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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

"Das nenne ich Kreolisierung"

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

22.10.2007. Die FAZ sah einen Francis Ford Coppola in Rom, der wie ein Buddha war. Die SZ lässt sich von Edouard Glissant erklären, was Kreolisierung ist. Die Welt fragt, was Nicolas Sarkozy mit der alljährlichen Verlesung des Briefs von Guy Moquet an den französischen Schulen bezweckt. Die taz kritisiert die Fixierung des französischen Staates auf religiöse Vertreter des Islam, die die säkularen Netzwerke der Immigranten immer mehr verdrängen. Die NZZ lässt sich in der britischen Bahn von Heißluftballons überholen.

Welt | NZZ | FR | TAZ | FAZ | SZ

Welt, 22.10.2007

Johannes Wetzel berichtet von einer neuen Debatte in Frankreich. Es geht um den Abschiedsbrief eines jungen, 1941 hingerichteten Kommunisten, der nun jeweils am Todestag des Jungen in Radio, Fernsehen und Schulen verlesen werden soll. Das Problem sei jedoch, wie Wetzel schreibt, dass man nicht so genau sagen kann, ob der junge PCF-Kämpfer Guy Moquet wirklich gegen die Nazis oder vielmehr gegen Vichy und seine "Industriemagnaten" stand: "Denn die PCF war 1939 wegen ihrer Unterstützung des Hitler-Stalin-Pakts und des Widerstands gegen die Kriegserklärung an Deutschland aufgelöst worden. Auch Guy Moquets Vater, ein kommunistischer Abgeordneter, saß deshalb in Haft. Nach dem Mord an dem Wehrmachtsoffizier Karl Hotz in Nantes ordneten die deutschen Besatzer die Erschießung von 48 Geiseln an, die mit Hilfe der Vichy-Behörden ausgewählt wurden. Guy Moquet war einer von 27 Kommunisten aus einem Internierungslager bei Nantes."

Weiteres: Im Interview mit Wieland Freund spricht der Autor Robert Harris über seinen von Tony Blair inspirierten Polit-Thriller "Ghost". Am Rande widmet sich Rainer Haubrich den Versuchen der Stadtschloss-Gegner, möglichst historisierende Entwürfe zu verhindern.

Besprochen werden die große Schau zum späten Tizian im Kunsthistorischen Museum in Wien, Jürgen Goschs Inszenierung von Shakespeares "Was ihr wollt" in Düsseldorf, Francis Ford Coppolas Verfilmung von Mircea Eliade gleichnamiger Novelle "Jugend ohne Jugend", Filme des ungarischen Regisseurs Miklos Jancso auf DVD und Josef von Sternbergs "Jet Pilot" ebenfalls in neuer Edition.

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NZZ, 22.10.2007

Als ziemlich surreal beschreibt Georges Waser das marode britische Bahnsystem, bei dem es schon mal passieren kann, dass man in der Bahn von Heißluftballons überholt wird. Elftausend Jahre Verspätung hätten sich seit der Privatisierung der Bahn 1996 angesammelt. "Längst legendär sind einige der seit 1996 immer häufiger gewordenen Lautsprecheransagen, mit denen die privaten Gesellschaften ihre verspäteten Züge zu entschuldigen suchen. Im Winter ist 'die falsche Art von Schnee', im Sommer 'die falsche Art von Sonne' die wohl berühmteste Ausrede für Verspätungen; im Herbst hingegen gelten 'Blätter auf den Bahngeleisen' als ein großes Hindernis. Aber auch 'Schatten auf den Schienen' waren schon ein Grund für Unpünktlichkeit."

Weiteres: Jeannette Villachica spricht mit der Krimiautorin Andrea Maria Schenkel über deren literarischen Erfolg. Urs Schoettli freut sich über drei kürzlich eröffnete Museen in Tokios boomendem Roppongi: das Suntory Museum, das Mori Art Museum im 53. Stockwerk des Mori Towers  und das National Art Center.  Bei der Textilarbeiten-Ausstellung "L'envers et l'endroit" im "art brut"-Museum in Lausanne vermisst Marguerite Menz wichtige Künstler. Daniel Ender erhofft sich vom neuen Intendanten der Volksoper Wien Robert Meyer neue Töne.

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FR, 22.10.2007

Marcus Woeller kann die Retrospektive über den Architekten Hans Poelzig in der Berliner Akademie der Künste rundum empfehlen. In den USA wird heftig über die Krimiserie "K-Ville" diskutiert, die erstmals das nach dem Hurrikan Katrina derangierte New Orleans als Kulisse nutzt, wie Sebastian Moll berichtet. Martin Dahms meldet, dass das Guggenheim-Museum in Bilbao eine Fotoausstellung zeigt, in der ETA und Polizei auf eine Stufe gestellt werden. In der Times mager sorgt sich Harry Nutt um die Kulturförderung aus den Glücksspiel- und Lotterieeinnahmen, die kontinuierlich sinken. Arno Widmann fühlte sich bei der Göttinger Geburtstagsfeier für Günter Grass zu seinem Leidwesen wie bei einer Talkshow.

Besprochen werden Michaela Melians Album "Los Angeles" und Elmar Goerdens Inszenierung von Shakespeares "Was ihr wollt" am Schauspielhaus Bochum.

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TAZ, 22.10.2007

Dass der französische Staat immer häufiger auf Moscheen und islamische Kulturvereine zugeht, um sie als Vermittler zu gewinnen, ist reiner Selbstzweck, meint Götz Nordbruch auf der Meinungsseite: Es kostet am wenigsten. Verlierer seien die säkularen Netzwerke der migrantischen Communitys. "Wie aus einer anderen Zeit klingen heute Parolen wie 'Mach meinen Kumpel nicht an!' und 'Bleiberecht für alle!', die in den 80ern und 90ern von türkischen, kurdischen, arabischen und iranischen Arbeiter- und Kulturvereinen in die Öffentlichkeit getragen wurden. Im Unterschied zu heutigen Debatten ging es damals um konkrete politische und soziale Rechte; Religion spielte noch überhaupt keine Rolle. Trotz ihres Einflusses auch unter Jugendlichen werden diese nichtreligiösen Netzwerke als Vermittler bei Konflikten heutzutage fast regelmäßig übergangen. Wohl nicht ohne Grund: Auf ihre Forderungen einzugehen würde ja voraussetzen, sich ernsthaft mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Möglichkeiten der politischen Partizipation von Migranten zu beschäftigen."

Im Kulturteil erklärt Dorothea Hahn, warum das neu eröffnete Museum für Immigration in Paris von der Regierung geschnitten wird. Jenny Zylka annonciert Rockabilly als neuen Großtrend.Barbara Schweizerhof hat auf dem Filmfestival in Rom mit Francis Ford Coppolas neuem Film "Youth without youth" eine Enttäuschung erlebt: "Das Enttäuschende an 'Youth without youth' ist nicht die mysteriöse Handlung, sondern die Tatsache, dass Coppola sich beim Erzählen auf allerbiederste Lösungen verlässt: Der ganze Film ist in jenes Nostalgie-Gelb getaucht, das 'alte Zeiten' schreit."

Und Tom.

Stichwörter: Dorothea Hahn, Paris

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FAZ, 22.10.2007

Verena Lueken hat auf dem Filmfestival in Rom Francis Ford Coppolas ersten Film seit zehn Jahren gesehen, "Youth Without Youth" nach Mircea Eliade, eine offensichtlich recht komplexe Angelegenheit über einen Linguisten auf Zeitreise. Beeindruckend war aber auch der Regisseur auf dem Podium: "Das Festival zeigte nicht nur Coppolas Film, es brachte auch den Regisseur und seine Familie nach Rom. Bei den öffentlichen Diskussionen saß Coppola wie ein Buddha auf der Bühne, zum gelben Hemd über grauer Hose trug er hellblaue Socken, er blieb stoisch höflich bei den doofsten Fragen, und er strahlte eine Ruhe aus, die es unwahrscheinlich erscheinen lässt, dass ihn Einwände gegen seinen Film auch nur im Geringsten berühren könnten. Dort saß einer, der sich unabhängig gemacht hat von den Eitelkeiten der Filmindustrie, von den Mechanismen der Vermarktung, von kommerziellen Überlegungen sowieso und von Selbstüberschätzung auch."

Weitere Artikel: Jürg Altwegg beschreibt in der Leitglosse, wie Nicolas Sarkozy heute durch die Verlesung des Briefs von Guy Moquet (eines kommunistischen Resistant, der mit 17 Jahren von den Nazis hingerichtet wurde) eine Stimmung nationaler Erbauung schaffen will. Zu lesen ist auch ein Interview mit dem Historiker Max Gallo zum Thema. Patrick Bahners war dabei, als Richard Ford in Berlin aus seinem Roman "Die Lage des Landes" las. Jürg Altwegg stellt die neue französische Zeitschrift La Revue internationale des livres et des idees (Inhalt) vor, die den Anspruch der New York Review of Books mit den Glaubenssätzen der Bourdieuschen Lehre verbinden will. Gina Thomas meldet, dass die Booker-Preisträgerin Anne Enright in einem öffentlichen Tagebuch, das aber erst jetzt von der Allgemeinheit bemerkt wurde, ihre Genervtheit über das Paar Gerry und Kate McCann bekannte. Und Robert von Lucius schreibt zum Tod des südafrikanischen Popstars Lucky Dube.

Auf der Medienseite berichtet Paul Ingendaay, dass ein kritischer Leitartikel über Che Guevara aus Anlass seines vierzigsten Todestags in El Pais für einen solchen Zorn sorgte, dass zwei Drittel der Redakteure in einem Antwortschreiben protestierten.

Auf der letzten Seite schildert Kerstin Holm neueste Luxusobszönitäten der Moskauer Superreichen und ihrer Partykönigin Uljana Zejtlina. Katja Gelinsky stellt das Innocence Project des Anwalts Peter Neufeld vor, das mit DNA-Analaysen und anderen Methoden inzwischen in über 200 Fällen die Unschuld von Verurteilten im amerikanischen Strafsystem nachgewiesen hat. Und Manfred Lindinger porträtiert den Physiker Horst Schmidt-Böcking, der als erster Deutscher den Davisson-Germer-Preis der Amerikanischen Physikalishen Gesellschaft erhält.

Besprochen werden die Ausstellung "Kunstmaschinen - Maschinenpark" in Frankfurt, eine Ausstellung über die Popliteratur in Düsseldorf, eine Choreografie Sidi Larbi Cherkaouis in Berlin, der Film "Jagdhunde" von Ann-Kristin Reyels und Bücher, darunter Seyran Ates' "Multikulti-Irrtum" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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SZ, 22.10.2007

Werner Bloch besucht den Autor Edouard Glissant, der auf Martinique seit kurzem ein Institut zur Erforschung der Sklaverei leitet. "Glissants griffigste Formel ist jene vom 'archipelischen Denken'. Er begrüßt die Vermischung von Rassen und Kulturen, die, so sagt er, in der Karibik beispielhaft stattfand: eine kulturelle Explosion, zum Beispiel in den kreolischen Sprachen, wo europäische Wörter auf eine dafür niemals vorgesehene afrikanische Syntax treffen - und natürlich in der Musik. 'Wenn Sie eine afrikanische Rhythmik nehmen und westliche Instrumente, Saxophon, Geige, Klavier, Posaune, dann haben Sie den Jazz. Das nenne ich Kreolisierung. Ich bin sicher, dass die Asiaten und die Hispanos, die Weißen und Schwarzen in den Städten Kaliforniens einmal etwas Neues hervorbringen, das genau so wunderbar sein wird wie der Jazz.'"

Weitere Artikel: Burkhard Müller überlegt, was das südlastige Ergebnis des Universitäts-Exzellenzwettbewerbs (zwei Drittel der deutschen Elite-Unis stehen in Bayern und Baden-Württemberg) bedeutet und hält am Ende fest: "So bleibt es bestimmt nicht; und es war schon mal schlimmer." Stefan Koldehoff erzählt die Geschichte des ehemaligen Joghurt-Managers Dominique Janssens, der vor Vincent van Goghs Todeshaus einen Unfall hatte und jetzt über eine Website Geld sammelt, um dort ein Bild des Meisters ausstellen zu können. Eingelullt wurde Claudio Gutteck bei einer Lesung aus Richard Fords neuem Roman in der Münchner Uni. Gemeldet wird, dass der niederländische Schriftsteller Jan Wolkers gestorben ist. Fritz Göttler gratuliert der Schauspielerin Joan Fontaine, bekannt durch Rollen bei Hitchcock und Ophüls, zum neunzigsten Geburtstag. Ein deutsch-italienisches Projekt will jetzt festsellen, wie die Soldaten beider Länder den Zweiten Weltkrieg erlebt haben, infomiert Franziska Brüning. Alexander Kissler wertet eine Rede Martin Mosebachs zum Gedenken an den Maler Peter Schermuly als Proömium zur Dankesrede für den Büchner-Preis.

Besprochen werden Jürgen Goschs Version von Shakespeares "Was ihr wollt" am Schauspielhaus Düsseldorf (bei der sich Vasco Boenisch in den "einhelligen Jubel" einreiht), eine Ausstellung mit Bildern von Gustav Klimt aus den Sammlungen von Ronald S. Lauder und Serge Sabarsky in der Neuen Galerie in New York, die Schau mit den Bewerbern um den diesjährigen Turner-Preis in der Tate Liverpool, ein Gastspiel des St. Petersburger Mariinsky-Theaters mit Prokofjews "Spieler" und Tschaikowskys "Onegin" im Theater an der Wien, Angelina Maccarones Film "Vivere" mit Hannelore Elsner, DVD-Neuerscheinungen aus dem Americana-Genre und Bücher, darunter eine Studie über "Die Wochenzeitung 'Junge Freiheit'", Andreas Steens Darstellung "Zwischen Unterhaltung und Revolution" über die Anfänge der Musikindustrie in China sowie Juli Zehs Roman "Schilf" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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