Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ja, wir haben gepennt

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

01.02.2008. Im Guardian warnt Timothy Garton Ash vor dem außer Kontrolle geratenden britischen Schnüfflerstaat. Die taz berichtet, dass Juli Zeh Verfassungsbeschwerde gegen den von Otto Schily propagierten biometrischen Reisepass eingelegt hat. In der FR erklärt Götz Aly, dass es keinen Grund gibt, auf '68 stolz zu sein. Die NZZ besucht die Avantgarde der Verderbtheit: Neapel. Und die SZ prophezeit das Ende der USA.

Weitere Medien, 01.02.2008

"Das muss aufhören. Der britische Schnüfflerstaat gerät vollkommen außer Kontrolle. Wir schlafwandeln in eine Überwachungsgesellschaft und wir müssen aufwachen, rief Timothy Garton Ash (mehr) bereits gestern im Guardian. "Das Geburtsland des Laissez-faire-Liberalismus hat sich in einen Datenbankstaat verwandelt. Wir haben mehr Überwachungskameras als sonst jemand. Wir haben die größte DNA-Datenbank überhaupt. Jetzt sind Pläne weit fortgeschritten, alle unsere Krankenakten zu zentralisieren und die ausgeklügelsten biometrischen Personalausweise der Welt einzuführen." Wenn die DDR vor 30 Jahren über die heutigen Technologien verfügt hätte, "wäre meine Stasiakte nicht 325, sondern 3.000 Seiten lang".

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Die Tageszeitung, 01.02.2008

Die Autorin Juli Zeh hat beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde gegen den biometrischen Reisepass eingelegt, notiert Ole Reißmann in der zweiten taz. "Darin erhebt sie schwere Vorwürfe gegen den früheren Bundesinnenminister Otto Schily (SPD). Es sei nicht auszuschließen, dass dieser sich von persönlichen wirtschaftlichen Interessen leiten ließ, schreibt die 33-jährige Juristin in ihrer Klage nach einem Bericht der Zeit. Denn nach seiner Amtszeit als Innenminister trat Schily in den Aufsichtsrat der Biometric Systems AG ein. Die Firma ist im Bereich der Grenzkontrolle durch biometrische Erkennung tätig. Schily befürwortete ein Pilotprojekt zum Test von Geräten der Firma zur Iriserkennung am Frankfurter Flughafen."


Weiteres: Senait Meharis Kindersoldatenbiografie "Feuerherz" ist nicht nur verfilmt worden und läuft auf der Berlinale, sondern ist auch weiterhin ein Fall für die Gerichte, wie Peter Disch weiß. Im Feuilleton fasst Julian Weber einen Abend mit Spiegel-Redakteur Moritz von Uslar und der neuen Juso-Vorsitzenden Franziska Drohsel in Hamburg zusammen. Hans Magnus Enzensberger las vor 135 Angehörigen des ehemaligen Chefs der Heeresleitung Karl von Hammerstein aus seinem "Hammerstein"-Buch, und trotz der hohen Adelsdichte registriert Alexander Cammann eine "angenehm entspannte" Stimmung.

Besprochen wird Musik, und zwar die Platte "Made in the Dark" von Hot Chip sowie drei neue House-Alben.

Und Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 01.02.2008

Maike Albath ist nach Neapel gereist, wo noch immer die Müllberge brennen und das für den Autor Domenico Starnone die "Avantgarde der Verderbtheit" ist. Dass Neapels Vitalität immer wieder in Gewalt umschlage, erklärt sich Starnone so: "1799 metzelte das Volk die aufgeklärten Bürger nieder und sorgte damit für den Erhalt der feudalen Herrschaftsstrukturen. 'Neapel ist gleichzeitig archaisch und hochmodern.' Obwohl die Stadt im 18. Jahrhundert eine führende europäische Metropole war, habe sie nie ein tragfähiges Bürgertum hervorgebracht. Ein Bürgertum, das die Verwaltung der Stadt und das öffentliche Leben geprägt hätte, das Geld investiert hätte."


Weiteres: Roman Bucheli unterhält sich mit der neuen Leiterin der Abteilung Literatur und Gesellschaft der Kulturstiftung Pro Helvetia, Angelika Salvisberg. Besprochen werden eine Ausstellung zur Mode der zwanziger Jahre im Pariser Musee Galliera, eine Schau zu südkoreanischer Architektur im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt, Operninszenierungen von Walter Felsenstein auf DVD und eine neue Gesamtaufnahme mit dem Dirigenten Valery Gergiev.

Auf der Medienseite stellt Heribert Seifert die neue amerikanische Website Everyblock vor, die Informationen zu seinem jeweiligen Stadtviertel oder Straße versammelt. Gemeldet wird, dass das Center for Public Integrity der Regierung Bush 935 Falschaussagen nachweisen kann.

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Frankfurter Rundschau, 01.02.2008

Eigentlich wollte der Regisseur Jose Padilha mit seinem Film "Tropa de Elite", der in Deutschland erstmals auf der Berlinale zu sehen sein wird, die Slum-Polizei BOPE in Rio de Janeiro kritisieren. Doch der Schuss ging nach hinten los, notiert Dawid Danilo Bartelt, die skrupellosen Polizisten werden in Rio nun als Helden gefeiert. "Da hilft es nichts, dass Menschenrechtsorganisationen darauf verweisen, dass auch das BOPE bestechlich sei und so viele Unbeteiligte töte. Das Publikum beklatschte enthusiastisch die Szenen, in denen 'Banditen' gefoltert und erschossen wurden. Obwohl der Capitao Nascimento (sein Name bedeutet so viel wie 'Entstehung' oder 'Geburt') eigentlich nur eine fiktive Gestalt in einem Spielfilm ist, avancierte er in ganz Brasilien zum Helden. 'Lass uns den Capitao Nascimento rufen', ist zum geflügelten Wort geworden."


Weiteres: Die Frankfurter Kunstmesse ist aufgelöst, die art cologne steht nach dem Rausschmiss von Gerard Goodrow zweieinhalb Monate vor der Eröffnung ohne Direktor da, und die großen Kunstgeschäfte werden ohnehin im Ausland gemacht, stellt Sandra Danicke mit einem Stoßseufzer fest. Im Gespräch mit Sebastian Moll beschreibt die amerikanische Autorin Bliss Broyard ihre Entdeckung, dass sie schwarze und kreolische Verwandte hat. In der Times mager stimmt uns Hans-Jürgen Linke auf den Streik der Deutschen Orchestervereinigung ein. Besprochen wird das neue Album "Made in the Dark" von Hot Chip.

Diesen Essay haben wir vorgestern übersehen. Götz Aly zieht Parallelen zwischen den 68ern und ihren Eltern, den 33ern - und sieht am Schluss keinen Grund, auf 68 stolz zu sein. "Die Kinder der 33er waren Getriebene, konfrontiert mit einer Last, die sie nicht zu verantworten hatten, der sie jedoch nicht ausweichen konnten. Chinesisch, kubanisch, sowjetisch oder trotzkistisch verfremdet veranstalteten sie nach den in Deutschland gebräuchlichen Regievorlagen eine Farce, die der Tragödie von 1933 folgte. Sie inszenierten eine Variante des politisch eindimensionalen Utopismus, auf dessen Trümmern sie groß geworden waren."

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2008

Nils Minkmar staunt über den in der jüngsten Zeit abgedruckten offenen Brief, in dem CDU-Politiker sich einerseits gegen Vorwürfe von türkischer Seite verteidigen, andererseits aber auch ihre Versäumnisse in der Integrationspolitik geißeln: "Egal, gerade die Hastigkeit dieses Textes ist seine Stärke. Anrührend ist die Selbstkritik: Siebzehn Unionspolitiker schreiben, ihre Partei habe jahrzehntelang, ob ideologisch motiviert oder aus reinem Desinteresse, nichts getan, um die Zuwanderung politisch zu begleiten. Wäre der Stern noch der Stern, hätte das ein Cover mit Legendenpotential abgegeben: Ja, wir haben gepennt."


Weitere Artikel: Nur den Kopf schütteln kann Dieter Bartetzko über den jüngsten Streich der Frankfurter Innenstadtneubauplanung, in dem die historische Altstadt keineswegs wiederzuerkennen ist. In der Glosse begrüßt Andreas Rossmann die verfassungsgerichtliche Erlaubnis von Lutz Hübners (mehr) Stück "Ehrensache", das einen authentischen Fall rekonstruiert. Der Philosoph Otfried Höffe mischt sich in aktuelle Diskussionen um die Berufung und das Verhalten von Verfassungsrichtern ein, und zwar erstens mit dem Vorschlag, den Vorsitz rotieren zu lassen und zweitens mit dem Ratschlag an die Richter, sich mit Äußerungen in der Öffentlichkeit zurückzuhalten. Eduard Beaucamp preist in seiner Kolumne die Anfang Januar zu Ende gegangene "Entdeckung der Abstraktion"-Ausstellung in der Frankfurter Schirn, weil sie die Moderne im Blick auf ihre Vorgeschichte von den dogmatischen Zügen befreite. Martin Wilkening hat beim Berliner "Ultraschall"-Festival unter anderem Neues und Letztes von Karlheinz Stockhausen und Giacinto Scelsi gehört.

Karen Krüger informiert über einen Fall in der Türkei, bei dem ein Politologieprofessor wegen eventuell etwas kritischer Worte über Kemal Atatürk zu fünfzehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde. Im Interview erklärt der Börsenanalyst Joachim Goldberg, dass das Verhalten an der Börse rein rational überhaupt nicht zu erklären ist - und warum das die Ökonomen so ungern zugeben wollen. Die dänische Nationalbibliothek will, wie Siegfried Thielbeer berichtet, die Mohammed-Karikaturen in ihre Sammlungen aufnehmen. Jürgen Kesting gratuliert dem Bassbariton Simon Estes zum Siebzigsten. Für die Medienseite hat Ariane Breyer in Bamberg den Chinesen You Xie (hier ein Foto) besucht, Herausgeber der in Deutschland vertriebenen chinesischsprachigen "European China News".

Besprochen werden Klaus Kusenbergs Nürnberger Erstaufführung von David Mamets Stück "Romanze", die Ausstellung zu Oskar Kokoschkas Frühwerk im Wiener Belvedere, Matt Reves' Film "Cloverfield" und Bücher, darunter Volker Kutschers historischer Kriminalroman "Der nasse Fisch" und der von Lorraine Daston und Katharine Park herausgegebene dritte Band der "Cambridge History of Science" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Welt, 01.02.2008

Mit sogenannten "Remota" - in den Giftschrank gesperrten Beständen deutscher Universitäts-Bibliotheken - befasst sich Hendrik Werner. Rüdiger Sturm hat sich mit dem Schauspieler und Regisseur Sean Penn über seinen neuen Film "Into the Wild", aber auch den US-Wahlkampf unterhalten. Im Kommentar begrüßt Eckhard Fuhr das Bundesverfassungsrechtsurteil, das die Aufführung eines auf wahren Begebenheiten beruhenden Ehrenmord-Stücks erlaubt. Von neuem Streit um Senait Meharis "Feuerherz"-Buch, dessen Verfilmung im diesjährigen Berlinale-Wettbewerb zu sehen ist, weiß Wieland Freund. Manuel Brug porträtiert Sylvie Guillem, die "berühmteste Ballerina der Welt". Der Philosoph Werner Becker erklärt, was der weltweiten Durchsetzung der Grundrechte im Wege steht. Hannes Stein meldet, dass das Leo Baeck Institut eine Dependance in Deutschland gründen will. Dem Krimiautor Horst Bosetzky ("-ky") gratuliert wiederum Hendrik Werner zum Siebzigsten. Gemeldet wird, dass die FAZ offenbar ihren Frieden mit Martin Walser gemacht hat und seinen neuen Roman "Ein liebender mann" vorabdrucken wird.


Auf der Magazin-Seite berichtet Barbara Baumgartner aus Barcelona, wo sich die Menschen Sorgen um den möglichen Einsturz der noch immer unvollendeten Gaudi-Kathedrale Sagrada Familia machen.

Besprochen werden Katja Riemanns Auftritt als Anna Karenina im Theater am Kurfürstendamm (Reinhard Wengierek zeigt sich durchaus beeindruckt), das neue Hot Chip-Album "Made in the Dark" und die Tourismus-Ausstellung "All Inclusive" in der Frankfurter Schirn.

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Süddeutsche Zeitung, 01.02.2008

Den Niedergang der USA verkündet Jörg Häntzschel im Aufmacher mit apokalyptischer Verve. "Es braut sich etwas zusammen in Amerika, und nicht nur, weil die Banken zu gierig und zu leichtfertig waren mit ihren Hypotheken, die Mittelklasse leidet und der Dollar fällt. Das Land, einst das reichste, modernste und gesündeste der Welt, fällt gegenüber anderen Nationen in fast allen Bereichen zurück"


Von der Uraufführung von Emmanuel Nunes' neuer Oper nach Goethes "Märchen" berichtet Reinhard J. Brembeck aus Lissabon. "Vier Stunden lang bedient sich Nunes aller Mittel: Chor, neun Sängersolisten, fünf Schauspieler, Ballett, das Portugiesische Nationalorchester, das auf neue Musik spezialisierte Remix Ensemble aus Porto, eine Schlagzeuggruppe, Elektronik. Die fitzelig klein geschriebene Partitur ist weit über einen Meter hoch und sie ruht wie ein Monument auf einem Notenständer im Zuschauerraum, von dem Dirigent Peter Rundel konzentriert und nie ratlos das von allen wunderbar musizierte Geschehen koordiniert."

Weiteres: Sigrid Weigel, Direktorin des Berliner Zentrums für Literatur- und Kulturforschung, würde die Kultur in Europa gerne als integrierende Kraft verstanden wissen und nicht als Abgrenzungsbegriff wie im populären Wort von der "Kulturnation". Unmittelbar nach dem Erfolg mit der großen Schau "From Russia" kündigt Norman Rosenthal seinen Posten als Chefkurator der Londoner Royal Academy of Arts, informiert Alexander Menden. Lutz Hübners Drama "Ehrensache", das auf einem Mord an einem 14-jährigen Mädchen 2004 in Hagen basiert, darf nun doch aufgeführt werden, wie Andreas Zielcke freudig vermerkt.

Besprochen werden die Schau "Getroffen. Otto Dix und die Kunst des Porträts" im Kunstmuseum Stuttgart, die Ausstellung "Roma ed i Barbari" zum Untergang des Römischen Reiches im Palazzo Grassi in Venedig, Karin Henkels Inszenierugn von Molieres "Menschenfeind" und Laurent Chetouanes "Hamlet"-Solo am Kölner Schauspiel, Bülent Kullukcus Stück "Mia san Murat" als Eröffnung der "Doing Identity"-Wochen an den Münchner Kammerspielen, das Album "The Bedlam In Goliath" von Mars Volta und Bücher, darunter Kurt Flaschs Studie zu Dietrich von Freiberg sowie Ildefonso Falcones' historischer Roman "Die Kathedrale des Meeres" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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