Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Perlentaucher-Autoren
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
"besonderer Zugang zum göttlichen Willen"
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
12.11.2007. Berserker, Kraftlackel, Schwergewichtsschreibmonster: Alle Zeitungen nehmen Abschied von Norman Mailer. Die taz besucht die Stadt Sarajewo, die entlang ethnischer und religiöser Narben auseinanderzubrechen droht. In der SZ ermahnt Norbert Bolz die Architekten: Die Welt des Konsums zu verachten, reicht nicht, es kömmt darauf an, sie zu verändern. In der Welt warnt Udo di Fabio vor einer Selbstabschaffung des Westens aus Angst vorm Terrorismus.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Die Welt, 12.11.2007
Der Verfassungsrichter Udo di Fabio richtet in einer von der Welt nachgedruckten Rede mahnende Worte an die Politik, die dem Terrorismus mit immer größeren Rechtsbrüchen und Freiheitsbeschneidungen begegnet: "Die intellektuelle Lust am antizipierten Ausnahmezustand ist kein guter Ratgeber. Sie verfehlt auch ihr erklärtes Ziel, durch harte Maßnahmen mehr Sicherheit für die Freiheit zu schaffen. Der amerikanische 'Krieg gegen den Terror' wird durch die Schaffung von Sonderrecht auf Guantanamo oder durch eigenwillige Interpretationen des Völkerrechts nicht effektiver gemacht, sondern a la longue geschwächt: So kann der Westen von vornherein nicht gewinnen, er verliert in dem Maße, in dem er nicht Westen bleibt."
Weitere Artikel: Im Feuilleton schreibt Wieland Freund den Nachruf auf Norman Mailer. Hannes Stein sammelt amerikanische Stimmen zum Tod des Autors. Peter Dittmar kommentiert die Umbenennung der Hannoveraner Kestner-Museums in "Museum August Kestner", abgekürzt MAK. Berthold Seewald wendet sich gegen die Änderung des Erbrechts, welches dem Bürgertum durch Besteuerung hinterlassenen selbstbewohnten Hausbesitzes den Boden unter den Füßen wegziehe. Thomas Hahn stellt den Regisseur Olivier Py vor, der die Leitung des Pariser Theatre de l'Odeon übernimmt. Herbert Kremp erinnert an die Passchendaele-Schlacht vor 90 Jahren im Ersten Weltkrieg, die letzte der Vernichtungsschlachten dieses Krieges.
Besprochen werden ein Auftritt der Band Arcade Fire in Berlin, ein Beethoven-Tanzabend des Choreografen Jörg Mannes in Hannover, Alvis Hermanis Spektakel "The Sound of Silence", das auf den Liedern Simon & Garfunkels aufbaut, in Berlin und Robert Zemeckis "Beowulf"-Verfilmung.
Auf der letzten Seite porträtiert Uwe Schmitt den Obdachlosen Tom Murphy, der nebenbei einer der besten Schachspieler der USA ist - eine große Reportage in der Washington Post hatte zuerst auf seine Geschichte aufmerksam gemacht.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Rundschau, 12.11.2007
Sebastian Moll reiht den verstorbenen Norman Mailer in die amerikanische Literaturtradition ein: "Seit Ralph Waldo Emerson und Henry David Thoreau ist laut dieser Theorie der amerikanische Intellektuelle eine Figur, die einen besonderen Zugang zum göttlichen Willen verspürt."
Weiteres: Peter Michalzik schreibt zum Tod des Schauspielers Romuald Pekny. K. Erik Franzen wird auf dem Obersalzberg bei den ganzen Hakenkreuz-Graffiti ganz mulmig zumute. Christian Schlüter kommentiert Andrea Ypsilantis Auftritt mit Peter Sloterdijk in einer Times mager. Jutta Rippegather fasst den Frankfurter Landesmedientag der Deutschen Journalisten-Union zusammen.
Besprochen werden George Benjamins deutsche Erstaufführung von Martin Crimps Rattenfänger-Variation "Into the Little Hill" in der Oper Frankfurt.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 12.11.2007
Irene Binal erinnert an den am Samstag verstorbenen Schriftsteller Norman Mailer, der nichts ausließ, um "sich selbst in Szene zu setzen, ob mit Alkohol- und Drogenexzessen, blutigen Schlägereien, insgesamt fünf Scheidungen, einer Messerattacke auf seine zweite Frau, Adele, oder mit wilden Polemiken gegen seine Kritiker... Selbstverliebte Egozentrik wurde Mailer ebenso vorgeworfen wie reine Publizitätssucht. Und doch war Mailers scheinbar unerschöpfliche Vitalität zuallererst nichts anderes als die notwendige Bedingung für seine Schaffenskraft."
Weiteres: Aldo Keel kommentiert das Schulmassaker im finnischen Jokela. Zwei Artikel widmen sich der Bibliotheca Hertziana des MPI für Kunstgeschichte in Rom, wo der auf Stelzen gebaute Neubau des spanischen Architekten Juan Navarro Baldeweg nicht nur Bibliothekaren neuen Platz schafft, sondern auch Archäologen Grabungen in der einstigen Villa des Lucius Licinius Lucullus ermöglicht.
Besprochen werden die Tagung "Gebaute Ideologie" im Münchner Haus der Kunst und die Ausstellung über Camillo Procaccini in der Pinakothek Züst in Rancate.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Die Tageszeitung, 12.11.2007
Uwe Rada schildert, wie Sarajevo entlang ethnischer und religiöser Narben auseinanderzubrechen droht: "Gleich hinterm östlichen Rand der Stadt entsteht derzeit ein neues, ein serbisches Sarajevo. Am Busbahnhof von Istocno-Sarajevo (Ostsarajevo) dominiert das Kyrillische. Hier kommen die Busse aus Belgrad an, aus Banja Luka, der Hauptstadt der bosnischen Serbenrepublik, oder aus Pale, der zehn Kilometer nordöstlich von Sarajevo gelegenen Hochburg des ehemaligen bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic. Ostsarajevo befindet sich auf dem Territorium der Republika Srpska, die Grenze zur bosnisch-kroatischen Föderation verläuft nicht weit vom Busbahnhof."
Die taz verabschiedet Normal Mailer auf der Seite eins als "Ego, Macho und Rebell", Alexander Cammann schreibt den Nachruf: "irrlichternd, aufbrausend und niemals leise verkörpert er Amerikas Fähigkeit zur Selbstkritik". (Hier eine Auswahl seiner wichtigsten Bücher)
Weiteres: Ekkehard Knörer resümiert eine Berliner Konferenz zur Kulturwirtschaft. Eine Besprechung nimmt sich Jörg Buttgereits "sehr comichafter" Inszenierung seines eigenen Hörspiels "Captain Berlin vs. Hitler" am Berliner HAU-Theater an.
Und Tom.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2007
Jordan Mejias verabschiedet das amerikanische Original Norman Mailer: "Sein Leben lang hat Norman Mailer das Leben zum Kampf herausgefordert. 'Existentiell', sagte er mir mit einem Augenzwinkern, 'ist mein Lieblingswort.' So reihen sich auch seine beiden letzten Werke nahtlos in ein überbordendes Oeuvre von zweieinhalb Dutzend Bänden, die sich an den Fundamenten Amerikas und des amerikanischen Bewusstseins zu schaffen machen."
Weitere Artikel: In der Glosse erfahren wir, dass Richard Kämmerlings am 9. November in einer Art Zug der deutschen Einheit festsaß. Gina Thomas erzählt, dass ein eigentlich ganz unschuldiges Restaurant im Volksmund "The Adolf" heißt, weil auf dem Wirtshausschild der Dichter John Masefield (Bilder) dem Falschen ähnlich sieht. Joseph Hanimann war dabei, als im Park des Dichters Chateaubriand Diplomatenbäumchen gepflanzt wurden. Von einer Münchner Tagung, auf der es um heilige und möchtegernheilige Kriege ging, berichtet Florentine Fritzen. Dieter Bartetzko porträtiert den Architekten Christian de Portzamparc (Bilder von Bauten hier oder hier), der in Los Angeles ein gewaltiges Filmmuseum bauen soll. Heike Hupertz stellt das Frankfurter "Science Lab" und andere naturwissenschaftliche Experimentierkurse für Kinder vor.
Besprochen werden die Berliner Uraufführung von Alvis Hermanis' "The Sound of Silence", die deutsche Erstaufführung von George Benjamins Kammeroper "Into the Little Hille" in Frankfurt, der Kurzopernabend an der Berliner Volksbühne, eine Ausstellung mit Fotografien von Roswitha Hecke im Berliner Gropius-Bau und Bücher, darunter Donald McCaigs Klassikerfortsetzung aus männlicher Perspektive "Rhett" und Michael Gieseckes Studie "Die Entdeckung der kommunikativen Welt" (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 12.11.2007
Monumentalität ist das neue alte Gebot im Städtebau, stellt der Medienwissenschaftler Norbert Bolz fest, und fordert Architekten auf, den Kommerz zu umarmen. "Der Markt ist der unsichtbare Architekt unserer Städte. Und wo sie hässlich sind, rächt es sich eben, dass die Architekten diese Welt des Konsums immer nur verachtet haben - es käme heute darauf an sie zu verändern. Kluge Köpfe wie Jon Jerde und Rem Koolhaas haben erkannt, dass die Wiederbelebung der Stadt von den konsumbasierten öffentlichen Räumen ausgehen muss."
Weitere Artikel: Norman Mailer - "Berserker, Kraftlackel, Schwergewichtsschreibmonster" - erhält einen Nachruf von Willi Winkler, in dem vor allem das Selbstvermarktungsgenie Mailer gewürdigt wird. Christian Kortmann würdigt YouTube nach tausend Tagen Existenz als zentralen Sammelpunkt der visuellen Kultur. Franziska Brüning porträtiert Francisco Graells alias Pancho, einen der vier Haus-Karikaturisten von Le Monde. Jörg Häntzschel notiert, dass neben den Drehbuchschreibern jetzt auch New Yorks Bühnenarbeiter streiken. Johan Schloemann war dabei, als das Historische Kolleg in München über "Heilige Kriege" diskutierte und dem Kollegen Gerhard A. Ritter den Historikerpreis vermachte. Joanne K. Rowling klagt gegen das geplante Harry-Potter-Lexikon eines amerikanischen Verlags, wie gemeldet wird.
Auf der Medienseite fragt sich Thomas Schuler, warum die Bancroft-Familie ausgerechnet eine 27-jährige Sängerin aus Genf in den Aufsichtsrat von Rupert Murdochs News Corporation schickt.
Im Literaturteil ist Martin Mosebachs Rede auf Robert Gernhardt zu lesen, gehalten anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung mit Gernhardts Tagebüchern im Marbacher Literaturarchiv. "Der Dichter als Mineraloge: er schlägt mit seinem Hämmerchen auf nichtssagend graue Steine, die zerspringen und in ihrem Innern eine funkelnde Druse enthalten. In diesen Regionen des Dichtens ist die Form als strenge Zuchtmeisterin ganz zurückgetreten und beinahe unauffällig geworden. Herrin ist sie eben nur für den lyrisierenden Dilettanten; für Robert Gernhardt war sie eine gehorsame und ergebene Dienerin."
Besprochen werden Alvis Hermanis' Inszenierung der Auftragsarbeit "The Sound of Silence. Ein Konzert von Simon & Garfunkel 1968 in Riga, das nie stattgefunden hat" für das Festival "spielzeiteuropa" der Berliner Festspiele, ein Beethoven-Abend mit dem niederländischen Pianisten Ronald Brautigam am vergangenen Freitag im Herkulessaal, Anna Ditges' Film "Ich will Dich" über Hilde Domin, neue DVD-Veröffentlichungen wie Terry Gilliams "Tideland", sowie eine Hörvariante von Katherine Mansfields Sottise "Deutsche beim Fleisch".
Archiv: Heute in den Feuilletons
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Grenzen spielen eine ambivalente Rolle
25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen
Belebung der Leiber
24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen
Pragmatische Theorie der Tücke
23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus. In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Gelegentlich auch finster und bizarr
22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen
Figur der Jederzeitlichkeit
21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen. Mehr lesen
Auch bei geringsten dynamischen Graden
19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen
Das Theater, es lebt, es lebt
18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen
Sie rezensieren, loben und verbreiten auch
16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen
Viel mit der Hand abgeschrieben
15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen
Von bürgerlichen Medien empfohlen
14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen
Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt
12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen
Auch das Spiel folgt Regeln
11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen
Man versucht, die Revolution herauszuhalten
10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen
Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf
09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen








