Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

19.06.2007. In der FR rechnet der Schriftsteller Wojciech Kuczok mit der "Vierten Republik" der Gebrüder Kaczynski in Polen ab. Die Welt berichtet über Polen in der Wehrmacht. Die NZZ findet die Skulptur-Projekte in Münster manchmal geradezu witzig. Außerdem untersucht der Islamwissenschaftler Stefan Rosiny die Ursachen des Konflikts zwischen Hamas und Fatah. Im Tagesspiegel fragt der Literaturkritiker Hubert Winkels, warum der heutigen Kritik der Furor fehlt. In der SZ porträtiert Navid Kermani den oppositionellen iranischen Ajatollah Borudscherdi. Allein die Zeit regt sich über die neuen Morddrohungen gegen Salman Rushdie auf.

Frankfurter Rundschau, 19.06.2007

In einem für die Zeitschrift Sprache im technischen Zeitalter bestimmten Essay rechnet der Schriftsteller Wojciech Kuczok mit der "Vierten Republik" der Gebrüder Kaczynski in Polen ab. Selbst der Humor ist von der "Krankheit" betroffen. "Während in einem totalitären Staat Witze in einem Akt höchster Vertraulichkeit geflüstert, ja, einander mit Hingabe anvertraut werden, mit Zuversicht, dass der Witz den eingeweihten Kreis nicht verlassen würde, reißt man sie in Polen unter dem Sternzeichen der Zwillinge noch mit lauter, wenn auch gedämpfter Stimme. Der Mangel an Humor und der Überschuss an falsch verstandenem Ehrgefühl ergeben einen patriotischen Horror: Ein ehrliches Lächeln wird allmählich von allen als zynisches Grinsen wahrgenommen."


Weiteres: Rudolf Walther weiß, dass Friedrich Dürrenmatt schon vor 26 Jahren sein kurzzeitiges Interesse an der rechtsradikalen "Eidgenössischen Sammlung" zugegeben hat. "Meine Unsportlichkeit übertraf meine Weltanschauung, und ich gab auf." Christian Schlüter kommentiert in einer Times mager Oskar Lafontaines Aufruf zum Generalstreik.

Besprochen werden Christian Stückls Inszenierung von Stefan Zweigs "Jeremias" in Oberammergau, ein Konzert von Peter Gabriel in Mainz und Ausstellungen zum Maler Christopher Paudiß in Freising und zum Bildhauer Georg Petel in München.

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Der Tagesspiegel, 19.06.2007

Der Literaturkritiker und Alfred-Kerr-Preisträger Hubert Winkels fragt sich, warum der heutigen Kritik der Furor fehlt, den Alfred Kerr noch hatte: " Warum geht uns der weltbewegende, ekstatisch-grandiose, größenwahnsinnige Anspruch der Kritik heute ab? Warum sind wir bescheiden und vernünftig und bedienen unser Publikum und nehmen uns selbst zurück? Gegenfrage: Für was hätten wir denn mit dem Einsatz aller Mittel zu kämpfen? Gegen wen hätte man - wie der Davidsbündler Kerr - seine Steine mit aller Kraft zu schleudern? Welche ästhetischen Inszenierungen wären mit der politischen Macht derart verkoppelt, dass sich ethische und ästhetische Auflehnung wie von selbst verbänden? Was geht uns triftig, schmerzlich wirklich an - außer wir uns selbst?"

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Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2007

Arbeiten von 33 Künstlern hat Samuel Herzog beim "Skulptur Projekte Münster" gesehen - "und im Unterschied zur Documenta oder zur Biennale von Venedig, wo es in diesem Jahr nichts zu lachen gibt, ist der Parcours an der Münsterschen Aa manchmal geradezu witzig", verspricht er. Die klug zusammengestellte Ausstellung antworte auch auf die Problematik von Kunst im öffentlichen Raum, die Gefahr laufe, zur bloßen Dekoration zu verkommen. "Oft rettet sich die Kunst deshalb in die Unsichtbarkeit, reduziert sich auf flüchtige Gesten oder heckt Konzepte aus, mit denen sich eine Beteiligung von Anwohnern erwirken lässt - ein Versuch, der eigenen Arbeit Relevanz zu geben, der allerdings oft zu recht unappetitlichen Instrumentalisierungen führt. Bei allen Unterschieden in der Qualität der einzelnen Arbeiten macht die Münstersche Veranstaltung doch deutlich, dass man den öffentlichen Raum dennoch auch heute noch erfolgreich mit Kunst bespielen kann."


Der Islamwissenschaftler Stefan Rosiny untersucht die Ursachen des Konflikts zwischen der Hamas und der Fatah. Die USA und Europa, die die Hamas-Regierung boykottieren, seien nicht ganz unschuldig an dem Dilemma. "Nicht nur politisch, sondern auch militärisch beteiligte sich die Fatah am Boykott der Hamas-Regierung - die seit dem Mekka-Abkommen im Februar 2007 gegründete gemeinsame Regierung änderte daran nur wenig. Die mit Fatah-Gefolgsleuten durchsetzten Sicherheitskräfte verweigerten der gewählten Regierung den Gehorsam und wurden dadurch faktisch zu nichtstaatlichen Milizen. In den letzten Wochen wurde zudem publik, dass die USA und Israel den Umbau der Präsidentengarde von Mahmud Abbas zur Elitetruppe finanzieren und diese mit Waffen versorgen. Möglicherweise griff die Hamas deshalb jetzt an und entmachtete die Fatah im Gazastreifen, um ihrer eigenen Entwaffnung durch eine militärisch gestärkte Fatah zuvorzukommen."

Besprochen werden die Eröffnung der "Schubertiade" in Schwarzenberg, ein Auftritt der Sächsischen Staatskapelle Dresden bei den Zürcher Festspielen und Bücher, darunter Derek Walcotts Lyrikband "Der verlorene Sohn" und Oliver Matuscheks Stefan-Zweig-Biografie (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Zeit, 19.06.2007

Die neuen Morddrohungen gegen Salman Rushdie werden von den Feuilletons noch mehr oder weniger mit Schweigen quittiert. Jörg Lau zitiert in seinem Zeit-Blog Äußerungen des pakistanischen Religionsministers, der Rushdie eine Bombe an den Hals wünscht, falls sich die britische Regierung nicht für den kürzlich verliehenen Sir-Titel entschuldigt, und auch Äußerungen des Muslim Council of Britain - und er kommentiert: "Es wird Zeit, dass entweder die Briten oder die Europäische Union offiziell etwas zu diesen unglaublichen Vorgängen sagt... Islamische Organisationen in Europa - die im Fall des MCB dummerweise jahrelang von der Regierung als Dialogpartner gepäppelt wurden - hetzen unisono mit Iran und Pakistan gegen einen europäischen Intellektuellen. Wenn wir uns das bieten lassen, machen wir uns zum Gespött der Welt."

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Die Welt, 19.06.2007

Die Wadenbeißer der Kaczynski-Brüder haben den liberalen polnischen Politiker Donald Tusk im letzten Wahlkampf mit Hinweis auf die Vergangenheit seines Großvaters angegriffen, der kurze Zeit in der Wehrmacht gedient hat. Gerhard Gnauck berichtet über ein Buch ("Dziadek w Wehrmachcie") der Journalistin Barbara Szczepula, die herausgefunden hat, dass dies für Zehntausende von Polen galt: "Der wahlkampfbedingte Griff nach den Wehrmachtsarchivalien, der damals in Polen teils Zustimmung, teils empörte Ablehnung hervorrief, hat dieses Buch entstehen lassen. Teils sind es die Großväter selbst, die noch erzählen können, teils ihre Nachfahren. Kaum jemand aus der Großvätergeneration war bereit, unter vollem Namen aufzutreten. 'Vor dem Krieg wurden wir geschlagen, weil wir Polen waren', so beschreibt Tusks Mutter ihre Erlebnisse, 'heute schlagen sie uns, weil wir Deutsche sind.' Oder Deutsche zu sein scheinen, müsste man hinzufügen. In Danzig und der weiteren Umgebung, welche die Deutschen Westpreußen und die Polen Danziger Pommern nennen, war nichts schwarz-weiß und vieles komplizierter als anderswo."


Weitere Artikel: Marion Leske schlendert übe die Münsteraner Skulptur-Projekte. Gemeldet wird, dass Günter Grass die "merkwürdigen Zwillinge" Lech und Jaroslaw Kaczynski für ihre EU-Blockade angegriffen hat. Matthias Heine glossiert einen Streit in Oberammergau um die Spielzeiten für das Passionsspektakel. Thomas Lindeman unterhält sich mit der Videospieldesignerin Jane Jensen, die Spiele für Frauen und Alte entwickelt. Manuel Brug schreibt einen Nachruf auf den Musikkritiker Ulrich Schreiber. Eine ganze Seite ist aus Anlass der Entscheidung für Andreas Mecks Soldatendenkmalentwurf dem Gedenken für gefallene Söhne und Töchter diverser Vaterländer gewidmet. Und Hannes Stein gratuliert Andre Glucksmann zum Siebzigsten.

Besprochen werden CDs mit Placido Domingo und Christoph Marthalers Inszenierung der "Traviata" in Paris.

Im Forum macht sich Mariam Lau Gedanken über den neuen Konservatismus in Europa.

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Die Tageszeitung, 19.06.2007

In Nordrhein-Westfalen erobern die Alten die Bühne. Hans-Christoph Zimmermann vermutet nicht nur künstlerische, sondern auch handfeste wirtschaftliche Gründe. "Natürlich hilft der Kampf um den senioralen 'Silbersee' bei der Kompensation des Besucherrückgangs im Theater. Das Marktpotenzial der bald in Rente gehenden, finanzstarken und gebildeten Babyboomer-Generation (ab 1955) ist für Kulturinstitutionen nicht zu unterschätzen. Doch bei den Bühnen zeigt sich hier auch ein neuer emphatischer Begriff von 'Stadttheater'. 'Wir sind draufgekommen', sagt Essens Schauspielintendant Anselm Weber im Gespräch, 'weil wir uns mit der Region und der Stadt ständig beschäftigen.' Die 'Liebe'-Produktion ist Teil eines Stadterkundungsprojekts mit dem Titel 'GlaubeLiebeHoffnung', bei dessen Konzeption man bald auf das Thema Überalterung gestoßen sei. So sagt eine 2006 von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Studie Essen für 2020 eine Schrumpfung um 6,3 Prozent und ein Medienalter von 47,3 Jahren voraus."


Weitere Artikel: Wolfgang Ullrich findet Nico Stehrs Theorie über die Moralisierung der Märkte höchst interessant. Tobias Rapp schwärmt vom Festival für elektronische Musik "sonar", das in Barcelona abgehalten wurde. In der neuen Lettre erfährt Alexander Cammann von Karl Schlögel einiges über Moskau im Jahr 1937.

Besprochen wird die Uraufführung der Inszenierung "Angst" von Peter und Harriet Meinings alias norton.commander.productions, die die Zuschauer im Staatsschauspiel Dresden in Krankenhausbetten erlebten.

Und Tom.

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Süddeutsche Zeitung, 19.06.2007

Im Iran wird dem konservativen und oppositionellen Ajatollah Borudscherdi der Prozesss gemacht, berichtet Navid Kermani (Homepage). Nun sei die Todesstrafe beantragt worden. "Mit seinem Bart, der tief ins Gesicht reicht, sieht Borudscherdi aus, wie sich der Westen Hassprediger oder Terroristenführer vorstellt, auch im Tonfall, der Wut. Er ist kein eloquenter Intellektueller wie der Philosoph Abdolkarim Sorusch, kein wohlgekleideter Moderater wie der ehemalige Staatspräsident Chatami. Das Antlitz des Islams, das er verkörpert, ist nicht adretter als das seiner Gegner, die ihn umbringen wollen. Borudscherdi ist der Islam von nebenan, in gesellschaftlichen Fragen meist konservativ bis hin zum Reaktionären, patriarchalisch, aber eben auch säkular und dezidiert gewaltfrei. Es gibt ihn noch immer, nach beinahe 30 Jahren politischer Umerziehung in den Theologischen Hochschulen des Landes." Hier ein Video von einem misslungenen Verhaftungsversuch Borudscherdis.


"Bravo und Hosianna" ruft Christopher Schmidt, nachdem er Christian Stückls erfolgreiche Wiederbelebung von Stefan Zweigs "Jeremias" auf dem regendurchtränkten Oberammergauer Kofel gesehen hat. Stückl, der 2010 auch die Passionsspiele wieder inszeniert, "ist den Massenchoreografien der frühen Theatermoderne verpflichtet und der strengen zeitlosen Stilisierung; ein legitimer Nachfolger Max Reinhardts, so metiersicher staffelt er die Hundertschaften."

Weitere Artikel: Dieter Hoffmann-Axthelm regt in einem gekürzt abgedruckten Beitrag für die Zeitschrift Ästhetik & Kommunikation an, in der Denkmalpflege doch auch den Verfall zuzulassen. Gemeldet wird, dass Günter Grass der polnischen Regierung in Sachen EU eine "Blockadepolitik" vorgeworfen hat. In einer Zwischenzeit treibt sich Hermann Unterstöger auf der Thomas-Mann-Seite des Fischer Verlags herum. Helmut Mauro gratuliert dem Dirigenten Gerhard Schmidt-Gaden zum Siebzigsten. Ebenso alt wird der französische Philosoph Andre Glucksmann, ihm überreicht Joseph Hanimann Glückwünsche.

Besprochen werden Thomas Dannemanns Doppelinszenierung von Rainer Werner Fassbinders "Warum läuft Herr R. Amok?" und Thomas Braschs "Vor den Vätern sterben die Söhne" im Depot des Stuttgarter Schauspiels, eine Aufführung des Doppelalbums "Daydream Nation" durch Sonic Youth in Barcelona, eine Ausstellung mit Bildern von Helmut Newton, Larry Clark und Ralph Gibson in der Newton Foundation Berlin, und Bücher, darunter Ralph Giordanos Autobiografie "Erinnerungen eines Davongekommenen.", sowie Colson Whiteheads Roman "Apex" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.2007

In der Leitglosse bedauert Andreas Kilb, dass bei der Wochenendveranstaltung "Die Macht der Sprache" in der Berliner Akademie der Künste wenig rumkam. Edo Reents war dabei, als in Lübeck eine Neuausgabe von Thomas Manns "Doktor Faustus" vorgestellt wurde - und erklärt, warum der Roman jetzt und immerdar von so großer Bedeutung ist. Ein Stockholmer Tagung, auf der Alternsforscher über das Altern sprachen, hat Christian Schwägerl besucht. Lisa Nienhaus war auf der fränkischen Jakobsweg-Teststrecke zwischen Würzburg und Rothenburg ob der Tauber unterwegs. Joseph Hanimann porträtiert den hoch gelehrten Philologen Jean Bollack, der jetzt in Osnabrück die Ehrendoktorwürde erhielt. Tobias Döring gratuliert dem Autor Salman Rushdie zum Sechzigsten, Jürg Altwegg dem Philosophen und Publizisten Andre Glucksmann zum Siebzigsten.


Besprochen werden die Richard-Serra-Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art, eine CD mit Musik des Komponisten Isang Yun, die Uraufführung der Schiller-Oper "Fiesque" von Edouard Lalo, Christian Stückls Inszenierung von Stefan Zweigs "Jeremias" in Oberammergau, eine Ausstellung mit Fotografien Wolfram Hahns im Museum c/o Berlin und Literarisches, nämlich die Romantrilogie "Die Zugereisten" des slowenischen Autors Lojze Kovacic (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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