Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

30.12.2006. Die letzten Feuilletons in diesem Jahr blicken zurück, mal wehmütig, mal gehässig, mal satirisch. Nur die SZ blickt nach vorne, einen literarischen, gesellschaftlichen oder anderen Mega-Trend vermag aber auch sie nicht auszumachen. Die Welt freut sich mit Hallgrimur Helgason, dass es nicht mehr nur einen isländischen Fernsehkanal mit Ruhetag gibt. Die NZZ begleitet Dubravka Ugresic auf ihren virtuellen Museumsspaziergängen. Und die taz kritisiert Alain Badious unkritische Haltung zu Massenmord-Regimen. Die Online-Redaktionen der Zeitungen kommentieren die Hinrichtung Saddam Husseins.

Die Welt, 30.12.2006

Marko Martin ist für die Literarische Welt nach Island gereist, um mit dem Schriftsteller Hallgrimur Helgason über dessen neuen Roman "Rokland" zu sprechen - und über Island. "Ist es tatsächlich so schlimm, in Island zu leben, Herr Helgason? Kurzes Kraulen des Bartes, ein spöttisch-nachdenklicher Blick: 'Inzwischen nicht mehr. Zumindest Reykjavik wird jetzt hip. Außerdem gibt es ja mehrere Fernsehprogramme und nicht mehr, wie in der Vergangenheit, nur einen Kanal, der überdies jeden Donnstag Ruhetag hatte und im Sommer wochenlang in die Ferien ging. Ich scherze nicht.'"


Maxim Biller trauert im Interview der alten Bundesrepublik nach, deren größter Vorzug ihre Bescheidenheit gewesen sei. "Früher hatte man in Deutschland wenigstens das Gefühl, die Deutschen sind ein sehr moralisches Volk im guten Sinne und sie handeln und denken eben nicht egozentrisch. Dieses Gefühl geht immer mehr verloren. Weg, alles weg, in jedem zweiten Satz, in jeder dritten Rede, in jedem vierten Hintern steckt inzwischen ein schwarzrotgoldenes Fähnchen." (Zitiert aus der Printausgabe, online fehlt der letzte Teil des Zitats.)

Weiteres: Anne Chaplet steuert eine Krimierzählung bei. Besprochen werden unter anderem Aka Morchiladzes Roman "Santa Esperanza" und Gedichte von Gellu Naum.

Im Feuilleton schildert DW die spektakulären Trauerfeier für James Brown: "Am Donnerstag nachmittag kehrte Brown aus Georgia ins Apollo Theatre zurück - in einem goldenen Sarg. Eine Pferdkutsche hatte ihn zuvor durch den New Yorker Stadtteil Harlem gefahren. Anhänger sagen dabei Browns Hymne 'Say it Loud - I'm Black and I'm Proud'." Im Interview bekennt sich Zubin Mehta, der das Neujahrskonzert mit den Wiener Philharmonikern dirigieren wird, zu seinem Wiener Blut. Matthias Heine stellt ein kleines, bisher nur auf Französisch erschienenes Büchlein von Jean-Philippe Toussaint über Zinedine Zidane vor. Karl Harb grübelt, wer wohl das gerade gefundene Mozart-Klavierstück abgeschrieben haben könnte (die Notation ist keine Originalhandschrift Mozarts). Thomas Schmid schreibt zum Achtzigsten des Philosophen Hermann Lübbe, Jochen Schmidt zum Achtzigsten von Maurice Bejart.

Besprochen werden eine neue Plattenedition mit Sinatra-Konzerten in Las Vegas und die Ausstellung "Architektur wie sie im Buche steht" in der Münchner Pinakothek der Moderne.

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Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2006

Die kroatische Schriftstellerin Dubravka Ugresic erklärt in einer nur halb fiktiven Erzählung in der Beilage Literatur und Kunst, dass sie Museen nur mehr virtuell besucht. "Das Metropolitan und das Moma sind meine Lieblingsadressen. Ich spaziere durch Säle, bleibe vor den Kunstwerken stehen, verkleinere oder vergrößere sie bei Musik meiner Wahl, und was am allerschönsten ist: Es gibt kein Gedränge, keine Menschen, keinen Grund zur Panik. Hinterher kann ich zum Museumsshop gehen und eine Lampe von Isamu Noguchi oder ein Muji-Regal aus Recyclingpapier kaufen. Und im Vatikanischen Museum kann ich jetzt meinen Blick nach Herzenslust über Michelangelos Fresken an der Decke der Sixtinischen Kapelle wandern lassen. Kein Schwindelgefühl, kein Herzklopfen mehr . . . Nach dem Museumsbesuch kann ich mir eine Freude machen und eine Mütze mit der Aufschrift 'Veni, vidi, vici' (sind wir doch in Rom, oder nicht?) kaufen. Das Tate, das Pompidou, die Uffizien, den Prado, die Eremitage, das British Museum - sie alle habe ich im kleinen Finger, sie alle sind mein, nur mein."


Im Feuilleton begeistert sich Hans-Joachim Müller über die anregende Schau zu Wassily Kandinsky im Kunstmuseum Basel, "der denkbar schönste Widerspruch zu den hirnlosen Blockbustern des Jahres". Roman Bucheli war in der Ausstellung über das Exil deutscher Schriftsteller in Kalifornien im Münchner Literaturhaus. Der Autor Günter Kunert singt ein Loblied auf die Provinz, in seinem Fall Kaisborstel. Im leider nicht verlinkten Jahresrückblick werden Anna Politkowskaja und Hannah Arendt zu den Personen des Jahres gekürt.

Zu den zahlreichen Büchern, die heute besprochen werden, zählen Zoran Ferics Roman "Die Kinder von Patras" sowie vier Monografien und zwei Handbücher zu Mozart.

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Frankfurter Rundschau, 30.12.2006

Die Feuilleton-Redaktion blickt, kurzes Stück um kurzes Stück, zurück aufs Jahr, das war. Folgerichtig geht es um Suhrkamp und Neuen Patriotismus, einen in seiner Ehre gekränkten Theaterkritiker, einen Elfmeter-Zettel, Handke und Milosevic, Grass und die Waffen-SS, Polonium und Rückgabefragen, den Papst und einen angeblich zettelschluckenden Philosophen sowie eine vermeintlich lebensgefährliche Kopfabschlagsoperninszenierung. Schön, dass wir das jetzt hinter uns lassen können. Da ist der Kopf frei für frische Skandale und Skandälchen.


Weitere Artikel: Holger Ehling informiert uns darüber, dass die Bücher handelnde Douglas-Tochter Thalia mal wieder einkaufen war. In ihrer "Plat du jour"-Kolumne befasst sich Martina Meister heute mit einem Frankreich ohne Zigarettenrauch.

Besprochen werden eine "elektrisierende" Begegnung der Berliner Philharmoniker mit drei Choreografen, eine Holzkästchen-Ausstellung im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst und ein Konzert mit Claudia Carbo.

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Süddeutsche Zeitung, 30.12.2006

Heute gibt's, in Satirelaune, den Rückblick auf das Jahr 2016. Gefeiert wird der einst als Klonfälscher verschriene Hwang Wook-soo, nun mit dem Medizin- und Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Es wird noch einmal daran erinnert, wie der Suhrkamp-Verlag den Händen der einstigen Eigner Burger King und Mitsubishi entwunden werden konnte. Und auch das Internet hat sich entwickelt: "Web 2.0 nannte man das noch krude Mitmach-Internet. Doch seit ego.com (und natürlich alterego.com), voyeuriZm, dejavu, collective-eye und wie die sogenannten Total-Life-Websites noch heißen, erscheint der Menschheit eine Existenz ohne digitalen Spiegel wie ein Leben in ständiger Finsternis."


Weitere Artikel: An die Gründungsstätte der vor vierzig Jahren ins Leben gerufenen Kommune I - Uwe Johnsons Atelier - hat sich Alex Rühle begeben. Ijoma Mangold betrachtet den Koch-Boom im Fernsehen aus soziologischer Perspektive: "Man kocht immer auch gegen die Angst vor dem sozialen Abstieg." Gerhard Matzig lässt hundert Jahre Küchengeschichte Revue passieren. Von der Uraufführung eines bislang unbekannten Klavierstücks des sechs- bis zehnjährigen Mozart berichtet Helmut Mauro. Paul Nolte gratuliert dem konservativen Philosophen Hermann Lübbe, Eva-Elisabeth Fischer dem Choreografen Maurice Bejart zum 80. Geburtstag. Wolfgang Schreiber hat den Nachruf auf die Komponistin Galina Ustwolskaja verfasst.

Die Literaturseite gibt sich rätselhaft: Mehr oder minder berühmte Feuerwerke der Weltliteratur dürfen erraten werden. Kurz besprochen wird ein Hörbuch mit Geschichten von Patricia Highsmith (dazu mehr in der Bücherschau des Tages).

In der SZ am Wochenende wird eine in Indien spielende Erzählung von Anna Katharina Fröhlich mit dem Titel "Vom Wunsch, heilig zu werden" abgedruckt. Angela Köckritz hat den in der Schweiz residierenden Sex-Guru Makaja besucht (mehr hier und hier) - und sie porträtiert das französische Comic-Duo Marguerite Abouet und Clement Oubrerie.

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Die Tageszeitung, 30.12.2006

Einigermaßen skandalös findet Marco Stahlhut den in seinem jüngsten Buch "Das Jahrhundert" demonstrierten Umgang Alain Badious - der seiner Ansicht nach "einer der wichtigsten lebenden linken Philosophen" ist - mit den kommunistischen Massenmord-Regimen des 20. Jahrhunderts: "Über den Stalinismus schreibt Badiou, es handele sich um eine 'Singularität' mit der 'ihr eigenen Größe, auch wenn diese Größe, weil gefangen in ihrer Konzeption des Realen, eine enorme Gewalt als Kehrseite hatte'. Noch unkritischer diskutiert Badiou die chinesische Kulturrevolution, die mit bizarren Auswüchsen des Personenkults um Mao einherging. Und in der ein Klima entstand, in dem jeder jeden als Konterrevolutionär beschuldigen konnte und Lynchjustiz einer radikalisierten Jugend an der Tagesordnung war. Woher speist sich Badious Gleichgültigkeit gegenüber machtbesessenen Diktatoren? Der Philosoph entledigt sich des Problems mit dem Hinweis, dass Machtspiele auch das Wesen der parlamentarischen Politik ausmachten."


Weitere Artikel: Dirk Knipphals lässt das Literaturjahr 2006 Revue passieren, ist dabei ziemlich auf die Bestsellerkarriere Daniel Kehlmanns fixiert und stellt zuletzt fest, dass der Literaturbetrieb immer noch der Literaturbetrieb ist: Neben mancher aufgeregten Literaturpreisneuerung viel Lärm um immer dasselbe und keine große Lust auf inhaltliche Auseinandersetzungen. Dirk Hagen denkt über das Kulturhauptstadt-Dasein nach. Kirsten Küppers berichtet von seltenen Glücksmomenten bei der Pottwalsuche.

In der zweiten taz erklären taz-Redakteure und andere Menschen, was sie 2006 zu einem anderen Menschen gemacht hat. Auf die Frage nach den "weggeschmissenen Büchern" des Jahres zeigt sich der Autor Joseph von Westphalen wenig zimperlich, aber diskret: "Nur so viel: Zwei, drei Dutzend von Denis Scheck und Elke Heidenreich wärmstens empfohlene Werke der frisch publizierten Hochliteratur kommen zusammen."

Das Dossier des taz mag widmet sich dem einstmals wichtigen selbsternannten "Sturmgeschütz der Demokratie" mit dem Titel Der Spiegel. Der ziemlich ernüchterte Ex-Spiegel-Autor Tom Schimmeck macht einen Redaktionsbesuch und stellt fest: "Er wird noch immer gefürchtet. Zwar hört man rundum öfter: 'Den lese ich kaum mehr' und 'Das brauche ich nicht mehr'. Viele schütteln den Kopf ob der politischen Irrungen und Wirrungen des Blattes. Doch selbst bei Ex-Lesern schwingt oft ein Erstaunen darüber mit, dass sie sich gelöst haben von der Droge namens Spiegel." In weiteren Artikeln erinnert sich Christian Semler an den Spiegel-Skandal und fasst Hannah Pilarczyk die Mühen des Magazins mit der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit zusammen.

In der Rubrik "Politische Bücher" werden Armin Nassehis Studie "Der soziologische Diskurs der Moderne" und Christian Rickens' Anti-Neue-Bürgerlichkeits-Pamphlet "Die neuen Spießer" besprochen. In der Belletristik-Abteilung geht es um Shan Sas Debüt "Himmelstänzerin", Sebastian Ingenhoffs Novelle "Rubikon" und neue Jugendbücher (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

Und Tom.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2006

Der Rückblick des FAZ-Feuilletons konzentriert sich in bester deutscher Tradition auf die Dinge, die 2006 schief gelaufen sind. Frank Schirrmacher rekurriert bei seinem Kommentar zu Günter Grass' SS-Geständnis auf seine Erfahrungen als Schmuggler. "Er sagt sich, wie wir es einst am Frankfurter Flughafen mit unseren 400 Stück Zigaretten taten: Ich habe es nicht verschweigen wollen, ich habe es nur nicht ausdrücklich deklariert." Auch Wladimir Kramnik, Günther Oettinger, Roberto Alagna, der Papst und andere bekommen ihr Fett weg. Hier alle Artikel in der Übersicht.


Weiteres: Jürgen Dollase bekennt sich zu Ferran Adrias Schaumgebilden und hofft für die Kochkunst im kommenden Jahr auf wahre Schöpfer. Rose-Maria Gropp gratuliert der Rockmusikerin Patti Smith zum sechzigsten Geburtstag. Jordan Mejias studiert Bestenlisten in britischen und amerikanischen Magazinen. Im Kunstmarkt versammelt Swantje Karich die zehn teuersten Kunstwerke, die in Deutschland versteigert wurden, angeführt von Heinrich Campendonks "Rotem Bild mit Pferden". Auf der Medienseite kommt Henrike Thomsen auf die vor hundert Jahren losgetretene Medienkampagne um den kaiserlichen Vertrauten Philipp Fürst zu Eulenburg zu sprechen.

In der Beilage Bilder und Zeiten schildern Dani Levy und Helge Schneider ihre Vorbereitung auf den Film "Mein Führer". Levy: "Ich habe ein bisschen geschrieben wie Karl May. Er hat ja auch, so wie ich, auf ganz vagen Kenntnissen beruhend seine Bücher geschreiben, ohne je an den Schauplätzen gewesen zu sein." Schneider: "'Der Untergang' habe ich gesehen. War der Einzige, der gelacht hat im Kino." Außerdem erzählt der Schriftsteller John Banville von seinem Aufenthalt in der ehemaligen Villa von Gianni Versace in Miami Beach.

Auf der Schallplatten- und Phonoseite werden die Band The Magic Numbers und ihr Album "Those The Brokes", Einspielungen des Geigers Jascha Heifetz und Neues der Rocker von "And You Will Know Us by the Trail of Dead" präsentiert. Die sonstigen Besprechungen widmen sich der Ausstellung über den portugiesischen Maler Amadeo de Souza-Cardoso im Gulbenkian-Museum in Lissabon, und Büchern, darunter Ror Wolfs "Gesammelte Fußballhörspiele" und Jörg-Uwe Albigs Roman "Land voller Liebe" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

In der Frankfurter Anthologie stellt Renate Schostack das Gedicht eines Unbekannten vor:

"Lorscher Bienensegen (10. Jahrhundert)

Kirst, imbi ist huze! nu fliuc du, uihu minaz, hera
fridu frono in godes munt heim zi commone gisunt.
..."

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Weitere Medien, 30.12.2006

Heute morgen wurde Saddam Hussein gehängt. Alle Zeitungen beschäftigen sich in ihren online-Auftritten mit dem Tod des irakischen Diktators. Mehr beim Spiegel, der Welt, FAZ und SZ.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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