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Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
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27.07.2005. Oh je oh je! Christoph Marthalers Bayreuther "Tristan"-Inszenierung kommt gar nicht gut weg. Die Sänger gurgeln, das Orchester brüllt (so FAZ und SZ) Und Jerry Lewis tritt als Sparkassendirektor auf (so die FR). Glücklich ist aber zumindest die FAZ über Barbara Freys "Wiener Wald"-Inszenierung, die das Drama genialerweise beim Wort nimmt. Robert Menasse geißelte im Standard die Barbarei der Hochkultur in Salzburg.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2005
Eine Hymne, ein Verriss. Salzburg eröffnete mit Horvaths "Wiener Wald" in Barbara Freys Inszenierung, Bayreuth mit einer neuen "Tristan"-Inszenierung von Christoph Marthaler unter der musikalischen Leitung von Eiji Oue.
Nach zwei wunderschönen Jubelabsätzen über die Schauspieler Thomas Loibl und Juliane Köhler schreibt Gerhard Stadelmaier über die Salzburger Inszenierung: "Eine sarkastische Texttreue führt zu einer der intelligentesten Wider-den-Strich-Bürstereien seit Spielzeiten. Es wird nicht inszeniert, was gemeint sein könnte, sondern was gesagt wird. Es wird nichts entlarvt. Es wird nur aus vollen Worten gelebt. Es werden keine Bestien vorgeführt, die sich maskieren mit Kitsch- und Sentimentworthülsen. Es werden Menschen gezeigt, die sich um das bisschen winden, das ihnen bleibt an Leben und Liebe. Komisch verschlungenes Gewürm. Die Regisseurin entwickelt zu diesem Geschlinge eine hinreißende Zutraulichkeit, die sie allenfalls durchs Ambiente ironisch dämpft."
Die Premiere des Bayreuther "Tristan" ist dagegen nach Gerhard Rohde missglückt. Die Sänger gurgeln, das Orchester brüllt, und die Inszenierung: "Die Darstellung von Einsamkeit, Verlorenheit, Verletzung von Gefühlen, zerstörten Beziehungen, also auch sehr heutigen Erscheinungen des menschlichen Lebens, verlor sich immer mehr in komische Einfälle und grotesk wirkende Albernheiten. Marthalers Melancholie, die Shakespeares Komödien sehr nahesteht, verschwand in der Weite der Bühnenräume und mehr noch in den entfesselten Tonfluten."
Weitere Artikel: Wolfgang Sandner schreibt zum Tod des großen Albert Mangelsdorff ("wer vom Jazz in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts spricht, darf seinen Namen nicht unerwähnt lassen"). Der Lyriker Francois Bon gratuliert seinem Kollegen Julien Gracq zum 95. Christian Geyer nimmt in der Leitglosse die täglich frische, aber auch schnell verderbliche Rhetorik der FDP aufs Korn. Richard Kämmerlings stellt Marion Poschmanns "Schwarzweißroman" vor, der fortan als Feuilletonroman in der FAZ vorabgedruckt wird. Der Pakistan-Experte Erhard Haubold erinnert daran, dass die Amerikaner einst den islamischen Fundamentalismus gegen die sowjetische Invasion in Afghanistan unterstützten. Frank Helbert berichtet, dass bei Ausgrabungsarbeiten in der Innenstadt von Neapel die freizulegende Antike in Konflikt gerät mit Stadtvierteln des 17. Jahrhunderts, denen Abrisse drohen. Andreas Platthaus freut sich über die Wiederauflage einer britischen "Struwwelpeter"-Parodie, die sich einst über die Nazis mokierte.
Auf der Medienseite kritisiert Rolf Platho von der Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz die geplante Fernsehrichtlinie der EU, die Schleichwerbung schlicht zulassen will, weil sie in amerikanischen Filmen, die im europäischen Fernsehen auch gezeigt werden, ebenfalls praktiziert wird. Michael Hanfeld und Helmut Schwanz tragen zudem neue Details zu den Korruptionsfällen in den Sportredaktionen von HR und MDR zusammen.
Auf der letzten Seite porträtiert Jonathan Fischer die kubanischen Rapper der Gruppe Madera Limpia, die zur Zeit durch Deutschland tourt. Dirk Schümer kommentiert das Urteil gegen den Mörder des niederländischen Filmemachers Theo van Gogh. Und Kerstin Holm schreibt über Putin-Porträts in der russischen Kunst, die von der deutschen Kunsthistorikerin Alexandra Engelfried erforscht werden.
Besprochen werden die Ausstellung "Stefano della Bella - Ein Meister der Barockradierung" in Karlsruhe, die Ausstellung "Von Kaisers Gnaden - 500 Jahre Pfalz-Neuburg" im Schloss Neuburg und Thomas Durchschlags Debütfilm "Allein", dessen Hauptdarstellerin Lavinia Wilson nach Michael Althen "eine Sensation" ist: "Manchmal ist ihr Gesicht so spitz wie das von Nicole Kidman, dann wieder so durchscheinend verletzlich wie das von Julianne Moore, und wenn es nicht diesen Film schon gäbe, müsste man hoffen, daß einer käme und ihr Geschichten auf den Leib schreibt."
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Die Tageszeitung, 27.07.2005
Auch Sabine Zurmühl hat der Bayreuther "Tristan" offenbar kalt gelassen: "Marthaler und Viebrock riskieren viel mit den langen Phasen von Unbewegtheit ihrer Figuren, mit dem Glücksverbot jeglicher Art, mit dieser depressiven Statik. Zu hermetisch ist das geraten, zu selbstgewiss traurig, in fast koketter Spannung mit dem Tod, dem Sterben. Das Thema des 'Tristan', die todsuchende liebende Liebe, hat er nicht gestaltet, sondern umgangen."
Weiteres: Jan Hendrik Wulf verfolgt in den Zeitschriften Merkur und Mittelweg 36 den Streit um Götz Alys Buch "Hitlers Volksstaat" (Leseprobe) und den aktuellen Abbau des Sozialstaats. Dietmar Kammerer berichtet über das 19. Fantasy Filmfest, das ihn nur mit einem Film überrascht hat. Auf den Tagesthemenseiten schreibt Tobias Rapp den Nachruf auf Albert Mangelsdorff. Besprochen wird Sven Unterwaldts Film "Siegfried".
Auf der Meinungsseite erklärt Jason Burke, Chefreporter des britischen Observer, im Interview, warum er nicht an die Existenz einer globalen islamischen Terrororganisation glaubt: "Es gibt eine gemeinsame Sprache, die Rhetorik radikaler islamistischer Ideologie. Aber es gibt weder eine einheitliche islamische Gemeinschaft noch eine vereinheitlichte globale terroristische Gruppe. Al-Qaida ist mehr ein Label, Chiffre für eine Art von Praxis, ganz sicher kein organisiertes Netzwerk mehr. Die Militanten sind in der Regel Leute, die entweder gerade vom Land in die Stadt gezogen oder zwischen Städten, zwischen den Kulturen herumgewandert sind. Diese Entwurzelung ist offenbar der fruchtbare Boden islamischer Militanz."
Schließlich Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2005
Bei den Salzburger Festspielen überzeugten in Ödön von Horvaths "Geschichten aus dem Wiener Wald" vor allem die Darstellerinnen, meint Barbara Villiger Heilig. Kritisch betrachtet sie dagegen die Leistung von Regisseurin Barbara Frey: "Sie inszeniert drauflos - mit Gefühl, was das Schauspielerische betrifft, aber ohne wirklichen Plan. Deshalb durchzieht Unentschiedenheit den langen Abend. Es fehlt, trotz dramaturgischen Eingriffen (der Text collagiert beide überlieferten Fassungen), an strukturierter Dynamik."
Verhaltene Kritik übt Peter Hagmann an Christoph Marthalers Inszenierung von "Tristan und Isolde": "Wie immer, wenn er sich dem Musiktheater zuwendet, verliert der Regisseur Christoph Marthaler ... seinen Biss."
Weitere Artikel: Birgit Sonna ist begeistert von der spektakulären Werkschau "LaLaLand" des amerikanischen Künstlers Paul McCarthy im Münchner Haus der Kunst. Besprochen werden Stefan Breuers Sachbuch "Nationalismus und Faschismus", das Kinderbuch von Dino Buzzati "Wie die Bären einst Sizilien eroberten" sowie Pija Lindenbaums Bilderbuch "Franziska und die Elchbrüder" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Frankfurter Rundschau, 27.07.2005
Hans-Klaus Jungheinrich findet den Bayreuther "Tristan" an der Sache vorbei inszeniert: "Der von allen Dämonen des Eros durchflutete Mittelakt weckte bei Marthaler mehr parodistische Lebensgeister. Beim Warten auf Tristan verfällt die übermüdete Isolde in manchen Sekundenschlaf. Dann trifft sie sich im Cocktailkleid der fünfziger Jahre wie Doris Day als Collegegirl mit einem ausgestopften Jerry Lewis in der Rolle des jungen, schüchternen Sparkassendirektors zum ersten Date."
In Salzburg scheint sich Peter Michalzik bei Barbara Freys Inszenierung der "Geschichten aus dem Wiener Wald" auch nicht gerade amüsiert zu haben: "Dass das nix wird mit Alfred und Marianne, ist vom ersten Moment klar - einen Spannungsersatz gibt es nicht. Und das Kind ist atmosphärisch von Anfang an tot. Merkwürdiger Weise wirkt das nicht frostig und nihilistisch, sondern harmlos und gefällig."
Besprochen werden politische Bücher, darunter Josef Bramls "Amerika, Gott und die Welt" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Weitere Medien, 27.07.2005
Zur Eröffnung der Salzburger Festspiele polemisierte der Schriftsteller Robert Menasse bereits am Montag gegen die Barbarei der Hochkultur. Die Rede war gestern im Standard abgedruckt. "In den wenigen Wochen des Salzburger Kulturspektakels werden die Festspielgäste just jene Summe schlicht und einfach verkonsumieren, die den österreichischen Universitäten in diesem Jahr in ihrem Mindestbudget fehlen. Im Sommer 2005, das war also letztlich den österreichischen Medien zu entnehmen, feiert sich in der Festspielstadt Salzburg eine gesellschaftliche Elite auf den Trümmern auch der Universitätsstadt Salzburg. Man könnte auch sagen: es feiert sich eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Elite vor der geistigen Sintflut."
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Die Welt, 27.07.2005
Irshad Manji, Autorin eines Plädoyers für einen aufgeklärten Islam (mehr hier und hier) fordert die Muslime zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Koran auf. Falsch findet sie die Leugnung problematischer Passagen im Buch selbst: "Ein hochkarätiges Treffen von 22 Geistlichen und Theologen im Islamischen Kulturzentrum in London verabschiedete eine Erklärung, in der es hieß: 'Der Koran erklärt eindeutig, dass der Mord an einer unschuldigen Person dasselbe ist wie der Mord an der ganzen Menschheit.' Schön wär's. In Wirklichkeit liest sich der entsprechende Abschnitt so: 'Wer einen Menschen tötet - es sei denn als Strafe für Mord oder andere Untaten im Heiligen Land -, wird als Mörder an der ganzen Menschheit betrachtet.' Militante Moslems haben sehr gern auf die Passage mit dem 'Es sei denn' zurückgegriffen, wenn sie nach Legitimation für ihre Gewaltakte suchten."
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Süddeutsche Zeitung, 27.07.2005
Eine "Bankrotterklärung in Sachen 'Tristan'" hat Reinhard J. Brembeck in Bayreuth erlebt. Niemand fühlt was in dieser Inszenierung von Christoph Marthaler, klagt er, nicht mal, nachdem Tristan und Isolde den Liebestrank geschluckt haben: "Die beiden trinken, setzen sich weit entfernt voneinander in Fauteuils, irgendwie ahnend: Da war doch noch was?! Dass es Liebe sein könnte, darauf kommen sie bei Marthaler trotz vier Stunden sex- und liebestrunkener Musik in keinem Augenblick. Davon haben sie noch nie etwas gehört, das haben sie noch nie erlebt und noch nie bei jemand anderem gesehen. Dieser 'Tristan' wird bei dem Regieextremisten Marthaler szenisch auf fast berührungsfreie und fernste Liebes-Ahnung heruntergeholt. Die Kontrollkrallen des Staates greifen so gut, dass sich selbst unter Einfluss härtester Drogen (Liebestrank!) kein Gefühl einstellt, das die eigene Existenz gefährden könnte." Auch die Sänger haben Brembeck missfallen: Keinen einzigen hat er verstanden. Und Dirigent Eiji Oue hat leider "gar kein Gefühl für magische Valeurs".
Christoper Schmidt hatte mit den "Geschichten aus dem Wiener Wald" in Salzburg mehr Glück. "Auch Barbara Frey will Horvath erkennbar anschärfen: So holt sich der Rittmeister des Gert Anthoff statt der Ziehungslisten vom Lotto seine Pornohefte bei der Trafikantin, wird des Zauberkönigs Aussprache mit seiner gefallenen Tochter durch schwallweises Erbrechen konterkariert. Es wird gefummelt und gegrapscht, keine sexuelle Konnotation vernachlässigt, der Ton ist von forcierter Schärfe, die Körperlichkeit ruppig, gefühlige Szenen werden wie mit dem Glasschneider seziert, und der österreichische Akzent klingt wie auf einer Sprachlernkassette. Für solche Härten entschädigen Slapsticknummern, die vor allem Sunnyi Melles als Valerie abzieht, mal im Kampf mit der Tücke des Objekts, mal mit der des Lustobjekts. Entscheidend aber ist die Haltung der Schauspieler, die ihren Figuren Gerechtigkeit widerfahren lassen, ohne dabei zu blinzeln."
Weitere Artikel: Eva Elisabeth Fischer verteidigt das Festival in Avignon gegen seine Kritiker: "Ein Mann und eine Frau laufen wütend die Tribüne hinunter, und sie schmeißen 'Scheiße' rufend ihre vollen Gläser auf die Bühne, wo gleich die Vorstellung weitergehen soll. Jan Lauwers, der Regisseur, übergeht klug den Vorfall, kehrt und wischt die Splitter kommentarlos weg ... Der Zwischenfall beim 'Needlapb10' der belgischen Needcompany demonstrierte, was passiert, wenn man den Spiegel vorgehalten bekommt, dieser aber nur Kleinlichkeit und Hässlichkeit zeigt." Werner Bloch liefert eine schöne Beschreibung des Reykjavik Arts Festival. Werner Burkhardt schreibt zum Tod des Jazz-Posaunisten Albert Magelsdorff. Klaus Lüber erklärt, was ein RFID-Funkchip ist, und warum er unsere totale Überwachung bedeuten könnte. Und Katajun Amirpur versucht zu erklären, warum sich der iranische Regimekritiker Akbar Ganji im Gefängnis zu Tode hungert.
Besprochen werden Bücher, darunter Jonathan Franzens neuer Roman "Schweres Beben" und Michel Foucaults "Die Heterotopien" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen
Die Augenbrauen des Holofernes
25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen
Vergegenwärtigungskunst
24.01.2012. In der französischen Huffington Post attackiert Caroline Fourest den tunesischen Präsidenten Moncef Marzouki. Wer sich für Freiheit im Netz einsetzt, arbeitet in Wahrheit dem Kapital in die Hände, findet der Tagesspiegel. Die Welt begibt sich auf die Suche nach der Kairoer Kunstszene, findet sie aber nicht so recht. Die SZ staunt über Hans Holbeins Schutzmantelmadonna in Schwäbisch Hall. De FAZ bringt eine kleine Hommage auf den Künstler Denis Limonow, der durch eine tollkühne Aktion zwei weißrussische Jugendliche vor der Hinrichtung bewahren will. Mehr lesen
Gewaltige Portion Besserwisserei
23.01.2012. Wahre Hymnen auf Deutschland singt Horace Engdahl aus der Jury des Literaturnobelpreises im Tagesspiegel. Die Welt kann mit Friedrich dem Großen ehrlich gesagt nicht so viel anfangen. Die taz porträtiert die große chinesische Autorin Eileen Chang und die NZZ den Schriftsteller und Psychiater Ion Vianu. Und auch hier noch eine Hymne auf Deutschland, genauer: Berlin - von dem Schweizer Autor Alain Claude Sulzer. Mehr lesen
Boshafte Bonsai-Prosa
21.01.2012. In der Welt fragt Georg M. Oswald: Nutzen die Wutbürger der Demokratie? In der SZ erklärt Georges-Arthur Goldschmidt, warum das Deutsche eine Untertanensprache ist. Gibt es überhaupt noch echte Kunst, fragt die FAZ nach der neuesten Fälschung. Großbritannien versinkt im Retrotrend, meldet die NZZ. Mehr lesen
Nachhaltig ist das neue Gottgefällig
20.01.2012. Wir sind alle schuld. An allem. Klagt die Welt mit Blick auf die gerade grassierenden ökologischen, diätetischen oder demografischen Diskurse. Der Freitag will Ingo Schulze nicht auf die Zielgerade folgen. Die NZZ berichtet über einen Dresdner Architekturstreit. Die taz präsentiert zum siebzigsten Jahrestag der Wannsee-Konferenz Dokumente und Interpretationen. Die FAZ vertritt widerstreitende Standpunkte zum amerikanischen Zensurgesetz SOPA. Mehr lesen
Jetzt ist Früher heute
19.01.2012. Vor siebzig Jahren fand die Wannseekonferenz statt. Die Welt interviewt dazu den Historiker Michael Wildt. Die Jüdische Allgemeine hält fest, dass der Holocaust nicht erst dort beschlossen wurde. Wir bringen zwei Videos zum amerikanischen Zensurgesetz SOPA. Unter anderem erklärt Clay Shirky, warum dieses Gesetz eine Katastrophe ist. Mehr lesen
Changierende Farbenpracht
18.01.2012. Aktualisiert am 19. Januar. Schlechte Zeiten für Englisch-Hausaufgaben: Die amerikanische Wikipedia ist zu. Auch andere Adressen protestieren. Die taz sinniert über die Dialektik des Antimodischen in Berlin. Da lobt sich die Welt den Sozialtrotz des Songs "Ich will nicht nach Berlin". Die SZ nimmt es Helmut Dietl nicht übel, dass er einen Film über Berlin macht: Im Interview redet er sowieso lieber über München. In der FR erzählt Alexander Sokurow, wie Wladimir Putin seinen "Faust"-Film finanzierte. Die FAZ staunt über Clint Eastwoods Biopic "J. Edgar". Mehr lesen








