Bücherschau der Woche
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
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- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
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- Gustav Seibt über Götz Aly
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- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
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Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
31.05.2006. Peter Handke bekommt den Heinrich-Heine-Preis nun doch nicht. Aber die Debatte geht weiter. Die taz beklagt die immergleichen Reflexe auf Handke. Die SZ ist zornig: "So geht das nicht." Die Welt findet die Entscheidung der Düsseldorfer Stadträte vernünftig. In der NZZ schildert der Dichter Charles Simic sein schlimmstes Trauma: die Niederlage Jugoslawiens gegen Brasilien in der Fußball-Weltmeisterschaft 1950. Die Welt annonciert: "Das Jahrhundert der Anglos ist zu Ende."
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Süddeutsche Zeitung, 31.05.2006
Der Düsseldorfer Stadtrat will Peter Handke nun doch nicht mit dem Heinrich-Heine-Preis auszeichnen. SZ-Literaturchef Thomas Steinfeld reagiert zornig: "So geht das nicht: Der Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf kann nicht bei Peter Handke anrufen, um ihm mitzuteilen, dass er in diesem Jahr den Heinrich-Heine-Preis erhalten wird, wenn wenige Tage später die Fraktionen des Stadtrats beschließen, die Vergabe zu verhindern. So geht das nicht: Der gewesene Historiker, Museumsdirektor und jetzige Politiker Christoph Stölzl kann nicht Mitglied einer literarischen Jury sein und sich, sobald öffentliche Kritik an deren demokratisch gefasster Entscheidung laut wird, in die Kulissen flüchten und erzählen, der zukünftige Preisträger sei nicht sein Kandidat gewesen. So geht das nicht: Dass sich jetzt Politiker reihenweise zu Wort melden und die Preisvergabe als 'schäbig', 'nicht denkbar' oder 'unsensibel' kritisieren, während sie zugleich keinen Zweifel daran lassen, die inkriminierten Schriften Peter Handkes nie gelesen zu haben." Handke hatte seine Forderung nach "Gerechtigkeit für Serbien" 1996 zuerst in der SZ veröffentlicht und damit die bekannten Debatten ausgelöst.
Für die Literaturseite besucht Ingo Petz die neue Nationalbibliothek von Weißrussland in Minsk, eine offensichtlich recht surrealistische Angelegenheit: "Symbolik ist dem homo sowjeticus vieles. Und so steht man vor dem Neubau der Weißrussischen Nationalbibliothek in Minsk und fragt sich: Was ist das? Was bedeutet das? Entfernt erinnert der wuchtige, 72 Meter hohe Bau an eine Planeten-Abhörstation. Offizielle haben Gefallen daran gefunden, in der Form einen Diamanten zu sehen. Der Internet-Reiseführer 'In your pocket' findet, dass der Polyeder, der das Gebäude dominiert, aussieht wie der Todesstern aus 'Star Wars'."
Weitere Artikel: Im Aufmacher bespricht Fritz Göttler den Film "Flug 93" von Paul Greengrass. Matthias Dobrinski analysiert das Unbehagen an der Rede Benedikts XVI. in Auschwitz. Fritz Göttler schreibt zum Tod von Shohei Imamura.
Auf der Schallplattenseite geht's um neue Vivaldi-CDs, darunter eine Aufnahme der lange verschollenen Oper "Motezuma". Und Jörg Königsdorf unterhält sich mit dem Countertenor Max Emanuel Cencic über die Vivaldi-Renaissance.
Auf der Medienseite berichtet Jens Kiffmeier über Diskussionen bei RTL über die Qualität des Nachrichtenjournalismus im Sender. Außerdem werden die Pläne des Burda-Konzerns im Internet vorgestellt.
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Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2006
Der Dichter Charles Simic schildert sein schlimmstes Trauma: die Niederlage Jugoslawiens gegen Brasilien in der Fußball-Weltmeisterschaft 1950. Für den damals 12-Jährigen unfassbar. Denn waren die jugoslawischen Spieler nicht einfach überirdisch? "... für Lektionen in der höheren Kunst des Fußballs setzte ich mich in einen Coiffeursalon, wo alte Männer Erinnerungen an die ruhmvollen Zeiten austauschten. Ich hörte da von einem serbischen Spieler aus den 1920er Jahren, der mit solcher Wucht geschossen haben soll, dass mehrere Torhüter beim Versuch, den Ball zu halten, umgekommen sein sollen. Wenn immer er einen Freistoß treten sollte, wurde eiligst ein Sarg herbeigeschafft. Endlich stellte ihn der Fußballverband vor die Wahl: Entweder würden ihm die Ärzte einige seiner Beinmuskeln entfernen, oder er müsse den Fußball aufgeben. Ich vergaß, was dann angeblich geschah."
Weiteres: Marc Zitzmann besucht die Chinatown im 13. Pariser Arrondissement. Besprochen werden Luc Percevals "Platonow" in Berlin, eine Ausstellung von Annegret Soltau auf der Darmstädter Mathildenhöhe und Bücher, darunter Feridun Zaimoglus Roman "Leyla" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 31.05.2006
Unter der Überschrift "Anschwellender Handke-Gesang" kritisiert Gerrit Bartels auf den Tagesthemenseiten die Rücknahme der Zuerkennung des Heinrich-Heine-Preises an Peter Handke, insbesondere das Verfahren. Die "immergleichen Reflexe auf Handke" zeugten überdies nicht von großer Souveränität. "Man muss Handkes Stellungnahmen für Milosevic mehr als befremdlich finden, seinen Starrsinn - aber man sollte schon zu verstehen versuchen, wie es dazu gekommen ist, wie Handke sich gewissermaßen konsequent verrannt hat, um vielleicht über diesen - auch zweifelhaften - Weg, Gehör zu finden. Man müsste es aushalten, ja, in bester demokratischer Tradition akzeptieren können, dass ein Peter Handke den Heine-Preis erhält."
Der kulturpolitische Sprecher des Düsseldorfer Landtags Oliver Keymis sieht im Rückzug eine Beschädigung des Preises und des Schriftstellers, findet den Rückszug "politisch nicht in Ordnung" und meint, man müsse Handke "jetzt den Preis auch geben und sich anschließend der Debatte stellen".
Und auf der "Wahrheit"-Seite schreibt Wiglaf Droste: "Schon möglich, dass Peter Handke einen Dachschaden hat. Wer die Wahrheit sucht, kann sich verirren; wer aber glaubt, sie als Teil der zahlenmäßigen Mehrheit und der Meute automatisch für sich reklamieren zu können, dem muss man erst gar nicht zuhören. Ein Schriftsteller hat jedes Recht auf seine allein ihm eigene Sicht und Betrachtung der Welt; zu verlangen, er solle ein rundum kompatibler Medienmitmischer sein, kommt der Forderung nach Abschaffung des Schriftstellerberufs gleich."
Auf den Kulturseiten berichtet Katrin Bettina Müller über das Festival In Transit im Berliner Haus der Kulturen der Welt, das zum fünften und vermutlich letzten Mal stattfindet und seinen Schwerpunkt diesmal auf Taiwan und Brasilien legt. Jochen Becker stellt Sabine Bitters und Helmut Webers künstlerisches Rechercheprojekt "LIVE LIKE THIS!" über die Megametropole Caracas in der plattform Berlin vor. In der neuen Kolumne dream team denkt Dirk Knipphals über den "Ball und die Kontingenz" nach. Beschrieben wird schließlich eine Ankunft auf dem neuen Berliner Hauptbahnhof, der derzeit weniger für Reisende als für Glotzer geeignet zu sein scheint.
Und Tom.
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Die Welt, 31.05.2006
Bald werden mehr als die Hälfte der Einwohner von Los Angeles Hispanics sein. Uwe Schmitt wirft einen Blick auf das boomende Immigrationslabor der USA. "'Das Jahrhundert der Anglos ist zu Ende', prophezeit der Schriftsteller Richard Rodriguez in San Francisco, und die schwarz-weiße, oft tragische Dialektik ist es auch. Wer auf Los Angeles schaut, schaut in das braune Antlitz und die leicht geschlitzten Augen Amerikas in 20 Jahren. Rodriguez, der Präsident Richard Nixon den dubiosen Ehrentitel 'dunkler Vater der Hispanizität' verlieh, weil jener die Kategorie bei den alle zehn Jahre fälligen Volkszählungen einführte, feiert Multiethnizität als Bestimmung und Selbstreinigung der Nation. Alles mischte sich, Weiße mit Indianern, Schwarze mit Weißen, mexikanische Mestizen mit Mulatten aus Puerto Rico. Amerika war nie rein. 'Der Ku Klux Klan war aufgebracht von der Idee des Braunen: Braun, die Farbe von Familiengeheimnissen, verbotener Leidenschaft ... mein ganzes Leben habe ich dem schwarz-weißen Gespräch zugehört, wie man einem streitenden Paar durch eine Motelwand zuhört.' Vorbei die Zeit, wo die beiden Streitenden unter sich waren." Hier ein ausführliches Interview mit Rodriguez zum gleichen Thema.
Der CSU-Politiker Peter Gauweiler wirbt im Interview für ein starkes Goethe-Institut und mehr Kulturaußenpolitik. "Uneigennützig, wie wir sind, stellen wir immer noch viel zu oft das zurück, was die eigene Kulturnation zu bieten hat, kommen nicht so 'naiv' wie die Italiener oder Franzosen mit der 'alten' Kultur daher, sondern sagen lieber, wie die anderen ihr Land und die Welt ordnen müssten, um heil zu sein - geschlechtsneutrales Formulieren und Datenschutzbeauftragte inklusive. Wir sollten die Darstellung des eigenen kulturellen Erbes im Ausland nicht verplätschern lassen."
Weiteres: "Ein Glück, dass es in diesem Lande wenigstens vernünftige Politiker gibt." Tilman Krause applaudiert den Stadträten, die den Heine-Preis für Peter Handke verhindert haben. Recht zufrieden resümiert Stefan Keim die zehnjährige Intendanz von Anna Badora am Düsseldorfer Schauspielhaus, die allerdings ohne die Ausflüge ins Regiegeschäft noch strahlender gewesen wäre. Mariam Lau porträtiert den nun neunzigjährigen Orientalisten Bernard Lewis und führt die verfahrene Situation im Irak auch auf dessen pauschale Negativbewertung des Islam zurück. Die Forderung von Lea Rosh (mehr) und Ralph Giordano (mehr), die Monumentalstatuen am Berliner Olympiastadion während der WM abzudecken, kritisiert Rainer Haubrich für ihre "intellektuelle Schlichtheit". Immerhin 29 der "100 Köpfe von morgen" in der PR-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum zu Berlin kommen aus Berlin, lästert Oliver de Weert.
Im Magazin ist der letzte Teil von Urs Gehrigers Porträt von Mahmud Ahmadinedschad zu lesen. (Teil 1 und Teil 2).
Besprochen werden eine Wolfsburger Ausstellung zur Beziehung von Architektur und Skulptur, eine Aufführung von Franco Alfanos Oper "Sakuntala" an der Oper Rom sowie das Album Nummer 30 mit dem entsprechenden Titel "XXX" der Band Chicago.
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Der Standard, 31.05.2006
Das Feuilleton des Standards ist heute ganz der Handke-Debatte gewidmet. Ein Artikel sammelt empörte Reaktionen von österreichischen Schriftstellern wie Marlene Streeruwitz, Elfriede Jelinek und Robert Menasse.
Außerdem drei Kommentare: Adelheid Wölfl verteidigt die Entscheidung des Düsseldorfer Stadtrats: "Es geht nicht darum, dass Handke den Preis nicht bekommen soll, weil er sich in die Nähe Milosevics begeben hat, sondern weil er dafür indirekt gelobt wurde." Cornelia Niedermeier kritisiert sie: Handkes "streitbarer Irrtum ist allemal mutiger als der Konformismus jener, die ihn wohlfeil verurteilen". Und Burkhard Müller-Ullrich fragt sich, ob die "Geschäfte des Intellekts und der Dichtung" sich einer öffentlichen Preiswürdigung "vielleicht schlechthin entziehen".
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Frankfurter Rundschau, 31.05.2006
"Ein Rumor geht um" über Feridun Zaimoglus hochgelobten Roman "Leyla", meldet Christoph Schröder. Ausgelöst wurde das Gerücht durch eine "unveröffentlichte und noch nicht fertig gestellte Studie aus dem universitären Bereich, deren Urheber nicht genannt werden möchte". Diese Studie behauptet, es gebe eine "überraschend hohe Übereinstimmung von Motiven und Topoi" in "Leyla" mit dem 1992 erschienenen Roman "Das Leben ist eine Karawanserei, hat zwei Türen, aus einer kam ich rein, aus der anderen ging ich raus" der türkischstämmigen Schriftstellerin Emine Sevgi Özdamar. Beide Bücher sind bei Kiepenheuer & Witsch erschienen und hatten mit Verlagsleiter Helge Malchow denselben Lektor, der die Ähnlichkeiten als "zirkulierendes kulturelles Kapital" bezeichnet und in einer "gemeinsamen Kulturgeschichte und gemeinsamen Erfahrungen" begründet sieht.
Weitere Artikel: Anlässlich der heutigen Premiere von Heiner Müllers "Quartett" im Schauspiel Frankfurt spricht der Schweizer Regisseur Urs Troller über Reiz und Schwierigkeit der Inszenierung dieses Stücks. Harry Nutt feiert die Einrichtung des Fernsehmuseums, das nach 20 Jahren Vorbereitungszeit nun im Sony-Center am Potsdamer Platz in Berlin eröffnet wurde, als "Glücksfall". Zu lesen ist ein Resümee des diesjährigen Kunsten-Festival in Brüssel. Und in Times mager geht es noch einmal um den Braunbär, der sich als deutsch-österreichischer Grenzgänger profiliert hat und jetzt offenbar "Bruno" heißt.
Besprochen werden Jan Bosses Inszenierung von Eugene Ionescos "Kahler Sängerin" in Bochum und Bücher, darunter ein Band mit Briefen des Literaturwissenschaftlers Hans Mayer und Richard Wagners Roman "Habseligkeiten". (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2006
Heinrich Wefing resümiert eine Tutzinger Tagung über Selbstverständnis und mögliche Veränderungen der Goethe-Institute. Niklas Maak unterhält sich mit dem neuen Direktor des Frankfurter Städel, Max Hollein. Und Rose-Maria Gropp schreibt über Pläne und Veränderungen im Haus. In der Leitglosse meditiert Christian Geyer über die zerschlagenen Brillen und blutunterlaufenen Augen Volker Becks und einer Berliner Lehrerin. Henning Ritter gratuliert der Schriftstellerin Gabriele Goettle, die ihre wunderbaren Reportagen ausschließlich in der taz (und in Büchern) veröffentlicht, zum Sechzigsten. Regina Mönch schildert den Fall der Kreuzberger Nürtingen-Schule, die es mit Mitteln der Montessori-Pädagogik schaffte, im Problembezirk Kreuzberg zu einer attraktiven Schule zu werden und darum nun Probleme mit den Behörden bekommt. Andreas Kilb schreibt zum Tod des japanischen Filmregisseurs Shohei Imamura. Jürgen Tietz fürchtet um den Bestand einer architektonisch interessanten ehemaligen Fernmeldekabelfabrik in Berlin. Oliver Jungen gratuliert dem Historiker Joachim Ehlers zum Siebzigsten. Joseph Hanimann resümiert eine Pariser Tagung über die Kulturgeschichte des Fußballs. In der Reihe über Marbacher Archivstücke wirft Sybille Lewitscharoff einen Blick auf zwei Haarlocken Stefan Georges.
Auf der Medienseite beschreibt Rainer Schulze, wie Microsoft auf die Berichterstattung der Computerzeitschriften Einfluss nimmt. Andreas Kilb schreibt zur Eröffnung des deutschen Fernsehmuseums in Berlin. Und Dietmar Dath empfiehlt eine Folge von "CSI", die von Quentin Tarantino gedreht wurde. Für die letzte Seite ergeht sich Gina Thomas in Stratford-upon-Avon, sucht nach Spuren Shakespeares, betrachtet bekannte Porträts des Dichters und Inszenierungen seiner Werke, die in der Stadt gastierten. Andreas Rossmann resümiert eine Düsseldorfer Tagung über die Lage der Geisteswissenschaften. Und Vincenzo Velello porträtiert den spanischen Physiker Ignacio Cirac, der am Max-Planck-Institut in Garching an der Entwicklung von Quantencomputern mitwirkt.
Besprochen wird eine Neuinszenierung von "Cosi fan tutte" in Glyndebourne.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Grenzen spielen eine ambivalente Rolle
25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen
Belebung der Leiber
24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen
Pragmatische Theorie der Tücke
23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus. In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Gelegentlich auch finster und bizarr
22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen
Figur der Jederzeitlichkeit
21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen. Mehr lesen
Auch bei geringsten dynamischen Graden
19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen
Das Theater, es lebt, es lebt
18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen
Sie rezensieren, loben und verbreiten auch
16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen
Viel mit der Hand abgeschrieben
15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen
Von bürgerlichen Medien empfohlen
14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen
Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt
12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen
Auch das Spiel folgt Regeln
11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen
Man versucht, die Revolution herauszuhalten
10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen
Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf
09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen








