Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 08.02.2012, 16.40 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

05.12.2006. Die Berliner Zeitung freut sich: Die deutsche Malerin Tomma Abts hat den Turner-Preis gewonnen. In der SZ erklärt der chinesische Filmemacher Lou Ye, was die Zensur für ihn bedeutet. Die taz-Russland konstatiert: Der Zeitgeist steht auf FSB. In der FR spekuliert der Strafrechtler Klaus Lüderssen nochmal über den Mannesmann-Prozess.

Berliner Zeitung, 05.12.2006

Die deutsche Malerin Tomma Abts hat gestern Abend in London den Turner-Preis gewonnen. Sebastian Preuss freut sich mit ihr: "Es ist eine gute Wahl, denn Tomma Abts gehört zu den wirklich relevanten Malern unserer Zeit, die lange zu Unrecht im Schatten der modischen neuen Figürlichkeit stand. Ihre kleinen, in endlosen Übermalungen entstandenen Kompositionen hauchen der geometrischen Moderne neues Leben ein. Es sind Wunderwerke an grafischer Eleganz, in denen sich klassische Formen und ein Hauch zeitgeistiges Retro-Design in so unnachahmlicher Weise durchdringen, dass man sich stundenlang in jedes einzelne dieser stereotyp 48 mal 38 Zentimeter großen Bilder versenken kann."


Volker Müller erinnert sich recht anschaulich an die Verhaftung Walter Jankas (mehr hier) vor fünfzig Jahren, die der sanften Revolte der DDR-Intelligenz ein Ende bereitete: "Wissend, was auf ihn zukommt, fährt der unbeugsame Mann am Morgen zu seinem letzten Arbeitstag. 'Ich halte es für ausgeschlossen, dass sie mit Dir so verfahren wie mit Harich', sagt ihm Anna Seghers bei einem letzten Treffen. Helene Weigel bittet ihn zu sich. Sie: 'Unser Dilemma ist die Hilflosigkeit der Arbeiter.' - Er: 'Nein, die Isolierung der Intellektuellen von den Arbeitern. Wenn wir hier nicht einen Wandel schaffen, wird sich nichts ändern.' Als der Tag sich neigt, erfolgt der erwartete Zugriff. In rüder Manier bringen die Stasi-Leute den furchtlosen Hausherrn wie einen Kriminellen durch das stumme Spalier seiner Mitarbeiter zu den schwarzen Limousinen. Die Seghers hatte sich geirrt. Ulbricht zeigte keine Skrupel, diesen integren Mann mit der Vita eines ehrlichen Kommunisten, dem ein Thomas Mann, Halldor Laxness oder Hermann Hesse auf Augenhöhe begegneten, den Prozess zu machen."

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Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2006

Ulrich Ruh bilanziert theologisch-politisch fundiert die Reise von Papst Benedikt XVI. in die Türkei und stellt fest: "Das Zusammenleben von Christen und Muslimen ist eine schwierige, aber nicht hoffnungslose Gestaltungsaufgabe. Ein wirklicher theologischer Dialog mit dem Islam steckt noch in den Anfängen."


Besprochen werden die Retrospektive zu John M. Armleder im Genfer Museum für moderne und zeitgenössische Kunst (bei der Maguerite Menz sehr "elegante Neo-Geo-Bilder" gesehen hat), ein Konzert des amerikanischen Maria Schneider Orchestras im Stadtcasino Basel und Bücher, darunter David Mitchells Roman "Der Wolkenatlas", und Angelica Ammars Romandebüt "Tolmedo".

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Die Tageszeitung, 05.12.2006

Der bevorstehende Feiertag zu Ehren des FSB animiert Klaus Helge-Donath auf den vorderen Seiten zu der Feststellung, dass der Geheimdienst in Russland schon seit jeher fest in Gesellschaft und Politik integriert ist. Und "seit ein Exspion im Kreml regiert, ist aus dem Dienst ein Markenzeichen mit Kultstatus bei der Jugend geworden. Das Wappen der Geheimpolizei mit Schwert und Schild gilt als chic, und es prangt auf der Hülle des Ersatzrads von so manchem protzigen westlichen Geländewagen. Der Zeitgeist steht auf FSB. Wer es zu Geld und Ansehen bringen will, tritt in die 'Organe' ein. Denn spätestens seit Putin im Kreml ist, sitzen Tschekisten an vielen Schaltstellen und wickeln lukrative Geschäfte ab - im Namen eines heroischen Patriotismus."


Fürs Feuilleton spaziert Dirk Knipphals durchs Regierungsviertel und sinniert beim ersten Glühwein über die Integration von Politikern und Immigranten. Kirsten Riesselmann stellt den ambitionierten Techno-DJ Onur Özer vor, der in Deutschland bekannter ist als in seiner Heimatstadt Istanbul. Isolde Charim hält die Beschimpfung "Du Opfer!" für bedenklich, vor allem in Hinsicht auf identitätstechnische Fragen. Ira Mazzoni besichtigt die Werkschau des Lichtkünstlers Dan Flavin in der Münchener Pinakothek der Moderne. In der zweiten taz überrascht es Adrienne Woltersdorf, dass ausgerechnet die taffe ehemalige Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina in ihrer Autobiografie über Probleme als Frau in der Chefetage klagt.

Und Tom.

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Die Welt, 05.12.2006

Wolf Lepenies plädiert für die Gründung eines Berliner "Forums für transregionale Studien", das die vielen verschiedenen Wissenschaftsinstitute unter einem Dach verbinden soll. Uwe Schmitt kündigt mit leichtem Grusel an, dass nächste Woche der Jesus-Schinken "Es begab sich aber zu der Zeit" in die Kinos kommt. Eckhard Fuhr möchte generell mehr Zukunftszugewandtheit. Gerhard Charles Rump hat sich im Münchner Haus der Kunst die Ausstellung "Black Paintings" angesehen, die exquisite Werke der modernen Schwarzmalerei präsentiert. Wieland Freund meldet, dass Thomas Harris einen Hannibal-Lecter-Roman aufgelegt hat. Und Kai Luehrs-Kaiser hat sich bei Michael Frayns Komödie "Verdammt lange her" nicht sonderlich amüsiert.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2006

Auf der Medienseite berichtet Siegfried Thielbeer von einem Prozess gegen Journalisten der dänischen Zeitung Berlingske Tidende, der mit einem Freispruch für die Angeklagten endete. Die Zeitung hatte 2004 "über interne Bedrohungsanalysen" des dänischen Geheimdienstes berichtet, die bezweifelten, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitze. "Demgegenüber hatte die Regierung von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen vor dem Beschluß des dänischen Parlaments über eine Kriegsteilnahme immer wieder behauptet, man vermute nicht nur, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitze: 'Das wissen wir.' Durch die Artikel der Berlingske Tidende, die heute noch für die Kriegsbeteiligung eintritt, war zu erfahren, dass die dänische Regierung ihre Behauptungen gegen die Wertungen ihres eigenen Geheimdienstes aufgestellt hatte." Sehr peinlich für die Regierung, für die Richter jedoch ging das "Interesse des Allgemeinwohls" vor.


Weitere Artikel: Oliver Jungen berichtet mit hämischem Unterton von einer Konferenz zur Vorbereitung einer Ausstellung über Friedrich II., in der Experten den Stauferkönig keineswegs als "Krone des Multikulturalismus" sehen mochten. Jürgen Kaube hat sich auf der gerade freigeschalteten Website des "Deutschen Informationszentrums Kulturförderung" umgesehen, aber offenbar keine relevanten Informationen gefunden. Eberhard Straub beobachtete, wie der Förderverein Berliner Schloss in einer Münchner Einkaufsstraße Spenden einzutreiben versuchte. Jürgen Kesting schreibt zum sechzigsten Geburtstag des Tenors Jose Carreras, troe. einen kurzen Nachruf auf die Publizistin Kyra Stromberg.

Auf der letzten Seite porträtiert Andreas Platthaus Philipp Hubbe, der Comics über Behinderte zeichnet. Joachim Müller-Jung sucht nach Beweisen, dass die chinesische Regierung tatsächlich erfolgreich Ökoautos entwickelt, stößt aber nur auf Propaganda. Regina Mönch berichtet über die erfolgreiche Klage eines ehemaligen Politoffiziers im Grenzregiment 33 der DDR gegen ein Buch, das ihn in Zusammenhang mit dem Mord an Chris Gueffroy erwähnt.

Besprochen werden Thomas Harris' neuer Roman "Hannibal Rising" über die Jugend des Kannibalen, Martin Suters neues Stück "Mumien" am Zürcher Neumarkt-Theater, ein Konzert von  The Kooks im Kölner E-Werk und eine Ausstellung der Fotografien von Sibylle Bergemann in der Berliner Akademie der Künste.

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Frankfurter Rundschau, 05.12.2006

Die komplexen wirtschaftlichen Vorgänge der Gegenwart sind mit dem üblichen Rechtssystem vielleicht nicht mehr zu fassen, meint der Strafrechtler Klaus Lüderssen zum Mannesmann-Urteil. Die Einstellung des Verfahrens gegen Geld ist weder ein Schuld- noch ein Freispruch. "Warum keine normale Einstellung, ohne Auflagen? Offenbar weil substanziell eine Art Schuldspruch (die aufhebende Entscheidung des Bundesgerichtshofs) eben doch in der Welt ist und in die Diskussionsmasse eingeht. Alles hängt also davon ab, ob die Verlautbarung des Bundesgerichtshofes für sich genommen eine rechtliche Wirkung hat. Wenn gesagt wird, dass in Zukunft mit Zahlungen von der Art, wie sie Gegenstand dieses Strafverfahrens gewesen sind, vorsichtig umgegangen wird und insofern ein wichtiges Prozessziel erreicht sei, so ist klarzustellen, dass das Strafprozessrecht primär nicht auf Wirkungen dieser Art zielt. So bleibt nur die Frage, ob man weiter gehen und wegen der unbestreitbaren außerprozessualen Wirkung eine zusätzliche, auch jenseits des Gesetzes sich entfaltende Rechtsgeltung annehmen darf. Die etablierte tägliche Praxis der 'Verständigung' im Strafverfahren experimentiert längst auf diesem Felde, ohne es zu wollen, ja ohne es zu wissen."


Weiteres: Harry Nutt stapft durch die "Architektursteppe" des Berliner Dürerplatzes. Albrecht Lüter gratuliert den finanziell wieder genesenen "Blättern für deutsche und internationale Politik" (Homepage) zum fünfzigsten Geburtstag. Besprochen werden Rene Polleschs "heftigst und zu Recht umjubeltes" Stück "Das purpurne Muttermal" am Wiener Akademietheater, die Orff-Bearbeitungen von "Oedipus" und der "Antigonae" in der Inszenierung von John Dew am Darmstädter Staatstheater sowie Ferruccio Busonis Oper "Doktor Faust" an der Berliner Staatsoper, in einer Inszenierung für die Salzburger Festspiele von 1999.

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Süddeutsche Zeitung, 05.12.2006

Lou Ye ist Regisseur des Films "Summer Palace", der vor dem Hintergrund der Ereignisse am Platz des Himmlischen Friedens spielt und in China verboten wurde. Der Film wird auf einem kleinen Berliner Festival für Independent Films gezeigt. Im Interview mit Anke Sterneborg erklärt Lou, was die Zensur für ihn bedeutet: "Man darf nicht drehen, und man darf auch nicht als Produzent oder Agent für einen anderen Regisseur arbeiten. Aber ich kann doch ein Drehbuch schreiben, denke ich, in meiner Wohnung. Und natürlich ist auch den Zensurbehörden klar, dass dieses Verbot nur in China gilt. Der verantwortliche Funktionär hat tatsächlich zu Journalisten gesagt: 'Wenn dieser Mann versucht, einen Film in einem anderen Land zu machen, dann geht mich das nichts an.' Das gab es früher nicht, da ging man davon aus, dass ihr Urteil weltweit gilt. Ich denke, es geht um eine Machtprobe - im Grunde ist dieses Verbot im Jahr 2006 ein Witz."


Weitere Artikel: Jörg Königsdorf beobachtete einen offensichtlich recht maulfaulen Kultursenator Wowereit bei einer Sitzung des Berliner Kulturausschusses über die Drei-Opern-Frage. Dirk Meyhöfer begutachtet das von den Architekten Diller & Scofidio entworfene Institute of Contemporary Art (Bilder) in Boston. Ingo Peitz verfolgte ein sogenanntes Powerpoint-Karaoke in Berlin. Olaf Arndt nimmt Guardian-Recherchen über verordneten und spontanen Drogengebrauch amerikanischer Soldaten im Irak auf. Anke Hilbrenner verfolgte die Tagung "Wie europäisch ist die Osteuropäische Geschichte?" in Berlin. Olga Grimm-Weißert berichtet, dass der Regisseur Nicolas Joel, seit 1990 Intendant der Toulouser Oper, als Nachfolger von Gerard Mortier zum künftigen Chef der Pariser Oper gekürt wurde.

Besprochen werden David Hares Stück "Vertical Hour" mit Julianne Moore am Broadway, die Ausstellung "Into Me / Out of Me" über die künstlerische Verarbeitung jeglicher Art von Körpersekreten in Berlin und Bücher, darunter ein großes Porträt über den Philosophen Ernst Cassirer.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Die Augenbrauen des Holofernes

25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen

Vergegenwärtigungskunst

24.01.2012. In der französischen Huffington Post attackiert Caroline Fourest den tunesischen Präsidenten Moncef Marzouki. Wer sich für Freiheit im Netz einsetzt, arbeitet in Wahrheit dem Kapital in die Hände, findet der Tagesspiegel.  Die Welt begibt sich auf die Suche nach der Kairoer Kunstszene, findet sie aber nicht so recht. Die SZ staunt über Hans Holbeins Schutzmantelmadonna in Schwäbisch Hall. De FAZ bringt eine kleine Hommage auf den Künstler Denis Limonow, der durch eine tollkühne Aktion zwei weißrussische Jugendliche vor der Hinrichtung bewahren will. Mehr lesen

Gewaltige Portion Besserwisserei

23.01.2012. Wahre Hymnen auf Deutschland singt Horace Engdahl aus der Jury des Literaturnobelpreises im Tagesspiegel. Die Welt kann mit Friedrich dem Großen ehrlich gesagt nicht so viel anfangen. Die taz porträtiert die große chinesische Autorin Eileen Chang und die NZZ den Schriftsteller und Psychiater Ion Vianu. Und auch hier noch eine Hymne auf Deutschland, genauer: Berlin - von dem Schweizer Autor Alain Claude Sulzer. Mehr lesen

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