Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

G,B,C! G,B,Des-C! G,B,C. B,G

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

20.02.2008. In der NZZ beschreibt Norberto Fuentes, wie Fidel Castro der letzte sowjetische Held wurde. Die FAZ weiß, für wann Castro sich einen Nachfolger wünschte: "Nach meinem Tod natürlich, falls ich einmal sterben sollte." In der FR erkundet der Schriftsteller Burkhard Spinnen den Symbolgehalt des Falls Zumwinkel. In der SZ betrachtet Slavenka Drakulic die kosovarische Unabhänigigkeit mit gemischten Gefühlen. In Slate erinnert Christopher Hitchens daran, dass fast keine westliche Zeitung die Mohammend-Karikaturen druckte.

Neue Zürcher Zeitung, 20.02.2008

Den Nachruf auf Fidel Castro schreibt Norberto Fuentes, der Castro einst nahe stand und eine fiktive Autobiografie des Caudillo veröffentlichte. Bei der Kubakrise, meint Fuentes, hätten Castro und die Seinen ihre Mission begriffen: "Die Russen brauchten sie. Diese alten Herren schafften es nicht einmal mehr, ihre eigenen Komitees zu motivieren. Und so wurde Fidel Castro zum letzten sowjetischen Helden, nachdem er bereits früher der Robin Hood des amerikanischen Fernsehens gewesen war."


Im Gespräch mit Joachim Güntner warnt Necla Kelek vor einer Islamisierung der türkischen Politik durch die regierende Partei AKP und das Religionsministerium, das auch in Deutschland aktiv ist: "Allein in Deutschland beten und leben über 800 von der Türkei bezahlte Vorbeter in den Moscheen. Das sind alles Schritte in Richtung eines islamischen Landes. Und in der Türkei stehen heute, als Folge der AKP-Regierung, mehr Moscheen als Schulen. Dabei ist das Bildungssystem marode. Doch die Gelder fließen in den Moscheebau, und Imame werden nach Deutschland und Europa entsandt."

Besprochen werden die Ausstellung "Die Versuchung des heiligen Antonius" im Bucerius-Kunst-Forum, Hamburg und Bücher, darunter Eva Horns Studie "Der geheime Krieg - Verrat, Spionage und moderne Fiktion" (mehr hier) und Dezsö Kosztolanyis Roman "Lerche" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Welt, 20.02.2008

In einem Interview mit Ulli Kulke erklärt der dänische Autor und Direktor des Copenhagen Consensus Center, Björn Lomborg auf der Magazinseite, warum er den drohenden Klimawandel nicht für das dringlichste Problem hält: "Die Kosten einer spürbaren Minderung des CO2-Ausstoßes heute stehen in keinem auch nur annähernd vernünftigen Verhältnis zum möglichen Ertrag der ganzen Aktion. Das einzige Ergebnis wäre, dass uns dadurch die Mittel für die wirklichen Probleme fehlten. Dabei verlangen doch ganz andere Themen auf der Welt unsere Anstrengungen, auch finanzieller Art: Aids, Malaria und andere Seuchen, Hunger, Mangel an sauberem Trinkwasser, Armut."


Im Feuilleton: Auch wenn Deep Purple mittlerweile als Kapelle für das Betriebsfest bei Gasprom auftreten, würdigt Michael Pilz ihre Gründung vor vierzig Jahren, ihren Status als "Mutter allen Schwermetalls" und den berühmtesten aller Rockriffs: "G,B,C! G,B,Des-C! G,B,C. B,G." Ulrich Clauß macht darauf aufmerksam, dass vor dem Brockhaus schon directmedia auf der Seite zeno.org eine Volltextbibliothek ins Netz gestellt haben. Nikolaus Nowak berichtet von dem umstrittenen Projekt des baskischen Bildhauers Eudardo Chilida, den Berg Tindaya auf Fuerteventura auszuhöhlen und in ihm einen gigantischen Felsendom zu errichten. Peter Dittmar meldet, dass Christian Flick Berlin 144 Werke aus seiner Sammlung geschenkt hat.

Sven Felix Kellerhoff hält in der Randspalte ein Denkmal für Georg Elser in Berlin zwar nicht für verkehrt, aber trotzdem unnötig. Berthold Seewald hat sich von Historiker Hans-Joachim Gehrke in dessen Pläne für das Deutsche Archäologische Institut einweihen lassen. Gernot Facius wirft einen Blick auf die wachsende, aber offenbar harmlose Gemeinde der Evangelikalen in Deutschland. Besprochen werden Tim Burtons Film "Sweeney Todd" mit Johnny Depp und eine New Yorker Shakespeare-Inszenierung mit Patrick "Captain Picard" Stewart.

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Frankfurter Rundschau, 20.02.2008

In einem Essay zieht der Schriftsteller Burkhard Spinnen eine vorläufige Bilanz zum Symbolgehalt des Falls Zumwinkel. "Die aktuelle Argumentation der Steuerbehörden ist nicht mehr allein vom Hinweis auf den Gesetzesbruch und seine Verfolgung geprägt - nein, ganz offen präsentiert die Staatsmacht die Begründung für ihr Vorgehen als das Ergebnis einer einfachen ökonomischen Berechnung: Für fünf Millionen Einsatz bekomme sie Hunderte Millionen zurück! Das heißt: Gesetzesbrecher und Gesetzeshüter treffen sich ab jetzt 'auf Augenhöhe'. Vom 'Staatsfeind' und von der moralischen Verfehlung mag auch die Rede sein; doch dominierend erscheint die Geschäftsbilanz des Fiskus."


Schon gestern - hatten wir übersehen - hat Harry Nutt sich Gedanken über die Vorbildfunktion der Eliten gemacht und dabei Josef Ackermann aus der Bild-Zeitung zitiert: "'Wer nicht Vorbild ist, kann nicht erfolgreich führen', versuchte er mit einem Gemeinplatz sicherzustellen, was seinem Kollegen Zumwinkel nach Lage der Dinge wohl abhanden gekommen ist. Welcher Idee und welchem Ideal seinesgleichen vorstehen, führte Ackermann nicht weiter aus. Vielmehr deutete er leise Zweifel an, dass es immer weniger gelinge, die wirtschaftlichen Zusammenhänge zu erklären und verständlich zu machen, 'warum Kapital und Wettbewerb, Marktwirtschaft und Globalisierung gut sind für die Menschen in Deutschland.' Es ist wohl nur ein Zufall und den Fragen des Bild-Redakteurs geschuldet, dass Ackermann Staat und Demokratie in diesem Zusammenhang unerwähnt ließ. Tatsächlich scheint sich deren Prägekraft so weitgehend verflüchtigt zu haben, dass sie im Weltbild von Topmanagern nur noch eine untergeordnete Rolle spielen."

Weiteres: In Times mager lotet Judith von Sternberg den inflationären Einsatz von Alfredo Catalanis Arie "Ebben ... Ne andro lontana" aus. Eine Meldung informiert uns, dass die FSK für RTL eine Strafe von 100.000 Euro wegen Verstoßes gegen Jugendschutzbestimmungen durch Lächerlichmachung der Kandidaten in der Show "Deutschland sucht den Superstar" fordert. Schließlich schrieb - ebenfalls gestern - Martina Meister den Nachruf auf den Schriftsteller Alain Robbe-Grillet.

Besprochen werden eine Inszenierung von Robert Schumanns Oper "Genoveva" im Opernhaus Zürich, die Ausstellung "Max Ernst - Une semaine de bonte. Ein surrealistischer Roman" in der Wiener Albertina und Tim Burtons Musical-Verfilmung "Sweeney Todd" mit Johnny Depp.

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Die Tageszeitung, 20.02.2008

Auf der Meinungsseite erklärt der amerikanische Journalist Jeremy Scahill, der ein Buch über Blackwater geschrieben hat, was es der US-Regierung bringt, für eine private Kampftruppe jährlich eine halbe Milliarde Dollar im Irak auszugeben: "Viel. Mit Blackwater verfügt die Bush-Regierung über eine Schattenarmee mit 25.000 jederzeit einsetzbaren Söldnern, den Gerätschaften einer regulären Brigade und einer eigenen Luftflotte. Tote oder verletzte Söldner tauchen in der offiziellen Statistik nicht auf. Das mindert die Proteste gegen den Irakkrieg. Der Einsatz von Blackwater und anderen Söldnern verschleiert, wie viele US-Amerikaner wirklich im Irak sind."


Ilja Trowanow erregt sich über das Münchner Biller-Urteil. Auf den Kulturseiten unterhält sich Jonathan Fischer mit dem Regisseur Charlie Ahearn, der 1982 mit "Wild Style" den ersten Film über Hiphop drehte, und nun mit diesem und einem dazu herausgegebnen Buch auf Deutschlandtournee geht. Ulrich Gutmair stellt das Drehbuch zum nie realisierten Film über den heiligen Paulus von Pier Paolo Pasoloni vor, das jetzt erschienen ist. Und Marion Lühe schreibt einen Nachruf auf den Schriftsteller Alain Robbe-Grillet.

Schließlich Tom.

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Weitere Medien, 20.02.2008

Den Hinweis verdanken wir der Achse des Guten. Christopher Hitchens erinnert in Slate anlässlich der Soli-Aktion der dänischen Zeitungen für den Karikaturisten Kurt Westergaard daran, dass praktisch keine westliche Zeitung es wagte, die Mohammed-Karikaturen abzudrucken: "How can it be that the whole point of an entirely visual story can be deliberately left out? (To see the original cartoons, by the way, click here.) I have a feeling that the decision to protect you from the images was determined this time by something as vulgar as fear."

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Süddeutsche Zeitung, 20.02.2008

Mit gemischten Gefühlen betrachtet die kroatische Schriftstellerin Slavenka Draculic die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo, die in der Region eine "neue Saat der Angst" schüre. "Sieht man einmal ab von Serbiens Frustration über den Verlust des Kosovo (...), scheint für die Region wieder die 'Stunde null' angebrochen zu sein: Serben in der Republika Srpska, Kroaten in Bosnien-Herzegowina, Albaner in Mazedonien - und Serben in der kroatischen Krajina ... Warum sollten sie nicht alle genau dasselbe tun wollen? Und wer würde ihnen dann erklären, dass sie nicht ebenso gut solch ein 'Sonderfall' sind?"


Unter der Überschrift "Geographie des Grauens" liest Kurt Kister Jonathan Littells Roman "Die Wohlgesinnten" als eine "Art beklemmende Reiseerzählung", als eine "Tour de Force von Schauplatz zu Schauplatz des deutschen Massenmordes". Carlos Widmann stimmt anlässlich Castros Rückzug einen "Abgesang auf die Ästhetik des Verfalls" in Kuba an. Tobias Kniebe nimmt erleichtert Toshibas Aufgabe eines eigenen HD-DVD-Formats zur Kenntnis. Judith Raupp informiert über die Wiedereröffnung des 2005 in Brand gesetzten Goethe-Instituts in Togo. Berichtet wird außerdem über in einem Tresor in Dallas gefundene Unterlagen, die angeblich Lee Harvey Oswalds Schuld an der Ermordung von John F. Kennedy belegen - vermutlich aber Fragmente eines Filmskripts sind. Stefan Koldehoff berichtet über die nach 94 Jahren wiederentdeckte Zeichnung "Alter Mann mit Frau" von Vincent van Gogh. auf der Literaturseite berichtet Henning Klüver, dass das Auswärtige Amt zusammen mit dem Kulturbeauftragten der Bundesregierung einen Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis ausgelobt hat, um besonders die Übersetzungstätigkeit in Italien ein wenig anzukurbeln.

Besprochen werden Martin Kusejs Inszenierung von Robert Schumanns Oper "Genoveva" im Opernhaus Zürich, eine Ausstellung von Gestaltungsentwürfen der als Übergangsbau geplanten Berliner Kunsthalle in der Architektur-Galerie, Simon Rattles erster Beethovenzyklus, eine Sammlung von Jules-Verne-Romanen als Hörspiel und Lesung und Bücher, darunter der Gedichtband "Unter freiem Himmel" von Michael Krüger (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2008

Zum nun auch offiziellen Abschied Fidel Castros von der Macht resümiert Paul Ingendaay: "Selbst Kenner räumen ein, dass die kubanische Systemvariante die Dinge im Alltag weniger prinzipiell und mit mehr Schlupflöchern regelt als damals die europäische. Daneben hat die schiere Dauer des Castro-Regimes so viele Lebensläufe geprägt, dass es kaum einen Kubaner gibt, der davon unberührt geblieben wäre. Selbst an einen Despoten, sofern er nur am Ruder bleibt und sich zur Ewigkeitsmaske der Herrschaft selbst erklärt, mag man sich irgendwann gewöhnen." Und Walter Haubrich erinnert sich an ein Gespräch mit Castro: "'Parteien zulassen? Gar viele? Das kann ich nicht. Das sollen, wenn es denn nötig ist, meine Nachfolger tun' - 'Und wann wird es einen Nachfolger geben?' - 'Erst nach meinem Tod natürlich, falls ich einmal sterben sollte.'"


Oliver Jungen war beim Konzert von Ex-Pixie Black Francis in Köln. Großes Ding! "Höhepunkt des Abends und tatsächlich so gigantisch, dass es ganze Wagenladungen geklonter Indie-Bands zu ersetzen vermag, ist die nackt beginnende Schwellenangst-Hymne 'Treshold Apprehension', in der es kreischt und gewittert, wobei die zittrige Hysterie immer wieder in den melodiösen Refrain 'Who's carrying who? Who's turning the screw?' umbricht. Es geht an dieser Schwelle um den Übergang in seiner höchsten Form: 'Roll away the rock so I can get to my ascension.' Eine apotheotische Sekunde lang ist es, als hätte noch niemand bemerkt, was die eigentliche Etymologie von Rock'n'Roll ist."

Weitere Artikel: In der Glosse bewundert Gerhard Stadelmaier die philosophische Demut des späten Studienabbrechers Erwin Teufel. Alexandra Kemmerer hat eine Münchner Tagung besucht, auf der es um das Selbstbestimmungsrecht der Völker ging. Anne-Dore Krohn hat sich mit dem Künstler Carsten Nicolai über das Leben als Stipendiat in der Villa Massimo in Rom unterhalten. Wolfgang Schneider stellt Brechts Notizbücher vor, in denen es um alles zwischen Liebeslust und Schwarzwurzeln geht. Joseph Croitoru hat in osteuropäische Zeitschriften geblickt und unter anderem einen Aufsatz über die Aktualität der Ära Breschnew gelesen. Karen Krüger berichtet über ein Manifest mit dem Titel "Wir sind noch nicht emanzipiert", in dem türkische Frauen das Recht zum Kopftuchtragen einfordern. Im einst, aber längst nicht mehr gefährlichen New Yorker Viertel Hell's Kitchen war Jordan Mejias unterwegs. Pia Reinacher hat der ersten Karl-Schmid-Vorlesung an der ETH Zürich gelauscht: Der Schriftsteller Thomas Hürlimann war der Vortragende. Auf der Medienseite zeigt sich Jörg Thomann vom stark interaktiven neuen Holtzbrinck-Internet-Newsportal zoomer.de naturgemäß wenig begeistert: vieles liegt da in der Hand der Nutzer. Karen Krüger weist auf einen Film über die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja hin.

Auf der DVD-Seite preist Dominik Graf Filme von Alain Tanner. Michael Althen erinnert an den, ja: auch Filmemacher Alain Robbe-Grillet, von dessen zehn Filmen freilich nur einer überhaupt irgendwo auf DVD greifbar ist.

Besprochen werden Mike Newells Garcia-Marquez-Verfilmung "Die Liebe in den Zeiten der Cholera", Joachim von Burchards Göttinger Inszenierung von Stephen Sewells etwas umständlich betiteltem Stück "Mythos, Propaganda und Katastrophe in Nazi-Deutschland und dem heutigen Amerika" und Bücher darunter Ida Pohl-Sennhauser Heilkund-Historie "Rattenschwanz und Schneckenschleim" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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