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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

21.06.2006. Aus Anlass des Klagenfurter Wettlesens meditiert Clemens Meyer in der taz über den Sinn von Literaturpreisen: "Ich brauche das Klagenfurt-Geld, und zwar jeden Pfennig." Die Welt feiert das neue Stück von Tom Stoppard. In der Berliner Zeitung fragt sich Michael Schindhelm, wie er in der Berliner Opernstiftung 220 Stellen streichen soll. Die SZ lobt die Berliner Pläne fürs Mauergedenken. Die FAZ meint, die Freiheit von den Herrinnen der öffentlichen Meinung kann berauschend sein. Und Marlene Streeruwitz. Sieht die Wahrheit. Über Handke. Andersgelb. In der FR.

FR, 21.06.2006

Marlene Streeruwitz führt eine andersgelbe Diskurs-Performance über den Casus Handke und das deutsche Feuilleton auf: "Handkes Einspruch. Die Reaktionen. Der Heine-Preis. Die Ablehnung. Das Zurücklegen. Das Feuilleton. Ein Kulturbetrieb beschreibt sich in diesen Vorfällen, der nur noch Handlanger der Politik ist. Hatte einmal die Hoffnung bestanden. Als durchaus Dissidenz denkende Erwartung."

Weitere Artikel: Zuviel Schönheit, zuwenig Erkenntnis, resümiert Martina Meister ihren Besuch des gestern eröffneten Musee du Quai Branly. In Times Mager beobachtet Harry Nutt einen "unbedingten Willen zum modischen Exzess" bei der WM.

Besprochen werden die Ausstellung "No. 250" des Basler Architektenbüros Herzog & de Meuron im Münchner Haus der Kunst, Mozarts Oper "Nozze di Figaro" in Riga und Bücher, darunter Salman Rushdies Roman "Shalimar der Narr" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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NZZ, 21.06.2006

Cord Aschenbrenner besucht die Redaktion der 1925 gegründeten Zeitschrift Osteuropa, die sich nun wieder in Berlin befindet.

Ansonsten wird besprochen: eine "großartige" Retrospektive zum Werk des französischen Ingenieurs und Architekten Jean Prouve im Deutschen Architektur-Museum in Frankfurt, Johannes Gelichs Debütroman "Chlor", Hans Magnus Enzensbergers Erzählung "Josefine und ich" sowie Jonathan Alters in New York erschienenes und deshalb nicht in unserer Bücherschau des Tages vertretenes Buch über die entscheidenden ersten hundert Tage der Regierung von Franklin D. Roosevelt.

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TAZ, 21.06.2006

Clemens Meyer, dessen erster Roman "Als wir träumten" auf der Leipziger Buchmesse viel Beachtung erfuhr, formuliert im Gespräch mit Gerrit Bartels handfeste Erwartungen an den morgen beginnenden Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. "Ich möchte jetzt mal einen richtig großen Preis gewinnen, das sei mir doch auch mal vergönnt! Es ist ja nicht so, dass ich von meinem Roman massenweise verkauft hätte und jetzt reich wäre. Ich brauche das Klagenfurt-Geld, und zwar jeden Pfennig. Irgendeinen Preis muss ich aus Klagenfurt mitnehmen." Er will aber Vollzeit-Schriftsteller bleiben, auch wenn es nicht klappt. "Dann gehe ich lieber wieder aufs Sozialamt. Ich schreibe nebenher noch für Zeitungen, mache aber nicht alles. Die Welt am Sonntag wollte, dass ich über No-go-Areas schreibe. Das habe ich abgelehnt, trotz des angebotenen hohen Honorars."

Im Meinungsteil erfährt Daniel Bax von der Regisseurin Helke Sander, warum sie in einem offenen Brief für die Trennung von Staat und Fußball plädiert hat und nur noch vier Fünftel ihrer GEZ-Gebühren überweisen will.

Besprochen werden die Ausstellung "Leuchtende Bauten: Architektur der Nacht" im selbst nachts von innem leuchtenden Glaskubus des Stuttgarter Kunstmuseums und Jafar Panahis Film "Offside" über weibliche Fußballfans in Teheran.

Und hier noch TOM.

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FAZ, 21.06.2006

Auf der letzten Seite beschreibt Regina Mönch das Schicksal der Leistikow-Schule, der einzigen Hauptschule im feinen Berlin-Zehlendorf. Sie soll geschlossen werden. "Die Lehrer erfuhren es zuerst aus einem kostenlosen Wochenblatt. Darin wird eine Grünen-Politikerin zitiert, die die Schließung 'nicht schlimm' findet, denn 'das ist die falsche Schule am falschen Platz'. Ein Satz, der das nebulöse Problembewusstsein von Bildungspolitikern bestens benennt. Die Schule macht Ärger, weil ihre Schüler, nicht auf der Sonnenseite des Villenviertels geboren, immer wieder einmal auffallen durch gewalttätige Übergriffe. Im statistischen Vergleich wäre sie keineswegs auffällig, nur haben die alarmistischen Nachrichten, über Zeitungen, Fernsehen und Radio verbreitet, aus der Leistikow-Schule so etwas wie einen Vorort der Hölle gemacht."

Frank Schirrmacher gerät angesichts der WM in Wallung: "Das Land erlebt einen Rausch, nicht nur weil es Spiele sieht. Es erlebt diese Spiele als Befreiung von Politik. Als Befreiung von Politik plus Christiansen plus Hans-Olaf Henkel - und das sozusagen auch noch im Quadrat: Diese alle sind wie nicht mehr vorhanden. Sie werden - wofür wir den öffentlich-rechtlichen Anstalten ewig dankbar sind - nach den Spielen nicht nach ihrer Meinung gefragt, ja fast nicht einmal auf den Tribünen gezeigt und sind erkennbar nicht die Besitzer der nationalen Symbole. Es ist wie ein großes Ausatmen, wie die Rückeroberung eines öffentlichen Raums, und mit Freude registriert man, dass es ihnen nicht gelingt, auch diesen öffentlichen Diskurs zu kapern." Und wer liest schon Feuilleton?

Heute abend lesen sie wieder. Der Bachmann-Wettbewerb beginnt, und Felicitas von Lovenberg hat Stimmen von Schriftstellern dafür und dagegen eingesammelt. Am Ende findet sie, er lohnt sich doch: "Die Botschaft, die in guten Jahren vom Wörthersee ertönt, lautet: Jetzt, in diesem Augenblick, wird Literatur geschrieben, die gerade jetzt interessant zu lesen ist. Das ist nicht viel. Das ist eine ganze Menge."

Weitere Artikel: Die Inder sind zwar keine besonderen Fußballspieler, so Martin Kämpchen, dafür aber "hervorragende Zuschauer. 150 Millionen Menschen verfolgen die Fußball-WM an indischen Fernsehbildschirmen." Michael Lentz befragt in "Abseits" kurz den Hamburger Künstler und Fußballexperten Ulrich Winters. Andreas Rosenfelder stellt die Videospiele "Marc Ecko's Getting Up: Contents under Pressure" und "Tony Hawk's American Wasteland" vor - "Wer in den späten Achtzigern zur Schule ging, wird eine überwältigende Aura von Historizität in diesen Spielen wahrnehmen." Heinrich Wefing informiert über das vorläufige Berliner "Gesamt-Konzept" für das Mauergedenken. Paul Ingendaay meldet kurz, dass Jorge Semprun und Dominique de Villepin zusammen ein Buch über den "Europäer" geschrieben haben. Niklas Maak würdigt David Weiss, Teil des Künstlerduos Fischli & Weiss, zum Sechzigsten. 600 Jahre germanische Nationalkirche in Rom: Dirk Schümer erzählt ihre Geschichte und übermittelt einen Stoßseufzer früher deutscher Pilger: "Schon eine Woche unterwegs - und immer noch kein Braten und Knödel." Erika Pomsel berichtet über 600 Jahre alte Ritzzeichnungen im Aachener Dom, die ein Computer entschlüsseln konnte.

Auf der Medienseite berichtet Peter Schilder, dass der 68-jährige Fritz Pleitgen noch einmal als WDR-Intendant kandidieren soll. Am Ende seiner Amtszeit wäre er dann 75. Auf der letzten Seite porträtiert Hannes Hintermeier den Fernsehschauspieler Ottfried Fischer. Martin Otto belehrt das Landesarchiv über einen Fehler bei einer Bildunterschrift.

Besprochen werden Stephen Frears' Film "Lady Henderson präsentiert" mit der Traumbesetzung Judi Dench und Bob Hoskins, eine Ausstellung von Ingeborg Lüscher im Museum Wiesbaden, drei Ausstellungen in Nancy und Paris, die sich dem Werk der Kunstkritiker Roger Marx und seinem Sohn Claude Roger-Marx widmen sowie Aufführungen der Salieri-Opern "La Cifra" in Köln und "Axur" in Augsburg.

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Welt, 21.06.2006

Mick Jagger, Vaclav Havel und Thomas Kielinger waren begeistert: Nach vier Jahren Pause hat sich Tom Stoppard mit einer der "faszinierendsten Uraufführungen, die London in den letzten Jahren erlebt hat", im Royal Court Theatre zurückgemeldet. "Rock'n Roll" handelt vom tschechischen Studenten Jan, der sich 1967 zwischen Cambridge und Prag entscheiden muss, berichtet Kielinger. "Im bürgerlich-akademischen Cambridge spiegelt sich somit auf seine Art der tschechische Zusammenstoß, kollidieren abstrakte Herrschaftstheoreme mit dem unerschrockenen Anspruch der Humanitas, sich frei zu entfalten. Dazwischen die Canaille, von Stoppard in den einzelnen Figuren quer durch die Generationen genial modelliert, ob in Prag oder Cambridge. Eine fesselnde Palette der Leidenschaften, zerebral und sinnlich zugleich, deren Farben erst im Jahr der 'samtenen Revolution', 1990, zum versöhnlichen Bild verschmelzen."

Klagenfurt ist in die Jahre gekommen, gibt Elmar Krekeler zu, die Existenzberechtigung möchte er dem Wettbewerb aber nicht absprechen. "Wenn es eine Gerechtigkeit gibt im Literaturbetrieb, hier kann man sie (manchmal) erleben."

Anstatt mit Fondsmodellen wollen die Länder den deutschen Film nun mit Rabatten fördern und den beteiligten Firmen etwa die Einkommenssteuer ihrer Mitarbeiter zurückzahlen, erläutern Katharina Dockhorn und Hanns-Georg Rodek. Thomas Brussig führt seine WM-Kolumne fort. Der Marmorkopf, der derzeit von der Deutschen Akademie in der römischen Villa Massimo gezeigt wird, bildet nach neuesten Erkenntnissen Gaius Cilnius Maecenas ab, den Urvater aller Mäzene, wie Paul Badde erfahren hat. Holger Kreitling gratuliert dem Schauspieler Kris Kristofferson zum Siebzigsten. Liegt in dem nun entdeckten Sarkophag sieben Meter neben Tutanchamun vielleicht seine Frau Anchesenamun, fragt sich "bas".

Besprochen wird Jürgen Goschs Inszenierung von Roland Schimmelpfennigs "Frau von früher" in Köln.

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Berliner Zeitung, 21.06.2006

Michael Schindhelm, seit vierzehn Monaten erster Generaldirektor der Berliner Opernstiftung, erklärt im Interview, warum die Opernstiftung eigentlich jetzt schon reformiert werden muss. Die Eröffnungsbilanz, die jetzt vorliegt, zeige nämlich, dass die Stiftung "in Wahrheit nicht bei Null (startet), sondern von Beginn an im Minus" war. Schuld daran sind die geringen Einnahmen und der Stellenplan. "Der sieht vor, von 2000 Stellen ca. 220 zu streichen. Aber was sagt diese Zahl? Sie berücksichtigt nicht, dass auch neue Stellen dazu kommen: der Generaldirektor mit seinem kleinen Team, der Bühnenservice mit einer Leitungsebene von ursprünglich geplanten 15 Stellen. Sie lässt außer Acht, dass ein Teil der Mitarbeiter unkündbar ist, dass viele abgebaute Stellen eher im Niedriglohnbereich liegen, es sich bei den neu aufgebauten aber um Leitungspositionen handelt."

Thomas Leinkauf berichtet über den Gerichtstermin in der Sache Gröllmann/Mühe. Der Schauspieler Ulrich Mühe hatte in einem Interview erklärt, seine frühere Frau Jenny Gröllmann habe mit der Stasi zusammengearbeitet. Gröllmann bestreitet das und hat eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung durchgesetzt.

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SZ, 21.06.2006

PDS-Senator Thomas Flierl hat ein Konzept für das Mauergedenken in Berlin vorgelegt und findet die Zustimmung Jens Biskys: "Das kleinteilig Verzagte der bisherigen Entwürfe ist großem Ernst gewichen. Es wird Streit geben um das Papier, aber es wird sich, seiner Gründlichkeit und seines aufgeklärten Pragmatismus wegen, durchsetzen. Das ist kein kleiner Fortschritt für die auch geschichtspolitisch zerklüftete Stadt."

Ende Juni beginnt ein Musterprozess gegen die von Google geplante Digitalisierung von Büchern. Es klagt die Wissenschaftliche Buchgesellschaft mit Unterstützung des Börsenvereins, berichtet Martin Reischke: "Anders als für Jean-Noël Jeanneney, Präsident der Französischen Nationalbibliothek, der durch Googles Buchsuche einen amerikanisch geprägten Literaturkanon befürchtet und daher auf einen europäischen Gegenentwurf drängt, ist der Handlungsantrieb für deutsche Verlage durchaus profaner - und pragmatischer." Und Reischke zitiert den Chef der WBG, Andreas Auth: "Wir glauben, dass Google eine Salami-Taktik verfolgt, um die digitalisierten Inhalte nach und nach aufzubereiten."

Weitere Artikel: Alexander Menden besucht das Londoner Architekturbüro m2r, das von deutschen Architekten gegründet wurde und erzählt, dass immer mehr deutsche Architekten in Großbritannien Arbeit finden: "Allein das Büro von Norman Foster beschäftigt 55 deutsche Mitarbeiter - das ist mehr als ein Viertel der gesamten Belegschaft." Gemeldet wird, dass Gerhard Richters Porträt "Tante Marianne" versteigert wird. Andrian Kreye stellt den Kreuzworträtselschreiber der New York Times, Will Shortz, vor, der mit Sudoku-Büchern zum Millionär wurde. Ingo Petz besucht das Jazzfestival in Baku ("aserbaidschanischer Jazz war schon in der Sowjetunion berühmt") Und Christian Y. Schmidt erzählt die Geschichte einer rassistischen Zahnpasta, die früher unter dem Namen Darkie, dann Darlie zirkulierte und das Bild eines lachenden Schwarzen mit vorbildlichen Zähnen zeigte - und die in Asien bis heute populär ist.

Auf der Schallplattenseite stellt David Grubbs die Folksängerin Josephine Foster vor, die jüngst - begleitet von akustischer und E-Gitarre - einige Kunstlieder von Schubert, Schumann und Brahms interpretiert hat. Christian Seidl stellt ein Standardwerk über Bossa Nova vor (siehe unsere Bücherschau ab 14 Uhr) Und Christine Heise unterhält sich mit dem Rockveteranen T Bone Burnett.

Besprochen werden eine Ausstellung über die italienische Moderne im Pariser Grand Palais und Arnold Schönbergs "Moses und Aron" unter der Leitung von Daniele Gatti und Reto Nickler in Wien.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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