Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

03.07.2007. Für die taz hat der Schriftsteller Joachim Lottmann herausgefunden: Es gibt keine Prostitution auf Kuba. Nur Frauen, die sich über ein kleines Geschenk freuen. In der SZ legt der Kunsthistoriker Beat Wyss dar: Die Kunst braucht keine Theorie mehr. Sie hat ja jetzt den Markt. Die NZZ erlebte bei einer Lesung Robert Menasses in Leukerbad eine denkwürdige Szene. In der FAZ erklärt Florian Henckel von Donnersmarck, warum Scientology-Mitglied Tom Cruise den Hitler-Attentäter Stauffenberg spielen muss. Das Blog der Publizistikstudenten in Berlin kritisiert die Perlentaucher-Berichterstattung der FAZ.

Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2007

Eine denkwürdige Szene erlebte Roman Bucheli bei einem Literaturtreffen in Leukerbad: Robert Menasse las eine neue Erzählung "über eine jüdische Famile, die versteckt im Affenhaus des Amsterdamer Zoos, den Krieg und den Hungerwinter 1944/45" überlebte. "Nein, Menasse erzählt das nicht, aber er schildert, wie in der Familie die Geschichte immer wieder zum Besten gegeben und wie sie in der Wiederholung allmählich zur Karikatur ihrer selbst wird und nun, beim Tod des Großvaters, da sie abermals erzählt wird, zum parodistischen Irrläufer gerät und die zur Farce entstellte Tragödie ihren Tribut fordert. Lachend ging das Publikum mit und merkte kaum, wie sich hinter der komödiantischen Inszenierung des Textes ein Abgrund auftat - bis am Ende der Autor, überwältigt von der Wucht des Textes, in Tränen ausbrach."


Der Schriftsteller Tim Winton aus Perth, der "isoliertesten Millionenstadt der Welt" ("die nächstgelegene größere Stadt, Adelaide, ist 2708 Kilometer entfernt") erzählt in der Reihe "An der Klimafront" über die Folgen des Klimawandels in seiner Region. Der Schriftsteller Ferdinand Bordewijk legt eine Erzählung unter dem schlichten Titel "Nein" vor.

Weitere Artikel: Dietrich Heissenbüttel besucht eine Ausstellung zur Archäologie des Gazastreifens ("eine Region von höchstem archäologischem Interesse: Mehr als 500 Objekte illustrieren eine sechstausendjährige Geschichte, in der sich Ägypter und Perser, Ptolemäer und Seleukiden, Römer und Byzantiner sowie die verschiedenen Dynastien islamischer Zeit ablösten") in Genf.

Besprochen werden außerdem Peter Konwitschnys Inszenierung von Lehars "Land des Lächelns" an der Komischen Oper Berlin, eine Ausstellung über das Lebenswerk von Kurt Wolff in Bonn, eine Liedmatinee Thomas Quasthoffs im Opernhaus Zürich und Bücher, darunter Navid Kermanis Roman "Kurzmitteilung" und Jachym Topols Roman "Zirkuszone" über die Niederschlagung des Prager Frühlings (von Paul Jandl als grandios gefeiert).

nach oben

Die Tageszeitung, 03.07.2007

Der Schriftsteller Joachim Lottmann hat Kuba bereist, ein Land, in dem alles besser ist. Auch Prostitution gibt es hier gar nicht: "Niemals würde ein Mann so penetrant angemacht wie in der Oranienstraße in Berlin oder wie auf der Reeperbahn in Hamburg. Wer mit einer Kubanerin etwas anfängt, hat es mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht mit einer Nutte zu tun, sondern einem Menschen, der neugierig ist, viel Zeit hat und nie ins Ausland kann. Und sich über ein kleines Geschenk freut." Und das mit den Gefängnissen und den weggesperrten Dissidenten ist ebenfalls ein Märchen: "Ich halte die rattigen Folterkeller für eine dieser Infos, die sich Bush und Condi Rice am Handy ausdenken."


Das Berliner Poesiefestival verhilft Andreas Resch zu folgender Doppelerkenntnis. "Lyrik als literarische Gattung ist weiterhin im Begriff, zur Marginalie zu werden. Einer Marginalie allerdings, die durchaus massentauglich ist, sobald sie zur Performance wird. Zweitens: Wie kaum einer anderen Kunstform ist es der Poesie gelungen, in der Digitalität eine neue Identität zu finden."

Weiteres: Dirk von Lotzow, Sänger der Band Tocotronic, betont gegenüber Kirsten Riesselmann und Thomas Winkler die Wichtigkeit des Nichtstuns, die auf dem neuen Album "Kapitulation" betont wird.Christian Semler annonciert eine Historikertagung in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen, in der es um die Rolle der Gewerkschaften im Nationalsozialismus geht. Robert Misik entdeckt mit Hilfe des Soziologen Benedict Anderson die guten Seiten des Patriotismus und analysiert Barack Obama.

Und Tom.

nach oben

Frankfurter Rundschau, 03.07.2007

"Furios" und konsequent düster findet Jürgen Otten Peter Konwitschnys Aufführung von Franz Lehars Operette "Land des Lächelns" an der Komischen Oper Berlin. Alles beginnt recht gemütlich. "Ein Fest in der Wiener Gesellschaft, mit Monokeln und Mätressen, mit Champagner und Anzüglichkeiten. Auf der Bühne von Jörg Kossdorf stehen, wie in einem Architekturbüro oder im Museum, die Insignien des schönen Wien, Stephansdom, Staatsoper, das Riesenrad vom Prater, einige Büsten und Putti, so was eben. Die Röcke rauschen, die Plauderei plätschert, die Dekolletees sind delikat, wie es sich gehört. Doch es dauert nicht lange, da saust der Kronleuchter zu Boden und scheppert dissonant das Blech im Orchestergraben."


Weiteres: Der Historiker Arno Nolzen stellt fest, dass zumindest in der Theorie ein unterschriebener Antrag vonnöten war, um wie Hildebrandt, Walser und Lenz in die NSDAP aufgenommen zu werden. Das Gedenkwesen in Russland steckt voller Widersprüche, stellt Karl Grobe fest: Würdigungen Stalins wechseln sich mit Erinnerungen an den letzten Zar ab, und in Jekaterinburg wird überraschenderweise an des Kriegs in Afghanistan gedacht. Arno Widmann kehrt von einer Tagung zum jüdisch-muslimischen Verhältnis auf Schloss Elmau nicht gerade hoffnungsvoll zurück. Christian Schlüter erklärt Paris Hilton zur langweiligen sozialen Skulptur und hofft, dass sie nicht so alt wie ein Monet wird. In einer Times mager informiert Harry Nutt über den Willen Dieter Lehmanns, als Nachfolger von Jutta Limbach ab März 2008 das Goethe-Institut zu leiten.

Besprochen wird Hofesh Shechters "unbefangen eklektizistische" Choreografie "deGeneration" in Frankfurt.

nach oben

Die Welt, 03.07.2007

Torsten Kraul erzählt, wie in den USA Michael Moores Film über das amerikanische Gesundheitssystem "Sicko" diskutiert wird. Offenbar kontrovers, aber sehr ernsthaft: "Die Los Angeles Times brachte eine positive Rezension. 'Moore spitzt zwar manchmal zu, aber sein Fazit - es gibt eine andere Seite dessen, was wir normalerweise zu hören bekommen - ist kaum zu ignorieren.' Der Rezensent erinnert sich daran, dass ihm sein Professor gesagt habe, das erste nationale Gesundheitssystem habe 'dieser grausliche Sozialist Otto von Bismarck erfunden', und schließt: 'Wir Amerikaner glauben ja gern, am besten zu wissen, was zu tun sei; die Leistung 'Sickos' ist es, dass man sich dessen nach diesem listig-konfrontativen Film nicht mehr so sicher ist.'"


Mit Begeisterung hat sich Manuel Brug Peter Konwitschnys Lehar-Inszenierung "Land des Lächelns" angesehen: "Es wird professionell geschossen und treffsicher im Schwarzen gelandet." Hendrik Werner wundert sich über das Projekt der britischen Nationalbibliothek, Millionen von E-Mails zu archivieren - "ohne Rückfragen wegen etwaiger Nullsemantik". Uwe Wittstock bezeichnet die Ernennung Klaus-Dieter Lehmann zum neuen Direktor des Goethe-Instituts als eine "glückliche Wahl". Michael Pilz berichtet vom Londoner Gedenkkonzert für Prinzessin Diana. Peter Dittmar sieht sich die Tierschau im Kölner Wallraf-Richartz-Museum an. Und Sven Felix Kellerhoff bestreitet, dass Siegfried Lenz, Martin Walser und Dieter Hildebrandt in die NSDAP eingezogen werden konnten, ohne ihre Unterschrift gegeben zu haben.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2007

In einem langen Text erklärt Florian Henckel von Donnersmarck ("Das Leben der Anderen"), warum Scientology-Mitglied Tom Cruise den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielen muss. "Vielleicht müssen wir einfach erkennen, dass wir alle keine Götter sind, weder Stauffenberg noch Tom Cruise, noch L. Ron Hubbard, noch wir anderen. Am deutschen Wesen wird niemand genesen, und auch nicht am amerikanischen. In Wahrheit kann doch jeder nur für sich und an sich selber genesen, und das Leben bleibt eine Suche nach der inneren Wahrheit. Und genau für diese Suche steht Stauffenberg. Einen sicheren Rahmen für diese Suche zu bieten, das wünsche ich mir vom Staat. In Sachen Tom Cruise und Stauffenberg hat sich der deutsche Staat aber wieder einmal so präsentiert, als hätte er die Antworten." (Online steht nur eine Zusammenfassung)


Weiteres: Edo Reents berichtet über die Krise beim Aufbau-Verlag und mögliche Verkaufsabsichten des Verlegers Bernd Lunkewitz. Lisa Nienhaus schreibt über den Moscheebau im Kölner Stadtteil Ehrenfeld, der den sozialen Frieden im Viertel auf die Probe stellt. Gina Thomas gratuliert dem Dramatiker Tom Stoppard zum Siebzigsten. kho informiert über den 13. internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb. Mark Siemons berichtet über den Zyklus "Brief an Peking" von Günter Uecker, der mit zwölfjähriger Verspätung für eine Woche im Pekinger Nationalmuseum zu sehen war. Alexandra Kemmerer berichtet von einer Priesterweihe im Mainzer Dom, bei der Kardinal Lehmann den Spielraum der Liturgie auslotete. Theodor Geus würdigt den verstorbenen Reisejournalisten Friedrich A. Wagner.

Auf der letzten Seite widmet sich die Autorin Ulla Lenze der schönen Frage, ob eigentlich auch der Orient vom Orient träumt. Martin Kämpchen beschreibt Folgen des Klimawandels in Indien. Und Dieter Bartetzko porträtiert Frankfurts oberste Denkmalschützerin Andrea Hampel.

Besprochen werden Simon Rattles Dirigat der "Walküre" im neuen Festivalpalast von Aix, dem Grand Theatre de Provence, eine CD von Wolfgang Dimetrik, der darauf unter anderem Bachs "Goldbergvariationen" auf Akkordeon eingespielt hat, eine Ausstellung mit Grafiken von Sister Corita im Kölner Museum Ludwig, ein Berliner Konzert des Sängers Robin Thicke und Bücher, darunter der Roman "Wenn die gelbe Sonne brennt" von Geir Pollen (siehe dazu unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

nach oben

Weitere Medien, 03.07.2007

Alexander Koenitz kritisiert im Blog der Berliner Publizistikstudenten die jüngsten "Recherchen" der FAZ über den Perlentaucher und spricht auch die Tatsache an, dass die FAZ nur über den Prozess berichtete, den sie gegen Perlentaucher gewonnen hatte, aber nicht über den, den sie verlor: "Pünktlich zum zweiten Gerichtstermin beginnt die FAZ wieder in ihrem - eigenen - Sinne zu berichten, nicht ohne auch ein bisschen Dreck zu schmeißen. Manche würden das 'meinungsstark' nennen, für mich handelt es sich eher um einen Beleg für die Kampagnenfreudigkeit einer etablierten Tageszeitung gegen einen unliebsamen Konkurrenten. Dabei ist es mehr als bezeichnend für die Hybris von einigen Journalisten, dass sie es nicht für nötig halten, ihre Leser transparent und vollständig von der eigenen Involviertheit in dieser Angelegenheit in Kenntnis zu setzen." Der Perlentaucher wird auf die Berichterstattung der FAZ zurückkommen.

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 03.07.2007

Fröhlich begräbt der Kunsttheoretiker Beat Wyss seine Profession und erklärt rechtzeitig zur documenta das Ende der Theorie in der Kunst. "Der Betrieb strotzt wie nie, obwohl - oder besser: gerade weil er nicht mehr auf theoretische Begründung angewiesen ist. Die Kunst hat Laufen gelernt wie Zarathustra, jetzt will sie nicht mehr gestoßen werden - von der schreibenden Zunft am wenigsten. Das alleinige Regulativ der Formschöpfung ist der Markt, der dem Werk die Stichworte und die Maßstäbe setzt. Es geht weder um Stilfragen noch um politische Theorie. Es ist jetzt wie bei Media Markt: Hier spricht der Preis. Und die Partys. Und wer eingeladen war: exakt jene Nachrichten also, die in Kunstzeitschriften fehlen, wo bei einem Abonnentenstamm von 6000 treuen, fachlich geschulten Lesern ums Überleben gekämpft wird. Die Kunstzeitschrift neuen Typs ist Vanity Fair, Gala, die Bunte."


Weitere Artikel: An der Hamburger Kunsthochschule haben 70 Prozent der Studenten aus Protest gegen die neuen Studiengebühren noch nicht gezahlt, informiert Till Briegleb. Harald Eggebrecht nimmt sich eine Zwischenzeit, um von seinem Besuch in James Madisons Landhaus in Virginia zu erzählen. Christian Kortmann rät den Urhebern viraler Marketingkamapgnen zur Qualität. Alexander Menden schreibt zum 70. Geburtstag des britischen Dramatikers Tom Stoppard. Rebiya Kadeer, die Anführerin der chinesischen Uiguren im Exil (mehr hier), spricht mit Edeltraud Rattenhuber über die Unterdrückung ihres Volkes. Die 300 Künstler, die für das "Europäische Jugendtreffen" nach Berlin kamen, wurden laut Nico Daniel Schlösser von der Politik leider nicht ernst genommen.

Auf der Literaturseite resümiert Hans-Peter Kunisch ein durchwachsenenes Poesiefestival in Berlin, das überraschenderweise immer nur so gut wie die auftretenden Lyriker war. Lothar Müller stellt den diesjährigen Bachmann-Preisträger Lutz Seiler vor. Ins Panorama verbannt ist ein Interview, in dem Kabarettist Dieter Hildebrandt gegenüber Martin Zips die Recherchen des Focus bezüglich seiner NS-Mitgliedschaft als "Rufmord" bezeichnet und sich höchstens vorstellen kann, dass seine Mutter den Antrag unterschrieben hat.

Besprochen werden Peter Konwitschnys "hellsichtige" Inszenierung von Franz Lehars Operette "Land des Lächelns" an der Komischen Oper Berlin, ein gemeinsames Konzert des Henschel-Quartetts und Quatuor Ebene und in München ("schlicht Weltklasse", seufzt Joachim Kaiser über letztere), eine Ausstellung mit Plakatkunst und Typografie von Jan Tschichold in der Münchner Villa Stuck, Curtis Hansons "charmanter" Pokerfilm "Glück im Spiel", und als Bücher Klaus Bringmanns Biografie von Kaiser "Augustus" sowie Karlheinz Lüdekings Essays über "Die Grenzen des Sichtbaren".

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Die Augenbrauen des Holofernes

25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons