Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

One-Trick-Pony

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

04.02.2008. Inszenierung der Woche: ganz klar Ibsens "Wildente" in Michael Thalheimers Inszenierung, groß besprochen, wenn auch nicht einhellig. Die Blogs fragen: "Microhoo - Microwho?" und zitieren auch eine empörte Reaktion von Google selbst, das die Freiheit im Internet in Gefahr sieht, zumindest die eigene. In der NZZ erzählt Bora Cosic, wie in Jugoslawien in den Fünfzigern die Realität abhanden kam.

Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2008

Heute morgen war die NZZ noch nicht online. Vielleicht sehen Sie später noch einmal hier nach.


Der serbische Schriftsteller Bora Cosic erinnert sich an die fünfziger Jahre in Titos Jugoslawien, die nach Titos Bruch mit Stalin ein wenig bunter wurden als im übrigen Ostblock: "Trotz allen Beschwerlichkeiten des Alltags hörten die jungen Leute auf, das Leben als etwas Reales zu betrachten, alles kam ihnen wie Theater vor, wie ein Schauspiel und wie eine Filmkomödie. Dies begann schon in den ersten Nachkriegsjahren, auf den Straßen und Plätzen kamen improvisierte Vorstellungen auf, symbolische Schauspiele, spontane Wettbewerbe im Seilziehen oder Holzsägen, Kunst dieser oder jener Art griff um sich. Ich war manchmal nicht sicher, ob ich im Theater, vielleicht im Zirkus lebte."

Weiteres: Als gute Nachricht wertet Marc Zitzmann Sarkozys Hochzeit mit der kultivierten Carla Bruni. Abgedruckt wird ein Vortrag Meinhard Miegels zur Zukunft des Planeten. Besprochen werden Monteverdis "L'Orfeo" im Theater Basel, zwei Tanz-Uraufführungen in St. Gallen, Schönbergs "Variations on a Recitative" beim Collegium Novum Zürich und Enda Walshs Stück "The Homefront" in der Berner Vidmarhalle.

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Frankfurter Rundschau, 04.02.2008

Auf dem Medienkultur-Festival Transmediale in Berlin sieht Elke Buhr vor lauter Medien oft die Botschaft nicht mehr. "Genau das ist ja gelegentlich das Problem bei der Szene, die auf der Transmediale ihr Forum findet: Man ist technologisch so avanciert, dass man vergisst, was man mit dieser Technologie eigentlich transportieren wollte. Auffällig war das in diesem Jahr wieder bei einigen der vorgestellten Kunstprojekte. Sounds aus einem finnischen Atomkraftwerk mit Bildern von Bäumen im Wald zu kombinieren, hört sich vielleicht interessant an, wirkt aber als Video zum Gähnen langweilig."


Weiteres: Harald Keller bezweifelt anlässlich eines aktuellen Falls, ob die sofortige Entfernung aus dem Sendebetrieb immer das richtige Mittel ist, um auf geschmacklose NS-nahe Äußerungen von Moderatoren oder Gästen zu reagieren. In der Times mager wird Judith von Sternburg durch einen texanischen Staatsanwalt auf einen "rassistischen Geheimcode" aufmerksam, nach dem Schwarze als "Kanadier" bezeichnet werden.

Besprochen werden die Ausstellung zu Sizilien in der Bundeskunsthalle Bonn, der von Rimini Protokoll veranstaltete Abend "100 Prozent Berlin" mit hundert Berlinern zum hundertsten Geburtstag des Berlner Hebbel-Theaters sowie Florian Fiedlers und Robert Lehnigers Inszenierung von Lars von Triers Film "Dear Wendy" am Schauspiel Frankfurt.

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Aus den Blogs, 04.02.2008

Unter der Überschrift "Microhoo - Microwho?" kommentiert Thomas Knüwer in seinem Blog Indiskretion Ehrensache das feindliche Übernahmeangebot von Microsoft, das sich Yahoo unter den Nagel reißen will: "Mich erinnert der Deal fatal an AOL und Time Warner. Auch damals klang die 'industrielle Logik' (ein grauenhafts Buzzword) verlockend, Milliarden Kosteneinsparungen wurden verkündet. Das Ergebnis: eines der buntesten Desaster der modernen Wirtschaftsgeschichte. Denn hier versuchten sich zwei Konzerne zu vereinen, die überhaupt nicht zueinander passten."


Das Googlewatchblog präsentiert eine offizielle Reaktion von Google, die ziemlich nervös klingt: "Das feindliche Übernahmeangebot wirft beunruhigende Fragen auf. Das ist mehr als eine finanzielle Transaktion, die auf die Einverleibung eines Unternehmens zielt: Offenheit und Innovation. Es geht hier um grundlegende Prinzipien des Internets. Will Microsoft nun den gleichen unangemessenen und illegalen Einfluss auf das Internet ausüben wie beim beim PC?" Und hier der neueste Klatsch zum Deal bei Techcrunch. Und die New York Times meldet, dass Google den bedrängten Kollegen von Yahoo seine Hilfe angeboten hat. Das große Ding bei der Fusion ist aber gar nicht die Suche, sondern die E-Mail, meint Tim O'Reilly, der Erfinder des Begriffs Web 2.0.

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Die Tageszeitung, 04.02.2008

Ansgar Werner erzählt sehr schön von Wolfgang Koeppens in der Suhrkamp-Werkausgabe neu veröffentlichten Reiseessays "Nach Rußland und anderswohin". Die Essays, die Koeppen fürs Radio schrieb, würden heute wohl nicht mehr gesendet werden: "Koeppen lieferte nach jeder Reise immer wieder lange Monologe ab, die gesprochen zwei, drei, ja im Falle des Russland-Essays schließlich fast vier Stunden dauerten. In diesem Fall gab Koeppen gegenüber Andersch zu, sich 'fürchterlich verrechnet' zu haben. Professionelle Sprecher wie Bernhard Minetti bügelten das potenzielle Manko jedoch wieder aus und gaben den Radio-Essays jenen unverwechselbaren Klang, der Hörer und Rezensenten begeisterte." (Alfred Andersch war zu der Zeit Leiter der Radio-Essay-Redaktion des Süddeutschen Rundfunks.)


Weitere Artikel: Judith Luig resümiert das Walberberg-Seminar des British Council, bei dem Verleger, Wissenschaftler, Autoren und andere Geistesarbeiter über zeitgenössische britische Literatur diskutieren. Joanna Itzek kolportiert Meldungen amerikanischer Zeitungen, nach denen sich Hollywood und die Drehbuchautoren geeinigt haben.

Besprochen werden Sebastian Baumgartens Inszenierung von Puccinis Oper "Tosca" an der Berliner Volksbühne (und zwar im Stile einer rasanten Revue mit viel Blut, Pop und House, verspricht Ulrich Gutmairs Artikel in der Unterzeile, schauder) und ein Auftritt der türkischen Sängerin Sezen Aksu im Berliner Tempodrom.

Tom gibt es auch.

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Die Welt, 04.02.2008

Inszenierung der Woche ist ganz klar Ibsens "Wildente" in der Regie Michael Thalheimers im Deutschen Theater. "Die eigentliche Sensation des Abends ist die Bühne von Olaf Altmann", meint Matthias Heine, "nur ein gewaltiger schräger Kreis, auf dem die Familie Ekdahl genauso leicht ins Rutschen kommt wie eine achtlos auf den Boden gelegte Pistole."


Weitere Artikel: Hanns-Georg Rodek annonciert eine mögliche Einigung beim Autorenstreik in Hollywood. Uta Baier erklärt, warum die Museen die Sammler brauchen, aber nicht umgekehrt. Und Gernot Facius berichtet über den Plan für einen katholischen Fernsehkanal. Finanzminister Peer Steinbrück entpuppt sich im Interview mit Hanns-Georg Rodek als Kinofan.

Besprochen weden eine "Tosca"-Variation von Sebastian Baumgarten an der Berliner Volksbühne (die Manuel Brugs Gnade nicht findet) und Stockhausen-Konzerte vom Berliner Festivall "Ultraschall".

Auf der Magazinseite erzählt Stefano Cingolani die glamouröse Vita der neuen Premiere Dame de France. Und in einem Essay der Forumsseite fürchtet Wolf Lepenies, dass John McCain als lachender Dritter aus der Konkurrenz zwischen Hillary Clinton und Barack Obama hervorgehen könnte.

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Berliner Zeitung, 04.02.2008

Im Interview mit Birgit Walter prangert der FDP-Kulturpolitiker Hans-Joachim Otto die "Reformunfähigkeit der deutschen Medienpolitik" an, die sich besonders in der Frage der Gebühreneinzugszentrale zeige ("den Schnüffelapparat GEZ gibt es weiter"). Aber auch die Internet-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen sind ihm nicht geheuer: "Weil uns weisgemacht werden soll, dass es qualitätsvollen Journalismus im Internet nur gebe, wenn sich die Öffentlich-Rechtlichen dort als Anbieter betätigen. Das ist kompletter Unsinn, schließlich existieren auch hervorragende Zeitungen in Deutschland ohne Gebühren. Es spricht nichts dagegen, programmbegleitend im Internet aktiv zu sein. Aber eigens für das Internet produzierte öffentlich-rechtliche Inhalte zwingen privaten Anbietern einen Verdrängungswettbewerb auf. Das ist unfair."

(Von Verdrängung der großen Zeitungen kann wohl kaum die Rede sein, wenn tatsächlich bereits ein 'umfangreicher Kooperationsvertrag' zwischen WDR und WAZ vor der Unterzeichnung steht und Süddeutsche Zeitung und ZDF ebenfalls über eine Kooperation nachdenken, wie die Netzeitung meldet.)

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Süddeutsche Zeitung, 04.02.2008

Doppeltes Drama heute: Zu einer bitterbösen Abrechnung fühlt sich Christopher Schmidt von Michael Thalheimer provoziert, der Henrik Ibsens "Wildente" am Deutschen Theater Berlin auf zu gewohnte Art in Szene setzte. "Michael Thalheimer ist das, was man im Zirkus ein One-Trick-Pony nennt. Er hat eine schmale Methode gefunden, wie man sich mit der immergleichen Nummer seinen Hafer verdient und jedes beliebige Stück der dramatischen Weltliteratur in neunzig gefälligen Minuten erzählt".


Beifall dagegen bekommt dagegen Jan Bosse von Michael Struck-Schloen, und zwar für seine Expedition nach Basel und ins Operngenre. Monteverdis "Orfeo" gehe Bosse mit der "kreativen Unschuld eines 'absolute beginner' an. Die Tatsache, dass es im Palazzo Ducale von Mantua kein wirkliches Theater für die Uraufführung des 'Orfeo' gab, inspiriert Bosse zu einer (historisch eher unwahrscheinlichen) Vermischung von Publikum, Musikern und Akteuren beim Prolog im Foyer. Da erklimmt ein Sänger mit angeklebtem Bart den Bartresen, Choristen sind als Besucher maskiert, während Publikum mit auf die Revuetreppe muss, wo die braven Eidgenossen neben dem in Feuerrot agierenden 'Superstar' Orfeo naturgemäß eine unglückliche Figur machen."

Weitere Artikel: Für Bruno Preisendörfers leidenschaftliche Streitschrift gegen "Das Bildungsprivileg" des gegliederten deutschen Schulsystems wirbt Jens Bisky ebenso leidenschaftlich im Aufmacher. Die Design-Professorin Friederike Girst bescheinigt Barrack Obama eine progressive Gestaltung von Logo und Website. Susan Vahabzadeh erinnert an die schillernde Victoria Claflin Woodhull, die sich schon 1872 aufgrund einer Gesetzeslücke um das Präsidentenamt bewarb, knapp 50 Jahre bevor amerikanische Frauen wählen durften. Carola Gruber weist im "Internationalen Jahr der Sprachen 2008" darauf hin, dass jedes Jahr einige der derzeit 6500 Sprachen aussterben. Jörg Später meldet die Einstellung der wissenschaftlichen Zeitschrift Sozial.Geschichte. Bernd Bremer listet die Programmhöhepunkte des Filmfestivals in Rotterdam auf, das immerhin 220 Langfilme im Angebot hat. Cornelia Gockel befragt die Künstlerin Sarah Morris über ihren Film zur Geiselnahme bei den Olympischen Spielen "1972", der im Frühjahr im Münchner Lenbachhaus zu sehen sein wird.

Tobias Moorstedt fällt auf der Medienseite auf, dass Fernsehberichterstattung über die Vorwahlen zwar mehr Zuschauer anzieht als die SuperBowl, über die Politiker aber wie über Leistungssportler berichtet wird.

Besprochen werden die "missglückte" Uraufführung von Tankred Dorsts "Künstler" durch Christian Pade in Bremen, DVD-Neuerscheinungen wie der allererste "Godzilla" von Inishiro Honda 1954 und Bücher wie Ute Planerts Studie zum "Mythos vom Befreiungskrieg" sowie das zweite Konvolut von Paulus Böhmers "Kaddish"-Reihe (mehr in unserer Bücherschau des Tages).

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nachtkritik, 04.02.2008

"Alles total verknubbelt bei Ibsen", spottet Nikolaus Merck über Michael Thalheimers Inszenieung der "Wildente" in Berlin: "Schließlich brüllt, darüber könnte eine Welt in Tränen ausbrechen, die Tochter. Verstoßen, verlassen, allein. Der Po hängt durch, die Schultern wollen fast am Boden schleifen, ein einzig? Bild des Jammers. Das ist die Neuerung in Michael Thalheimers essentialistischem Theater. Wenn früher die Welt in den Abgrund rutschte, der in der Menschenseele sich auftut, durften die Protagonisten nur starren, schweigen und brüten. Jetzt dürfen sie brüllen. Wie am Spieß."

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2008

"Wahrhaft groß" findet Irene Bazinger Michael Thalheimers Inszenierung der "Wildente" am Deutschen Theater. "Obwohl 'Die Wildente' mit ihrer Symbollast und ihrer pathetisch konstruierten Geschichte mittlerweile halbwegs entrückt wirkt, gelingt es Michael Thalheimer, das Stück überragend leicht, intelligent und unangestrengt gegenwärtig zu inszenieren. Wenn sich zum Beispiel Gregers und Hjalmar nach langer Zeit plötzlich begegnen, könnte man ihren Dialog wohl selbst ohne Deutschkenntnisse begreifen, derart beredt ist er schon durch die brillant gesetzte Wortmelodie und die adäquate, eloquent beherrschte Körpersprache.


Eine entschiedene Widerrede gegen die um ein Jahr verkürzte G 8-Gymnasialschulzeit kommt von Christian Geyer. Patrick Bahners war beim Karneval im Bonner Pantheon-Theater. Außerdem weist er die FAZ-Leser hocherfreut auf ein Ayaan-Hirsi-Ali-kritisches Interview in der taz hin, das Geert Mak einem nicht weniger begeisterten Daniel Bax gegeben hat. In der Glosse kann Paul Ingendaay der Berufung von Manuel Borja-Villal zum neuen Direktor des Madrider Reina-Sofia-Museums nur Gutes abgewinnen. Lorenz Jäger findet das heftig umstrittene atheistische Ferkel-Kinderbuch "nicht spezifisch oder ausschließlich antisemitisch", sondern vor allem: "niedrig". Eine Einigung im Hollywood-Drehbuchstreit stellt Jordan Mejias in Aussicht. Edo Reents gratuliert dem Rocker Alice Cooper zum Sechzigsten. Auf der letzten Seite werden die professionellen Teilnehmer des Internet-Leseraums zu Jonathan Littells Roman "Die Wohlgesinnten" vorgestellt.

Besprochen werden die Bremer Uraufführung von Tankred Dorsts Stück "Künstler", Sylke Enders' Film "Mondkalb", eine Wiener Ausstellung über "Die Korngolds" und Bücher, darunter Gilbert Adairs postmoderner Kriminalroman "Ein stilvoller Mord in Elstree" und die Mahnschrift des Islamwissenschaftlers Olivier Roy mit dem Titel "Der falsche Krieg" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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