Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

14.03.2006. Die NZZ attestiert den neuen Entwürfen für das Gebäude der Topografie des Terrors eine deprimierende Mutlosigkeit. Die FR feiert Louise Bourgeois. Die taz porträtiert eine neue türkische Aufsteigerschicht in Deutschland. Die SZ fragt, warum Deutsche, die Polen kritisieren, in polnischen Medien immer gleich als Nazis karikiert werden. Die Welt und der Rest der Welt sind deprimiert über die Echo-Verleihung.

Neue Zürcher Zeitung, 14.03.2006

"Bemerkenswerte Mutlosigkeit, was den architektonischen Gestus anbelangt" sieht Claudia Schwartz in den neuen Entwürfen zur Topografie des Terrors. "Selten hat man ein in den einzelnen Beiträgen insgesamt derart gleichförmiges Ergebnis zu Gesicht bekommen, da die Entwürfe die Zielsetzung architektonischer Zurücknahme teilweise bis zur Selbstverleugnung zum Programm erklären. Unspektakulär, unscheinbar und konventionell, sprich: unbeteiligt, geben sich die meisten der präsentierten Architekturen angesichts ihres historisch kontaminierten Standortes." Das schaffe ein ungutes Gleichgewicht in Berlin. "Während die beiden Berliner Orte, die an die jüdischen Opfer erinnern, das Jüdische Museum und das Holocaust-Mahnmal, längst zu hauptstädtischen Wahrzeichen avancierten, bleibt die Topografie des Terrors als einer der wichtigsten Orte in Deutschland, wenn es um die Aufklärung über die Täter geht, ohne Konturen."


Besprochen werden eine Retrospektive zum malerischen und plastischen Werk Le Corbusiers im Musee Rath in Genf, die Ausstellung "Die obere Hälfte. Die Büste von Rodin bis Wang Du" im Museum Liner Appenzell, ein Konzert des Zehetmair-Quartetts in Zürich und Bücher, darunter Hugo Balls "Kritik der deutschen Intelligenz" und Margrit Schribers historischer Roman "Das Lachen der Hexe" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Die Welt, 14.03.2006

Nach der Echo-Verleihung stellt Michael Pilz resigniert fest: "Wer bei deutschen Plattenfirmen für erfreuliche Bilanzen sorgt, ist deswegen ein Star, weil er gewöhnlich ist wie wir. Der deutsche Popstar wirkt bescheiden, emsig, bieder. Er verehrt den Rock 'n' Roll so sehr, dass er ihn munter übersetzt wie Peter Kraus und fleißig anverwandelt wie Bushido den empörenswerten Gangster-Rap Amerikas. Der deutsche Pop verzichtet auf Distanz und disparate Wucht, er provoziert nicht, zeigt sich niemals arrogant und bietet keine unhaltbaren Utopien an. Er ist also nie großartig."


Wolf Lepenies ist bei Julien Bendas "Der Verrat der Intellektuellen" von 1927 auf interessante Passagen zum "Kampf der Kulturen" gestoßen. Benda spricht darin vom "guerre des cultures", den als erstes die Deutschen gegen Napoleons Armeen führten. "Die französischen Revolutionsheere, die in Europa die Monarchie beseitigen wollen, führen keinen Kulturkrieg. Sie kämpfen nicht für französische Werte, sondern für die allgemeinen Menschen- und Bürgerrechte. Die deutschen Dichter und Denker dagegen, schreibt Benda, verraten die Sache des Geistes: Ihr militanter Kulturpatriotismus wird zum Handlanger nationalistischer Politik."

Weitere Artikel: Andres Lepik bemerkt zur Fertigstellung von Norman Fosters Hearst Towers zufrieden: "Die Wolkenkratzer in New York werden kürzer, aber besser." Rolf Giesen berichtet von der Filmmesse "Cartoon Movie" in Potsdam. Im Magazin erklärt Ulli Kulke, dass nicht Jagdglück den Menschen geprägt hat, sondern die Angst vor der Bestie.

Besprochen werden die Ausstellung "Click doubleclick" über das dokumentarische Moment der zeitgenössischen Kunstfotografie im Münchner Haus der Kunst und ein Ballettabend in der Deutschen Oper Berlin.

nach oben

Die Tageszeitung, 14.03.2006

In der Serie über Bürgerlichkeit stellt Daniel Bax eine neue türkische Aufsteigerschicht in Deutschland vor: "Es gibt inzwischen eine breite türkische Mittelschicht in Deutschland. Sie zeichnet sich allerdings durch einen relativ konventionellen Geschmack aus, der an H & M und Peek & Cloppenburg geschult ist, sowie durch einen Hang zu Statussymbolen von der Gucci-Uhr bis zum BMW. Markenbewusstsein und ein ausgeprägter Materialismus dienen dazu, die Entbehrungen der Jugend zu kompensieren. In der Wahl solider Studienfächer wie Medizin oder Jura manifestieren sich Aufstiegswille und Ehrgeiz. (...) Statt wie früher in die Türkei zu fahren, um Verwandte zu besuchen, buchen sie heute ihren Pauschalurlaub bei Öger-Tours. Dennoch bildet die Türkei für viele noch immer den Maßstab für die Versöhnung von Modernität und türkischer Lebensart."


Weitere Artikel: Robert Misik stellt das "Manifest der Zwölf" gegen den Islamismus, das unter anderem von Salman Rushdie lanciert wurde, in die Nähe der Jungen Freiheit, weil sich dem Aufruf nun auch Deutsche wie Alice Schwarzer, Necla Kelek, Robert Gernhardt und Helmut Markwort angeschlossen haben. David Denk resümiert ein deutsch-türkisches Filmfestival in Nürnberg. Und Helmut Höge trifft, wenn man seine Ausdrucksweise zutreffend deutet, die beiden Schizophrenen, die einst die Attentate auf Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble verübten. Jan-Hendrik Wulf liest die neueste Nummer der Zeitschrift Vorgänge, die die deutsche Linke nach Lebenszeichen absucht. Besprochen werden einige Münchner Theaterpremieren.

Auf der Tagesthemenseite unterhält sich Susanne Kaul mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas. Und Sven Hansen porträtiert die  41-jährige Frauenrechtlerin Monira Rahman (mehr hier), die sich in Bangladesch für Frauen einsetzt, die Opfer von Säureattentaten wurden, weil sie nicht heiraten wollten oder ihre Familie die Mitgift nicht zahlte. Sie erhält heute den Menschenrechtspreis der deutschen Sektion von amnesty international.

Schließlich Tom.

nach oben

Frankfurter Rundschau, 14.03.2006

Elke Buhr preist eine Ausstellung über Louise Bourgeois in der Kunsthalle Bielefeld: "Bei Gott, Louise Bourgeois hat ihre Geschichte erzählt. Sie hat sie erzählt, wie es einer gebührt, die das Jahrhundert der Psychoanalyse ganz durchlebt hat, immer wieder, in Worten und Werken. Sie hat Skulpturen und Konstellationen geschaffen, die einen treffen wie ein Schock und einen dann nie mehr verlassen; weil sie Erinnerungsbilder sind, voller Affekte, voller Schönheit, voller Magie."


In der Frankfurter Fachwerk-Debatte meldet sich die Schriftstellerin Ulrike Kolb zu Wort und wünscht sich, "dass endlich mit modernen Mitteln das hergestellt wird, was wir an den alten Städten so lieben... Vielleicht sollte man sich auch wünschen, dass Architekten den Mut haben, nicht für die Anerkennung unter Architekten zu bauen, sondern für die Benutzer."

Weiteres: Christoph Schröder findet es ebenso gerecht wie paradox, den ukrainischen Schriftsteller Juri Andruchowytsch mit dem "Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung" auszuzeichnen: "Denn abgesehen von der Tatsache, dass er ein großartiger Schriftsteller ist, besteht sein Beitrag zur Verständigung darin, dem Westen vorzuführen, was da noch alles auf ihn zukommt." Vilkmar Sigusch bemerkt zur "sexuellen Frage", dass seit dem Sieg des Cartesianismus über den Montaigneismus der Eros auf der Flucht sei. In Times mager nimmt Daniel Kothenschulte den spanischen Künstler Santiago Sierra in Schutz, der mit seiner Idee, Autoabgase in die ehemalige Synagoge in Stommeln zu leiten, große Empörung auf sich gezogen hat.

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 14.03.2006

Immer wieder werden Deutsche in polnischen Medien als Nazis dargestellt, wenn sie es wagen, irgendeinen Aspekt der polnischen Politik zu kritisieren, während die deutsche Vergangenheitsbewältigung nicht gewürdigt wird, schreibt Polen-Korrespondent Thomas Urban: "Nur wenige Publizisten haben den Mut, darauf hinzuweisen, dass die Ignorierung der deutschen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus letztlich auf Polen zurückfällt. In der Tat hat die aggressiv-ablehnende Haltung des nationalpatriotischen Lagers in den heftigen Debatten der letzten Jahre um Antisemitismus und Vertreibung einen Schatten auf das Bild der Polen geworfen. Man unterstellt ihnen in der Bundesrepublik - keineswegs ungern, weil das auch die Deutschen entlastet -, dass sie düstere Kapitel der eigenen Vergangenheit tabuisieren wollen."


Weitere Artikel: Sonja Zekri berichtet über den Streit um NS-Akten im Archiv des internationalen Suchdienstes. Lothar Müller schreibt zum Tod des sorbischen Schriftstellers Jurij Brezan. In der Kolumne Zwischenzeit kritisiert Evelyn Roll Fernsehkollegen, die immer nur noch die "Stimmung vor Ort" einfangen, statt Fakten zu recherchieren. Henning Klüver war dabei, als Harold Pinter in Turin der Europäische Theaterpreis verliehen wurde. Dirk Peitz schreibt das "Protokoll eines bunten Abends", bei dem in Berlin die Echo-Musikpreise vergeben wurden.

Auf der Literaturseite resümiert Tim B. Müller ein Editionsgespräch über den Fortgang einer Carl-Schmitt-Gesamtausgabe in Marbach. Besprochen wird hier unter anderem Paul Ingendaays Roman "Warum du mich verlassen hast". Andere Besprechungen im Feuilleton gelten einer Ausstellung der Bauhaus-Meister Josef Albers und Laszlo Moholy-Nagy in der Tate Modern, Michael Thalheimers Inszenierung von Hauptmanns "Rose Bernd" am Hamburger Thalia Theater, Jorge Sempruns Stück "Gurs" am Pariser Theatre du Rond-Point, Ballett-Abenden in Leipzig und Berlin und dem französischen Fliegerfilm "Sky Fighters" (eigentlich "Les chevaliers du ciel").

Auf der Medienseite berichtet Stefan Ulrich über einen Eklat im italienischen Wahlkampf - Silvio Berlusconi stand mitten in einem Fernsehinterview, das ihm nicht passte, auf und verließ das Studio.

Außerdem bringt die SZ heute eine schmale Frühlings-Literaturbeilage. Im Aufmacher meditiert der neokatholische Autor Martin Mosebach über Spuren des Religiösen in unserem säkularisierten Alltag: "Die sonst geleugnete Schuldfähigkeit und als Repressionsinstrument entlarvte Sünde, bei den Diätfehlern ist sie wieder da und ergreift den ganzen Menschen mit aller Gewalt." In den wichtigsten Besprechungen schreiben Thomas Steinfeld über Sibylle Lewitscharoffs neuen Roman "Consummatus" und Gustav Seibt über Gerhard Schulzes Essay "Die Sünde - Das schöne Leben und seine Feinde". Wir werten die Beilage in den nächsten Tagen aus.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2006

Der neue Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Ayyub Axel Köhler, ein "freundlicher Herr", hinterlässt bei Andreas Rosenfelder den Eindruck, dass er es ernst meint mit der Integration des Islam in die deutsche Staatsordnung. "Dass Köhler tatsächlich eine Alternative ist und nicht bloß ein Strohmann zur Beschwichtigung der deutschen Mehrheitsgesellschaft, dafür spricht der erstaunliche Rückhalt, den er sogar unter säkularen Muslimen findet. So bezeichnet ihn Lale Akgün, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Köln und im Kopftuchstreit eine erbitterte Gegnerin Köhlers, als 'Glücksfall für den Zentralrat und für die Muslime in Deutschland'. Er vertrete einen 'sehr liberalen Islam', sei 'ohne politische Ambitionen' und stehe nicht unter dem Einfluss des Auslands. Akgün lacht: 'Der hört nur auf seine Frau.'"


Dietmar Dath diskutiert eine These des amerikanischen Literaturwissenschaftlers Gary Westfahl, der Menschen, die sich wie die heutigen Asperger-Autisten (Wikipedia) nur auf ihre Arbeit und nicht mehr auf ihre Mitmenschen konzentrieren, als nächste Stufe der Evolution ansieht. Rose-Maria Gropp hält die Aktion des Künstlers Santiago Sierra, eine ehemalige Synagoge in Pulheim-Stoppeln mit Kohlenmonoxid zu füllen, für eine "unerträgliche Metapher".

Anlässlich der Echo-Verleihung macht Dieter Bartetzko die FAZ-Leser mit dem sehr erfolgreichen und christlich inspirierten Popsänger Xavier Naidoo bekannt. Der Komponist Hans Zender ist der nächste Hausgast im Wissenschaftlichen Kolleg in Berlin, weiß Martin Wilkening. Judith Leister schildert Eindrücke vom Münchner Literaturfestival "Wortspiele". Michael Jeismann hat auf der Lit.Cologne erlebt, wie die serbische Schriftstellerin Vesna Goldsworthy die politische Korrektheit Elke Heidenreichs ausgebremst hat. Richard Pohle referiert eine Königswinterer Tagung zu den Universitäten im Dritten Reich.

Auf der letzten Seite begeht Ursula Böhmer den sechzigsten Geburtstag des Kinder- und Jugendtheaters nach dem Zweiten Weltkrieg. Andreas Rossmann hört aus den in Köln vorgetragenen Briefen Wolfgang Koeppens eine "zwanghafte Schreibhemmung" heraus. Jürg Altwegg stellt die Direktorin des Literaturhauses Basel und ehemalige Schauspielerin Margit Manz vor.

Im Medienteil berichtet Dirk Schümer, dass Silvio Berlusconi ein Fernsehinterview mit der kritischen Kommentatorin der Turiner La Stampa, Lucia Annunziata, vorzeitig und "ungalant" abgebrochen hat. Peer Schader preist die ARD-Vorabendserie "Türkisch für Anfänger" über das Zusammenleben einer deutschen und einer türkischen Familie als das Beste, "was dem Ersten seit langer Zeit passiert ist".

Besprochen werden Werner Schroeters Inszenierung von Roland Techets Oper "Die Schönheit der Schatten" zu Heine und Schumann in Düsseldorf, ein dreiteiliger Abend des Staatsballetts Berlin mit dem Titel "Triple Bill", also "dreiteiliger Abend", eine Ausstellung zur Dunkelheit mit Werken 17 zeitgenössischer Künstler im Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam, ein Auftritt der Rockband "The Darkness" in Hamburg, sowie John Irvings Roman "Bis ich Dich finde" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Die Augenbrauen des Holofernes

25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons