Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Patricia B. McConnell: Das andere Ende der Leine

Michael Stolleis: Sozialistische Gesetzlichkeit

Ewige Werte
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- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
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- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
12.07.2005. In der NZZ fordert der Soziologe Tahir Abbas eine tiefgreifende Veränderung des Islam. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Theo van Gogh beschäftigt auch die Feuilletons. In der Welt möchte der niederländische Journalist Jaffe Vink der Zivilisation ihre Feinde zurückgeben. Und die taz lässt aus einem Vergleich der britischen und der niederländischen Gesellschaft erstere als Sieger hervorgehen. In der SZ bekennt der serbische Autor Vladimir Arsenijevic seine Scham über das Massaker von Srebrenica. In der FR lässt sich Georg Klein von Isabel Allendes "Zorro" nicht beeindrucken.
Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau | Süddeutsche Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2005
Der in Birmingham lehrende Soziologe Tahir Abbas befasst sich mit der Radikalisierung britischer Muslime und konstatiert einen erheblichen Reformbedarf auch des moderaten Islam: "Sollten die tragischen Ereignisse vom 7. Juli nach New York, Washington, Bali und Madrid einen weiteren Markstein auf dem Weg der von Osama bin Laden und Abu Mussab al-Sarkawi beeinflussten Radikalisten markieren, die bereit sind, im Namen des Islam Unschuldige zu ermorden oder zu verstümmeln (und möglicherweise britische Muslime zu solchen Handlungen zu verleiten): dann ist das ein Zeichen dafür, dass es um den Islam zurzeit schlecht bestellt ist und dass eine tatsächliche Reform oder Entwicklung in der Praxis dieser einst großen Religion noch sehr fern am Horizont steht. Es ist offensichtlich, dass der Islam im Westen wie auch anderswo einer zielgerichteten Veränderung bedarf; und in Anbetracht der in England geltenden Antidiskriminierungsgesetze und der Offenheit der hiesigen Gesellschaft bleibt zumindest zu hoffen, dass es für diese Möglichkeit weiterhin Raum gibt."
Andreas Breitenstein berichtet von einem Treffen hochkaratiger Schriftsteller aus dem ehemaligen Jugoslawien, die zehn Jahre nach Srebrenica über Ursachen und Folgen des Massakers diskutierten. Der ungarische-serbische Schriftsteller Laszlo Vegel sah zum Beispiel Srebrenica in der Tradition des 20. jahrhunderts stehen: "Der Mord von Srebrenica ist ohne diese 'Kultur der Massengräber' nicht zu begreifen. Das Schweigen und die Hybris der Sieger hätten, so Vegel, die Glut der Geschichte motten lassen ("motten" ist offenbar Schweizerisch für "schwelen"). Es brauchte nach dem Kollaps des Kommunismus nicht viel, den alten Hass zu entzünden und mit ihm die Idee, dass sich die Dinge mit Gewalt regeln lassen. Es darf daher heute nicht sein, dass man über den Krieg der neunziger Jahre in dasselbe Schweigen verfällt und das Verhängnis sich fortsetzen lässt. In München war man sich einig, dass das Haager Tribunal derzeit die einzige Chance der Katharsis bietet, indem es die 'Sieger' aus ihrer Verblendung und die 'Verlierer' aus ihrer Verstocktheit herausholt."
Weiteres: Jürgen Tietz berichtet von neuesten Entwicklungen im Denkmalschutz. Besprochen werden Johann Nestroys Sämtliche Briefe und Alexandre Kojeves Hegel-Studie (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2005
Alles drängt in die Londoner Tate Modern, um die mit neunzig Werken gut ausgestattete Retrospektive zu Frida Kahlo zu bewundern. Gina Thomas ist mittendrin, nur die allgemeine Begeisterung über die mexikanische Malerin mag sie nicht teilen. "Nicht zuletzt erklärt sich ihr Publikumserfolg aus der Zugänglichkeit ihrer Bildsprache, und selbst die Kritiker, die sich nicht für sie erwärmen, gestehen ihrer selbstentblößenden Malerei eine enorme Wirkungkraft zu. Doch will man die kritische Aufnahme der Londoner Retrospektive auf eine Formel bringen, so muß man zu dem Schluss kommen, dass das größte Werk Frida Kahlos die Inszenierung ihrer selbst ist."
Wenig begeistert ist Joseph Hanimann vom Auftakt des Kunstfestivals in Avignon. Denn die politische Tendenz des Vorjahrs wird zugunsten eines "ästhetischen Allerleis" verschiedener Genres wie Tanz, Theater und Video aufgegeben. "Abgesehen von der Neun-Stunden-Trilogie 'Les Vainqueurs' von Olivier Py und einem auf Punkt und Komma herbuchstabierten 'Hamlet' des - sonst talentvollen - Marseiller Autors und Regisseurs Hubert Colas, haben wir es vorwiegend mit Bild- und Ritualtheater zu tun, oft hart am mythologischen Kitsch."
Christian Geyer meditiert über den Bedeutungswandel des Namens Hartz. "Ließ uns zuletzt nicht allein schon der metallene Klang dieses Namens ein gehämmertes Gesicht annehmen?" Joseph Croitoru sorgt sich über die Anziehungskraft der Softair-Waffen für Jugendliche. Leo Wieland erblickt Mario Vargas Llosa beim Stierkampf in Pamplona - auf dem Rathausbalkon. "bat" vermerkt den Abriss der Berliner Kirche St. Raphael zugunsten eines Supermarktes als erstes Fanal des Kirchensterbens. Monika Osberghaus wartet mit akkreditierten Jungreportern in Edinburgh auf eine Voransicht des neuen Harry-Potter-Bandes. In der Reihe über weibliche Verlegerinnen porträtiert Eberhard Rathgeb diesmal Elisabeth Raabe und Regina Vitali vom Hamburger Arche-Verlag. Judith Leister resümiert ein mit Schriftstellern wie Bora Cosic (Bücher) und Beqe Cufaj (Bücher) "hochkarätig" besetztes Münchner Symposion zu Srebrenica. Auf der Medienseite meldet Michael Seewald, dass Fernsehpfarrer Fliege "exorziert" wird. Wahrscheinlich ab 1. Januar soll auf dem Sendeplatz eine Telenovela starten.
Auf der letzten Seite skizziert Frank Rutger-Hausmann die religiösen Überzeugungen führender Nationalsozialisten. Hitler etwa zahlte bis zum Ende Kirchensteuer. Auf einer Lesung des Suhrkamp-Archivs erfährt Eva Maria-Magel, welche Kämpfe Theodor W. Adorno für die Veröffentlichung der Schriften von Walter Benjamin ausgestanden hat. Und Thomas Thiel stellt den Heidelberger Archäologen Tonio Hölscher vor.
Besprochen werden die Ausstellung zum 1200. Geburtstag von Magdeburg (Andreas Kilb diagnostiziert "konzeptionelle Unlust".), ein Auftritt des englischen Altrockers Peter Frampton beim Zeltfestival im Mainz, eine "vorbildliche" DVD über die ersten filmischen Gehversuche im Labor des Erfinders Thomas Edison, eine ebenfalls "vorbildliche" Gangster-Kollektion mit sechs berühmten Filmklassikern von Warner Brothers, sowie als einziges Buch eine Erzählung von Armin Mueller-Stahl (die Andrea Neuhaus als Epilog zur Rolle in Breloers Heinrich-Mann-Fernsehfilm "Jahrhundertroman" liest) (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Die Welt, 12.07.2005
Gestern hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Theo van Gogh begonnen. Der niederländische Journalist Jaffe Vink schreibt über den Schock der Gewalt in den scheinbar so idyllischen Niederlanden: "Wir dachten, dass wir im Frieden leben. Doch die Terroristen sind unter uns. Und plötzlich merken wir, dass wir mit Gewalt nicht umgehen können - weder mit krimineller noch mit terroristischer, nicht mit Messern und nicht mit Bomben. Es scheint, als hätten wir das Gefühl für drohende Gefahren verloren, das nötig ist, um Unheil abzuwenden. Auf Terror sind wir überhaupt nicht eingestellt, weil wir zu sehr beschäftigt sind mit unseren guten Absichten und unserer humanitären Süßlichkeit, weil wir erfüllt sind von der Idee, dass sich die Welt schon nach unseren Denkfiguren von Toleranz und Freiheit entwickeln wird."
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Die Tageszeitung, 12.07.2005
In der zweiten taz vergleicht Natalie Tenberg die britische Gesellschaft mit der niederländischen - letztere kommt dabei schlecht weg. "Während Großbritannien ein Land der expliziten Verbote und impliziten Einschränkungen dieser Verbote ist (und damit ein leicht zu durchschauendes Normenkonstrukt vorweist), sind die Niederlande ein Ort des expliziten Liberalismus und der impliziten Verbote - schwierig für Unbedarfte oder eben auch Ausländer, die aus Kulturen stammen, denen solche Differenzierungen fremd sind. Die Unterschiede zwischen der britischen und der niederländischen Gesellschaft zeigen aber auch, dass eine traditionsbehaftete Gesellschaft, die ihre Regeln offen zur Schau stellt, für ihre Bürger leichter zu handhaben ist als eine scheinbar liberale Gesellschaft, die ihre Beschränkungen beschämt hinter lapidaren und ironischen Aussagen versteckt."
Im Kulturteil berichtet Sabine Leucht über ein Symposium im Münchner Literaturhaus mit Autoren aus Ex-Jugoslawien. Isolde Charim überlegt, warum Rot-Grün gerade "von allen Seiten begraben" wird. Helmut Höge kommentiert den Leerstand am Potsdamer Platz nach dem Auszug von Sony und der Deutschen Bahn.
Besprochen werden eine Ausstellung über die kulturelle Kraft der schwarzen Widerstandskämpfe und Bürgerrechtsbewegungen der Sechziger- und Siebzigerjahre, "Back to Black", in der Whitechapel Art Gallery in London und Dea Lohers Erzählband "Hundskopf" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Schließlich Tom.
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Frankfurter Rundschau, 12.07.2005
Auf der Dokumentationsseite beklagt der Historiker und Antisemitismusexperte Wolfgang Benz angesichts von Srebrenica und Armenien den schwammigen Umgang mit Begriffen wie ethnischer Säuberung und Genozid. "Der Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich im Ersten Weltkrieg trug, mit eineinhalb Millionen Opfern, alle Merkmale genozidalen Staatsterrors gegen eine Minderheit: den ideologisch begründeten Vorsatz, die systematische Durchführung, die Tarnung aus Staatsräson und die Verleugnung aus patriotischen Motiven durch den Nachfolgestaat der Tätergesellschaft bis zum heutigen Tag."
Der Mythos Zorro beschäftigt den Schriftsteller Georg Klein. Die jüngste, stark beworbene Bearbeitung der Legende vom selbstgerechten "Terroristen aus Überzeugung" durch Isabel Allende ist ihm insgesamt zu zahm, und schon das Konzept erscheint ihm diskutabel. "Allende hat sich vorgenommen, die ersten zwanzig Jahre von Zorros Leben zu schildern, will also zeigen, wie Zorro zu Zorro wurde. Ein fragwürdiges Unterfangen. Denn was kann ein Held, den jeder schon glücklich fertig im Kopf hat, noch dazugewinnen, wenn ihm nun auch noch eine Kinderstube und eine Pubertät nachgereicht werden?"
Weitere Artikel: Der Autor Norbert Seitz beleuchtet Angela Merkels Beziehung zu den Künsten, kommt aber zu keinem eindeutigen Bild. Florian Malzacher haben beim Festival "Theater der Welt" in Stuttgart vor allem die kleineren Arbeiten überzeugt. Spitzenreiter auch beim Publikum war die Installation von Stan's Cafe. "Of All the People in All the World", wo mit Reiskörnern globale Verhältnisse dargestellt wurden. Auch zehn Jahre nach Srebrenica kann es keine Bewertung der Geschichte, sondern nur "Verlustanzeigen" geben, lernt Katrin Hillgruber aus einem Symposion mit ex-jugoslawischen Schriftstellern im Münchner Literaturhaus. Thomas Medicus trauert in Times mager um die abgerissene Kirche St. Raphael von Rudolf Schwarz in Berlin-Gatow, an deren Stelle nun wahrscheinlich ein Supermarkt errichtet wird.
Beeindruckt besprochen wird eine Schau mit Entwürfen deutscher Architekturbüros für chinesische Bauwerke und Städte in der Münchner Pinakothek der Moderne.
Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau | Süddeutsche Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 12.07.2005
Das Literaturhaus München hat eine Tagung zum Massaker von Srebrenica organisiert. Die SZ druckt die Rede des serbischen Autors Vladimir Arsenijevic, der seine Scham über die jüngst aufgefundenen Videobänder von der Exekution einiger junger Männer aus Srebrenica bekennt: "Das Wissen, dass sich Mörder und Henker locker und frei unter uns bewegen, ist nicht Gott weiß was, daran sind wir seit langem gewöhnt, aber dass es sich hier um eine besondere Spezies verbrecherischer Exhibitionisten handelt, die ihre Untaten auf einem Videoband festgehalten und dann ihr Souvenir in Umlauf gebracht haben, ist ein ungewöhnliches Detail, das ein besonderes Licht auf die ganze Sache wirft. Indem sie ihr Videoband vervielfältigt und in den Verkehr gebracht haben, sind sie genau genommen zu Schauspielern im eigenen Snuff-Film geworden."
Jens Bisky hat das Wahlprogramm der CDU (hier als pdf) gelesen und zeigt sich bestürzt: "Für jeden aufrechten Konservativen ist es eine Katastrophe. Über eine vernünftige Kulturpolitik des Bundes schweigt das Papier, beim Thema Bildung besticht es durch Phrasen und Starrsinn; Fragen, über die zu streiten lohnte, werden nicht einmal gestellt. Keine Spur von den konservativen Tugenden, die am weltläufigsten Golo Mann gepriesen hat. Man vermisst 'das In-Rechnung-Stellen von des Menschen wirklicher, wirklich umschränkter Natur' ebenso wie 'die Sympathie für das Gute Alte, das Gewordene, Traditionelle'. An deren Stelle scheinen Eigenverantwortungsgeschwafel und reaktionärer Kleingeist getreten. Leichter als hier konnte man programmatische Aushöhlung lange nicht studieren."
Weitere Artikel: Thomas Steinfeld kommentiert eine Umfrage der amerikanischen Zeitschrift Forum, des Organs der "Association of Literary Scholars and Critics", zur Frage, wie man die Jugendlichen wieder zum Lesen bringen könne. Helmut Mauro schreibt über einen Rechtsstreit zwischen den Festivals von Düsseldorf und Barga einerseits und der Berliner Singakademie über das Recht, eine von der Singakademie wiederentdeckte Vivaldi-Oper wieder aufzuführen. In der Kolumne Zwischenzeit antwortet Hermann Unterstöger auf die Kritik eines Linguisten auf feuilletonistische Sprachkolumnen. Bernd Graff hat einer Tagung über Computerspiele im Dresdner Hygiene-Museum zugehört. Reinhard Seiss besucht die Wiener Donau City, wo gerade ein von Hans Hollein geplantes Hochhaus bezogen wurde, und zeigt sich noch wenig überzeugt von dem Neubauviertel.
Auf der Literaturseite wirft Jürgen Busche einen Blick in ein paar alte rororo-Monografien. Auf der Medienseite empfieht Stefan Ulrich einen Film über die frühere Haager Chefanklägerin Louise Arbour, der heute Abend auf Arte läuft. Und Hans-Jürgen Jakobs erzählt neueste Episoden aus dem Schleichwerbungsskandal be der Bavaria.
Besprochen werden eine große Joshua-Reynolds-Ausstellung in der Tate Britain, Aufführungen des Stuttgarter Festivals "Theater der Welt", John Moores Film "Flug des Phoenix", Konzerte des "Romanischen Sommers" in Köln und eine von drei Filmemacherinnen verantwortete 'Verfilmung des Stücks "Stadt als Beute" von Rene Pollesch.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Muss ich etwas zu sagen haben?
20.03.2010. Die Welt trifft den Dichter Bei Dao in Hongkong, dessen Bücher in China immerhin wieder erscheinen dürfen. In der FAZ erklärt Jürgen Kuri, dass nur Soziale Netzwerke Googles amoralischen Algorithmen etwas entgegensetzen können. In der SZ bekommen Mädchen und Damen wieder Zustände. In der taz hört Klaus Theweleit Jimi Hendrix. Mehr lesen
Zurück in die Münzfernsprecher-Epoche
19.03.2010. In der FR erkennt Verena Auffermann in der Diskussion um Helene Hegemann die Angst vor der digitalen Zukunft. In der Welt bestätigt dies eine Studie und nennt auch eine Zahl: über 70 Prozent der Deutschen sind nie in der digitalen Gesellschaft angekommen. In der taz ist Liao Yiwu froh, dass seine Bücher illegal kopiert werden, sonst könnte sie niemand lesen. Die SZ porträtiert den künftigen tschetschenischen Nobelpreisträger Kanta Ibragimow, der seinen jüngsten Roman nur dank eines geschmuggelten USB-Sticks veröffentlichen konnte. In der FAZ rauft sich Constanze Kurz die Haare: Sendezeiten im Internet? Wo leben unsere Landespolitiker? Mehr lesen
Arrondierte Männergruppen
18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen
Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach
17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten. Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Ein Mann wie Winnetou
16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen
Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert
15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen



