Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Alma Guillermoprieto: Havanna im Spiegel

Martina Rellin: Klar bin ich eine Ost-Frau!

Ewige Werte
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- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
12.07.2006. Die NZZ stellt die Kämpferinnen des Gender Jihad vor, die Islam und Emanzipation unter einen Hut, aber nicht unter ein Kopftuch bringen wollen. In der taz bedauert Hans-Ulrich Wehler 20 Jahre nach dem Historikerstreit, dass die Osteuropa-Historiker seinerzeit nicht auf die Opferzahlen des Stalinismus aufmerksam machten. Die SZ zieht eine doch recht positive Bilanz von Berlins umstrittenem Kultursenator Thomas Flierl. Die FAZ weist nach: Es zählt eben doch für die Chinesen, wenn in Europa ein Blatt vom Baume fällt.
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Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2006
Alfred Hackensberger stellt eine Bewegung gläubiger Musliminnen vor, die sich dem Kampf um Gleichberechtigung der Frauen im Islam verschrieben hat. Eine von ihnen ist die amerikanische Buchautorin Asra Nomani. "'Islam und Feminismus sind kein Widerspruch', sagt Asra Nomani. 'Im Gegenteil, Emanzipation passt sehr gut zu den frühen Lehren unserer Religion und gibt Hoffnung, den Extremismus zu überwinden.' Die Journalistin kämpft in den USA für die 'Seele des Islams'. Andere Frauen sind in Pakistan (Asma Barlas), in Iran (Ziba Mir- Hosseini) oder in Libanon (Azizah al-Hibri) aktiv. Als Feministinnen wollen diese Frauen allerdings nur ungern bezeichnet werden - verständlicherweise, da Feminismus ein säkularer, westlicher Begriff ist. Man bevorzugt den Terminus 'Gender Jihad'."
Weiteres: Marc Zitzmann erinnert an den jüdischen Hauptmann Alfred Dreyfus, der nach zwölf Jahren falscher Anklagen und Komplotte heute vor hundert Jahren in Paris rehabilitiert wurde. Urs Schoettli schreibt zum Tod des indischen Schriftstellers Raja Rao. Gemeldet wird, dass Andreas M. Spillmann interimistisch Direktor der Musee-Suisse-Gruppe wird.
Besprochen werden die mit einem Jugendprojekt verbundene Show "Fuerzabruta" im Londoner Roundhouse und Bücher, darunter Gary Schwartz' Monografie "Das Rembrandt-Buch", Stefan Weinfurters Abhandlung "Canossa" und Gabriele Weingartners Roman "Fräulein Schnitzler" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 12.07.2006
Auf den Tagesthemenseiten lesen wir ein Gespräch mit dem Historiker Hans-Ulrich Wehler, über den Historikerstreit, den Ernst Nolte vor zwanzig Jahren mit seiner Relativierung des Holocaust ausgelöst hatte. "Auch wenn die ganze Sache wissenschaftlich nicht produktiv war - es ging damals darum, Flagge zu zeigen. Heute noch denke ich, dass es sich gelohnt hat, bei dieser Debatte über das Selbstverständnis der Bundesrepublik noch einmal Kontra zu geben." Allerdings bedauert Wehler auch, dass sich die Osteuropa-Historiker damals sich nicht an der Debatte beteiligten: "30 oder 60 Millionen Opfer des Stalinismus, 30 Millionen des Maoismus, das sind doch erschreckende Größen."
Weitere Artikel: Tobias Rapp fragt sich anlässlich des Dresdner Brücken-Problems, warum eigentlich der Status des Weltkulturerbes eine Stadt daran hindern kann, eine Brücke zubauen: "Tatsächlich funktioniert dies bloß, weil sich die Verantwortlichen bei der Unesco darauf verlassen können, dass bewahren als kulturell wertvoll durchgeht, während verändern als barbarisch gilt." Ira Mazzoni stellt eine Ausstellung im Münchner Haus der Kunst vor, für die Kinder und Jungendliche aus einer Favela von Rio de Janeiro ein Modell ihres Spiels "Morrinho" nachgebaut haben. Andreas Klaeui berichtet aus Avignon, wo zum 60. Mal das noch immer größte Theaterfestival der Welt stattfindet. Besprochen wird außerdem Wolfgang Petersens "katastrophaler Katastrophenfilm" "Poseidon".
Schließlich Tom.
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Die Welt, 12.07.2006
In Schwerin wird demnächst die erste Einzelausstellung mit Werken von Arno Breker eröffnet. Der Kurator Rudolf Conrades rechtfertigt gegenüber Uta Baier im Interview die Schau mit Arbeiten von Hitlers Lieblingsbildhauer. "Ich glaube nicht, dass eine Kunstausstellung je Leute in die Arme der Rechten getrieben hat. Ich habe zwar auf einer Internetseite gelesen, dass unser Vorhaben von diesen Kreisen gelobt wird. Zum Text war das Bild einer angeblich typischen Breker-Plastik gestellt. Es zeigt aber 'Mutter und Kind' von Josef Thorak (Abbildung). Das ist es eben, was ich meine: Alle reden von Breker, aber keiner kennt ihn wirklich. Das wird nach der Ausstellung anders sein."
Weitere Artikel: Hans Kollhoff gratuliert seinem Mentor Oswald Mathias Ungers zum Achtzigsten. Thomas Hajduk erinnert an den vor 200 Jahre gegründeten Rheinbund als Keimzelle des deutschen Föderalismus. Michael Pilz erlebt mit 80.000 Zuschauern Robbie Williams' Auftritt in Dresden und grübelt erfolglos, für was der Superstar denn nun steht. Wolfgang Petersens Katastrophenfilm "Poseidon" geht bei Peter Zander sang- und klanglos unter. "Das eigentliche Desaster dieses Films ist das Drehbuch".
Im Magazin besucht Wieland Freund das 1,7 Millionen Bücher schwere Bestsellerehepaar Lorentz, und sieht sie als Vorboten der aufziehenden Herrschaft der Konsumenten. "Elmar Lorentz und seine Frau Iny sind Dilettanten - das 18. Jahrhundert konnte das noch positiv fassen -, sie schreiben für die Fans, die sie selber einmal waren."
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Berliner Zeitung, 12.07.2006
Birigt Walter erklärt, warum der Berliner Tränenpalast nun schließen muss. "Die Sache ist einfach - das Land musste einen Millionen-Schaden begrenzen, den es selbst verschuldet hat. Berlin nämlich hat dem Bau-Investor Harm Müller-Spreer im Jahr 2000 ein Stück Land vor dem Bahnhof Friedrichstraße verkauft, das ihm nicht gehörte, jedenfalls nicht vollständig. Auf einem Teil davon - es handelt sich unter anderem um einen S-Bahn-Eingang - lag ein Restitutionsanspruch der Bahn, der 2001 erwartungsgemäß erfüllt wurde. Berliner Finanzbeamten war also ein unfassbar grober Fehler passiert. Der Käufer indes ist nicht dumm. Er durfte nicht bauen auf seinem neuen Eigentum, doch er verhielt sich lange ruhig und wartete ab. Nach vier Jahren präsentierte er eine Summe: 45 Millionen Euro Schadenersatz standen im Raum für ein Grundstück, das einmal 17 Millionen gekostet hatte - Anwaltshonorare, Planungsarbeit, Mietausfälle. Ein finanzielles Desaster drohte, das sich schlecht hätte vertuschen lassen. Das Land war in der Bringschuld, sofort. Es diente dem Käufer die Rückerstattung des halben Kaufpreises an (8,7 Millionen Euro), dazu angrenzende Grundstücke als Geschenk. Auf Kosten des Steuerzahlers, versteht sich."
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Frankfurter Rundschau, 12.07.2006
Angesichts der offenbar immer noch nicht gelösten Frage, ob es sich bei Kathrin Passig "absolut unpeinlichem" Klagenfurt-Auftritt um einen "gemeinen Coup" oder "genialen Streich" handelt, schreibt Ina Hartwig über die Klagenfurt-Gewinnerin und deren "Zentraler Intelligenz Agentur" (ZIA). "Kathrin Passig hätte man also längst kennen können, man hätte nur die taz-Wahrheit-Seite regelmäßig zu lesen brauchen... Passig ist nicht identisch mit der taz, aber die taz ist das Milieu, in dem man sie und die ZIA versteht, vielleicht sollte man von fließenden Übergängen sprechen. Die Verblüffung in Klagenfurt war offenkundig so groß, weil dieses Wahlberliner Milieu dort weitgehend unbekannt ist. Es wäre sicherlich wünschenswert, wenn die Jury hier mal nacharbeitete, dann blieben dem Wettbewerb einige Peinlichkeiten erspart"
Weitere Artikel: Peter Neitzke, Herausgeber der Reihe "Bauwelt Fundamente" gratuliert dem Architekten Oswald Mathias Ungers zum 80. Geburtstag und nimmt ihn vor den Leuten in Schutz, die ihn "als Repräsentanten einer neoklassisch mutierten Moderne" feiern wollen. Daland Segler war beim Auftaktkonzert der Deutschlandtournee von Robbie Williams in Dresden. Und in Times mager kommentiert Martina Meister das Drama um den Kopfstoß von Zinedine Zidane, der ihm in Frankreich indes offenbar nichts anhaben kann. Die New York Times hatte ihn schließlich schon lange zum "coolsten Mann des Planeten" gekürt.
Besprochen werden eine CD mit Texten von Oskar Pastior mit dem schönen Titel "Frösche und Teebeutel", dargebracht von der Sängerin Gabriele Hasler und dem Holzbläser Roger Hanschel, und Bücher, darunter der Briefwechsel von Hermann Hesse mit seinem Psychoanalytiker Josef Bernhard Lang und eine Biografie Heinrich Manns von Manfred Flügge (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2006
Es macht eben doch einen Unterschied für die Chinesen, ob in Europa ein Blatt vom Baume fällt: Mark Siemons zitiert leider ohne Quellenangabe die Äußerung eines chinesischen Webloggers oder Talkshow-Diskutanten über Zidanes Kopfstoß: "Ich möchte nur sehen, wie sich der einsame und gealterte Schatten allmählich wie ein fallendes Blatt entfernt - als wäre es das Ende eines französischen Kunstfilms. Unvollendet, das ist doch die schönste Schönheit."
In der FAZ-Familienserie beklagt Heinrich Wefing, dass Frauen in großen Anwaltskanzleien - schon gar auf Leitungsebene! - kaum Chancen haben (Dank den FAZ-Herausgeberinnen, die die Sensibilität ihrer Mitarbeiter für solche Themen schärfen!). Joseph Hanimanns Leitglosse entnehmen wir, dass sich die Reflexionen französischer Intellektueller über Zidanes Kopfstoß bereits auf höchstem Pariser Theorie-Niveau bewegen. Edo Reents schreibt zum Tod des Pink Floyd-Mitbegründers Syd Barrett. Dieter Bartetzko gratuliert dem Architekten Oswald Mathias Ungers zum Achtzigsten. Kerstin Holm berichtet, dass Norman Foster eine ehemalige Werft in Sankt Petersburg denkmalgerecht umbauen wird. Alexandra Kemmerer verfolgte eine Würzburger Konferenz über 200 Jahre bayerischer Rechtsgeschichte. Mark Siemons stellt uns eine neue Schaffensphase des bisher für seine lachenden Klone bekannten chinesischen Malers Yue Minjun vor - nun malt er Suchbilder, die an die politische Aktualität anknüpfen.
Auf der Medienseite unterhält sich Nils Minkmar mit dem NDR-Intendanten Jobst Plog, von dem wir erfahren, wie er Günther Jauch als Ablösung für Sabine Christiansen gewinnen konnte. Heike Huptertz empfiehlt eine Dokumentation über Gottfried Benn heute Abend in 3sat. Auf der letzten Seite berichtet Katarzyna Tuszynska, dass sich die ehemalige Kranführerein und Solidarnosc-Aktivistin Anna Walentynowicz, deren Geschichte Volker Schlöndorff in seinem jüngsten Film aufgreift, weiterhin gegen den Film wehrt. Andreas Rossmann freut sich, dass die Unesco den Kölner Dom von der Roten Liste der gefährdeten Kulturdenkmäler gestrichen hat. Und Jürgen Kaube stellt den Archäologen Luca Giuliani vor, der an die Spitze des Wissenschaftskollegs gewählt wurde.
Besprochen werden ein Konzert Justin Timberlakes in Köln, Wolfgang Petersens Remake des Katastrophenfilms "Poseidon" und John Neumeiers Nijnsky-Gala in Hamburg.
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Süddeutsche Zeitung, 12.07.2006
Jens Bisky zieht insgesamt eine recht positive Bilanz der Arbeit von Berlins umstrittenen Kultursenator Thomas Flierl (PDS). Fehler gab's natürlich auch. "Der Ost-West-Gegensatz prägt die Stadt immer noch deutlicher, als es die neudeutschen Bezirke Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain vermuten lassen. Das hat auch mit dem schwersten Versäumnis dieser Koalition und dieses Kultursenators zu tun: der Vernachlässigung der Kommune Berlin. In der Beschäftigung mit Hauptstadtkultur und Gedenkstätten, sind die städtischen Institutionen zu kurz gekommen. Dass Berlin Hauptstadt sein kann, hat es zur Genüge bewiesen, als Kommune aber ist die Stadt eine bankrotte Ansammlung von Kiezen geblieben." Die SPD würde Flierl nach der nächsten Wahl allerdings gern loswerden. Mit dem für sie typischen Einfallsreichtum überlegt sie, einfach sein Ressort aufzulösen.
Der polnische Publizist Konstanty Gebert kommentiert den durch einen taz-Artikel ausgelösten Satirestreit: "Der deutsche Humor über Polen bewegt sich oft auf dem Niveau von 'Kommen Sie nach Polen, Ihr Auto ist schon da'. Da sind die Polen empfindlich geworden. Andererseits gibt es einen deutschen Kabarettisten in Polen, Stefan Möller, der grauenvoll Polnisch spricht und wirklich fiese Witze macht, aber die Polen lieben ihn: Weil er ihre Sprache gelernt hat und weil er denselben Humor hat."
Nach dem Tod von Schamil Bassajew hatte die russische Regierung verkündet, die Arbeit ihres Statthalters Ramsan Kadyrow habe Ordnung im Land geschaffen. Nichts als Propaganda, meint die tschetschenische Publizistin Mainat Abdulajewa. "In Wahrheit regiert eine totale, allumfassende, irre Angst... Solange Putin im Kreml regiert, wird es keinen Frieden geben."
Weitere Artikel: Midt berichtet von einer heftige Diskussion in einem Weblog des Guardian über den Nutzen von Kulturkritikern. Gottfried Knapp berichtet, das Welterbekomitee der Unesco habe das Dresdner Elbtal wegen der geplanten Waldschlösschenbrücke auf die Rote Liste der gefährdeten Denkmale gesetzt. Henning Klüver beschreibt den Parco Culturale in Piemont. Johannes Willms erinnert an Alfred Dreyfus. Karl Bruckmaier schreibt den Nachruf auf Pink-Floyd-Gitarrist Syd Barrett. Oliver Tepel rühmt den Kunstraum der Sammlerfamilie Grässlin in St. Georgen als "konzeptuelles Meisterstück". Peter Rumpf gratuliert dem Architekten Oswald Mathias Ungers zum Achtzigsten.
Besprochen werden Wolfgang Petersens Film "Poseidon", Lortzings "Zar und Zimmermann" in Bremen, der thailändische Film "Revenge of the Warrior" und Bücher, darunter Stefan Collinis bisher nur auf Englisch erschienene Studie "Absent Minds" über Intellektuelle in Großbritannien und Mirko Bonnes Shackleton-Roman "Der eiskalte Himmel" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Notschrei eines blutjungen Originalgenies
09.02.2010. Das Wall Street Journal attackiert das "German Cultural Appeasement". Das Chinese Law Prof Blog bringt Liu Xiaobos Rede vor dem Gericht, das ihn zu elf Jahren verurteilte: eine Weigerung zu hassen. Die FR bejubelt das Comeback des Gil Scott-Heron. Die FAZ bringt: Hegemann - Hermeneutik und Kritik. Die NZZ bilanziert die Auswirkungen des Erdbebens auf die Kulturlandschaft Haitis. Und die Welt fragt: Was machen Niall Ferguson und Ayaan Hirsi Ali denn da? Schmusen die? Mehr lesen
Härteste Türpolitik
08.02.2010. Das Blog Gefühlskonserve hat herausgefunden, dass Helene Hegemanns Roman "Axolotl" ein bisschen arg von dem Untergrundroman "Strobo" des Bloggers Airen inspiriert ist. Große Aufregung! Vielleicht lernen die aus dem Internet jetzt auch, was Urheberrecht ist, hofft die FAZ. In der FR beschreibt der italienische Staatsanwalt Roberto Scarpinato, wie Zersetzung des Staats und Aufstieg der Mafia zusammenhängen. Inszenierung des Wochenendes: Koltes' "Quai West" in der Regie von Andrea Breth in Wien. Mehr lesen
Verhängt die Fenster
06.02.2010. In der FAZ sieht Stephen Baker das menschliche Gehirn auf dem Rückzug. Die NZZ fragt, ob Apple das Internet in kleine herstellerabhängige Netze zerschlagen wird. Die Welt trifft die Deutschen in der Kälteregion des Daseins. Die taz erkennt mit Thea von Harbou auf die List der Geschichte. In der FR beklagt Ulrich Beck die McDonaldisierung der Universitäten. Der Tagesspiegel begibt sich auf die Spur des Clans, der Hatun Sürücü ermorden ließ. Und im Perlentaucher unterstützt Herta Müller die Forderung nach dem Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo. Mehr lesen
Pneumatische Prozesse
05.02.2010. Die Welt staunt über Pat Metheny, der sich mit großem Tüftleraufwand ein Orchestrion zusammenbauen ließ. In der NZZ denkt Thomas Hettche über das Soldatische, aber auch über den Pergamon-Altar nach. Die FR fordert ein Wahlrecht für Migranten. Die FAZ begleitet Österreich in seinem verzweifelten Ringen um Restsouveränität. Die SZ erklärt, wie man Regeln der Scharia übernimmt, ohne den Rechtsstaat zu verraten. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Wie Einbrecher in der Nacht
04.02.2010. Im Tagesspiegel erklärt der Pädophilie-Experte Klaus Beier, warum die katholische Kirche eine solche Anziehung auf Pädophile hat. Immer schon, wie die SZ vermerkt. Der Freitag bemüht sich um Differenzierung beim Islam: Dschihad heißt sich abmühen. Die taz wäre gegen die Burka, wenn es nicht islamfeindlich wäre, gegen die Burka zu sein. In der Zeit erklärt Werner Herzog, warum er keine andere Wahl hat als Filme zu machen. Die FAZ ermisst den realen Ernst der virtuellen Lage. Mehr lesen
So viel wie ein junges Nashorn
03.02.2010. Wie uralt ist diese Bundesrepublik!, ruft die Welt nach Ansehen einer DVD-Edition mit Kulturfilmen von Bernhard Grzimek. Ebenfalls in der Welt empfiehlt Zafer Sencoak in der aktuellen Islamdebatte einen Blick auf die Türkei. Die FR berichtet vom Fajr Film Festival in Teheran, das von den Juroren boykottiert wird. Auf den Seiten des amerikanischen PEN Clubs schlägt Kwame Anthony Appiah den Autor und Dissidenten Liu Xiaobo für den Friedensnobelpreis vor. Die chinesische Regierung warnt vor dieser Idee. Mehr lesen
Irgendwo in einer fernen Wolke
02.02.2010. Anders als die Kritikophoben gehen die Islamkritiker ein persönliches Risiko ein, meint die NZZ. Nichts ist wohlfeiler als Kritik am Islam, meint dagegen Stefan Weidner im Rheinischen Merkur. Die FR fühlt sich von der Islamdebatte verstört. Spiegel Online berichtet über die geheimen Verhandlungen zum internationalen Copyright-Abkommen ACTA. In der FAZ sieht der New York Times-Redakteur John Markoff den Ipad auch als ein Statement gegen die sozialen Netze. Mehr lesen
Vermutlich wurde er ermordet, vermutlich in Tokio
01.02.2010. Die Washington Post enthüllt, wie viele CDs man verkaufen muss, um auf Platz 1 der amerikanischen Klassikcharts zu landen. Die Beliebigkeit der Literaturkritik ist nicht nur ökonomischem Druck geschuldet, findet die Jungle World. In der NZZ erzählt Angelika Overath von der Verfertigung eines Schulhausromans in Sankt Moritz. Die Zerstörung in Haiti bestürzt mehrere Feuilletons. Die SZ legt nach im Islam-Streit. Die Berliner Zeitung bekennt in der gleichen Sache ihre Ratlosigkeit. Mehr lesen
Circa anderthalb goddamns pro Seite
30.01.2010. In der Welt polemisiert Ulrike Ackermann gegen einen Staat, der uns aus lauter Liebe lauter Freiheiten nimmt. Die NZZ erinnert an den brasilianischen Journalisten Euclides da Cunhas, dessen Buch "Krieg im Sertao" von 1902 die Schrecken des 20. Jahrhunderts ankündigte. In der FAZ verteidigt Sonja Margolina das Recht auf Islamkritik. Die FR bringt einen Essay Salman Rushdies über die siebte Tosünde - die Trägheit. In der SZ staunt Joachim Kaiser über Maurizio Pollini, der alles richtig macht. Außerdem wird in einigen Zeitungen noch J.D. Salinger gewürdigt. Mehr lesen
Und am Ende siegt immer diese Traurigkeit
29.01.2010. Im Hinblick auf den kommenden Tory-Sieg in Großbritannien informiert die NZZ schon mal über die angesagten Gummistiefelmarken zum Abschreiten der Landsitze. In der Berliner Zeitung wünscht sich Berlinale-Chef Dieter Kosslick Slow Filmfood. Für die FAZ ist jetzt ganz klar: Netz ändert Hirn. Carta fragt: Wer zahlt eigentlich Hotel und Jahrgangswein, wenn Vattenfall "Führende Medienmacher" zum Plausch einlädt? Die SZ bringt eine Sonderseite zu Ruhr 2010. Mehr lesen
Ein Fünkchen Leben, ein bisschen Idiotie
28.01.2010. Der Freitag polemisiert gegen den "postkolonialen Feminismus", der einen Abbau von Frauenrechten gutheißt, jedenfalls in anderen Kulturen. Das Ipad ist da: Gizmodo gibt Tipps für den Gebrauch. Im Tagesspiegel sieht die Juristin Sibylle Tönnies das Verbot der Burka in öffentlichen Gebäuden als Maßnahme in der Nachfolge des französischen Revolutionsterrors. Die Zeit geht in Dantes Hölle spielen. Mehr lesen
Nur Frankfurt kam mit keinem Wort vor
27.01.2010. Für die Welt ist Andrzej Stasiuk nach Belzec gefahren, wo es kaum noch Spuren des ehemaligen Todeslagers gibt. Im Guardian erklärt Chefredakteur Alan Rusbridger, warum er eine Paywall ablehnt: Seine Zeitung würde Millionen Leser verlieren. In der New Republic plädiert Lawrence Lessig gegen das Google Book Settlement. Alle waren beim Suhrkamp-Empfang in Prenzlauer Berg. Auch Martin Walser. Bei Spiegel Online erklärt Henryk Broder, dass er seine Karriere als Hassprediger aufgeben und jetzt Taliban werden will. Mehr lesen
Mit einem Martini und einem Orden
26.01.2010. Die FR bringt eine Diskussion über den Afghanistan-Einsatz. Die New York Times staunt über die Diskriminierung arbeitender Mütter in Deutschland. Netzpolitik und das 1 & 1-Blog diskutieren geplante Jugendschutzmaßnahmen, die es den Anbietern auferlegen, ausnahmslos jederzeit sämtliche Inhalte zu kontrollieren. Die Welt staunt über Brecht, der einen Kult für Kälte mit einer Abneigung gegen harte Butter in Einklang brachte. In der SZ spricht Jimmy Wales über die Erzeugung von Objektivität in der Wikipedia - dank der englischen Sprache. Die taz-Feministinnen zupfen weiter am Kopftuch. Stephan Grigat fordert in der Presse eine linke Kritik an der islamischen Menschenzurichtung. Mehr lesen
Menschenfreundliche Wortwundverbände
25.01.2010. In der Berliner Zeitung klagt Wolfgang Benz über den "Hass", der ihm entgegenschlug. Im Tagesspiegel erklärt Henryk Broder, warum er es als Kompliment begreift, wenn ihn deutsche Feuilletonisten als "Hassprediger" bezeichnen. Die SZ berichtet über eine Kontroverse um Yannick Haenels Roman "Jan Karski". Die FAZ bringt einen Lobgesang auf den Jungdramatiker Nis-Momme Stockmann. Und die Welt stellt den Autor Markus Albers vor, der sich künftig selbst verlegt. Mehr lesen
Tempel des digitalen Zeitalters
23.01.2010. Die taz erklärt, warum Feminismus und Islamkritik sich vielleicht doch nicht ausschließen müssen. Die FR fordert nach Lektüre von Seyran Ates neuem Buch mehr Differenzierung bei der Betrachtung des Islam. Die NZZ feiert Conlon Nancarrows hochkomplexe Musik für mechanische Klaviere. In der Welt begrüßen Berliner Suhrkamp-Autoren ihren Verlag im neuen Domizil und geben Überlebenstipps für die Hauptstadt. In der SZ warnt Jaron Lanier vor dem maoistischen Google. In der FAZ erkennt Frank Schirrmacher in Google eine Akademie der Aufklärung. Mehr lesen



