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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Lass, o Welt, o lass mich sein!
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
03.12.2007. Bei den europäischen Filmpreisen wurden zwar die richtigen Filme ausgezeichnet, aber niemand kam zur Preisverleihung, klagen die Zeitungen. Im Tagesspiegel wirft Wolfgang Templin Florian Havemann erneuten Vatermord vor. Brandeins macht sich Sorgen um die Printpresse: Magazine machen nur noch fünf Prozent der Mediennutzung aus, bekommen aber 20 Prozent der Werbung. Die NZZ besucht neue Berliner Moscheen.
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Die Welt, 03.12.2007
Glaubt man Hanns-Georg Rodek, dann hat es sich bei der Verleihung der europäischen Filmpreise um eine etwas traurige Veranstaltung gehandelt. Die ausgezeichneten Filme waren zwar allesamt preiswürdig, aber keiner kam nach Berlin, um den Preis auch abzuholen, klagt Rodek: "Helen Mirrens 'Queen' ist die beste Frauenrolle - die Filmkönigin lässt sich zu einigen Worten per Video herab. Der Prix Euroimages geht an die Produzentin Margaret Menegoz - krank entschuldigt. 'Das Parfum' gewinnt die beste Kamera - der Mann hinter ihr, Frank Griebe, lässt sich nicht sehen. Jean-Luc Godard wird fürs Lebenswerk geehrt - und schickt an seiner statt ein Mörike-Gedicht: 'Lass, o Welt, o lass mich sein! / Locket nicht mit Liebesgaben, / Lasst dies Herz alleine haben / Seine Wonne, seine Pein!'"
Weitere Artikel: Dankwart Guratzsch hat das neu eröffente Grassi-Museum für Angewandte Kunst in Leipzig besucht. Gerhard Charles Rump glossiert das Platzproblem der Kunstmuseen, die eigentlich einen Teil ihrer Bestände verkaufen müssten, um überhaupt noch neue Kunst ankaufen zu können.
Besprochen wird ein Udo-Jürgens-Musical in Hamburg.
Auf der Magazinseite erzählt Thomas Kielinger die Geschichte der Mitford-Schwestern, von denen einige den Nazis nahestanden und über die in Großbritannien ein paar neue Bücher veröffentlicht wurden.
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Frankfurter Rundschau, 03.12.2007
Der Europäische Filmpreis ist ein PR-Instrument, das noch nie funktioniert hat, schimpft Daniel Kothenschulte. "Helfen Ehrungen wie der 'Europäische Filmpreis' nicht, künstlerische Filme bekannt zu machen? Wer will es sagen, wenn die meisten Filme schon lange ausgewertet sind? '4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage' ist in der vergangenen Woche in Deutschland angelaufen, trotz des Preises in nur 16 Städten. Im Fall Godards, der - wie es in der Begründung des Ehrenpreises heißt - bis heute nicht aufgehört habe, 'mit Leidenschaft Publikum und Kritiker zu überraschen, herauszufordern, zu erstaunen und zu unterhalten', kann man sich fragen, wer das überhaupt noch aus eigener Anschauung beurteilen kann. Seit 1991 hat er fast jedes Jahr einen Film gedreht, und nicht mal das Fernsehen hat sie bei uns zur Kenntnis genommen."
Weiteres: Arno Widmann ehrt Alice Schwarzer zum 65. Geburtstag. Hans-Jürgen Linke sympathisiert in einer Times mager mit den elsässischen Hamstern. Wenigstens ist das von Sanaa geplante Neue Museum für Zeitgenössische Kunst nicht langweilig, konzediert Sebastian Moll.
Besprochen wird die Ausstellung "Preußen in Ägypten - Ägypten in Preußen" im Museum für Islamische Kunst in Berlin, Roland Schwabs Version von Eugen d'Alberts Oper "Tiefland" an der Deutschen Oper Berlin, die theatralische Aufarbeitung der fünfziger Jahre mit Stücken von drei Nachwuchsautoren an der Berliner Schaubühne und ein Auftritt des Komikers Otto in Frankfurt.
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Weitere Medien, 03.12.2007
Oliver Gehrs reißt in einem Kommentar für brandeins beunruhigende Perspektiven für die Printpresse auf: "Gemessen an der Zeit, die Menschen mit Medien verbringen, verdient die Print-Branche überproportional viel Geld, und das wird nun umverteilt. So machen Magazine nur noch fünf Prozent der Mediennutzung aus, bekommen aber 20 Prozent des Werbeumsatzes. Und nur noch vier Prozent der Mediennutzungsdauer entfallen auf Tageszeitungen, aber fast ein Viertel der Werbung. Beim Internet ist es umgekehrt: 18 Prozent ihrer Zeit, die sie für Medien investieren, verbringen die Menschen im Web, Tendenz steigend. Der Anteil am Werbeumsatz lag 2006 aber nur bei neun Prozent. Diese Unwucht im nationalen Werbemarkt, auf dem es aufschwungbedingt satte fünf Milliarden Euro zu verteilen gibt, macht nun alle ganz wuschig."
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Der Tagesspiegel, 03.12.2007
"Erneuten Vatermord" wirft Ex-Dissident Wolfgang Templin der Abrechnung Florian Havemanns mit seinem Vater und mit Wolf Biermann vor: "Was treibt den mittlerweile mehr als erwachsenen Sohn, nach der ersten Abrechnung vor 30 Jahren, nun zum potenzierten Vatermord? Sind es wirklich nur erhoffte Publizität und die neuen Freunde aus PDS-Kreisen, die als Kronzeugen von Behauptungen, Vermutungen und Gerüchten auftreten? Robert Havemann passt auf kein Podest und ist sicher nicht allen seinen Kindern ein guter Vater gewesen. Fast alle, die sich in den beiden letzten Jahrzehnten der DDR mit ihm trafen, wussten das. Sie spürten aber, welche Kraft darin steckte, den 'ich geh ja aufrecht aber leicht geduckt'-Gestus der kritischen Salon-Intellektuellen zu überwinden, ins Freie zu kommen und sich auf neue Menschen einzulassen."
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Die Tageszeitung, 03.12.2007
Wo sind nur all die mittleren Einstellungen hin, fragt sich Dirk Knipphals bei Martin Gypkens' Verfilmung von Judith Hermanns "Nichts als Gespenster". "Zu weit weg oder zu nah dran - im übertragenen Sinne trifft der Film da etwas. Man stößt darauf in Erzählungen um Gefühlsdinge häufiger, und vielleicht ist das wirklich ein Ausdruck unserer Zeit: dieses unverbundene Nebeneinander von vollkommenem Bescheidwissen im Prinzip und im Ganzen (in der Totalen) und einer ebenso vollkommenen, tja: fast schon Blödheit, wenn es um die Anwendung und ums Detail geht (die Großaufnahme)."
Weiteres: Steffen Grimberg kommentiert nicht ohne Genugtuung den bervorstehenden Abgang von Spiegel-Kulturchef Matthias Matussek. Dietmar Kammerer kommt auf die Diskussion zu Migration und Kino zu sprechen, die Vorveranstaltung zur Verleihung des Europäischen Filmpreises (Gewinner). In der zweiten taz untersucht Roland Schöbl, angeregt durch einen ägyptischen Fall, den Umgang mit der Milchverwandtschaft in verschiedenen Kulturen.
Besprochen wird Roland Schwabs Inszenierung von Eugen DAlberts Oper "Tiefland" an an der Deutschen Oper in Berlin.
Und Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 03.12.2007
Eine "Angst vor dem sichtbaren Islam" konstatiert Sieglinde Geisel, die sich die verschiedenen Moschee-Projekte in Berlin angesehen hat: "In den letzten Jahrzehnten sind die Moscheen ständig gewachsen, längst schon dienen sie nicht nur für Gebete, sondern auch als soziale Einrichtungen. Die zweite Generation der Einwanderer denkt nicht mehr an Rückkehr, und damit wächst der Wunsch, in der deutschen Gesellschaft sich mit repräsentativen Bauten einzurichten. Doch gerade die auf Dauer angelegte Sichtbarkeit einer Moschee weckt Ängste. Dass der Moscheebau eines islamischen Wohltätigkeitsvereins am Görlitzer Park in Kreuzberg kaum auf Widerstand gestoßen ist, liegt auch daran, dass das siebenstöckige Gebäude mehr an ein Einkaufszentrum als an eine Moschee erinnert."
Weiteres: In einem ausführlichen Artikel lobt Anneli Klostermeier das National Theatre of Scotland. Jan-Heiner Tück stellt Papst Benedikts zweite Enzyklika "Spe salvi" vor, ein "imaginäres Kolloquium" abendländischer Philosophie, das die Hoffnung als performative Kraft des Gläubigen hervorhebt. Peter Hagmann rühmt den Komponisten Salvatore Sciarrino nach einem Konzert mit seinen Werken im Collegium Novum Zürich als Meister der "kunstvoll flüsternden Musik". Marianne Zelger-Vogt freut sich über die Entscheidung des Stadttheaters Bern, Jules Massenets Aschenputtel-Vertonung "Cendrillon" aufzuführen, findet Johannes Eraths Inszenierung jedoch weniger märchenhaft. Provozieren, aber nicht überzeugen konnte Martin Meyer das Konzert des "Klavierriesen" Grigory Sokolov in der Tonhalle Zürich.
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nachtkritik, 03.12.2007
In der krisengeschüttelten Berliner Volksbühne hat Frank Castorf seine Version von Erich Kästners "Emil und die Detektive" vorgestellt - bzw. eine seiner beiden Versionen, nämlich die für Zuschauer ab 17 Jahren. (Es gibt auch eine ab 9, die ist dann heute erstmals zu sehen.) Wolfgang Behrens weiß nicht so genau, was er von der Angelegenheit halten soll - einzigartig jedenfalls sei immer noch der Volksbühnen-Darstellerstil, in den sich diesmal die mitwirkenden Kinder nahtlos einfügen: "Man wird schon sagen dürfen, dass Milan Peschel sich in seiner bisherigen Karriere als ein Darsteller von mittleren Gnaden gezeigt hat, nicht unbegabt, aber in seinen Mitteln eklektizistisch und begrenzt: Hier, in diesem Umfeld, ist er der handwerkliche Star. Denn um ihn herum toben die Unschauspieler, die Typen und Originale, die Knallchargen und Brüllaffen. Georg Friedrich spielt Emils Oma dämlich travestierend und dauerlaut mit Thierse-Bart, Kopftuch und Baseballschläger; Volker Spengler spielt Volker Spengler; und die schauspielerische Leistung der Damen Luise Berndt und Ewa Mostowiec ist nach konventionellen Maßstäben eigentlich gar nicht bestimmbar."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2007
Eher unfreiwillig lustig muss es zugegangen sein bei der Europäischen Filmpreisgala in Berlin, von der Andreas Kilb diese Eindrücke liefert: "Die Feier der Europäischen Filmakademie am Samstag war ein Stück aus der 'Dogma'-Rumpelkammer, mit vielen verpatzten Einsätzen, echten und falschen Tränen und einem berühmten australischen Kameramann, der betrunken auf der Bühne herumtobte, aber ohne den Kontrollblick eines Lars von Trier."
Weitere Artikel: Jürgen Kaube hat den nach langen Rechtsstreitigkeiten demnächst zur Besichtigung freigegebenen sagenumwobenen Zettelkasten des Soziologen Niklas Luhmann schon mal gesehen: Sichtbar wird darin, wie er findet, die Geburt der modernen Gesellschaftstheorie aus dem Geist der Verwaltung. (Und hier ein Video, in dem Luhmann den Zettelkasten selbst erklärt.) In der Glosse hat es Klaus Ungerer mit Ordnern. Die kurzfristige Trennung des Klett-Verlags von seinem Wissensbuch-Imprint Booklett kommentiert Katharina Teutsch. Andreas Kilb hat sich in Berlin-Schönefeld bzw. im "großen Nichts, das einmal ein Großflughafen werden soll", umgesehen. Paul Ingendaay porträtiert den mit dem Cervantes-Preis ausgezeichneten argentinischen Schriftsteller Juan Gelman. Von amerikanischen Diskussionen über Organhandel berichtet Katja Gelinsky. Auf der Medienseite erklärt Nina Rehfeld, wie den nicht zuletzt wegen der Online-Rechte streikenden Hollywood-Autoren das Internet auch zugute kommen kann.
Besprochen werden ein Hamburger Musical-Verschnitt von Udo-Jürgens-Liedern, Roland Schwabs Inszenierung von Eugen d'Alberts "Tiefland" an der Deutschen Oper in Berlin, ein Bühnenauftritt des Comiczeichners Fil in Kreuzberg, die Ausstellung "Neue Heimat" in der Berlinischen Galerie und Bücher, darunter die in neuer Übersetzung erschienene 1001-Nacht-Fortsetzung "Der Dynamitverschwörer" des Ehepaars Fanny van de Grift und Robert Louis Stevenson sowie auf der Sachbuchseite David M. Buss' evolutionsbiologische Studie "Der Mörder in uns" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 03.12.2007
Mit der neuen Möglichkeit, Hautzellen in Stammzellen zu verwandeln, wird die ethische Diskussion nicht einfach verstummen, prophezeien die Münsteraner Philosophie-Professoren Kurt Bayertz und Ludwig Siep. "Wenn es nämlich möglich ist, beliebige Körperzellen (zum Beispiel Hautzellen) in pluripotente Stammzellen umzuprogrammieren, dann ist es wahrscheinlich auch möglich, sie in totipotente Zellen zu verwandeln. Wenn jede Zelle aber zu einer Art 'Verschiebebahnhof' wird, dann hängt ihre Entwicklungsmöglichkeit primär vom menschlichen Handeln ab. Die Gleichsetzung der Begriffe 'totipotente Zelle' und 'schützenswertes Menschenleben' wird also gewiss nicht plausibler - der ethische Pluralismus bleibt bestehen. Sicher kann man versuchen, Forschungen zu fördern, die ethische Überzeugungen einer Gruppe weniger verletzen als andere. Der einzige Grund für Forschungspolitik kann das aber nicht sein."
Für Willi Winkler (50) eine Riesenüberraschung: "Ich war noch niemals in New York", das am Wochenende im Hamburger Operettenhaus gestartete Musical über Udo Jürgens, "das zielgruppensicher die alternde Gesellschaft als Rahmenhandlung nutzt, ist trotzdem grell, überdreht, komisch, unterhaltsam".
Weiteres: Dirk Meyhöfer wandelt durch die 7. Architekturbiennale in Sao Paulo und könnte sich den deutschen Beitrag, Stefan Eberstadts Rucksackhäuser, durchaus in Brasilien vorstellen. Anke Sterneborg dankt den unbotmäßigen Chris Doyle und Jeanne Moreau, die durch die fröhliche Verwendung des f***-Worts die einschläfernde Routine des Europäischen Filmpreises (Gewinner) unterbrachen. Wolfgang Schreiber stellt die neunzehnjährige Pianistin Lise de la Salle vor, die heute abend in München auftritt und schon mit Helene Grimaud verglichen wird. Lothar Müller ist bei der Eröffnung des neuen Collegium Hungaricum in Berlin dabei. Egbert Tholl resümiert das Theaterfestival "Spielart 2007" in München.
Auf der Medienseite annonciert Stefan Fischer das BR-Hörspiel von Hermann Brochs großem Roman "Die Schlafwandler".
Besprochen werden Dimiter Gotscheffs Inszenierung von Heiner Müllers "Anatomie Titus Fall of Rome" am Deutschen Theater in Berlin, Sonja Heiss' Film "Hotel Very Welcome", Christo Bakalskis Film über Angelika Schrobsdorff "Ausgerechnet Bulgarien",
DVD-Veröffentlichungen wie Leander Haußmanns "Kabale und Liebe", Kylie Minogues Album "X" und Bücher darunter Elmar Schenkels Biografie von Joseph Conrad "Fahrt ins Geheimnis" sowie der Sammelband "Exklusive Solidarität" über den Antisemitismus der Linken in Deutschland (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





