Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Von Lesern empfohlene Bücher

Peter Nadas: Parallelgeschichten

Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Den roten Hebel umgreift sie
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
07.12.2007. In der SZ erklärt Andras Schiff, wann und warum er Bösendorfer spielt. Die FR begrüßt einen bedeutenden Moment in der Geschichte der Musikübertragung: Die Freischaltung des Katalogs der Deutschen Grammophon im Internet. Die NZZ feiert die europäischen Medien Economist, International Herald Tribune, Perlentaucher und Eurotopics. In der FAZ erklärt der Psychiater Karl Kreutzberg, warum Mütter, die morden, morden. In der Welt erzählen die Gebrüder Reding, wie ihnen die Deutsche Bahn einmal das Leben rettete.
Frankfurter Rundschau | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Rundschau, 07.12.2007
Der britische Musikkritiker Norman Lebrecht kommentiert die Entscheidung der Deutschen Grammophon, ihre Bestände auch digital im Netz zu verkaufen. "Die Beschleunigung kam so plötzlich, dass die Künstler weder informiert wurden, dass ihre Musik zum Download bereitgestellt würde, noch dass die Internetseite nicht mit einem Digital Rights Management versehen ist, das heißt, dass die Musikstücke frei kopier- und in jedem Format abspielbar sind. Es war ein mutiger Schritt in unbekannte Gefilde, der Versuch, der klassischen Musik in dem von den großen Labels beherrschten Cyberspace eine Nische frei zu räumen, und ein wichtiger Moment in der Geschichte der Musikübertragung. Wenn der Plan aufgeht, besteht eine reelle Chance, das Interesse an Klassik neu zu wecken, besonders auf den neuen asiatischen Märkten. Geht es schief - nun, besser, man denkt nicht drüber nach."
Weitere Artikel: Dass die gewollte und ungewollte Zusammenarbeit westlicher Journalisten und der Stasi noch heute eine "heiße Kiste" ist, erfährt Gabriele Renz vom Journalisten Christhard Läpple auf einer Tagung zur "Macht der Bilder" in Stuttgart. In einer Times mager spießt Sylvia Staude die russischen Vorwürfe über schwerelosen Sex bei der NASA auf.
Besprochen werden das neue Album "8 Diagrams" des Wu Tang Clans und die Uraufführung von Erkki-Sven Tüürs Stück "Questions" in der alten Oper in Frankfurt.
Frankfurter Rundschau | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung
Die Tageszeitung, 07.12.2007
RZA, der Chef des HipHop-Kollektivs Wu-Tang Clan, offenbart Thomas Winkler und Tobias Rapp seine Wunsch-Elo-Zahl und seine Sympathien für Hillary Clinton. "Ich bin überhaupt nicht politisch. Aber als die Clintons an der Macht waren, ging es meinen Leuten besser. Sie waren nicht reich, aber es gab genug zu essen, sie hatten alles, was sie brauchten. Heute heißt es, der amerikanischen Wirtschaft geht es gut. Wo denn, bitte schön? Der kanadische Dollar ist mittlerweile mehr wert als der amerikanische. Als Clinton Präsident war, war der kanadische Dollar gerade mal 60 US-Cent wert. So sehe ich das, streng auf ökonomischer Basis: Was kommt in den Projects an? In den Neighborhoods hungern die Leute, die Gewalt wird immer schlimmer und die Umweltverschmutzung auch. Und es gibt immer mehr Babys, weil die Leute nichts zu tun haben, als zu ficken."
In der zweiten taz unterhält sich Max Hägler mit Oliver Nauerz und Katrin Seeger, die den Dokumentationsfilm "Mia san dageng" über die Münchner Punkszene gedreht haben: "Hier wird einem halt nix geschenkt, hier musst du dir was einfallen lassen." Auf der Medienseite findet sich eine Meldung, dass Stefan Niggemeier abgemahnt wurde, weil er einen in der Nacht auf seinem Blog angekommenen User-Kommentar erst am Morgen danach löschte.
Besprechungen widmen sich der Ausstellung "Büroklammern biegen" über die Arbeit in Gefängnissen im Schauraum Bautzner69 in Dresden und neuen Alben von Rufus Wainwright und Daft Punk.
Und Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 07.12.2007
In den europäischen Medien dominiert der nationale Blick, konstatiert Heribert Seifert auf den Medienseite. Ausnahmen bilden bisher nur die internationalen Wirtschaftsblätter - und einige Internetmagazine: "Signandsight.com, eurozine.com, aber auch cafebabel.com und eurotopics.net stellen Plattformen bereit, auf denen man sich schnell und zuverlässig über zentrale politische und kulturelle Themen der öffentlichen Erörterung in den europäischen Ländern unterrichten kann. Zum Teil mehrsprachig, zum Teil unter Nutzung des Englischen als Lingua franca, gelingt es diesen Online-Medien, die Vielstimmigkeit Europas anschaulich zu machen und auch den Austausch zu vermitteln. Exemplarisch gelang das signandsight.com mit der transnationalen Diskussion über Risiken und Chancen der multikulturellen Gesellschaft, die online begann und dann von Pressetiteln in verschiedenen Ländern aufgegriffen wurde."
Im Feuilleton stöhnt Joachim Güntner über den Ranking-Wahn und die "Ausweitung der Zensurzone". Besprochen werden der vom japanischen Architekturbüro Sanaa entworfene Neubau des New Yorker New Museum und die Modedesign-Ausstellung "ControModa" im Florentiner Palazzo Strozzi.
Die Phono-Seite widmet sich mehreren Aufnahmen der Berliner Philharmoniker mit Simon Rattle und zwei "von grundverschiedenen Musizierhaltungen geprägten" Einspielungen des Beethoven-Konzerts für Violine und Orchester D-Dur op. 61 der Prager und der Wiener Philharmoniker.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2007
Im Interview mit Sandra Kegel beschreibt der forensische Psychiater Karl Kreutzberg, wie es zu Mordtaten von Müttern an ihren Kindern, wie jetzt in Plauen und Darry, kommen kann: "Die Kinder haben keine Zukunft, denken diese Frauen. Das Leben sei zu Ende, weil sie ihre soziale Situation nicht in den Griff bekommen. Die Dinge wachsen ihnen über den Kopf, die Männer haben sie verlassen. In der depressiven Einengung ins Katastrophische glauben sie, ihre Kinder davor bewahren zu müssen. Meist beginnt die Tat als erweiterter Selbstmordversuch. Erst wollen sie ihre Kinder umbringen und dann sich selbst. Wenn sich der aggressive Affekt im Tötungsakt der Kinder abgearbeitet hat, verbleibt oft nicht mehr die Kraft, Hand an sich selbst zu legen."
Weitere Artikel: Joachim Müller-Jung berichtet von ersten Therapieerfolgen mit künstlichen Stammzellen bei Mäusen - erklärt aber auch, warum für große Therapiehoffnungen beim Menschen noch wenig Anlass besteht. In seiner "KunstStücke"-Kolumne befindet Eduard Beaucamp, es sei etwas faul im globalen Kunstbetrieb, da sich die Ästhetik der Moderne zum internationalen Esperanto entwickelt habe. In der Glosse deutet Dieter Bartetzko Pläne, die Frankfurter Matthäuskirche zum Anhängsel eines geplanten Hochhausbaus zu machen, als Zeichen der Zeit. Andreas Kilb gratuliert dem Deutschen Historischen Museum in Berlin zum einmillionsten Besucher nach Wiedereröffnung vor anderthalb Jahren. Bei einer Tagung zu Ehren des von Martin Mosebach wie Botho Strauß verehrten reaktionären Sentenzen-Denkers Nicolas Gomez Davila hat Felix Johannes Krömer die Schrumpfung Davilas zum "kolumbianischen Kuriosum" erlebt. Von den Kasseler Musiktagen berichtet Gerhard Rohde. Joseph Hanimann stellt den meistgespielten zeitgenössischen Dramatiker Frankreichs vor, den 1995 an Aids verstorbenen Jean-Luc Lagarce. Paul Ingendaay erklärt, warum es in Spanien keine Anti-Eta-Massendemonstrationen mehr gibt. Eine Meldung informiert uns über die Gründung einer Peter-Hacks-Gesellschaft e.V.
Besprochen werden die Ausstellung der Sammlung Borromeo im Wiener Palais Liechtenstein, die Aufführung von Caryl Churchills Stück "Betrunken genug zu sagen ich liebe dich?" an der Berliner Schaubühne ("Zeitverschwendung", klagt Irene Bazinger), der Darmstädter Auftritt des Orchestra Baobab aus dem Senegal, Maria Speths Film "Madonnen" und Bücher, darunter Niels Werbers Studie "Die Geopolitik der Literatur" und die Joachim-Fest-Essay-Sammlung "Nach dem Scheitern der Utopien" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Die Welt, 07.12.2007
Die Gebrüder Reding machen Filme über Außenseiter. Gerade läuft "Für den unbekannten Hund" im Kino, ein Film über Handwerker auf Wanderschaft. Ihr Film "Oi! Warning" über Skinheads ist ihnen von diesen bis heute nicht verziehen worden. In einem kleinen Erinnerungstext erzählt Dominik Reding, wie die beiden Brüder auf dem Bahnhof von Erfurt mal von scharfschießenden Skins gejagt wurden: "Oh, wie freundlich kann ein Zug aussehen, wenn er pünktlich im richtigen Gleis steht. Wir reißen die Wagontüren auf, springen ins erste Abteil. Eine Mutter mit zwei Kindern sitzt da und wirft sich und ihre Kinder zu Boden. Laut sind die Schüsse zu hören. Sie kommen näher. Eine Schaffnerin rennt jetzt durch den Gang, fummelt nervös an einer Schalttafel herum. Den roten Hebel umgreift sie, drückt ihn wieder und wieder nach unten. Klack! Die automatische Türverriegelung schnappt zu. Der Zug fährt los, lang vor der Abfahrtszeit. Wir dürfen weiterleben."
Weitere Artikel: Wolf Lepenies freut sich, dass Scharen junger Französinnen deutsch lernen wollen, auch wenn es nicht an Goethe liegt, sondern an Tokio Hotel. Ulli Kulke fragt, wie genau Galileo Galilei, nach dem ein Navigationssystem benannt wird, wohl selbst navigiert hätte. Michael Pilz unterhält sich mit Blixa Bargeld über die neue Platte der stets noch Einstürzenden Neubauten. Marion Leske besucht unterirdische Baustellen in Köln, wo man alle halbe Meter auf archäologische Schätze stößt.
Besprochen werden die Ausstellung "All about Evil - Das Böse" in Bremen und eine Ausstellung über Harry Graf Kessler in Berlin.
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Süddeutsche Zeitung, 07.12.2007
Der Pianist Andras Schiff wirbt im Gespräch mit Wolfgang Schreiber für die Vielfalt im Klavierbau. Gerade wurde nämlich Bösendorfer an Yamaha verkauft. "Auf dem Bösendorfer spielte ich die Sonaten, die an Schubert anklingen, auf dem Steinway jene, die den kantigeren Charakter besitzen. Man kann dabei an die deutsche Sprache denken: Der Klang des Steinway wäre dem Hochdeutschen vergleichbar, der des Bösendorfer aber dem Wiener Dialekt. Nestroy wirkt natürlich besser auf Wienerisch, aber Goethes 'Faust' muss nicht unbedingt auf Prater-Deutsch rezitiert werden. Wichtig ist, dass Bösendorfer am Leben bleibt - leider spielen heute 99 Prozent aller Pianisten auf dem Steinway. Das ist eine Art von Globalisation."
Weitere Artikel: Der Orientalist und Autor Navid Kermani findet das tatsächliche Zusammenleben zwischen Deutschen und Muslimen bemerkenswert enspannt, so steht es in seiner abgedruckten Rede, die er am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen hielt. Alexander Menden analysiert die Engländer durch und konstatiert Verlustängste bezüglich ihrer britischen Identität; beispielhaft dafür sei das umstrittene Interview (Auszüge) mit dem Sänger Morrissey im New Musical Express. Lothar Müller malt sich die Unglücksphantasien aus, die auf Lottogewinner projiziert werden. Laut dem polnischen Historiker Kazimierz Woycicki könnte bald Bewegung in die Rückgabe der in Krakau lagernden Sammlung der Preußischen Staatsbibliothek kommen, meldet Thomas Urban. Stefan Koldehoff berichtet, dass die öffentlichen Museen durch die anhaltend hohen Kunstpreise einige Leihgaben privater Sammler jetzt wieder an den Markt verlieren.
Auf der Medienseite erfährt Nikolas Westerhoff von Wikipedia-Administrator Kurt Janson, wer bei der Online-Enzyklopädie was wann löscht.
Besprochen werden Gerhard Stäblers Oper "Letzte Dinge", bei der man sich als Zuschauer durch die Eingeweide des Würzburger Mainfranken-Theaters bewegt, die Erstaufführung von Caryl Churchills Stück "Betrunken genug zu sagen ich liebe dich?" an der Berliner Schaubühne und Bücher, nämlich die Neuübersetzung von Stendhals Roman "Die Kartause von Parma", Kim Christian Priemels Untersuchung der Konzerngeschichte der "Flick"-Familie sowie Kinder- und Jugendbücher (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





