Bücherschau der Woche
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
31.07.2006. Die NZZ ist fasziniert von den Antihelden des Mangaautors Yoshihiro Tatsumi. In der FAZ antwortet Wilhelm Genazino auf Veronica Ferres und beschuldigt sie eines für die plötzlich eintretende Wahrheit seines Theaters blinden Moralismus. In der taz spricht Gabriele Goettle mit Antje Simnack, die sich um die Opfer rechtsextremistischer Gewalttäter kümmert. Die SZ findet den Bayreuther Siegfried Stephen Gould ein wenig lyrisch.
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Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2006
Christian Gasser porträtiert den japanischen Manga-Autor Yoshihiro Tatsumi, der mit seinen dramatischen Gekiga einen düsteren Kontrapunkt im Nachkriegs-Japan gesetzt hatte: "Kleine Angestellte und Arbeiter, Arbeitslose oder Gelegenheitskriminelle - das sind Tatsumis Antihelden, erbärmliche Verlierer, von ihren Frauen verachtet, von ihren Vorgesetzten ausgenutzt, von den Arbeitskollegen gedemütigt und selbst von Prostituierten verspottet. Wenn sie sich nicht resigniert in ihr Schicksal fügen, wehren sie sich mit einem Ausbruch von sinnloser oder mörderischer Gewalt. 'Helden?' - Tatsumi, ein freundlicher Mann von 71 Jahren, lächelt: 'Helden haben mich nie interessiert. Helden müssen immer gewinnen!'"
Weiteres: Nach drei von vier Abenden mit Tankred Dorsts und Christian Thielemanns "Ring" steht für Marianne Zelger-Vogt fest: "Der Bayreuther 'Ring' des Jahres 2006 wird weder szenisch noch aufgrund seiner Sängerbesetzung Geschichte machen, sein eigentlicher Regisseur heißt Christian Thielemann." Marc Zitzmann schreibt zum siebzigsten Geburtstag von Yves Saint Laurent. Silvia Stammen hat sich in Salzburg Martin Kusejs Nestroy-Inszenierung "Höllenangst" und Dimiter Gotscheffs "Tartuffe" angesehen.
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Frankfurter Rundschau, 31.07.2006
Nach "Walküre" und "Rheingold" findet Stefan Schickhaus den Vorfwurf gegen Bayreuth unhaltbar, "sängerisch längst nicht mehr aus der obersten Liga genährt zu werden". Seiner Ansicht nach schwächeln nur die Heldentenöre ein wenig: "Dagegen gab es Exzellentes zu hören von Adrianne Pieczonka als junge, ganz natürlich klingende Sieglinde, ebenso von Michelle Breedt als Fricka und von Mihoko Fujimura als Erda, den beiden resoluten Mächten, denen Wotan hier ausgesetzt ist. Er selbst, gesungen von Falk Struckmann, zeigte sich stimmlich äußerst präsent über die ersten drei Ring-Teile hinweg, seinen großen Monolog in der Walküre klar deklamierend und klug haushaltend, ein lässiger, lachender Speerträger und Spötter über seine Welt."
Peter Michalzik bricht über Dimiter Gotscheffs "Tartuffe" in Salzburg in Begeisterungsstürme aus: "Die unerträgliche Schönheit der Bilder macht schaudern. Chic, frozen, shocking, eine der besten halben Stunden in letzter Zeit."
Weiteres: Stefan Raulf berichtet vom Fantasy Filmfest in Frankfurt. In Times mager spießt Judith von Sternburg den alten Streit zwischen Salman Rushdie und Germaine Greer auf, der gerade einen neuen Ausbruch erlebt.
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Die Tageszeitung, 31.07.2006
Gabriele Goettle lässt Antje Simnack von Utopia e.V. erzählen, einem Solidaritätsprojekt für Opfer rechter Gewalt in Frankfurt/Oder. "Also, es gibt hier zum einen die klassischen Glatzköpfe, aber schon seit ein paar Jahren gibt es auch diese Jugendlichen mit gutem Haarschnitt, solariumbraun, gute Klamotten, wo die Gesinnung nicht auf Anhieb zu sehen ist. Die wirken wie ganz normale Diskobesucher und Jugendliche. Oft wird dann auch von Seiten der Polizei bagatellisiert, da heißt es dann, es war eine Schlägerei unter Jugendlichen, ganz normal, ohne rechten Hintergrund, alle waren alkoholisiert usw. Der Schäuble hat sich ja so geäußert, es könnte sich genauso abspielen, dass Blonde von Dunklen angegriffen werden. Es ist ja überhaupt so, dass Gegenwehr der Opfer bereits mit Aggression gleichgesetzt wird. Da fragt man sich, wo führt das hin, wenn man sich nicht wehren darf, nicht mal verbal, sonst wird einem das Opfersein aberkannt?!"
Robert Misik hat die Polizei gerufen, weil sein Nachbar nächtelang "entsetzlich laute Musik" hörte. In tazzwei grübelt er 298 Zeilen lang, ob das spießig war. Besprochen wird ein Buch von Etgar Keret und Samir El-Youssef, "Alles Gaza - Geteilte Geschichten" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Schließlich Tom.
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Die Welt, 31.07.2006
Enttäuscht von Pierre Audis "Zauberflöte"-Inszenierung in Salzburg ("ein "harm- und kantenloser Karneval der Kulturen"), vermisst Manuel Brug allmählich den Mozart-Mehrwert der Festspiele, die im Jubiläumsjahr alle Opern aufführen wollen: "Es passiert, damit es passiert und ist sich so selbst genug - Masse als Message." Immerhin: Harnoncourt zwang mit seinem "Figaro"-Dirigat jeden "Eventsüchtigen und Genussgeeichten zum Nachdenken, zumindest aber zum Zuhören".
Weiteres: Als "präzise politische Spektakelkunst" lobt Ulrich Weinzierl Dimiter Gotscheffs "Tartuffe" bei den Salzburger Festspielen. Gernot Facius erinnert an Ignatius von Loyola, den Gründer des Jesuitenordens und obersten Ritter im Kampf gegen die Gegenreformation, der vor 450 Jahren gestorben ist. Marion Leske berichtet von Gerhard Richters Fenster-Entwürfen für den Kölner Dom. Uwe Schmitt notiert genervt von der Telefoniererei in den USA: "Das Handygequatsche hat in Amerika die Zigarrettensucht ersetzt. Nur dass Raucher allein sein können. Und die Klappe halten."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2006
Auch Naturwissenschaftler können sich Feuilletondebatten liefern. Dietmar Dath berichtet über eine Kontroverse über die Stringtheorien, gegen die zwei amerikanische Physiker polemische Bücher vorgelegt haben: Peter Woit (mehr hier) und Lee Smolin (mehr hier). Sie kritisieren, scharf bekämpft im Blog von Lubos Motl, die Stringtheorien, welche die Relativitäts- und die Quantentheorie in Einklang bringen wollen, weil sie "nicht mehr, sondern eher weniger erklären als ihre Frühformen vor Jahren. Was sie an Vereinfachung und Glättung älterer mathematischer Konstruktionen geleistet haben, wird, meinen die Kritiker, durch ihre eigene Kompliziertheit gerade wieder verspielt. 'Nicht einmal falsch' sind sie, so Woit, sondern, schlimmer, unfruchtbar."
Auch der Streit um das Stück "Courage", das Wilhelm Genazino der Schauspielerin Veronica Ferres auf den Leib schrieb, der es aber partout nicht passen will, geht weiter. Genazino antwortet im Interview mit Andreas Rossmann zum Teil recht giftig, auf Ferres' ebenfalls in der FAZ vorgebrachte Beschuldigung, das Stück mache die "Courasche" zu einer bloßen Hure ohne jede Entwicklung: "Sie reagiert, wie gesagt, fast ausschließlich moralisch, und die Moral ist kein guter Ratgeber. Denn, und das vergisst sie völlig, Theater ist plötzlich eintretende Wahrheit. Und diese Wahrheit ist wirkungslos, wenn sie auf einer Ebene konventionell gewordener, moralischer Wahrheit verharrt, wie sie Frau Ferres vertritt. Ein Theater muss neue Wahrheit bieten, deshalb verletzt der Text auch den Geschmack weiter Kreise. Das muss ich aber hinnehmen."
Weitere Artikel: Julia Spinola begräbt im Bayreuther "Siegfried" "alle zuvor genährten Hoffnungen auf eine neue, interessante, ja, überhaupt auf eine Deutung". Jordan Mejias glossiert einen New Yorker Familienstreit auf allerhöchster Ebene um die Pflege der inzwischen 104-jährigen und an Alzheimer erkrankten Brooke Astor. Jordan Mejias sieht trotz der Publikation neuer Dokumente das Rätsel das Massakers von Columbine als nicht gelöst an. Christoph Möllers kommentiert neue Urteile hoher deutscher Gerichte zu Fragen der Religionsfreiheit. Christian Geyer gratuliert dem Philosophen Hilary Putnam zum Achtzigsten. Gina Thomas berichtet leider ganz kurz über eine Kontroverse zwischen Salman Rushdie und Germaine Greer zur geplanten Verfilmung von Monica Lanes Buch "Brick Lane", die auf Widerstand der Bangladeschischen Gemeinschaft in London stößt (hier Rushdies Brief an den Guardian und ein Bericht). Gemeldet wird, dass in der Berliner Akademie der Künste am 23. August eine Diskussion zum Fall Handke stattfinden soll.
Auf der Medienseite porträtiert Karen Krüger den deutsch-kroatischen Schauspieler Stipe Erceg. Simon Colin stellt das Truckradio vor, das Fernfahrer mit Countrymusik beschallt. Matthias Schumann war dabei, als der NDR die Höhepunkte der nächsten Hörspielsaison vorstellte.
Auf der letzten Seite schildert Kestin Holm, wie die reichen Moskauer mit der Wiederbelebung von Galopprennen, Galauniformen und gefälschten Brasserien bürgerliches Leben mimen. Dirk Schümer stellt das Buch "Ungheria 56 - la rivoluzione calunniata" des Historikers Federigo Argentieri vor, der nachweist, dass die italienischen Kommunisten keineswegs, wie späterhin behauptet, mit dem Ungarnaufstand sympathisierten. Und Franziska Bossy schreibt ein Profil des Schauspielers Stephen Fry, der mit der BBC eine Dokumentation über sein Leiden an Depressionen gedreht hat.
Besprochen werden die "Zauberflöte" in Salzburg, "Tartuffe", inszeniert von Dimiter Gotscheff, ebenfalls in Salzburg, die Ausstellung "Zeichenkunst des Barock - Aus der Sammlung der Königin Christina von Schweden" in Leipzig, eine Ausstellung des litauischen Fotografen Antanas Sutkus in Münster und Sachbücher, darunter die bisher nur auf englisch erschienene Studie "On Clausewitz" von Hugh Smith (mehr hier).
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Süddeutsche Zeitung, 31.07.2006
"Der Weltgeist hat mittlerweile offenbar etwas gegen Heldentenöre", seufzt Joachim Kaiser, den der neue, von Insidern hochgelobte Bayreuther Heldentenor Stephen Gould nicht beeindruckte. "Doch als das Problem dieser 'Siegfried'-Aufführung ließ sich leider erkennen, dass des Helden Harmlosigkeit sich stimmlich offenbarte. Entweder litt Gould unter bedauernswerter Indisposition - oder dieser viel gelobte einstige Tannhäuser muss sich die Siegfried-Figur überhaupt noch aneignen. Stephen Goulds Stimme hat, zumal in der Mittellage, seltsamerweise ein eher baritonales Timbre. Auch wenn ihm hin und wieder kräftige tenorale Spitzentöne gelingen, wirkt die Stimme, wirken Ton und Aura wenig 'heldisch'... Lyrisches liegt dem Sänger offenbar besser."
Hans-Peter Kunisch erzählt eine schöne Geschichte von dem irischen Dorf Gort, dessen 2.000 Einwohner kürzlich um 1.000 Brasilianer vermehrt wurden. Das kam so: Im brasilianischen Anapolis machte eine Fleischfabrik dicht, "und Sean Duffy, Fleischfabrikant in Gort, erfuhr davon. 'Zuerst', sagt Isaias Silva, im Family Resource Centre von Gort im Raum der Brazilian Association, 'waren es fünf Männer, die Duffy holte, Fachpersonal, Leute, die Tiere ausnehmen, Schlächter. Dann kamen die Familie, Freunde'... Gorts Brasilianer übernehmen, was in anderen Gegenden Irlands Polen, Letten und Litauer tun. Sie machen die Arbeit, für die sich hier keiner mehr findet. Sie bauen die neuen, großen irischen Häuser, stellen die Putzfrauen, denen all die ungenutzten Zimmer anvertraut werden, pflegen die großen Grundstücke." Und das Zusammenleben? "Tausend Ausländer, die plötzlich in einem Dreitausend-Seelen-Ort wohnen. Man stelle sich das in Deutschland vor. Eine Frau, die sich von Adriana aus Anapolis in ihrem B & B helfen lässt, sagt, dass 'die eigene Auswanderungsgeschichte, dass wir selber schwarz arbeiten mussten, hilft. Wir kennen das, aus beinahe jeder Familie.' Bei den wenigsten gibt es Überlegenheitsgefühle."
Weitere Artikel: Klaus Lueber berichtet über Kündigungen und Proteste von Professoren der Universität der Künste Berlin, die sich von der Verwaltung schikaniert fühlen. Dominik Graf empfiehlt die Italo-Thriller "La casa sperduta nel parco" (früher als "Der Schlitzer" bei Laser Paradise) und "Autostop rosso sangue" auf DVD. Henning Klüver schickt einen Strauß Kulturnachrichten aus Italien. Willy Hochkeppel gratuliert dem Philosophen Hilary Putnam zum 80. Geburtstag.
Auf der Medienseite lässt sich Hans-Jürgen Jakobs von Wolfgang Fellner erzählen, was es mit dessen neuer Zeitung Österreich auf sich hat: Die Zeitung, so Fellner, "sei 'das einzige Medium, das heute noch nahezu so ausschaut wie vor 20 Jahren'. Das sei derzeit 'die Branche mit der geringsten Innovationen - hier greifen wir an'." Das gefällt nicht allen, besonders Gruner + Jahr reagiert sauer, berichtet jja.
Besprochen werden die Salzburger "Zauberflöte" (die Wolfgang Schreiber rundum gelungen fand) und Dimiter Gotscheffs Salzburger "Tartuffe" bei den Salzburger Festspielen ("schweres Depressionstheater", klagt Christopher Schmidt), außerdem eine Ausstellung zu 100 Jahren britischer Schlagzeilen in der der Londoner British Library und Bücher, darunter Vittorio Hösles "Der philosophische Dialog" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Grenzen spielen eine ambivalente Rolle
25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen
Belebung der Leiber
24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen
Pragmatische Theorie der Tücke
23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus. In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Gelegentlich auch finster und bizarr
22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen
Figur der Jederzeitlichkeit
21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen. Mehr lesen
Auch bei geringsten dynamischen Graden
19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen
Das Theater, es lebt, es lebt
18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen
Sie rezensieren, loben und verbreiten auch
16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen
Viel mit der Hand abgeschrieben
15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen
Von bürgerlichen Medien empfohlen
14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen
Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt
12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen
Auch das Spiel folgt Regeln
11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen
Man versucht, die Revolution herauszuhalten
10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen
Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf
09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen








