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- Der 11.September: Eine Presseschau
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- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Würdigung angebissener Äpfel
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
24.01.2008. Die NZZ meint: Spießer sind immer die anderen. Die FR kennt keine Fehlspekulation, nur verantwortungslose Banker. In der taz propagiert Alain Badiou die Wahrheit der Revolution. Gefälliges, aber keinen Akt findet die SZ in Kairos Akademie der Künste. Die FAZ fragt, warum im Filmgeschäft immer die hochbegabten jungen Männer sterben.
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Frankfurter Rundschau, 24.01.2008
Die Gründe für die Börsenkrise "Fehlspekulation" zu nennen, ist für Manfred Schneider reine Augenwischerei. "Wir haben es mit einem Euphemismus zu tun, der ein sprachmagischer Trick ist, um schmerzlichen Tatsachen den Stachel zu nehmen. Beschönigungswörter wie Fehlspekulation erzielen den weiteren Effekt, dass sie die Verantwortung von Bankiers und Kapitalmanagern verschleiern".
Weitere Artikel: Daniel Kothenschulte befragt den chinesischen Filmregisseur Wong Kar Wai über seinen neuen Film "My Blueberry Nights", Christian Thomas polemisiert in der Kolumne Times Mager gegen ein vom wilden Zauber der Loreley geblendetes Welterbekomitee Icomos. Gemeldet wird außerdem, dass der deutsche Regisseur Fatih Akin aus Hamburg und der französische Regisseur Abdellatif Kechiche den diesjährigen europäischen Medienpreis, die Karlsmedaille erhalten.
Besprochen werden Rob Reiners Komödie über zwei Todkranke "Das Beste kommt zum Schluss", (den Daniel Kotheschulte nur teilweise zum Totlachen findet) und Jossi Wielers und Sergio Morabitos triumphale Inszenierung der Verdi-Oper "Maskenball" an der Staatsoper in Berlin.
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Neue Zürcher Zeitung, 24.01.2008
Joachim Güntner fragt sich im Umfeld der durch die Blogs und Feuilletons marodierenden Jessen-Schirrmacher- Internet-Pöbel-Debatte, ab wann man eigentlich ein Spießer ist. So allgemein, bedauert er, lässt sich das nicht sagen: "Gemeint sind immer die anderen. Die Parameter für Humorlosigkeit oder übersteigerte Ordnungsliebe liegen im Auge des Betrachters, und der kann, wenn er ehrlich ist, oft genug an sich selbst beobachten, wie sich seine Maßstäbe verschieben."
Weitere Artikel: Christoph Egger berichtet von den Solothurner Filmtagen. Jürg Zbinden schreibt einen kurzen Nachruf auf den tot aufgefundenen Hollywood-Jungstar Heath Ledger.
Besprochen werden Wong Kar-Wais amerikanischer Film "My Blueberry Nights", Rob Reiners Tragikomödie "The Bucket List" (der nicht in der Schweiz, aber in Deutschland den Titel "Das Beste kommt zum Schluss" verpasst bekommen hat) und Bücher, darunter Richard Sennetts Essay "Handwerk" und Russell Hobans Roman "Amaryllis Tag und Traum" (dazu mehr in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 24.01.2008
Das Feuilleton dokumentiert einen Vortrag, den der französische Philosoph Alain Badiou an der Berliner Humboldt-Universität gehalten hat. Demokratische Meinungsfreiheit und philosophische Wahrheit stehen, wie er meint, zueinander im grundsätzlichen Widerspruch. Wichtiger aber als die Freiheit der Meinung, so Badiou gegen Richard Rorty, ist die Wahrheit der Revolution. Klingt irgendwie nach Mao? Ist auch so gemeint: "Man muss zunächst eine grundlegende Auswahl akzeptieren. Hier ist es die Wahl zwischen zwei Wegen, wie die chinesischen Revolutionäre gesagt haben: dem revolutionären Weg oder dem konservativen Weg, Arbeiterklasse oder Bourgeoisie, kollektiver Handlung oder privatem Leben. Und man muss die Konsequenzen dieser Wahl annehmen: Opfer und erbitterter Kampf, keine Freiheit der Meinungen oder Lebensstile, sondern Disziplin und harte Arbeit, um die strategischen Mittel für den Sieg zu finden. Und das Resultat ist kein demokratischer Staat im landläufigen Sinne des Wortes, sondern eine Diktatur des Proletariats, die dazu dient, die Feinde niederzuschlagen."
Nicht Fragen von Gender und Race werden die amerikanische Wahl entscheiden, schreibt Daniel Haufler auf der Meinungsseite, sondern die Generationenfrage. "Vor allem für diese unter 40-Jährigen stellen sich die Rassen- und Genderfrage nicht mehr so wie früher. Sie sind oft genug in multikulturellen Verhältnissen aufgewachsen und haben erlebt, dass Frauen es in Medien, Politik und Industrie weit bringen können, dass Farbige Außenministerin und General werden oder Latinos Unternehmen führen und hohe Richterämter bekleiden. Der Streit über Gender und Race ist für sie weitgehend überholt."
Weiteres: Cristina Nord betrauert den Tod des jungen Hollywoodstars Heath Ledger, dessen "profunde Darstellung schwulen Selbsthasses und verinnerlichter Homophobie" in Ang Lees Film "Brokeback Mountain" sie nachhaltig beeindruckt hat.
Besprochen werden Wong Kar-Wais neuer Film "My Blueberry-Nights" mit Norah Jones (der aus Sicht von Anke Leweke leider nur ein manierierter Nahrungsmittelporno geworden ist), Volker Koepps Dokumentarfilm über das Leben von Kindern am Rand von Kaliningrad "Holunderblüte", der letzte Teil seiner Ostpreußentrilogie und ein Fotoband über alte Kaufmannspaläste in Kalkutta (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Und Tom.
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Die Welt, 24.01.2008
Der Tenor Jonas Kaufmann spricht im Interview über mangelnde Kompetenz im deutschen Opernbetrieb. Peter Zander schreibt den Nachruf auf den mit 28 Jahren gestorbenen Schauspieler Heath Ledger. Kanzlerin Merkel und einige Bundestagsabgeordnete sahen sich eine Vorabaufführung des ZDF-Films "Die Gustloff" an, berichtet Sven Felix Kellerhoff.
Besprochen werden Wong Kar-wais Film "My Blueberry Nights", Marcel Wehns Wenders-Filmporträt "Von einem der auszog", Jan Sveraks Film "Leergut", Stephen Kings gerade in den USA erschienenes neues Buch "Duma Key" und Christoph Schroths Faust-Inszenierung in Cottbus.
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Die Zeit, 24.01.2008
Thomas Assheuer zeigt sich in einem Punkt dankbar für Andrew Mortons Tom-Cruise-Biografie: Sie habe offengelegt, wie Tom Cruise mit seinem Stauffenberg-Film die Türen ins intellektuelle Milieu öffnen sollte, was dann ja irgendwie auch geklappt hat: "Der ranghohe Repräsentant einer geschichtsvergessenen Kultreligion, deren Ziel darin besteht, die Gegenwart vom Ballast 'toter Seelen' zu befreien, gibt unter dem Beifall seiner neuen Freunde 'den Deutschen ihre Helden zurück' - und damit das gute Gewissen. Diese trübe Allianz ins rechte Licht gerückt zu haben ist eine schöne Nebenwirkung von Mortons Buch."
Weitere Artikel: Thomas Groß prüft die neuen Modelle der Musikindustrie, endlich wieder Geld mit Pop zu verdienen. Georg Diez unterhält sich mit Sean Penn, dem "größten Schauspieler seiner Generation", wie er nüchtern notiert, über dessen Film "Into the Wild", eine Verfilmung von Jon Krakauers gleichnamigem Buch. In einem offenen Brief fordern 21 Deutschtürken - von Cem Özdemir über Feridun Zaimoglu bis Renan Demirkan - Roland Koch und die Unions auf, Schluss mit dem populistischen Wahlkampf zu machen.
Besprochen werden die Gerhard-Richter-Retrospektive im Museum Frieder Burda in Baden-Baden und Wong Kar-weis Film "My Blueberry Nights".
Im Aufmacher der Literaturseite preist Karl-Markus Gauß David Albaharis Roman über den Antisemitismus auf dem Balkan "Die Ohrfeige". Das Dossier sieht sich in Alten-WGs um.
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Süddeutsche Zeitung, 24.01.2008
Für das Feuilleton besucht Sonja Zekri Kairos Akademie der Schönen Künste, der die Aktmalerei verboten ist und der Lehrplan bei den Impressionisten endet: "Es ist ja nicht die Religion. Die Klassen sind überfüllt. Das Lehrangebot kreist um Malerei, Skulptur, Graphik, Porträts in Öl und jede Menge Stillleben, als sei die Würdigung angebissener Äpfel gerade der Gipfel künstlerischen Ausdrucks. Eigeninitiative gilt als Aufsässigkeit. 'Einmal sollten wir eine helle Leinwand mitbringen', erzählt Lina: 'Alle kamen mit weißen Flächen, nur ich hatte eine hellgelbe. Da keifte die Lehrerin: Musst du immer anders sein als die anderen?' Seitdem ist sie pragmatischer geworden. An der Universität pinselt sie Gefälliges in Öl, ästhetische Experimente hebt sie sich für zu Hause auf. Mit 15 Jahren hatte sie als erste Künstlerin eine Ausstellung im staatlichen Jugend-Salon. 'Wenn ich irgendwann mal Akte malen will, zeige ich sie eben zuerst im Ausland - und dann in Ägypten.'"
Weitere Artikel: "Man überlege, welches zur doppelten und dreifachen Potenz erhobene, welches mehr als blinde, welches halsbrecherische Vertrauen einer aufbringt, der Aktien kauft, ja möglicherweise sich dafür sogar Geld leiht", räsoniert Burkhard Müller aus aktuellem Anlass. Jörg Königsdorf sprich mit Hamburgs neuem Musikchef Christoph Lieben-Seutter. Susan Vahbzadeh trauert um den amerikanischen Schauspieler Heath Ledger, der am Dienstag 28-jährig in seiner Wohnung tot aufgefunden wurde. Dirk Graalmann informiert, dass auf Drängen der Politk am Konzept für die Kölner Moschee Änderung vorgenommen wurden. Und Johan Schloemann befasst sich mit der zutiefst deutschen Frage, ob am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung vom Auschwitz, gleichzeitig der Opfer des Holocaust gedacht und Karneval gefeiert werden kann.
Auf der Medienseite erklärt Gerti Schön, warum der Streik der amerikanischen Drehbuchautoren die Geschäftsmodelle der großen Fernsehsender in Frage stellt: keine Serien, keine Werbeeinahmen.
Besprochen werden Rob Reiners neuer Film "Das Beste kommt zum Schluss" über zwei, von Jack Nicholson und Morgan Freeman gespielte alte Männer mit Krebs im Endstadium (den Anke Sterneborg als ungewöhnlichen Beitrag zur Altersvorsorge lieben lernte), Wong Kar-Wais melancholischer Liebesfilm - "My Blueberry Nights" ("keine nackten Leiber und trotzdem erotisch in jeder Faser", freut sich Rainer Gansera), die Ausstellung der Deutschen Bahn zu ihrer Beteiligung an den Deportationen "Sonderzüge in den Tod" im Berliner Potsdamer Bahnhof, ein Bach-Konzert des Cello-Stars Yo-Yo Ma in München (ein "Wunder an Inspiration und Klangphantasie Spontaneität und Freiheit" staunt Harald Eggebrecht) und Bücher, darunter zwei Auseinanderetzungen mit Fragen der Gentechnik (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2008
Der Tod von Heath Ledger lässt Verena Lueken fragen: "Was ist los mit diesen jungen, hochbegabten Männern im Filmgeschäft, die sich, wie Ledger und vor ihm eben Phoenix, mit aller Kraft gegen das System stellen, das sie, die gutaussehenden, profitversprechenden Idole von jugendlichen Heerscharen, in seinen Dienst nehmen will mit Rollen, die sie nicht spielen wollen, mit Angeboten, die sie ewig festlegen wollen auf ein einmal erfolgreiches Konzept? ... Was ist los mit dem System, müsste man vielleicht fragen, das seine größten Talente immer wieder an Exzesse, Drogen, an Depression, an Alkohol verliert und sie dann so jung verrecken sieht, auf der Straße, wie River Phoenix, oder nackt auf dem Boden ihres Schlafzimmers, wie jetzt Heath Ledger?"
Weitere Artikel: Hubert Spiegel erläutert die Hintergründe zur Festnahme türkischer Rechtsextremisten, die nicht nur Orhan Pamuk ermorden wollten. In der Glosse macht sich Jürg Altwegg ein wenig lustig über die französische Kulturministerin Christine Albanel und tritt nebenbei auch noch der "seichten und intellektuellen Linken" (?) Carla Bruni vors Schienbein. Dieter Bartetzko schlägt die Hände über dem Kopf zusammen angesichts von Plänen, der Loreley eine Brücke vor die Nase zu setzen. Joseph Hanimann stellt Boualem Sansals "Le village de l'Allemand - ou le journal des freres Schiller" (Das Dorf des Deutschen oder Das Tagebuch der Brüder Schiller) vor, eine weitere "bedeutsame Romannovität Frankreichs zum Thema Nationalsozialismus" (mehr in unserer Magazinrundschau). Hannes Hintermeier feiert Georg Thumbach, Zeichner des deutschen Unterholzes. Martin Lhotzky nickt die Oscar-Nominierung von Stefan Ruzowitzkys Film "Die Fälscher" ab. Paul Ingendaay porträtiert den Hispanisten Sir John Elliott.
Auf der Medienseite weiß Nina Rehfeld zu berichten, dass im US-Fernsehen wegen Autorenstreiks jetzt nicht nur besonders Dämliches, sondern auch besonders Gewagtes läuft.
Für die Kinoseite haben sich Verena Lueken und Michael Althen mit einem bestens aufgelegten Jack Nicholson unterhalten, der unter anderem in den höchsten Tönen von Hillary Clinton spricht: "Ich glaube einfach, sie ist der beste Mann für den Job." Michael Althen betreibt außerdem Oscar-Arithmetik, Hans-Jörg Rother stellt das durch die Republik tourende Festival "ueber morgen" vor, und Rüdiger Suchsland berichtet vom Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken.
Besprochen werden die nach langem Widerstand der Bahn jetzt am Potsdamer Platz eröffnete Ausstellung "Sonderzüge in den Tod", ein Kölner Konzert von Pete Doherty, Wong Kar-Wais sehr gut aussehende "Fototapete" in bewegten Bildern "My Blueberry Nights", und Bücher, darunter Andre Winters Roman "Die Hansens" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





