Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 09.02.2010, 16.23 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

12.07.2005. In der NZZ fordert der Soziologe Tahir Abbas eine tiefgreifende Veränderung des Islam. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Theo van Gogh beschäftigt auch die Feuilletons. In der Welt möchte der niederländische Journalist Jaffe Vink der Zivilisation ihre Feinde zurückgeben. Und die taz lässt aus einem Vergleich der britischen und der niederländischen Gesellschaft erstere als Sieger hervorgehen. In der SZ bekennt der serbische Autor Vladimir Arsenijevic seine Scham über das Massaker von Srebrenica. In der FR lässt sich Georg Klein von Isabel Allendes "Zorro" nicht beeindrucken.

Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2005

Der in Birmingham lehrende Soziologe Tahir Abbas befasst sich mit der Radikalisierung britischer Muslime und konstatiert einen erheblichen Reformbedarf auch des moderaten Islam: "Sollten die tragischen Ereignisse vom 7. Juli nach New York, Washington, Bali und Madrid einen weiteren Markstein auf dem Weg der von Osama bin Laden und Abu Mussab al-Sarkawi beeinflussten Radikalisten markieren, die bereit sind, im Namen des Islam Unschuldige zu ermorden oder zu verstümmeln (und möglicherweise britische Muslime zu solchen Handlungen zu verleiten): dann ist das ein Zeichen dafür, dass es um den Islam zurzeit schlecht bestellt ist und dass eine tatsächliche Reform oder Entwicklung in der Praxis dieser einst großen Religion noch sehr fern am Horizont steht. Es ist offensichtlich, dass der Islam im Westen wie auch anderswo einer zielgerichteten Veränderung bedarf; und in Anbetracht der in England geltenden Antidiskriminierungsgesetze und der Offenheit der hiesigen Gesellschaft bleibt zumindest zu hoffen, dass es für diese Möglichkeit weiterhin Raum gibt."


Andreas Breitenstein berichtet von einem Treffen hochkaratiger Schriftsteller aus dem ehemaligen Jugoslawien, die zehn Jahre nach Srebrenica über Ursachen und Folgen des Massakers diskutierten. Der ungarische-serbische Schriftsteller Laszlo Vegel sah zum Beispiel Srebrenica in der Tradition des 20. jahrhunderts stehen: "Der Mord von Srebrenica ist ohne diese 'Kultur der Massengräber' nicht zu begreifen. Das Schweigen und die Hybris der Sieger hätten, so Vegel, die Glut der Geschichte motten lassen ("motten" ist offenbar Schweizerisch für "schwelen"). Es brauchte nach dem Kollaps des Kommunismus nicht viel, den alten Hass zu entzünden und mit ihm die Idee, dass sich die Dinge mit Gewalt regeln lassen. Es darf daher heute nicht sein, dass man über den Krieg der neunziger Jahre in dasselbe Schweigen verfällt und das Verhängnis sich fortsetzen lässt. In München war man sich einig, dass das Haager Tribunal derzeit die einzige Chance der Katharsis bietet, indem es die 'Sieger' aus ihrer Verblendung und die 'Verlierer' aus ihrer Verstocktheit herausholt."

Weiteres: Jürgen Tietz berichtet von neuesten Entwicklungen im Denkmalschutz. Besprochen werden Johann Nestroys Sämtliche Briefe und Alexandre Kojeves Hegel-Studie (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2005

Alles drängt in die Londoner Tate Modern, um die mit neunzig Werken gut ausgestattete Retrospektive zu Frida Kahlo zu bewundern. Gina Thomas ist mittendrin, nur die allgemeine Begeisterung über die mexikanische Malerin mag sie nicht teilen. "Nicht zuletzt erklärt sich ihr Publikumserfolg aus der Zugänglichkeit ihrer Bildsprache, und selbst die Kritiker, die sich nicht für sie erwärmen, gestehen ihrer selbstentblößenden Malerei eine enorme Wirkungkraft zu. Doch will man die kritische Aufnahme der Londoner Retrospektive auf eine Formel bringen, so muß man zu dem Schluss kommen, dass das größte Werk Frida Kahlos die Inszenierung ihrer selbst ist."


Wenig begeistert ist Joseph Hanimann vom Auftakt des Kunstfestivals in Avignon. Denn die politische Tendenz des Vorjahrs wird zugunsten eines "ästhetischen Allerleis" verschiedener Genres wie Tanz, Theater und Video aufgegeben. "Abgesehen von der Neun-Stunden-Trilogie 'Les Vainqueurs' von Olivier Py und einem auf Punkt und Komma herbuchstabierten 'Hamlet' des - sonst talentvollen - Marseiller Autors und Regisseurs Hubert Colas, haben wir es vorwiegend mit Bild- und Ritualtheater zu tun, oft hart am mythologischen Kitsch."

Christian Geyer meditiert über den Bedeutungswandel des Namens Hartz. "Ließ uns zuletzt nicht allein schon der metallene Klang dieses Namens ein gehämmertes Gesicht annehmen?" Joseph Croitoru sorgt sich über die Anziehungskraft der Softair-Waffen für Jugendliche. Leo Wieland erblickt Mario Vargas Llosa beim Stierkampf in Pamplona - auf dem Rathausbalkon. "bat" vermerkt den Abriss der Berliner Kirche St. Raphael zugunsten eines Supermarktes als erstes Fanal des Kirchensterbens. Monika Osberghaus wartet mit akkreditierten Jungreportern in Edinburgh auf eine Voransicht des neuen Harry-Potter-Bandes. In der Reihe über weibliche Verlegerinnen porträtiert Eberhard Rathgeb diesmal Elisabeth Raabe und Regina Vitali vom Hamburger Arche-Verlag. Judith Leister resümiert ein mit Schriftstellern wie Bora Cosic (Bücher) und Beqe Cufaj (Bücher) "hochkarätig" besetztes Münchner Symposion zu Srebrenica. Auf der Medienseite meldet Michael Seewald, dass Fernsehpfarrer Fliege "exorziert" wird. Wahrscheinlich ab 1. Januar soll auf dem Sendeplatz eine Telenovela starten.

Auf der letzten Seite skizziert Frank Rutger-Hausmann die religiösen Überzeugungen führender Nationalsozialisten. Hitler etwa zahlte bis zum Ende Kirchensteuer. Auf einer Lesung des Suhrkamp-Archivs erfährt Eva Maria-Magel, welche Kämpfe Theodor W. Adorno für die Veröffentlichung der Schriften von Walter Benjamin ausgestanden hat. Und Thomas Thiel stellt den Heidelberger Archäologen Tonio Hölscher vor.

Besprochen werden die Ausstellung zum 1200. Geburtstag von Magdeburg (Andreas Kilb diagnostiziert "konzeptionelle Unlust".), ein Auftritt des englischen Altrockers Peter Frampton beim Zeltfestival im Mainz, eine "vorbildliche" DVD über die ersten filmischen Gehversuche im Labor des Erfinders Thomas Edison, eine ebenfalls "vorbildliche" Gangster-Kollektion mit sechs berühmten Filmklassikern von Warner Brothers, sowie als einziges Buch eine Erzählung von Armin Mueller-Stahl (die Andrea Neuhaus als Epilog zur Rolle in Breloers Heinrich-Mann-Fernsehfilm "Jahrhundertroman" liest) (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Welt, 12.07.2005

Gestern hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Theo van Gogh begonnen. Der niederländische Journalist Jaffe Vink schreibt über den Schock der Gewalt in den scheinbar so idyllischen Niederlanden: "Wir dachten, dass wir im Frieden leben. Doch die Terroristen sind unter uns. Und plötzlich merken wir, dass wir mit Gewalt nicht umgehen können - weder mit krimineller noch mit terroristischer, nicht mit Messern und nicht mit Bomben. Es scheint, als hätten wir das Gefühl für drohende Gefahren verloren, das nötig ist, um Unheil abzuwenden. Auf Terror sind wir überhaupt nicht eingestellt, weil wir zu sehr beschäftigt sind mit unseren guten Absichten und unserer humanitären Süßlichkeit, weil wir erfüllt sind von der Idee, dass sich die Welt schon nach unseren Denkfiguren von Toleranz und Freiheit entwickeln wird."

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Die Tageszeitung, 12.07.2005

In der zweiten taz vergleicht Natalie Tenberg die britische Gesellschaft mit der niederländischen - letztere kommt dabei schlecht weg. "Während Großbritannien ein Land der expliziten Verbote und impliziten Einschränkungen dieser Verbote ist (und damit ein leicht zu durchschauendes Normenkonstrukt vorweist), sind die Niederlande ein Ort des expliziten Liberalismus und der impliziten Verbote - schwierig für Unbedarfte oder eben auch Ausländer, die aus Kulturen stammen, denen solche Differenzierungen fremd sind. Die Unterschiede zwischen der britischen und der niederländischen Gesellschaft zeigen aber auch, dass eine traditionsbehaftete Gesellschaft, die ihre Regeln offen zur Schau stellt, für ihre Bürger leichter zu handhaben ist als eine scheinbar liberale Gesellschaft, die ihre Beschränkungen beschämt hinter lapidaren und ironischen Aussagen versteckt."


Im Kulturteil berichtet Sabine Leucht über ein Symposium im Münchner Literaturhaus mit Autoren aus Ex-Jugoslawien. Isolde Charim überlegt, warum Rot-Grün gerade "von allen Seiten begraben" wird. Helmut Höge kommentiert den Leerstand am Potsdamer Platz nach dem Auszug von Sony und der Deutschen Bahn.

Besprochen werden eine Ausstellung über die kulturelle Kraft der schwarzen Widerstandskämpfe und Bürgerrechtsbewegungen der Sechziger- und Siebzigerjahre, "Back to Black", in der Whitechapel Art Gallery in London und Dea Lohers Erzählband "Hundskopf" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Schließlich Tom.

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Frankfurter Rundschau, 12.07.2005

Auf der Dokumentationsseite beklagt der Historiker und Antisemitismusexperte Wolfgang Benz angesichts von Srebrenica und Armenien den schwammigen Umgang mit Begriffen wie ethnischer Säuberung und Genozid. "Der Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich im Ersten Weltkrieg trug, mit eineinhalb Millionen Opfern, alle Merkmale genozidalen Staatsterrors gegen eine Minderheit: den ideologisch begründeten Vorsatz, die systematische Durchführung, die Tarnung aus Staatsräson und die Verleugnung aus patriotischen Motiven durch den Nachfolgestaat der Tätergesellschaft bis zum heutigen Tag."


Der Mythos Zorro beschäftigt den Schriftsteller Georg Klein. Die jüngste, stark beworbene Bearbeitung der Legende vom selbstgerechten "Terroristen aus Überzeugung" durch Isabel Allende ist ihm insgesamt zu zahm, und schon das Konzept erscheint ihm diskutabel. "Allende hat sich vorgenommen, die ersten zwanzig Jahre von Zorros Leben zu schildern, will also zeigen, wie Zorro zu Zorro wurde. Ein fragwürdiges Unterfangen. Denn was kann ein Held, den jeder schon glücklich fertig im Kopf hat, noch dazugewinnen, wenn ihm nun auch noch eine Kinderstube und eine Pubertät nachgereicht werden?"

Weitere Artikel: Der Autor Norbert Seitz beleuchtet Angela Merkels Beziehung zu den Künsten, kommt aber zu keinem eindeutigen Bild. Florian Malzacher haben beim Festival "Theater der Welt" in Stuttgart vor allem die kleineren Arbeiten überzeugt. Spitzenreiter auch beim Publikum war die Installation von Stan's Cafe. "Of All the People in All the World", wo mit Reiskörnern globale Verhältnisse dargestellt wurden. Auch zehn Jahre nach Srebrenica kann es keine Bewertung der Geschichte, sondern nur "Verlustanzeigen" geben, lernt Katrin Hillgruber aus einem Symposion mit ex-jugoslawischen Schriftstellern im Münchner Literaturhaus. Thomas Medicus trauert in Times mager um die abgerissene Kirche St. Raphael von Rudolf Schwarz in Berlin-Gatow, an deren Stelle nun wahrscheinlich ein Supermarkt errichtet wird.

Beeindruckt besprochen wird eine Schau mit Entwürfen deutscher Architekturbüros für chinesische Bauwerke und Städte in der Münchner Pinakothek der Moderne.

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Süddeutsche Zeitung, 12.07.2005

Das Literaturhaus München hat eine Tagung zum Massaker von Srebrenica organisiert. Die SZ druckt die Rede des serbischen Autors Vladimir Arsenijevic, der seine Scham über die jüngst aufgefundenen Videobänder von der Exekution einiger junger Männer aus Srebrenica bekennt: "Das Wissen, dass sich Mörder und Henker locker und frei unter uns bewegen, ist nicht Gott weiß was, daran sind wir seit langem gewöhnt, aber dass es sich hier um eine besondere Spezies verbrecherischer Exhibitionisten handelt, die ihre Untaten auf einem Videoband festgehalten und dann ihr Souvenir in Umlauf gebracht haben, ist ein ungewöhnliches Detail, das ein besonderes Licht auf die ganze Sache wirft. Indem sie ihr Videoband vervielfältigt und in den Verkehr gebracht haben, sind sie genau genommen zu Schauspielern im eigenen Snuff-Film geworden."


Jens Bisky hat das Wahlprogramm der CDU (hier als pdf) gelesen und zeigt sich bestürzt: "Für jeden aufrechten Konservativen ist es eine Katastrophe. Über eine vernünftige Kulturpolitik des Bundes schweigt das Papier, beim Thema Bildung besticht es durch Phrasen und Starrsinn; Fragen, über die zu streiten lohnte, werden nicht einmal gestellt. Keine Spur von den konservativen Tugenden, die am weltläufigsten Golo Mann gepriesen hat. Man vermisst 'das In-Rechnung-Stellen von des Menschen wirklicher, wirklich umschränkter Natur' ebenso wie 'die Sympathie für das Gute Alte, das Gewordene, Traditionelle'. An deren Stelle scheinen Eigenverantwortungsgeschwafel und reaktionärer Kleingeist getreten. Leichter als hier konnte man programmatische Aushöhlung lange nicht studieren."

Weitere Artikel: Thomas Steinfeld kommentiert eine Umfrage der amerikanischen Zeitschrift Forum, des Organs der "Association of Literary Scholars and Critics", zur Frage, wie man die Jugendlichen wieder zum Lesen bringen könne. Helmut Mauro schreibt über einen Rechtsstreit zwischen den Festivals von Düsseldorf und Barga einerseits und der Berliner Singakademie über das Recht, eine von der Singakademie wiederentdeckte Vivaldi-Oper wieder aufzuführen. In der Kolumne Zwischenzeit antwortet Hermann Unterstöger auf die Kritik eines Linguisten auf feuilletonistische Sprachkolumnen. Bernd Graff hat einer Tagung über Computerspiele im Dresdner Hygiene-Museum zugehört. Reinhard Seiss besucht die Wiener Donau City, wo gerade ein von Hans Hollein geplantes Hochhaus bezogen wurde, und zeigt sich noch wenig überzeugt von dem Neubauviertel.

Auf der Literaturseite wirft Jürgen Busche einen Blick in ein paar alte rororo-Monografien. Auf der Medienseite empfieht Stefan Ulrich einen Film über die frühere Haager Chefanklägerin Louise Arbour, der heute Abend auf Arte läuft. Und Hans-Jürgen Jakobs erzählt neueste Episoden aus dem Schleichwerbungsskandal be der Bavaria.

Besprochen werden eine große Joshua-Reynolds-Ausstellung in der Tate Britain, Aufführungen des Stuttgarter Festivals "Theater der Welt", John Moores Film "Flug des Phoenix", Konzerte des "Romanischen Sommers" in Köln und eine von drei Filmemacherinnen verantwortete 'Verfilmung des Stücks "Stadt als Beute" von Rene Pollesch.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Notschrei eines blutjungen Originalgenies

09.02.2010. Das Wall Street Journal attackiert das "German Cultural Appeasement". Das Chinese Law Prof Blog bringt Liu Xiaobos Rede vor dem Gericht, das ihn zu elf Jahren verurteilte: eine Weigerung zu hassen. Die FR bejubelt das Comeback des Gil Scott-Heron. Die FAZ bringt: Hegemann - Hermeneutik und Kritik. Die NZZ bilanziert die Auswirkungen des Erdbebens auf die Kulturlandschaft Haitis.  Und die Welt fragt: Was machen Niall Ferguson und Ayaan Hirsi Ali denn da? Schmusen die? Mehr lesen

Härteste Türpolitik

08.02.2010. Das Blog Gefühlskonserve hat herausgefunden, dass Helene Hegemanns Roman "Axolotl" ein bisschen arg von dem Untergrundroman "Strobo" des Bloggers Airen inspiriert ist. Große Aufregung! Vielleicht lernen die aus dem Internet jetzt auch, was Urheberrecht ist, hofft die FAZ. In der FR beschreibt der italienische Staatsanwalt Roberto Scarpinato, wie Zersetzung des Staats und Aufstieg der Mafia zusammenhängen. Inszenierung des Wochenendes: Koltes' "Quai West" in der Regie von Andrea Breth in Wien. Mehr lesen

Verhängt die Fenster

06.02.2010. In der FAZ sieht Stephen Baker das menschliche Gehirn auf dem Rückzug. Die NZZ fragt, ob Apple das Internet in kleine herstellerabhängige Netze zerschlagen wird. Die Welt trifft die Deutschen in der Kälteregion des Daseins. Die taz erkennt mit Thea von Harbou auf die List der Geschichte. In der FR beklagt Ulrich Beck die McDonaldisierung der Universitäten. Der Tagesspiegel begibt sich auf die Spur des Clans, der Hatun Sürücü ermorden ließ. Und im Perlentaucher unterstützt Herta Müller die Forderung nach dem Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo. Mehr lesen

Pneumatische Prozesse

05.02.2010. Die Welt staunt über Pat Metheny, der sich mit großem Tüftleraufwand ein Orchestrion zusammenbauen ließ. In der NZZ denkt Thomas Hettche über das Soldatische, aber auch über den Pergamon-Altar nach. Die FR fordert ein Wahlrecht für Migranten. Die FAZ begleitet Österreich in seinem verzweifelten Ringen um Restsouveränität. Die SZ erklärt, wie man Regeln der Scharia übernimmt, ohne den Rechtsstaat zu verraten.  Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Wie Einbrecher in der Nacht

04.02.2010. Im Tagesspiegel erklärt der Pädophilie-Experte Klaus Beier, warum die katholische Kirche eine solche Anziehung auf Pädophile hat. Immer schon, wie die SZ vermerkt. Der Freitag bemüht sich um Differenzierung beim Islam: Dschihad heißt sich abmühen. Die taz wäre gegen die Burka, wenn es nicht islamfeindlich wäre, gegen die Burka zu sein. In der Zeit erklärt Werner Herzog, warum er keine andere Wahl hat als Filme zu machen. Die FAZ ermisst den realen Ernst der virtuellen Lage. Mehr lesen

So viel wie ein junges Nashorn

03.02.2010. Wie uralt ist diese Bundesrepublik!, ruft die Welt nach Ansehen einer DVD-Edition mit Kulturfilmen von Bernhard Grzimek. Ebenfalls in der Welt empfiehlt Zafer Sencoak in der aktuellen Islamdebatte einen Blick auf die Türkei. Die FR berichtet vom Fajr Film Festival in Teheran, das von den Juroren boykottiert wird. Auf den Seiten des amerikanischen PEN Clubs schlägt Kwame Anthony Appiah den Autor und Dissidenten Liu Xiaobo für den Friedensnobelpreis vor. Die chinesische Regierung warnt vor dieser Idee. Mehr lesen

Irgendwo in einer fernen Wolke

02.02.2010. Anders als die Kritikophoben gehen die Islamkritiker ein persönliches Risiko ein, meint die NZZ. Nichts ist wohlfeiler als Kritik am Islam, meint dagegen Stefan Weidner im Rheinischen Merkur.  Die FR fühlt sich von der Islamdebatte verstört. Spiegel Online berichtet über die geheimen Verhandlungen zum internationalen Copyright-Abkommen ACTA. In der FAZ sieht der New York Times-Redakteur John Markoff den Ipad auch als ein Statement gegen die sozialen Netze. Mehr lesen

Vermutlich wurde er ermordet, vermutlich in Tokio

01.02.2010. Die Washington Post enthüllt, wie viele CDs man verkaufen muss, um auf Platz 1 der amerikanischen Klassikcharts zu landen. Die Beliebigkeit der Literaturkritik ist nicht nur ökonomischem Druck geschuldet, findet die Jungle World. In der NZZ erzählt Angelika Overath von der Verfertigung eines Schulhausromans in Sankt Moritz. Die Zerstörung in Haiti bestürzt mehrere Feuilletons. Die SZ legt nach im Islam-Streit. Die Berliner Zeitung bekennt in der gleichen Sache ihre Ratlosigkeit. Mehr lesen

Circa anderthalb goddamns pro Seite

30.01.2010. In der Welt polemisiert Ulrike Ackermann gegen einen Staat, der uns aus lauter Liebe lauter Freiheiten nimmt.  Die NZZ erinnert an den brasilianischen Journalisten Euclides da Cunhas, dessen Buch "Krieg im Sertao" von 1902 die Schrecken des 20. Jahrhunderts ankündigte. In der FAZ verteidigt Sonja Margolina das Recht auf Islamkritik. Die FR bringt einen Essay Salman Rushdies über die siebte Tosünde - die Trägheit. In der SZ staunt Joachim Kaiser über Maurizio Pollini, der alles richtig macht. Außerdem wird in einigen Zeitungen noch J.D. Salinger gewürdigt. Mehr lesen

Und am Ende siegt immer diese Traurigkeit

29.01.2010. Im Hinblick auf den kommenden Tory-Sieg in Großbritannien informiert die NZZ schon mal über die angesagten Gummistiefelmarken zum Abschreiten der Landsitze. In der Berliner Zeitung wünscht sich Berlinale-Chef Dieter Kosslick Slow Filmfood. Für die FAZ ist jetzt ganz klar: Netz ändert Hirn. Carta fragt: Wer zahlt eigentlich Hotel und Jahrgangswein, wenn Vattenfall "Führende Medienmacher" zum Plausch einlädt? Die SZ bringt eine Sonderseite zu Ruhr 2010. Mehr lesen

Ein Fünkchen Leben, ein bisschen Idiotie

28.01.2010. Der Freitag polemisiert gegen den "postkolonialen Feminismus", der einen Abbau von Frauenrechten gutheißt, jedenfalls in anderen Kulturen. Das Ipad ist da: Gizmodo gibt Tipps für den Gebrauch. Im Tagesspiegel sieht die Juristin Sibylle Tönnies das Verbot der Burka in öffentlichen Gebäuden als Maßnahme in der Nachfolge des französischen Revolutionsterrors. Die Zeit geht in Dantes Hölle spielen. Mehr lesen

Nur Frankfurt kam mit keinem Wort vor

27.01.2010. Für die Welt ist Andrzej Stasiuk nach Belzec gefahren, wo es kaum noch Spuren des ehemaligen Todeslagers gibt. Im Guardian erklärt Chefredakteur Alan Rusbridger, warum er eine Paywall ablehnt: Seine Zeitung würde Millionen Leser verlieren. In der New Republic plädiert Lawrence Lessig gegen das Google Book Settlement. Alle waren beim Suhrkamp-Empfang in Prenzlauer Berg. Auch Martin Walser. Bei Spiegel Online erklärt Henryk Broder, dass er seine Karriere als Hassprediger aufgeben und jetzt Taliban werden will. Mehr lesen

Mit einem Martini und einem Orden

26.01.2010. Die FR bringt eine Diskussion über den Afghanistan-Einsatz. Die New York Times staunt über die Diskriminierung arbeitender Mütter in Deutschland. Netzpolitik und das 1 & 1-Blog diskutieren geplante Jugendschutzmaßnahmen, die es den Anbietern auferlegen, ausnahmslos jederzeit sämtliche Inhalte zu kontrollieren. Die Welt staunt über Brecht, der einen Kult für Kälte mit einer Abneigung gegen harte Butter in Einklang brachte. In der SZ spricht Jimmy Wales über die Erzeugung von Objektivität in der Wikipedia - dank der englischen Sprache. Die taz-Feministinnen zupfen weiter am Kopftuch. Stephan Grigat fordert in der Presse eine linke Kritik an der islamischen Menschenzurichtung. Mehr lesen

Menschenfreundliche Wortwundverbände

25.01.2010. In der Berliner Zeitung klagt Wolfgang Benz über den "Hass", der ihm entgegenschlug. Im Tagesspiegel erklärt Henryk Broder, warum er es als Kompliment begreift, wenn ihn deutsche Feuilletonisten als "Hassprediger" bezeichnen. Die SZ berichtet über eine Kontroverse um Yannick Haenels Roman "Jan Karski". Die FAZ bringt einen Lobgesang auf den Jungdramatiker Nis-Momme Stockmann.  Und die Welt stellt den Autor Markus Albers vor, der sich künftig selbst verlegt. Mehr lesen

Tempel des digitalen Zeitalters

23.01.2010. Die taz erklärt, warum Feminismus und Islamkritik sich vielleicht doch nicht ausschließen müssen. Die FR fordert nach Lektüre von Seyran Ates neuem Buch mehr Differenzierung bei der Betrachtung des Islam. Die NZZ feiert Conlon Nancarrows hochkomplexe Musik für mechanische Klaviere. In der Welt begrüßen Berliner Suhrkamp-Autoren ihren Verlag im neuen Domizil und geben Überlebenstipps für die Hauptstadt. In der SZ warnt Jaron Lanier vor dem maoistischen Google. In der FAZ erkennt Frank Schirrmacher in Google eine Akademie der Aufklärung. Mehr lesen

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