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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
31.07.2007. Die Feuilletons würdigen Ingmar Bergman als säkulare Figur. Die SZ sieht ihn als Regisseur eines Natur- und Sommerkinos, der Tagesspiegel als Magier des Schmerzes, der Einsamkeit und des Verrats. Die FAZ stellt ihn in eine Reihe mit Tschechow und Strindberg. Die NZZ erinnert daran, dass die Regisseure der Nouvelle Vague schon 1958 abschließend über ihn schrieben. Welt und Titel-Magazin sprechen die europäische und universale Geltung seines Kinos an. Und die FR liebt Bergman und fertig.
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Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2007
Um was für eine säkulare Figur es sich bei Bergman handelt, wird aus einer kleinen Passage in Peter W. Jansens Nachruf deutlich: "Als er vierzig wurde, zeigte die Cinematheque française seine bis dahin entstandenen Filme, gut zwanzig an der Zahl. Damals, 1958, schrieben sie schon abschließend über ihn, die jungen französischen Kritiker und künftigen Regisseure der Nouvelle Vague, Truffaut oder Godard, der von Bergman sagte, es sei unmöglich, auf klassischere Weise modern zu sein. Damals fingen sie an, von dem Klassiker der Moderne nicht nur zu sprechen, sondern auch zu zehren."
In einem kleinen Kasten bringt die NZZ ein hübsches Zitat von Lars von Trier: "Ich habe immer starke familiäre Bande zu Ingmar Bergman empfunden und bin daher stolz, sagen zu können, dass er mich stets genauso behandelt hat wie seine anderen Kinder: vollständig uninteressiert." Und Barbara Villiger Heilig würdigt Bergman als Theaterregisseur.
Weitere Artikel: Alexandra Stäheli schreibt zum Tod des französischen Schauspielers Michel Serrault. Besprochen werden der Salzburger "Eugen Onegin" unter Andrea Breth und Daniel Barenboim, Ereignisse des Poesiefestivals "Voix de la Mediterranee" in Lodeve und Bücher, darunter, Paula Fox' neuer Roman "Gott der Albträume".
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Der Tagesspiegel, 31.07.2007
Im Tagesspiegel verabschiedet Christiane Peitz Ingmar Bergman, den "Magier und Aufklärer, der Gaukler und Melancholiker": "Er war ein grandioser Erzähler, der nie den letzten Satz haben wollte, denn das Leben währt länger. Der über 50 Kinomeisterwerke drehte, aber auch über 100 Theater- und Operninszenierungen schuf, umjubelt in Malmö und Stockholm, umstritten in seiner Münchner Zeit Ende der siebziger Jahre. Der auch noch in allerletzten Drehbüchern und Fernsehfilmen die Geschichte seiner Helden fortspann, die Saga der eigenen Eltern, das Fortleben von Marianne und Johan aus 'Szenen einer Ehe'. Und doch sind es einzelne Bergman-Bilder, unerhörte, schockgefrorene Kinomomente, die bleiben. In ihnen beschwört die Filmkunst unsere Urängste, entfesselt und bannt sie zugleich: die Angst vor dem Tod, den Schmerz, die Einsamkeit, den Verrat und die Gewalt des Sexus, die sich Bahn bricht zwischen Sünde und Selbsthass."
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Titel-Magazin, 31.07.2007
Wolfram Schütte wirft in seinem Nachruf auf Ingmar Bergman auch einen wehmütigen Blick auf eine Zeit, als sich Europa noch von Europa beeinflussen ließ. Dass seine Filme eine gesamteuropäische Resonanz fanden, lag an einer Vielzahl funktionierender Filmindustrien, schreibt Schütte: "Und dass deren Produktionen jeweils wechselseitig exportfähig waren, lässt auf eine, trotz aller national-kulturellen Unterschiede, gemeinsame Interessenslage und Lebens-Kultur rückschließen. Wahrscheinlich war Europa damals 'europäischer' als heute, wo die Idee europäischer Multikulturalität nur noch eine ideologische Illusion ist."
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Die Tageszeitung, 31.07.2007
In seinem Nachruf auf den Tagesthemenseiten zitiert Jörg Sundermeyer eine Erinnerung Ingmar Bergmans an sein Exil in München. "Das meiste, was im deutschen Theater auf mich einstürzt, ist nicht totale Freiheit, sondern totale Neurose. Was soll den armen Teufeln denn auch noch einfallen, um das Publikum und vor allem die Kritik dazu zu bringen, auch nur die Augenbraue zu heben? Ein junger Regisseur erhält den Auftrag, Kleists 'Zerbrochenen Krug' zu inszenieren. Er selbst hat das Stück siebenmal in verschiedenen Fassungen gesehen. Er weiß, dass sein Publikum von Kindesbeinen an 21 Versionen gesehen und dass die Kritik sich durch 58 Fassungen durchgegähnt hat. Jetzt kommt es also darauf an, frech zu sein, wenn man sich profilieren will. Freiheit ist das nicht."
Karl Valentin war nicht nur Komiker, sondern auch Stummfilmpionier, weiß Ekkehard Knörer nach einer Ausstellung im Deutschen Filmmuseum Frankfurt. Am besten haben ihm die "Mysterien des Friseursalons" von 1922 gefallen. "Nach Drehbucheinfällen von Bertolt Brecht, unter der Regie des später berühmten Theaterregisseurs Erich Engel, tritt Valentin als Verunstalter von Frisuren auf, der einem Kunden aus Versehen den Kopf absäbelt. Zwischendurch wird elektrisiert, gefoltert und an Liesl Karlstadts Gesicht herumgemeißelt. Keiner der Macher hatte Ahnung vom Film, sie drehten mit früher Punk-Attitüde auf dem Dachboden eines Privathauses einfach drauflos."
In der zweiten taz stellt Christina Käppeler als schlimmen Fall von Produktpiraterie die "Street GM" vor, Louis Vuittons 1900 Euro teure Antwort auf die rot-blau karierte Plastiktasche (1,50 Euro). Besprochen werden der vierte Band des Briefwechsels zwischen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer und die Ausstellung "Who's afraid of Red, Yellow and Blue" in der Kunsthalle Baden-Baden.
Schließlich Tom.
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Frankfurter Rundschau, 31.07.2007
Arno Widmann bezeugt seine lebenslange Verehrung für Ingmar Bergman. "'Das siebente Siegel', 'Licht im Winter' und 'Wie in einem Spiegel'. Ich liebte diese Filme. Ich liebte die Künstlichkeit des 'Siebenten Siegels', und als ich Jahrzehnte später einen der bestverdienenden Hollywood-Drehbuchautoren kennenlernte und der mir diesen Film als offensichtlichen Blödsinn, als absolut unspielbaren Tinnef, als Beispiel dafür, wie man es auf keinen Fall machen dürfe, entgegenhielt, da rastete ich aus und sagte ihm, er sei mit allen seinen Kassenschlagern - es sind sehr gute Filme darunter - nicht wert, Ingmar Bergman die Hand zu geben."
Peter Michalzik liebt an Christian Stückls "Jedermann" in Salzburg die Lust am Barocken. "Der 'Jedermann' ist in seiner weltumfassenden, gönnerhaften Selbstherrlichkeit wie eine Reinkarnation von Heinrich VIII. oder August dem Starken. Die allgegenwärtige, allzumenschliche Verführungskraft des Teufels ist ganz barock empfunden. Der Mammon als goldbehängter, opulenter Schwuler mit weißen Fingernägeln, aufreizendem Narzissmus und goldglänzendem Pavianarsch wirkt wie eine Auferstehung des Barock in schrillem Gewand."
Weiteres: Daniel Kothenschulte schreibt zum Tod des "unersetzlichen" französischen Schauspielers Michel Serrault. Hans-Jürgen Linke befragt Wulf Weinmann zu dessem neuen Label für zeitgenössische Musik "Neos". Linke kommentiert in einer Times mager auch das Doping und die Tour. Besprochen wird Andrea Breths Inszenierung von Peter Tschaikowskijs Oper "Eugen Onegin" in Salzburg.
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Die Welt, 31.07.2007
Auch Hanns-Georg Rodek denkt über die europäische Geltung von Bergmans Kino nach - und über die Zeit des Spätwerks und Abschieds, die schon lange dauert: "Diese Zeit um 'Fanny und Alexander' erscheint im Rückblick wie der große Abschied vom europäischen Filmkulturerbe. Fassbinder trat seine Reise ins Licht an, Bunuel tat den letzten Seufzer, Antonioni verstummte nach einem Schlaganfall, Truffaut nahm seine letzte Metro, Fellini stimmte im 'Schiff der Träume' den Abgesang auf Alt-Europa an, und bei Bergman folgte dem Moment größter weltweiter Expansion die freiwillige Kontraktion auf seine Kernlande."
Weitere Artikel: Uwe Schmitt stellt den Bluessänger John Mayer vor. Dankwart Guratzsch schreibt über das Projekt, Berlins Mustersiedlungen der zwanziger Jahre ins Unesco-Welterbe einzutragen. Gerhard Midding schreibt zum Tod Michel Serraults. Gemeldet wird, dass Christoph Schlingensief gern den "Tristan" in Bayreuth inszenieren würde. Besprochen werden Tschaikowskys "Eugen Onegin" in Salzburg und drei exquisite kleine Höhepunkte des Kunstsommers, eine Ausstellung über die Farbe Weiß in Potsdam, die "Höhler Biennale" in Gera mit Klang- und Videokunst und die siebte Foto-Triennale in Esslingen.
Im politischen Teil prangern Victor und Victoria Trimondi, Autoren des Buchs "Krieg der Religionen - Politik, Glaube und Terror im Zeichen der Apokalypse", die westliche Idolatrie um den Dalai Lama an: "Die vielfachen irrationalen, berauschenden, grausamen, düsteren und apokalyptischen Aspekte des Lamaismus sind in der großen Öffentlichkeit wenig bekannt. Sie werden vom Dalai Lama und seinen Anhängern verschwiegen."
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Der Standard, 31.07.2007
In einem Artikel für "Project Syndicate" (heute im Standard) wiederholt Ian Buruma unter dem Titel "Keine Angst vor dem Islam" sein Argument, dass auch die Aufklärung zum Fundamentalismus werden kann. "Das heutige Problem besteht darin, dass wir die Werte der Aufklärung manchmal in sehr dogmatischer Weise gegen Muslime einsetzen. In Wirklichkeit sind sie zu einer Form des Nationalismus geworden - 'unsere Werte' werden 'ihren Werten' gegenüber gestellt. Die Werte der Aufklärung sind zu verteidigen, weil sie auf guten Ideen beruhen und nicht, weil sie 'unsere Kultur' sind. Kultur und Politik in dieser Art und Weise zu vermischen heißt, in dieselbe Falle zu tappen wie die Multikulturalisten."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2007
"Präziser, mitfühlender, schmerzlich wahrer hat nach Tschechow und Strindberg niemand mehr die Freuden und Qualen der bürgerlichen Seele geschildert." Andreas Kilb verabschiedet sich von Ingmar Bergman als einem der Großen des Kinos im 20. Jahrhundert: "Das zwanzigste Jahrhundert ist vorbei, aber noch leben einige der großen Künstler, die das Ringen der Ideologien, den Kampf gegen Darstellungstabus, die ästhetische Wende der Nachkriegszeit am eigenen Leib erlebt haben. Indem sie abtreten, geht auch das Jahrhundert erst wirklich zu Ende. Mit Ingmar Bergman, der am Montag im Alter von 89 Jahren auf Farö starb, entschwindet eine ganze Epoche des europäischen Kinos ins Dämmerlicht der Legende." Einen noch ausführlicheren Nachruf gibt es online, er stammt von Gerhard R. Koch. Außerdem wird ein Auszug aus Karl Korns zeitgenössischer Kritik zu "Das Schweigen" nachgedruckt.
Weitere Artikel: In der Leitglosse erzählt Ingeborg Harms, dass sie ins Kino ging, um "Stirb Langsam 4.0" zu sehen - und dann war da überall Harry Potter. Andreas Rossmann war bei einer literarischen Veranstaltung mit dem Autor Robert Schindel und der Schauspielerin Eva Mattes auf der Wewelsburg. Vom Nürnberger Bardentreffen berichtet Tilman Spreckelsen, der vor allem von Richard Thompson begeistert war. Verena Lueken schreibt einen kurzen Nachruf auf den Schauspieler Michel Serrault. Auf der letzten Seite schickt Jordan Mejias einen Bericht von den Hamptons, wo nahe New York die Reichen unter sich sind. Kilian Trotier porträtiert den Geistlichen Gerhard Stille, der vom evangelischen zum katholischen Glauben übertrat - und nun wie dreihundert weitere Konvertiten weltweit mit Dispens der katholischen Kirche als Priester nicht im Zölibat leben muss.
Besprochen werden Andrea Breths Salzburger Inszenierung von Tschaikowskys Oper "Eugen Onegin", Ausstellungen in Salzburg und Hamburg zur Gegenwartskunst in China, die CD "radio.string.quartet celebrating the mahavishnu orchestra" und ein Buch, nämlich ein Band mit Erzählungen von Julien Green mit dem Titel "Fremdling auf Erden" (siehe auch unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 31.07.2007
Ingmar Bergman wird von Fritz Göttler als Sommerregisseur verabschiedet. "Den ganzen nordischen Winter über, in seiner elendigen Länge, so hat mal einer der Freunde von Ingmar Bergman gesagt, macht er Theater, in Stockholm oder Göteborg, und die zwei Monate Sommer zieht er dann los, um ein paar Filme zu drehen. Ein Arbeits-, ein Lebensrhythmus, der wirklich Sinn macht - und der die Vitalität erklärt, die Lebensfreude, die Anarchie, die in den meisten Bergmanfilmen zu spüren sind. Ein halbes Jahrhundert schönstes Natur- und Sommerkino, damit wird man dem Mann, der seit vielen Jahren als der beste Regisseur der Welt firmiert, sehr viel besser gerecht als mit allen philosophischen und religiösen Diskursen zu seinem Werk."
In Schweden haftete Bergman der Ruf des Erotikers an, ergänzt Thomas Steinfeld, der auch über "Bergmans Gesichter" schreibt. Für den Autor Botho Strauß ist er der "Dostojewskigleiche", für den Schauspieler Heinz Bennent der menschlichste Regisseur, den er kannte. In einer Zwischenzeit knöpft sich Hermann Unterstöger sprachliche Unebenheiten wie doppelte Gänsefüßchen und den Trialog vor.
Im Gespräch mit Peter Laudenbach erklären Luk Perceval und Thomas Thieme ihre Haltung zu Moliere, dem sie in Salzburg einen fünfstündigen Stückemarathon widmen. Perceval: "Er hat sich buchstäblich kaputt gespielt, er ist auf der Bühne gestorben. Er riskierte sein Leben in seiner Kunst, machte sich selbst zum Schauplatz. Das ist für mich die Essenz dieses Abends." Thieme: "Ich lasse mich doch von Theater nicht zerstören. Ich kann dieses Getue nicht leiden - die armen Schauspieler, die noch nach der Vorstellung nicht aufhören können zu spielen. Ich fange erst gar nicht erst an zu spielen, dann muss ich hinterher nicht groß leiden."
Weiteres: Tobais Kniebe schreibt zum Tod des Schauspielers Michel Serrault. Vor hundert Jahren gab es das erste Pfadfinderlager, bemerkt Gustav Seibt. Dorion Weickmann hört Bush-kritische Töne beim internationalen Kongress der amerikanischen "Law and Society Association" in Berlin. Alexander Menden beschreibt die Diskussion über das Dschihad-Musical, das morgen beim Fringe-Festival in Edinburgh Premiere haben soll.
Besprochen werden die Aufführung von Beethovens "Missa solemnis" und Wolfgang Rihms "Psalmus" unter Kent Nagano in München, Andrea Breths Inszenierung von Tschaikowskys Oper "Eugen Onegin" in Salzburg, und Bücher, darunter Larry Devlins bisher nur auf Englisch erschienenen Erinnerungen als "Chief of Station" und CIA-Agent im Kongo der Sechziger, und Tomi Makelas gründliches Porträt des Komponisten Jean Sibelius, "Poesie in der Luft".
Archiv: Heute in den Feuilletons
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Grenzen spielen eine ambivalente Rolle
25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen
Belebung der Leiber
24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen
Pragmatische Theorie der Tücke
23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus. In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Gelegentlich auch finster und bizarr
22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen
Figur der Jederzeitlichkeit
21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen. Mehr lesen
Auch bei geringsten dynamischen Graden
19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen
Das Theater, es lebt, es lebt
18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen
Sie rezensieren, loben und verbreiten auch
16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen
Viel mit der Hand abgeschrieben
15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen
Von bürgerlichen Medien empfohlen
14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen
Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt
12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen
Auch das Spiel folgt Regeln
11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen
Man versucht, die Revolution herauszuhalten
10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen
Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf
09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen








