Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

31.10.2006. Die für ihre Rezensionen berühmte taz geißelt Kulturbanausen in den übrigen Feuilletons. Die NZZ misst Größen beim Potenzgerangel Schweizer Architekten. Die Welt denkt über wahrhaftige politische Sprache nach. In der FR beschreibt Artur Becker den deutsch-polnischen Missverstand. Die FAZ protestiert gegen neue Einheitsschulen in Berlin. In der SZ beschreibt Andrzej Stasiuk den schönsten Feiertag in Polen: Allerseelen.

Frankfurter Rundschau, 31.10.2006

Der Autor Artur Becker denkt über seine deutsch-polnische Identität nach und das Verhältnis der beiden Länder zueinander: "Die Deutschen haben sich trotz ihrer glorreichen Wiedervereinigung noch nicht richtig von dem Riesen Russland gelöst, vor allem psychologisch nicht. Und die Polen begreifen nicht, dass sie mit ihrer Angst vor Deutschland - und vor allem vor Russland - immer wieder nur neue Angst produzieren und ernten. Das ist eben dieses fatale, künstlich erzeugte Jalta- und Oder-Neiße-Syndrom unserer gemeinsamen Herkunft und Geburt. Und nur mal so nebenbei gesagt: Die Deutschen und die Polen haben sich noch nie richtig verstanden - trotz des berühmten Kniefalls von Warschau, trotz der hierzulande sehr beliebten Bücher von Szczypiorski, trotz der großartigen BRD-Hilfe in der Solidarnosc-Zeit."


Sylvia Staude berichtet von der Dance-Biennale in München. In Times mager begutachtet Harry Nutt die Errungenschaft einer sechstausendjährigen Kürbiskultur. Besprochen werden Stein Winges Aufführung von Rimski-Korsakows "Zarenbraut" an der Oper Frankfurt und Kent Naganos Start bei der Bayerischen Staatsoper mit Richard Strauss und Wolfgang Rihm.

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Die Tageszeitung, 31.10.2006

In der Reihe Kritik der Kritik nimmt sich Daniel Bax heute die Kulturbanausen in den Feuilletons vor, vornehmlich FAZ, Spiegel und - ja! - den Perlentaucher, die sich in der Integrationsdebatte angeblich gern in die kulturkämpferische Pose werfen, anstatt anständig zu rezensieren. "Das ist paradox: Gerade in dem Moment, in dem türkischstämmigen Künstlern der Durchbruch in den Mainstream gelungen ist, die kulturelle Integration also auch auf der Ebene der Hoch- und Massenkultur unübersehbar geworden ist, verfällt die Integrationsdebatte in regressive Zuckungen. Türkischstämmige Schriftsteller gewinnen Literaturpreise und schreiben Bestseller, türkischstämmige Filmemacher reüssieren auf internationalen Filmfestivals, auch an den Kinokassen, und sobald man den Fernseher einschaltet, sieht man türkischstämmige Comedians. Gleichzeitig fabulieren deutsche Kulturjournalisten vom 'Scheitern der Integration' und dem 'Ende der multikulturellen Illusionen'. In welcher Welt leben die eigentlich?" (In einer Welt, in der auch Necla Kelek und Seyran Ates sicher leben dürfen.)


Weiteres: Wie man kunstvoll scheitern kann, erzählt Kito Nedo: Die geplatzte Veranstaltungsreihe Manifesta 6, die dieses Jahr in Nikosia stattfinden sollte, steht als Unitednationsplaza in Berlin wieder auf. Heike Blümner sorgt sich nach dem Abschied der Modemesse Bread & Butter um Berlins kreativen Ruf. Daniel Schreiber rekapituliert die New Yorker Affäre um den israelkritischen Historiker Tony Judt. Besprochen wird Elfriede Jelineks Stück "Ulrike Maria Stuart" am Hamburger Thalia Theater (das Simone Kaempf "bei all dem" auch witzig fand).

Und noch Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2006

Aus der Ukraine berichtet Gerhard Gnauck von Versuchen der Geschichtsaufarbeitung und der Stiftung einer nationalen Identität, die dadurch behindert werden, dass die beiden großen politischen Lager einen entgegengesetzten Blick auf die Vergangenheit haben. Dies zeigt sich unter anderem in der Ehrung ehemals verfeindeter Armeen: "Während in Lemberg im Westen vor wenigen Jahren ein wuchtiger Obelisk für die Soldaten der 'Division Galizien' errichtet wurde, entstand in Donezk im Osten zur gleichen Zeit ein Denkmal für die sowjetischen 'Ritter der Pflicht' (aus NKWD, KGB und SBU). Nur der Stoff, in den die Mythen gemeißelt werden, ist in Lemberg und Donezk der gleiche: roter Granit."


Hubertus Adam sieht angesichts aktueller Projekte der Architekten Gigon/Guyer (der geplante Prime-Tower in Zürich) und Herzog & de Meuron (der geplante Bau1 in Basel) ein Comeback der Hochhäuser in der Schweiz. "Die Tendenz zu ungewöhnlichen Formen, die es erlaubt, in einem Rudel den Leitbau zu erkennen (wie Norman Fosters 'Gurke' in London), bricht sich auch hierzulande Bahn: Das Potenzgerangel wird nicht mehr anhand des Metermaßes ausagiert. Vielmehr gewinnt Zeichenhaftigkeit an Bedeutung."

Besprochen werden ein Mozart-Zyklus in der Tonhalle Zürich und Bücher, darunter Suketu Mehtas "Bombay, Maximum City", Istvan Eörsis "Im geschlossenen Raum" und Silvio Blatters Roman "Eine unerledigte Geschichte" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Die Welt, 31.10.2006

Nach einem Treffen mit Günter Grass und anderen Kollegen präsentiert der Schriftsteller Burkhard Spinnen seine Gedanken zur richtigen politischen Literatur. Zum einen natürlich "Schluss mit der Schizografie!", zum anderen muss die Sprache das A und O bleiben. "Literatur ist nicht der Ort, an dem die Probleme der Staatssekretäre gelöst werden; hier wird vielmehr die Probe auf den Stand ihrer Sagbarkeit gemacht. Ich wage ein Beispiel: Solange von einer Reform des so genannten Gesundheitswesens gesprochen wird, kann nichts Wesentliches gelingen. Würde irgendwo (und der Ort kann nur die Literatur sein) erkennbar gemacht, dass wir uns eigentlich um eine Neudefinition des Todes in Zeiten der Intensivmedizin zu bemühen haben, bestünde vielleicht eine Chance auf Gesetze, die mehr bewirken als einen vorläufigen Interessensausgleich von Lobbys."


Weiteres: Peter Dittmar annonciert eine Auktion bei Sotheby's, bei der 173 Stücke von vergangenen Weltausstellungen veräußert werden. Hendrik Werner weist auf das Online-Austauschforum "Yahoo Clever" hin, dessen deutsche Version am Wochenende startete. Der Galerist Bernd Fesel begrüßt die 55-Millionen-Spende für einen Neubau des Essener Folkwang Museums, mahnt aber eine im Unterhalt sparsame Variante an.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Werken von Giovanni Bellini, Tizian und Giorgione im Kunsthistorischen Museum Wien, Sofia Coppolas "unentschiedener" Film "Marie Antoinette" und eine Aufführung von Nikolai Rimski-Korsakows Oper "Zarenbraut" in Frankfurt,

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2006

Regina Mönch ringt die Hände angesichts neuer Versuche, in Berlin die Einheitsschule umfassend zu testen. "All die bekannten Misserfolgsstudien über Gesamtschulen" würden ebenso ignoriert wie die in Berlin selbst gemachten Erfahrungen mit der Einheitsschule, die bis in die Zwanziger zurückreichten. "Das letzte Mal wurde die Einheitsschule 1991 Geschichte. Innerhalb weniger Monate entschieden Ost-Berlins Eltern sich - nach vier Jahrzehnten verordneter Einheitsschule - für das dreigliedrige System. Es war eine Abstimmung mit den Füßen und gegen die ursprünglichen Intentionen der damals rot-grünen Stadtregierung."


Eva-Maria Magel schildert am Beispiel zweier Internetseiten den unterschiedlichen Umgang mit der Kriminalität in Südafrika: bei crimexposouthafrica.org "kann jeder Südafrikaner seit einigen Monaten seine persönlichen Begegnungen mit dem Bösen ins Internet stellen. Die Auswahl ist groß. Südafrika konkurriert um die Weltspitze, was Kriminalität angeht." Die Seite realsouthafrica.co.za glaubt dagegen nicht an einen moralischen Verfall des Landes: "Fröhliche Fotos der 'Rainbow nation' schmücken die Seite, das Forum beschwört Südafrikas Erfolge, die Gastfreundschaft und die Tugend des 'Ubuntu', der Solidarität."

Weitere Artikel: In der Leitglosse geißelt aro. einen Kabarettabend von Erik Gedeon über die Große Koalition. Michael Althen resümiert die Hofer Filmtage. Martin Lhotzky hörte an "sechs Jelinek-Jubeltagen" in Wien "anspruchsvolle bis schwierige Referate". Catrin Lorch hat bei der Düsseldorfer Quadriennale Werke von Nauman, De Bruyckere, Honert und Margolles gesehen. Joseph Croitoru wirft einen Blick in osteuropäische Zeitschriften, in denen zwei Kritikerinnen des kommunistischen Totalitarismus zu Wort kommen: Doina Jela in Timpul und Hannah Arendt in Osteuropa. Im Leitartikel auf der Seite 1 nimmt Heike Schmoll die gerade erschienene "Bibel in gerechter Sprache" aufs Korn: Da würden im Sinne einer politischen Korrektheit "Unterschiede zwischen Judentum und Christentum nivelliert, selbst philologische Fehlentscheidungen in Kauf genommen."

Auf der DVD-Seite stellt Bert Rebhandl die DVD-Editionen bei Arte vor (darunter Marcel Ophüls' Doku über Kriegsberichterstatter, "Veillees d'armes"). Weiter geht's um DVDs von Werner Herzog ("Grizzly Man"), Eric Rohmer ("Triple Agent") und Greg Araki ("Mysterious Skin").

Auf der letzten Seite porträtiert Wiebke Hüster den Ballettmeister Nikolas Sergejew, der mit den Aufzeichnungen von 24 Choreografien vor den Bolschewiki in den Westen flüchtete. Dirk Schümer gibt lang seinem Entzücken über die Villa Vigoni Ausdruck, die heute ein deutsch-italienisches Zentrum birgt. Und Katja Gelinsky informiert uns über den Einsatz von Hollywoodstars für eine neue Energiesteuer in Kalifornien: Mit dem Geld sollen alternative Energien gefördert werden.

Besprochen werden die Kleopatra-Ausstellung im Bucerius-Forum in Hamburg, Reiner Lists Installation "Window" im Berliner Museum für Fotografie und Rimski-Korsakows Oper "Die Zarenbraut" in Frankfurt.

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Süddeutsche Zeitung, 31.10.2006

Andrzej Stasiuk schreibt über Allerseelen, seiner Meinung nach nicht nur einer der wichtigsten, sondern mit seinen leeren, von Feuern erleuchteten Friedhöfen einer der schönsten Feiertage in Polen. "In einer Entfernung von sieben, acht Kilometern habe ich an die zehn Friedhöfe. Ich schreibe 'ich habe', denn seit vielen Jahren bemühe ich mich, sie um Allerseelen herum alle aufzusuchen. Einige liegen in der Einöde, in entvölkerten Tälern, die früher Dörfer waren. Ich komme angefahren, zünde Grablichter an und verlese die kyrillisch geschriebenen Namen."


Titus Arnu besucht den Illustrator Nikolaus Heidelbach, der in einem Kinderbuch auch schon mal Kinder das Totsein üben lässt. Hermann Unterstöger, der selbst immer wieder gern über Sprachliches sinniert, beäugt den jungen Kollegen und "Deutschlehrer der Nation" Bastian Sick. Helmut Böttiger gratuliert dem Schriftsteller Günter de Bruyn zum Achtzigsten. Anke Hilbrenner resümiert eine Düsseldorfer Tagung, auf der der Körper kulturtheoretisch auseinandergenommen wurde. Glücklich erforscht Gottfried Knapp die neue Ostasiengalerie in Dresden, die in einem Teil des Zwingers untergebracht ist und vom New Yorker Edeldesigner Peter Marino in Szene gesetzt wurde. Vasco Boenisch weist auf die massiven Einsparungen beim Theater Bonn hin, wo weitere 6,1 Millionen im Jahr gekürzt werden sollen. Harald Eggebrecht nutzt eine Zwischenzeit, um sich an den Lumpensammler von einst zu erinnern.

Besprochen werden die biografisch inspirierte Choreografie "La Vie du danseur" des bald achtzigjährigen Maurice Bejart in Lausanne, Jürgen Kruses Inszenierung von Tennessee Williams' "Die Glasmenagerie" in Luzern, Sacha Baron Cohens grenzüberschreitende Satire "Borat", ein Auftritt von George Michael in München ("Live eine der größten Stimmen, die der britische Pop je hervorgebracht hat", schwärmt Tobias Kniebe), das Album "Out Now" der Band Lychee Lassi, und Bücher, darunter Günter de Bruyns Simultanchronik "Als Poesie gut" aus Berlins Kunstwelt im späten 18. Jahrhundert, zwei Bücher über die Gemeinsamkeiten von Mensch und Schimpanse sowie Stefan Moses' Bildband über "Ilse Aichinger" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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