Stöbern nach Themen

Durchsuchen Sie unsere Bücherdatenbank nach Themen, Ländern, Epochen, Erscheinungsjahren oder Stichwörtern.

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

25.05.2005. Wir können beides sein: frei und versorgt, ruft Juri Andruchowytsch in der Zeit. Die SZ findet, Rot-Grün hat sich selbst abgewählt. In der taz verblasst der Charme der Poplinken. In der Welt beschreibt Frank Goosen die miese Stimmung in Bochum. Die FAZ entdeckt den polnischen Underground.

Zeit | FR | Welt | SZ | NZZ | TAZ | FAZ

Zeit, 25.05.2005

In der Reihe zur Zukunft des Kapitalismus beschreibt der Schriftsteller Juri Andruchowytsch, wie der Kapitalismus in die Ukraine kam: "Schock ohne Therapie, wilde Aneignung von Besitz, völlige Entwertung aller Ersparnisse, offene und verdeckte Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg bis ins Lumpenproletariat - und als Antithese die ersten 'fetten Kater', später Oligarchen genannt... Das Schlimmste, was sie uns eintrichtern können, ist, dass man zwischen Freiheit und Versorgtsein wählen müsse. Die Staatsmacht sitzt dir im Nacken, aber sie versorgt dich auch. Die Staatsmacht lässt dich laufen, wohin du willst, dabei aber verreckst du vor Hunger. 'Lukaschenko ist besser als Kwasniewski', sagt mein polnischer Freund, 'denn Lukaschenko sorgt sich um die soziale Absicherung der Bevölkerung.' Er sollte mal ein bisschen in Weißrussland leben! 'Dort herrscht auch jetzt noch Mangel an allem Möglichen, und Journalisten lassen sie spurlos verschwinden', sage ich ihm."

"Wie soll man mit Sachkenntnis über einen Text von mehr als 500 Seiten mit mehr als 400 Artikeln abstimmen?" schildert Paul Virilio das Dilemma der Franzosen vor dem Referendum über die EU-Verfassung und erkennt darin eine Verschiebung von der Meinungsdemokratie zur Stimmungsdemokratie: "Sie verlangt von der Wählerschaft weniger die freie Wahl und die entschiedene Behauptung eines souveränen Volkes; sie verlangt vielmehr einen laschen Konsens, eine gütliche Lösung." Zum selben Thema erklärt Michael Mönninger, wie die französische Geisteselite es geschafft hat, die Abstimmung zu einem Glaubensstreit über Himmel und Hölle zu stilisieren.

Wolfram Runkel und Christof Siemes haben am Wahlabend erlebt, wie der Dichter Peter Rühmkorf mit einer Flasche Rotwein von Aldi (Stonewood Ruby Cabernet) vor dem Fernseher den "Elektroschock" in Nordrhein Westfalen verkraftet hat. Tapfer, muss man wohl sagen. "Aber die Grundstrukturen der ökonomischen Welt sind so erschüttert, jetzt sollen es mal die anderen versuchen." Schließlich gibt Rühmkorf ausführlich seinen Abscheu vor dem Heuschrecken-Tsunami-Kapitalismus kund: "Lenin hat gesagt, die werden uns noch die Stricke verkaufen, an denen wir sie aufhängen."

Weiteres: Mit Freude registriert Jörg Lau, dass das Holocaust-Denkmal ohne Verbotsschilder gegen Stelenhüpfer auskommt: "Wir haben ein Denkmal für mündige Bürger, das nicht droht und nicht predigt." Henrike Thomsen und Peter Disch werfen einige Schatten auf die Biografie Gert Hofs, die der Lichtdesigner gern in etwas zu helles Licht wirft. Jens Jessen registriert amüsiert, wie die kulturbeflissenen Politiker bei der Eröffnung der Akademie der Künste selbige zur Domina stilisierten: "Bitte, bitte, schlag mich" war seiner Einschätzung zufolge das Motto am Eröffnungabend. Volker Hagedorn singt Dietrich Fischer-Dieskau ein Ständchen zum Achtzigsten. Thomas Assheuer verabschiedet den großen Philosophen Paul Ricoeur, der bewiesen habe, dass das Sichtbare nicht unbedingt das Wichtige ist.

In einem wunderbaren Text resümiert Katja Nicodemus das Festival von Cannes: "Wir sollten Abbitte leisten. Und im Rückblick eingestehen, dass die vertraute Prominentenbrigade von Haneke über Jarmusch bis Woody Allen ihre seit langem besten Filme und die radikalsten, präzisesten Gegenwartsbeschreibungen und Gesellschaftskritiken dieses Festivals abgeliefert hat."

Besprochen werden die große Ausstellung israelischer Kunst "Die neuen Hebräer" im Berliner Martin-Gropius-Bau (die Thomas E. Schmidt gezeigt hat, dass Israel sein "Selbstbild und sein Selbstwertgefühl aus sich, nicht aus den europäischen Katatstrophen und dem Davonkommen" bezieht), Zach Braffs Debütfilm "Garden State", David Lynchs offenbar bereits zum Klassiker avancierter Film "Mulholland Drive" und Haydns Streichquartette vom Gewandhaus-Quartett.

Den Literaturteil eröffnet Rolf Vollmann mit einer Huldigung der großen Frankfurter Thomas-Mann-Ausgabe (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr). Im Leben schildert Jörg Burger aus Kiew, was die orange Revolution bisher gebracht hat: Musiker werden zu Beratern und Ministern, Öl- und Gas-Millionäre bekommen Ärger.

Im Politikteil gibt es ein Interview mit Kanzler Gerhard Schröder. Darin verkündet er, dass seinen einzigen Ziel bleibt, die SPD zur stärksten Partei zu machen. Hübsch seine Antwort auf die Frage, ob er sich gelegentlich fragt, warum er das alles eigentlich mache: "Wenn man vier Monate Zeit hat bis zu einer wirklich wesentlichen Entscheidung, für das Land und für einen selbst, dann stellt man sich diese Frage nicht. Die stellt man sich als nachdenklicher Herausgeber eines nachdenklichen Blattes, aber doch nicht als Bundeskanzler, der sich auf eine Wahlauseinandersetzung eingelassen hat."

nach oben

FR, 25.05.2005

Ingeborg Flagge liefert einen kurzen Bericht aus Sri Lanka. Dort werden die Spendengelder für den Wiederaufbau nicht ausgegeben, weil die Regierung "alles kontrollieren (will), ohne dazu die Kenntnisse oder Kapazitäten zu haben". Gerhard Schröder ist kein Zocker, glaubt Harry Nutt. "Er ist vielmehr, um es mit dem französischen Philosophen Blaise Pascal zu sagen, ein 'Mensch in der Entscheidung'." In Times Mager lesen wir über die Rückkehr der Hippies in der Werbung. Und Katrin Hillgruber stellt Mihail Sebastians Tagebücher der Jahre 1935-1944 vor (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Welt, 25.05.2005

Im Interview mit Iris Alanyali beschreibt der Schriftsteller Frank Goosen die miese Stimmung in Bochum - seit der VfL abgestiegen ist. Zu Arbeitertradition, Authentizität und Wahlen bemerkt er noch: "Ist Bayern noch immer das Land der Almbauern? Nein. Und trotzdem hauen sie sich gerne wild zuckend auf den eigenen Lederhosen-Arsch. Will sagen: Sie stilisieren sich und das, was sie für ihre Traditionen und ihr Brauchtum halten. Genau das passiert jetzt im Ruhrgebiet. Dass das Leben Arbeit und sonst gar nichts sei, war mehreren Generationen gleichsam ins Genom übergegangen. Wir Nachgeborenen haben unsere Väter daran kaputtgehen sehen und streben das nicht an. Und trotzdem klettern wir im Landschaftspark Meiderich Nord auf dem alten Hochofen rum und werden ganz stolz... Jahrzehntelang hieß es: dreckige Luft, hässliche Städte, hässliche Menschen, die nur Pommes, Pils und Pöhlen im Kopf haben, und der Kommunalverband Ruhrgebiet konterte mit 'Ein starkes Stück Deutschland'. Und so grün!"

Anzeige

Twitterfeed der Verlage

Stichwörter: Wahlen

nach oben

SZ, 25.05.2005

"Die Frage, die Schröder jetzt dem Volk vorlegt, würde man im Ruhrgebiet so zusammenfassen: 'Hömma, Wähler, meinsse dat gezz ernst?", glaubt Franziska Augstein, weiß aber nicht genau, "was der Wähler sich da nochmal überlegen soll: "Abgesehen von der Umweltpolitik und einigen Anliegen der Gesellschaftspolitik (Stichwort Zwangsarbeiterentschädigung, Stichwort Homoehe), ist es mit der Idee des rot-grünen Gesellschaftsmodells nicht weit her. Schröder und seine Leute haben es selbst abgewählt, kurz nachdem sie an die Regierung kamen."

Weiteres: Andrian Kreye beobachtet eine erschreckende Renaissance der antisemitischen "Protokolle der Weisen von Zion", zumeist im arabischen Raum oder in abgwandelter Form als Verschwörungstheorie zum 11. September. Christian Kortmann hatte eigentlich darauf gehofft, dass sich die Sache mit der Volksmusik irgendwann von selbst erledigen würde: "Um so größer sind jetzt Unverständnis und Schrecken, mit denen man der neuesten Generation der volkstümelnden Musikanten gegenübersteht, denn diese werden immer jünger!" Auf der Medienseite geißelt Hans Leyendecker den neuen Trend zum Cliquenjournalismus.

Besprochen werden eine Ausstellung zum Werk des einstigen Jungen Wilden Jiri Georg Dokupil in den Hamburger Deichtorhallen, (gute Arbeit bescheinigt Till Briegleb dem "kuratorischen Bergungskommando"), eine Ausstellung zur Dreyfus-Affäre am Potsdamer Moses-Mendelssohn-Zentrum, Fredrik Zellers Musiktheaterstück "Zaubern" in Schwetzingen, Jorinde Dröses Fontane-Inszenierung am Hamburger Thalia Theater und Bücher, darunter Hans Jürgen Kochs und Hermann Glasers Kulturgeschichte des Radios "Ganz Ohr" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

nach oben

NZZ, 25.05.2005

Von den zehn teilnehmenden Inszenierungen beim diesjährigen Berliner Theatertreffen lobt Christoph Funke insbesondere diejenigen, die Klarheit, Transparenz und "denkerische Konsequenz" unter Beweis gestellt hätten, wie beispielsweise Jossi Wielers Inszenierung von Paul Claudels "Mittagswende": Sie "beruhigte das Pathos der Sinnsuche, sie zeigte geradezu exemplarisch, was das Theater gewinnt, wenn es auf schwelgerisch angebotene Oberflächenreize verzichtet."

Iso Camartin lenkt in der Rubrik "Europäischer Kulturhorizont" unseren Blick auf das "Journal" der Brüder Edmond und Jules de Concourt. Es ist, so Camartin, "eines der europäischsten Dokumente von Schriftkultur, die wir besitzen. Hier hat sich das Subjekt jene Priorität in der Darstellung von Geschichte errungen, die alles, was ist und geschieht, in ein uns selbst aufklärendes Licht zu rücken vermag."

Besprochen werden Bücher, darunter Jürgen Mantheys Hommage an "Königsberg" sowie Kinder- und Jugendbücher (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr). Einen "aufwühlenden Text" bespricht die 15-jährige Lea Madlaina Pestalozzi mit dem Begleitbuch zum Film "Sophie Scholl. Die letzten Tage" in der Rubrik Jugend rezensiert.

nach oben

TAZ, 25.05.2005

Dietmar Kammerer hat die von der Volksbühne Berlin veranstaltete Reihe "ErsatzStadt" besucht und liefert eine hübsche Erklärung für den gänzlich verblassten Charme der Poplinken: "Die Überraschung kam zum Schluss. Als die Teilnehmer am Sonntag zum Abschlusspanel das Podium betraten, berichtete Moderator Markus Müller dem Publikum in knappen Worten: Die CDU habe die NRW-Wahl gewonnen und Müntefering baldige Neuwahlen im Bund angekündigt. Aber das sei jetzt nicht der Gegenstand der Diskussion, man fahre fort im Programm wie geplant."

Weiteres: In der Jazzkolumne feiert Christian Broecking das coole Comeback des Posaunisten Roswell Rudd. Besprochen wird die neue Ausstellung der Sammlung Marx im Hamburger Bahnhof.

Schließlich Tom.

nach oben

FAZ, 25.05.2005

"Die polnische Öffentlichkeit hat den Underground entdeckt - und der traditionelle Literaturbetrieb muss sich damit auseinandersetzen", berichtet Richard Kämmerlings über die Warschauer Buchmesse. Als Beispiel nennt er Dorota Maslowska, die mit 19 Jahren ihren Roman "Schneeweiß und Russenrot" veröffentlicht hatte, der auch von der deutschen Kritik bejubelt wurde. Inzwischen hat sie studiert, ein Kind bekommen und ein zweites Buch geschrieben, "eine hundertfünfzigseitige, komplett in HipHop-Versen verfasste Abrechnung mit den am eigenen Leib erlebten Mechanismen des Medienbetriebs, der geistigen Verödung und dem allgegenwärtigen Konsumterror: 'Das Evangelium nach MC Doris' überschrieb die polnische Ausgabe von Newsweek ihre Titelgeschichte, Kritiker überschlugen sich im Lob der sprachschöpferischen Kraft dieser bitteren und selbstironischen Demaskierung der polnischen Gegenwart."

Weitere Artikel: Andreas Rossmann hofft, dass Jürgen Rüttgers die im Januar angekündigte Verdoppelung des Kulturhaushalts in Nordrhein Westfalen wahr macht. In Spanien tobt ein Streit darüber, ob man mit der Eta verhandeln darf, berichtet Paul Ingendaay. Joachim Fest erinnert sich im Interview an seine Gespräche mit Albert Speer: "Ich fühle mich betrogen. Wir haben ihn gegen Ende der Arbeit ja immer wieder gefragt, Herr Siedler und ich: 'Herr Speer, haben Sie irgend etwas klein geschrieben, was eigentlich in Großbuchstaben dastehen müsste? Haben Sie irgend etwas ausgelassen?' Er hat uns mit einem so treuherzigen Augenaufschlag versichert: 'Es gibt nichts.' Und da hat er uns ganz offensichtlich die Unwahrheit gesagt." Andreas Rosenfelder hat spannende Stunden bei der Konferenz "Animals in History" erlebt: "Ein Teilnehmer warf der Tagung 'Terrazentrismus' vor, weil keiner der fünfundvierzig Vorträge die Fische würdige, obwohl doch sieben Zehntel der Erdoberfläche unter Wasser stünden."

Auf der Kinoseite beschreibt Christoph Hochhäusler, der mit seinem Film "Falscher Bekenner" nach Cannes eingeladen worden war, von seinen Erlebnissen eben dort. Michael Althen stellt Michael Ondaatjes Buch "Die Kunst des Filmschnitts. Gespräche mit Walter Murch" vor. Und Andreas Kilb gibt zu, dass Festivals fast immer besser sind, als sie von den Kritikern beschrieben werden. Auf der Medienseite berichtet Michael Hanfeld über den Beschluss der ARD, ihre politischen Magazine auf dreißig Minuten zu kürzen. Auf der letzten Seite porträtiert Hannes Hintermeier den Verleger Christian Strasser. Und Hannelore Schlaffer verteidigt den "Kulturschlaf", der den Menschen vorzugszweise im Theater ereilt.

Besprochen werden ein Konzert von Tortoise in Frankfurt, die Ausstellung "Die neuen Hebräer" im Berliner Martin-Gropius-Bau, ein Konzert von Ibrahim Ferrer in Frankfurt, Tschaikowskys "Eugen Onegin" an der Komischen Oper Berlin und Enki Bilals Science-fiction-Film "Immortal" (eine "Totgeburt des Kinos", findet Andreas Platthaus).

nach oben

Zeit | FR | Welt | SZ | NZZ | TAZ | FAZ

Drucken | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons