Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

08.06.2006. Die Zeit verteidigt Peter Handke im Print und kritisiert ihn exklusiv online. Die Presse erklärt die Funktion der Österreicher in der deutschen Literatur. In der NZZ wundert sich Ian Buruma über das anhaltende Faible vor allem linker Intellektueller für Despoten und Autokraten. Die SZ erzählt, dass der Mossad sich erst auf Drängen Fritz Bauers und Simon Wiesenthals auf die Suche nach Adolf Eichmanns machte. Der FAZ fröstelt im Literaturmuseum der Moderne. Die Welt findet, dass der Alltag in der Darstellung der DDR-Vergangenheit sehr wohl eine Rolle spielt. In der taz seufzt Richard Schröder angesichts all unserer Vergangenheitsbewältigung: "Auf was Fröhliches kommt in Deutschland niemand."

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Zeit, 08.06.2006

In einer exklusiv online zu lesenden Kritik an Botho Strauß' Generalamnestie für Genies fügt Jörg Lau die beiden Handkes wieder zusammen. "Warum regen wir uns denn über Handkes Verkitschung des Serbentums auf, über sein kokettes Spiel mit Relativierungen, über seinen Auftritt bei der Beerdigung des Massenmörders Milosevic? Eben weil er ein großer Dichter ist, der uns in seinen Romanen und Tagebüchern immer wieder 'Stunden der wahren Empfindung' gewährt. Wenn wir den Politiker Handke angreifen, verteidigen wir den Dichter."

Für Ulrich Greiner zählt in der Printausgabe nur der literarische Peter Handke, und dem kann man nichts vorwerfen. "Was immer seine Verfehlungen im jugoslawischen Tohuwabohu gewesen sein mögen: Wir sollten ihn loben für das, was er uns von seinen Expeditionen in die Länder des Himmels und der Erde mitgebracht hat." Martin Mosebach vergleicht den an Milosevics Grab stehenden Handke kurzerhand mit Antigone.

Das neue Stück "Tänzerinnen & Drücker" ist sein letztes, meint Franz Xaver Kroetz im langen Interview mit Hanns Bruno Kammertöns und Stephan Lebert im Dossier. Ansonsten gibt er sich gewohnt energiegeladen. "Ich sitze hier nicht in der Kinderstube. Ich habe 60 Stücke geschreiben, in mir tobt eine Welt, auch wenn ich jetzt nett vor ihnen sitze. Ein Dramatiker ist immer das Scheusal und der Liebe. Ich brauche beide Seiten, habe mein Leben lang beide Seiten gebraucht. Die eine Seite muss gerade die Verbrechen lieben. Ich stürze mich in jede Figur, habe keine Schranke, kein nichts. Und genauso kann eben das Privatleben eines exzessiven Künstlers die Hölle sein. Ich bin jetzt 60, wir reden über mehr als 40 Jahre im Dauereinsatz."

Weiteres: Im Aufmacher findet Thomas Assheuer die neue Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums in Berlin politisch "sehr korrekt", vermisst aber Antworten für Gegenwart und Zukunft dieser Nation. Der erste Intendant der neuen Elbphilharmonie, Christoph Lieben-Seutter, erklärt Claus Spahn, wie er die Hamburger zu Musikliebhabern machen will. Ulrich Stock gefällt es, wie die Familie Grässlin ihre Kunstsammlung in Sankt Georgen im Schwarzwald in der ganzen Stadt verteilt, demnächst auch in einem eigens gebauten Kunstraum. Jens Jessen glaubt, der Vorwurf, Feridun Zaimoglus hätte für seinen Roman "Leyla" von Emine Sevgi Özdamar abgeschrieben, lässt sich nicht halten.

Besprochen wird Martin Kusejs "mitreißende" Inszenierung von Schostakowitschs "Lady McBeth in Mzensk" in Amsterdam, Matthew Barneys Film "Drawing Restraint 9" mit seiner Frau Björk, Frank Castorfs nur "nette" Version von Wagners "Meistersingern" in Luxemburg, die erste in Deutschland vertriebene Platte "Hleb" der russischen Ska-Punk-Reggae-Band "Leningrad" (Wladimir Kaminer mag die Texte, in denen es hauptächlich darum geht, "wie sehr exzessiv saufende, schlecht gekleidete Männer mit dicken Schwänzen unter unwilligen Nutten sowie ständigem Geldmangel zu leiden haben"). Im Literaturteil geht es - wie sollte es anders sein - um Fußballbücher.

Um Fußball geht es auch in einer von der Zeit gemeinsam mit der Kampagne "Land der Ideen" verfassten Beilage, in der internationale Schriftsteller über Deutschland und den Ball schreiben. Zu lesen ist davon im Netz aber nichts.

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Welt, 08.06.2006

Es ist nichts Falsches daran, in der Darstellung der DDR-Vergangenheit auch den Alltag einzubeziehen meint Mariam Lau in einem Kommentar zum Bericht der Sabrow-Kommission: "Wer nur die Repression zeigen, die DDR nur als Stasi-Land beschreiben will, beraubt nicht zuletzt die Bürgerrechtsbewegung ihrer Geschichte. Der Christ, der in der Kirche blieb, obwohl es ihn die Beförderung kostete, war der Teil des Widerstands? ... Viele Menschen waren auch empfänglich für die 'Antifa'-Rhetorik der SED-Oberen. Man weiß heute, dass sie einen Fehler gemacht haben, aber waren sie deshalb alle Stalinisten? Es gibt keinen Grund, über diese Dinge nicht zu reden. Das Argument, damit spiele man den Stasi-Veteranen in die Hände, die sich schon jetzt frech in den Gedenkstätten aufbauen und die Opfer verhöhnen, ähnelt fatal der Propaganda, nach der Kritik an der SED nur dem Klassenfeind in die Hände arbeite."

"Hamburg zeigt Klasse", meint Katja Engler im Feuilleton mit Blick auf das Engagement der Bürger, die rund 60 Millionen Euro für die Elbphilharmonie aufgebracht haben. Jetzt hat man auch einen Leiter gefunden, nämlich Christoph Lieben-Seutter, zuvor Leiter des Wiener Konzerthauses. Der setzt die Latte hoch, wie eine kurze dpa-Meldung berichtet: "'Die Elbphilharmonie soll eines der zehn besten Konzerthäuser der Welt werden, und wir werden alles daran setzen, dass sie das auch sein wird', sagte der 42jährige bei seiner Vorstellung im Hamburger Rathaus."

Weiteres: Burkhard Spinnen schreibt eine kleine Anthologie des Fußballs. Der irische Schriftsteller Eoin Colfer erklärt in zehn Sätzen, warum er die WM schaut, ohne Fußballfan zu sein. Erster Satz: "Fußballgucken ist männlich, und weil ich Fantasy-Autor bin, brauche ich alle Männlichkeit, die ich kriegen kann." Michael Pilz schreibt zum Tod von Billy Preston.

Besprochen werden Hayao Miyazakis früher Animationsfilm "Das Schloss im Himmel", John Moores Neuverfilmung von "Das Omen" (beide werden geradezu schwärmerisch gefeiert) und Matthew Barneys Kunstfilm "Drawing Restraint 9" (dazu gibt es ein kurzes Interview mit dem Regisseur).

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TAZ, 08.06.2006

Auf der Meinungsseite verteidigt der Theologe und ehemalige Bürgerrechtler Richard Schröder den Bericht der Sabrow-Kommission zur DDR-Geschichte gegen Vorwürfe, sie wolle die SED-Diktatur verharmlosen. Auch der Vorschlag, ein Mahnmal für die Opfer der SED zu errichten, erweckt keine Begeisterung: "Ach, ich habe nichts dagegen. Aber ich habe den Eindruck, wenn es um Geschichte geht, fällt uns außer Opfergedenken nicht viel ein. Wie wäre es mal mit einem Denkmal für die deutsche Einheit? Auf was Fröhliches kommt in Deutschland niemand. Offenbar sind uns angenehme Tatsachen unangenehm. Die Einheit passt halt nicht in unser schwarz gestimmtes Erinnerungsbild. Scheinbar gilt: Der edle Deutsche zeigt sich darin, dass er vor allem ein Opfergedenker ist."

Aus gegebenem Anlass feiert Gerrit Bartels im Kulturteil das "streng einsame Gucken von Fußball vor dem häuslichen Fernsehschirm". Denn: "Fußballgucken vereint, selbst wenn man nicht so viel zu reden hat. Unschön wird es nur, wenn man wirklich Fußball gucken will, wenn man sich wirklich konzentriert dem Spielgeschehen zuwenden will. "

Weiteres: Ulli Hannemann schickt einen Leidensbericht aus Bremen von der 2. Fußballweltmeisterschaft der Autoren. Kirsten Riesselmann war auf einem Metallica-Konzert in der Berliner Waldbühne ("verdammt souverän"), Jonathan Fischer schreibt zum Tod von Billy Preston.

Besprochen werden Hayao Miyazakis Frühwerk "Das Schloß im Himmel" und Matthew Barneys neuer Film "Drawing Restraint 9": "Selten ist im Kino Platz für so überbordende Poesie: Die Bilder driften auf surrealem Terrain, scheuen weder den Kitsch einer göttlich umflorten Natur noch den Wink mit der Psychoanalyse", feiert Harald Fricke das Werk.

Und hier noch TOM.

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SZ, 08.06.2006

Bereits 1958 soll die CIA über den Aufenthaltsort Adolf Eichmanns informiert gewesen sein, wie die "Nazi War Crimes and Japanese Imperial Government Records Interagency Working Group" (IWG) berichtet. Willy Winkler nimmt diese Meldung zum Anlass, eine gespenstische Konsensgemeinschaft aus USA, Deutschland und Israel nachzuzeichnen, die wenig Interesse an einer Festnahme des Holocaust-Planers hatte. Zunächst seien nur Simon Wiesenthal und der hessische Staatsanwalt Fritz Bauer an Eichmanns Festnahme interessiert gewesen: "Mehrfach musste Bauer nach Israel reisen und auf die Festnahme Eichmanns und einen Prozess drängen, der in Westdeutschland nicht möglich war. Nach zweijährigem Bemühen Bauers wurde der Mossad endlich tätig und kidnappte Eichmann. Als er in Jerusalem vor Gericht gestellt wurde, wandte sich Adenauer in einer Fernsehansprache an das deutsche Volk: 'Wir wünschen, dass in diesem Prozess die volle Wahrheit ans Licht kommt und dass Gerechtigkeit geübt wird.' Genau diese Wahrheit sollte aber nicht ans Licht kommen."

Weitere Artikel: Franziska Augstein berichtet von der Anhörung der Sabrow-Kommission (hier die Empfehlungen als pdf) zur DDR-Geschichte: "Ein unschöner Konkurrenzkampf ist ausgebrochen: Wer ist am meisten antidiktatorisch?" G. K. schreibt zum Tod des großen Porträtfotografen Arnold Newman. Karl Bruckmeier verabschiedet den "fünften Beatle" Billy Preston. Stefan Koldehoff kommentiert Samuel Kellers Wechsel von der Kunstmesse Art Basel zur Fondation Beyeler. Kristina Maidt-Zinke war auf den Tagen Alter Musik in Regensburg, und stellt fest, dass "die Epochen, in denen wir die so genannte Alte Musik ansiedeln", von Mobilität, Kosmopolitismus und Kulturaustausch geprägt waren, "und zwar in einem Ausmaß, das den Globalisierungsstolz der Gegenwart ziemlich alt aussehen lässt". Im Übrigen konstatiert Thomas Steinfeld angesichts der Ausstellung im soeben eröffneten Marbacher Literaturmuseum der Moderne frei nach Bundespräsident Horst Köhler, dass es mit dem Glauben an die leicht zu konsumierende "Kultur für alle" erst mal vorbei ist.

Auf der Filmseite vorgestellt werden Hayao Miyazakis jetzt in die deutschen Kinos gelangter Animationsfilm von 1986 "Das Schloss im Himmel", (in dem für Fritz Göttler "die Sonnenstrahlen des Kinos zu tanzen beginnen"), Ben Hopkins Dokumentation über das Leben der Exilkirgisen "37 Uses for a Dead Sheep", Yolande Moreaus und Gilles Portes Film "Wenn die Flut kommt" ("eine einfache Geschichte über die Kompliziertheit des Lebens", schreibt Anke Sterneborg), Arne Noltings und Jan Martin Scharfs Spielfilmdebüt "Wahrheit oder Pflicht" mit Katharina Schüttler sowie Bill Paxtons Golffilm "Spiel seines Lebens". Ansonsten wird die Ausstellung "Berlin-Tokyo/Tokyo-Berlin" über die gegenseitige Beeinflussung der beiden Städte in der Neuen Nationalgalerie in Berlin besprochen.

Auf der Literaturseite berichtet Christoph Bartmann aus Dänemark, wo der groß beworbene neue Roman "Das stille Mädchen" von Peter Hoeg verrissen wurde. Eine Rezension befasst sich mit Uwe Heylls Geschichte der Naturheilkunde in Deutschland (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages)

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FR, 08.06.2006

Volkmar Sigusch hat Kontaktanzeigen studiert, um daran die Kommerzialisierung der Sexualität nachzuweisen, und zwar als "Versuch, möglichst viele Fragmente in die Warenförmigkeit zu pressen und dem Tauschprinzip zu unterwerfen". In diesem Zusammenhang dechiffriert er exklusiv für Feuilletonleser einschlägige Abkürzungen.

Petra Kohse stellt den zukünftigen Intendanten des Berliner Maxim-Gorki-Theaters, Armin Petras, und seine Pläne vor. Ursula März nutzt die Kolumne Times Mager, um angesichts der morgen beginnenden Fußball-WM "noch einmal kurz und allgemein über die Lage des Patriarchats nachzudenken".

Besprochen werden Hayao Miyazakis frühes Meisterwerk von 1986 "Das Schloss im Himmel", Jan-Martin Scharfs und Arne Noltings Spielfilmdebüt "Wahrheit oder Pflicht" (für Heike Kühn "eines der schönsten Beispiele für die Renaissance des Deutschen Films") und Matthew Barneys Film "Drawing Restraint 9" mit Björk.

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NZZ, 08.06.2006

Der Journalist Ian Buruma wundert sich über das anhaltende Faible vor allem linker Intellektueller für Despoten und populistische Autokraten, wie es sich bei Venezuelas Hugo Chavez gerade wieder manifestiert. Steckt dahinter vielleicht "eine Art von moralischem Rassismus, dahingehend, dass wir im Westen das Recht haben, unsere Regierungen zu attackieren, nicht aber die Kubaner und Iraker, die gefälligst den US-Imperialismus zu kritisieren haben, wenn sie nicht als 'Verräter' gebrandmarkt werden wollen? " Hier der Originalartikel aus der Times.

Weitere Artikel: Ueli Bernays führt ein Interview mit dem englischen Techno-DJ Matthew Herbert, der alle Töne urdemokratisch als Informationen ansieht - "das kann das Scheißen eines Hundes sein oder eine Passage aus einer Miles-Davis-Platte". Manfred Koch schreibt zum fünfzigjährigen Bestehen des Zürcher Thomas-Mann-Archivs.

Besprochen werden eine Van-Gogh-Ausstellung in Compton Verney, die sich mit dem frühen Interesse englischer Sammler an dem Maler beschäftigt, die Berliner Schau "sonambiente" zur Verbindung von Bild und Ton, und ein Buch, Michail Ryklins Gespräche mit Philosophen zu "Dekonstruktion und Destruktion".

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Presse, 08.06.2006

In der Wiener Presse antwortet Norbert Mayer auf ein Österreich-Bashing des Spiegel-Redakteurs Matthias Matussek: "Wir Österreicher sind dazu da, die deutsche Durchstecherei und Schiebung, dass das Leben ein Ringelspiel sei, aufzudecken und transparent zu machen. Das Leben ist nicht unbeschwert. Es ist eine Tragödie. Um das zu verdeutlichen, setzen wir Langweiler wie Thomas Bernhard, H. C. Artmann, Jelinek ein, wir verkleiden Wiener wie Daniel Kehlmann als Münchener, damit die Wirkung österreichischen Bierernstes um so verheerender ist. Oder eben Handke..."

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FAZ, 08.06.2006

Hubert Spiegel ist beim ersten Gang durch die karge Inszenierung des Literaturmuseums der Moderne in Marbach nicht ganz überzeugt: "Die schiere Menge der Ausstellungsstücke, der kahle unterirdische Raum, die Vitrinen, die fast schon arrogant wirkende Reduzierung der dem Betrachter ad hoc zugänglichen Informationen, die Erhöhung des Objekts zum Kunstwerk - all das schießt zusammen zu einer Überwältigungsästhetik, zu einer Inszenierungstechnik der Kälte, die allenfalls dem Puristen Vergnügen bereiten mag."

Weitere Artikel: Andreas Platthaus feiert den großen Animationsfilmer Hayao Miyazaki, dessen Film "Das Schloss im Himmel" 15 Jahre nach seiner Entstehung in deutschen Kinos läuft. Joseph Hanimann glossiert die französische Empörung über deutsche Riesenbordelle, die bei der Fußball-WM ihren Betrieb aufnehmen. Katja Gelinsky schreibt über den Einfluss verhaltenswissenschaftlicher Tests auf amerikanische Gerichte in Antidiskriminerungsklagen (einige solcher Tests finden sich hier und hier). Andreas Platthaus schreibt zum Tod des Comiczeichners Alex Toth. Regina Mönch resümiert eine offensichtlich recht müde Bundestagsanhörung zum sogenannten Sabrow-Gutachten über die künftige Behandlung der DDR-Vergangenheit.

Auf der Filmseite schreibt Andreas Rosenfelder über das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen. Peter Körte interviewt den Künstler und Filmemacher Matthew Barney. Körte zitiert auch die Statistiken des Magazins Entertainment Weekly, das die Toten in den jüngsten Hollywood-Filmen zählte. Und Andreas Kilb meldet, dass die Schauspielerin Zhan Ziyi Verträge für drei Filme bei denn Produzenten-Brüdern Weinstein unterschrieben hat. Auf der Medienseite beschreibt Rainer Schulze, wie sich das ZDF auf die Fußball-WM vorbereitet.

Auf der letzten Seite liest Andreas Rossmann die Satzung des Heine-Preises und stellt fest, dass der Rat der Stadt Düsseldorf gar keine Handhabe hat, die Jury-Entscheidung zu revidieren. Reiner Burger schildert, wie Görlitz und Zgorzelec dies- und jenseits der Neiße trotz mancher Widrigkeiten wieder zusammenwachsen. Und Hans-Joachim Müller porträtiert den Chef der Art Basel Samuel Keller, der nun auch noch die Fondation Beyeler in der selben Stadt leiten wird.

Besprochen werden die Ausstellung "La force de l'art", eine Art Leistungsschau der französischen Kunst in Paris, ein "Don Giovanni-Komplex" der Komponistin Olga Neuwirth in Wien, Schostakowitschs "Nase" nach Gogol in Essen und ein Konzert von Mark Knopfler und Emmylou Harris.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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