Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Jeweilige Eigenlogik

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

30.01.2008. Spiegel Online geißelt Zensur im Netz und gesellschaftliche Apathie, die sie möglich macht. Die taz übt sich nach neuesten Äußerungen des SPD-Vorsitzenden schon mal in der Begrifflichkeit des Marxismus-Beckismus. Für die NZZ hat die Entmachtung der Intermediäre nach reiflicher Überlegung einen Namen: Carla Bruni. In der Presse erzählt Daniel Kehlmann von der Welt der "Vermessung der Welt". Die Welt erwartet sich von den wiedergefundenen Capa-Negativen Positives über das berühmteste Bild des Fotografen. Der FAZ fehlt Gegenwart in der Literatur.

Spiegel Online, 30.01.2008

Frank Patalong schildert das ganze grausige Panopitkum von staatlicher Internetzensur- und -kontrollmaßnahmen, selbst in zivilisierten Gesellschaften wie Großbritannien: "Die Trends hin zu mehr Überwachung, mehr Kontrolle und Regulierung sind klar zu sehen und international. Kaum auszumachen ist dagegen eine gesellschaftliche Debatte darüber, die dem Thema gerecht würde."

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Die Tageszeitung, 30.01.2008

In einer Miniatur interpretiert Christian Semler Kurt Becks Diktum von der "sogenannten Linken" als Rückgriff auf die Marxsche Unterscheidung zwischen Erscheinungsform und Wesen. "Inwiefern ist nach Becks Meinung Die Linke nur ihrer Erscheinungsform nach links? Hier rivalisieren mehrere, sich teils überschneidende Meinungen. Für die Armen im Geiste sind 'die Linken' nichts als 'die Kommunisten' unseligen Angedenkens. Für die realpolitisch denkenden Pragmatiker sind es Populisten, weil sie Versprechungen machen, die sich schlechterdings nicht einlösen lassen. Der Populismus aber, auch wenn er im linken Gewand auftritt, führe stets zu einer Stärkung der extremen Rechten, sei mithin selbst rechts."


Weitere Artikel: Cristina Nord war bei der Vorstellung des Berlinale-Programms und empfiehlt angesichts von Filmen von und über Stones, Patti Smith und auch Madonna, schon mal die Feuerzeuge rauszuholen. Dominikus Müller sah eine Ausstellung des jungen Künstlers Ralf Ziervogel im Kunstverein Heilbronn, der mit seinen Zeichnungen und amorphen Installationen einmal mehr beweise, dass die Unterscheidung zwischen abstrakter und gegenständlicher Kunst obsolet ist. Sonja Eismann porträtiert die erst 17-jährige Musikerin Soap & Skin die mit ihren schwermütigen Klavier-plus-Elektronik-Songs das Zeug zu Austrias Next Wunderkind habe.

In tazzwei weiß Lydia Harder zu berichten, dass kleine Sexkinos im Zeitalter der Internetpornografie zwar zunehmend ums Überleben kämpfen müssen, aber noch lange nicht am Ende sind. "Viele suchen den rot beleuchteten Saal mit schmuddeligen Ecken aus ganz nostalgischen Gründen auf. Als Mario die Kinosessel erneuerte, nahmen etliche Besucher die klinische Sauberkeit nicht an. Die Atmosphäre war zerstört, das Verruchte fehlte. 'Erst als die Sessel wieder einjesessen und einjeschmuddelt waren, kamen die Leute wieder.'"

Auf der Meinungsseite erklärt der Aktivist P. V. Rajagopal im Gespräch, dass die heute vor 60 Jahren ermordete Ikone des gewaltlosen Widerstandes Mahatma Gandhi von der indischen Regierung und Oberschicht zwar missachtet werde, in den sozialen Bewegungen der Armen und Landlosen auf den Dörfern jedoch weiter wirke.

Und hier Tom.

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Frankfurter Rundschau, 30.01.2008

Sandra Danicke führt durch die Ausstellung "All Inclusive - Die Welt des Tourismus" in der Frankfurter Schirn. "Interessant wird die Ausstellung da, wo sie ihr Thema ernst nimmt. Lee Mingwei zum Beispiel ist es in seinem 'The Tourist Project' gerade nicht um die Orte zu tun, die im Reiseführer als Highlights gepriesen werden. Per Anzeige forderte er Menschen auf, ihm ihre Stadt zu zeigen. Auslöser, so erzählt der in New York lebende Taiwanese, sei ein Erlebnis mit seinem sechsjährigen Neffen gewesen. Der Junge lebt in Rom und wollte dem Onkel das Forum Romanum zeigen. Tempel und Triumphbögen allerdings würdigte der Neffe während seiner Führung keines Blickes. Stattdessen zeigte er Lee Mingwei all die Stellen, an denen er Katzenfamilien entdeckt hatte."


Weitere Artikel: Jürgen Otten berichtet vom Berliner Festival für Neue Musik UltraSchall, das dem 1988 verstorbenen italienischen Komponisten Giacinto Scelsi einen Themenschwerpunkt widmete. Und in Times mager zeigt sich Christian Thomas enttäuscht von den neuesten Verschlankungsversuche der Dresdner Waldschlösschenbrücke.

Auf der Medienseite informiert Meike Kolodziejczyk über die zunehmende elektronische Öffnung von Zeitungs- und Zeitschriftenarchiven.

Besprochen wird Karin Henkels Inszenierung von Molieres "Menschenfeind" in Köln.

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Neue Zürcher Zeitung, 30.01.2008

Auch Marc Zitzmann kann nicht mehr ignorieren, dass Nicolas Sarkozy einen "neue Lebensgefährtin" hat, wie zu berichten er sich nach reiflicher Überlegung doch entschlossen hat. Was nicht heißt, dass er sich mit der Klatschpresse gemein macht! "Die von vielen Kommentatoren beklagte Verdrängung der Demokratie durch die Telekratie manifestiert sich namentlich in der schleichenden Entmachtung der Intermediäre zwischen dem Volk und dem Präsidenten beziehungsweise der institutionellen Gegengewichte zur Exekutive."


Besprochen werden die beiden "fantastischen" Matthias-Grünewald-Ausstellungen in Karlsruhe und Colmar, die Ausstellung "Breaking the Rules" zu Buchwerken der Moderne in der British Library, eine Aufführung von Verdis "Nabucco" im Münchner Nationaltheater und Bücher, darunter Halldor Gudmundssons Biografie des isländischen Nobelpreisträgers Halldor Laxness, ein neuer Band des "Historischen Lexikons der Schweiz" und Ulf Stolterfohts Gedicht "holzrauch über heslach" sowie (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Die Presse, 30.01.2008

Das haben wir gestern übersehen: Daniel Kehlmann erzählt im Interview, wie sein Buch "Die Vermessung der Welt" in anderen Ländern aufgenommen wurde: "Ich war 35 Wochen auf der nationalen Bestsellerliste in Taiwan, keine Ahnung, warum! In Spanien hat das Buch nicht funktioniert. Die haben einen anderen Humor, viel derber, seit Don Quichotte müssen dort jemandem die Zähne ausgeschlagen werden, damit etwas als lustig gilt - wann immer ich höre, deutsche Bücher können nicht humorvoll sein, sage ich: Lesen Sie mal spanische! In Frankreich war das Buch ein Bestseller, es gab wunderbare Rezensionen. Lustig war nur, weil es so dem Klischee entspricht, dass fast alle das erotische Leben der Helden thematisiert haben, vor allem die Szene, wo Gauß in seiner Hochzeitsnacht aufsteht, um eine Formel zu notieren. Sie fanden das ein unglaubliches Versagen!" Die besten Kritiken habe er aber in England bekommen.

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Die Welt, 30.01.2008

Hannes Stein erzählt die abenteuerliche Geschichte der wiedergefundenen Robert-Capa-Negative, einer der größten vermissten Schätze der Fotografiegeschichte, und er erhofft sich neue Informationen über Capas allerberühmtestes Foto: "Die Gerüchte wollen nicht aufhören, just dieses Bild sei gestellt. Außerdem heißt es immer wieder, es sei gar nicht von Capa, sondern von Gerda Tara, einer der ersten Kriegsreporterinnen überhaupt, Capas Freundin, mit der er eng zusammenarbeitete. Die 'mexikanischen Koffer' werden die Wahrheit an den Tag bringen."


Nach dem 30. Januar vor 75 Jahren war keineswegs alles so klar, wie es im Rückblick scheint. Sven Felix Kellerhoff findet darum sowohl den Begriff der "Machtergreifung" als auch den Begriff der "Machtübernahme" unzutreffend: "Will man verstehen, wie der Absturz Deutschlands in die zwölfjährige braune Barbarei begann, wie innerhalb weniger Monate aus dem kriselnden Rechtsstaat eine populäre Diktatur wurde, muss man das erste Halbjahr 1933 als eine Kombination von 'Machtübertragung' und 'Machteroberung' verstehen."

Weitere Artikel: Kirsten Liese stellt ein Buch des Journalisten Klaus Lang über die 97-jährige Furtwängler-Witwe Elisabeth vor, in dem neue Dokumente den Hass Furtwänglers auf die Nazis belegen. Eckhard Fuhr kommentiert die Entscheidung des Suhrkamp-Verlags, Florian Havemanns umstrittenes Buch über seinen Vater ins Netz zu stellen. Der ehemalige Berliner Baustadtrat Hans Stimmann belegt, dass Rekonstruktionen von Bauten schon immer gang und gäbe waren. Peter Dittmar schreibt über die Krise der Kunstmessen in Köln, Frankfurt und München. Und Uwe Schmitt stellt die von Henry Louis Gates gegründete Internetzeitung für Schwarze The Root vor.

Besprochen werden Sean Penns Film"Into the Wild" und eine Pariser Ausstellung über Sacha Guitry (mehr hier).

Auf der Magazinseite preist Wilhelm Pauli eine Form des Tabakgenusses, die selbst in Nichtraucherkneipen nicht verboten ist: den Schnupftabak.

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Süddeutsche Zeitung, 30.01.2008

"Sternstunden des Romantischen Balletts" gab das Berliner Staatsballett kürzlich. Donnernder Applaus, nur Dorion Weickmann bleibt kühl. Wer im 19. Jahrhundert Ballettvorstellungen sah, beherrschte selbst die Anfangsgründe der Tanzkunst. Das "waren bis in die zweite Jahrhunderthälfte hinein die gleichen Fußpositionen, die gleichen Armführungen, selbst rudimentäre Varianten jener Sprünge und Pirouetten, die professionelle Tänzer in der Oper zum Besten gaben. ... Wer heute den 'Sternstunden des Balletts' beiwohnt, ist von dieser Praxis und der damit verbundenen Urteilsfähigkeit in aller Regel abgeschnitten. Wie sich eine Pirouette anfühlt oder die delikate Balance des Körpers auf der halben Spitze, weiß kaum jemand mehr. So bejubelt eine eingeschworene Gemeinde ihre Stars, Malakhovs Tänzerinnen, und erhascht dabei doch nur Seitenblicke auf die glänzend polierte Oberfläche einer Kunst, die zu ihrer Entstehungszeit tief in der Gesellschaft verankert war."


Weitere Artikel: Andrian Kreye kommentiert die Marotte historischer Vergleiche im amerikanischen Wahlkampf. Willi Winkler beschreibt die Niederlage der Vietcong in der Tet-Offensive als Geburtsstunde der Proteste von 1968. Der in München lebende Schriftsteller Vanamali Gunturu erinnert an Mahatma Ghandi, der heute vor 60 Jahren erschossen wurde. Frank Thinius resümiert ein Kolloquium zum Thema Armut und Wohnen in der Berliner Architekturgalerie Aedes. Alexander Menden berichtet über die Entdeckung von Werken von Fra Angelico und Rosetti im Haus der Bibliothekarin Jean Preston in Oxford. "crab" relativiert die angebliche Einigung über legale Musik-Downloads zwischen den Major-Plattenfirmen und der Internet-Plattform Qtrax. Ein Nachruf würdigt den Hamburger Bildungspolitiker Hermann Lange.

Besprochen werden Sean Penns Film "Into the Wild", ein Münchner Bach-Abend mit dem polnischen Pianisten Piotr Anderszewski, Yannis Kokkos Inszenierung von Verdis "Nabucco" an der Bayerischen Staatsoper München, eine Ausstellung im Jüdischen Museum München, die an Heinrich Thannhausers "Moderne Galerie" erinnert, und Bücher, darunter Ron Leshems Bestseller-Roman "Wenn es ein Paradies gibt" und "Essais und Einfälle" des Gegenaufklärers Louis de Bonald (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2008

Schriftsteller in die Produktion? Dann verstünden sie vielleicht etwas mehr von unserer und ihrer Gegenwart, überlegt Richard Kämmerlings, der sich mit der deutschen Gegenwartsliteratur langweilt. "Es mangelt an dem, was unser Leben jenseits des Privaten formt und bestimmt: die Wirtschaft, die Technik, die Medizin, das Militär, ja selbst die Medien. Warum das so ist, ist leicht erklärt. Weniger allerdings, warum es niemand ändert. Ein Schriftsteller hat heute in der Regel schlicht keine Ahnung von diesen hochdifferenzierten Systemen mit ihrer jeweiligen Eigenlogik und ihren Fachsprachen. Da geht es ihm freilich wie den meisten Bürgern. Wer hat denn schon verstanden, womit Kerviel wirklich handelte?"


Weitere Artikel: In der Glosse kommentiert Jordan Mejias sanft ironisch die salbungsvollen Worte von Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison, mit denen sie den Präsdientschaftskandidatenbewerber Barack Obama als Weisen beschreibt. "Vernagelt" findet Patrick Bahners die Einlassungen des Stammzellforschers Hans Schöler, der in einem Interview die Stammzelldebatten als Ablenkungsmanöver von der dringlicheren Frage nach dem Umgang mit Abtreibung begreift. Besorgt über Drunter und Drüber beim Kölner Museum für Angewandte Kunst zeigt sich Andreas Rossmann. Der Altorientalist Christoph Ulf eröffnet die Meta-Debatte um Raoul Schrotts Homer-Thesen (hier der Artikel) mit Überlegungen zu den Gründen für das Erregungspotenzial von Schrotts Verschiebungsbemühungen. Martin Kämpchen informiert über das spirituelle Fortleben von Mahatma Gandhi in Indien.

Andreas Platthaus hat sich bei den Leipziger Kabarettisten der "Herkuleskeule" umgesehen. Den Kampf der Orchestermusiker um ihre Tariferhöhung schildert Julia Spinola. Andreas Kilb erinnert an den sich zum fünfzigsten Mal jährenden Tod des Flugpioniers Ernst Heinkel. Catrin Lorch porträtiert Gerard Goodrow, der die ins Trudeln geratene Art Cologne auch nicht retten konnte. Paul Ingendaay berichtet auf der Medienseite von einem ziemlichen Tageszeitungs-Auflagendurcheinander in Spanien und weiß außerdem von einem schlechten Jahr für den spanischen Film. Oliver Jungen schreibt den Nachruf auf den Mediävisten Johannes Laudage.

Besprochen werden Sean Penns Film "Into the Wild", Yannis Kokkos' Münchner Inszenierung von Verdis "Nabucco", Peter Halls Inszenierung von Tschechows "Onkel Wanja", mit der in der Londoner Vorstadt das neue Rose-Theater eröffnet wurde, und Bücher, darunter Kader Abdohlahs iranische Familiensaga "Das Haus an der Moschee" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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