Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

25.07.2007. Die Feuilletons trauern um George Tabori, mit dem die Deutschen über sich selbst lachen lernten. Die NZZ erzählt die traumatisierende Kindheitsepisode, die Taboris  tragikomische Grundhaltung begründete. Die taz kritisiert die deutsche Filmförderung, welche nurmehr auf die großen Haufen scheißt. Die Welt plädiert im Bayreuther Erbfolgestreit für Katharina Wagner. 

Frankfurter Rundschau, 25.07.2007

Als "Mann, der den Holocaust zu einem Märchen gemacht hat, der mit dem Witz, diesem Geisterfahrer des Gedankens, den intimsten Umgang hatte" würdigt Peter Michalzik den verstorbenen Theatermacher George Tabori. "So ist Tabori unter allen Künstlern, die nach der Vernichtung der Juden in Deutschland gelebt haben, für die Deutschen sehr wahrscheinlich der heilsamste geworden. Sie konnten mit ihm das Lachen über sich selbst lernen. Für alle, die seine Aufführungen gesehen, die seine Bücher gelesen haben, ist die Existenz dieses Mannes ein fast unglaubliches Glück gewesen. Genauso aber ist es auch ein unerträgliches Paradox, dass er, dessen Vater von den Deutschen ermordet wurde, sie auch noch mit ihrem Schicksal versöhnen sollte."


Weitere Artikel: Michael Marek stellt das Multimedia-Museumsprojekt BallinStadt - Auswandererwelt Hamburg im Hamburger Hafen vor. In einem Interview spricht der Archäologe Hermann Parzinger, zukünftiger Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), unter anderem über die kulturpolitische Bedeutung des künftigen Humboldt-Forums und den Bogen zwischen außereuropäischen Kulturen und zeitgenössischer Kunst. Und in Times mager räsoniert Harry Nutt über Grenzergebaren innerhalb und außerhalb der Schengen-Welt.

Besprochen werden der Kinofilm "Die Simpsons", eine Ausstellung über Karl Valentin im Frankfurter Filmmuseum und Robert Gernhardts letzte, zu Lebzeiten abgeschlossene Erzählungen "Denken wir uns" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2007

In seinem Nachruf auf George Tabori erzählt Alfred Schlienger, wie Tabori zu seinem Credo kam, dass Theater existenziell, wahr und tragisch sein musste: "Als er vier Jahre alt war, nahm ihn der Vater mit in den Zirkus. Beim Trommelwirbel kletterte eine wunderschöne Frau im Glitzertrikot auf die Plattform, und Klein György machte sich vor Aufregung in die Hose. 'Dann nimmt sie Schwung zum Salto mortale, verfehlt das Trapez und kracht durchs Netz.' Für Jahre glaubte er, das sei jeden Abend so: Eine Frau klettert hoch, lächelt, 'die Zuschauer machen sich in die Hosen, sie schwingt los und fällt, jede Nacht, um dort unten in einer Pfütze von Blut und Sand zu liegen'."


Weiteres: Jürg Zbinden kann von dem jetzt in die Kinos kommenden Simpsons-Film gar nicht genug schwärmen. Besprochen werden eine Ausstellung zur Architektur der zwanziger Jahre in Leipzig, das Menuhin-Festival in Gstaad und Bücher, darunter Ulrich Siegs Studie über Paul de Lagarde "Deutschlands Prophet", Luc Boltanskis "Soziologie der Abtreibung" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Welt, 25.07.2007

Manuel Brug lehnt sich ein wenig aus dem Fenster und plädiert für Katharina Wagner im Bayreuther Erbfolgestreit: "Katharina Wagner mag keine dünnlippig zugespitzte, scharf formulierende Intellektuelle sein, wie manche andere in der Familie. Aber sie weiß, wie man die Ärmel hochkrempelt und wie man ein Steuerrad dreht. Und das ist in Bayreuth stärker denn je gefragt. Den Rest der Mannschaft muss man anheuern."


Reinhard Wengierek schreibt zum Tod des Regisseurs, George Tabori, den "durchtriebenen Witzereißer und bitterernsten Philosophen". Hanns-Georg Rodek gibt Volker Schlöndorff absolut Recht, der wegen seiner Kritik an der Zweifachverwertung von Filmen für Kino und Fernsehen von seiner Produktionsfirma Constanstin gefeuert wurde. Manuel Brug berichtet vom Verbier-Festival im Schweizer Wallis: "Da sitzen jetzt alle wieder auf 1800 Metern Höhe im Vallee de Bagnes, verrichten viel Kunstarbeit, bekommen dafür wenig Geld, aber haben viel Spaß." Ernst Cramer erinnert an einen der Totengräber der Weimarer Republik, Reichskanzler Franz von Papen, der vor 75 Jahren mithalf, Hitler zu installieren. Gernot Facius analysiert noch einmal das päpstliche Sendschreiben zur Ökumene.

Besprochen werden Chuck Berrys Konzert in Berlin und die "Anatevka"-Aufführung auf der Freilichtbühne von Ötigheim.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2007

In seinem Nachruf auf George Tabori fragt sich Gerhard Stadelmaier auch, warum der große Theatermann bei den Deutschen so beliebt war: "Diese wunderbare Figur da droben war für sie alle eine große Erleichterung. Weil ihm deutsche Schuld und deutsche Moral egal waren. Weil er von ihnen nicht Mahnmale, sondern das direkte, tieflebendige Gefühl dafür forderte, dass Erinnerung nur Erinnerung ist, wenn sie 'mit dem Darm, dem Bauch, dem Hintern' erinnert werde." Stadelmaier erzählt auch eine letzte Anekdote aus dem Leben Taboris.


Weitere Artikel: Zum Auftakt der Festspiele in Bayreuth und Salzburg stellt sich Julia Spinola im Leitartikel für den politischen Teil Fragen nach der Zukunft der beiden Großereignisse. Im Feuilleton erkundet sie außerdem die genaueren Konditionen für die Zukunft in Bayreuth. In der Leitglosse konstatiert Heinrich Wefing, dass Knut und der Turm von Dubai immer größer werden. Andreas Rossmann verfolgte einen Keltologenkongress in Bonn. Friederike Reents erinnert aus Anlass des Moscheenstreits an einen Aufsatz des Byzantinisten Karl Dieterich aus dem Jahr 1903 über die "byzantinische Gefahr". Michael Althen schreibt zum Tod des Kameramanns Laszlo Kovacs. Gerd Roellecke berichtet über die Gründung eines "Netzwerks Alternsforschung" in Heidelberg.

Auf der Medienseite gibt der ehemalige Sat-1-Nachrichtenmoderator Thomas Kausch in einem ausführlichen Interview mit Michael Hanfeld Auskunft über die Umstände seiner Kündigung. Und "wie" berichtet über das Verbot einer spanischen Karikatur, die das kopulierende Kronprinzenpaar zeigte.

Für die letzte Seite berichtet Ruth Neumann über den Boom zweisprachiger Kindergärten. Julia Bähr stellt den deutschsprachigen Popsänger Laith Al-Deen vor. Und Felicitas von Lovenberg schildert die Erfolge des neuen Harry Potter-Bandes im Buchhandel und in der Kritik.

Besprochen werden eine Ausstellung mit ausschließlich weißen Kunstwerken im Schloss Sacrow bei Berlin, Marion Hänsels Film "Als der Wind den Sand berührte", eine Ausstellung über den Erfinder und Ingenieur Wolfgang von Kempelen in Karlsruhe und Bücher, darunter Grigori Paskos russisches Gefängnistagebuch "Die rote Zone".

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Die Tageszeitung, 25.07.2007

Eigentlich sollte Volker Schlöndorff bei der Verfilmung von "Die Päpstin", eine Produktion der Constantin-Film, Regie führen. Jetzt wurde ihm gekündigt, weil er sich in der SZ gegen Kinofilme ausgesprochen hat, die so gedreht werden müssen, dass sie noch zu Fernsehmehrteilern verwurstet werden können (mehr hier, hier und hier). Für Ekkehard Knörer zeigt die ganze Geschichte, dass sich seit den Siebzigern in der Filmförderung nichts zum Guten verändert hat. Damals "hatte der Autorenfilm noch eine selbstverständliche Förderquelle und Heimat im deutschen Fernsehen. Heute dagegen scheißen in der großen Public Private Partnership der Film- und Fernsehförderung fast alle am liebsten auf die jeweils größten verfügbaren Haufen - und das sind seit Jahren an vorderster Stelle die Constantin-Produktionen."


Weiteres: Katrin Bettina Müller würdigt den am Montag verstorbenen Theatermacher George Tabori. Uli Hahnemann berichtet über einen typischen Kreuzberger Kulturkampf: das Aktionsbündnis "Bäume am Landwehrkanal" zur Rettung maroder Uferbepflanzung. Besprochen wird "Die Simpsons - Der Film", den Diedrich Diederichsen als "super-kulturindustriell, hyper-arbeitsteilig und eine perfekt programmierte Fabrik selbstreflexiven Humors" bewertet.

Auf den Tagesthemenseiten gibt der Dalai Lama in einem Interview unter anderem Auskunft, warum Mönche Glückspilze sind ("Das Mönchsleben ist stabiler"). Auf der Meinungsseite erklärt Ilija Trojanow, dass er keine "Terrorangst", sehr wohl aber "Staatsangst" habe: "Wenn ich am Flughafen abgegrapscht werde, habe ich Schreckensvisionen von Uniformierten, die einen festhalten und behandeln können, wie es ihnen beliebt."

Und Tom.

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Süddeutsche Zeitung, 25.07.2007

Als "großen, weisen Menschenfreund" und "weltklügsten Theatermann" würdigt Christine Dössel George Tabori in ihrem Nachruf. "Seine Art, mit dem Entsetzen Scherz zu betreiben, hat Adornos Diktum, nach Auschwitz lasse sich kein Gedicht mehr schreiben, ad absurdum geführt." Und in einem sehr persönlichen Abschiedstext bekennt Claus Peymann, dankbar dafür zu sein, Taboris Spätwerk begleitet haben zu können.


Gerhard Matzig widmet sich dem Thema Wohnungsbau, dem "vermutlich konservativsten aller Märkte". "Derzeit bieten auch noch die unseriösesten Wohnberater erfolgreich ihre Dienste an. Auf den meist missverstandenen Spuren von 'Feng Shui' oder auf einer nur rudimentär verstandenen Farbpsychologie werden deutsche Wohnungen getunt wie nie zuvor. Wäre es aber nicht besser, gute Wohnungen nachhaltig zu bauen - statt dumme und hässliche Wohnungen im Nachhinein mit modischem Zubehör zu verhübschen?"

Weitere Artikel: Auf einer den Bayreuther Festspielen gewidmeten Seite erklärt Reinhard J. Brembeck, inwiefern der derzeitige Nachfolgestreit die "beste Versicherung" für spannendes Theater ist. Katharina Wagner, eine der möglichen Aspirantinnen, erläutert im Interview ihr Inszenierungskonzept für die "Meistersinger" in Bayreuth. Anlässlich des heute in Berlin beginnenden Kongresses der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung berichtet der schwedische Dozent für Rechtspsychiatrie Nils Wiklund, wie und mit welchen Begründungen Sigmund Freud einst der Nobelpreis verwehrt wurde. In einem Interview geben die Peter Maurer und Johannes Schneider Auskunft über ihr Projekt "Wörterbuch der tibetischen Schriftsprache". Fritz Göttler erinnert an den am Samstag verstorbenen Kameramann Laszlo Kovacs ("Easy Rider").

Besprochen werden der Film "Die Simpsons" - flankierend erklärt Willi Winkler das Phänomen Homer Simpson - und Bücher, darunter Ian McEwans neuer Roman "Am Strand" und der Essayband "Keiner zu Hause" von Dubravka Ugresic. (siehe hierzu unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Die Augenbrauen des Holofernes

25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen

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