Elah", eine Ausstellung der Wiener Albertina, die erstmals seit 1936 mit Max Ernsts Collage-Werk "Woche der Güte" ein Hauptwerk des Surrealismus zeigt, ein Konzert des jungen Ebene-Quartetts im Münchner Herkulessaal, Tilmann Köhlers Inszenierung von Goethes "Faust I" am Weimarer Nationaltheater, die filmischen Porträts der niederländischen Künstlerin Manon de Boer im Frankfurter Kunstverein, und Bücher, darunter Alexander Demandts kleine Kulturgeschichte der Deutschen und Der Erzählungsband "Die Nacht, die Lichter" von Clemens Meyer. (siehe hierzu unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Spiele zuerst einmal drei Akkorde

24.05.2013. In britischen Medien wird nach der Abschlachtung eines britischen Soldaten durch einen islamistischen Fanatiker darüber diskutiert, wieviel man davon zeigen soll. Die NZZ erläutert anhand des preisgekrönten Fotos von Paul Hansen aus Gaza die Tücken der digitalen Fotografie und ihrer Manipulierbarkeit. Die taz ergründet den Begriff der "Critical Whitness". Die Welt beklagt die grassierende Verniedlichung der DDR. Die BBC bringt verwirrende Umfrage-Ergebnisse: Demnach ist Deutschland das beliebteste Land der Welt. Mehr lesen

Darling flüstert die Amsel

23.05.2013. Die Zeit klärt über die Legitimationskrise der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf. Im Freitag erzählt Terry Eagleton, wie es sich anfühlt, wenn man als letzter eine Mao-Jacke trägt. In der taz konstatiert der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz: "Obama ist ein Versager für mich." Die NZZ lässt sich von Matthias Lilienthal durch Beirut führen. Die SZ findet die Kritik der FAZ an Georg Baselitz ziemlich daneben. Alle Zeitungen erinnern an Sarah Kirsch - auch an ihre Liebeslyrik. Mehr lesen

Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes

22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen  bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen

In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb

21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Das nenne ich totalitär

18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen

Tagtäglich dem Leser zugemutet

17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen

Ist Gott jetzt zufrieden?

16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen

Samples der Oberflächenwelt

15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen

Filzhaltige Kunstzeichen

14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen

Es zeichnet sich der Morgenstern ab

13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen

Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht

11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen

Was öffentlich ist und was nicht

10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen

Hegemoniale Metaerzählung

08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen.  Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen  bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen

So sehr haben die Chefs Angst

07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen

Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung

06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald  zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen

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